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Samstag, 18. August 2018
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Verschiedenes

 
NABU: Die Welt schaut beim Klimaschutz auf Deutschland
Tschimpke: Kohleausstieg im Koalitionsvertrag verankern

Berlin/Bonn – Der NABU wird die Verhandlungen zur Weltklimakonferenz in Bonn (6.-17. November) vor Ort begleiten. Oberstes Ziel der Konferenz muss es sein, die Beschlüsse des Pariser Klimaabkommens in konkrete Umsetzungspläne zu überführen. Weiterhin muss in Bonn bereits die kommende COP 24 2018 in Polen vorbereitet werden. Zentral sind dabei klare und verbindliche Regeln für die globale Treibhausgasinventur im kommenden Jahr in Polen. Denn das ist die Grundlage dafür, dass die Anstrengungen, Emissionen zu mindern, in allen Staaten deutlich gesteigert wird.

Keine siebzig Kilometer Luftlinie vom Verhandlungsort entfernt liegt das Rheinische Braunkohlerevier, mit einigen der größten und dreckigsten Braunkohlekraftwerken Europas. Die jüngsten Zahlen vom Bundesumweltministerium zu den Emissionsminderungen bis 2020 sprechen eine klare Sprache: Der Treibhausgasausstoß in Deutschland stagniert und das Ziel, gegenüber 1990 im Jahr 2020 40 Prozent weniger Treibhausgase auszustoßen, ist nicht mehr zu erreichen, wenn nicht unmittelbar strengere Maßnahmen erfolgen. Ganz konkret heißt das bereits für die Sondierungsgespräche zu einer Jamaika-Koalition, dass der Kohleausstieg eingeleitet und bereits vor dem Jahr 2020 die schmutzigsten und dreckigsten Braunkohlekraftwerke vom Netz gehen müssen.

„Klimaschutz braucht einen prominenten Platz im Koalitionsvertrag – um die selbstgestecken Klimaziele zu erreichen und die internationale Blamage abzuwenden“, sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. „Die auf internationalem Parkett oft beschworene Klimakanzlerin muss jetzt auch endlich national zeigen, ob der Titel gerechtfertigt ist und sich im Koalitionsgerangel mit dem Kohleausstieg durchsetzen“, so Tschimpke.

Wenn sich die USA als einer der größten Luftverschmutzer aktuell unter Präsident Trump weigert, der Verantwortung im globalen Klimaschutz nachzukommen, wird die Zusammenarbeit der anderen Länder bei der Reduktion von Treibhausgasen umso wichtiger. „In Bonn geht es darum, das Paris-Abkommen so konkret auszugestalten, dass die Staaten weltweit tatsächlich wirksame Maßnahmen umsetzen. Nur so können wir hoffen, das Ziel – die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius, besser noch auf 1,5°C zu begrenzen – zu erreichen“, so NABU-Klimaexperte Sebastian Scholz.

Der NABU wird die Verhandlungen, gemeinsam mit seinem Dachverband BirdLife International, in Bonn begleiten.
 
 

Ă–KO-TEST-Magazin November 2017
 
Ă–KO-TEST-Magazin November 2017
Die November-Ausgabe des Ă–KO-TEST-Magazins gibt es seit dem
26. Oktober 2017 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 4,50 Euro.

Aus dem Inhalt

Test: Rapsöle
Rapsöl ist das beliebteste Pflanzenöl der Deutschen. Aber ist es auch so gut wie sein Ruf? ÖKO-TEST hat native, raffinierte und gedämpfte Rapsöle im Labor untersuchen lassen. Es zeigte sich, dass die nativen Produkte im Schnitt schlechter abschneiden als die raffinierten. Das liegt an der vergleichsweise hohen Schadstoffbelastung. Auch bei der Sensorikprüfung konnten nicht alle Öle mit ihrem Geschmack und Geruch überzeugen.

Test: Chicken Nuggets
Von Chicken Nuggets sollte man lieber die Finger lassen. Gründe gibt es viele: So fand das Labor beispielsweise in drei Proben Keime, gegen die einige Antibiotika nicht mehr wirken. Die Ursache liegt darin, dass die Tiere durch die katastrophalen Haltungsbedingungen krank werden und Antibiotika verabreicht bekommen. Aber auch die Panade der Chicken Nuggets hat es in sich: Sie enthält teilweise Schadstoffe wie Mineralölrückstände, aber auch zu viel Salz, Glutamat und Aromen.

Test: Tampons und Menstruationstassen
Relativ neu am Markt sind die Menstruationstassen. Was ist von diesen zu halten? Dieser Frage ist
ÖKO-TEST nachgegangen und wollte zudem wissen, welche Qualität Tampons haben. Das Ergebnis ist sehr positiv. Es gibt aber auch eine Ausnahme: In einer Menstruationstasse fand das Labor Benzophenon, das als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft wird.

Test: RĂĽckentrainingsbĂĽcher
Die schmucken Bücher mit bunten Bildern für das Rückentraining zu Hause erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Mit Titeln wie „Das 5-Minuten-Rückentraining“ und „In 8 Wochen stark und schmerzfrei“ buhlen sie um Leser. ÖKO-TEST stieß jedoch auf erstaunliche Schwächen. Viele geben etwa kaum Hinweise, worauf zu achten ist, damit die Übungen die gewünschte Wirkung erzielen.

Test: Stabmixer
Pürierstäbe sind die quirligen Geschwister der Standmixer. Ob sie ihre Arbeit aber auch sicher und
zuverlässig verrichten, wollte ÖKO-TEST herausfinden. Die Hälfte der getesteten Geräte erfüllt ihre Aufgabe. Die anderen fallen aufgrund schlechter Ergebnisse in der Praxisprüfung, bedenklicher Inhaltsstoffe oder umweltschädlicher Materialien auf. Bei einem Gerät reichte es im Praxistest beispielsweise nur zu brockigem Babybrei, stückiger Gemüsesuppe und ganzen Pinienkernen im Pesto. Und auch im Dauertest machten zwei schlapp.

Test: Schnurlostelefone
Während die Ausstattung, Bedienbarkeit und Akustik der DECT-Telefone überzeugte, bekommen alle Geräte im Test Punktabzug beim Thema Strahlung. Alle Telefone im Test senden mit gepulster, hochfrequenter Strahlung in Größenordnungen, die stark erhöhte Spitzenwerte direkt am Ohr
erwarten lassen. Die gesundheitlichen Wirkungen dieser Art von Elektrosmog sind nicht hinreichend geklärt.

Test: Autoversicherungen
Bis zum 30. November können die meisten Autofahrer ihren Kfz-Versicherungsvertrag regulär kündigen. Dabei können sie in der Regel eine Menge sparen, wenn sie von einem teuren zu einem günstigen Anbieter wechseln. ÖKO-TEST hat jetzt die Angebote fast aller Kfz-Versicherungen unter die Lupe genommen. In allen Modellfällen liegen zwischen dem günstigsten und dem teuersten Tarif deutlich über 500 Euro bis fast 900 Euro.

Test: fondgebundene Rentenversicherungen
Fondsgebundene Rentenversicherungen werden immer beliebter für die Altersvorsorge. Doch bei den Kosten wird oft getrickst, dass sich die Balken biegen. So geht ein großer Teil der Rendite für Kosten drauf. Wer sich als Vorsorgesparer auf eine garantierte Monatsrente verlässt, dem sind im Alter sogar nur Verluste sicher. ÖKO-TEST zeigt, worauf Vorsorgesparer achten müssen.

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Diesmal im Heft: Extra gesunder RĂĽcken

Behauptungen, Mythen und GerĂĽchte: Der Wahrheit auf der Spur
Über Rückenleiden wird zwar viel geforscht, geschrieben und geredet. Trotzdem halten sich manche Mythen hartnäckig. ÖKO-TEST geht sieben Behauptungen wie „Bei Schmerzen helfen Massagen“ oder „Ohne Operation geht es in den meisten Fällen nicht“ näher auf den Grund.

Den Rücken stärken: Patentrezept Bewegung
Sport stärkt die Muskeln, hält die Gelenke beweglich, entspannt und macht Spaß. Damit tut er nicht nur dem Rücken, sondern auch der Seele gut. Beinahe ist es egal, für welche Sportart man sich entscheidet. Hauptsache, man kommt in Bewegung.

RĂĽckenfreundlicher Alltag: Mit RĂĽck(en)sicht
Monotone Bewegungsabläufe, ungünstige Haltung oder langes Sitzen – es sind viele kleine Dinge im Alltag, bei denen der Rücken irgendwann auf sich aufmerksam macht. ÖKO-TEST zeigt, wie es besser geht und welche Hilfsmittel den Rücken entlasten.

Schäden im Kindesalter: Haltung bewahren
Stundenlang zu sitzen gehört schon zum Alltag vieler Schulkinder. Ohne sportlichen Ausgleich können sich Haltungsschäden entwickeln, die spätestens im Erwachsenenalter zu Schmerzen und Problemen führen. Gezieltes Training kann Besserung bringen.

Fit trotz PC-Arbeit: Einstellungssache
Stundenlanger Stand-by-Modus vorm PC sorgt für schmerzhafte Verspannungen an Rücken, Nacken und Schulter. Ein paar Tricks können schnell in den Aktivmodus helfen.

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Und auĂźerdem:

Schwieriger Rollentausch: Wenn Eltern alt werden
Die Kinder sind groß, doch nun erfordert oft ein anderer Familienteil Zuwendung: Wenn die Eltern sich selbst nicht mehr versorgen können, geht es nicht nur um häusliche oder Heimbetreuung und die Kosten eines Pflegeplatzes – sondern auch um eine neue, oft nicht unproblematische Beziehung.
 
 

 
Zahl des Monats
74 Prozent der Deutschen würden höheren Preis für glyphosatfrei produzierte Lebensmittel zahlen

Verbraucher wollen „Klasse statt Masse“ in der Agrarpolitik

Berlin – Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die der NABU in Auftrag gegeben hat, sind 74 Prozent der deutschen Bevölkerung bereit höhere Preise für Lebensmittel zu zahlen, wenn sie sicher sein können, dass kein Glyphosat verwendet wurde. Dies unterstreicht, dass ein Ausstieg aus ökologisch hoch bedenklichen Wirkstoffen wie Glyphosat beziehungsweise ein pestizidärmerer Anbau keinen Nachteil für die Landwirte bedeuten muss. Zusätzlich zu strengeren Regeln muss der Staat allerdings über die Agrarpolitik den Landwirten bei Investitionen für die Umstellung auf eine glyphosatfreie und generell pestizidärmere Bewirtschaftung helfen und die Vermarktung umweltfreundlicher Produkte fördern. Hierfür ist ein Umschichten der derzeit pauschal pro Fläche gezahlten Milliardensubventionen nötig.

Der NABU sieht sich durch die Umfrage bestätigt, dass ein Umsteuern in der Landwirtschaftspolitik überfällig ist. Schutz für Verbraucher, der Schutz von Insekten, Vögeln und der Umwelt insgesamt aber auch faire Angebote an die Landwirte müssen im Kern der anstehenden EU-Agrarreform stehen. Ein Mittel ist auch die vom NABU und vielen anderen geforderte Einrichtung eines EU-Naturschutzfonds, der besondere freiwillige Naturschutzleistungen der Landwirte einkommenswirksam honoriert.
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Ă–KO-TEST Jahrbuch fĂĽr 2018
 
Ă–KO-TEST Jahrbuch fĂĽr 2018
inklusive Ă–KO-TEST Jahrbuch Bauen & Wohnen fĂĽr 2018

Das aktuelle ÖKO-TEST Jahrbuch für 2018 gibt es seit dem 19. Oktober 2018 im Handel. Es kostet 9,80 Euro. Als EXTRA enthält diese Ausgabe das Jahrbuch Bauen & Wohnen für 2018.

Mehr als 900 Produkte im Test: Irgendwann gibt es keine „mangelhaften“ oder „ungenügenden“ Produkte mehr. Dann kann der Verbraucher nach Lust und Laune shoppen, nach Geschmack, Geruch, Aussehen oder einfach nach dem Preis einkaufen. Dann kann man sicher sein, dass keine krebserregende, giftige oder sonstwie gesundheitsschädliche Chemie enthalten ist oder dass die Produkte gar nicht hätten verkauft werden dürfen, weil sie gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen. Auf dem Weg dahin ist ÖKO-TEST in mehr als 30 Jahren ein gutes Stück vorangekommen. Immerhin enthält das neue Jahrbuch für 2018 über 450 „gute“ und „sehr gute“ Produkte.

Die Tests:
• Honig: Das Bienenprodukt ist ein Spiegelbild der Natur, aus der es stammt. Leider stecken, je nach Herkunft, Glyphosat und Gentechnik mit im Glas – „bio“ hin oder her. Doch es gibt immerhin sechs „sehr gute“ bzw. „gute“ Marken.

• Tiefkühlpommes: ÖKO-TEST hat 19 Tiefkühlpommes-Marken ins Labor geschickt. Es zeigte sich, dass Acrylamid immer noch ein Thema ist. Dieser Schadstoff kann vermutlich Krebs erzeugen. Immerhin ist knapp die Hälfte der Produkte empfehlenswert.

• Silikonschnuller: 13 Produkte hat ÖKO-TEST ins Labor geschickt, zwölf bekommen sehr gute Noten. Den Praxistest haben alle ausnahmslos bestanden. Auch Belastungen der Schnuller mit krebsverdächtigem Naphthalin sind bei den Schnullern im Test kein Thema mehr.

• Gesichtscremes: Bekommt man für mehr Geld mehr Qualität? Oder zahlt man für geschicktes Marketing drauf? Der Test von 23 Produkten, die zwischen 11,95 und 51,95 Euro pro Tiegel kosten, zeigt, dass sich am Preis die Qualität nicht ablesen lässt.

• Schmerz- und Sportlersalben: Rezeptfreie Schmerzgels und -salben sollen bei Prellungen und Verstauchungen schnelle Linderung verschaffen. Doch nur wenige sind wirklich empfehlenswert.

Weitere Tests
• Reis • Müslis • Gekühlte Gnocchi • Donuts • Erdbeerkonfitüre und -fruchtaufstrich • Glutenfreie Lebensmittel • Vegane und vegetarische Brotaufstriche • Grüne Smoothies • Kokosprodukte • Craft-Bier • Erfrischungsgetränke • Beschichtete Bratpfannen • Mittel gegen Harnwegsinfektionen • Erkältungsmittel • Gleitmittel • Verdauungsmittel mit Artischocke • Milbensprays • Matetee • Calcium-Vitamin-D-Mittel • Magenmittel • Babybodys • Wickelauflagen und -bezüge • Basispflege für Neurodermitiker • Duschgel für Kinder • Fieber- und Schmerzmittel für Kinder • Babyfeuchttücher • Getreidebreie • Handcremes • Shampoos gegen trockene Haare • Duschgel und -schaum • Trockenshampoos • Make-up • Körperpeelings • Nagellacke • Fußbalsam • Bartpflegeprodukte • Kühlboxen • Flipflops und Co. • Bio-Hundefutter


EXTRA Jahrbuch Bauen & Wohnen fĂĽr 2018
Mehr als 230 Produkte im Test: Alles, was man zum Bauen, Renovieren oder fĂĽr die Gartenarbeit braucht, findet sich im neuen Jahrbuch Bauen & Wohnen fĂĽr 2018. Damit kann man zwar kein Haus selbst bauen, aber man weiĂź, worauf zu achten ist. Das gilt fĂĽr die verschiedensten Themen: von A wie Algen- und GrĂĽnbelagsentfernern oder Akku-Handstaubsaugern bis W wie wasserbasierte Lackfarben. Wie viel schief laufen kann, zeigen die Tests in diesem Heft.

Die Tests
• Korkboden: Der Rohstoff Kork vereint etliche praktische Eigenschaften und bildet somit eine echte Alternative zu Bodenbelägen wie Teppich, Laminat und Co. – wenn auch etwas teurer. Zwöf Korkböden hat ÖKO-TEST ins Labor geschickt. Leider überzeugten selbst die Produkte mit der Bestnote im Gesamturteil nicht durchweg.

• Wasserbasierte Lackfarben: Sie riechen weniger als lösungsmittelbasierte Farben, sind gesundheitlich weniger problematisch und zudem umweltverträglicher. Gänzlich ohne Schadstoffe kommen aber auch wasserbasierte Lackfarben nicht aus. Im Test erwiesen sich jedoch 14 von 19 Produkten als „sehr gut“ oder „gut“.

• Öko-Stromtarife: Der Konkurrenzkampf der Stromanbieter wird härter, auch im Markt der Öko-Stromer. Viele gehen mit geschönten Angaben auf Kundenfang, weil sie Gesetzeslücken geschickt nutzen. Es gibt aber auch rundum saubere Angebote.

• Holzpellets: Nicht nur wegen der staatlichen Förderung sind Pelletheizungen nach wie vor gefragt. ÖKO-TEST hat Pellets, die als Sackware erhältlich sind, in die Labore geschickt. Die meisten Produkte gehen mit „sehr gut“ und „gut“ aus dem Test. Bei der Angabe des Heizwerts schummeln jedoch einige Hersteller.

Weitere Tests
• Holzdielen • Graue Wandfarbe • Dachdämmstoffe • Elektrotacker • LED-Lampen • Akku-Handstaubsauger • Fototapeten • Kopfkissen • Duo-Kunstfaserbettdecken • Organische Rasendünger • Holzpellets • Holzspalter • Algen- und Grünbelagsentferner
 
 

 
NABU-Statement zur Glyphosat-Entscheidung in BrĂĽssel
Miller: Glyphosat hat in der EU keine Zukunft

Berlin/Brüssel – Der NABU begrüßt, dass die Experten der Mitgliedsstaaten dem Vorschlag der EU-Kommission, die Zulassung des Breitbandherbizids Glyphosat um zehn Jahre zu verlängern, heute eine klare Abfuhr erteilt haben. Damit steht fest: Glyphosat hat in der EU keine Zukunft. Der NABU fordert daher die Kommission auf, einen neuen Vorschlag vorzulegen, der sich an den Forderungen der gestern im EU-Parlament mit großer Mehrheit verabschiedeten Resolution orientiert. Diese hatten u.a. eine letztmalige maximale Verlängerung bis 2022 und ein sofortiges Komplettverbot im Haus- und Kleingartenbereich sowie im öffentlichen Grün gefordert.

Dazu erklärt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller:
„Die EU-Kommission hat jetzt Gelegenheit unter Beweis zu stellen, dass sie das Vorsorgeprinzip und die Sorgen Millionen EU-Bürgerinnen und Bürger ernst nimmt. Bei einer erneuten Abstimmung sollte auch die neue Bundesregierung zeigen, dass sie die Meinung der deutschen Bevölkerung würdig vertritt: Bei einer repräsentativen Umfrage des NABU konnte festgestellt werden, dass 74 Prozent für ein sofortiges Verbot von Glyphosat sind. Der Einsatz von hoch toxischen Ackergiften wie Glyphosat ist unvereinbar mit einer naturverträglichen Landwirtschaft. Bis zum endgültigen Verbot von Glyphosat Ende 2022 muss sichergestellt werden, dass die Prinzipien des integrierten Pflanzenschutzes vorrangig Anwendung finden und ab sofort kein Privatgärtner und keine Kommune mehr an dieses Umweltgift gelangt. Gerade die Debatte um die jüngst veröffentlichte Insektenstudie sollte den politischen Entscheidungsträgern eine Mahnung sein, alles daran zu setzen, um den Insektenrückgang und den Verlust unzähliger weiterer Tier- und Pflanzenarten in Agrarlandschaften aufzuhalten.“

Zum Hintergrund
Laut aktuellem Pflanzenschutzmittelbericht werden in Deutschland jährlich gut 3.780 Tonnen Glyphosat abgesetzt. Ein großer Teil davon landet auf den Äckern und zerstört wertvolle Ackerwildkräuter, vernichtet die Nahrungsgrundlagen für Insekten und andere Artengruppen, vermindert die Bodenfruchtbarkeit und landet in unseren Gewässern. Trotz der offensichtlichen Bedrohung für die biologische Vielfalt hat sich die eingesetzte Menge in den vergangenen Jahren nur unwesentlich vermindert, zugleich hat sie die intensive Landwirtschaft in große Abhängigkeit gestürzt. Hinsichtlich der kontrovers diskutierten Krebsgefahr durch Glyphosat war unlängst bekannt geworden, dass das für die Bewertung in der EU zuständige Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) offenbar entscheidende Teile seines Gutachtens vom Glyphosat-Hersteller Monsanto übernommen hatte.
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NABU fordert Einstieg in den Ausstieg von Glyphosat
Miller: Abstimmung im EU-Parlament kann Weg ebnen fĂĽr ein glyphosatfreies Europa

Berlin/Brüssel – Im Vorfeld der EU-Abstimmung über Glyphosat am 25. Oktober appelliert der NABU an die EU-Parlamentarier, bei der morgigen Abstimmung eines EP-Antrages im Plenum ein klares Signal in Richtung EU-Kommission und Mitgliedstaaten zu senden.

Die EU-Kommission hat eine Verlängerung der Zulassung von Glyphosat um weitere zehn Jahre vorgeschlagen. Darüber will sie am Mittwoch die Vertreter der Mitgliedstaaten abstimmen lassen. Im Umweltausschuss des EU-Parlaments fand dagegen am 19. Oktober ein alternativer Antrag eine große Mehrheit, in dem unter anderem ein Auslaufen der Zulassung bis Ende 2020 und ein sofortiges Verbot von Glyphosat für Privatanwender und im öffentlichen Raum gefordert wird. Desweiteren soll innerhalb der drei Jahre Glyphosat in der Landwirtschaft nur dann Anwendung finden, wenn Alternativen des integrierten Pflanzenschutzes nicht umsetzbar sind. Über diesen Antrag wird morgen, also einen Tag vor der Sitzung des zuständigen Ausschusses der Mitgliedstaaten, das Plenum des EP entscheiden.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Der jetzige Verordnungsentwurf seitens der EU-Kommission missachtet das Vorsorgeprinzip und ist unvereinbar mit dem Schutz unserer Gesundheit und natürlichen Lebensgrundlagen. Hingegen bietet der Antrag des Parlamentes eine gute Grundlage, um den Glyphosat-Ausstieg perfekt zu machen.“ Im Frühjahr hatten sich einige konservative Abgeordnete unter der Führung des CSU-Abgeordneten Albert Deß bis zuletzt gegen ein Verbot von Pestiziden auf den bei der letzten Agrarreform eigens zum Schutz der biologischen Vielfalt eingeführten Ökologischen Vorrangflächen gesperrt. „So etwas darf sich nicht wiederholen, unsere Volksvertreter müssen endlich den Willen ihrer Wählerinnen und Wähler respektieren“, so Miller. Angesichts des alarmierenden Insektensterbens und des Rückgangs von Feldvögeln müsse endlich ein Umsteuern in der Landwirtschaft stattfinden.

Die Anwendung von Glyphosat stößt auf immer breitere Ablehnung: Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des NABU sind 59 Prozent der deutschen Bevölkerung für ein sofortiges Zulassungsende. Insgesamt 74 Prozent wären dazu bereit, einen höheren Preis für ihre Lebensmittel zu zahlen, wenn sie dafür sicher sein könnten, dass in der Landwirtschaft kein Glyphosat verwendet wird. Miller: „Die Umfrageergebnisse zeigen, dass sich die Menschen eine intakte Umwelt und gesunde Lebensmittel wünschen, und dafür auch bereit sind mehr Geld auszugeben.“

Darüber hinaus sprachen sich 62 Prozent der deutschen Bevölkerung für ein sofortiges Verbot von Glyphosat in privaten Gärten und städtischen Anlagen aus. Dass hier auch viele Unternehmen zum Umdenken bereit sind, wurde durch die jüngst durchgeführte NABU-Aktion unter Beweis gestellt: Demnach konnten nunmehr alle großen Baumärkte und eine Reihe an Online-Händlern zur Auslistung glyphosathaltiger Produkte bewegt werden.

Laut aktuellem Pflanzenschutzmittelbericht werden in Deutschland jährlich gut 3.780 Tonnen Glyphosat abgesetzt. Ein großer Teil davon landet auf den Äckern und zerstört wertvolle Ackerwildkräuter, vernichtet die Nahrungsgrundlagen für Insekten und andere Artengruppen, vermindert die Bodenfruchtbarkeit und landet in unseren Gewässern. Trotz der offensichtlichen Bedrohung für die biologische Vielfalt hat sich die eingesetzte Menge in den vergangenen Jahren nur unwesentlich vermindert, zugleich hat sie die intensive Landwirtschaft in große Abhängigkeit gestürzt. Hinsichtlich der kontrovers diskutierten Krebsgefahr durch Glyphosat war unlängst bekannt geworden, dass das für die Bewertung in der EU zuständige Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) offenbar entscheidende Teile seines Gutachtens vom Glyphosat-Hersteller Monsanto übernommen hatte.
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Freiburg: Rad- und Gehweg zwischen Waltershofen und Umkirch wird saniert
Bis Freitag, 27. Oktober, wird der Rad-und Gehweg zwischen Waltershofen und Umkirch saniert. Dazu mĂĽssen die Mitarbeiter des Garten- und Tiefbauamts (GuT) den Weg abschnittsweise voll sperren. Zu FuĂźgehende und Radfahrende werden an der Baustelle vorbeigeleitet.

Witterungsbedingt kann es zur Verschiebung der Bauarbeiten kommen. Das GuT bittet für die Behinderungen um Verständnis.

Weitere Informationen ĂĽber aktuelle Baustellen in Freiburg gibt es online ...
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NABU fordert Neubewertung der Fehmarnbeltquerung
Miller: Volkswirtschaftliche Überprüfung des Großprojekts muss Bestandteil der Sondierungsgespräche sein

Berlin – Angesichts der laufenden Sondierungsgespräche zwischen Union, Grünen und FDP fordert der NABU eine Neubewertung des umstrittenen Großvorhabens feste Fehmarnbeltquerung. Im Staatsvertrag zwischen Deutschland und Dänemark ist in Artikel 22 explizit festgelegt, die Lage bei veränderten Rahmenbedingungen „aufs Neue zu erläutern“. Der NABU sieht darin nicht nur die Chance, sondern auch die Notwendigkeit, das völlig überteuerte und aus Umweltsicht risikoreiche Projekt volkswirtschaftlich zu überprüfen.

„Wir brauchen die Verkehrswende und als dessen Bestandteil einen kritischen Umgang mit großen Infrastrukturprojekten. Dass dies überfällig ist, zeigen die Negativ-Beispiele Flughafen Berlin-Brandenburg, Stuttgart 21, die Elbvertiefung oder der Jade-Weser-Port. Es muss Schluss sein mit finanziell unverantwortlichen Mammut-Projekten auf Kosten von Natur und Umwelt“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Insbesondere die Grünen hatten sich immer wieder kritisch gegen den Bau der Querung ausgesprochen. Jenseits der absehbaren ökologischen Schäden auf deutscher Seite hätten sich die Kosten für die von Deutschland zu finanzierende Hinterlandanbindung für die Fehmarnbeltquerung mittlerweile auf rund drei Milliarden Euro mehr als verdreifacht. Verantwortlich dafür sei unter anderem der planerisch wie finanziell völlig ungeklärte Neubau der Fehmarnsundquerung sowie die Bahn-Neubaustrecke ab Lübeck Richtung Norden, die ursprünglich auf der bestehenden Trasse lediglich elektrifiziert werden sollte.

Vor diesem Hintergrund wundert den NABU die Aussage von Femern A/S-Chef Baunkjaer, dass auf dänischer Seite zu den bisher eingeplanten rund sieben Milliarden Euro offensichtlich noch eine weitere Milliarde als finanzieller Puffer eingeplant werden kann. Denn die Refinanzierungsbasis des Vorhabens ist aus NABU-Sicht dort bereits komplett weggebrochen. Das Bahnaufkommen wurde in der Prognose halbiert. Die Dänen machen die Storebeltquerung durch eine massive Preissenkung attraktiver und rechnen dadurch pro Jahr mit 180.000 Fahrzeugen weniger am Fehmarnbelt. Die von Deutschland und Dänemark kurz vor Abschluss des Staatsvertrages zur Fehmarnbeltquerung verkaufte Reederei Scandlines wird ihren Betrieb nicht wie erwartet einstellen, sondern privatwirtschaftlich in Konkurrenz zum Tunnel weiter betreiben.
Ob die Fehmarnbeltquerung angesichts zahlreicher Alternativen im Ostseeraum überhaupt den von den Vorhabenträgern erwarteten „Staubsaugereffekt“ entfalten wird, halten zahlreiche Verkehrsfachleute schon lange für fraglich.

Der NABU hält die dänischen Verkehrsprognosen für unseriös. Ein Beispiel für die Trickserei zeigt sich besonders am Umgang mit dem so genannten „Bordershop-Verkehr“. Allein ein Drittel der Prognose von täglich rund 10.000 Fahrzeugen ist kein Verkehr zwischen Hamburg und Kopenhagen, sondern kleiner Grenzverkehr. Dänen der Region kaufen mit speziellen Fährtickets in Deutschland billig Alkohol ein. „Die Aussage vom Femern A/S-Vorsitzenden Baunkjaer, 2020 werde gebaut, ist ein hilfloser Versuch, die dänische Öffentlichkeit und Politik zu beschwichtigen und Zuversicht zu verbreiten. Ein höchst umweltschädliches Mammutvorhaben in einem EU-Meeresschutzgebiet ohne solide finanzielle Basis werden wir juristisch angreifen“, sagt Malte Siegert, NABU-Fehmarnbeltexperte.
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346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 


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