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Dienstag, 19. Februar 2019
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Verschiedenes

 
Rote Karten beim illegalen Artenhandel
WWF LĂ€nder-Rating zeigt Erfolge und Misserfolge im Kampf gegen illegalen Artenhandel bei Nashorn, Tiger und Elefanten

Berlin - Wilderer wĂŒten in Afrika und Asien. Vor allem Elefanten, Nashörner und Tiger sind begehrte Beute. Dabei stehen sie unter dem strengen Schutz von CITES, dem weltweit gĂŒltigen Washingtoner ArtenschutzĂŒbereinkommen, das den kommerziellen Handel mit diesen Tierprodukten nahezu komplett verbietet. Die illegalen GeschĂ€fte florieren jedoch. Auch unwissende Touristen machen sich strafbar, wenn sie die falschen Souvenirs mit nach Hause bringen. Der WWF hat nun untersucht, welche LĂ€nder sich im Kampf gegen den illegalen Handel von Elefanten-, Nashorn- und Tiger-Produkten einbringen. Dazu analysierte er 23 LĂ€nder, die als Herkunfts-, Transit- oder Zielland solcher Produkte besonders betroffen sind und veröffentlichte eine Scorecard. „Auf einen Blick ist so zu erkennen, wo Artenschutz nur ein Lippenbekenntnis bleibt. Wir erhöhen so den Druck, um Wilderei und illegalen Handel wirkungsvoller zu bekĂ€mpfen“, sagte Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland.

Mittels Ampelsystem zeigt der Report auf, welche Staaten den illegalen Wildartenhandel zu unterbinden suchen und welche sich kaum darum kĂŒmmern. Tatsache ist: Der illegale Handel existiert in allen untersuchten LĂ€ndern. Doch einige LĂ€nder zeigen echten Willen zur VerĂ€nderung, andere nicht. Epizentrum der Elefanten- und Nashorn Wilderei ist Afrika. Angelockt durch die hohen Gewinnspannen drĂ€ngen inzwischen KrĂ€fte nach, die bisher im Waffen-, Drogen- und Menschhandel tĂ€tig waren. In Zentralafrika hat Elefantenwilderei einen Umfang angenommen, der die gesamte Region destabilisiert und auch fĂŒr Menschen gefĂ€hrlich wird. Bei Tigern gab es zwar keinen neuen Wilderei-Peak, jedoch leben insgesamt weltweit nur noch etwa 3.200 Tiere in der Wildnis, sodass jedes gewilderte Tier kritisch ist.

Mit am schlechtesten, mit zwei roten Bewertungen fĂŒr Nashorn und Tiger, schnitt in der Scorecard Vietnam ab. Dort gilt Nashorn-Puder als Medizin gegen Fieber, Kater und sogar Krebs. Vor allem vietnamesische Kunden haben als Großabnehmer so eine Wildereikrise in SĂŒdafrika ausgelöst. Im Jahr 2011 wurden dort mindestens 448 Nashörner gewildert, in diesem Jahr sind es bislang schon 262. Vor Ort wurden Vietnamesen wegen illegalen Artenhandel mit Nashorn verhaftet, darunter auch vietnamesische Diplomaten. In Vietnam selbst wird das Problem vernachlĂ€ssigt. Der vietnamesische Zoll hat seit 2008 keine Beschlagnahmung von Nashorn mehr gemeldet. „Die vietnamesische Regierung ignoriert ihre Verantwortung fĂŒr die Nashorn-Wildereikrise und schaltet auf Durchzug. Wir fordern, dass die bisherige Strafgesetzgebung ĂŒberarbeitet wird und die Regierung endlich effektiv den Handel eindĂ€mmt, insbesondere im Internet“, sagt Volker Homes.

China gilt als großer Markt fĂŒr Elfenbein, der nationale Handel ist dort unter sehr eingeschrĂ€nkten Bedingungen legal. Die WWF-Scorecard bewertet Chinas Umgang mit Elfenbein mit Gelb. Denn der Staat kontrolliert die Einhaltung der Regelungen kaum, sodass große Mengen Elfenbein aus illegalen Quellen wahrscheinlich in den legalen Markt gelangt sind. „Die Regierung muss die eigenen MĂ€rkte strenger kontrollieren und den in Afrika lebenden Chinesen klar machen, dass Ausfuhr illegaler Artenhandelsprodukte verfolgt und streng bestraft wird“, fordert Volker Homes. Thailand ist ebenfalls stark im Elfenbeinhandel aktiv und wird in der Scorecard beim Elefant mit Rot bewertet. Denn auch hier wird der legale Markt massiv unterwandert. „Der nationale Handel mit Elfenbein von gezĂ€hmten asiatischen Elefanten ist in Thailand legal. Daher nutzen Schmuggler das Land als Zwischenstation. In vielen exklusiveren GeschĂ€ften werden offen Elfenbeinprodukte angeboten. Doch der Ursprung ist oft unklar. Um diesen Sumpf trockenzulegen, hilft nur ein nationales Handelsverbot“, sagt Volker Homes.

Der Report zeigt aber auch positive Beispiele. So engagieren sich Indien und Nepal stark im Kampf gegen die Wilderei. In Nepal wurde 2011 kein einziges Nashorn gewildert. Und in Gabun verbrannte der PrÀsident vergangenen Monat das gesamte beschlagnahmte Elfenbein des Landes, um es dauerhaft dem Markt zu entziehen und so entschieden der Wilderei entgegenzutreten.

In Deutschland sind auf Initiative des WWF seit einigen Jahren Artenschutz-SpĂŒrhunde im Einsatz. Sie kontrollieren an den FlughĂ€fen das GepĂ€ck der Urlauber. Auch in anderen TransitlĂ€ndern, wie beispielsweise Italien, Tschechien, UK und Russland arbeiten Zollbeamte erfolgreich mit den Vierbeinern zusammen. Welche Produkte Reisende unbesorgt mit nach Hause nehmen dĂŒrfen, steht im WWF-Souvenir-Ratgeber.
 
 

Zoo Leipzig: Schneeleoparden entwickeln sich gut
Drei Schneeleoparden im Zoo Leipzig © Zoo Leipzig
 
Zoo Leipzig: Schneeleoparden entwickeln sich gut
NamensvorschlÀge können eingereicht werden

Termin beim Tierarzt absolviert: Die drei im Zoo Leipzig geborenen Schneeleoparden entwickeln sich gut. Schneeleopardin Laura hatte am 29. Juni Nachwuchs zur Welt gebracht und kĂŒmmert sich vorbildlich um das mĂ€nnliche und die beiden weiblichen Jungtiere. Die Tiere haben in den ersten drei Wochen ihr Gewicht etwa verdoppelt und wiegen nun jeweils rund 1,1 kg. „Die Tiere machen einen gesunden Eindruck und die Gewichtszunahme spricht fĂŒr eine gute Entwicklung. Dennoch sind die Jungtiere mit drei Wochen noch nicht aus der kritischen Phase heraus“, schĂ€tzt Zootierarzt Dr. Andreas Bernhard.

Zoodirektor Dr. Jörg Junhold sieht die Entwicklung bezĂŒglich einer stabilen ZooPopulation der Schneeleoparden in Europa positiv: „Mit dem neuerlichen Wurf und der bislang guten Aufzucht der drei Jungtiere leisten wir als Zoo Leipzig einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Schneeleoparden. Auch national und international lĂ€uft die Zucht wieder besser als noch vor einigen Jahren.“ Laut des Zoo-Informationssystems ZIMS kamen in den vergangenen zwölf Monaten europaweit elf Schneeleoparden zur Welt. Im zentralasiatischen Hoch- und Bergland, wo Schneeleoparden ursprĂŒnglich beheimatet sind, leben jedoch nur noch schĂ€tzungsweise 4.000 bis 6.000 Exemplare – mit abnehmender Tendenz.

Bis sich die Jungtiere im Gehege zeigen, wird noch etwas dauern. Allerdings können Besucher und Zoofreunde die verbleibende Zeit mit der Namenssuche fĂŒllen. Die kleinen Schneeleoparden sollen im August getauft werden. Bis zum 03. August können VorschlĂ€ge per E-Mail an taufe@zoo-leipzig.de oder per Postkarte an Zoo Leipzig, Pfaffendorfer Str. 29, 04105 Leipzig gesendet werden. Im Anschluss wird in einer Online-Abstimmung ĂŒber die Siegernamen entschieden.
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Deutsche StÀdte werden vegetarisch ...
 
Deutsche StÀdte werden vegetarisch ...
... ĂŒber 20 haben jetzt den „Veggietag“ eingefĂŒhrt

Die Kampagne „Donnerstag ist Veggietag“ ruft erfolgreich zu einem fleisch- und fischfreien Wochentag in Deutschland auf. Jetzt ist die zwanziger Marke geknackt: Mit Leer ist die 21. Stadt dazu gekommen. Iserlohn und Bamberg folgen als nĂ€chstes.

Berlin.19.07.2012. Vegetarisch kommt an und ganze StĂ€dte ziehen mit. Die belgische Stadt Gent hat es 2009 vorgemacht, WeltstĂ€dte wie SĂŁo Paulo, Kapstadt, Washington und San Francisco folgten und Bremen setzte in Deutschland den Startschuss. Jetzt haben 21 StĂ€dte in Deutschland den „Veggietag“ eingefĂŒhrt. Die Kampagne stĂ¶ĂŸt weltweit auf positive Resonanz und zeigt, wie man mit nur wenig Aufwand und einem einzigen fleischfreien Wochentag zum Schutz von Klima, Umwelt und Tieren beitragen kann. Vom Vegetarierbund Deutschland (VEBU) wird die Kampagne bundesweit unterstĂŒtzt.
Der Karlsruher BĂŒrgermeister Klaus Stapf begrĂŒĂŸt die Freiwilligkeit, die mit dem „Veggietag“ verbunden ist: „Die Kampagne kommt ganz ohne den erhobenen Zeigefinger aus. Sie schafft Angebote, ĂŒberlĂ€sst die Wahl aber jedem einzelnen.“ Auch Reinhard Buchhorn, OberbĂŒrgermeister von Leverkusen, sieht in der Aktion einen klaren Vorteil: „Immer mal wieder auf Fleisch zu verzichten, ist aktiver Klimaschutz.“
StĂ€dte, die den „Veggietag“ bereits umsetzen, sind Bremen, Magdeburg, Schweinfurt, Wiesbaden, Deggendorf, Landkreis Rotenburg, Klimainsel Juist, Bad Hersfeld, Freiburg, Hannover, Dinslaken, DĂŒren, Köln, MĂŒnster, Straubing, Ingolstadt, Rottal-Inn, Paderborn, Leverkusen und Leer. In diesen Tagen wird in Iserlohn (21.07.) und Bamberg (28.07.), als 23. Stadt, der „Veggietag“ eingefĂŒhrt.

Aber nicht nur StĂ€dte, auch immer mehr Unternehmen machen sich fĂŒr den fleischfreien Donnerstag stark, wie beispielsweise Puma, Siemens, die Versicherungskammer Bayern sowie eine wachsende Zahl an Schulen und UniversitĂ€ten in Köln, Hamburg, Berlin, Dresden, Leipzig, TĂŒbingen u. v. m.. „Ein Veggietag in der Woche ist fĂŒr jeden machbar, das zeigen die StĂ€dte und Unternehmen, die einen vegetarischen Wochentag erfolgreich in die Praxis umsetzen“, sagt VEBU-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Sebastian Zösch.: „Wenn alle BundesbĂŒrger nur einen einzigen fleischfreien Tag in der Woche einlegen, werden pro Jahr 140 Millionen Tiere weniger gegessen und die Treibhausgase von sechs Millionen Autos eingespart.“

Die „Donnerstag ist Veggietag“-Kamapgne ist ein Rundumprogramm. Der VEBU bietet ein Aktionsvideo, ein „Veggietag“-Kochbuch, Kochschulungen, Informationsmaterial u.v.m. Alle Infos finden Sie auf der Aktionsseite www.donnerstag-veggietag.de.

Die Kampagne wird neben dem Vegetarierbund Deutschland (VEBU) auch von der Albert Schweitzer Stiftung (ASS), Plant for the Planet, Global Marshall Plan, SIFE, Institut fĂŒr Theologische Zoologie, Vier Pfoten, sneep – Studentisches Hilfswerk fĂŒr Wirtschafts- und Unternehmensethik, Peta und Oxfam Deutschland betrieben.
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Freiburg: Mathe mit der Sonne lernen
 
Freiburg: Mathe mit der Sonne lernen
Vom 03. bis 07. September findet in der Ökostation Freiburg die Sommerschule 2012 statt. Das einwöchige Bildungsangebot des Ministeriums fĂŒr Kultus, Jugend und Sport Baden-WĂŒrttemberg will SchĂŒlerinnen und SchĂŒler nach Klasse 7 den Start ins neue Schuljahr erleichtern. Anmeldungen sind noch möglich.

SchĂŒler, die in die 8. Klasse der Haupt- oder Werkrealschule versetzt wurden und UnterstĂŒtzung in Deutsch, Mathematik oder Englisch brauchen, können ihre Defizite jetzt ausgleichen. Die Sommerschule in der Ökostation bietet dazu in den Ferien eine Erlebnis orientierte Bildungs- und Betreuungswoche an, bei der Spaß und Abenteuer nicht zu kurz kommen. Schulische Lerninhalte werden dabei fast „nebenbei“ gelernt. So lernen die SchĂŒler beispielsweise Mathematik bei Experimenten mit Solarenergie und bei Sichttiefenmessungen mit dem Tretboot am FlĂŒckiger See. Englisch wird sportlich gelernt: Auf dem Energiefahrrad muss ein CD-Player mit englischsprachigen Liedern durch Treten in Gang gesetzt werden. Deutsch lernen die Teilnehmer, indem sie Interviewfragen erarbeiten und anschließend Profi-Nachwuchsfußballern des Sportclubs Freiburg befragen.

Eine Besonderheit der Freiburger Sommerschule ist die VerknĂŒpfung von schulischem Curriculum mit den Themenbereichen „Natur, Umwelt und nachhaltige Entwicklung“. Die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler beschĂ€ftigen sich wĂ€hrend der Woche projektartig und fĂ€cherĂŒbergreifend mit Themen wie GewĂ€sserökologie, Solarenergie oder nachhaltigem Konsum. Die Themen werden dabei in den Bildungsplan Deutsch, Mathematik und Englisch integriert. DarĂŒber hinaus soll die Bildungswoche den Jugendlichen soziale, persönliche und methodische Kompetenzen vermitteln. Die Freude am gemeinsamen Lernen steht dabei im Vordergrund. Geocaching und eine Grillparty runden das Programm ab.

Die Sommerschule, die seit 2010 angeboten wird, wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt Freiburg und mit dem Projekt LEIF – Lernen erleben in Freiburg entwickelt. Weitere außerschulische Kooperationspartner sind die mobile Solarwerkstatt famos, der Verein Kaufrausch und die Expedition N der Landesstiftung Baden-WĂŒrttemberg. Interessenten aus der Region Freiburg mit abgeschlossenem 7. Schuljahr können sich in der Ökostation noch bis 15.8. anmelden.

Anmeldung:
Ökostation Freiburg, Ralf Hufnagel fĂŒr die , Tel.: 0761-892333, E-Mail: info@oekostation.de

Zwei Videoclips zum Sommerschule stehen hier http://www.youtube.com/user/Oekostation
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Europas brennende Probleme
WWF fĂŒhrt 80 bis 90 Prozent der BrĂ€nde auf menschliche Ursachen zurĂŒck. © WWF
 
Europas brennende Probleme
WWF: BrandbekÀmpfung ist mehr als das Löschen von Feuer

Berlin - Der SĂŒden Europas wird auch in diesem Sommer von heftigen FeuersbrĂŒnsten heimgesucht. Von Portugal bis Griechenland: ĂŒberall lodern tausende Wald- und BuschbrĂ€nde. „Das Inferno ist meist durch FahrlĂ€ssigkeit und Brandstiftung in Kombination mit lang anhaltender Trockenheit ausgelöst worden“, betont Aurel Heidelberg, Waldreferent beim WWF Deutschland. Der WWF fĂŒhrt 80 bis 90 Prozent der BrĂ€nde auf menschliche Ursachen zurĂŒck. Feuerteufel, weggeworfene Zigarettenkippen und außer Kontrolle geratene Lagerfeuer richten jedes Jahr MilliardenschĂ€den an.

Allein in den MittelmeerlĂ€ndern lodern im Schnitt jedes Jahr rund 50.000 Feuer, denen Jahr fĂŒr Jahr etwa 800.000 Hektar Wald- und Buschland zum Opfer fallen. Das entspricht etwa der FlĂ€che Korsikas. Statistiken belegen, dass die IntensitĂ€t der WaldbrĂ€nde in den vergangenen hundert Jahren deutlich gestiegen ist. „Die WĂ€lder in SĂŒdeuropa brennen wie Zunder“, erlĂ€utert Aurel Heidelberg und fĂŒhrt dies auf die zusĂ€tzlichen Stressfaktoren zurĂŒck, denen die WĂ€lder ausgesetzt sind. Dazu zĂ€hlen im Mittelmeerraum vor allem Wetterextreme, wie lang anhaltende Trockenperioden mit hohen Temperaturen und starken Winden, die in Folge des Klimawandels vermehrt auftreten.

Als Nebeneffekt der Finanzkrise klagen griechische Feuerwehren ĂŒber mangelhafte AusrĂŒstung. FĂŒr den WWF ist das aber nur ein Nebeneffekt. „NatĂŒrlich kann man die BrandbekĂ€mpfung verbessern, indem man die Feuerwehren besser ausrĂŒstet. Dabei darf es aber nicht bleiben, sonst werden die Menschen nur in einer trĂŒgerischen Sicherheit gewiegt“, mahnt WWF-Waldexperte Aurel Heidelberg. „Wer die BrĂ€nde bekĂ€mpfen will, muss gegen kriminelle Energien und fahrlĂ€ssige Arroganz vorgehen. BrandbekĂ€mpfung beginnt in den Köpfen.“ Angesichts der Kosten der BrandbekĂ€mpfung und der Behebung der immensen SchĂ€den solcher Feuerkatastrophen fordert der WWF, dass die zustĂ€ndigen Behörden verstĂ€rkt in umfassende AufklĂ€rungs- und PrĂ€ventionsmaßnahmen investieren.

Auch eine klare Umsetzung der bestehenden Gesetze sei dringend notwendig. In Griechenland bestehe z. B. die Pflicht zur Wiederaufforstung - allerdings nur auf dem Papier. Seit den 70er Jahren brannten fast eine Million Hektar Wald ab. Wiederaufgeforstet habe man hingegen nur einen Bruchteil dieser FlĂ€che. Entscheidend sei zudem, dass die Verursacher der BrĂ€nde zur Verantwortung gezogen werden. Insbesondere Bodenspekulanten wĂŒrden fast ĂŒberall im Mittelmeerraum viel zu selten vor Gericht gestellt.

Wichtig sei auch eine vernĂŒnftige, naturnahe Waldbewirtschaftung. Heimische Baumarten z.B. Korkeichen im Mittelmeerraum sind den klimatischen Bedingungen gut angepasst und können einem Brand viel besser widerstehen als z.B. eingefĂŒhrte Eukalyptusarten. Aus ökologischer Sicht ist außerdem zu beklagen, dass derzeit zum Beispiel auf Madeira selten gewordene LorbeerwĂ€lder in Flammen stehen.
 
 

NABU: Auenzerstörung gefÀhrdet Natur und Gesundheit
Bachlauf in Hinterzarten im Hochschwarzwald / Foto: Daniel JĂ€ger
 
NABU: Auenzerstörung gefÀhrdet Natur und Gesundheit
Gute WasserqualitĂ€t nur mit naturnahen FlĂŒssen

Berlin – Mit Blick auf aktuelle Verunreinigungen von Trinkwasser und FließgewĂ€ssern infolge von Starkregen fordert der NABU mehr Einsatz fĂŒr naturnahe BĂ€che und FlĂŒsse. „Bei starkem Regen hĂ€lt unser Abwassersystem den Belastungen oft nicht Stand. Deshalb ist es umso wichtiger, naturnahe GewĂ€sser und Auen zu erhalten. Sie schĂŒtzen nicht nur vor Hochwasser, sondern filtern auch jene Schadstoffe, die fĂŒr den Menschen gefĂ€hrlich werden können“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

In vielen Gemeinden wird das Regenwasser zusammen mit Haushalts- und IndustrieabwĂ€ssern in die KlĂ€ranlagen geleitet. Bei wolkenbruchartigen NiederschlĂ€gen halten die Anlagen den einströmenden Wassermengen nicht Stand, sodass Teile des ĂŒberschĂŒssigen Wassers ungeklĂ€rt in FlĂŒsse und KanĂ€le geleitet werden mĂŒssen. Dadurch entstehende Verunreinigungen, etwa durch gesundheitsgefĂ€hrdende FĂ€kalkeime, fĂŒhren nicht nur zu einer schlechteren BadewasserqualitĂ€t in FließgewĂ€ssern, sondern auch zu einer schlechten Grundlage fĂŒr das Trinkwasser. Flussauen hingegen filtern einen Großteil dieser Stoffe, die bei Menschen zu gesundheitlichen SchĂ€den fĂŒhren können.

„Mit dieser natĂŒrlichen Reinigungsfunktion, die wie eine Niere in unserem Wassersystem wirkt, entlasten Flussauen Steuerzahler und Kommunen jĂ€hrlich um mehrere Millionen Euro. Doch statt diese wertvollen Auen zu erhalten, wird Raubbau an ihnen betrieben. FlĂŒsse werden begradigt und begrenzt und die Auen weichen Industriegebieten, der Landwirtschaft oder Wohnungen“, so Miller.

In Deutschland dient derzeit nur noch rund jede dritte der ursprĂŒnglichen AuenflĂ€chen als ÜberflutungsflĂ€che, nur jede zehnte ist ĂŒberhaupt noch als naturnah einzustufen. „Unsere FlĂŒsse und BĂ€che sind in einem alarmierenden Zustand. Projekte zur Renaturierung, wie sie der NABU an Rhein, Elbe und Havel durchfĂŒhrt, zeigen jedoch, dass sich die GewĂ€sser und Auen erholen können und ihre wichtigen Schutzfunktionen zurĂŒckgewinnen“, so Till Hopf, NABU-Experte fĂŒr Naturschutz.

Insbesondere in StĂ€dten und hochversiegelten Regionen, in denen kaum Niederschlag in den Boden eindringen kann, fĂŒhrt der Starkregen hĂ€ufig zu Problemen. Wirksame Gegenmittel, so Hopf, können begrĂŒnte DĂ€cher und FlĂ€chen sein oder ParkplĂ€tze, die statt auf Asphalt auf natĂŒrlichem Untergrund angelegt sind. NiederschlĂ€ge können so in den Erdschichten eindringen und entlasten die Abwassersysteme.

Auf www.stadtklimawandel.de bietet der NABU hilfreiche und kostengĂŒnstige Tipps zur Entlastung der Abwassersysteme in StĂ€dten, etwa durch das BegrĂŒnen von DĂ€chern oder die Umgestaltung von ParkplĂ€tzen. Die BroschĂŒre „Praxis an FlĂŒssen und Seen“ zeigt zudem AnsĂ€tze, um BĂ€che und FlĂŒsse naturnah zu gestalten und so zum Schutz vor Verunreinigung und Hochwasser beizutragen. Die BroschĂŒre gibt es ab dem 23. Juli zum Download unter http://www.nabu.de/themen/biologischevielfalt/vielfaltvorort/.
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Insekt des Jahres: der HirschkÀfer
HirschkÀfer: Zwei kÀmpfende MÀnnchen / Bild: H. Rothacher, Wikipedia
 
Insekt des Jahres: der HirschkÀfer
Begegnungen vor allem an warmen Sommerabenden
im Freiburger Mooswald in alten EichenwÀldern möglich

Jeder kennt (und bewundert) ihn, doch nur wenigen ist sein recht
exklusives Fress- und Paarungsverhalten bekannt: Der HirschkÀfer
ist Insekt des Jahres 2012. Damit wurde eine Art gewÀhlt, die in
Deutschland sehr selten geworden ist. Sie wird bis zu neun
Zentimeter groß und stellt damit die grĂ¶ĂŸten KĂ€fer in Mitteleuropa.
Nur die MĂ€nnchen haben die gewaltigen „Geweihe“, die etwas
kleineren Weibchen sind aufgrund ihrer GrĂ¶ĂŸe (sechs Zentimeter)
aber trotzdem sofort als HirschkÀfer (Lucanus cervus) erkennen.

Mit den „Geweihen“, den rund drei Zentimetern langen Oberkiefern,
nehmen die MÀnnchen keine Nahrung auf. Nur bei RivalenkÀmpfen
und zum Festhalten der Weibchen wÀhrend der Paarung werden sie
gebraucht. Die HirschkÀfer schwÀrmen von Mitte Juni bis Ende Juli
an lauen Abenden mit lautem Brummen in LaubwÀldern herum. Im
Freiburger Mooswald sind sie dank der alten EichenbestÀnde noch
gut verbreitet. Die naturnahe Waldbewirtschaftung des Stadtwaldes
nach FSC-Standard erhÀlt diesen wichtigen Lebensraum nachhaltig.

Die beeindruckenden KĂ€fer lieben besonders alte Eichen. MĂ€nnchen
und Weibchen brauchen fĂŒr die Reifung ihrer Keimzellen Baumsaft,
der bestimmte Pilze enthÀlt. Den finden sie an Wundstellen eines
Baumes, der durch Frostrisse, Windbruch oder Blitzschlag verletzt
worden ist. Der Saft aus solchen Baumwunden fließt hĂ€ufig mehrere
Jahre. Das Weibchen ist auch in der Lage, Wunden mit ihren kleinen,
aber krĂ€ftigen Oberkiefern aufzubeißen. FĂŒr die Aufnahme von
SÀften sind Unterkiefer und Unterlippe des HirschkÀfers besonders
ausgebildet: Sie sehen aus wie ein gefiedertes und gegabeltes
Pinselchen, das gelb ist.

Zur Paarungszeit kommt es hÀufig zu KÀmpfen zwischen zwei
MĂ€nnchen, die sehr imposant sind. Einer der KĂ€fer wird vom Ast
gestoßen. Der Sieger sucht danach das Weibchen an der Leckstelle
auf. Er stellt sich ĂŒber das Weibchen, wobei die Köpfe in die gleiche
Richtung zeigen, und verhindert mit seinem Oberkiefer, dass das
Weibchen weglÀuft. MÀnnchen und Weibchen bleiben in dieser
Stellung unter UmstĂ€nden mehrere Tage ĂŒber der Leckstelle stehen
und nehmen immer wieder Nahrung auf, bis es zur Paarung kommt.

Das Weibchen grÀbt sich nach der Begattung 30 bis 50 Zentimeter
tief in die Erde ein, um binnen zwei Wochen 50 bis 100 weißlich
gelbe Eier außen an morsche Wurzelstöcke, vor allem von Eichen,
zu legen. Nach etwa 14 Tagen schlĂŒpfen die Larven. Sie hĂ€uten sich
zweimal und werden schließlich zehn bis zwölf Zentimeter lang, sie
sind also grĂ¶ĂŸer als die fertigen KĂ€fer. Indem sie die Mittel- und
Hinterbeine aneinander reiben, erzeugen die Larven knarrende
GerĂ€usche – zu welchem Zweck, ist noch nicht geklĂ€rt.

Die Larven ernÀhren sich von morschem, feuchtem und verpilztem
Holz, das sie mit der Zeit zu Mulm abbauen. Deshalb ist es so
wichtig, dass das Forstamt darauf achtet, dass immer genĂŒgend
Totholz im Wald verbleibt: Nur so können sich die Larven entwickeln.
Daher hat das Freiburger Forstamt bereits 1996 ein Konzept
entwickelt, dass immer ausreichend Totholz garantiert.

Nach fĂŒnf, manchmal auch erst nach sechs oder acht Jahren bauen
sich die Larven in 15 bis 20 Zentimeter Tiefe eine Puppenwiege aus
Erde und Mulm. Dieser Kokon ist oval und etwa faustgroß. Seine
zwei Zentimeter dicken WĂ€nde sind innen mit Nahrungsbrei und
Sekreten geglÀttet, die Pilze und Bakterien abtöten können. Der
Kokon der mĂ€nnlichen Larven ist wesentlich grĂ¶ĂŸer als der des
Weibchens; fĂŒr Oberkiefer und Geweih braucht das MĂ€nnchen Platz.
Bei den Puppen sind die Oberkiefer noch an den Bauch angelegt.
Sechs Wochen nach der Verpuppung schlĂŒpfen die KĂ€fer, bleiben
aber den Winter ĂŒber im Boden. Erst im FrĂŒhjahr graben sie sich
nach oben durch und leben dort nur wenige Wochen. Die meiste Zeit
seines Lebens verbringt der HirschkÀfer also unter der Erde.

Wer den Freiburger Mooswald besucht, kann den KĂ€fern an warmen
Sommerabenden in alten EichenbestÀnden begegnen. Oft liegen am
Fuß der EichenstĂ€mme auf dem Waldboden auch noch die Geweihe
der KĂ€fer, die FledermĂ€use und Vögel ĂŒbriggelassen haben.

Das „Insekt des Jahres“ wird von einem Kuratorium fĂŒr Deutschland,
Österreich und die Schweiz gewĂ€hlt. Der NABU ist im Kuratorium
durch seinen Bundesfachausschuss Entomologie vertreten.
 
 

 
Grundschleppnetze bald verboten?
WWF begrĂŒĂŸt neuen Vorschlag der EU-Kommission zur Regelung der Tiefseefischerei

Hamburg - Jahrhundertealte Korallenriffe werden in wenigen Minuten zerschlagen und abrasiert, wenn auf der Jagd nach Rot- und Granatbarsch riesige Grundschleppnetze ĂŒber einen Seeberg der Tiefsee gezogen wird. Damit wird auch der Lebensraum fĂŒr bedrohte Tiefseehaie und hunderte wirbelloser Tierarten regelrecht planiert. Die Zerstörung der Meeresumwelt durch umweltschĂ€dliche Fischereimethoden wie Grundschleppnetze und Stellnetze könnte im Nordostatlantik bald per Gesetz beendet werden. Die EU Kommission hat gestern einen Vorschlag zur Neuregelung der Tiefseefischerei vorgelegt. Danach soll der Einsatz von Grundschleppnetzen und Stellnetzen ab 1000 Meter Wassertiefe in sĂ€mtlichen EU-GewĂ€ssern und der Hohen See des Nordost-Atlantik untersagt werden. FĂŒr bestimmte Fischereien soll das Verbot bereits ab 500 Meter Tiefe gelten. Der Kommissionsvorschlag bezieht sich auf 50 kommerziell genutzte Fischarten und sieht eine Übergangsfrist von zwei Jahren vor.

„Der Kommissionsvorschlag kann die Fischerei revolutionieren, indem er die destruktivste aller Fischereimethoden in der sensiblen Tiefsee abschafft. Das wĂ€re ein echter Durchbruch fĂŒr den Schutz der Meeresumwelt und ein Vorbild fĂŒr die weltweite Fischerei“, freut sich Stephan Lutter Meeresschutzexperte des WWF. Die UmweltschĂŒtzer fordern von EU Parlament und Ministerrat den mutigen Vorstoß voll zu unterstĂŒtzen und damit endlich entsprechende Resolutionen der Vollversammlung der Vereinten Nationen umzusetzen.

Viele Tiefseefische sind besonders anfĂ€llig fĂŒr Überfischung, da sie langsam wachsen und sich erst im hohen Alter fortpflanzen. Unter den bisherigen EU- Regeln fĂŒr Tiefseefischerei konnten sich die BestĂ€nde nicht vom stetigen Fischereidruck erholen. Nur in mĂŒhsamer Kleinarbeit wurden bestimmte FlĂ€chen per Verordnung fĂŒr die Flotten der großen Bodentrawler gesperrt. Ein Großteil der umweltschĂ€digenden Fischereien wird auf den Kontinentalsockeln der EU-MitgliedslĂ€nder in Tiefen zwischen 200 und 1000 Metern betrieben. Gerade hier finden sich ökologisch wertvolle Kaltwasserkorallenriffe und -gĂ€rten und andere empfindliche LebensrĂ€ume wie Formationen von TiefseeschwĂ€mmen. „Diese Zone muss ebenfalls vor Grundschleppnetzen geschĂŒtzt und der Entwurf entsprechend nachgebessert werden“, fordert Meeresschutzexperte Lutter.
 
 



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