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Dienstag, 19. Februar 2019
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Verschiedenes

 
Koalitionsverhandlungen: Klimaschutz bleibt auf der Strecke
EWS kritisieren Einigung zu Klimathemen scharf

Am Wochenende gingen die Koalitionsverhandlungen in die finale Runde. Das Ergebnispapier zum Thema Umwelt, Klima und Energie zeigt: Unionsparteien und SPD messen dem Klimaschutz auch künftig keine Bedeutung bei. Inzwischen ist klar, dass die Klimaschutzziele 2020 nicht erfüllt werden: Aus Sicht der EWS darf dies nicht zu einer Aufgabe des Ziels, sondern muss zu einer Intensivierung sämtlicher Bemühungen führen.

Ausbau der Erneuerbaren Energien, Klimaschutzgesetz, Förderprogramme
Das am Wochenende bekannt gewordene Ergebnispapier zu Umwelt, Klima und Energie gibt die Richtung der kĂĽnftigen Regierung vor. Die Koalition will:

- bis 2030 einen Anteil von 65 % Erneuerbaren Energien anstreben,
- Sonderausschreibungen fĂĽr Wind und Photovoltaik in 2019 und 2020 durchfĂĽhren,
- die Kommission «Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung» einsetzen, die bis Ende 2018 u.a. den Kohleausstieg vorbereiten soll,
- die Elektromobilität vorantreiben und
- Fördermittel im Wärmebereich anbieten (z.B. beim Austausch von CO2-intensiven Heizkesseln).

Mit einem Klimaschutzgesetz, das neben dem Energie- auch den Bau- und Verkehrsbereich umfasst, soll das 2030-Klimaziel erreicht werden.

Absichtserklärungen statt konkreter Maßnahmen

Auf die Frage, mit welchen konkreten Instrumenten mehr Klimaschutz erreicht werden soll, gibt das Papier allerdings keine Antwort. Es bleibt unklar, wie das Klimaschutzgesetz die Erreichung des Ziels für 2030 sicherstellen soll. Der notwendige Umbau des Finanzierungssystems der Energiewende hin zu einem schlanken, zukunftsfähigen System mit klarem Fokus auf die Erreichung der Klimaziele wird im Papier gar nicht mehr adressiert. Dies zementiert nicht nur die Barrieren für Innovationen (z.B. im Bereich der Sektorenkopplung), sondern ignoriert auch die zahlreichen Vorschläge zur Einführung einer wirksamen CO2-Bepreisung auf nationaler Ebene. Auch die Sonderausschreibungen in 2019/2020 sowie der Ausbau der Erneuerbaren Energien bis 2030 werden bei genauerem Hinsehen relativiert. Als Voraussetzung für den Ausbau wird die Aufnahmefähigkeit der Netze genannt.

Einführung einer nationalen CO2-Abgabe für Klimaschutz unerlässlich

Aus Sicht der EWS strotzt das Papier nur so vor Mutlosigkeit und Realitätsverweigerung. Das ist deshalb so fatal, weil 2017 als zweitwärmstes Jahr in die Geschichte eingeht und die weltweiten Wetterextreme (z. B. die Starkregenereignisse im Sommer 2017) spürbarer Ausdruck des menschengemachten Klimawandels sind. «Wenn die Koalitionäre nicht handeln wollen, dann müssen wir halt an anderer Stelle Druck machen», so Sebastian Sladek, Vorstand der EWS.

Klar ist, dass sich die einzuberufende Kommission «Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung» den Vorschlägen zur Einführung einer nationalen CO2-Bepreisung nicht verweigern darf. Der zwingend notwendige Kohleausstieg muss durch intelligente Anreize, z.B. eine nationale CO2-Abgabe, wie sie der Verein für eine nationale CO2-Abgabe empfiehlt, flankiert werden. Nur so lässt sich effizienter Klimaschutz erreichen. Die EWS wird sich daher weiterhin – gemeinsam mit anderen Akteuren – für die Einführung einer nationalen CO2-Abgabe einsetzen.
 
 

1000 GĂ„RTEN 2.0
 
1000 GĂ„RTEN 2.0
Soja-Forschungsprojekt sucht bundesweit Hobbygärtner für zweite Runde

Freiburg/Stuttgart, Dezember 2017 – 2016 riefen die Universität Hohenheim und der Tofuhersteller Taifun-Tofu das Projekt „1000 Gärten - Das Soja-Experiment“ ins Leben. Ziel: Kreuzungen identifizieren, die in verschiedenen Regionen Deutschlands wachsen und sich zur Tofuherstellung eignen. Das innovative Konzept kommt an. 2.500 Anmeldungen von Gärtnern gehen ein, zahlreiche aufschlussreiche Daten werden erhoben, die Presse berichtet deutschlandweit. Nun wird die Soja-Initiative wiederholt: Für „1000 Gärten 2.0“ suchen Taifun und Universität Hohenheim wieder engagierte Hobbygärtner, Landwirte und Schulen im ganzen Land. Anmeldungen sind noch bis zum 28. Februar möglich ...
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Neue Gentechnik – Manipulation durch die Hintertür
Mit Hilfe neuer gentechnischer Verfahren wie CRISPR/Cas lässt sich das Erbgut in bisher nie dagewesener Weise verändern. Die Befürworter versprechen enorme Fortschritte bei der Tier- und Pflanzenzüchtung. Die Gegner warnen vor nicht vorhersehbaren Risiken ...
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NABU und WWF kritisieren Genehmigung des Bergamtes fĂĽr Gaspipeline Nord Stream 2
Verbände: „Pipeline gefährdet Klimaziele und Lebensräume in Schutzgebieten“

Am 31. Januar 2018 hat das Bergamt Stralsund per Planfeststellungschluss den Bau der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 in den Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns genehmigt. Die Umweltverbände NABU und WWF kritisieren die heutige Genehmigung des Bergamtes. Noch steht zwar die dritte Genehmigung des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg aus, doch erste Bauarbeiten könnten jetzt starten.

Nach Ansicht von NABU und WWF gefährdet der Bau der Gaspipeline verbindlich vereinbarte Klimaziele und steht im Widerspruch zu geltendem Energie- und Umweltrecht. Außerdem drohe die Zerstörung von Lebensräumen in Schutzgebieten in der Ostsee. Die Umweltverbände wiederholen daher ihre Forderung aus einem Offenen Brief an die Spitzen der SPD und der Unionsparteien, das Projekt einer gemeinsamen europäischen Befassung und Entscheidung zuzuführen.

„Die Genehmigung für Nord Stream 2 kommt nicht überraschend. Das gesamte Verfahren war intransparent. Daten zur Beurteilung der Umweltauswirkungen wurden zurückgehalten und die Erörterung mit den Verbänden glich einer Farce. Unbequeme Fragen wurden verhindert und Diskussionen abgebrochen, wenn es darum ging, ob eine weitere Gaspipeline in der Ostsee überhaupt notwendig ist. Eine echte öffentliche Beteiligung und unabhängige Verfahrensführung sieht anders aus", sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

"Es ist offensichtlich, dass das Projekt politisch gegen alle Widerstände durchgedrückt werden soll. Der Antrag für den Bau der Gasleitung ist als Entscheidungsgrundlage für die Genehmigung fachlich untauglich. Bundesregierung und Genehmigungsbehörden haben mit Rücksicht auf das Investment und die Zeitpläne des Unternehmens Nord Stream auf eine rechtsstaatlich korrekte Prüfung der Unterlagen verzichtet“, so Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz des WWF.

Die geplante Pipeline Nord Stream 2 durchläuft im deutschen Zuständigkeitsbereich fünf Meeresschutzgebiete, eingerichtet für seltene Seevögel und Schweinswale sowie streng geschützte Seegraswiesen und Mergelriffe. Sie gefährdet die Ziele der europäischen Fauna-Flora-Habitat Richtlinie sowie der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie, die beide einen guten oder günstigen Zustand der Meere einfordern. Davon ist die Ostsee weit entfernt - auch, weil die Nährstoffbelastung zu groß ist und sich dadurch regelmäßig sauerstoffarme Todeszonen bilden. Nord Stream 2 wird diese Situation verschärfen, wenn der Meeresboden auf rund 50 Kilometern Länge teils 80 Meter breit ausgebaggert wird. In der Pommerschen Bucht und im Greifswalder Bodden werden dabei mindestens 254 Tonnen Phosphor freigesetzt, weiterer Dünger für die ohnehin überlastete Ostsee, wie NABU und WWF kritisieren. Auch klimapolitisch ist Nord Stream 2 eine Sackgasse. Unter dem Vorwand, "Brückentechnologie" zu sein, werden weitere 50 Jahre Nutzung fossiler Energieträger zementiert. Erdgas ist dabei durch die Methanfreisetzung bei Transport und Förderung in der Klimabilanz nicht besser als Kohle oder Öl. Methan ist bis zu 85 Mal klimaschädlicher als CO2. Auch die Auswirkungen im Falle einer Havarie wären katastrophal für den Klimaschutz. Die Gefahr einer Havarie erkennt auch die Bundeswehr, deren Übungsgebiet von der Pipeline geschnitten wird. Sie forderte deshalb spezielle Tests der Pipeline. Doch auch diese Argumente wurden im Verfahren und den Risikostudien nicht untersucht und ignoriert.

NABU und WWF sehen keinen Bedarf für eine weitere Gaspipeline. Die Transportkapazität von Nord Stream 2 wird nicht benötigt, um die Erdgasversorgung Deutschlands sicherzustellen, da der Verbrauch seit vielen Jahren kontinuierlich sinkt. Zugleich sind die Gasimport- und Speicherkapazitäten Deutschlands schon heute drei Mal so groß wie der Verbrauch und auch die bestehende Nord Stream-Pipeline ist nicht ausgelastet.
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Kongress Energieautonome Kommunen: "Freiburger Appel zum Klimaschutz"
Dokument fordert für Koalitionsverhandlungen: „Klimaschutz ist nicht verhandelbar – Klimaziele 2020 umsetzen“ – Kongress mit zahlreichen Beispielen für kommunal erfolgreich umgesetzte Energiewende

Mit der Verabschiedung des „Freiburger Appell zum Klimaschutz“ ging heute nach zwei Tagen der 7. Kongress Energieautonome Kommunen (EAK) auf dem Freiburger Messegelände zu Ende. Im Hinblick auf die laufenden Koalitionsverhandlungen fordern die Unterzeichner von CDU/CSU und SPD, sich endlich konsequent für den Klimaschutz einzusetzen und mit effektiven Maßnahmen dafür zu sorgen, dass die Klimaziele für 2020 und 2030 erreicht werden.

Der EAK zeigte mit über 50 vorgestellten Projekten, wie die Energiewende auf kommunaler Ebene bereits erfolgreich umgesetzt wird. „Aber wenn die Kohleverstromung auf nationaler Ebene nicht deutlich reduziert wird, werden alle Klimaschutzerfolge auf lokaler Ebene wieder zunichte gemacht“, resümiert Dr. Harald Schäffler, der fachliche Kongressleiter.

Zentrales Anliegen des Kongresses Energieautonome Kommunen war der fachliche Austausch zwischen den Akteuren der lokalen Energiewende mit dem Ziel, die Umsetzung der Energiewende zu beschleunigen. Hierfür stellten über 50 Referenten in zwölf Praxisforen ihre Projekte und Lösungen für die Bereiche, Strom, Effizienz, Wärme und Verkehr vor. Über 220 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nutzten die Gelegenheit, sich zu vernetzen und Erfahrungen auch über Ländergrenzen hinweg auszutauschen.

Die intensiven Diskussionen des EAK fanden ihren Niederschlag in dem Freiburger Appell. Die Unterzeichner vertreten das ganze Spektrum der kommunalen Energiewende, darunter sind Kommunen, Stadtwerke, Bürgerenergiegenossenschaften, Wohnungswirtschaft, Forschungseinrichtungen, Gewerbe, Handwerk, Dienstleistungsunternehmen, Technologieunternehmen, Vereine, Initiativen und Verbände.

In dem Appell stellen die Unterzeichner fest: „Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Energieeffizienz reduzieren dauerhaft Energiekosten, schaffen Arbeitsplätze und sichern die Zukunft der nachfolgenden Generationen. Das beweisen die Akteure auf kommunaler Ebene im Strom-, Wärme- und Verkehrsbereich in tausenden von Initiativen und Projekten. Die ungebremste weitere Kohleverstromung hingegen konterkariert all diese Initiativen und Projekte auf kommunaler Ebene.“

Verschleppter Klimaschutz koste Milliarden, so der Appell. Kosten, mit denen vor allem die Bürger, Kommunen, Firmen und Organisationen belastet werden, die die Energiewende seit Jahren finanzieren und auf kommunaler Ebene umsetzen. Deshalb fordern die Unterzeichner, dass die Klimaschutzziele für 2020 nicht verschleppt werden dürfen, sondern effektive und nachhaltige Maßnahmen beschlossen werden müssen, mit denen die Ziele für 2020, 2030 und 2050 umgesetzt werden können.

In der Sektorkopplung von Strom, Wärme und Mobilität sehen die Initiatoren des Freiburger Appells enorme Effizienzpotentiale, insbesondere auf lokaler Ebene. Deshalb fordern die Unterzeichner „die Beendigung der ungleichen steuerlichen Belastung des Stromsektors im Vergleich zum Verkehrs- und Wärmesektor durch die Einführung einer wirkungsvollen CO2-Abgabe auf alle Energieträger. Mit den Einnahmen aus der CO2-Abgabe sollen im Gegenzug bestehende Steuern, Abgaben und Umlagen, wie zum Beispiel die EEG-Umlage, die Stromsteuer und die Energiesteuer auf Heizöl und Heizgas, finanziert und dadurch die Verbraucher entlastet werden.“

In Kreisen, Städten und Gemeinden stehen Millionen Gebäude für die Energiewende zur Verfügung. Deshalb fordert der Appell, den Ausbau der Erneuerbare Energien auch verbrauchsnah auf kommunaler Ebene zu forcieren, anstatt nur Ausschreibungen für Großanlagen auf nationaler Ebene unter Netzeinspeisevorbehalt zu planen. Denn dieser Ausbau könne sofort und ohne zusätzlich Netzausbaukosten für die Bürgerinnen und Bürger realisiert werden. Hierfür fordern die Unterzeichner die Beseitigung der regulatorischen Hemmnisse insbesondere für Mieterstrom und für private, kommunale und gewerbliche Gebäudeeigentümer.

Veranstalter des Kongresses Energieautonome Kommunen sind die Solar Promotion GmbH, die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG sowie der fesa e.V. Erstmals als Mitveranstalter fungierte schäffler sinnogy aus Freiburg. Geschäftsführer Dr. Harald Schäffler hat 2018 die fachliche Kongressleitung übernommen.

Den Freiburger Appell mit allen unterzeichnenden Institutionen und Personen ist auf der Webseite des Kongresses www.energieautonome-kommunen.de abrufbar.
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Ă–KO-TEST-Magazin Februar 2018
 
Ă–KO-TEST-Magazin Februar 2018
Die Februar-Ausgabe des Ă–KO-TEST-Magazins gibt es seit dem 25. Januar 2017 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 4,50 Euro.

Aus dem Inhalt

Test: Quark
Da vergeht einem der Appetit: Zwar sind die getesteten Quarkmarken frei von Problemstoffen, doch die Leidtragenden der möglichst billigen Produktion sind die Tiere. Denn die Haltungsbedingungen der Milchkühe sind katastrophal – auch in der Bio-Tierhaltung gibt es Luft nach oben. Das wohl größte Problem ist die Anbindehaltung, durch die Kühe in ihren Ketten nur stehen oder liegen können. Bewegung ist nicht möglich. Den Kälbern brennen die Landwirte die Hornanlagen aus, was sehr schmerzhaft ist, weil die Hornanlagen mit Nerven durchzogen sind. Da die Milch allein den Menschen vorbehalten ist, werden die meisten Kälber ihren Müttern am ersten Tag weggenommen und landen nach wenigen Monaten Mast als Kalbfleisch auf dem Teller.

Test: Gemüsesäfte
Die meisten Möhren-, Rote-Bete- und Sauerkrautsäfte können überzeugen. Alle sind frei von Pestizidrückständen. Allerdings sind sie überraschend süß. Mit bis zu 100 Gramm Zucker pro Liter reichen Gemüsesäfte fast an den Zuckergehalt von Obstsäften heran oder übersteigen ihn sogar. Überflüssigerweise süßen manche Hersteller ihre Produkte zudem nach. Sauerkrautsaft ist außerdem teilweise gesalzen. Ein Problem ist auch Nitrat bei Rote-Bete-Säften.

Test: KinderkarnevalskostĂĽme
Ob Prinzessin, Clown, Jedi-Ritter, Hexe oder Monster – kein einziges getestetes Produkt ist komplett schadstofffrei und damit „sehr gut“. Immerhin gibt es sechs „gute“ Kostüme. ÖKO-TEST kritisiert unter anderem optische Aufheller, die die Umwelt belasten und allergische Reaktionen hervorrufen können, aber auch Antimon, halogenorganische Verbindungen, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sowie phosphororganische Verbindungen.

Test: bunte Haarfarben
Derzeit sind Haarfarben wie Blau, Türkis, Lila, Grün, Gelb, Orange, Rot und Rosa angesagt. ÖKO-TEST wollte wissen, ob diese Produkte besser abschneiden als die klassischen chemischen Haarfarben, denn die bunten Haarfarben setzen andere Färbestoffe ein. Doch leider zeigte sich, dass auch diese nicht zu empfehlen sind, weil sie Problemstoffe wie etwa das krebsverdächtige Anilin einsetzen.

Test: Johanniskrautpräparate
Johanniskraut kann gegen leichte bis mittelschwere Depressionen helfen. Wenn Extrakt und Dosierung stimmen, gilt seine Wirkung als wissenschaftlich belegt. Doch nur rund die Hälfte der Präparate im Test ist empfehlenswert. ÖKO-TEST wertet einige Präparate als „mangelhaft“ und „ungenügend“ ab, weil es für deren Johanniskrautrezeptur keine Wirkungsnachweise gibt.

Test: HeiĂźklebepistolen
ÖKO-TEST wollte unter anderem wissen, ob Heißklebepistolen halten, was sie versprechen, und ob aus den Klebstoffen bei hohen Temperaturen Substanzen ausgasen. Das Testergebnis ist ordentlich, aber nicht überragend. Drei Geräte erreichen ein „gutes“ Gesamturteil. Hinsichtlich der Klebefestigkeit zeigten sich im Test große Unterschiede zwischen den Systemen. Einige gasten zudem auch stärker aus.

Test: Berufliche Berufsunfähigkeitsversicherungen
Das Angebot ist klein. Einige Versicherer verlangen zudem, dass jeder Mitarbeiter eine individuelle Gesundheitsprüfung macht – genau das führt bei privaten BU-Policen oft zu Ablehnungen, Risikoausschlüssen und Preiszuschlägen. Nur zwölf Anbieter sind derzeit bereit, innerhalb der bBU eine eingeschränkte Risikoprüfung zu machen. Außerdem sind Preisvergleiche wichtig, denn die Prämienunterschiede sind enorm. Für handwerklich Tätige sind die Prämien teilweise doppelt so hoch wie für Büroarbeiter. Zudem können Handwerker zumeist höchstens 1.000 Euro Monatsrente versichern, Büroarbeiter dagegen 1.500.

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Dieses Mal im Heft: Schwerpunkt Bauen und Wohnen

Gebäudeenergiestandards: Ja, was gilt denn jetzt?
Wer ein Haus baut oder kauft, will wissen, wie viel Energie es benötigen darf – auch um Fördermittel nutzen zu können. Doch die deutsche Politik drückt sich, anspruchsvolle Mindeststandards der EU zu übernehmen. Hier ein Überblick, an welchen Definitionen man sich einstweilen orientieren kann.

Mieterstrom: Von E.On oder vom Vermieter?
Die noch vom letzten Bundestag beschlossene Mieterstromförderung soll auch Menschen ohne Wohneigentum an der Energiewende beteiligen. Das klingt schön. Doch wie funktioniert das Modell in der Praxis und was müssen Vermieter und Mieter unternehmen, um davon zu profitieren? ÖKO-TEST hat recherchiert.

Altbau energetisch sanieren: In gute Hände abzugeben
Ein altes Haus zu sanieren – ist das nicht nur eine Notlösung? Ein Erfahrungsbericht zeigt: Auch so kann man mit überschaubaren Kosten hohe Energiesparziele erreichen. Und dabei viel Lebensqualität gewinnen.

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Und auĂźerdem:

Olympische Winterspiele: Vor der Abfahrt wird abgeholzt
Olympia im Winter steht mehr als jedes andere große Sportspektakel im Konflikt mit der Umwelt – trotz grünen Anspruchs. Das trifft auch auf Pyeongchang 2018 zu, wie hier bei den Bauarbeiten für die Abfahrt am Mount Gariwang, denen 58.000 Bäume zum Opfer fielen. Und wegen des Klimawandels ist ungewiss, ob es künftig überhaupt noch Winterspiele geben kann.

Tropische FrĂĽchte: Den Preis zahlen andere
Wenn im Herbst und Winter das Angebot an heimischem Obst knapp wird, sind Ananas, Mango, Papaya und Co. beliebte Alternativen. Damit wir günstig Südfrüchte genießen können, leiden Plantagenarbeiter unter miesen Arbeitsbedingungen. Dafür sind auch deutsche Supermarktketten verantwortlich. Aber was können die Verbraucher tun?
 
 

 
Ă–KO-TEST Hintergrund: Olympische Winterspiele
Kettensägen-Massaker

Offiziell beteuert das Internationale Olympische Komitee (IOC) immer wieder, dass man bei olympischen Winterspielen auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit großen Wert lege. Doch die Realität sieht anders aus – darauf macht ÖKO-TEST in der aktuellen Februar-Ausgabe aufmerksam: Für den Bau der Sportstätten werden geschützte Landschaften zerstört, wie aktuell in Pyeongchang, wo ein Hunderte Jahre alter Urwald abgeholzt wurde.

Wenn am 9. Februar die olympischen Winterspiele in Pyeongchang eröffnet werden, dann gibt es bereits einen großen Verlierer: die Umwelt. So wurden für die Abfahrt am Mount Gariwang 58.000 Bäume gefällt. Dabei handelte es sich um einen Urwald der besonderen Art: mongolische Eichen mit meterdicken Stämmen, einzigartige Vorkommen großer Wangasre-Bäume, eine lokale Birkenart. Der Wald gehörte zu den heiligsten in Südkorea; er galt als „ökologische Arche“, nicht wieder herstellbar – und war streng geschützt. Für die Winterspiele hoben die Behörden diesen Schutzstatus jedoch auf.

Die Abholzaktion zeigt deutlich, wie rücksichtslos Organisationen rund um Olympia vorgehen – vom IOC über die Internationale Ski-Föderation bis hin zu den Regierungen. Dabei gibt man sich nach außen gerne umweltbewusst. 1998 in Japan schaffte es der Klimawandel zum ersten Mal in einen offiziellen IOC-Report. Demnach sei es besonders wichtig, Winterspiele im Einklang mit der Natur auszurichten. Doch die Idee von den „grünen“ Spielen ist nicht glaubwürdig umgesetzt: Schnee wird oft per Lkw oder Hubschrauber geholt oder mithilfe von Schneekanonen künstlich produziert. Weil alpine Disziplinen steile Hänge verlangen, werden die Sportstätten in empfindlichen Gebirgslandschaften und engen Bergtälern errichtet. Dort drängen sich dann für die Dauer der Spiele Tausende Sportler und ein Vielfaches an Zuschauern, Journalisten und Offiziellen. Für den schnellen Transport der Menschenmassen werden mehrspurige Straßen gebaut.

ÖKO-TEST warnt, dass sich diese Mühe für die Gastgeberländer in der Regel nicht lohnt. Einige Orte haben sich finanziell übernommen und müssen über Jahre Schulden abzahlen. Die Schanzen, Bobbahnen und Hallen werden nach Olympia kaum genutzt. Teilweise ist man mit den Kosten für den Unterhalt der Anlagen überfordert – die Stätten liegen brach.

Daher ist es umso wichtiger, dass sich die olympische Bewegung Gedanken macht, wie das Bekenntnis zu Umwelt und Nachhaltigkeit glaubwürdiger umgesetzt werden kann. Welcher Ort den Zuschlag für die Spiele erhält, das sollte sich auch an ökologischen Aspekten orientieren, fordert ÖKO-TEST. Viele Umweltschützer raten, neue Wege zu gehen, wie etwa vorhandene Wettkampfstätten zu nutzen oder einen festen Standort auf jedem Kontinent festzulegen, um die Neubauten zu begrenzen.

Das Ă–KO-TEST-Magazin Februar 2018 gibt es seit dem 25. Januar 2018 im Zeitschriftenhandel.
 
 

 
NABU fordert Beibehaltung des Vertragsverletzungsverfahrens
in Sachen Stickstoffdioxid gegen Deutschland

Miller: Umweltministerin Hendricks fährt mit leeren Händen nach Brüssel

Berlin/Brüssel – In einem offenen Brief hat der NABU heute EU-Umweltkommissar Karmenu Vella aufgefordert, das seit 2015 laufende Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen dauerhafter Überschreitung der gesetzlichen Grenzwerte für Stickstoffdioxid weiter zu führen. Hintergrund ist der Besuch von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks am morgigen Dienstag in Brüssel, bei dem sie Kommissar Vella die Maßnahmen Deutschlands zur Senkung der Stickstoffdioxide präsentieren soll.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Umweltministerin Hendricks fährt mit leeren Händen nach Brüssel. Die Bundesregierung hat leider keinen Plan und keine einheitliche Position, wie die Belastung der Bürger mit gesundheitsgefährdendem Stickstoffdioxid wirksam eingegrenzt werden kann. Auch die Arbeiten der Expertengruppen des Nationalen Forums Diesel haben – anders als von Ministerin Hendricks und Verkehrsminister Christian Schmidt in einem Brief an Kommissar Vella dargestellt – bisher keine substanziellen Fortschritte gebracht.

Der NABU kritisiert das „Sofortprogramm Saubere Luft 2017-2020“ der Bundesregierung als unzureichend und mahnt die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen mit zu hohem Stickoxidausstoß auf Kosten der Autohersteller an. NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger: „Der Verhandlungsstand in den Arbeitsgruppen des Nationalen Forums Diesel ist enttäuschend. In keinem Handlungsfeld können kurzfristig wirksame und messbare Verbesserungen für die Luftqualität belegt werden. Daher muss die EU-Kommission das Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland beibehalten und so den Druck auf die Bundesregierung aufrecht erhalten.“
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