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Mittwoch, 21. August 2019
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Verschiedenes

Einzigartige Elefanten-Oase in Gefahr
Die Waldelefanten von Dzanga-Sangha. © Matthias Dehling / WWF
 
Einzigartige Elefanten-Oase in Gefahr
Weltnaturerbe Dzanga-Sangha bedroht durch Staatsputsch, WWF Mitarbeiter evakuiert

Nachdem Mitte MĂ€rz Rebellen die Macht in Zentralafrika ĂŒbernommen haben, versinkt das Land im Chaos – mit bedrohlichen Folgen nicht nur fĂŒr die Menschen, sondern auch fĂŒr den dort beheimateten Waldelefanten und viele andere Tierarten. Wie der WWF mitteilt, nimmt die Wilderei vor allem auf Elefanten landesweit und auch in der NĂ€he des berĂŒhmten Nationalparks Dzanga-Sangha immer mehr zu. Die Naturschutzorganisation befĂŒrchtet bei anhaltendem Chaos zahlreiche weitere Übergriffe auf die DickhĂ€uter, die wegen ihres Elfenbeins gejagt werden.

Aufgrund der bedrohlichen ZustĂ€nde mit PlĂŒnderungen und Schießereien in verschiedenen Landesteilen konnte die genaue Anzahl der getöteten Tiere bislang nicht ermittelt werden. Erste Meldungen deuten an, dass die Wilderei stark zunimmt. Die Gefahr fĂŒr das Weltnaturerbe Dzanga-Sangha und seine ElefantenbestĂ€nde ist groß: Auf MĂ€rkten in der NĂ€he des Parks soll Elefantenfleisch offen verkauft worden sein. Die auslĂ€ndischen WWF Mitarbeiter wurden wegen massiver Kidnapping-Gefahr aus dem Nationalpark evakuiert, die einheimischen Parkranger tun jedoch weiterhin ihr Möglichstes, um die Elefanten und andere Wildtiere trotz der Unruhen zu schĂŒtzen.

Johannes Kirchgatter, WWF Afrika-Referent, sagte: „Der Druck auf die letzten Elefanten steigt tĂ€glich. Sie sind der unstillbaren Gier nach Elfenbein ausgeliefert. Nicht einmal in einem Weltnaturerbe wie Dzanga-Sangha ist ihre Sicherheit noch garantiert. Artenschutzerfolge, die ĂŒber Jahrzehnte erkĂ€mpft wurden, drohen in wenigen Wochen vernichtet zu werden.“ Der WWF ist seit den 1980er Jahren mit Schutzprojekten in Zentralafrika engagiert. Auf DrĂ€ngen der Naturschutzorganisation hatte die Regierung Kameruns Anfang dieses Jahres tausend Soldaten in den Norden des Landes geschickt, um dort die Massaker an den Elefanten zu stoppen.

Der WWF ruft die Zentralafrikanische Republik und die Nachbarstaaten dringend dazu auf, sofort fĂŒr den Schutz und die Sicherheit der Menschen und Elefanten vor Ort zu sorgen. Die hochkriminelle Wilderei bedrohe auch die StabilitĂ€t der Region und die wirtschaftliche Entwicklung der LĂ€nder. Denn aus den exorbitanten Gewinnen des Elfenbeinhandels finanzieren lokale Rebellengruppen ihre Kriegswaffen. In der kommenden Woche treffen sich die Regierungen Zentralafrikas in einer außerordentlichen Sitzung, um gemeinsam den Kampf gegen die stĂ€ndig zunehmende Wilderei zu verstĂ€rken. Sollten nicht sofort entscheidende Maßnahmen eingeleitet werden, könnte der Elefant in Zentralafrika im kommenden Jahrzehnt ausgerottet sein.

Vor allem der Waldelefant ist stark bedroht: In Afrika, und dort vor allem in Zentralafrika, leben noch circa. 100.000 dieser Tiere. Innerhalb der letzten zehn Jahre ist der Bestand im Kongobecken um 62 % gefallen. So wurden beispielsweise in Gabun innerhalb von neun Jahren 11.000 Waldelefanten getötet. Insgesamt sterben jĂ€hrlich bis zu 30.000 Elefanten in Afrika fĂŒr deren StoßzĂ€hne in Asien Zehntausende von Euro gezahlt werden.
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NABU ruft „Tag des Wolfes” aus
Zwei Wölfe / Foto: NABU / S. Zibolsky
 
NABU ruft „Tag des Wolfes” aus
„RotkĂ€ppchen lĂŒgt!“ – Bundesweiter Aktionstag zum Schutz freilebender Wölfe

Berlin – Der NABU macht den 30. April zum „Tag des Wolfes“. Unter dem Motto „RotkĂ€ppchen lĂŒgt!“ gibt es bundesweit zahlreiche Aktionen, um das Bewusstsein in der Öffentlichkeit fĂŒr den Schutz der Tiere zu stĂ€rken. Neben Info-StĂ€nden in mehreren StĂ€dten sind RotkĂ€ppchen-Flashmobs an zentralen Orten geplant, ĂŒber soziale Netzwerke können UnterstĂŒtzer mit dem Aktions-Logo ein Zeichen setzen. Unter www.NABU.de/wolfstag ruft der NABU Wolfsfans dazu auf, eine Protestmail an den PrĂ€sidenten des sĂ€chsischen Landtages zu schicken, damit die streng geschĂŒtzten Tiere weiterhin nicht geschossen werden dĂŒrfen. Jeweils am 30. April endet das offizielle Wolfsjahr, bei dem durch das Monitoring alle wissenschaftlichen Daten gesammelt werden, um Erkenntnisse ĂŒber das Leben freilebender Wölfe in Deutschland zu erhalten.

„Seit ĂŒber zehn Jahren leben wieder Wölfe bei uns in der freien Natur und immer noch gibt es unbegrĂŒndete Bedenken gegen die selbststĂ€ndige RĂŒckkehr des einst durch den Menschen ausgerotteten Wildtieres. Wie Fuchs, Wildschwein und Wespe mĂŒssen wir auch den Wolf als Wildtier respektieren. Von Wölfen geht dabei deutlich weniger Gefahr aus, als beispielsweise von Wildschweinen. Seit ihrer RĂŒckkehr ist kein Wolfsangriff auf einen Menschen in unseren Wolfsregionen bekannt“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. Der hohe internationale Schutzstatus des Wolfes mĂŒsse sich weiterhin in Bundes- und Landesrecht widerspiegeln. Deshalb gehöre der Wolf auch weiterhin nicht ins Jagdrecht.

FĂŒr einen wirksamen Schutz des Wolfes in ganz Deutschland fordert der NABU die Erstellung von ManagementplĂ€nen in allen BundeslĂ€ndern durch die verantwortlichen Landesregierungen unter Beteiligung von SchafzuchtverbĂ€nden, Nutztierhaltern, Naturschutz- und JagdverbĂ€nden. Mit seinem Projekt „Willkommen Wolf!“ begleitet der NABU die RĂŒckkehr des Wolfes nach Deutschland und setzt sich fĂŒr dessen Schutz ein. Über 300 ehrenamtliche NABU-Wolfsbotschafter informieren bundesweit ĂŒber die Tiere. Der NABU gibt Info-Materialien fĂŒr Erwachsene sowie Schulen und KindergĂ€rten heraus und organisiert Veranstaltungen zum Thema Wolf.
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ÖKO-TEST Zuckerkulör:  GetrĂ€nke mit einem Schuss Krebsfarbstoff
Coca-Cola ĂŒberschreitet den 4-MEI-Grenzwert / Foto: Ökotest
 
ÖKO-TEST Zuckerkulör: GetrĂ€nke mit einem Schuss Krebsfarbstoff
4-MEI heißt ein Schadstoff, der in Zuckerkulör enthalten sein kann und im Tierversuch Krebs erzeugte. Eine neue Untersuchung des Verbrauchermagazins ÖKO-TEST zeigt, dass 4-MEI vor allem in GetrĂ€nken enthalten ist, aber auch in Bratensoße, gebrannten ErdnĂŒssen, Malzkaffee oder Lakritze.

Die AbkĂŒrzung 4-MEI steht fĂŒr 4-Methylimidazol – ein Nebenprodukt von Zuckerkulör, die Cola und viele andere Lebensmittel braun fĂ€rbt. Nachdem der Stoff in einer Rattenstudie im Jahr 2011 in Krebsverdacht geraten ist, legte die kalifornische Gesundheitsbehörde fĂŒr ihn einen strengen Warnwert fest: Sie sieht eine Aufnahme von mehr als 29 Mikrogramm 4-MEI pro Tag als kritisch an. Die EuropĂ€ische Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit wiegelt dagegen ab, der Wert in Europa ist ĂŒber 1.500 Mal so hoch wie der kalifornische.

Obwohl ein Krebsverdacht besteht, enthalten viele Lebensmittel den Schadstoff in hohen Werten. Die ÖKO-TEST-Analyse beweist, dass Coca-Cola den US-Wert etwa um das Sechsfache ĂŒberschreitet, noch höher sind Pepsi und Afri Cola belastet. Das Labor entdeckte den Schadstoff aber auch in Aceto Balsamico. Hier reicht schon ein Esslöffel, um den Vorsorgewert aus Kalifornien zu toppen. Und auch das von Kindern konsumierte Malzbier der Marke Karamalz weist eine hohe Belastung auf, ebenso einige Lakritzsorten.

4-MEI ist leider nicht der einzige Schadstoff in den untersuchten Lebensmitteln: In fast allen Produkten mit Ammoniak-Zuckerkulör (E150c) fand sich obendrein der Stoff THI, der in Tierversuchen das Immunsystem geschÀdigt hat.

ÖKO-TEST empfiehlt, Produkte mit Zuckerkulör zu meiden. Auch sollte man von Lebensmitteln mit Ammonsulfit-Zuckerkulör (E150d) und Ammoniak-Zuckerkulör (E150c) die Finger lassen. Auf der sicheren Seite sind Verbraucher, wenn sie zu Bio-Produkten greifen, da diese nicht mit Zuckerkulör gefĂ€rbt werden dĂŒrfen.

Das ÖKO-TEST-Magazin Mai 2013 gibt es seit dem 26. April 2013 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.
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NABU: Ausbaubedarf fĂŒr neue Stromnetze muss fortlaufend ĂŒberprĂŒft werden
Miller: EinschrÀnkung des Rechtsschutzes gefÀhrdet Akzeptanz

Berlin – AnlĂ€sslich der heutigen Entscheidung des deutschen Bundestags ĂŒber das so genannte Bundesbedarfsplan-Gesetz fĂŒr den kĂŒnftigen Ausbau von Höchstspannungs-Stromleitungen in Deutschland hat der NABU seine Kritik erneuert. Bei der vorausgegangen Planung seien Alternativen zu den VorschlĂ€gen der Übertragungsnetzbetreiber bislang nur unzureichend geprĂŒft worden. „Der Gesetzgeber darf zunĂ€chst nur fĂŒr diejenigen Vorhaben den energiewirtschaftlichen Bedarf feststellen, die ohnehin fĂŒr die Modernisierung der Stromnetze und zur Integration der erneuerbaren Energien in den kommenden zehn Jahren benötigt werden“, forderte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Mit Blick auf die jĂ€hrliche Überarbeitung des Netzentwicklungsplans mĂŒsse der Bundestag verbindlich einfordern, dass dabei kĂŒnftig auch die Auswirkungen eines deutlich langsameren Ausbaus der Offshore-Windenergie auf die Stromnetze berĂŒcksichtigt werden.

„Die Planungsgrundlagen fĂŒr den Netzausbau sind nach wie vor sowohl auf eine maximale Auslastung von klimaschĂ€dlichen Kohlekraftwerken als auch auf die Abnahme von Einspeisespitzen aus Windenergie ausgelegt. Deshalb ist es kein Wunder, wenn der daraus resultierende hohe Ausbaubedarf fĂŒr neue Stromleitungen weiterhin nicht nur von den UmweltverbĂ€nden kritisch hinterfragt wird“, so Miller. Die nĂ€chste Bundesregierung mĂŒsse hier klare PrioritĂ€ten setzen, damit Stellschrauben fĂŒr eine ökonomisch wie ökologisch sinnvolle Optimierung und Begrenzung des Netzausbaus greifen. Dennoch sei es wichtig, dass jetzt mit der Verabschiedung des ersten Bundesbedarfsplan-Gesetzes die fĂŒr Atomausstieg und Energiewende unverzichtbaren Leitungsprojekte festgelegt und im Anschluss die Fachplanungen fĂŒr die möglichen Trassenkorridore vorangetrieben werden.

„Bei der weiteren Planung gilt es, öffentlich akzeptierte und möglichst naturvertrĂ€gliche Alternativen fĂŒr die TrassenfĂŒhrung und Standorte technischer Anlagen zu identifizieren. Dass gleichzeitig aber der Rechtsschutz bei Planungsfehlern und StreitfĂ€llen auf eine Instanz beim Bundesverwaltungsgericht beschrĂ€nkt werden soll, halten wir fĂŒr einen Fehler, der auch bei den BĂŒrgern auf UnverstĂ€ndnis stoßen wird“, so Miller. Zudem dĂŒrfe der Einsatz innovativer Techniken nicht lĂ€nger durch einseitige Festlegungen des Gesetzgebers ausgebremst werden. Insbesondere dort, wo die zusĂ€tzlichen Belastungen durch neue Freileitungen fĂŒr Mensch und Natur besonders hoch seien, sollte die Möglichkeit einer Erdverkabelung gleichberechtigt geprĂŒft werden.
 
 

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Ozon-Telefon ab 1. Mai wieder in Betrieb
Das Ozon-Telefon ist ab 1. Mai bis Ende September wieder in Betrieb.

Unter der Telefonnummer: 77555 können BĂŒrgerinnen und BĂŒrger die aktuellen Ozonwerte abfragen. TĂ€glich um 9.30 Uhr, 12.30 Uhr, 15.30 Uhr und 18.30 Uhr wird der Ansagetext mit den neuesten Messwerten aus Freiburg aktualisiert.

Überschreiten die Messwerte 180 μg/m3 Ozon, spricht das Umweltschutzamt eine Ozon-Warnung aus und empfiehlt, ungewohnte und körperlich anstrengende TĂ€tigkeiten im Freien zu vermeiden, auf das Autofahren zu verzichten und stattdessen öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen.
 
 

 
WiwilibrĂŒcke: Rad-ZĂ€hl-Display zĂ€hlt seit einem Jahr
Fast 2,4 Millionen Radfahrerinnen und Radfahrer gezÀhlt

2,37 Millionen Radfahrerinnen und Radfahrer fuhren in den letzten 365 Tagen ĂŒber die WiwilibrĂŒcke. Vor genau einem Jahr hat Verkehrsminister Winfried Hermann das Rad-ZĂ€hl-Display eingeweiht, das Freiburg zur Auszeichnung als „Fahrradfreundliche Stadt“ geschenkt worden war. Seitdem fuhren fast 2,4 Millionen Radfahrende allein an dieser einen Stelle vorbei und haben so gegenĂŒber der gleichen Menge an Autofahrten ĂŒber 1.200 Tonnen CO2 fiktiv eingespart.

Durchschnittlich fuhren tĂ€glich ĂŒber 6.400 Radfahrerinnen und Radfahrer ĂŒber die WiwilibrĂŒcke. Wochentags waren es im Schnitt 7.300, samstags und sonntags knapp 4.300. Im stĂ€rksten Rad-Monat Juli waren knapp 9.000 Radfahrende tĂ€glich unterwegs, im schlechtesten Monat Dezember immerhin noch 4.300.

Der Rekord wurde mit 12.375 Radlern am 28. Juni 2012 aufgestellt, als die deutsche Nationalelf im Halbfinale der Fußball-EM stand. Die stĂ€rkste Stunde lag am Nachmittag des 17. Aprils 2013, als ĂŒber 1.000 Radfahrer in einer Stunde ĂŒber die BrĂŒcke fuhren und die ersten warmen Stunden dieses Jahres genießen konnten. Eine Stunde ganz ohne Radfahrer gab es in dem gesamten Jahr nur dreimal - in kalten WinternĂ€chten -, sonst waren immer Radler unterwegs.

Die Radfahrenden werden beim Überfahren einer Induktionsschleife in der Rampe zur WiwilibrĂŒcke gezĂ€hlt. Auf dem Display kann man die Anzahl der Radfahrenden des jeweiligen Tages sehen, sowie Datum, Uhrzeit und Temperatur. Darunter gibt es eine wachsende SĂ€ule, auf der die Radlerzahl im laufenden Jahr angezeigt wird - und das dadurch fiktiv eingesparte Kohlendioxid. Das Display zeigt so den Radfahrenden: Nicht nur Du wirst gezĂ€hlt, sondern wir zĂ€hlen auch auf Dich. Denn Radfahren entlastet Straßen und ParkplĂ€tze und trĂ€gt zu einem besseren Klima bei - und davon profitieren alle.

Die Stadtverwaltung wird dazu den Radverkehr im Rahmen ihres Radkonzeptes 2020 verstĂ€rkt fördern. Ein zentraler Punkt des Konzeptes ist der Ausbau von Rad-Vorrang-Routen, auf denen Radfahrer große Strecken mit wenig Wartezeiten komfortabel und sicher zurĂŒcklegen können. Derzeit und in den nĂ€chsten Jahren lĂ€uft der Ausbau von drei Routen: an der Dreisam, an der GĂŒterbahn und von ZĂ€hringen durch den StĂŒhlinger nach Vauban/St. Georgen. Ziel des Konzeptes ist es, den Radverkehr bis 2020 auf ĂŒber 30 Prozent der Wege anzuheben; damit wĂ€re er die Nummer eins im Stadtverkehr. Zudem soll die Anzahl der RadunfĂ€lle deutlich sinken.
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Erfolgreiche Biotopentwicklung am Neuershauser Mooswald
Von Marschall erlĂ€utert Biotopentwicklungsmaßnahmen / Foto: Matthias Hollerbach
 
Erfolgreiche Biotopentwicklung am Neuershauser Mooswald
Besichtigung ökologischer Maßnahmen im Jagdrevier Neuershausen

Rund um den Neuershauser Mooswald wurden in den vergangenen drei Jahren mit PLENUM-Förderung etliche Maßnahmen zur Verbesserung und zur Neuanlage von Biotopen fĂŒr die vielfĂ€ltige Tier- und Pflanzenwelt geplant und durchgefĂŒhrt. Aus diesem Grunde fĂŒhrte PLENUM-Regionalmanager Matthias Hollerbach zusammen mit dem JagdpĂ€chter Matern von Marschall fĂŒr interessierte JĂ€ger der Hegeringe March-Tuniberg und Kaiserstuhl sowie fĂŒr Ortschafts- und GemeinderĂ€te von March eine Ortsbesichtigung durch. WaldrĂ€nder wurden aufgelichtet und vielfĂ€ltig gestaltet, ein begrĂŒnter Verbindungskorridor zum Nimberg geschaffen und neue KleingewĂ€sser angelegt, die sogar schon von seltenen Schnepfenvögeln aufgesucht werden.

Die Landschaft rund um den Neuershauser Mooswald gilt noch als relativ ruhig und beschaulich und bietet vielen Tieren und Pflanzen einen geeigneten Lebensraum. Und doch kommt es auch hier zu vielfĂ€ltigen Konflikten zwischen Wildtieren, Landwirten und Erholungssuchenden. Als JagdpĂ€chter wird Matern von Marschall stĂ€ndig damit konfrontiert, und so machte er sich Gedanken, wie er die LebensrĂ€ume im Gebiet fĂŒr die heimische Artenvielfalt verbessern und zugleich die Aufgaben der Jagd besser erledigen kann. Dabei fand er UnterstĂŒtzung bei der PLENUM-GeschĂ€ftsstelle. PLENUM-Manager Matthias Hollerbach wirkte an der Konkretisierung des Vorhabens mit, veranlasste eine Förderung und begleitete die Planung und Umsetzung.

„Das Projekt ist ein erfolgreiches Beispiel, wie Nutzungsinteressen von Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Jagd mit Naturschutzinteressen zur Deckung gebracht werden können“, erlĂ€uterte Hollerbach. An einem Beispiel wurde dies genauer erklĂ€rt: Neben einem unscheinbaren Grasweg wurde ein fĂŒnf Meter breiter Streifen aus dem lang gestreckten Marchacker herausgenommen und mit heimischem Saatgut eingesĂ€t. So entstand quer durchs Feld ein grĂŒner Korridor, der den Mooswald mit dem Nimberghang verbindet. „Es ist enorm,“ betonte der JagdpĂ€chter, „wie viele Tiere diese neu geschaffene Vernetzungsstruktur nutzen.“ Der Landwirt konnte letztlich davon ĂŒberzeugt werden, dass der Nachteil in der Bewirtschaftung auch einen Vorteil in sich birgt. Denn der GrĂŒnstreifen zieht aufgrund seiner vielen Engerlinge und anderer Insektenlarven insbesondere Wildschweine magisch an, die ansonsten im Acker ihr Unwesen treiben und die Saat fressen wĂŒrden. Eine pfiffige Ablenkungsmaßnahme!.

Von Marschall dankte Frank Lensch, dem Biotopobmann der JĂ€gervereinigung Freiburg. Mit seiner Fachkompetenz und dem Blick fĂŒr das Machbare habe er eine gute planerische Grundlage geschaffen. Bis die geplanten Maßnahmen letztlich zur Umsetzung kommen konnten, seien Abstimmungsprozesse mit der Gemeinde als Waldbesitzer, dem Kreisforstamt als Waldbewirtschafter, der Naturschutzbehörde als HĂŒterin ĂŒber das Naturschutzgebiet, PLENUM als Beratungsstelle und Förderprogramm sowie mit EigentĂŒmern und Bewirtschaftern landwirtschaftlicher FlĂ€chen nötig gewesen, hob von Marschall hervor.

Mit der Begehung gaben von Marschall und Hollerbach den anwesenden JĂ€gern viele Anregungen auf den Weg, in ihrem jeweiligen Revier ebenfalls Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen fĂŒr die heimische Tier- und Pflanzenwelt zu ergreifen. PLENUM bzw. in Zukunft auch der Landschaftserhaltungsverband können hier mit Beratung und Fördermitteln UnterstĂŒtzung leisten.

Erfreulicherweise zeigt auch die Pflege und Neuanlage mehrerer KleingewĂ€sser bereits ihre Wirkung. So wurden dort bereits Bekassinen beobachtet, die wegen ihrer meckernden Laute bei BalzflĂŒgen auch Himmelsziegen genannt werden. Diese Schnepfenvögel benötigen sumpfige FlĂ€chen und Ufer zum Stochern nach Nahrung und sind aufgrund ihres starken BestandsrĂŒckgangs zum Vogel des Jahres 2013 gekĂŒrt worden. Falls jemand also zukĂŒnftig bei Neuershausen Ziegen am Himmel meckern hört, darf er sich glĂŒcklich schĂ€tzen, eine dieser seltenen Vögel beobachtet zu haben.
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