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Verschiedenes

Recycling/Umweltschutz: NABU ruft zur Abfallvermeidungswoche im November auf
 
Recycling/Umweltschutz: NABU ruft zur Abfallvermeidungswoche im November auf
Miller: Der beste Abfall ist der, der nicht entsteht

Berlin – Pro Jahr verursacht jeder Deutsche etwa das Sechsfache seines Körpergewichts an Müll, rund 500 Kilogramm. Um auf diesen enormen Ressourcenverbrauch und das Thema Müllvermeidung aufmerksam zu machen, ruft der NABU Vereine und Verwaltungen, Handel und Industrie sowie Kultur- und Bildungseinrichtungen dazu auf, sich Aktionen für die Europäische Woche zur Abfallvermeidung einfallen zu lassen. Die Aktionswoche findet vom 17. bis 25. November zum dritten Mal in Deutschland statt.

Das Problem ist offensichtlich: Jährlich entsteht in Deutschland ein Müllberg von fast 50 Millionen Tonnen, der nicht nur die Umwelt belastet, sondern auch wertvolle Rohstoffe verknappt. Die Vermeidung von Abfall ist daher die wichtigste Aufgabe für Produzenten und Konsumenten, um Ressourcen zu schonen. Abfallvermeidung bedeutet aber nicht nur weniger oder keine Verpackungen zu wählen. Denn auch in Lebensmitteln, Elektrogeräten oder der Kleidung stecken Möglichkeiten für Verbraucher, Industrie und Handel, die Abfallberge zu reduzieren.

„Mit der Teilnahme an der Aktionswoche kann jeder seine eigenen Ideen und sein Engagement für die Reduzierung von Abfall bekannt machen und so einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten – denn jedes Kilo weniger Müll ist aktiver Umweltschutz und schont das Klima“, erklärte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Die Wege zur Müllvermeidung können dabei kreativ sein: alte Kleidungsstücke können zu Haute Couture werden, Kindergartenkinder zu Müllvermeidungsprofis oder Flohmärkte zu Online-Tauschbörsen. Die Teilnehmer sind frei in der Gestaltung ihrer Aktionen, die sich an Verbraucher, Kunden, Schüler oder Besucher richten können. Die Aktionen sollen Denkanstöße für konkrete Lösungen oder Alternativen aufzeigen und die Bürger stärker für das Problem Müll sensibilisieren.

Ideen und Aktionen können ab sofort unter www.nabu.de/aktionenundprojekte/abfallvermeidung angemeldet werden. Koordiniert wird die Aktionswoche in Deutschland durch den NABU-Bundesverband, das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) ist offizieller Teilnehmer der von der Europäischen Kommission geförderten Themenwoche.
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Buchtipp: H.Koch, B.Pötter und P.Unfried
 
Buchtipp: H.Koch, B.Pötter und P.Unfried "Stromwechsel"
Wie Bürger und Konzerne um die Energiewende kämpfen

Für viele Menschen ist mit dem Atomausstieg das Thema Energiepolitik erledigt. Dabei ist die sogenannte Energiewende nur der erste Schritt, denn jetzt werden die Weichen gestellt, wie die Energieversorgung in Deutschland, Europa und der ganzen Welt in den nächsten Jahrzehnten aussehen wird. ...
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Rote Karten beim illegalen Artenhandel
WWF Länder-Rating zeigt Erfolge und Misserfolge im Kampf gegen illegalen Artenhandel bei Nashorn, Tiger und Elefanten

Berlin - Wilderer wüten in Afrika und Asien. Vor allem Elefanten, Nashörner und Tiger sind begehrte Beute. Dabei stehen sie unter dem strengen Schutz von CITES, dem weltweit gültigen Washingtoner Artenschutzübereinkommen, das den kommerziellen Handel mit diesen Tierprodukten nahezu komplett verbietet. Die illegalen Geschäfte florieren jedoch. Auch unwissende Touristen machen sich strafbar, wenn sie die falschen Souvenirs mit nach Hause bringen. Der WWF hat nun untersucht, welche Länder sich im Kampf gegen den illegalen Handel von Elefanten-, Nashorn- und Tiger-Produkten einbringen. Dazu analysierte er 23 Länder, die als Herkunfts-, Transit- oder Zielland solcher Produkte besonders betroffen sind und veröffentlichte eine Scorecard. „Auf einen Blick ist so zu erkennen, wo Artenschutz nur ein Lippenbekenntnis bleibt. Wir erhöhen so den Druck, um Wilderei und illegalen Handel wirkungsvoller zu bekämpfen“, sagte Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland.

Mittels Ampelsystem zeigt der Report auf, welche Staaten den illegalen Wildartenhandel zu unterbinden suchen und welche sich kaum darum kümmern. Tatsache ist: Der illegale Handel existiert in allen untersuchten Ländern. Doch einige Länder zeigen echten Willen zur Veränderung, andere nicht. Epizentrum der Elefanten- und Nashorn Wilderei ist Afrika. Angelockt durch die hohen Gewinnspannen drängen inzwischen Kräfte nach, die bisher im Waffen-, Drogen- und Menschhandel tätig waren. In Zentralafrika hat Elefantenwilderei einen Umfang angenommen, der die gesamte Region destabilisiert und auch für Menschen gefährlich wird. Bei Tigern gab es zwar keinen neuen Wilderei-Peak, jedoch leben insgesamt weltweit nur noch etwa 3.200 Tiere in der Wildnis, sodass jedes gewilderte Tier kritisch ist.

Mit am schlechtesten, mit zwei roten Bewertungen für Nashorn und Tiger, schnitt in der Scorecard Vietnam ab. Dort gilt Nashorn-Puder als Medizin gegen Fieber, Kater und sogar Krebs. Vor allem vietnamesische Kunden haben als Großabnehmer so eine Wildereikrise in Südafrika ausgelöst. Im Jahr 2011 wurden dort mindestens 448 Nashörner gewildert, in diesem Jahr sind es bislang schon 262. Vor Ort wurden Vietnamesen wegen illegalen Artenhandel mit Nashorn verhaftet, darunter auch vietnamesische Diplomaten. In Vietnam selbst wird das Problem vernachlässigt. Der vietnamesische Zoll hat seit 2008 keine Beschlagnahmung von Nashorn mehr gemeldet. „Die vietnamesische Regierung ignoriert ihre Verantwortung für die Nashorn-Wildereikrise und schaltet auf Durchzug. Wir fordern, dass die bisherige Strafgesetzgebung überarbeitet wird und die Regierung endlich effektiv den Handel eindämmt, insbesondere im Internet“, sagt Volker Homes.

China gilt als großer Markt für Elfenbein, der nationale Handel ist dort unter sehr eingeschränkten Bedingungen legal. Die WWF-Scorecard bewertet Chinas Umgang mit Elfenbein mit Gelb. Denn der Staat kontrolliert die Einhaltung der Regelungen kaum, sodass große Mengen Elfenbein aus illegalen Quellen wahrscheinlich in den legalen Markt gelangt sind. „Die Regierung muss die eigenen Märkte strenger kontrollieren und den in Afrika lebenden Chinesen klar machen, dass Ausfuhr illegaler Artenhandelsprodukte verfolgt und streng bestraft wird“, fordert Volker Homes. Thailand ist ebenfalls stark im Elfenbeinhandel aktiv und wird in der Scorecard beim Elefant mit Rot bewertet. Denn auch hier wird der legale Markt massiv unterwandert. „Der nationale Handel mit Elfenbein von gezähmten asiatischen Elefanten ist in Thailand legal. Daher nutzen Schmuggler das Land als Zwischenstation. In vielen exklusiveren Geschäften werden offen Elfenbeinprodukte angeboten. Doch der Ursprung ist oft unklar. Um diesen Sumpf trockenzulegen, hilft nur ein nationales Handelsverbot“, sagt Volker Homes.

Der Report zeigt aber auch positive Beispiele. So engagieren sich Indien und Nepal stark im Kampf gegen die Wilderei. In Nepal wurde 2011 kein einziges Nashorn gewildert. Und in Gabun verbrannte der Präsident vergangenen Monat das gesamte beschlagnahmte Elfenbein des Landes, um es dauerhaft dem Markt zu entziehen und so entschieden der Wilderei entgegenzutreten.

In Deutschland sind auf Initiative des WWF seit einigen Jahren Artenschutz-Spürhunde im Einsatz. Sie kontrollieren an den Flughäfen das Gepäck der Urlauber. Auch in anderen Transitländern, wie beispielsweise Italien, Tschechien, UK und Russland arbeiten Zollbeamte erfolgreich mit den Vierbeinern zusammen. Welche Produkte Reisende unbesorgt mit nach Hause nehmen dürfen, steht im WWF-Souvenir-Ratgeber.
 
 

Zoo Leipzig: Schneeleoparden entwickeln sich gut
Drei Schneeleoparden im Zoo Leipzig © Zoo Leipzig
 
Zoo Leipzig: Schneeleoparden entwickeln sich gut
Namensvorschläge können eingereicht werden

Termin beim Tierarzt absolviert: Die drei im Zoo Leipzig geborenen Schneeleoparden entwickeln sich gut. Schneeleopardin Laura hatte am 29. Juni Nachwuchs zur Welt gebracht und kümmert sich vorbildlich um das männliche und die beiden weiblichen Jungtiere. Die Tiere haben in den ersten drei Wochen ihr Gewicht etwa verdoppelt und wiegen nun jeweils rund 1,1 kg. „Die Tiere machen einen gesunden Eindruck und die Gewichtszunahme spricht für eine gute Entwicklung. Dennoch sind die Jungtiere mit drei Wochen noch nicht aus der kritischen Phase heraus“, schätzt Zootierarzt Dr. Andreas Bernhard.

Zoodirektor Dr. Jörg Junhold sieht die Entwicklung bezüglich einer stabilen ZooPopulation der Schneeleoparden in Europa positiv: „Mit dem neuerlichen Wurf und der bislang guten Aufzucht der drei Jungtiere leisten wir als Zoo Leipzig einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Schneeleoparden. Auch national und international läuft die Zucht wieder besser als noch vor einigen Jahren.“ Laut des Zoo-Informationssystems ZIMS kamen in den vergangenen zwölf Monaten europaweit elf Schneeleoparden zur Welt. Im zentralasiatischen Hoch- und Bergland, wo Schneeleoparden ursprünglich beheimatet sind, leben jedoch nur noch schätzungsweise 4.000 bis 6.000 Exemplare – mit abnehmender Tendenz.

Bis sich die Jungtiere im Gehege zeigen, wird noch etwas dauern. Allerdings können Besucher und Zoofreunde die verbleibende Zeit mit der Namenssuche füllen. Die kleinen Schneeleoparden sollen im August getauft werden. Bis zum 03. August können Vorschläge per E-Mail an taufe@zoo-leipzig.de oder per Postkarte an Zoo Leipzig, Pfaffendorfer Str. 29, 04105 Leipzig gesendet werden. Im Anschluss wird in einer Online-Abstimmung über die Siegernamen entschieden.
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Deutsche Städte werden vegetarisch ...
 
Deutsche Städte werden vegetarisch ...
... über 20 haben jetzt den „Veggietag“ eingeführt

Die Kampagne „Donnerstag ist Veggietag“ ruft erfolgreich zu einem fleisch- und fischfreien Wochentag in Deutschland auf. Jetzt ist die zwanziger Marke geknackt: Mit Leer ist die 21. Stadt dazu gekommen. Iserlohn und Bamberg folgen als nächstes.

Berlin.19.07.2012. Vegetarisch kommt an und ganze Städte ziehen mit. Die belgische Stadt Gent hat es 2009 vorgemacht, Weltstädte wie São Paulo, Kapstadt, Washington und San Francisco folgten und Bremen setzte in Deutschland den Startschuss. Jetzt haben 21 Städte in Deutschland den „Veggietag“ eingeführt. Die Kampagne stößt weltweit auf positive Resonanz und zeigt, wie man mit nur wenig Aufwand und einem einzigen fleischfreien Wochentag zum Schutz von Klima, Umwelt und Tieren beitragen kann. Vom Vegetarierbund Deutschland (VEBU) wird die Kampagne bundesweit unterstützt.
Der Karlsruher Bürgermeister Klaus Stapf begrüßt die Freiwilligkeit, die mit dem „Veggietag“ verbunden ist: „Die Kampagne kommt ganz ohne den erhobenen Zeigefinger aus. Sie schafft Angebote, überlässt die Wahl aber jedem einzelnen.“ Auch Reinhard Buchhorn, Oberbürgermeister von Leverkusen, sieht in der Aktion einen klaren Vorteil: „Immer mal wieder auf Fleisch zu verzichten, ist aktiver Klimaschutz.“
Städte, die den „Veggietag“ bereits umsetzen, sind Bremen, Magdeburg, Schweinfurt, Wiesbaden, Deggendorf, Landkreis Rotenburg, Klimainsel Juist, Bad Hersfeld, Freiburg, Hannover, Dinslaken, Düren, Köln, Münster, Straubing, Ingolstadt, Rottal-Inn, Paderborn, Leverkusen und Leer. In diesen Tagen wird in Iserlohn (21.07.) und Bamberg (28.07.), als 23. Stadt, der „Veggietag“ eingeführt.

Aber nicht nur Städte, auch immer mehr Unternehmen machen sich für den fleischfreien Donnerstag stark, wie beispielsweise Puma, Siemens, die Versicherungskammer Bayern sowie eine wachsende Zahl an Schulen und Universitäten in Köln, Hamburg, Berlin, Dresden, Leipzig, Tübingen u. v. m.. „Ein Veggietag in der Woche ist für jeden machbar, das zeigen die Städte und Unternehmen, die einen vegetarischen Wochentag erfolgreich in die Praxis umsetzen“, sagt VEBU-Geschäftsführer Sebastian Zösch.: „Wenn alle Bundesbürger nur einen einzigen fleischfreien Tag in der Woche einlegen, werden pro Jahr 140 Millionen Tiere weniger gegessen und die Treibhausgase von sechs Millionen Autos eingespart.“

Die „Donnerstag ist Veggietag“-Kamapgne ist ein Rundumprogramm. Der VEBU bietet ein Aktionsvideo, ein „Veggietag“-Kochbuch, Kochschulungen, Informationsmaterial u.v.m. Alle Infos finden Sie auf der Aktionsseite www.donnerstag-veggietag.de.

Die Kampagne wird neben dem Vegetarierbund Deutschland (VEBU) auch von der Albert Schweitzer Stiftung (ASS), Plant for the Planet, Global Marshall Plan, SIFE, Institut für Theologische Zoologie, Vier Pfoten, sneep – Studentisches Hilfswerk für Wirtschafts- und Unternehmensethik, Peta und Oxfam Deutschland betrieben.
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Freiburg: Mathe mit der Sonne lernen
 
Freiburg: Mathe mit der Sonne lernen
Vom 03. bis 07. September findet in der Ökostation Freiburg die Sommerschule 2012 statt. Das einwöchige Bildungsangebot des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg will Schülerinnen und Schüler nach Klasse 7 den Start ins neue Schuljahr erleichtern. Anmeldungen sind noch möglich.

Schüler, die in die 8. Klasse der Haupt- oder Werkrealschule versetzt wurden und Unterstützung in Deutsch, Mathematik oder Englisch brauchen, können ihre Defizite jetzt ausgleichen. Die Sommerschule in der Ökostation bietet dazu in den Ferien eine Erlebnis orientierte Bildungs- und Betreuungswoche an, bei der Spaß und Abenteuer nicht zu kurz kommen. Schulische Lerninhalte werden dabei fast „nebenbei“ gelernt. So lernen die Schüler beispielsweise Mathematik bei Experimenten mit Solarenergie und bei Sichttiefenmessungen mit dem Tretboot am Flückiger See. Englisch wird sportlich gelernt: Auf dem Energiefahrrad muss ein CD-Player mit englischsprachigen Liedern durch Treten in Gang gesetzt werden. Deutsch lernen die Teilnehmer, indem sie Interviewfragen erarbeiten und anschließend Profi-Nachwuchsfußballern des Sportclubs Freiburg befragen.

Eine Besonderheit der Freiburger Sommerschule ist die Verknüpfung von schulischem Curriculum mit den Themenbereichen „Natur, Umwelt und nachhaltige Entwicklung“. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich während der Woche projektartig und fächerübergreifend mit Themen wie Gewässerökologie, Solarenergie oder nachhaltigem Konsum. Die Themen werden dabei in den Bildungsplan Deutsch, Mathematik und Englisch integriert. Darüber hinaus soll die Bildungswoche den Jugendlichen soziale, persönliche und methodische Kompetenzen vermitteln. Die Freude am gemeinsamen Lernen steht dabei im Vordergrund. Geocaching und eine Grillparty runden das Programm ab.

Die Sommerschule, die seit 2010 angeboten wird, wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt Freiburg und mit dem Projekt LEIF – Lernen erleben in Freiburg entwickelt. Weitere außerschulische Kooperationspartner sind die mobile Solarwerkstatt famos, der Verein Kaufrausch und die Expedition N der Landesstiftung Baden-Württemberg. Interessenten aus der Region Freiburg mit abgeschlossenem 7. Schuljahr können sich in der Ökostation noch bis 15.8. anmelden.

Anmeldung:
Ă–kostation Freiburg, Ralf Hufnagel fĂĽr die , Tel.: 0761-892333, E-Mail: info@oekostation.de

Zwei Videoclips zum Sommerschule stehen hier http://www.youtube.com/user/Oekostation
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Europas brennende Probleme
WWF führt 80 bis 90 Prozent der Brände auf menschliche Ursachen zurück. © WWF
 
Europas brennende Probleme
WWF: Brandbekämpfung ist mehr als das Löschen von Feuer

Berlin - Der Süden Europas wird auch in diesem Sommer von heftigen Feuersbrünsten heimgesucht. Von Portugal bis Griechenland: überall lodern tausende Wald- und Buschbrände. „Das Inferno ist meist durch Fahrlässigkeit und Brandstiftung in Kombination mit lang anhaltender Trockenheit ausgelöst worden“, betont Aurel Heidelberg, Waldreferent beim WWF Deutschland. Der WWF führt 80 bis 90 Prozent der Brände auf menschliche Ursachen zurück. Feuerteufel, weggeworfene Zigarettenkippen und außer Kontrolle geratene Lagerfeuer richten jedes Jahr Milliardenschäden an.

Allein in den Mittelmeerländern lodern im Schnitt jedes Jahr rund 50.000 Feuer, denen Jahr für Jahr etwa 800.000 Hektar Wald- und Buschland zum Opfer fallen. Das entspricht etwa der Fläche Korsikas. Statistiken belegen, dass die Intensität der Waldbrände in den vergangenen hundert Jahren deutlich gestiegen ist. „Die Wälder in Südeuropa brennen wie Zunder“, erläutert Aurel Heidelberg und führt dies auf die zusätzlichen Stressfaktoren zurück, denen die Wälder ausgesetzt sind. Dazu zählen im Mittelmeerraum vor allem Wetterextreme, wie lang anhaltende Trockenperioden mit hohen Temperaturen und starken Winden, die in Folge des Klimawandels vermehrt auftreten.

Als Nebeneffekt der Finanzkrise klagen griechische Feuerwehren über mangelhafte Ausrüstung. Für den WWF ist das aber nur ein Nebeneffekt. „Natürlich kann man die Brandbekämpfung verbessern, indem man die Feuerwehren besser ausrüstet. Dabei darf es aber nicht bleiben, sonst werden die Menschen nur in einer trügerischen Sicherheit gewiegt“, mahnt WWF-Waldexperte Aurel Heidelberg. „Wer die Brände bekämpfen will, muss gegen kriminelle Energien und fahrlässige Arroganz vorgehen. Brandbekämpfung beginnt in den Köpfen.“ Angesichts der Kosten der Brandbekämpfung und der Behebung der immensen Schäden solcher Feuerkatastrophen fordert der WWF, dass die zuständigen Behörden verstärkt in umfassende Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen investieren.

Auch eine klare Umsetzung der bestehenden Gesetze sei dringend notwendig. In Griechenland bestehe z. B. die Pflicht zur Wiederaufforstung - allerdings nur auf dem Papier. Seit den 70er Jahren brannten fast eine Million Hektar Wald ab. Wiederaufgeforstet habe man hingegen nur einen Bruchteil dieser Fläche. Entscheidend sei zudem, dass die Verursacher der Brände zur Verantwortung gezogen werden. Insbesondere Bodenspekulanten würden fast überall im Mittelmeerraum viel zu selten vor Gericht gestellt.

Wichtig sei auch eine vernünftige, naturnahe Waldbewirtschaftung. Heimische Baumarten z.B. Korkeichen im Mittelmeerraum sind den klimatischen Bedingungen gut angepasst und können einem Brand viel besser widerstehen als z.B. eingeführte Eukalyptusarten. Aus ökologischer Sicht ist außerdem zu beklagen, dass derzeit zum Beispiel auf Madeira selten gewordene Lorbeerwälder in Flammen stehen.
 
 

NABU: Auenzerstörung gefährdet Natur und Gesundheit
Bachlauf in Hinterzarten im Hochschwarzwald / Foto: Daniel Jäger
 
NABU: Auenzerstörung gefährdet Natur und Gesundheit
Gute Wasserqualität nur mit naturnahen Flüssen

Berlin – Mit Blick auf aktuelle Verunreinigungen von Trinkwasser und Fließgewässern infolge von Starkregen fordert der NABU mehr Einsatz für naturnahe Bäche und Flüsse. „Bei starkem Regen hält unser Abwassersystem den Belastungen oft nicht Stand. Deshalb ist es umso wichtiger, naturnahe Gewässer und Auen zu erhalten. Sie schützen nicht nur vor Hochwasser, sondern filtern auch jene Schadstoffe, die für den Menschen gefährlich werden können“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

In vielen Gemeinden wird das Regenwasser zusammen mit Haushalts- und Industrieabwässern in die Kläranlagen geleitet. Bei wolkenbruchartigen Niederschlägen halten die Anlagen den einströmenden Wassermengen nicht Stand, sodass Teile des überschüssigen Wassers ungeklärt in Flüsse und Kanäle geleitet werden müssen. Dadurch entstehende Verunreinigungen, etwa durch gesundheitsgefährdende Fäkalkeime, führen nicht nur zu einer schlechteren Badewasserqualität in Fließgewässern, sondern auch zu einer schlechten Grundlage für das Trinkwasser. Flussauen hingegen filtern einen Großteil dieser Stoffe, die bei Menschen zu gesundheitlichen Schäden führen können.

„Mit dieser natürlichen Reinigungsfunktion, die wie eine Niere in unserem Wassersystem wirkt, entlasten Flussauen Steuerzahler und Kommunen jährlich um mehrere Millionen Euro. Doch statt diese wertvollen Auen zu erhalten, wird Raubbau an ihnen betrieben. Flüsse werden begradigt und begrenzt und die Auen weichen Industriegebieten, der Landwirtschaft oder Wohnungen“, so Miller.

In Deutschland dient derzeit nur noch rund jede dritte der ursprünglichen Auenflächen als Überflutungsfläche, nur jede zehnte ist überhaupt noch als naturnah einzustufen. „Unsere Flüsse und Bäche sind in einem alarmierenden Zustand. Projekte zur Renaturierung, wie sie der NABU an Rhein, Elbe und Havel durchführt, zeigen jedoch, dass sich die Gewässer und Auen erholen können und ihre wichtigen Schutzfunktionen zurückgewinnen“, so Till Hopf, NABU-Experte für Naturschutz.

Insbesondere in Städten und hochversiegelten Regionen, in denen kaum Niederschlag in den Boden eindringen kann, führt der Starkregen häufig zu Problemen. Wirksame Gegenmittel, so Hopf, können begrünte Dächer und Flächen sein oder Parkplätze, die statt auf Asphalt auf natürlichem Untergrund angelegt sind. Niederschläge können so in den Erdschichten eindringen und entlasten die Abwassersysteme.

Auf www.stadtklimawandel.de bietet der NABU hilfreiche und kostengünstige Tipps zur Entlastung der Abwassersysteme in Städten, etwa durch das Begrünen von Dächern oder die Umgestaltung von Parkplätzen. Die Broschüre „Praxis an Flüssen und Seen“ zeigt zudem Ansätze, um Bäche und Flüsse naturnah zu gestalten und so zum Schutz vor Verunreinigung und Hochwasser beizutragen. Die Broschüre gibt es ab dem 23. Juli zum Download unter http://www.nabu.de/themen/biologischevielfalt/vielfaltvorort/.
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