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ÖKO-TEST-Magazin MĂ€rz 2018
 
ÖKO-TEST-Magazin MĂ€rz 2018
Die MĂ€rz-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins gibt es seit dem 22. Februar 2018 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 4,50 Euro.

Aus dem Inhalt

Test: Nuss-Nougat-Cremes
Viel zu viel Zucker, außerdem Mineralöl und Fettschadstoffe – insgesamt fallen 14 Aufstriche mit einem „mangelhaft“ oder „ungenĂŒgend“ durch.

Test: Ei-Ersatzpulver
Ein Problem sind Mineralöl und Chlorat. Vier Produkte schneiden aber ziemlich gut ab.

Test: Lippenstifte
Erdöl auf den Lippen: Konventionelle Produkte setzen auf Paraffine – und mit ihnen die Schadstoffe MOSH/POSH. Dazu kommen noch krebserregende MOA und bedenkliche Farbstoffe.

Test: Welpenfutter
Vier Produkte sind empfehlenswert. ÖKO-TEST kritisiert bei einigen ein Zuviel an NĂ€hrstoffen, weil das der Gesundheit des Welpen auf Dauer schaden kann. Aber auch Glyphosat und Gentechnik sind ein Thema.

Test: Anti-Schimmelfarben
Fast alle enthalten schĂ€dliche Biozide. Dazu kommen teilweise auch noch bedenkliche Konservierungsmittel. Nur eine Farbe kann ÖKO-TEST empfehlen.

Test: Robo-Advisor
Die digitalen Vermögensverwalter machen ihre Arbeit nicht mal so schlecht. Doch sie sind teurer als vermutet. Große SchwĂ€chen zeigen einige Robo-Advisor bei Erstellung der Anliegerprofile, wichtige Daten werden oft gar nicht abgefragt.

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Dieses Mal im Heft: Extra Allergien

Allergien vorbeugen
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein heute geborenes Kind ohne Allergien durchs Leben kommt, ist deutlich geringer als frĂŒher. Doch man kann vorbeugen: Das Anti-Allergie-Programm geht schon im Mutterleib los.

Ambrosia
Der BlĂŒtenstaub der Beifuß-Ambrosie ist eines der potentesten Allergene weltweit. Obwohl Wissenschaftler seit Jahren vor der Ausbreitung des Ackerunkrauts warnen, fehlt es noch immer an einheitlichen Regelungen zur effektiven BekĂ€mpfung.

Hilfsmittel fĂŒr Allergiker
Mit Encasings, Pollenschutzgittern etc. lassen sich Allergene in der Wohnung reduzieren. Kosmetika und Waschmittel ohne reizende Duft- und Konservierungsstoffe sind ebenfalls Mittel der Wahl. Doch nicht alles, was die Industrie als hilfreich anpreist, ist empfehlenswert.

Allergiker-Rezepte
Im Internet gibt es etliche Blogs fĂŒr Nahrungsmittelallergiker. Und auch der BĂŒchermarkt gibt einiges her.

Reisen fĂŒr Allergiker
Allergiker wollen sich im Urlaub nicht nur vom Alltag erholen, sondern auch von der Atemnot, dem lÀstigen Niesen und Jucken. Möglich wird das mit der Wahl des richtigen Reiseziels.

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Und außerdem:

Saatgut
Von einem frei verfĂŒgbaren Allgemeingut ist Saatgut zu einer privatisierten, hochprofitablen Handelsware geworden. Globale Konzerne bauen ihren Zugriff darauf immer weiter aus – ĂŒber Patente, Fusionen und politischen Einfluss. Saatgut- und Menschenrechts-Initiativen leisten hartnĂ€ckig Widerstand.
 
 

 
Die Brutzeit beginnt
Schon im MĂ€rz beginnt die Brutzeit vieler heimischer Vogelarten. Vom 1. MĂ€rz bis 30. September ist es dann verboten Hecken und GebĂŒsche zu schneiden, zum Schutz der Tierarten, die darin geeignete BrutplĂ€tze finden. Kleinere Formschnitte bleiben zwar erlaubt, wer aber fĂŒr seinen Garten grĂ¶ĂŸere VerĂ€nderungen plant, sollte sich beeilen. Bevor Sie die Schere ansetzen gilt jedoch: immer prĂŒfen, ob sich nicht doch schon ein Tier eingenistet hat oder gerade Schutz vor der KĂ€lte sucht!
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Wir brauchen Konsumenten, die Verantwortung ĂŒbernehmen
AnlĂ€sslich des Weltverbrauchertags am 15. MĂ€rz appelliert Slow Food Deutschland an die Verbraucher, ihren Lebensmittelkonsum stĂ€rker nach ethischen und ökologischen Standards auszurichten. "Wie können wir fĂŒr Milch weniger als fĂŒr Mineralwasser, fĂŒr Leberwurst weniger als Hundefutter bezahlen? Nicht nur unser Lebensmittelsystem, sondern auch unser Konsumverhalten ist weiterhin völlig aus dem Gleichgewicht," so Ursula Hudson, die Vorsitzende von Slow Food Deutschland.

Der Weltverbrauchertag ist ein internationaler Aktionstag, der auf die Rechte der Verbraucher aufmerksam macht: Sie sollen vor irrefĂŒhrender Warenkennzeichnung sowie vor gefĂ€hrlichen Medikamenten geschĂŒtzt werden und aus einer Vielfalt von Produkten mit marktgerechten Preisen auswĂ€hlen können. "Es ist doch erstaunlich, dass wir alleine fĂŒr den Lebensmittelsektor seit Initiierung des Jahrestages in den 60er Jahren noch immer dieselben Ziele verteidigen mĂŒssen. Wir möchten heute nicht nur die politischen EntscheidungstrĂ€ger an ihre Pflicht erinnern, Transparenz und eine klare Kennzeichnungspflicht fĂŒr Lebensmittel gesetzlich zu verankern. Vielmehr noch rufen wir die Verbraucher auf, Bereitschaft zu zeigen, fĂŒr ihr tĂ€gliches ,Brot' nahr- und schmackhafte Produkte auszuwĂ€hlen und bereit zu sein, einen angemessenen Preis fĂŒr sie zu zahlen. Sie ĂŒbernehmen damit Verantwortung sich selbst sowie den endlichen Ressourcen unseres Planeten gegenĂŒber und erhalten ein Mehr an Genuss," erklĂ€rt Hudson.

In Deutschland ist die Nachfrage nach preisgĂŒnstigen Lebensmitteln weiterhin hoch und die Annahme, dass eine Lebensmittelversorgung fernab der großen SupermĂ€rkte und Discounter per se viel teurer sei, hĂ€lt sich hartnĂ€ckig. Deswegen versucht Slow Food die Verbraucher davon zu ĂŒberzeugen, einen differenzierteren Blick auf Einkauf, Zubereitungsweisen, QualitĂ€t und Genuss von Lebensmitteln zu entwickeln und ihr Konsumverhalten auf kluge und verantwortungsvolle Weise umzustellen. "Trotz des vorhandenen Problembewusstseins werden unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig niedrige Preise sowie vermeintlich gesundes Convenience Food weiterhin von zu wenigen kritisch hinterfragt. Dabei kann das, was so billig verkauft wird, nirgends so gĂŒnstig hergestellt werden. Die Preise sind schlichtweg externalisiert. SchĂ€den, die industrielle Produktionsprozesse beispielsweise an Mensch, Tier und Umwelt anrichten, finden sich auf unserem Kassenbon nicht wieder. Daher sind etwa tierische Produkte aus artgerechter Tierhaltung und Bioprodukte natĂŒrlich kostspieliger, aber eben auch wertvoller", erklĂ€rt Hudson. Verbraucher, die sich bewusst fĂŒr saisonale Produkte aus der Region und einen geminderten Fleischkonsum entscheiden und ihr Essen selber zubereiten, denen schmeckt es nicht nur besser, sondern sie können am Ende des Tages auch mit ihren Ausgaben gut haushalten - von ihrem Zugewinn an SouverĂ€nitĂ€t, ĂŒber das, was sie nĂ€hrt ganz zu schweigen.

Aktuelle Termine fĂŒr Geschmackserlebnisse, Besuche bei Landwirten und Lebensmittelhandwerkern bundesweit finden Sie online ...
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NABU: EU-Parlament will höheres Budget fĂŒr den Naturschutz
Tschimpke: Insekten- und Vogelsterben aufhalten - EU-Naturschutzfonds zĂŒgig einrichten

BrĂŒssel/Berlin – Das EU-Parlament fordert mehr Geld fĂŒr den EU-Naturschutz. In einem heute in BrĂŒssel beschlossenen Bericht zu den laufenden Finanz-Verhandlungen fordern die Parlamentier eine klare Ausrichtung des nĂ€chsten EU-Haushalts an den UN-Nachhaltigkeitszielen und zweckgebundene Mittel zur Finanzierung des Natura 2000-Netzwerkes. Auch setzten sich die EU-Abgeordneten fĂŒr eine Verdoppelung der Gelder innerhalb des höchst erfolgreichen LIFE-Programms ein, das innovative Natur- und Klimaschutzprojekte fördert.

„Damit bekrĂ€ftigt das EU-Parlament fraktionsĂŒbergreifend de facto was im neuen Koalitionsvertrag der Bundesregierung steht und was der NABU seit Jahren fordert: einen EU-Naturschutzfonds. Damit könnte das Insekten- und Vogelsterben entscheidend aufgehalten werden. Gleichzeitig erhalten Landwirte zusĂ€tzliches Einkommen fĂŒr Naturschutzleistungen, wie zum Beispiel fĂŒr den Erhalt von Feldgehölzen und BlĂŒhflĂ€chen oder die Pflege von Trockenrasen oder artenreichen Wiesen. Jetzt liegt der Ball bei der Bundesregierung und insbesondere bei der Bundesagrarministerin Julia Klöckner“, sagt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Der NABU fordert einen jĂ€hrlich mindestens 15 Milliarden Euro umfassenden EU-Naturschutzfonds, um die Umsetzung der EU-Naturschutzrichtlinien zu gewĂ€hrleisten. Bei der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sprachen sich die Abgeordneten fĂŒr einen stĂ€rkeren Fokus der Förderung auf die Erbringung öffentlicher Leistung sowie einen Wandel der europĂ€ischen Landwirtschaftspolitik hin zu mehr Natur- und Klimaschutz aus. Der NABU sieht sich in seiner Forderung nach einer umfassenden Wende der Agrarpolitik bestĂ€tigt. Aus NABU-Sicht mĂŒssen zunĂ€chst die Direktzahlungen fĂŒr Landwirte auf den PrĂŒfstand gestellt werden, um echte Fortschritte bei Naturschutzmaßnahmen auf AgrarflĂ€chen zu erzielen.

Schon am 19.3. wird der Agrarministerrat wichtige Richtungsentscheidungen fĂŒr die Verteilung der Agrarsubventionen im kĂŒnftigen EU-Haushalt treffen. Ein bekannt gewordenes vorlĂ€ufiges Dokument der geplanten Ratsschlussfolgerungen zeigt allerdings, dass die Minister bisher keinerlei Einsicht in die fatale Umweltbilanz der Agrarpolitik zeigen wollen.
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Das ENSI handelt illegal und riskiert den Super-GAU
 
Das ENSI handelt illegal und riskiert den Super-GAU
TRAS fordert Ausserbetriebnahme der Beznau-Reaktoren und abwarten des Gerichtsentscheids

Der Trinationale Atomschutzverband (TRAS) verurteilt den Wiederinbetriebnahme-Entscheid des ENSI scharf. Das ENSI wendet veraltete Sicherheitskriterien an und hÀlt sich nicht an die Bestimmungen der aktuellen Gesetzgebung. Dass das ENSI die gesetzlichen Dosisgrenzwerte um einen Faktor 100 heraufsetzen lassen will, weil beide Beznau-Reaktoren die aktuell geltenden Dosisgrenzwerte nicht einhalten, belegt die Parteilichkeit dieser Behörde. Das ENSI riskiert den Super-GAU. TRAS fordert die Ausserbetriebnahme von Beznau 1 und 2 und das Abwarten eines rechtskrÀftigen Gerichtsentscheids.

Gegen das Kernkraftwerk Beznau 1 und 2 hat TRAS (zusammen Schweizerische Energiestiftung und Greenpeace) ein Verfahren lanciert, das derzeit beim Bundesverwaltungsgericht hĂ€ngig ist. die beiden Reaktoren von Beznau ĂŒberschreiten aktenkundig den aktuellen Dosisgrenzwert bei Erdbeben um das 29- bzw. 78fache.

Das ENSI ist seit Beginn des Verfahrens bestrebt, den Dosisgrenzwert bei Erdbeben um den Faktor 100 zu erhöhen (das UVEK hat im Januar dazu die Vernehmlassung gestartet). Dies ist ein Beweis mehr fĂŒr die Parteilichkeit dieser gemĂ€ss Gesetz unabhĂ€ngigen Behörde. Das ENSI schĂŒtzt die Betreiber statt die Bevölkerung. Von Rechts wegen hĂ€tte man die Reaktoren in Beznau 2012, nach Veröffentlichung der Stresstest-Resultate, ausser Betrieb nehmen mĂŒssen. Es besteht – mit Blick auf diese Praxis – keinerlei Vertrauen in diese Behörde.

Mit dem Alterungsprozess steigen die Risiken der Kernkraftwerke. Der ReaktordruckbehÀlter von Beznau 1 weist Schwachstellen auf, die eine Schliessung lÀngst nahelegen. Art. 4 Abs. 3 KEG verpflichtet das ENSI, im Sinne der Vorsorge «alle Vorkehren zu treffen, die nach der Erfahrung und dem Stand der Technik und der Wissenschaft notwendig sind». Das ENSI weigert sich, die Sicherheit nach dem heutigen Stand der Technik zu beurteilen. Beznau 1 und Beznau 2 entsprechen nicht dem Stand der Technik, wie der Chef der deutschen Aufsichtsbehörde, Dr. Dieter Majer, im Beznau Hearing in Brugg 2014 zu Protokoll gab.

TRAS fordert den Bundesrat auf, auf die geplante Erhöhung der Dosisgrenzwerte und auf die AbschwĂ€chung der Ausserbetriebnahme-Kriterien zu verzichten. Gerichte sollen ĂŒber den Weiterbetrieb von Beznau urteilen. Bis zum Gerichtsentscheid soll das ENSI beide Reaktoren in Beznau nach dem Vorsorgeprinzip ausser Betrieb genommen werden.
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Lebensraum fĂŒr Bienen in der Freiburger Innenstadt
Der Naturschutz, das Waldhaus Freiburg und die StĂ€dtischen Museen gehen gemeinsam neue Wege – und erobern neue PlĂ€tze. Erster Schau-Platz dieser Zusammenarbeit wird dabei der Augustinerplatz sein. Mit NistkĂ€sten und PflanzkĂŒbeln gestalten geflĂŒchtete Kinder und Jugendliche nĂ€mlich in zwei Projektwochen eine bienenfreundliche Umgebung mitten in der Gerberau.

Ab Montag, 12. MĂ€rz, bereiten 27 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler aus Klassen fĂŒr geflĂŒchtete und eingewanderte Kinder der Lessing-Realschule und der Karlsschule mit Projektleiter Fynn Zimmermann vom Waldhaus die Aktion vor. Am Freitag, 23. MĂ€rz, stellen sie dann die PflanzkĂŒbel vor dem Museum Natur und Mensch auf und befĂŒllen die NistkĂ€sten. So wird sich der Platz vor dem Museum schon in einen Naturerfahrungsraum verwandeln, bevor ab dem 10. Mai die Familienausstellung „Mensch Biene!“ im Museum Natur und Mensch zum Mitmachen und Mitdenken einlĂ€dt.

Das Projekt „Naturrefugien schaffen, Vielfalt fördern“ bereichert seit Mai 2017 die Angebotspalette des Waldhauses. Es wird von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-WĂŒrttemberg gefördert und wendet sich gezielt an Kinder aus sogenannten Vorbereitungs- und VABO-Klassen (Vorbereitung Arbeit und Beruf ohne Deutschkenntnisse).

Junge Menschen, die selber als Schutzsuchende gekommen sind, erhalten hier die Möglichkeit, NaturrÀume zu gestalten und zu pflegen. Damit tragen sie zum Schutz von Tieren und Pflanzen bei, erweitern bei der gemeinsamen Arbeit ihre Sprachkenntnisse und erfahren ihre eigene GestaltungsfÀhigkeit.
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Streuobstvermarkter kritisieren falsche Angaben der LĂ€nder zum Obstbau
Bio-Streuobstbau ist Zukunft und Chance / Lingener ErklÀrung der Streuobst-Vermarkter

Lingen/Ems – In einer Resolution „Lingener ErklĂ€rung zum Streuobstbau" fordern die deutschen Streuobst-Aufpreisvermarkter, die sich vom 2. bis 4. MĂ€rz zum fĂŒnften Mal bundesweit zu einer Fachtagung trafen, in Statistiken und öffentlichen Darstellungen des Bundes und der LĂ€nder korrekte Angaben zum Obstbau. Bislang existieren nur unvollstĂ€ndige Angaben, die den Plantagenobstbau betreffen.

In Deutschland gibt es bei Äpfeln, Birnen, Kirschen und Pflaumen 29.750 Euro Hektar zertifizierten Bio-Obstbau, aufgeteilt in 22.000 Hektar hochstĂ€mmigen Bio-Streuobstbau und in 7.750 Hektar Bio-Plantagenobstbau. Diese Angaben der Agrarmarkt -Informationsgesellschaft AMI wurden erstmals bei der NABU-Fachtagung „Mehr Genuss als Verdruss – Zur Zukunft des Streuobstbaus“ im niedersĂ€chsischen Lingen vorgestellt.

„74 Prozent der 29.750 Hektar Bio-ObstbauflĂ€chen Deutschlands sind Streuobstwiesen. Nur ein gutes Viertel sind die in den amtlichen Statistiken benannten FlĂ€chen des so genannten ‚Marktobstbaus‘ in den Plantagen. In den Statistiken der LĂ€nder und der statistischen LandesĂ€mter wie auch auf Bundesebene werden leider regelmĂ€ĂŸig irrefĂŒhrende oder falsche Angaben gemacht,“ kritisiert Markus Rösler, Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst, der die bundesweiten Tagungen der Streuobst-Aufpreisvermarkter seit 1996 zum fĂŒnften Mal ausgerichtet hat. Dasselbe gelte fĂŒr den Obstbau generell: Die ObstanbauflĂ€che fĂŒr Baumobst in Deutschland liegt bei ca. 350.000 Hektar. Davon sind nach NABU-SchĂ€tzungen ca. 300.000 Hektar StreuobstbestĂ€nde und ca. 50.000 Hektar ­– und damit nur rund 14 Prozent – Plantagenobstbau. „Nur diese relativ kleine FlĂ€che wird aber in den Angaben der LĂ€nder und Statistischen LandesĂ€mter als Obstanbau dargestellt. Das geht sowohl fĂŒr den Obstanbau insgesamt als auch fĂŒr den Teilbereich des Erwerbsobstbau weit an der RealitĂ€t vorbei“, so Rösler.

Bundesweite Vorreiter sind Baden-WĂŒrttemberg mit 9.093 Hektar Bio-Streuobstbau und damit 41 Prozent sowie Bayern mit 8.460 Hektar Bio-Streuobstbau und damit 38 Prozent des bundesweiten Bio-Streuobstbaus. Dort wird die Erwerbsfunktion des Streuobstbaus besonders deutlich, denn die Umstellung auf zertifizierten Bio-Anbau mit höheren Kontrollkosten und höherem Verwaltungsaufwand erfolgt im Regelfall nur bei gewerblichem Interesse. Dabei geht es laut Rösler hauptsĂ€chlich um die Produktion von Streuobst-GetrĂ€nken, die hochpreisig sowohl regional, aber auch international Richtung Benelux sowie den Britischen Inseln vermarktet werden.

Insgesamt 19 Forderungen, insbesondere an Bund und LĂ€nder formulieren die Streuobst-Aufpreisvermarkter in der „Lingener ErklĂ€rung zum Streuobstbau“.
Neben genauen Angaben zu Obstbau-FlÀchen fordern sie eine alle zehn Jahre zu wiederholende bundesweit einheitliche Erhebung des Streuobstbaus, ein internationales Streuobst-Kompetenz-Zentrum des Bundes, die Umsetzung der nationalen BiodiversitÀtsstrategie mit dem Ziel, die StreuobstbestÀnde um zehn Prozent auszuweiten, die bundesweite Unterschutzstellung der StreuobstbestÀnde und formulieren umfassende VorschlÀge im Bereich der Förderprogramme von Bund und LÀndern.

FĂŒr die AnbauflĂ€che der Bio-StreuobstbestĂ€nde in Deutschland gibt es laut Angaben der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft AMI eine stark steigende Tendenz ĂŒber die derzeit 22.000 Hektar hinaus. Diese FlĂ€chen wurden nach Angaben der Streuobst-Vermarkter meist aus gewerblichen GrĂŒnden umgestellt, sind also als FlĂ€chen des Erwerbsobstbaus anzusehen und in den Statistiken der LĂ€nder und des Bundes entsprechend zu fĂŒhren. Vergleichbares gelte fĂŒr die StreuobstbestĂ€nde, die im Rahmen der Streuobst-Aufpreisvermarktung und der Kleinbrennerei konventionell bewirtschaftet werden. Leider sind alle diese Zahlen bei den BundeslĂ€ndern derzeit weitgehend unbekannt. So entsteht aufgrund von Veröffentlichungen der Ministerien und statistischen Ämter ein auf Obst-Plantagen reduzierter und damit völlig falscher Eindruck vom Erwerbsobstbau in Deutschland.

Streuobstwiesen gehören mit ihrer Arten- und Sortenvielfalt zu den LebensrĂ€umen mit der höchsten biologischen Vielfalt in ganz Europa und in Deutschland. Nach SchĂ€tzungen des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst gibt es aktuell rund 300.000 Hektar Streuobstwiesen in Deutschland und etwa 1,5 Millionen Hektar in Europa. Zugleich sind sie mit ĂŒber 5.000 Tier- und Pflanzenarten sowie ĂŒber 3.000 Obstsorten Hotspots der Biologischen Vielfalt fĂŒr ganz Europa. In Deutschland befinden sich nach NABU-SchĂ€tzung rund 20 Prozent der europĂ€ischen StreuobstbestĂ€nde, im Vorland der SchwĂ€bischen Alb mit rund 30.000 Hektar das grĂ¶ĂŸte Obstanbaugebiet Europas.

Bundesweit gibt es rund 120 Streuobstvereine, BUND- und NABU-Gruppen, LandschaftspflegeverbĂ€nden sowie Tausende landwirtschaftlicher Bio-Betriebe, die sich in Kooperation mit Keltereien und Mostereien faire Preise fĂŒr die Bewirtschafter von StreuobstbestĂ€nden zum Ziel setzen. Sie erzeugen jĂ€hrlich 100.000 Tonnen Streuobst, was zu ca. 75 Millionen Liter GetrĂ€nken verarbeitet wird, darunter ĂŒber zehn Prozent der deutschen Apfelsaftproduktion.

Der niedersĂ€chsische Umweltminister Olaf Lies hatte in einem Grußwort die ökologische, ökonomische und kulturelle Bedeutung des Streuobstbaus betont und zugesagt, sich fĂŒr die Erhaltung und Förderung der Streuobstwiesen in Niedersachsen einzusetzen.

„Lingener ErklĂ€rung zum Streuobstbau“, Infos und Service-Leistungen zum Thema Streuobst und Obstsorten ...
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Mindestens ein Drittel der Insektenarten in Deutschland sind gefÀhrdet
80 Prozent von 33.000 in Deutschland vorkommenden Insektenarten werden erst gar nicht ĂŒber die Rote Liste erfasst

Berlin – Eine aktuelle Auswertung durch den NABU zeigt, dass 33 Prozent aller auf der bundesweiten Roten Liste aufgefĂŒhrten Insektenarten (7367 Arten sind erfasst) als gefĂ€hrdet oder ausgestorben eingeordnet sind. Schmetterlinge und Wildbienen sind davon ebenso betroffen wie Schwebfliegen, LaufkĂ€fer oder Heuschrecken.

Wie gravierend der InsektenrĂŒckgang tatsĂ€chlich ist, lĂ€sst sich dabei nur schwer einschĂ€tzen. Der Grund: Es mangelt an Daten. So wurden neun Prozent der gelisteten Arten noch gar nicht bewertet, da zu ihnen nur unzureichende Daten vorliegen. Doch viel beunruhigender ist, dass von den etwa 33.000 in Deutschland vorkommenden Insektenarten nahezu 80 Prozent ĂŒberhaupt nicht auf der Roten Liste stehen – ĂŒber einen Großteil der Insekten liegen demnach keinerlei Daten vor.

Die kĂŒnftige Bundesregierung muss das im Koalitionsvertrag aufgenommene „Aktionsprogramm Insektenschutz“ zĂŒgig mit konkreten Maßnahmen in die Tat umsetzen. Des weiteren muss ein dauerhaft und bundesweit angelegtes Monitoring-Programm ins Leben gerufen werden, damit das Wissen ĂŒber den Zustand von Insekten und die genauen Ursachen ihres RĂŒckgangs erforscht werden können.

Wer sich auf politischer Ebene fĂŒr Insekten engagieren will, kann an der öffentlichen Konsultation zur EU-BestĂ€uber-Initiative teilnehmen. Der NABU hat hierzu eine AusfĂŒllhilfe bereitgestellt ...
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