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Samstag, 18. August 2018
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Verschiedenes

 
Stimmt´s oder stimmt´s nicht: alles rund ums Thema Kosmetik
Binsenweisheiten rund um das Thema Kosmetik gibt es viele. Ă–KO-TEST ist der Frage nachgegangen, welche stimmen und welche vollkommen unsinnig sind.

Akupunktur hilft gegen Falten
Stimmt eher nicht. Gezielt gesetzte Akupunkturnadeln regen angeblich die Zellerneuerung an, verbessern das Hautbild und lassen Fältchen verschwinden. Dr. Helmut Rüdinger vom Vorstand der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur hält die Versprechungen für grenzwertig: "Es gibt keine einzige Studie, die belegt, dass Akupunktur Falten verschwinden lässt", sagt er. Nach der Akupunktur sehe man aber ausgeruhter aus.

Schwarzer Kaffee macht schön
Stimmt nicht. Zwar ist Kaffee unbestritten ein Muntermacher, der dank des Koffeins und zahlreicher Röststoffe sehr anregend wirkt. Schöner wird man davon aber nicht. Bei manchen Menschen führt Kaffee sogar zu innerer Unruhe und Rötungen im Gesicht. Die gute Nachricht: Kaffee ist doch nicht so ein Flüssigkeits- und Mineralstoffräuber, wie lange Zeit angenommen wurde. Eine neue Studie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) beweist, dass Kaffee in der Flüssigkeitsbilanz des Körpers wie jedes andere Getränk mitzählt. Und reichlich trinken ist das A und O für eine schöne Haut.

Rauchen macht alt
Stimmt zweifelsohne. Zigaretten sind neben zu viel Sonne der Beauty-Killer schlechthin. Die typische Raucherhaut ist faltig, fahl und grau. Die Durchblutung der Haut wird durch Rauchen gedrosselt und sie altert schneller, weil Nikotin das Kollagen zerstört. Studien zufolge wirken Tabakkondensate auch fototoxisch. Das heißt, Sonnenstrahlen wirken auf der Haut eines Rauchers stärker.

Viele Wirkstoffe sind gut fĂĽr die Haut
Stimmt nicht. Ständig neue Präparate und Pröbchen mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen können die Haut irritieren. Sie reagiert gereizt, rötet oder schuppt sich. Wer viele verschiedene Produkte benutzt, sollte nicht bei jedem eine andere Marke verwenden. Die meisten Hersteller bieten Pflegeserien an, die aufeinander abgestimmt sind. Das verträgt die Haut besser.

Schokolade macht Pickel
Stimmt nicht. Dem Vorurteil wurde in klinischen Studien nachgegangen. Das Ergebnis: Ein hoher Schokoladenkonsum ruft keine Pickelschübe hervor. Die Talgproduktion der Haut, so ein weiteres Resultat der Untersuchungen, ist von der Art der Ernährung unabhängig. Schokolade macht aber glücklich und in diesem Sinne ist sie - in Maßen - auch gut für die Haut.

Grüner Tee beugt Hautschäden vor
Stimmt. In grünem Tee stecken viel Vitamin C und Betacarotin. Außerdem enthält er reichlich Polyphenole. Diese sekundären Pflanzenstoffe sind starke Radikalenfänger. Äußerlich angewendet, in Form von Kompressen, verstärkt grüner Tee den Säureschutzmantel der Haut und wirkt entzündungshemmend und beruhigend. Gerbstoffe des Tees straffen die Haut.

Zitrone bleicht Sommersprossen
Stimmt nicht. Sauer macht nicht lustig und Zitronensaft lässt weder Sommersprossen noch Altersflecken verschwinden. Der Bleicheffekt von Zitronensaft ist minimal. Fruchtsäuren wie Zitronensäure werden zwar in Cremes und Peelings eingesetzt. Dabei geht es aber darum, die Haut zu glätten und zur schnelleren Zellbildung anzuregen. Fruchtsäuren können zudem die Haut reizen.

Piercings gibt es schon seit Jahrtausenden
Stimmt. Schon die alten Ägypter trugen Bauchnabelringe als Zeichen ihrer adligen Abstammung und die Inuit durchstießen aus rituellen Motiven ihre Wangen mit Knochenscheiben von Walen. Die neue Lust auf Körperschmuck lösten vor allem die Punks und die Homosexuellen aus. Während die Punks in den 70er Jahren mit Sicherheitsnadeln in den Wangen vor allem provozieren wollten, standen Piercings in der Schwulen- und Sado-Maso-Szene für eine gewisse Experimentier- und Risikofreude der Träger.

Hautanalyse notwendig fĂĽr optimale Pflege
Stimmt nur teilweise. Viele Kosmetikinstitute bieten sie mit dem Argument an, so die optimale Pflegeserie für den Hauttyp finden zu können. "Wer aber normale, gesunde Haut hat, für den ist solch eine Analyse überflüssig und schröpft nur den Geldbeutel", meint Oberärztin Dr. Mirjana Ziemer von der Klinik für Hautkrankheiten der Universität Jena. Ein Anwender ohne Hautprobleme kann sehr einfach selbst bemerken, ob eine Creme zu fettig oder zu wenig feuchtigkeitsspendend ist. Hautanalysen seien bei belasteten Berufsgruppen wie Friseuren, Bäckern oder Köchen sinnvoll, um für diese Gruppen geeignete Pflegeprodukte und Schutzmaßnahmen zu entwickeln.

Möhren essen macht braun
Stimmt - zumindest bei Babys. Sie bekommen mit ihrer Portion Möhrenbrei eine rotbraun getönte Haut. Verantwortlich dafür ist das Betacarotin, das sich in der Haut ablagert. Erwachsene müssten dafür jeden Tag mehrere Kilo Möhren essen. Mit Betacarotin in Pillenform ließe sich das leichter erreichen, aber auch erst in hohen Dosen. Doch die stehen im Verdacht, bei Rauchern das Krebsrisiko zu erhöhen.

Ab 40 bekommt man vom Abnehmen Falten
Stimmt. Weil die Haut nicht mehr so elastisch ist, haben Diäten unerwünschte Folgen. Schwinden die Fettpolster, bleibt die schlaffe Haut zurück. Besonders extreme Hungerkuren lassen das Gesicht dann viel älter erscheinen. Empfehlenswerter sind eine ausgewogene Ernährung mit wenig Fett und Gelassenheit gegenüber ein paar Pfunden zu viel.

Von Möhren bekommt man glänzende Augen
Stimmt nicht so ganz, aber: Möhren sind wichtig für das Sehvermögen. Sie enthalten Carotinoide, die zu Vitamin A umgewandelt werden. Das ist wichtig für den Aufbau des Sehpigments, schützt die Schleimhaut und fängt freie Radikale ab. Möhren halten also die Augen fit und verhindern angestrengtes Blinzeln. Das wiederum beugt Augenfältchen vor.

Schwangerschaftsstreifen lassen sich vermeiden
Stimmt nicht immer. Wenn der Bauch während der Schwangerschaft langsam größer wird, dehnt sich die Haut nach und nach mit. Doch bei manchen Frauen gibt das Bindegewebe irgendwann nicht mehr nach - und reißt. Sicher vermeiden lässt sich das nicht, denn Ursache ist eine vererbte Bindegewebsschwäche, die mal stärker, mal weniger ausgeprägt ist. Um Schwangerschaftsstreifen vorzubeugen, kann man die Haut regelmäßig massieren und zupfen, damit sie geschmeidiger wird. Rund um den Nabel wird die Haut besonders gedehnt, diese Partie deshalb täglich gut eincremen oder mit einem Pflegeöl versorgen.

Immer mehr Erwachsene leiden unter Pickeln
Stimmt. Experten schätzen, dass etwa 40 Prozent der Erwachsenen zwischen 25 und 40 Jahren an unreiner Haut und ihren Folgeerscheinungen leiden. Schuld daran sei vor allem Stress: Der nämlich löst im Körper den vermehrten Ausstoß von männlichen Hormonen aus. Diese stimulieren die Talgdrüsen und verursachen so die unerwünschten Pickel.
 
 

Die Rückkehr der Weihnachtsschildkröten
Gemeinsamer Start. © WWF
 
Die Rückkehr der Weihnachtsschildkröten
WWF meldet „Auferstehung“ bedrohter Süßwasserschildkröten in Bolivien

Berlin - Im Amazonas im Nordosten Boliviens lässt sich in diesen Tagen ein kleines Naturwunder beobachten. Der WWF schätzt, dass an zwei Uferabschnitten des Flusses Iténez in wenigen Tagen rund 3,4 Millionen Süßwasserschildkröten geschlüpft sind. Es handelt sich um Jungtiere der Arrauschildkröte (Podocnemis expansa) und der Terekay-Schienenschildkröte (Podocnemis unifilis). Beide Arten stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten. „Insbesondere Terekay-Schildkröten gelten als gefährdet und sind sehr selten“, erläutert Dirk Embert, Lateinamerika-Referent beim WWF Deutschland. Die Geburtenwelle sei eine Art vorgezogenes Weihnachtsgeschenk.

Der gepanzerte Babyboom geht auf ein 2007 gestartetes Projekt zum Schutz der beiden Schildkrötenarten zurück. Die Menschen aus den Dörfern der Umgebung wählten mit Unterstützung des WWF mehrere Uferbereiche als Rückzugsgebiete für die gepanzerten Reptilien aus. Diese Eiablageplätze werden von den lokalen Naturschützern von August bis Januar bewacht. Nach dem Schlüpfen wird ein Teil der kleinen Schildkröten eingesammelt und auf andere Flussabschnitte verteilt. Sie erwartet ein harter Überlebenskampf. Denn sowohl die Eier selbst als auch die kleinen Schildkröten selbst sind eine leichte und beliebte Beute für Füchse, Raubvögel und sogar für Jaguare. Selbst wenn die Schildkrötenbabys den Fluss erreichen, sind sie keineswegs sicher: Im Wasser lauern Piranhas und Kaimane, die die frisch geschlüpften Jungtiere auf dem Speisezettel haben. Allerdings waren es nicht die tierischen Jäger, die die Reptilien an den Rand des Aussterbens gebracht haben. „Schildkröten und ihre Eier sind sehr eiweißhaltig und gelten im gesamten Amazonasgebiet als Delikatesse. Insbesondere in der Trockenzeit ist es einfach, die Tiere zu fangen. In den vergangenen Jahrzehnten landeten so Millionen von Tieren im Kochtopf“, berichtet Dirk Embert vom WWF.

Um die Schildkröten zu schützen, war es deshalb wichtig, gemeinsam mit den Menschen vor Ort Pläne zu entwickeln, die den Einheimischen die Nutzung der Tiere erlaubt und gleichzeitig ihr Überleben sichert. „Der geburtenstarke Schildkrötenjahrgang zeigt, dass der Ansatz offenbar richtig ist“, freut sich der WWF. Gesichert sei der Fortbestand der Schildkrötenarten damit jedoch noch nicht. Neben der Jagd gebe es weitere ernste Bedrohungen. Dazu gehören die Ausbreitung von Siedlungen bis an die Ufer, die Abholzung in den Quellgebieten der Flüsse sowie der geplante Bau von Staudämmen.
 
 

Jahresbilanz Ă–kostation: Beitrag zu einem nachhaltigen Freiburg
Ă–kostation Freiburg / Foto: Ă–kostation
 
Jahresbilanz Ă–kostation: Beitrag zu einem nachhaltigen Freiburg
Umweltbildung, Gartenkurse und grüne Events liegen voll im Trend. Das belegt die Bilanz, die die Ökostation Freiburg jetzt für das Jahr 2012 vorlegt: Insgesamt 573 Veranstaltungen, Grüne Klassenzimmer, Mittagsbetreuungen, Kurse, Führungen, Sonntagsöffnungen, runde Tische und Bürgeraktionen stellte das Team der Ökostation, teils aus eigener Kraft, teils in Kooperation mit anderen Partnern auf die Beine.

Wie jedes Jahr waren die Angebote für Schulklassen der Renner. Schon früh im Jahr waren die Themen Naturerleben, Abfall vermeiden, gesunde Ernährung und Energie ausgebucht. Allein 75 Schulklassen hatten das Thema Artenvielfalt gebucht, das von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg gefördert wird. Dieses Angebot, bei dem die Schüler natürliche Lebensräume rund um die Ökostation erkunden, wurde im September als offizielles Projekt der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet. Dazu der baden-württembergische Naturschutzminister Alexander Bonde: “Die Unterstützung der Natur- und Umweltbildungsarbeit der Ökostation ist eine hervorragende Investition in die Zukunft.“

Um die Artenvielfalt ging es auch bei Gartenaktionen in der Adolf-Reichwein-Schule, der Loretto-Schule und in der Kita Rieselfeld. Anlässlich von „Rio plus 20“ gestalteten dort Kinder, Lehrer und Erzieherinnen zusammen mit der Ökostation das Außengelände zum artenreichen Ökogarten um.

Mit ihrem breit gefächerten Programm gelang es der Ökostation, neue Zielgruppen und Partner zu erschließen. „Es ist uns wichtig, auch Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund anzusprechen“ so Ralf Hufnagel vom Leitungsteam. „Dafür haben wir uns am „Green Tech – Projekt“ beteiligt. Dort lernen Jugendliche, überwiegend mit Migrationshintergrund, Berufsfelder rund um die grünen Technologien kennen.“ Das Kooperationsprojekt von Ökostation, Handwerkskammer, drei Jugendzentren und „Lernen erleben in Freiburg, LEIF“ dauert noch bis April 2014 und wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt bezuschusst. Ebenso ermöglichte die Ökostation benachteiligten Jugendlichen und Schülern mit wenig Deutschkenntnissen, mit Natur und Umwelt in Kontakt zu kommen. Die „Umweltfüchse“ mit einer internationalen Klasse der Karlschule sowie die Sommerschule, die die Ökostation zusammen mit dem staatlichen Schulamt nun bereits zum dritten Mal durchführte, sind Beispiele dafür.

„Einen richtigen Boom erlebten wir bei den Gartenveranstaltungen“, so Heide Bergmann vom Leitungsteam. „Der Jahreskurs der Gartenbauschule war so schnell ausgebucht, dass wir einen Parallelkurs einrichten mussten.“ Auch der Gartensonntag zum urbanen Gärtnern im Oktober fand großen Zulauf. Ein weiteres Projekt war die Aktion „Freiburg blüht auf“ in Zusammenarbeit mit dem Garten- und Tiefbauamt. Hierbei unterstützte die Ökostation Bürger bei der Begrünung von Baumscheiben mit Samen, Setzlingen und fachlichem Rat. Das Bürgerengagement im öffentlichen Grün soll auch 2013 unterstützt werden. So wird die Ökostation fertige Wiesenelemente mit heimischen Pflanzen für Interessenten zur Verfügung stellen
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NABU-Umweltbilanz 2012 – Jahr der verpassten Chancen
Impulse fĂĽr eine nachhaltige Agrar-, Energie- und Verkehrspolitik fehlen

Berlin – Mit Blick auf das Jahr 2012 hat der NABU wichtige Impulse für eine umweltfreundlichere Agrar-, Energie- und Verkehrspolitik vermisst und für 2013 mehr ressortübergreifendes Engagement beim Arten- und Klimaschutz gefordert. „Natur- und Umweltschutz sind kein Beiwerk, sondern tragen dazu bei, unsere Lebensqualität zu sichern. Saubere Luft und Wasser, gesunde Böden und Artenvielfalt sichern wir nur, wenn wir Naturschutzinteressen in der Landwirtschaft, beim Ausbau von Stromnetzen, der Verkehrsinfrastruktur und der Rohstoffgewinnung ausreichend berücksichtigen. Hier gilt Sorgfalt vor Schnelligkeit“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Das Projekt Energiewende sei auch nach einem Jahr nicht entscheidend vorangekommen. „Wirtschaftsminister Rösler hat sich im vergangenen Jahr als Bremsklotz beim Klimaschutz erwiesen. In Brüssel blockiert er die EU-Energieeffizienzrichtlinie und verspielt damit Chancen deutscher Unternehmen auf einem Markt für Energieeinspar-Dienstleistungen“, so Tschimpke. Auch blockiere der Bundeswirtschaftsminister jede Maßnahme für mehr Klimaschutz in der EU. „2013 muss das EU-Klimaziel für 2020 endlich auf mindestens 30 Prozent aufgestockt werden und weitere Etappen für die Zeit ab 2030 und 2040 festgelegt werden“, so der NABU-Präsident weiter. Hier sei ein klares Signal von Kanzlerin Angela Merkel nötig. Auf Röslers Betreiben profitiere die deutsche Industrie künftig auch deutlich stärker von den Ausnahmeregeln bei den Stromkosten: die Industrie werde im kommenden Jahr entlastet, während die EEG-Umlage für die Bürger steige.

Auch die Öko-Bilanz seines Kabinettskollegen Bauminister Ramsauer fällt schwach aus. Bei der energetischen Gebäudesanierung wurden weder die entsprechenden EU-Vorgaben umgesetzt, noch der seit 2010 angekündigte Fahrplan für einen klimaneutralen Gebäudebestand vorgelegt. Von den in 2012 von Ramsauer ausgehandelten zusätzlichen 750 Millionen Euro für die Verkehrsinfrastruktur sollen lediglich 40 Millionen Euro und damit gerade mal fünf Prozent für die Schiene reserviert werden. Ärgerlich waren die mehrfachen Versuche beider Minister, den Naturschutz als Hindernis der Energiewende darzustellen, um geltende EU-Umweltauflagen für die Offshore-Windenergie und den Stromnetzausbau auszuhebeln.

Auch im EU-Jahr der Luft 2013 wird der NABU seine Kampagne „Mir stinkts! Kreuzfahrtschiffe sauber machen!“ fortsetzen. Ziel der Kampagne ist es, dass Kreuzfahrtreeder schnellstmöglich die schädlichen Luftschadstoffemissionen der Ozeanriesen reduzieren. Obwohl die Belastung der Bevölkerung durch Krebs erregende Rußpartikel und umweltschädliche Stickoxide seit Jahren zunimmt, wird in absehbarer Zeit gerade mal ein einziges Schiff mit moderner Abgastechnik ausgestattet.

Trotz knapper Kassen traut sich die Bundesregierung bei den derzeitigen Verhandlungen über den EU-Haushalt 2014-2020 nicht an die heiligen Subventions-Kühe heran. Der NABU befürchtet deshalb, dass die EU auch in Zukunft weiter ökologische Schulden anhäufen wird: durch Agrarsubventionen per Gießkanne und Förderung von Projekten, die durch ihre Umweltschäden für die Gesellschaft langfristig sehr teuer werden. „Der derzeit verhandelte EU-Haushalt braucht eine ökologische Schuldenbremse. Gleichzeitig muss die Naturschutzförderung aus ihrem Schattendasein mit einem Viertelprozent des Gesamtbudgets befreit werden“, so Tschimpke. Der NABU wird sich daher im kommenden Jahr weiter für eine ökologische Umschichtung der Brüsseler Milliarden engagieren. Mit seiner Kampagne „Umsteuern jetzt“ setzt sich der NABU für eine Konzentration der Agrarsubventionen auf konkrete gesellschaftliche Leistungen im Natur- und Umweltschutz ein.

Ein Erfolg für den internationalen Naturschutz wurde auf der diesjährigen UN-Naturschutzkonferenz in Indien im Oktober erzielt: Hier sagten die Industriestaaten bis 2015 eine Verdoppelung der Hilfen für die ärmsten Länder zu. Positiv war auch die Anerkennung ökologisch wertvoller Meeresgebiete, viele davon auf der Hohen See. Jetzt ist die UN-Vollversammlung aufgefordert, entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um bis zum Jahr 2020 zehn Prozent der Weltmeere unter Schutz zu stellen.

Angesichts des enttäuschenden Ausgang des Umweltgipfels Rio +20 in Brasilien im Juni und der verpassten Chancen beim Klimagipfel in Doha Anfang Dezember forderte der NABU-Präsident mehr Engagement bei der internationalen Zusammenarbeit bereits im Vorfeld der regelmäßig stattfindenden UN-Großkonferenzen. Ohne strategische Allianzen, wie zum Beispiel die EU und Afrika, aber auch mit Schwellenländern wie Mexiko, Südkorea, Brasilien oder China werde es nicht gelingen, wirkliche Fortschritte für den globalen Umweltschutz zu verwirklichen.

Der NABU wird sich im kommenden Jahr weiter für den Schutz von natürlichen Ressourcen und für nachhaltigen Konsum engagieren. Die von Bundesumweltminister Peter Altmaier geplante Verpflichtung von Lebensmittelhändlern, künftig umweltschädliche Einweg- und umweltfreundliche Mehrwegflaschen zu kennzeichnen, war ein erster Schritt. Doch trotz hoher Recyclingquoten gewinnen umweltschädliche Plastikeinwegflaschen und Getränkedosen seit Jahren kontinuierlich an Marktanteilen. Vor diesem Hintergrund begrüßt der NABU die anvisierte Kennzeichnungspflicht von Getränkeverpackungen, fordert darüber hinaus aber auch eine von der Umweltfreundlichkeit des Materials abhängige Steuer auf Getränkeverpackungen von den Herstellern zu erheben. Ein Armutszeugnis für Bund, Länder und Kommunen ist das drei Jahre hinter den Kulissen verhandelte und offensichtlich gescheiterte Projekt Wertstofftonne. Das Wertstoffgesetz hätte als Nachfolger der Verpackungsverordnung die Mülltrennung für die Verbraucherinnen vereinfacht und die deutsche Recyclingkunststoffproduktion mehr als verdoppeln können.

Mit über 500.000 Mitgliedern und Förderern bleibt der NABU der mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. In den über 2.000 lokalen und regionalen Untergliederungen sowie verschiedenen Fachgruppen sind rund 37.000 Mitglieder ehrenamtlich aktiv und leisten unentgeltlich fast drei Millionen Arbeitsstunden.
 
 

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Fairer Handel: Vorsicht vor unfairen Geschäften
Der faire Handel wächst rasant. Das lockt Geschäftemacher. ÖKO-TEST hat recherchiert und viele „unfaire“ Siegel entlarvt. Es gibt aber auch Siegel, denen Verbraucher vertrauen können.

Fair ist schwer im Kommen. Eine verwirrende Vielfalt von Siegeln pappt auf Lebensmitteln, Kleidung und sogar auf Pflastersteinen. Damit gibt es ganz unterschiedliche Standards und Zertifizierungssysteme, die Fairness belegen sollen. ÖKO-TEST hat bei der Untersuchung vier wichtigsten Kriterien zugrunde gelegt - zwei, die für Produzenten, und zwei, die für Arbeiter unverzichtbar sind. Faire Label und Auslobungen sollten erstens dafür sorgen, dass die Produzenten einen garantierten Mindestpreis für ihre Produkte bekommen. So sind sie nicht abhängig von den Preisschwankungen und der Spekulation auf dem Weltmarkt. Der Mindestpreis soll die Produktions- und die Lebenshaltungskosten decken, sprich: Er liegt in der Regel über dem Weltmarktpreis. Zweitens muss die Vorfinanzierung der Produktion gesichert sein. Die Abnehmer müssen sich also verpflichten, auf Anforderung einen Teil des Kaufpreises vor der Lieferung der Ware zu bezahlen. Das soll verhindern, dass sich Kleinbauern und Kooperativen, die nicht genügend Geld zur Finanzierung der Produktionskosten haben, zu Wucherzinsen Geld leihen müssen. Drittens müssen die Vergabebedingungen eines Siegels verbindlich festlegen, dass die Arbeiter auf Bananenplantagen oder die Näherinnen in Kleiderfabriken zumindest den gesetzlich festgelegten Mindestlohn erhalten. Außerdem muss ein Siegel die Einhaltung aller Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) vorschreiben. Dazu gehört beispielsweise das Verbot von Kinder- und Sklavenarbeit. Auch das scheint selbstverständlich, ist es aber genauso wenig wie die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns.

Ă–KO-TEST hat im Rahmen des Tests 72 Importprodukte sowie sieben Milchsorten eingekauft. Es zeigte sich, dass nur bei 50 der 79 Produkte die Vergabebedingungen der Siegel und Auslobungen alle vier grundlegenden Anforderungen erfĂĽllen. Denn anders als im Bio-Bereich, wo es durch die EU-Ă–ko-Verordnung und das EU-Bio-Siegel Mindeststandards gibt, die alle Bio-Produkte erfĂĽllen mĂĽssen, legt fĂĽr faire Produkte jedes Label die Kriterien nach eigenem Gusto fest.

Von den 34 Kaffeesorten im Test stufte ÖKO-TEST 18 als fair ein. Die höchsten Standards bieten etwa die Labels Fairtrade sowie Gepa. Nicht überzeugen konnten Kaffees mit den Labeln Rainforest Alliance Certified und UTZ Certified. Beide machen zwar Vorgaben für soziale und ökologische Kriterien, die zum Teil über gesetzliche Mindestanforderungen hinausgehen. Sie garantieren aber keine Mindestpreise und die Vorfinanzierung ist nicht Teil der Vergabebedingungen. Der Verhaltenskodex 4C (Common Code of the Coffee Community) ist eher ein Marketinginstrument und bekommt nicht nur von ÖKO-TEST eine schlechte Einstufung. In einer Stellungnahme zur Einführung im Jahr 2007 kritisierten die Fair-Handelshäuser Gepa, dwp und El Puente, 4C werde als "die nachhaltige Lösung für Mainstream-Kaffee gepriesen". Der Standard "auf niedrigem Niveau" diene als "wertvolles Marketinginstrument der Kaffeekonzerne", es bestehe die "Gefahr der Irreführung", weil Kunden den Unterschied zwischen 4C- und wirklich fair gehandeltem Kaffee nur schwer nachvollziehen könnten.

An den Kleidungsstücken baumeln viele selbst gebastelte Label. Die Produkte sind allerdings vor allem deshalb schwer zu beurteilen, weil kein firmenübergreifendes Siegel sowohl die Erzeugung der Rohstoffe wie die Produktion der Kleidung umfasst. Die Fair Wear Foundation steht für die Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken, Cotton made in Africa für den Baumwollanbau. Fairtrade Certified Cotton ist ebenfalls hauptsächlich ein Label für den Baumwollanbau, berücksichtigt aber zusätzlich Aspekte der Verarbeitung in den Textilfabriken. So müssen alle Kernarbeitsnormen beachtet und wenigstens der gesetzliche Mindestlohn bezahlt werden. Die Kontrolle, ob das tatsächlich passiert, überlässt Fairtrade aber anderen. Bei der Kontrolle der Textilfabriken geht die Fair Wear Foundation weiter als andere Label und prüft beispielsweise, ob die Näherinnen von den gezahlten Löhnen tatsächlich leben können. Das ist bei den gesetzlichen Mindestlöhnen nämlich teilweise nicht der Fall. Trotzdem ist das T-Shirt von Hemp Age nur "teilweise fair". Die Firma hat keinen zusätzlichen Nachweis über die faire Rohstofferzeugung geliefert. Der wäre für ein "fair" aber nötig gewesen. Denn die Rohstofferzeugung wird für das Fair-Wear-Foundation-Label nicht geprüft.

Faire Kosmetik - eine Nische in der Nische: Im (Natur-)Kosmetikmarkt spielt der faire Handel bislang kaum eine Rolle. Auch wenn groĂźe Hersteller wie Weleda auf firmeneigene Projekte verweisen, hat Ă–KO-TEST kein einziges Produkt mit dem Fairtradesiegel gefunden.

Die sieben Weine im Test haben von ÖKO-TEST das Gesamturteil "fair". Sie sind mit Fairtrade, Fair for Life, Gepa - Wir handeln grundsätzlich fair gelabelt. Auf dem Etikett des Cuvée du Président steht lediglich Import El Puente GmbH. Für die Firma ist ihr Name Programm (Die Brücke), sie vermeidet konsequent, ein Label auf ihre Verpackungen zu drucken, während die dwp (Dritte Welt Partner) wie die Gepa eigene Label verwendet ("Fair gehandelt" oder "Produkt aus fairem Handeln"). Eingeweihte wissen zwar, dass die drei Firmen ausschließlich faire Produkte handeln. Alle anderen dürfte der Auslobungswirrwarr eher verunsichern.

Während Wein oder Kaffee zumindest bei den seriösen Siegeln zu 100 Prozent aus zertifizierten Rohstoffen bestehen müssen, können verarbeitete Produkte wie Schokolade nicht faire Anteile enthalten. Das soll den Absatz fair gehandelter Rohware erhöhen. Doch im schlechtesten Fall sind nur 20 Prozent eines Produkts Fairtrade-zertifiziert. Das ist nach Ansicht von ÖKO-TEST zu wenig. Für Bio-Produkte beispielsweise gilt, dass 95 Prozent der Zutaten aus ökologischem Anbau stammen müssen. Die einzige zu 100 Prozent faire Schokolade ist die Grand Noir feinherb von Gepa. Denn sie enthält neben fairem Kakao und fairem Zucker auch noch vom Naturland-Verband zertifizierte faire Bio-Milch der Milchwerke Berchtesgadener Land.

Mit Rainforest Alliance Certified sind die Bananen von Chiquita gelabelt. ÖKO-TEST bewertet sie nur mit "überwiegend unfair", denn das Siegel schreibt weder einen Mindestpreis vor noch ist die Vorfinanzierung gesichert. Mit der gleichen Beurteilung kommen die Bio-Bananen von Tegut Fairbindet möglicherweise etwas zu schlecht weg. Aber bei der Auslobung ist die Vorfinanzierung nur "prinzipiell" möglich, und einen garantierten Mindestpreis gibt es "nicht als Prinzip", weil auch "andere Vorteile aus Sicht des Herstellers" in die Kooperationen einfließen. Zwar liegt der Preis, den Tegut nach eigenen Angaben für Bio-Bananen zahlt, über dem garantierten Mindestpreis von Fairtrade. Doch für eine bessere Note fehlt es an der Verbindlichkeit der Vorgaben. Auf den bei Netto gekauften Physalis-Früchten hat ÖKO-TEST die Auslobung First + Fair entdeckt. Um sie zu erhalten, muss nur eine der vier wichtigsten Vergabebedingungen erfüllt sein: die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns.

Das ÖKO-TEST-Fazit: Von den Beteiligten ist keine Einigung auf gemeinsame Mindestanforderungen für faire Auslobungen zu erwarten, besonders wenn die Bedeutung des fairen Handels wie erwartet schnell zunehmen sollte und somit viel Geld zu verdienen ist. Somit ist die Politik gefordert, Mindeststandards festzulegen und ein einheitliches Fair-Label zu schaffen. Wie im Bio-Bereich mit dem EU-Bio-Siegel könnten Organisationen und Unternehmen darüber hinausgehende Anforderungen durch zusätzliche, eigene Label dokumentieren.

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ÖKO-TEST rät
• Die höchsten Standards bieten die Label Fairtrade und Fair for Life sowie Produkte von Gepa, El Puente, Bananafair und DWP.
• Bei Textilien steht das Zeichen der Fair Wear Foundation für starke Bemühungen um bessere Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken. Das Label Fairtrade Certified Cotton bezieht sich sowohl auf die Baumwollernte als auch auf die Weiterverarbeitung.
• Misstrauen ist angebracht. Es mehren sich Zeichen auf den Verpackungen, die wie Label aussehen, aber nur Werbung des Herstellers sind. Denn einheitliche Regelungen, was als fair bezeichnet werden darf, gibt es nicht.
 
 

 
Karlsruhe: Nicht unbedacht Tiere zu Weihnachten schenken
Ordnungs- und Bürgeramt rät zu reiflicher Überlegung bei Tiergeschenken

Tiere gehören mit zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken und stehen häufitg auf der Wunschliste von Kindern. Was die Leiterin des Fachbereiches Veterinärwesens beim Ordnungs- und Bürgeramt (OA), Dr. Alexandra Börner, dazu veranlasst, auf die mit der Anschaffung eines Tieres verbundene große Verantwortung hinzuweisen. Nie sollte man Hunde, Katzen oder auch Meerschweinchen unbedacht "unter den Weihnachtsbaum legen". „Viele Tiere werden nach Weihnachten in die ohnehin schon überfüllten Tierheime abgeschoben, weil oftmals die Tiere den gewohnten Familienalltag stark belasten“, so die Fachbereichsleiterin. Sie rät daher, die Anschaffung eines Tieres gut zu überlegen. Haltungsbedingungen, Zeit- und Kostenaufwand spielen hierbei eine große Rolle. Kinder sind häufig ohne Unterstützung ihrer Eltern nicht in der Lage, die gesamte Verantwortung für die Fütterung und Pflege eines Haustieres zu übernehmen. Eltern müssen voll und ganz hinter dem neuen Hausgenossen stehen und die Betreuung übernehmen, sollte der Nachwuchs das Interesse an dem Tier verlieren.

Hunde benötigen mehrmals täglich Auslauf. Die Käfige kleinerer Heimtiere - wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamster - müssen ausreichend groß und tiergerecht gestaltet sein. Eine regelmäßige und gründliche Reinigung ist für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Tieres sehr wichtig. Die immer beliebter werdenden Reptilien erfordern meist spezielle Kenntnisse über die Haltung, und die artgerechte Ausstattung der Terrarien kann aufwendig und kostenintensiv sein. Auch an die sichere Unterbringung dieser Tiere muss gedacht werden.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, ein Haustier anzuschaffen, sollte sich vor der Anschaffung über die Besonderheiten eines Haustieres ausreichend beraten lassen, sich mit Fachliteratur über die Haltungsbedingungen informieren oder sich im Internet über dier Bedürfnisse des möglichen tierischen Hausgenossen kundig machen. Danach kann auch ein Besuch bei einem Tierheim empfehlenswert sein. Dort warten Hunde und Katzen, aber auch kleine Heimtiere und Exoten auf ein neues zu Hause.
 
 

 
Heizen mit Holz: Darauf sollten Sie achten
Im Winter gibt es nichts Gemütlicheres als vor einem warmen, knisternden Holzofen zu sitzen. Wer mit Pelletofen heizt, hat es einfach. Die Pellets kommen fertig und trocken ins Haus, die Handhabung ist einfach. Doch man muss trotzdem einige Punkte beachten, damit die Technik zuverlässig funktioniert. Welche das sind, verrät Ihnen ÖKO-TEST.

Große Erwartungen an die Fähigkeit, Wärme zu speichern, sollte man bei Pelletöfen nicht haben. Die Gehäuse bestehen in der Regel aus Stahlblech. Die beste Speicherfähigkeit haben noch Modelle mit Teilverkleidungen aus Gussstahl, Naturstein oder Keramik. Das Gewicht des Ofens gibt hier einige Anhaltspunkte. Viele der Öfen können die zur Verbrennung notwendige Luft über einen als kostenpflichtiges Zubehör erhältlichen Zuluftkanal direkt von außerhalb des Hauses ansaugen.

Das ist sinnvoll, denn die Verbrennung von Raumluft macht einen stetigen Frischluftnachschub, etwa über ein geöffnetes Fenster, notwendig. Garantiert zu 100 Prozent unabhängig von der Raumluft funktionieren allerdings nur Modelle, die eine entsprechende Zulassung durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) besitzen. Besondere Dichtungen an den Türen und bei den Zu- und Abluftführungen verhindern bei diesen Öfen, dass durch eine Lüftungsanlage oder eine starke Dunstabzugshaube hochgiftiges Kohlenmonoxid aus dem Brennraum gesaugt wird. Bei allen anderen Geräten muss ein Sicherheitsschalter den gleichzeitigen Betrieb von Lüftung und Ofen unterbinden oder sicherstellen, dass ein Fenster geöffnet ist. Wie andere Einzelraumfeuerungen auch, muss der Einbau eines Pelletofens vom Schornsteinfeger abgenommen werden.

Nicht alle tragen den Blauer Engel
Nur wenige Pelletöfen tragen den Blauen Engel, obwohl mehrere Modelle die Vorgaben einhalten würden. Die Hersteller scheuen die Prüfkosten. Das Umweltzeichen mit der Bezeichnung RAL-ZU 111 schreibt mit maximal 180 mg/ m³ Kohlenmonoxid (CO) und maximal 25 mg/m³ Staub bei Nennlast noch strengere Abgasgrenzwerte und mit 90 Prozent einen höheren Wirkungsgrad vor als die Bundesimmissionsschutzverordnung ab 2015. Zudem macht das Zeichen Vorgaben für den Stromverbrauch (maximal ein Prozent der Wärmeleistung) und die Schadstoffbelastung durch Stickoxide und im Teillastbereich, also wenn der Ofen unterhalb seiner Maximalleistung läuft.

Geld vom Staat
Die finanzielle Förderung von luftgeführten Pelletöfen in Höhe von 500 Euro durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) wurde gestrichen. Für wassergeführte Pelletöfen, die in einem Altbau eingesetzt werden, gewährt der Staat einen Zuschuss von pauschal 1.400 Euro (bis zu einer Leistung von 38,8 Kilowatt). Diese Basisförderung erhöht sich um 50 Prozent, wenn der Ofen in einem zum Effizienzhaus sanierten Altbau eingesetzt wird, der um 30 Prozent besser gedämmt ist, als die aktuelle Energieeinsparverordnung vorschreibt. Wird gleichzeitig eine förderfähige Solaranlage zur Heizungsunterstützung eingebaut, sind zusätzlich 500 Euro Förderung möglich. Voraussetzung ist ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage und der Einsatz hocheffizienter Heizungspumpen. (Informationen unter www.bafa.de.)

Pellets: Preis und Qualität
Aus Holzstaub oder Sägemehl gepresste Pellets haben das Heizen mit Holz revolutioniert. Beliebig dosierbar, ohne größere Anstrengung lagerfähig und mit genormten Eigenschaften machen sie das Heizen mit Holz zur Komfortveranstaltung. Zudem ist der Preis gegenüber Öl und Gas meistens niedriger, es gibt aber Unterschiede. So senkt die Anlieferung gleich mehrerer Tonnen Pellets per Tanklastwagen die Brennstoffkosten. Nach Angaben des Vereins Carmen (www.carmen-ev.de), der seit Jahren die Preise für nachwachsende Rohstoffe erhebt, lag der Preis für eine Tonne Pellets in Säcken im August 2012 bei 293 Euro. Eine Tonne lose gelieferter Pellets kostete zum gleichen Zeitpunkt durchschnittlich 235 Euro, also rund ein Fünftel weniger (bei Lieferung von fünf Tonnen). Im Winter steigen die Pelletpreise traditionell leicht an. Der Heizwert eines Kilos Pellets entspricht etwa einem halben Liter Heizöl.
Umgerechnet auf den Heizwert kostete die Kilowattstunde Wärme mit Pellets aus Säcken im Sommer 2012 rund 6 Cent. Das ist aktuell, aber auch auf Jahressicht, deutlich günstiger als Heizöl (8,5 Cent) und etwas preiswerter als Erdgas (7 Cent), aber eben deutlich teurer als lose angelieferte Pellets, die im langjährigen Jahresdurchschnitt zwischen 4,5 und etwa 5,0 Cent je Kilowattstunde kosteten.

Auf Brennstoffqualität achten
Sind Pellets zu bröselig oder enthält die Lieferung zu viel Holzstaub, kann es zu Problemen beim Transport im Ofen und der Verbrennung kommen. Maßgeblich ist die EU-Norm EN 14961-2, die die entsprechende DIN-Norm abgelöst hat. Für private Zwecke eignet sich die Qualität A1, die die strengsten Werte aufweist. Die Norm wird nicht überwacht, es lohnt sich allerdings, auf Gütezeichen zu achten.

Das Zeichen ENplus wird vom privaten Deutschen Pelletinstitut vergeben. Mit Vorgaben zur sogenannten Ascheerweichungstemperatur (höher als 1.200 Grad Celsius), von der die Bildung problematischer Schlacken abhängt, macht es die umfassendsten Vorschriften. Für das Zertifikat ENplus A1 ist die Pelletproduktion aus Holzstämmen und unbehandelten Produktionsresten der Holzindustrie zulässig. Zudem wird nach Angaben des Instituts die gesamte Lieferkette von der Herstellung bis zur Auslieferung überwacht. Für den Handel mit ENplus-Pellets in Säcken müssen sich Händler allerdings nicht prüfen lassen (www.enplus-pellets.de).

Seit 2002 auf dem Markt ist DINplus; es wird von der Firma DIN CERTCO, einer Tochter des TÜV Rheinland, vergeben. Die Prüfanforderungen sind weitgehend mit denen des ENplus-Zertifikats identisch. Für Sackware gilt allerdings mit einem Feinanteil (Holzstaub) von kleiner als 0,5 Prozent ein strengerer Grenzwert (ENplus 1,0 Prozent). Dafür muss die Ascheerweichungstemperatur nur angegeben werden; konkrete Werte fehlen. Pellets mit DINplus-Zeichen dürfen neben Stammholz und unbehandelten Holzresten auch aus Vollbäumen ohne Wurzeln sowie Waldrestholz produziert werden. Bei ENplus ist das nur bei der geringerwertigen Klasse A2 erlaubt (www.dincertco.de).

Unbedingt trocken lagern
Pellets in Säcken sollten trocken gelagert werden. Beim Transport ist darauf zu achten, dass die Pellets nicht zerbrechen oder zerbröseln. Eventueller Holzstaub oder Feinanteil sollte nicht in den Ofen gelangen.

Für die Lagerung loser Pellets sind einige Punkte zu beachten, um die Qualität der Pellets und damit die Funktionsfähigkeit der Anlage sicherzustellen. Der Deutsche Energie Pellets Verband hat dazu eine kostenlose Broschüre veröffentlicht. Download unter www.enplus-pellets.de -> Downloads -> Infomaterial.

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Gefährden Pelletheizungen den Wald?
Leidet durch die Nutzung von Resthölzern für Pellets die Nährstoffversorgung des Waldbodens? Rein mengenmäßig nicht. Nach Zahlen des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbands (DEPV) und des Bundeslandwirtschaftsministeriums wurden 2007 circa 52 Millionen Kubikmeter Holz verbrannt, davon nur eine Million Kubikmeter als Pellets – weniger als zwei Prozent. Privathaushalte verbrennen etwa 25 Millionen Kubikmeter Holz, vorwiegend als Scheitholz in Kamin- und Kachelöfen. Zweitens bestehen Pellets nach DEPV-Angaben zu 75 Prozent aus Sägeresten, 25 Prozent stammt von Holzstämmen. Nicht zuletzt heizen Pelletheizungen mit 90 bis 95 Prozent Wirkungsgrad effizienter als Scheitholzöfen.
 
 



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