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ÖKO-TEST-Magazin September 2012
 
ÖKO-TEST-Magazin September 2012
Die September-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins gibt es seit dem 31. August im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro. Wieder mit dabei: Das Elternmagazin Kinder Kinder mit vielen hilfreichen Tipps und Tests.

Aus dem Inhalt:

TEST: Äpfel
In der Mehrzahl der Proben fanden sich nur Spuren von Pflanzenschutzmitteln. Gespritzt wird also weiterhin, aber offenbar weniger als frĂŒher. AuffĂ€llig waren jedoch die sĂŒdamerikanischen FrĂŒchte: In einem Apfel aus Brasilien fand das Labor sechs verschiedene Pestizide, vier davon in erhöhter Menge. Zudem wird wieder einmal mit der Bezeichnung „regional“ geschummelt: Denn bei einem Produkt zieren die Verpackung zwar SchriftzĂŒge wie „Unsere Heimat“ und „beste QualitĂ€t aus Ihrer Region“, doch die Ware wird auch mehr als 200 Kilometer entfernt vom Anbauort verkauft.

TEST: Glyphosat in Getreideprodukten
RĂŒckstĂ€nde von Glyphosat, auch bekannt unter dem Namen Roundup, sind hĂ€ufiger in Getreideprodukten nachweisbar als bislang bekannt. Von 20 Proben Weizenmehl, Haferflocken und Brötchen, die im Labor untersucht wurden, waren fast drei Viertel belastet. Glyphosat ist ein Unkrautvernichtungsmittel und weltweit das meist verkaufte Pflanzengift. Lange Zeit galt es als unbedenklich, doch eine neue Studie zeigt, dass es bereits in geringen Mengen die menschliche Zellkultur schĂ€digen kann.

TEST: KinderzahnbĂŒrsten
Mehr als die HĂ€lfte taugt nicht fĂŒr KinderzĂ€hne. Sie haben etwa scharfkantige Borsten, die das Zahnfleisch verletzen können. Kindgerechte ZahnbĂŒrsten sollten zudem einen kleinen abgerundeten Kopf, mit dem auch die hinteren BackenzĂ€hne erreicht werden können, und einen etwas dickeren Griff haben, der nicht aus der Hand rutscht. Das ist nicht bei jedem getesteten Produkt der Fall. Vier Modelle enthalten polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (kurz PAK) in erhöhten oder stark erhöhten Dosen. HauptsĂ€chlich handelt es sich um die krebsverdĂ€chtige Substanz Naphthalin.

TEST: BabymenĂŒs mit Fleisch
Bei den Babybreien sind zwar Schadstoffe so gut wie kein Thema, doch es ist zu wenig Fleisch im Glas: Die Produkte enthalten gerade mal zwischen fĂŒnf und 10,5 Prozent Fleisch. Empfohlen wird von ErnĂ€hrungsexperten in der Regel ein Fleischanteil von etwa zwölf Prozent. Im Test sind zwei Breie mit Eisensalzen angereichert. Isoliertes Eisen kann jedoch das umfassende NĂ€hrstoffspektrum von Fleisch nicht ersetzen und wird zudem deutlich schlechter aufgenommen als Eisen aus Fleisch. Cadmium fand das Labor in den meisten Produkten nur in Spuren. In einem Brei steckte jedoch mehr von diesem Schwermetall, das als krebserregend gilt und in hohen Dosen zu NierenschĂ€den fĂŒhren kann.

TEST: Apothekenkosmetik
Das Image von Apothekenkosmetik ist hĂ€ufig besser als der Inhalt. Denn in einigen Produkten stecken problematische oder bedenkliche Inhaltsstoffe. Dazu zĂ€hlen polyzyklische Moschus-Verbindungen, die sich im menschlichen Fettgewebe anreichern, Formaldehyd/-abspalter sowie PEG/PEG-Derivate, die die Haut durchlĂ€ssiger fĂŒr Fremdstoffe machen. Ärgerlich sind auch dreiste Versprechungen der Kosmetikhersteller wie etwa der Claim „Nicht komedogen“, den La Roche-Posay bei dem Physiologischen Reinigungsgel angebracht hat. Doch das Produkt enthĂ€lt die komedogene Substanz Isopropyl Myristate. Komedogene Substanzen sind Stoffe, die Akne fördern können.

TEST: Rindenmulche
In vier von 17 Mulchen wurden Cadmiumgehalte, die ĂŒber dem aktuellen gesetzlichen Grenzwert liegen, gemessen. Acht weitere enthalten niedrigere Gehalte. Das Schwermetall ist nicht fest gebunden und wird von Pflanzen leicht aufgenommen. Es fĂŒhrt zu NierenschĂ€den, wenn es ĂŒber lĂ€ngere Zeit in grĂ¶ĂŸeren Mengen aufgenommen wird, und ist als krebserregend fĂŒr den Menschen eingestuft. ÖKO-TEST hat unter anderem noch untersuchen lassen, ob die deklarierte Körnung eingehalten wird. Das ist deshalb relevant, weil feine Bestandteile schneller verrotten und der Mulch dann öfter nachgelegt werden muss.

TEST: Wanderstiefel
Draußen hui, innen pfui: Wanderstiefel stecken voll mit Schadstoffen, die Krebs erregen oder Allergien auslösen können. Wenigstens sind die meisten sehr robust, denn sie trotzen gemĂ€ĂŸ PraxisprĂŒfung eine gewisse Zeit lang der Feuchtigkeit, haben feste Sohlen, die nicht gleich durch einen spitzen Stein eingerissen werden, und besitzen ein scheuerbestĂ€ndiges Fersenfutter.

TEST: Riester-Renten
ÖKO-TEST hat 89 Angebote fĂŒr klassische Riester-Rentenversicherungen und 79 Angebote fĂŒr fondgebundene Riester-Rentenversicherungen durchgecheckt. Das ResĂŒmee: Die Tarife werden von Jahr zu Jahr schlechter. In einigen MusterfĂ€llen springen 2012 fĂŒr den gleichen Beitrag wie im Vorjahr im Schnitt bis zu 420 Euro weniger Garantierente pro Jahr heraus. Zudem steigt fĂŒr die Versicherten das Anlagerisiko. Die Anbieter versuchen derzeit, Kunden auf Fondpolicen zu drĂ€ngen. Das hat seinen Grund: Denn hier mĂŒssen sie keine garantierte Verzinsung bieten, sondern nur zu Rentenbeginn alle Einlagen und Zulagen sicherstellen. Diese Kapitalerhaltungsgarantie gilt aber nicht fĂŒr Kunden, die ihren Vertrag vorzeitig kĂŒndigen oder den Anbieter wechseln.
 
 

Sonnenkraft in BĂŒrgerhand
Foto: Joachim Merkle
 
Sonnenkraft in BĂŒrgerhand
Freiburger Solar-BĂŒrger-Genossenschaft startklar fĂŒr die stĂ€dtische Energiewende

Als eine der ersten von Privatpersonen gegrĂŒndeten BĂŒrger-Energiegenossenschaften startete 2006 die Solar-BĂŒrger-Genossenschaft eG. Sie ist die erste Energiegenossenschaft mit Sitz in Freiburg und hat inzwischen ĂŒber 130 Mitglieder, davon mehr als 50 in der Freiburger Region.

Gemeinsam mit dem fesa e.V., dem Freiburger Verein fĂŒr die regionale Energiewende, strebt die solargeno auch eine Wende in der Energiewirtschaft an. Energieerzeugung soll in Zukunft nicht nur verbrauchsnah erzeugt, ökologisch nachhaltig und technologisch vielseitig sein, sondern auch wirtschaftlich gerecht verteilt.

Weil diejenigen, die Energie nutzen und die, die sie erzeugen in einer Genossenschaft am selben Strang ziehen, können mit BĂŒrger-Energiegenossenschaften die effizientesten Lösungen vorangebracht werden.

Die solargeno erzeugt derzeit den Strombedarf fĂŒr etwa 130 Familien mit Solaranlagen. Ihre erste in SĂŒdbaden errichtete sie im FrĂŒhjahr 2012 bei der Bioland-GĂ€rtnerei Hoch-Reinhard in Fischingen.

Jetzt steht das erste Solarkraftwerk in Freiburg an. Es wird auf der neuen Kletterhalle des Deutschen Alpenvereins Sektion Freiburg-Breisgau e.V. errichtet. Mit ĂŒber 23 MWh/a wird sie die Strommenge fĂŒr 4 Familen erzeugen. Ein Teil davon wird direkt in der Kletterhalle genutzt werden können.

Der genossenschaftliche Plan fĂŒr die großstĂ€dtische Energiewende ist ebenfalls startklar. Da es in GroßstĂ€dten wie Freiburg besonders viele große Wohnblöcke und EigentĂŒmergemeinschaften gibt, bietet die Genossenschaft eine Lösung speziell fĂŒr deren Energieversorgung an. Ein Schwerpunkt ist dabei die Nutzung von Kraft-WĂ€rme-Kopplung. Damit wird gleichzeitig mit der WĂ€rmeversorgung des GebĂ€udes auch Strom erzeugt. Die extrem ineffiziente und umweltschĂ€dliche große Kohlekraft, die bisher als erforderliche Grundlast im Zuge der Energiewende angegeben wird, wird damit ĂŒberflĂŒssig.

Freiburg kann einen Großteil seines Stroms selbst erzeugen, wenn sich große WohngebĂ€ude fĂŒr ein Blockheizkraftwerk im Keller und eine Solarstromanlage auf dem Dach entscheiden. Die solargeno will diese Entscheidung erleichtern, indem sie Investition, Bau und Betrieb der Anlagen ĂŒbernimmt und die GebĂ€udeeigentĂŒmer so bei
Risiko und Aufwand entlastet. Die Kraftwerke werden zu einem Anteil von mindestens 20% von den Mitgliedern der Genossenschaft finanziert, die so am Ertrag aus der Stromerzeugung teilhaben können. Einen Genossenschaftsanteil kann man bereits fĂŒr 100 Euro erwerben. 5 bis 10 Anteile sind ein ĂŒblicher Einstieg. Es können beliebig viele Anteile erworben werden.

Einen weiteren wichtigen Beitrag fĂŒr die Energiewende bietet die Energiegenossenschaft Projektgruppen an entlegenen Orten oder fĂŒr eine einzelne Anlage. Sie können ihre Idee unter dem Dach der solargeno realisieren, ohne extra eine eigene Gesellschaft zu grĂŒnden. Eine solche Regionalgruppe gibt es bereits in Landau, hier wurde die bisher grĂ¶ĂŸte Solaranlage der Genossenschaft gebaut (Bild).
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Der Jugend eine Stimme geben
BBT Aktion / Foto: NAJU Bundesverband
 
Der Jugend eine Stimme geben
Internationales Netzwerk GYBN setzt auf Jugendpartizipation im Kampf gegen das Artensterben

Berlin, 28.8. - Im Kampf gegen das Artensterben meldet sich die junge Generation zu Wort. In Berlin ist mit der Verabschiedung der Berliner Deklaration das internationale Jungendnetzwerk GYBN ins Leben gerufen worden. Ziel ist der Schutz der biologischen Vielfalt und der Kampf gegen das Artensterben.

35 junge NaturschĂŒtzer von fĂŒnf Kontinenten haben in Berlin das internationale Jugendnetzwerk Global Youth Biodiversity Network (GYBN) ins Leben gerufen. Sieben Tage wurde diskutiert, formuliert und geschrieben, jetzt ist die Berliner Deklaration offizielles GrĂŒndungsdokument. Ziel des jungen Netzwerks ist der globale Schutz der Artenvielfalt und eine stĂ€rkere Interessenvertretung junger Menschen in wichtigen Umweltfragen. Ein erster Schritt ist die Entsendung einer Jugenddelegation zur Weltnaturschutzkonferenz der Vereinten Nationen im Oktober nach Indien.

„Die kommenden Generationen tragen die Lasten der Fehler von heute. Trotzdem haben sie keine gemeinsame Stimme, mit der sie sich wehren können. Das wird sich mit GYBN Ă€ndern", sagt Christian Schwarzer von der Naturschutzjugend (NAJU), die die Konferenz organisiert hat.

Zum Abschluss zeichnen die Teilnehmer eine dĂŒstere Zukunft ohne Artenvielfalt. „Was waren nochmal BĂ€ume?" und „Hab schon ewig keine Blume mehr gesehen!" war auf Plakaten zu lesen. Demonstriert wurde am Brandenburger Tor in Berlin, wo zahlreiche Schaulustige sich dem Protest spontan anschlossen. Die Teilnehmer sind jetzt auf dem Weg in ihre Heimat und können viel mitnehmen: das GefĂŒhl, mit ihrem ehrenamtlichen Engagement fĂŒr die Natur nicht alleine zu stehen und das Wissen, jetzt Teil eines Netzwerks zu sein, mit dem sie viel erreichen werden.

Junge NaturschĂŒtzer aus aller Welt können sich online bei GYBN engagieren und ihre Stimme fĂŒr die Artenvielfalt geben:
www.GYBN.org.

Die GYBN kick-off conference wird gefördert durch das Bundesamt fĂŒr Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums (BMU).
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NABU-Naturparadies GrĂŒnhaus wird UN-Dekade-Projekt
Foto: Credit NABU / F. Hennek
 
NABU-Naturparadies GrĂŒnhaus wird UN-Dekade-Projekt
Auszeichnung fĂŒr den Erhalt der biologischen Vielfalt

Herzberg – Das Naturparadies GrĂŒnhaus der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe wird als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Damit wird das Engagement der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe um die biologische Vielfalt in der Bergbaufolgelandschaft SĂŒdbrandenburgs gewĂŒrdigt. Am heutigen Montag wurde die von Bundesumweltminister Peter Altmaier unterzeichnete Urkunde an Projektleiter Stefan Röhrscheid ĂŒbergeben. Das Naturparadies GrĂŒnhaus ist das erste Projekt in Brandenburg, das diese Auszeichnung erhĂ€lt.

„Wir freuen uns sehr ĂŒber die Ehrung unseres Engagements in GrĂŒnhaus“, so Stiftungsvorsitzender Christian Unselt. „So wie in GrĂŒnhaus setzen wir uns durch FlĂ€chenkauf und Schutzgebietsentwicklung in ganz Deutschland ein, um sichere RĂŒckzugsrĂ€ume fĂŒr unsere Artenvielfalt zu schaffen. Gerade ungenutzte NaturentwicklungsrĂ€ume fehlen uns in Deutschland. Mit unseren NABU-Naturparadiesen wollen wir wieder ein StĂŒckchen heimatliche Wildnis zulassen.“

Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe hat rund 2.000 Hektar FlĂ€chen in den ehemaligen Tagebauen zwischen Finsterwalde und Lauchhammer erworben, um das TagebaugelĂ€nde ausschließlich als wertvollen Lebensraum fĂŒr bedrohte Arten zu entwickeln. Eine Nutzung ist nur dort vorgesehen, wo dies fĂŒr den Erhalt der Artenvielfalt wichtig ist. Die Seen, die offenen SandflĂ€chen, jungen WĂ€lder und Sukzessionsbereiche können sich nach Ende der Tagebausanierung ohne weitere Eingriffe frei entwickeln. RegelmĂ€ĂŸige Beobachtungen einheimischer Naturbeobachter zeigen, dass schon heute eine beeindruckende Anzahl an zurĂŒckgekehrten Arten in GrĂŒnhaus lebt. Damit ist das Potenzial aber noch nicht ausgeschöpft – in Zukunft werden weitere Arten GrĂŒnhaus als sichere Heimat entdecken.

Die Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt findet im Rahmen der AktivitĂ€ten zur UN-Dekade Biologische Vielfalt statt, die von den Vereinten Nationen fĂŒr den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgerufen wurde. Ziel der internationalen Dekade ist es, den weltweiten RĂŒckgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten.
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Sterbende FlĂŒsse, hungernde Menschen
WWF-Studie: 60 Millionen Menschen am Mekong droht Nahrungskrise durch StaudÀmme

Berlin/Stockholm - AnlĂ€sslich der in Stockholm begonnenen Weltwasserwoche warnt der WWF vor den Gefahren großer Staudammprojekte fĂŒr die Umwelt und die Nahrungsversorgung von Millionen Menschen. „Der grundsĂ€tzlich richtige Ansatz, Energie durch Wasserkraft zu gewinnen, droht zum Bumerang zu werden“, sagt SĂŒĂŸwasser-Experte Stefan Ziegler vom WWF. „Vielerorts werden zahlreiche Fischarten verschwinden, verbunden mit einem Kollaps der heimischen Fischerei, da die natĂŒrlichen Wanderwege der Tiere versperrt werden.“ In der Folge seien die Lebensgrundlagen von vielen Millionen Menschen bedroht.

In einer aktuellen Studie beleuchtet der WWF beispielhaft die Situation im unteren Mekong-Becken in SĂŒdostasien. Die Regierungen von Laos, Thailand, Vietnam und Kambodscha planen hier den Bau von elf Wasserkraftanlagen im Hauptstrom des Mekong, weitere 77 sind fĂŒr die NebenflĂŒsse vorgesehen. Sollten die PlĂ€ne realisiert werden, rechnet die Umweltstiftung mit einem enormen RĂŒckgang der FischbestĂ€nde. FĂŒr die 60 Millionen Bewohner im Einzugsgebiet des Flusses hĂ€tte das dramatische Folgen. „Die ErtrĂ€ge aus dem Fischfang wĂŒrden um nahezu 40 Prozent zurĂŒckgehen. Das ist eine ernsthafte Bedrohung, da die meisten Haushalte vom Fisch als Grundnahrungsmittel abhĂ€ngig sind“, so Stefan Ziegler.

Auf allein 476 Millionen US-Dollar jĂ€hrlich schĂ€tzt die Umweltorganisation die wirtschaftlichen SchĂ€den, sollten nur die elf StaudĂ€mme im Mekong-Hauptstrom gebaut werden. FĂŒr die Nahrungsversorgung der Bevölkerung könnte sich die Lage noch dramatischer darstellen: Um die Einbußen an Fisch zu kompensieren und den Proteinbedarf der Bevölkerung zu decken, mĂŒsste nach Angaben des WWF deutlich mehr Fleisch produziert werden. ZusĂ€tzliche FlĂ€chen wĂŒrden zur Viehhaltung und den Anbau von Futtermitteln in der Region notwendig. Der Druck auf wichtige Naturschutzgebiete wĂŒrde weiter zunehmen. In Thailand befĂŒrchtet der WWF den Verlust der letzten Waldgebiete im Osten des Landes. „Die wenigen AuenwĂ€lder des Mekong beherbergen zahlreiche gefĂ€hrdete Arten. Da ist jeder Verlust an Lebensraum ein untragbares Risiko“, warnt WWF-Experte Ziegler. Mancherorts sei die landwirtschaftliche Expansion hingegen gar nicht möglich. Im Mekongdelta in Vietnam drohe die Umsiedlung von Tausenden von Menschen, da FlĂ€chen fehlen, um die Bevölkerung anderweitig zu versorgen.

Um diese negativen Konsequenzen abzuwenden, fordert der WWF ein zehnjĂ€hriges Moratorium, um eine umwelt- und sozialvertrĂ€gliche Planung von Wasserkraft in der Mekong-Region zu ermöglichen. Bislang habe es an einer gewissenhaften PrĂŒfung aller Faktoren gemangelt. „Das Ziel, mit Wasserkraftwerken von fossilen EnergietrĂ€gern loszukommen, ist richtig“, sagt Ziegler. „Doch wenn durch fehlerhafte Planung die FlĂŒsse absterben und Menschen ihrer Nahrungsquelle beraubt werden, ist das nicht nachhaltig.“
 
 

 
Panik an der Steckdose
WWF fordert Versachlichung der Strompreisdebatte

Angesichts der aktuellen Debatte um die Ausgestaltung der Energiewende und steigende Strompreise fordert der WWF eine Versachlichung der GesprĂ€che. Die Strompreisdiskussion werde stark getrieben von denjenigen, die die Energiewende hin zu erneuerbaren Energien nie wollten. Es werde ein Klima der Angst geschĂŒrt, dass die Energiewende unbezahlbar sei. Faktisch sei es bis heute jedoch so, dass absolut der Ausbau der Erneuerbaren Energien fĂŒr den kleineren Teil der Strompreissteigerung verantwortlich sei.

„Nur 14 Prozent des Strompreises macht die EEG-Umlage aus. Diese 14 Prozent sind bisher sehr ungleich verteilt. Dies muss der Gesetzgeber schnell verĂ€ndern.“, erklĂ€rt Regine GĂŒnther, Leiterin des Fachbereichs Klima und Energie beim WWF Deutschland. Große Stromverbraucher sind nach dem Gießkannenprinzip fast vollstĂ€ndig von der Umlage befreit. Es sei aber zwingend notwendig, dass die Kosten fĂŒr den Ausbau der erneuerbaren Energien so weit wie möglich auch von möglichst allen Energieverbrauchern geschultert wĂŒrden. Nur diejenigen, die klar ausweisen könnten, dass die EEG-Umlage ihre WettbewerbsfĂ€higkeit international massiv mindere, sollten fĂŒr eine Freistellung in Frage kommen. „Die Bundesregierung muss jetzt die Reißleine ziehen und unberechtigte Privilegien abschaffen“, so GĂŒnther.

FĂŒr das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) sieht der WWF Anpassungsbedarf. „Das EEG ist das zentrale Instrument, um den dynamischen Ausbau der erneuerbaren Energien sicherzustellen. Dies muss es auch zukĂŒnftig leisten. Perspektivisch mĂŒssen jedoch verstĂ€rkt auch Marktimpulse darin integriert werden.“
 
 

Karlsruhe: Przewalski-Pferd und Wisent brauchen tÀglich bis zu 23 Liter Wasser
Wasser marsch! / Bildrechte: Stadt Karlsruhe
 
Karlsruhe: Przewalski-Pferd und Wisent brauchen tÀglich bis zu 23 Liter Wasser
Wassertröge in den Gehegen des Tierparks Oberwald werden tĂ€glich neu befĂŒllt

Viel trinken - so lautet angesichts der heißen Tage ein Tipp. Auch Tiere lechzen bei Hitze nach mehr Wasser. Was ihre SchĂŒtzlinge im Tierpark Oberwald brauchen, wissen die Tierpfleger ganz genau. Weshalb sie auf Fragen interessierter Besucherinnen und Besucher, ob die im Oberwald gehaltenen Tiere bei den derzeit hohen Temperaturen auch ausreichend mit Wasser versorgt werden, auch sehr genau Auskunft geben können. Denn der Zoo kann nicht nur auf Bedarfszahlen und -daten aus der Nutztierhaltung zurĂŒckgreifen, er profitiert auch von den Erfahrungen, die er mit der Wildtierhaltung in der 1965 eingerichteten Zoo-Dependance gemacht hat.

Klettert das Thermometer ĂŒber 20 Grad Celsius oder erreicht gar 35 Grad Celsius, sĂ€uft beispielsweise ein Wisent tĂ€glich bis zu 23 Liter. Normalerweise reichen ihm rund 18 Liter. Auch ein Przewalski-Pferd braucht an besonders heißen Tagen bis zu 23 Liter Wasser und damit zwei bis drei Liter mehr als sonst ĂŒblich. Da die Zootiere im Oberwald ĂŒberwiegend in Gehegen mit GrĂŒnbewuchs leben oder mit frischem GrĂŒn gefĂŒttert werden, nehmen sie allein durch die Nahrung einiges zusĂ€tzlich an FlĂŒssigkeit auf. Ein Przewalski-Pferd, welches mit neun Kilogramm Gras und fĂŒnf Kilogramm Heu gefĂŒttert wird, erhöht seine FlĂŒssigkeitszufuhr durch die Nahrung um acht Liter. Zwar haben Wildpferde und Sportpferde einen Ă€hnlichen Grundbedarf. Der individuelle Bedarf eines Sportpferdes kann jedoch bei hoher AktivitĂ€t an heißen Tagen auf bis zu 85 Liter ansteigen. Und auch ein Milchvieh mit einer Milchleistung von bis zu 40 Litern muss fĂŒr einen stabilen Wasserhaushalt natĂŒrlich deutlich mehr saufen als ein Wisent im Oberwald.

Wie bei einer lĂ€ndlichen Weidebewirtschaftung befĂŒllen die Tierpfleger jeden Tag mit einem fahrbaren Wassertank die 200 oder 100 Liter fassenden WasserbehĂ€lter mit Frischwasser. Die Menge richtet sich nach der Jahreszeit, der Anzahl der im Gehege gehaltenen Tiere und dem spezifischen Grundbedarf von Vietnam-Sikahirsch, Elch, Antilope oder auch GĂ€mse, Przewalski-Pferd und Wisent. Und damit das wichtige Nass fĂŒr die Oberwaldtiere nicht zur Falle fĂŒr die kleinen Tiere wird, sorgt ein Stock in jedem Wassertrog dafĂŒr, dass die neugierige oder durstige Maus wieder ins Trockene klettern kann.

Fragen zu seinen Zootieren beantwortet der Zoo immer montags und donnerstags wÀhrend der zoologischen Sprechstunde unter der Telefonnummer 0721/133-6802.
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NABU-Umfrage: Verbraucher wollen umweltfreundliche GetrÀnkeverpackungen
Miller: Ökologische Verpackungen schwer zu erkennen – HĂ€ndler in der Pflicht

Berlin – Drei Viertel der Deutschen möchten umweltfreundliche GetrĂ€nkeverpackungen kaufen. Das ist das Ergebnis einer reprĂ€sentativen Umfrage, die der NABU beim Meinungsforschungsinstitut Emnid in Auftrag gegeben hat. Doch die Umfrage zeigt auch: Fast die HĂ€lfte der Verbraucher weiß nicht, welche Verpackungen tatsĂ€chlich ökologisch vorteilhaft sind und greift aus diesem Grund hĂ€ufig zu den Falschen.

Am besten bewertet und richtig eingeschĂ€tzt werden Mehrwegflaschen aus Glas. Knapp 90 Prozent der Befragten stufen sie korrekt als umweltfreundlich ein. Bei den ebenso umweltfreundlichen Mehrwegflaschen aus Plastik jedoch verschĂ€tzen sich die Verbraucher: Die Plastikvariante schneidet bei den Befragten um ein Viertel schlechter ab, obwohl Plastik-Mehrwegflaschen in der Umweltbilanz sogar besser sind als solche aus Glas. Die vom Umweltbundesamt ebenfalls als ökologisch vorteilhaft bewerteten GetrĂ€nkekartons werden vom Verbraucher gĂ€nzlich falsch beurteilt: Sie werden schlechter eingeschĂ€tzt als die umweltschĂ€dlichen Einwegflaschen aus Glas oder Plastik. Insgesamt hat der NABU die sieben gĂ€ngigen Verpackungsarten fĂŒr GetrĂ€nke abgefragt: Glas-Mehrweg und -einweg, Plastik-Mehrweg und -einweg, GetrĂ€nkekartons sowie Dosen.

Ein Grund fĂŒr die hĂ€ufigen FehleinschĂ€tzungen ist das fĂŒr Verbraucher undurchsichtige Pfandsystem. Mehr als 40 Prozent der Befragten geben an, nicht auf den ersten Blick erkennen zu können, ob eine Flasche Mehrweg oder Einweg ist. „Das fĂŒhrt zu umweltschĂ€digenden Kaufentscheidungen, obwohl die Verbraucher eigentlich umweltfreundliche Verpackungen bevorzugen. Hier ist der Handel in der Pflicht, Verbraucher ordentlich zu informieren“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Der NABU zeichnet daher HĂ€ndler mit dem Umweltpreis „GrĂŒner Einkaufskorb“ aus, die sich besonders dafĂŒr einsetzen, dass ihre Kunden umweltfreundliche Alternativen im Regal vorfinden und diese auch erkennen.

„Der Lebensmittelhandel versorgt tagtĂ€glich 80 Millionen Menschen in Deutschland. Mit der Auswahl und PrĂ€sentation der Produkte leistet er einen entscheidenden Beitrag dazu, ob Kunden auf umweltfreundliche Produkte aufmerksam werden und sie in den Einkaufskorb legen“, so NABU-Umweltexpertin Indra Enterlein.
 
 



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