oekoplus - Freiburg
Freitag, 23. August 2019
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr
  •  


Verschiedenes

Elbe auf der Kippe
Containerschiff auf der Elbe © Claudia Stocksieker / WWF
 
Elbe auf der Kippe
Wissenschaftlicher Report belegt: Auch die Elbe könnte kippen / Umweltverbände: Elbvertiefung ist daher ökologisch nicht vertretbar

Hamburg - Die Auswirkungen von Flussvertiefungen auf Strömung und Verschlickung der Gewässer werden bei der Planung von Infrastrukturprojekten in Europa regelmäßig unterschätzt. Auch bei der Elbvertiefung drohen größere Umweltrisiken als von den planenden Behörden bislang berücksichtigt wurden. Dies leitet das Aktionsbündnis „Lebendige Tideelbe“ aus einem aktuellen im Auftrag belgischer und niederländischer Behörden erstellten Report ab, den BUND, NABU und WWF heute in Hamburg vorstellten. Der Report untersucht die Auswirkungen menschlicher Eingriffe auf den Zustand mehrerer Flüsse, darunter auch die Elbe. Der Verfasser Prof. Johan C. Winterwerp kommt zu dem Ergebnis, dass die Elbe sich heute in einem kritischen Zustand befindet. Jede weitere Veränderung ihrer Form, z.B. durch Ausbaumaßnahmen, stelle ein großes Risiko für die Umwelt dar.

„Es ist zu befürchten, dass die Auswirkungen einer weiteren Flussvertiefung zum Überschreiten des „kritischen Punktes“ an der Elbe führen und das Flussökosystem zum Kippen bringen“, stellt Beatrice Claus vom WWF fest. „Wohin die Entwicklung eines Flusses führen kann, der zu stark vertieft wird, ist an der Ems in erschreckendem Maße sichtbar geworden.“ Dieser Fluss ist über viele Monate im Jahr regelrecht tot. Der Sauerstoffgehalt sinkt dann so weit ab, dass die Fische sterben, wenn sie nicht rechtzeitig geflohen sind. An der Ems und an der Loire ist der kritische Punkt laut Report bereits überschritten. Claus meint deshalb: „Die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse sind ein wichtiger Fortschritt für den Schutz unserer Flüsse. Jetzt kommt es darauf an zu vermeiden, dass die Elbe wie die Ems kippt und zeitweise ökologisch tot ist.“ Laut Report hat vor allem das Zusammenspiel der menschlichen Eingriffe fatale Folgen: Werden einstige Überschwemmungsgebiete und Nebenarme durch neue Deiche abgeschnitten, führt dies in Verbindung mit vertiefenden Ausbaggerungen zu einer Umkehr des Sedimenttransportes. Sedimenteintrag aus der Nordsee und Schwebstoffkonzentration innerhalb der Flussmündungen nehmen zu.

Schon die letzte Elbvertiefung von 1999 hat nach Einschätzung des Aktionsbündnisses zu einem starken Anstieg der Verschlickung nicht nur des Hamburger Hafens, sondern auch der ökologisch wertvollen Flachwasserzonen und Nebenelben geführt: Seitdem hat sich die Menge des Baggerguts aus Sand und Schlick verdreifacht. Trotzdem behauptet der Senat „Belege oder auch nur Hinweise auf eine signifikante Zunahme des tidal pumping infolge der Fahrrinnenanpassung 1999/2000 gibt es nicht.“ Alexander Porschke vom NABU meint dazu: „Der Senat steckt den Kopf in den Schlick, weil er nicht wahrhaben will, in welche Gefahr er die Elbe bringt. Das ist unverantwortlich gegenüber der Natur, aber auch gegenüber den Steuerzahlern.“ Der Bund und das Land Hamburg müssen nämlich schon heute jedes Jahr ca. 100 Mio. Euro dafür ausgeben, um nur die jetzige Gewässertiefe zu erhalten. Für die jetzt beantragte Elbvertiefung sollen 40 Mio. Kubikmeter Sediment gebaggert werden. Porschke: „Das ist das Dreifache gegenüber der letzten Vertiefung. Zu glauben, dass dadurch das dramatische tidal pumping nicht gefährlich beschleunigt wird, setzt schon ein hohes Maß an Verdrängungskunst voraus.“

Während der Senat gegenüber der Bürgerschaft versucht, die Probleme der Tideelbe herunter zuspielen, gehen die Planer der Elbvertiefung selbst bereits von negativen Veränderungen in der Tideelbe durch die nächste Vertiefung aus. Laut Planunterlagen würden Tideenergie und Sedimenttransport zunehmen. Zudem verlanden die Nebenelben, was durch den Verlust von Flutraum wiederum für mehr Tideenergie im System sorgt. Dieser Zusammenhang ist seit 2006 bekannt. Um diese Effekte zumindest abzuschwächen, will die Wasser- und Schifffahrtsdirektion gewaltige Unterwasserlagerstätten im Mündungsbereich des Flusses errichten. Ob dies funktioniert, muss aber bezweifelt werden. Gutachterlich konnte belegt werden, dass dieser geplante Verbau in der Flussmündung aller Wahrscheinlichkeit nach nicht stabil bleibt und sich damit die erhofften dämpfenden Effekte nicht einstellen. „Wenn also die Auswirkungen der Elbvertiefung gravierender sind als angenommen und die Schadensbegrenzungsmaßnahmen nicht funktionieren, bleibt nur ein Schluss: Die Elbvertiefung ist ökologisch nicht vertretbar und vor allem nicht mit dem Vorgaben des Europäischen Umweltrecht vereinbar“, so Manfred Braasch vom BUND.
Mehr
 

 
NABU: Begrenzung des CO2-AusstoĂźes neuer Autos erfolgt halbherzig
Miller: Europa muss beim Verbrauchswert fĂĽr das Jahr 2025 nachbessern

Berlin – Die heutige Abstimmung des federführenden Umweltausschusses des EU-Parlaments über CO2-Grenzwerte für neue Autos kommentiert NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Die Verbrauchsvorgaben für neue Autos sind das wichtigste Klimagesetz der kommenden fünfzehn Jahre im Verkehrsbereich. Gemessen an den Notwendigkeiten und den Möglichkeiten sind die Beschlüsse allerdings halbherzig. Der Kohlendioxid-Ausstoß bleibt auch ab dem Jahr 2020 unnötig hoch – auf Kosten der Umwelt und zur Freude der Ölkonzerne. Anstatt konsequent in effiziente Motorentechnik zu investieren, wird Europa weiterhin Milliarden für Ölimporte an die OPEC überweisen.“

Der NABU hatte einen CO2-Grenzwert von 80 Gramm je Kilometer ab 2020 gefordert. Mehrere Studien - auch von industrienahen Instituten - hatten gezeigt, dass dieser Wert technisch erreicht werden kann. Stattdessen wurde nun ein Grenzwert von 95 Gramm je Kilometer beschlossen, umgerechnet etwa 3,9 Liter Kraftstoff. Dieser Wert kann jedoch durch eine komplizierte Anrechnung von Elektroautos weiter abgeschwächt werden. „Umwelt und Verbraucher profitieren von jedem Gramm CO2 und von jedem getankten Liter Kraftstoff weniger gleichermaßen. Es gibt nichts Unsinnigeres, als das Geld an der Zapfsäule zu lassen, wenn man es gleichzeitig in sparsamere Motoren stecken kann. Deshalb ist die Brüsseler Entscheidung ein kurzsichtiger Kompromiss“, sagte NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger.

Positiv sei dagegen, dass bereits jetzt ein Langfristziel für das Jahr 2025 festgeschrieben sei, wenngleich auch nur als Korridor von 68 bis 78 Gramm CO2 je Kilometer. Hier ist nach Ansicht des NABU entscheidend, dass sich die EU im weiteren Gesetzgebungsprozess an dem unteren Level orientiert. „78 Gramm je Kilometer als Vorgabe für Autos, die erst in zwölf Jahren auf den Markt kommen, ist inakzeptabel, da dieser Wert bereits heute von einigen Fahrzeugen mit herkömmlicher Technik erreicht wird. An diesem Punkt muss die Richtlinie dringend nachgebessert werden“, so Oeliger.
Mehr
 

 
Projekt "Kraftwerk Wiehre - Strom und Wärme vor Ort"
FĂĽhrung in Mehrfamilienhaus mit Mini-BHKW am Samstag, 27. April, um 13.30 Uhr und um 14.20 Uhr Anmeldung notwendig bis zum 26. April.

Am Samstag, 27. April, findet um 13.30 und 14.20 Uhr
jeweils eine FĂĽhrung in einem Mehrfamilienhaus mit einem
Mini-BHKW in der Wiehre statt.
Interessierte sollten sich bitte bis zum 26. April bei
ecotrinova@web.de oder telefonisch bis 13 Uhr unter
2168730 anmelden. Bei der Anmeldung wird der genaue Ort
der FĂĽhrung mitgeteilt.
Informationen zum städtischen Projekt „Kraftwerk Wiehre“ gibt
es unter www.freiburg.de/kraftwerkwiehre. Oder bei der
Hotline unter der Telefonnummer: 0761/7671644.
Mehr
 

 
Nachhaltig und naschfertig
Freiburg begibt sich mit neuer "Stadtschokoloade" auf den Weg zur "Fair-Trade-Town"

Veranstaltung mit OB Salomon und BĂĽrgermeister von Kirchbach am Freitag, 26. April, ab 17 Uhr im Innenhof des Rathauses

Am Freitag, 26. April, steigt von 17 bis 19.30 Uhr im Innenhof des
Rathauses und im Ratssaal eine „Naschparty“ der besonderen Art.
Sie heißt „Freiburg auf dem Weg zur Fair Trade Town“ und will über
fairen Handel, Entwicklungszusammenarbeit und die örtlichen Welt-
Läden informieren. Beim Kaffee-Parcours und in der Schoko-
Werkstatt können Besucherinnen und Besucher ihre Kenntnisse über
zwei Produkte auffrischen, die in der ein oder anderen Form bei Jung
und Alt zu einem gelungenen Tag einfach dazugehören.

Zudem wird Susan Reiner vom Regenwaldinstitut ĂĽber tropische
Regenwälder und die Herstellung der „nachhaltigsten Schokolade
der Welt“ berichten. Für die „Freiburger Stadtschokolade“ werden
nämlich nur die Früchte wildwachsender Kakaobäume genutzt, und
zwar ausschlieĂźlich aus jenem Amazonasgebiet in Brasilien, in dem
der Regenwald noch in Ordnung ist. Die erste Verarbeitungsstufe
des Kakaos findet vor Ort statt, die indigenen Arbeitskräfte erhalten
gegenüber Arbeitern auf herkömmlichen Monokultur-Plantagen den
drei- bis sechsfachen Lohn, das fertige Produkt wird zum fairen Preis
nur in den Freiburger Weltläden in Littenweiler, Herdern und der
Gerberau sowie in der Tourist-Info am Rathausplatz verkauft.

OberbĂĽrgermeister Dieter Salomon wird im Rahmen dieser Fair-
Trade-Veranstaltung von 18 Uhr an im Ratssaal die Möglichkeiten
Freiburgs bei den Themen Entwicklungszusammenarbeit und fairer
Handel erläutern. Zuvor wirkt Sozialbürgermeister Ulrich von
Kirchbach im Innenhof des Rathauses bei der Herstellung von
Schokolade mit und überreicht die Preise der Aktion „Verkosten und
Bewerten“. Bei dieser Aktion konnte die Stadtschokolade gekostet
und nach Geschmacksrichtungen bewertet werden. Claudia BrĂĽck
vom Verein TransFair wird die Entscheidung der Jury ĂĽber die
Bewerbung Freiburgs als „Fair-Trade-Town“ bekannt geben. Im
Herbst 2012 hatte sich der Gemeinderat fĂĽr diese Bewerbung
ausgesprochen.

Das blau-grüne „Fairtrade“-Gütesiegel wird seit 2009 vom
gemeinnĂĽtzigen Verein Transfair vergeben. Inzwischen schmĂĽcken
sich in Deutschland 140 solcher „Städte des fairen Handels“ damit,
aus Freiburger Sicht am nächsten liegen dabei Freudenstadt, Bad
Herrenalb, Balingen und Meckenbeuren. Aber auch in
GroĂźbritannien, Australien und 22 weiteren Staaten ist das Siegel
„Fair-Trade-Town“ eine begehrte Auszeichnung.

Mit der Umsetzung dieser Bewerbung hat der Gemeinderat das
Agenda 21-BĂĽro Freiburg beauftragt. Seither koordiniert eine
Steuerungsgruppe, der BĂĽrgermeister Ulrich von Kirchbach vorsitzt,
die entsprechenden BemĂĽhungen engagierter BĂĽrgerinnen und
Bürgern, der Weltläden und des Eine-Welt-Forums. Mit einer
eindrucksvollen Palette hat sich Freiburg Ende Dezember 2012 um
die Auszeichnung als „Fair Trade Town“ beworben. Dazu zählen
über 70 Einzelhandelsgeschäfte, die mindestens zwei fair gehandelte
Produkte führen, rund 30 Cafés, Mensen und Kantinen, die „faire
Produkte“ ausschenken, 11 Schulen sowie zahlreiche Vereine und
Kirchengemeinden, die fair gehandelte Produkte anbieten und
konsumieren. Weitere Informationen stehen auf www.agenda21-
freiburg.de.
Mehr
 

Erfolg im Kampf gegen Gen-Pflanzen
Bildquelle: umweltinstitut.org
 
Erfolg im Kampf gegen Gen-Pflanzen
Beharrlichkeit und ein langer Atem zahlen sich aus! Nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen um Gentechnik-Freilandversuche von Zuckerrüben bis Weizen wird es in Deutschland 2013 aller Voraussicht nach keine Freisetzungen genmanipulierter Pflanzen geben. Nun gilt es, die anderen Länder zu überzeugen und den Import genmanipulierter Lebens- und Futtermittel zu verhindern.
Mehr
 

Morgendliche Ăśberraschung in Pongoland
Bonobosnachwuchs im Pongoland / Foto: Zoo Leipzig
 
Morgendliche Ăśberraschung in Pongoland
Bonobodame Lexi brachte am 18. April ein männliches Jungtier zur Welt

Das 13-jährige Bonoboweibchen Lexi (seit 2012 im Zoo Leipzig) brachte am 18. April in den Morgenstunden ihren ersten Nachwuchs zur Welt. Pünktlich zum Dienstbeginn konnten die Tierpfleger den männlichen Bonobo in Augenschein nehmen. Bisher kümmert sich die noch unerfahrene Mutter rührend um den Kleinen, der aus dem Nachbargehege von der Gruppe neugierig beäugt wird. Die ersten Trinkversuche konnten die Pfleger ebenfalls schon beobachten. „Sobald die Mutter-Kind-Bindung stabil ist, werden wir die beiden in ein paar Tagen mit der Gruppe zusammenlassen, so dass sie dann auch für die Besucher zu sehen sein werden“, so Kurator Ruben Holland. Gegenwärtig ruhen sich Mutter und Kind im rückwärtigen Bereich der Anlage aus.

FĂĽr den Zoo Leipzig ist es bereits der zweite Bonobonachwuchs in diesem Jahr. Im Januar gebar Yasa ihren Sohn Kasai. Dieser hat sich seitdem sehr gut entwickelt und in die bestehende Gruppe eingelebt.

Bonobos, die auch als Zwergschimpansen bezeichnet werden, sind in den Regenwäldern Zentralafrikas beheimatet. Charakteristisch sind der im Vergleich zu den Schimpansen schlankere Körperbau und die dunklere Gesichtsfarbe. Erst im Jahr 1929 wurden sie als eigene Menschenaffenart erfasst. Durch Bushmeat-Handel, Brandrodungen und Wilderei gelten sie als stark bedroht. Das Internationale Zuchtbuch wird in Antwerpen geführt.
Mehr
 

Don’t worry, be fair!
Foto: Ă–kostation
 
Don’t worry, be fair!
Die Ă–kostation Freiburg und der Verein Solare Zukunft starten ein Nachhaltigkeits-Projekt fĂĽr Jugendeinrichtungen, Schulen und Familien.

MOOSWALD. Kaffee, Schokolade oder Bananen aus fairem Handel sind längst bekannt und immer beliebter. Was genau hinter der Bezeichnung „Fairtrade“ steckt und wie man mit dem eigenen Konsumverhalten und dem Einsatz erneuerbarer Energien etwas zur Nachhaltigkeit beitragen kann, erfahren Kinder, Jugendliche und Familien jetzt bei einem Projekt der Ökostation und des Vereins Solare Zukunft. „Don’t worry, be fair – mit solarem Dörrobst durchs Jahr“ ist der Name des Projektes, das vom Umweltministerium Baden-Württemberg für eine Dauer von zwei Jahren gefördert wird. Partner sind die beiden Freiburger Weltläden Gerberau und Herdern.

MitarbeiterInnen von Jugendzentren, Jugendeinrichtungen und Horten sowie Schulklassen sind eingeladen, sich an dem Projekt zu beteiligen. Geplant sind Aktionstage, an denen Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren (Sekundarstufe 1 und 2) sonnenbetriebene Dörrapparate bauen. Mit diesen Dörraparaten sowie mit Solaröfen und Solarkochern werden anschließend regionale und fair gehandelte Produkte gedörrt und verarbeitet. Die Jugendlichen können während der Workshops auch erfahren, wie man mit Trockenobst und anderen fairen Produkten eine Schüler- oder Jugendfirma gründet und somit nachhaltiges Wirtschaften übt. Nach den Aktionstagen besteht die Möglichkeit, den Dörrer dauerhaft mit in die Einrichtung zu nehmen, und dort weiter zu benutzen. Außerdem finden für Familien mit Kindern am 23.Juni und am 7.Juli in der Ökostation Sonntagsveranstaltungen zum solaren Dörren statt.

Wer sich für das Projekt interessiert und mit einer Jugendgruppe oder Schulklasse an den Aktionstagen teilnehmen möchte, kann sich bei der Ökostation Freiburg, Falkenbergerstr. 21 b, Tel. 0761 – 892333, www.oekostation.de oder bei Solare Zukunft, Tel. 0761 – 1373680, www.solarezukunft.org anmelden. Die Teilnahme ist kostenlos. Es sind noch Plätze zu vergeben.
Mehr
 

NABU startet bundesweite Aktion zum torffreien Gärtnern
Mohre sind gefährdete Ökolandschaften / Foto: NABU / Willi Rolfes
 
NABU startet bundesweite Aktion zum torffreien Gärtnern
Moorschutz wird zum neuesten Trend fĂĽr das Gartenjahr 2013

Berlin – Zurzeit steigt im Handel wieder die Nachfrage nach Blumenerde. Viele Hobbygärtner wissen jedoch nicht, dass sich in den Plastiksäcken mit der Aufschrift „Erde“ größtenteils Torf befindet. „In Deutschland wird eine Fläche von insgesamt über 27.000 Hektar für den Abbau dieses fossilen und damit endlichen Rohstoffes genutzt“, sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Zusätzlich werden große Mengen vor allem aus dem Baltikum importiert. „Verbraucher tragen mit dem Kauf von torfhaltiger Blumenerde oft ohne es zu wissen zum Lebensraumverlust für viele Tier- und Pflanzenarten bei“, so Tschimpke. Auch der „Vogel des Jahres“ 2013, die Bekassine, ist als typischer Bewohner von Mooren und Feuchtwiesen davon betroffen.

Der NABU startet daher eine „Torffrei Gärtnern“-Aktion und ruft dazu auf, nur noch torffreie Erde oder regionalen Kompost zu kaufen und zu nutzen. Mehr als 40 Gemeinschafts- und Kleingarten-Projekte in ganz Deutschland machen bereits mit, viele davon aus Berlin. Die Hauptstadt gilt als Vorreiter der „Urban Gardening“-Bewegung, die mit der Verwendung torffreier Erde nun den neuesten Trend für das Gartenjahr 2013 vorgibt.

Teilnehmende Kleingärten und Gruppen werden auf www.NABU.de/torffrei vorgestellt und erhalten ein kostenloses Info-Schild mit der Aufschrift: „Hier gärtnern wir ohne Torf. Für die Moore und unser Klima!“. Mittlerweile ist im Handel nicht nur Blumenerde mit stark reduziertem Torfanteil erhältlich, sondern alle namhaften Hersteller bieten auch komplett torffreie Produkte an. Aufpassen sollten Verbraucher bei der Aufschrift „Bioerde“, auch hier kann noch ein sehr großer Anteil Torf enthalten sein.

Moore gehören zu den am stärksten gefährdetsten Ökosystemen Deutschlands. 95 Prozent der noch vor wenigen Jahrhunderten bestehenden Moorflächen wurden bereits entwässert und gelten als „tot“. „Nicht nur für die Artenvielfalt, auch für uns Menschen hat der Verlust von Mooren erhebliche Folgen“, sagt NABU-Moorschutzexperte Felix Grützmacher. „Moore speichern doppelt so viel CO2 wie alle Wälder weltweit zusammen. Durch die Torfnutzung entweichen in kurzer Zeit große Mengen klimaschädlicher Gase.“ Der Erhalt der Moore bedeute daher aktiven Klimaschutz.
Mehr
 



Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 
24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 
47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 
70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 
93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 
116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 
139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 
162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 
185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 
208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 
231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 
254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 
277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 
300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 
323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 
346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 
369 370 371 372 373 


Copyright 2010 - 2019 Benjamin Jäger