oekoplus - Freiburg
Dienstag, 5. Juli 2022
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Verschiedenes

 
Plastik und Meer – das „Pacific Garbage Screening Projekt“
Am 5. November von 17.30 – 19 Uhr prĂ€sentiert Marcella Hansch aus Aachen das von ihr ins Leben gerufene „Pacific Garbage Screening Projekt“. Mit der schwimmenden Plattform soll PlastikmĂŒll im Meer eingesammelt und direkt verarbeiten werden. Um die MeeresmĂŒllproblematik zu lösen und gesunde Ozeane zu schaffen wird auf einen ganzheitlichen Ansatz gesetzt. Damit nicht noch mehr Plastik die Meere verschmutzt soll bereits dort wo der MĂŒll zum Großteil ins Meer befördert wird also an den FlĂŒssen angesetzt werden. Die Plattform soll dort das Plastik auf seinem Weg ins offene Meer frĂŒhzeitig abfangen. Im Anschluss besteht ausgiebig Zeit fĂŒr Fragen und Diskussion.

Ganz im Sinne von Marcella Hanschs Zitat "Noch besser als unsere Entwicklung ist es, wenn der PlastikmĂŒll gar nicht erst in die FlĂŒsse und Meere gelangt" können Interessierte auch das Bildungsangebot der Ökostation "Vom BĂ€chle ins Meer" an Infotischen kennenlernen und sich darĂŒber austauschen, wie jede*r beim tĂ€glichen Konsum Plastik vermeiden kann.

Der Freiburger Daniel Bichsel, Initiator des „Dreisam Clean-up", stellt zum Abschluss sein Projekt vor und lĂ€dt alle Interessierten zur nĂ€chsten Aktion Ende November an die Dreisam ein. Das Bistro Ökostation hat geöffnet. Die Veranstaltung ist kostenlos.
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NABU: So profitieren Insekten, Vögel und Reptilien von Stromtrassen
Unselt: FlĂ€chen unter Stromleitungen intelligent fĂŒr den Naturschutz nutzen - NABU-Stiftung veröffentlicht Praxis-Leitfaden

Berlin – Der Ausbau des deutschen Stromnetzes ist in aller Munde. Über bestehende Trassen wird hingegen wenig diskutiert. Dabei prĂ€gt allein das Hoch- und Höchstspannungsnetz mit rund 62.000 Kilometern GesamtlĂ€nge einen bedeutenden Teil der Landschaft. Wie Insekten, Vögel und Reptilien vom Lebensraum unter Stromnetzen profitieren können, zeigt ein am heutigen Mittwoch in Berlin erstmals vorgestellter Praxis-Leitfaden „Ökologisches Trassenmanagement“ der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe.

Laut Gesetz mĂŒssen hochwachsende BĂ€ume, Hecken und StrĂ€ucher unter Freileitungen beseitigt werden, sobald sie die Stromversorgung gefĂ€hrden könnten. Bislang findet der Naturschutz bei dieser vorgeschriebenen Trassenfreihaltung wenig Beachtung, etwa wenn Gehölze per Kahlschlag entfernt werden und so fĂŒr viele im Wald lebende Arten plötzlich der Lebensraum fehlt. Hier bietet der Leitfaden anschauliche Beispiele, wie durch ein „Ökologisches Trassenmanagement“ dieser vorgeschriebene Freiraum naturschonender gestaltet werden kann.

„Stromtrassen werden bislang hĂ€ufig nur als technische Bauwerke begriffen. Dabei können sie im Zusammenwirken von Netzbetreibern und EigentĂŒmern zu wertvollen LebensrĂ€umen fĂŒr gefĂ€hrdete Arten und Biotope entwickelt werden,“ so Christian Unselt, NABU-VizeprĂ€sident und Vorsitzender der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe. Denn im Gegensatz zu den Leitungen selbst sind die FlĂ€chen, die von Leitungen gequert werden, in der Regel nicht Eigentum eines Netzbetreibers oder Energieversorgers.

Durch eine dauerhaft extensive Trassenfreihaltung können sich LebensrĂ€ume entwickeln, die in der intensiv genutzten Landschaft rar geworden sind – beispielsweise Zwergstrauchheiden oder stufig aufgebaute WaldrĂ€nder. In ihnen finden seltene Insektenarten wie die BlauflĂŒgelige Ödlandschrecke, Reptilien wie die Zauneidechse oder Vögel wie der NABU-„Vogel des Jahres“ 2020, die Turteltaube, oder der Neuntöter RĂŒckzugsrĂ€ume. Als EigentĂŒmerin von ĂŒber 20.000 Hektar NaturschutzflĂ€che untersucht die NABU-Stiftung seit Anfang 2017 im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsvorhabens, welchen Einfluss GrundstĂŒckeigentĂŒmerinnen und GrundstĂŒckseigentĂŒmer zugunsten einer naturschonenden Trassenfreihaltung nehmen können. Der Praxis-Leitfaden macht diese Erkenntnisse nun nutzbar.

„Wir hoffen, dass diese Beispiele andere EigentĂŒmerinnen und EigentĂŒmer sowie Netzbetreiber und Naturschutzbehörden ermutigt, mehr fĂŒr den Naturschutz zu tun. Bei WaldflĂ€chen unter Stromleitungen, die im Besitz der öffentlichen Hand sind, sollte sich ein Ökologisches Trassenmanagement als Standardbewirtschaftung etablieren“, so Unselt weiter.

Einzelne Stromnetzbetreiber haben ein Trassenmanagement, das Naturschutzbelange berĂŒcksichtigt, bereits zum festen Bestandteil ihrer Unternehmensphilosophie erklĂ€rt und setzen dieses erfolgreich in der Praxis um.

Der Fokus des jetzt veröffentlichten Leitfadens liegt auf bestehenden Freileitungen. Zahlreiche Bestandteile des Leitfadens sind aber auch fĂŒr die Umsetzung eines ökologischen Managements bei Neubauvorhaben nutzbar.

Das Vorhaben wird vom Bundesamt fĂŒr Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums fĂŒr Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.
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Baumpflege in der Oberau beginnt
Nur eine einzige Pappel muss gefÀllt werden

Oberau ab 4. November abschnittsweise voll gesperrt

Freiburg. Nachdem bei den mĂ€chtigen Pappeln in der Oberau mehrfach große Äste abgebrochen sind, die SachschĂ€den verursacht haben, hat das Garten- und Tiefbauamt (GuT) einen Gutachter mit der Zustandsermittlung und -bewertung der BĂ€ume beauftragt, um eine EinschĂ€tzung zur Verkehrssicherheit zu erhalten. Bei einem Ortstermin am 16. August dieses Jahres haben Vertreter des GuT und der Gutachter die Öffentlichkeit ĂŒber die potentielle Gefahr, die von den BĂ€umen ausgeht, und ĂŒber die geplanten gutachterlichen Untersuchungen informiert.

Die Ergebnisse des Gutachtens liegen nun vor. Die gute Nachricht ist, dass lediglich eine Pappel wegen deutlicher SchĂ€den als kritisch eingestuft. Das GuT muss, diesen Baum aus SicherheitsgrĂŒnden fĂ€llen. Die ĂŒbrigen Pappeln können aber durch RĂŒckschnittmaßnahmen in der Baumkrone erhalten werden.

Die notwendigen Arbeiten der Baumpfleger beginnen am Montag, 4. November und werden voraussichtlich eine Woche dauern. Falls es wetterbedingt zu Verzögerungen kommt, können die Arbeiten auch lĂ€nger andauern. In dieser Zeit muss die Oberau abschnittsweise vollstĂ€ndig gesperrt werden. Es ist geplant, die Arbeiten in fĂŒnf tĂ€glich wechselnden Abschnitten auszufĂŒhren. Eine entsprechende Beschilderung wird rechtzeitig aufgestellt.
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Um die Behinderungen so gering wie möglich zu halten, wird die Einbahnstraßenregelung in der Oberau fĂŒr die Zeit der Baumpflegearbeiten aufgehoben. Die Anwohnerinnen und Anwohner können sowohl von der Fabrikstraße, als auch von der MĂŒhlenstraße in die Oberau fahren. Eine Durchfahrt ist allerdings wegen der Vollsperrung im Bereich der Baumpflegearbeiten nicht möglich.

Leider sind Verkehrsbehinderungen fĂŒr die Anwohnerinnen und Anwohner nicht zu vermeiden. Das GuT bittet hierfĂŒr um VerstĂ€ndnis.
 
 

 
Rad-Vorrang-Route FR2 wÀchst nach Norden
Neuer Radweg zwischen Uniklinik und GĂŒterbahnhof fertig

LĂ€ngster Radweg-Neubau der letzten Jahre

Seit Oktober 2018 wĂŒhlen die Bagger, wurden KanĂ€le verlegt und FlĂ€chen asphaltiert: Nun ist der neue Radweg entlang der Hartmannstraße als Teil der Rad-Vorrang-Route FR 2 fertiggestellt und kann ab Dienstag, den 5. November wieder befahren werden.

Der neue Radweg hinter Uniklinik und Hauptfriedhof ist 3,5 Meter breit und ĂŒber 800 Meter lang und damit wohl der lĂ€ngste Radweg, der in den letzten Jahren in Freiburg neu gebaut wurde. Der Radweg bindet die Uniklinik nach Norden an und schließt eine weitere LĂŒcke in der Rad-Vorrang-Route FR 2 entlang der GĂŒterbahnlinie.

Im sĂŒdlichen Abschnitt zwischen ElsĂ€sser Straße bis zur Breisacher Bahn war schon vorher ein Radweg in einer Richtung vorhanden, der nun deutlich verbreitert wurde und jetzt in beiden Richtungen benutzt werden darf. Anschließend ab der Breisacher Bahn bis zur Paul-Ehrlich-Straße im GĂŒterbahnhof-Areal gab es bislang keine Radwege. Hier wurde der westliche Parkstreifen entlang der Bahnlinie in einen Radweg umgebaut, der ebenfalls in beide Richtungen benutzt werden darf.

Die vorher hier vorhandenen rund 90 ParkplĂ€tze, die grĂ¶ĂŸtenteils von Mitarbeitenden der Uniklinik benutzt wurden, entfallen. Die gesamte Maßnahme wurde mit der Uniklinik abgestimmt und von dort begrĂŒĂŸt, da durch den Radweg die Anbindung auch fĂŒr deren Mitarbeitende verbessert wird und im Uniklinik-GelĂ€nde ausreichend KFZ-ParkplĂ€tze verfĂŒgbar sind. Das bislang praktizierte Ausweichen von Mitarbeitenden auf kostenfreie ParkplĂ€tze in der Umgebung widersprach den MobilitĂ€tskonzepten von Stadt und Uniklinik. Auf der östlichen, gegenĂŒberliegenden Seite der Hartmannstraße werden die ParkplĂ€tze nun bewirtschaftet, sodass hier auch genĂŒgend ParkplĂ€tze fĂŒr Besucherinnen und Besucher des Friedhofs frei blieben.

Zu Beginn der Baumaßnahme im Oktober 2018 war zunĂ€chst ein Kanal unter der Straße neu gebaut worden, der das GĂŒterbahnhof-Areal an das Kanalnetz anschließt und im weiteren Verlauf der EntwĂ€sserung der Straße dient. Die Hartmannstraße selbst wurde anschließend komplett saniert und der Radweg angelegt.

Der Neubau des Radwegs kostet rund 400.000 Euro, die Sanierung der Straße weitere 1 Millionen Euro, insgesamt also rund 1.4 Millionen Euro. Der vorgesehene Kosten- und Zeitplan wurde eingehalten. Der Neubau des Radwegs wird als Teil der Rad-Vorrang-Route FR2 zu rund 50 Prozent vom Land Baden-WĂŒrttemberg gefördert.

SĂŒdlich der Uniklinik wurden in den letzten Jahren im Zuge des FR2-Ausbaus die vorhandenen Radwege ausgebaut, beleuchtet und mit Vorfahrt (Lehener Straße) oder kreuzungsfreien Querungen (Breisacher Straße) versehen. Der Neubau des noch fehlenden Radweg-Abschnitts zwischen Breisacher Straße und ElsĂ€sser Straße entlang der Bahnstrecke wird derzeit planerisch vorbereitet.

Nördlich anschließend an den neuen Radweg Hartmannstraße werden noch Radfahrstreifen durch das GĂŒterbahnhof-Areal und Radschutzstreifen in der Neunlindenstraße als Anschluss zur Waldkircher Straße folgen.

Die Rad-Vorrang-Route FR2 durchquert entlang der GĂŒterbahnstrecke viele Stadtteile im Freiburger Westen. Sie stellt so eine attraktive Verbindung quer durch die ganze westliche Stadt her. An der Trasse liegen auch aufkommensstarke Ziele, wie das Industriegebiet Nord, der GĂŒterbahnhof-Nord, die Messe, die Technische FakultĂ€t, die Uniklinik, das Behörden-Areal mit RegierungsprĂ€sidium, Arbeitsamt, Rathaus im StĂŒhlinger und Gewerbeschulen sowie im SĂŒden das große Gewerbegebiet Haid.

Im Endzustand bietet der FR2 eine lĂŒckenlose Verbindung quer durch Freiburg, darĂŒber hinaus in die Region von Schallstadt im SĂŒden bis Gundelfingen im Norden. Dort schließt der FR2 dann an den geplanten Radschnellweg an, der weitere Gemeinden wie Denzlingen, Emmendingen und Waldkirch mit ihren großen Pendlerpotenzialen anbindet.
 
 

 
Fuß- und Radentscheid Freiburg
Neue BĂŒrgerinitiative formiert sich

Rund 40 BĂŒrger*innen versammelten sich am vergangenen Wochenende im Haus des Engagements, um im Beisein von Vertreter*Innen des Stadtrats und der Stadtverwaltung den Grundstein fĂŒr eine neue Verkehrspolitik in Freiburg zu legen. Ihre Forderung: Klarer Vorrang fĂŒr Fuß- und Radverkehr!

Mehr LebensqualitĂ€t, mehr Klimaschutz, mehr Sicherheit und mehr Platz – so kann die Vision der Bewegung, die sich seit vergangen Juni wöchentlich in der Radstation trifft, zusammengefasst werden. Wie dies erreicht werden soll, zeigen Initiativen in mittlerweile ĂŒber 20 StĂ€dten in Deutschland. Mit Radentscheiden von Rostock bis Stuttgart konnten die Gruppierungen den Ausbau der Fahrradinfrastruktur in ihrer Kommune vorantreiben. Oftmals mit ĂŒberraschendem Erfolg.

Doch Freiburg ist anders. WĂ€hrend anderswo der Radverkehr mit einem Anteil von hĂ€ufig weit unter 10 % kaum eine Rolle spielt, gilt Freiburg schon seit den 1990er Jahren als Fahrradstadt und Musterbeispiel fĂŒr eine zukunftsweisende Verkehrspolitik. 34 Prozent der zurĂŒckgelegten Wege werden hier laut Statistik mit dem Rad zurĂŒckgelegt. Doch fĂŒr die Initiatorinnen und Initiatoren des Fuß- und Radentscheids kein Grund zum Ausruhen – im Gegenteil.

„Wir wollen, dass die Menschen in Freiburg auch zu Fuß sicher und mit Genuss unterwegs sind – ĂŒberall, und auch mit Kinderwagen oder Rollator“, fordert beispielsweise Ingrid Marienthal, vierfache Mutter und treibende Kraft der Gruppe wenn es um die Einbeziehung und Interessen des Fußverkehrs geht. Denn viel zu oft gehe in Freiburg der Ausbau des Radverkehrs auf Kosten der Gehwege, so Marienthal. Aus genau diesem Grund hat sich das Freiburger BĂŒndnis – anders als alle bisherigen Radentscheide – die Förderung nicht nur der Fahrrad-, sondern auch der FußgĂ€ngerinfrastruktur auf die Fahnen geschrieben.

Auch steigende CO2-Emissionen im Verkehrssektor verlangen einen Paradigmenwechsel. „In den letzten Jahren wurde viel in den Ausbau der Radinfrastruktur investiert“, betont Christian Jutzler, MobilitĂ€tsreferent im BĂŒro des OberbĂŒrgermeisters Martin Horn wĂ€hrend der Diskussion. „Die Verwaltung will auch weiterhin verstĂ€rkt nachhaltige MobilitĂ€t fördern und ist dabei offen fĂŒr neue Ideen“. Dennoch, so Jutzler, nehme leider auch in Freiburg der Autoverkehr weiter zu. Solange sich hieran nichts Ă€ndere – so die einhellige Meinung der Anwesenden – werden die Klimaschutzziele der Stadt nicht zu erreichen sein.

Dass auch die Sicherheit und die LebensqualitĂ€t der Menschen in Freiburg von einem höheren Anteil des Fuß- und Radverkehrs profitieren wĂŒrden, steht fĂŒr die Organisator*innen der Veranstaltung außer Frage. Weniger Verkehrstote, weniger MotorenlĂ€rm und weniger Feinstaubemissionen, stattdessen mehr Platz und Gesundheit, so das Credo.

Wie die Ziele und Forderungen des bevorstehenden BĂŒrgerbegehrens konkret lauten sollen, war Teil der interaktiven Auftaktveranstaltung und soll in den nĂ€chsten Wochen und Monaten weiter ausgearbeitet werden. Die eigentliche Kampagne und Sammlung von Unterschriften wird voraussichtlich im MĂ€rz 2020 beginnen.

FĂŒr alle, die sich an den AktivitĂ€ten des BĂŒndnisses beteiligen möchten: Das nĂ€chste Treffen findet am 12. November 2019 um 19 Uhr in der Radstation am Hauptbahnhof statt. Um Anmeldung unter info@fr-entscheid.de wird gebeten.
 
 

 
Agro-Chemie-Lobby, "Bauer Willi" und GrĂŒne Kreuze
Bundesweit aufgestellte GrĂŒne Kreuze sollen als Mahnmal auf die Folgen des neuen Agrarpakts der Bundesregierung, auf das Volksbegehren "Rettet die Bienen" und auf die allgemeine Lage der Landwirtschaft hinweisen. Ein am Kreuz angebrachter Text besagt, dass der von der Bundesregierung geplante Agrarpakt ein „kommendes Bauernsterben“ auslösen wĂŒrde. Bayer/Monsanto, Syngenta, Gen-Lobby & Co. sehen ihre Profitinteressen durch das Agrarpaket massiv gefĂ€hrdet. Sie treten aber psychologisch geschickt nicht selber auf sondern schicken gezielt "Bauer Willi, kleine Bauern & Landfrauen" vor.

Kernpunkte des von der Agrochemie-Lobby so massiv bekĂ€mpften, von der Bundesregierung geplanten Agrarpakets sind unter anderem das verspĂ€tete Aus fĂŒr das Unkrautgift Glyphosat Ende 2023, endlich ein wenig mehr Schutz fĂŒr Insekten und ein neues, freiwilliges Tierwohl-Kennzeichen. In einer Zeit globalen Artensterbens, in der in Deutschland die Masse der Insekten teilweise um ĂŒber 75% abgenommen hat, ist das geplante Agrapaketchen eine kleiner Schritt in die richtige Richtung. Die Agrochemie-Lobby will weitermachen wie bisher und versteckt sich hinter "Bauer Willi". Die bundesweite Kreuz-Aktion ist der verzweifelte Wunsch nach Beibehaltung des Status quo und das heißt Agrar-Gifte, Glyphosat, Massentierhaltung, Insektenvergiftung, Vogelsterben, CO2 Belastung, Nitrat im Grundwasser und gleichzeitig auch Bauernsterben. Es ist erschreckend, dass dieser Aspekt der perfekt organisierten PR-Kampagne in fast allen Medien keinen Niederschlag findet.

Organisiert und angestoßen wird die GrĂŒne Kreuz-Kampagne von „Bauer Willi“
Was sich gegenĂŒber den frĂŒheren Jahren geĂ€ndert hat, sind die Durchsetzungs- und Propagandastrategien der Agro-Chemie-Lobby.
Die frĂŒheren Konflikte um Agrargifte, Atomkraft, Umweltschutz und Klimaschutz wurden noch zwischen UmweltschĂŒtzerInnen und Konzernen ausgetragen und leider denkt und agiert die Umweltbewegung auch heute noch in den alten Denk- und Konfliktmustern. Heute werden die Konflikte "ausgelagert". Vorfeldorganisationen der Chemie-, Atom- und Kohlekonzerne, Stiftungen und industrienahe Einzelpersonen wie "Bauer" Willi, engagieren sich scheinbar unabhĂ€ngig fĂŒr Gift & Glyphosat.

"Der als unabhĂ€ngiger Landwirt bekannte Blogger „Bauer Willi“ ist in Wirklichkeit Teil der Agrarchemiebranche. Wilhelm Kremer-Schillings fungiert laut Firmenangaben als Vize-Vorstandschef der Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft, die auch in erheblichem Umfang mit Pestiziden und DĂŒngern handelt.
Vor seiner Zeit als Blogger war er als Projektmanager in der Chemiesparte des damaligen Schering-Konzerns zustĂ€ndig fĂŒr den vermutlich krebserregenden Unkrautvernichter Betanal, wie er der taz mitteilte. Bis zu seiner Pensionierung 2014 arbeitete er beim Zuckerhersteller Pfeifer & Langen, wo er Landwirten zu Pestiziden riet. Auf seiner Internetseite „Zur Person“ und in der Autorenbiografie seines Buches „Sauerei!“ fehlen diese Angaben."
Quelle: Die TAZ

Dieser BUND-Beitrag ist zwischenzeitlich nicht mehr "persönlich unterzeichnet", da die gut organisierten mitternÀchtlichen Anrufe bei privaten Telefonnummern von Giftgegnern zunehmen.
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NABU und LBV: Turteltaube ist der Vogel des Jahres 2020
Der gefiederte Liebesbote steht auf der globalen Roten Liste

Berlin/Hilpoltstein – Sie ist ein Symbol fĂŒr die Liebe, ihre Lebensbedingungen sind aber wenig romantisch: Die Turteltaube wurde vom NABU und seinem bayerischen Partner LBV (Landesbund fĂŒr Vogelschutz) zum „Vogel des Jahres 2020“ gewĂ€hlt. Damit wollen die VerbĂ€nde darauf aufmerksam machen, dass die Turteltaube stark gefĂ€hrdet ist. „Seit 1980 haben wir fast 90 Prozent dieser Art verloren, ganze Landstriche sind turteltaubenfrei“, so Heinz Kowalski, NABU-PrĂ€sidiumsmitglied. „Unsere kleinste Taube findet kaum noch geeignete LebensrĂ€ume. Zudem ist sie durch die legale und illegale Jagd im Mittelmeerraum bedroht.“

„FrĂŒher hat man das markante Gurren der Turteltaube an jedem Dorfrand oder Flussufer gehört“, sagt Dr. Norbert SchĂ€ffer, LBV-Vorsitzender. „WildkrĂ€utersamen an Feldwegen und FeldfrĂŒchte aus Zwischensaaten boten ausreichend Nahrung. Heute brĂŒten Turteltauben hĂ€ufig auf ehemaligen TruppenĂŒbungsplĂ€tzen oder in Weinbauregionen, wo sie noch geeignete Lebensbedingungen vorfinden.“

Die Turteltaube ist der erste vom NABU gekĂŒrte Vogel, der als global gefĂ€hrdete Art auf der weltweiten Roten Liste steht. Heute brĂŒten bei uns nur noch 12.500 bis 22.000 Paare. Die meisten der höchstens 5,9 Millionen Paare Europas leben in Spanien, Frankreich, Italien und RumĂ€nien. Turteltauben sind die einzigen Langstreckenzieher unter den Taubenarten Mitteleuropas. Sie verlassen zwischen Ende Juli und Anfang Oktober Europa, um sĂŒdlich der Sahara zu ĂŒberwintern.

Die 25 bis 28 Zentimeter großen Vögel mit ihrem farbenfrohen Gefieder ernĂ€hren sich fast ausschließlich vegan. Sie bevorzugen WildkrĂ€uter- und Baumsamen. Dem Jahresvogel schmecken Samen von Klee, Vogelwicke, Erdrauch und Leimkraut. Diese Pflanzen wollen Landwirte nicht auf ihren Feldern haben. Darum hat sich die Taube seit den 60er Jahren angepasst und ihre Nahrung umgestellt. Der Anteil von SĂ€mereien aus landwirtschaftlichen Kulturen macht nun in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebiets mehr als die HĂ€lfte der Nahrung aus statt wie frĂŒher nur 20 Prozent. Im Gegensatz zu Wildkrautsamen stehen diese aber nur fĂŒr kurze Zeit bis zur Ernte zur VerfĂŒgung und fehlen wĂ€hrend der kritischen Phase der Jungenaufzucht.

Die Intensivierung der Landwirtschaft verschlechtert die Lebensbedingungen der Turteltauben enorm – ein Schicksal, das sie mit vielen anderen Jahresvögeln teilt. Die Ausweitung von AnbauflĂ€chen geht mit einem Verlust von Brachen, AckersĂ€umen, Feldgehölzen und KleingewĂ€ssern einher. Damit verschwinden NistplĂ€tze sowie Nahrungs- und Trinkstellen. Viele Äcker werden außerdem mit Herbiziden von „Unkraut“ befreit. Doch von genau diesen AckerwildkrĂ€utern ernĂ€hrt sich die Turteltaube. Außerdem ist chemisch behandeltes Saatgut vergiftete Nahrung fĂŒr die Tauben. Der NABU kĂ€mpft seit Jahren fĂŒr eine EU-Förderung der Landwirtschaft, die Natur erhĂ€lt statt sie zu schĂ€digen.

Eine zusĂ€tzliche Bedrohung ist die Vogeljagd im Mittelmeerraum. „Wissenschaftler konnten nachweisen, dass die jĂ€hrlich mehr als 1,4 Millionen in der EU legal geschossenen Turteltauben von der Art nicht mehr verkraftet werden können. Besonders skandalös: In manchen LĂ€ndern gilt das Schießen der stark gefĂ€hrdeten Turteltauben als ,Sport‘ zum eigenen VergnĂŒgen“, so Eric Neuling, NABU-Vogelschutzexperte. Gegen Spanien und Frankreich wurden im Juli bereits Vertragsverletzungsverfahren der EuropĂ€ischen Kommission wegen des schlechten Erhaltungszustands der Art eingeleitet. Gegen vier weitere EU-LĂ€nder liegen offizielle Beschwerden vor. Dies ist notwendig, obwohl auf einem Treffen aller Mitgliedsstaaten im Mai 2018 ein Aktionsplan zum Schutz der EuropĂ€ischen Turteltaube verabschiedet wurde.

Um den gefiederten Liebesboten zu schĂŒtzen, fordert der NABU Bundesumweltministerin Svenja Schulze mit einer Petition (www.vogeldesjahres.de/petition) auf, sich neben einer verbesserten Landwirtschaftspolitik auch fĂŒr das dauerhafte Aussetzen der Abschussgenehmigungen in den EU-Mitgliedsstaaten einzusetzen.
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Das UWC-United World College sagt Neophyten an der Dreisam den Kampf an
Die stadtĂŒbergreifende Bachpatenschaft des UWC geht in ihr drittes Jahr

Auch ab diesem Herbst ist wieder eine Gruppe von SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern jede Woche fĂŒr zwei bis drei Stunden im Einsatz, um die bereits bestehenden Bachpatengruppen in ihrer Arbeit zu unterstĂŒtzen.

In der Regel sind die Bachpaten Freiburg an den GewĂ€ssern zweiter Ordnung aktiv, fĂŒr die die Stadt unterhaltspflichtig ist. FĂŒr die Dreisam, als GewĂ€sser erster Ordnung, ist weitgehend das Land zustĂ€ndig. Da das College aber in den Karthauswiesen an der Dreisam gelegen ist, fĂŒhlen sich die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler aufgefordert sich auch hier zu engagieren. Bereits im FrĂŒhjahr dieses Jahres wurde deshalb das große Wildbienenhotel repariert, das die Uni Freiburg aufgestellt hatte und aus dem mutwillig Material gerissen worden war.

Nun legt die Gruppe regelmĂ€ĂŸig Hand an das indische Springkraut, das sich zunehmend am renaturierten Abschnitt der Dreisam ausbreitet. Das Indische Springkraut zeichnet sich durch brĂŒchiges Wurzelwerk und große Blattmasse aus. Das fördert die Erosion der Ufer und fĂŒhrt bei hohen WasserstĂ€nden zu Verstopfungen von DurchlĂ€ssen.

Seit Jahren werden von den Bachpaten Freiburg, entlang ihrer adoptierten GewÀsser, eingewanderte, wuchsstarke Pflanzen ausgerissen und vom Garten- und Tiefbauamt (GuT) entsorgt. Dies soll verhindern, dass der zum Teil sehr artenreiche, einheimische Bewuchs verdrÀngt wird und dient gleichzeitig der Hochwasservorsorge, die zunehmend auch an kleineren GewÀssern an Bedeutung gewinnt.

An fast allen naturnahen BĂ€chen, die ein begleitendes GrĂŒn besitzen und in denen eine vielfĂ€ltige Tierwelt vorhanden ist, sind die Bachpaten Freiburg im Einsatz. Es sind Gruppen vom Kinder- bis zum Rentenalter, die tatkrĂ€ftig und ehrenamtlich die Stadt in deren Auftrag zur GewĂ€sserpflege und – Entwicklung unterstĂŒtzen.
 
 



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