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Montag, 19. August 2019
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Verschiedenes

 
NABU-Statement zum Eckpunkte-Papier "Aktionsprogramm Insektenschutz"
Miller: Schritt in die richtige Richtung - Insektenschutz muss fest in Agrarpolitik verankert werden

Berlin – Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat am heutigen Mittwoch Eckpunkte zum „Aktionsprogramm Insektenschutz“ vorgestellt. Damit soll die Landwirtschaft insektenfreundlicher gemacht werden. In dem sieben Seiten umfassenden Papier heißt es unter anderem, dass „großflĂ€chige Strukturen in der Landbewirtschaftung aufgelöst und neue LebensrĂ€ume und Verbindungskorridore fĂŒr Insekten in der Kulturlandschaft geschaffen werden“ sollen. Dazu erklĂ€rt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller:

„Das Papier von Bundesumweltministerin Schulze ist ein Schritt in die richtige Richtung und ein dringend notwendiges Signal, um dem Insektensterben entgegenzuwirken. Doch um wirklich beurteilen zu können, ob es die Bundesregierung mit dem Schutz von Bienen und anderen Insekten tatsĂ€chlich ernst meint, sind zwingend verbindlichere Zusagen vonnöten. So ist es nach wie vor nicht erkennbar, bis wann der Ausstieg aus Glyphosat konkret erfolgen soll. Auch wird das Neonicotinoid-Verbot zwar begrĂŒĂŸt, jedoch die Tatsache unter den Teppich gekehrt, dass auch in Deutschland zwei weitere noch immer zugelassen sind und eingesetzt werden. Auch der Plan, den Einsatz von Pestiziden in Schutzgebieten deutlich zu verringern und wo möglich zu verbieten ist viel zu unkonkret – in unseren Edelsteinen der Natur sind ein Verbot und ausreichende Pufferzonen ĂŒberfĂ€llig.“ Erfreulich seien die Ziele der Extensivierung von GrĂŒnland und zur Schaffung von Strukturelementen und Verbindungskorridoren, die nicht nur den Insekten zugute kommen.

Das Bekenntnis Schulzes, sich „intensiv fĂŒr eine Verbesserung der EU-Naturschutzfinanzierung“ einsetzen zu wollen, ist ein klares Signal an Bundesagrarministerin Klöckner, an die der NABU appelliert, das „Aktionsprogramm Insektenschutz“ ebenfalls in der Agrarpolitik zu verankern. „Um das Insektensterben zu stoppen, ist eine ressortĂŒbergreifende Initiative erforderlich. Ohne eine Wende in der Agrarpolitik wird das Problem nicht gelöst. Dazu gehört die Reform der EU-Agrarpolitik mit mehr Geldern fĂŒr Naturschutzmaßnahmen“, so Miller.

Unter dem Motto „ZĂ€hlen, was zĂ€hlt“ startet der NABU sein neues Citizen Science-Projekt „Insektensommer“. Es ist die erste bundesweite InsektenzĂ€hlung in Deutschland. Naturfans sind bundesweit aufgerufen in ihrer Umgebung vom 1. bis zum 10. Juni sowie vom 3. bis zum 12. August Insekten zu beobachten und unter www.insektensommer.de online zu melden.
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Neonicotinoid: Teil-Verbot (?)
Quelle: BUND SĂŒdlicher Oberrhein
 
Neonicotinoid: Teil-Verbot (?)
10 Jahre nach dem großen Bienensterben am Oberrhein

Wenn heute (hoffentlich) eine der zentralen Ursachen des Insektensterbens, die Neonicotinoide, (leider nur zum Teil) verboten werden, dann hat das auch mit der 10 Jahre zurĂŒckliegenden Bienenvergiftung am Oberrhein zu tun.

Genau vor 10 Jahren traf die schlimmste Umweltkatastrophe nach dem Sandoz-Unfall den Oberrhein. Millionen von Bienen und tausende Bienenvölker starben durch ein Insektengift. Verantwortlich dafĂŒr war das Insektizid Clothianidin der Firma Bayer Cropscience. Als Saatgutbehandlungsmittel wurde das clothianidinhaltige Mittel "Poncho" zusammen mit einem Haftmittel auf die Saatkörner aufgetragen und hĂ€tte bei der Maisaussaat direkt in den Boden gelangen sollen. Der fĂŒr Bienen hochgiftige Wirkstoff wurde jedoch auf benachbarte Äcker geweht und dort von Bienen aufgenommen, die kurze Zeit spĂ€ter in Massen starben.

Bei einer Kundgebung von Imkern und UmweltschĂŒtzern am 28.8.08 in Freiburg sagte BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Axel Mayer:
„Das Bienensterben geht uns alle an. Doch Bienensterben ist das falsche Wort. Sterben mĂŒssen irgendwann alle Bienen. Es geht nicht ums Bienensterben, es geht um die Bienenvergiftung. Es geht auch um die Vergiftung der Wildinsekten und der Wildbienen.“ (Zitatende)

Die ganze erschreckende Dimension des Insektensterbens war uns damals noch nicht bekannt. Und doch begann auch am Oberrhein der Kampf gegen die Neonics.

Die Macht der Konzerne bekam der kleine BUND am sĂŒdlichen Oberrhein im Jahr 2013 in einem massiven Konflikt mit dem Chemiegiganten BAYER zu spĂŒren. In einem Artikel zur umweltfreundlichen BekĂ€mpfung des BuchsbaumzĂŒnslers hatten wir auf unserer Homepage ein Neonicotinoid - ein Produkt mit dem der Bayer-Konzern viel Geld verdient - als bienengefĂ€hrlich bezeichnet. Doch in Deutschland haben die Konzerne die Macht zu definieren, was als bienengefĂ€hrlich bezeichnet werden darf. Unter Androhung einer Vertragsstrafe von 10.000 Euro(!) mussten wir innerhalb von drei Tagen den Begriff „bienengefĂ€hrlich“ auf der Homepage Ă€ndern. Gleichzeitig wollten AnwĂ€lte einer großen Freiburger Rechtsanwaltskanzlei im Auftrag von Bayer noch unverschĂ€mt viele andere Änderungen im Sinne des Bayer-Konzerns, doch trotz großen Risikos haben wir uns dem massiven Druck noch viel mehr zu Ă€ndern nicht gebeugt. Alleine die Kosten im Vorfeld des Verfahrens beliefen sich fĂŒr den kleinen BUND am Oberrhein auf 2440 Euro! Bei der Klagenandrohung ging es um Thiacloprid. Das ist in Deutschland und der EU bis auf weiteres erlaubt und wird heute auch leider nicht verhandelt. Der BUND-Bundesverband hat einer Ă€hnlichen Drohung von BAYER, ebenfalls in Bezug auf Thiacloprid, widerstanden und vor Gericht gewonnen. Thiacloprid darf also mit gerichtlicher Genehmigung als Gift bezeichnet werden, soll aber heute nicht verboten werden.

Auch der BUND-Regionalverband fordert ein Totalverbot aller Neonicotinoid-Insektizide fĂŒr alle Anwendungen. Alle Neonicotinoide waren und sind nach BUND-Ansicht bienengiftig und eine wichtige Ursache des großen Insektensterbens.

Ein vollstÀndiges Verbot wÀre notwendig. Das heute mögliche Teilverbot ist ein erster kleiner Schritt gegen das Insektensterben/Insektenvergiftung und das damit verbundene Vogelsterben/Vogelverhungern, ein Schrittlein zur Entschleunigung des globalen Artensterbens. Die Macht der Insektenvergifter wird eventuell angekratzt, nicht mehr.

Axel Mayer, BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer

Mehr Infos zum Themenbereich -Ursachen des Insektensterbens- finden Sie online ...
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NABU fordert vollstÀndiges Verbot aller Neonikotinoide und Àhnlicher Wirkstoffe
Ackerrandstreifen / Foto: NABU/Klemens Karkow
 
NABU fordert vollstÀndiges Verbot aller Neonikotinoide und Àhnlicher Wirkstoffe
Miller: Neonikotinoide haben vermutlich großen Anteil am Insektensterben / SchĂ€dlichkeit hinreichend nachgewiesen

Berlin/BrĂŒssel – Angesichts der am Freitag (27.4.) stattfindenden EU-Abstimmung zur Zukunft dreier bienenschĂ€dlicher Neonikotinoide fordert der NABU ein vollstĂ€ndiges Verbot aller Neonikotinoide sowie Ă€hnlicher Wirkstoffe in der EU.

„Seit Jahren hĂ€ufen sich die wissenschaftlichen Erkenntnisse, wie riskant diese Wirkstoffe sind. Und zwar fĂŒr Insekten, FledermĂ€use und Vögel gleichermaßen. Neonikotinoide stellen eine ernsthafte Bedrohung fĂŒr die biologische Vielfalt dar. Zudem mĂŒssen wir davon ausgehen, dass sie großen Anteil am Insektensterben haben können“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Am Freitag stimmen Vertreter der EU-Mitgliedstaaten ĂŒber die weitere Zulassung der drei am hĂ€ufigsten eingesetzten Neonikotinoide Imidacloprid, Thiamethoxam und Clothianidin ab. Geht es nach Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Frankreich oder den Niederlanden, stĂŒnde einem EU-weiten Verbot nichts im Wege. Allerdings ist die erforderliche Stimmenmehrheit nicht gesichert, mehrere Staaten haben sich bislang noch nicht zu einem Verbot bekannt.

„Dass die drei Wirkstoffe zur Diskussion stehen, ist ein entscheidender Schritt zur Rettung der Artenvielfalt. Doch er reicht lĂ€ngst nicht aus. Wenn die Bundesregierung es mit dem Schutz von Bienen und Insekten ernst meint, mĂŒssen alle Neonikotinoide und Ă€hnlich wirkenden Insektizide komplett vom Markt verschwinden. Bei dem extremen RĂŒckgang der Insekten können wir es uns nicht leisten, weiterhin derartig gefĂ€hrliche Stoffe einzusetzen“, so der NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer.

Als nĂ€chster Schritt mĂŒsse EU-weit zudem eine deutliche Reduzierung aller Pestizide folgen sowie weitere Verbote besonders gefĂ€hrlicher Wirkstoffe. Der NABU begrĂŒĂŸt daher, dass sich Bundesumweltministerin Svenja Schulze am heutigen Mittwoch fĂŒr einen grundsĂ€tzlich restriktiveren Einsatz bei allen Pflanzenschutzmitteln ausgesprochen hat. „Um die Artenvielfalt zu retten, muss die EU ihre Agrarpolitik aber grundsĂ€tzlich naturvertrĂ€glicher ausrichten und damit auch Anreize fĂŒr einen nachhaltigeren Pestizideinsatz schaffen“, so Miller.

EU-weit sind derzeit noch vier weitere Neonikotinoide zugelassen sowie mehrere Ă€hnlich wirkende Insektizide. Neonikotinoide breiten sich in der gesamten Pflanze aus, auch in Wurzeln oder BlĂŒten. Sie stören die Fortpflanzung und Orientierung von Insekten. Auf einige Arten wirken sie unmittelbar tödlich. Neueste wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zudem, dass höchstens 20 Prozent des Neonikotinoid-Wirkstoffs von Pflanzen aufgenommen werden. Der restliche Anteil geht in Boden oder Wasser ĂŒber, wo er sich ĂŒber Jahre anreichern und auch Folgekulturen oder benachbarte FlĂ€chen verunreinigen kann.

Hintergrund:

Seit 2013 gelten EU-weit Teilverbote fĂŒr die Wirkstoffe Imidacloprid, Thiamethoxam und Clothianidin – doch diese bringen bislang wenig. Dies zeigen aktuelle Pestizid-Statistiken: JĂ€hrlich werden hierzulande noch rund 200 Tonnen dieser Stoffe eingesetzt. Der Grund: großzĂŒgig erteilte Sondergenehmigungen. In Kulturen wie ZuckerrĂŒben dĂŒrfen sie zudem weiterhin uneingeschrĂ€nkt eingesetzt werden – mit der BegrĂŒndung, dass diese Pflanzen fĂŒr Insekten nicht attraktiv seien.
 
 

 
Schimmel vertreiben - WohnungslĂŒftung
„Den Schimmel vertreiben: dezentrale WohnungslĂŒftung mit Komfort – Energiesparen und gute Luft im Neu- und Altbau“ ist Thema des Hauptvortrags von Detlef Knöller, IngenieurbĂŒro LĂŒftungstechnik Baden, Teningen, beim Samstags-Forum Regio Freiburg am 28. April um 10.15 Uhr in der UniversitĂ€t Freiburg, KollegiengebĂ€ude 1, Platz der UniversitĂ€t 3, Hörsaal 1098. Den vorteilhaften Einsatz und optimale Betriebsweisen von „Brennstoffzellen- und anderen Mini-BHKW fĂŒr Strom und Heizung kombiniert mit Solarstrom und Batterie“ erlĂ€utern 2 Praxis-VortrĂ€ge von Christian Meyer, Energy-Consulting-Meyer, Umkirch, und Joachim Kreuz, Bad und Heizung Kreuz, Schallstadt. Der Eintritt ist frei. Schirmherrin des Forums ist die Freiburger UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik.
 
 

 
Staatliches Tierwohllabel zĂŒgig einfĂŒhren
Label soll Weg fĂŒr verbindliche Herkunftskennzeichnung ebnen

Die Zahl an Labels und Kennzeichnungen, die Auskunft ĂŒber die Haltungsbedingungen von Nutztieren geben sollen, wĂ€chst. Das macht es fĂŒr Verbraucher unĂŒbersichtlich. Der vzbv fordert deshalb zĂŒgig ein staatliches Tierwohllabel.

Die Label-Standards sollten staatlich festgelegt werden und deutlich ĂŒber den gesetzlichen Mindestanforderungen an die Haltungsbedingungen liegen. Der vzbv fordert die Bundesregierung darĂŒber hinaus auf, auf Grundlage des staatlichen Tierschutzlabels bis zum Jahr 2020 eine verbindliche Haltungskennzeichnung zu etablieren.

Der vzbv hat in einem FAQ Fragen und Antworten rund um das Tierwohllabel und die Kennzeichnung von Fleisch zusammengetragen ...
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Kunststoff-VerpackungsabfĂ€lle fĂŒr Obst & GemĂŒse seit 2000 um 140 % gestiegen
Miller: SupermĂ€rkte in Deutschland mĂŒssen wieder mehr lose Ware anbieten, um PlastikmĂŒll zu vermeiden

Berlin – Zum diesjĂ€hrigen Tag der Erde am 22. April macht der NABU auf den verschwenderischen Umgang mit Kunststoffen fĂŒr Obst- und GemĂŒseverpackungen aufmerksam. Der Tag der Erde steht in diesem Jahr unter dem Motto, die Plastikflut zu beenden.

Dass man davon in Deutschland noch weit entfernt ist, zeigen die aktuellen Daten des NABU zu KunststoffabfĂ€llen durch Obst- und GemĂŒseverpackungen. Mit 63 Prozent wird das meiste Obst und GemĂŒse in Deutschland bereits vorverpackt verkauft. Das ist das Ergebnis einer Studie der GVM Gesellschaft fĂŒr Verpackungsmarktforschung, welche die Studie im Auftrag des NABU durchgefĂŒhrt hat. Knapp 68 Prozent des GemĂŒses werden vorverpackt angeboten, bei Obst sind es etwa 60 Prozent. Dabei sind Obst und GemĂŒse meist von Natur aus robust genug, um lose verkauft zu werden. Kunststoff ist mit 72 Prozent das dominierende Packmittel bei GemĂŒse, bei Obst hat Kunststoff einen Anteil von 53 Prozent. Hier spielen Papierverpackungen noch eine grĂ¶ĂŸere Rolle, die aber nicht umweltfreundlicher sind als Kunststoffverpackungen. „SupermĂ€rkte mĂŒssen wieder mehr lose Ware anbieten, um PlastikmĂŒll zu vermeiden. Unsere Obst- und GemĂŒseabteilungen zeigen unseren völlig falschen Umgang mit Plastik“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller, „Kunststoff muss fĂŒr langlebige GĂŒter und Mehrweglösungen eingesetzt werden, statt fĂŒr gut vermeidbare Einwegverpackungen.“

In Deutschland liegt der Anteil der Verpackungen am KunststoffmĂŒll bei 60 Prozent. „Bisher wird nur die HĂ€lfte der jĂ€hrlich drei Millionen KunststoffabfĂ€lle durch Verpackungen recycelt. Hier gibt es enorm viel Luft nach oben. Am besten fĂŒr die Umwelt ist es aber, VerpackungsabfĂ€lle direkt zu vermeiden, denn auch Recycling ist energieaufwĂ€ndig“, sagt NABU-Referentin fĂŒr nachhaltigen Konsum Katharina Istel. „WĂ€hrend der Recycling-Gedanke bei Politik, Industrie und Handel immer mehr ankommt, muss das Thema Abfallvermeidung leider meistens betriebswirtschaftlichen Vorteilen weichen.“

Die stĂ€rkere Vermeidung von Einwegverpackungen wĂŒrde sich auch positiv auf das Landschaftsbild in Deutschland auswirken. Denn auch bei weltweit vergleichsweise gut funktionierenden Entsorgungsstrukturen landen zu viele KunststoffabfĂ€lle in der Natur – darunter viele Verpackungen, wie die regelmĂ€ĂŸigen Clean-Ups des NABU an den StrĂ€nden der Nord- und Ostsee zeigen.
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Klimaschutzkonzept: Stadt Freiburg startet Online-Beteiligungsprozess
Ab Montag, 23. April, können sich Alle aktiv beteiligen

www.freiburg.de/klima

Was kann Freiburg fĂŒr den Klimaschutz tun? Dieser Frage stellt sich die Stadt Freiburg nach wie vor aktiv. Denn bis 2030 sollen die CO2-Emissionen im Vergleich zu 1992 um 50 Prozent gesenkt werden. Das langfristige Ziel ist die KlimaneutralitĂ€t fĂŒr Freiburg bis zum Jahr 2050.

Um dieses ehrgeizige Ziel erreichen zu können, wird das Umweltdezernat in diesem Jahr das Freiburger Klimaschutzkonzept von 2007 fortschreiben. Am Ende des geplanten etwa einjĂ€hrigen Prozesses soll ein neuer, mittelfristiger Masterplan stehen, der in Zukunft Richtschnur fĂŒr alle Ämter und stĂ€dtischen Tochtergesellschaften sein soll. UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik appelliert an Freiburgs BĂŒrgerinnen und BĂŒrger: „Nutzen Sie diese einmalige Chance, aktiv an der Entwicklung unserer Stadt mitzuwirken, damit Sie weiterhin zukunftsfĂ€hig und lebenswert bleibt.“

Zum ersten Mal gibt es fĂŒr alle Freiburgerinnen und Freiburger die Möglichkeit, sich aktiv an diesem Prozess der zukunftsweisenden Entwicklung von KlimaschutzaktivitĂ€ten zu beteiligen. Schon Mitte MĂ€rz startete die Stadtverwaltung die Beteiligung mit einem BĂŒrgerdialog im Historischen Kaufhaus, an dem ĂŒber 150 interessierte Menschen teilnahmen. Nach einer Vorstellung erster Ergebnisse aus den Gutachten erarbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Vielzahl weiterer Ideen, damit Freiburg langfristig klimaneutral wird.


Am Montag, 23. April, startet der zweite Baustein des Beteiligungsverfahrens. Unter www.freiburg.de/klima haben alle Freiburgerinnen und Freiburger die Möglichkeit, bisher favorisierte Klimaschutzmaßnahmen aus sechs Handlungsfeldern zu bewerten und/oder weitere Ideen und VorschlĂ€ge zum Klimaschutz in Freiburg einzubringen. Die Umfrage endet am Montag, 21. Mai. Stuchlik: „Die Stadt Freiburg freut sich auf das klimapolitische Engagement der Freiburger BĂŒrgerinnen und BĂŒrger und ist gespannt auf die Ergebnisse aus diesem Prozess!“

Geplant ist, dass Anfang Oktober endgĂŒltige Ergebnisse vorliegen. Sie sollen in einer weiteren Veranstaltung öffentlich diskutiert werden, bevor der Gemeinderat ĂŒber das Klimaschutzkonzept und die weiteren Maßnahmen entscheidet.

Die Beteiligung zum Klimaschutzkonzept ist auch der Startschuss fĂŒr die neue zentrale Plattform zur OnlineBeteiligung unter www.mitmachen.freiburg.de . BĂŒrgerinnen und BĂŒrger bekommen hier einen einheitlichen Zugang zu den unterschiedlichen Online-Beteiligungsverfahren der Stadt Freiburg. Der Vorteil daran ist, dass man sich nur einmal registrieren muss und, sofern gewĂŒnscht, weiter informiert wird, wenn es neue Möglichkeiten gibt, am Geschehen in Freiburg mitzuwirken. Das neue Partizipations-Werkzeug ist ein wichtiger Baustein zur Weiterentwicklung der Stadt Freiburg zu einer digitalen, zugĂ€nglichen und offenen Verwaltung, wie sie im Rahmen der Open Government Initiative der Stadt vorangetrieben wird. Die zugrundeliegende Plattform (DIALOG BOX), die bereits fĂŒr die Projekte „Zukunftsstadt“ oder den letzten Beteiligungshaushalt getestet wurde, wird von der Polidia GmbH aus Berlin in Kooperation mit der kommunalen Informationsverarbeitung Baden-Franken (kivbf) betrieben.
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Tag der Erde
Boden (c) Alicia BP / Slow Food
 
Tag der Erde
Ressourcen-, Umwelt- und Klimaschutz gehören ganz oben auf die politische Agenda

Zum Tag der Erde am 22. April appelliert Slow Food Deutschland an die Politik Ressourcen-, Umwelt- und Klimaschutz endlich ganz oben auf die politische Agenda zu setzen, denn die Art und Weise, wie wir KonsumgĂŒter wie Lebensmittel weltweit produzieren und konsumieren, fĂŒhrt weltweit zur Erschöpfung der natĂŒrlichen Ressourcen. Im globalen Norden leben wir schon lange ĂŒber unsere VerhĂ€ltnisse was die Ressourcen- und Energienutzung fĂŒr den aktuellen Lebensstil und -standard angeht: Um das aktuelle Konsumpensum und unseren Ressourcenhunger zu stillen, verbrauchen wir mehr Ressourcen, als unsere Erde auf selbsterhaltende Weise hergeben kann. Über 1,5 Erden wĂ€ren momentan zur Bedarfsdeckung nötig. Laut Prognose brĂ€uchten wir bis 2030 sogar 3 Erden.

Dass ein "weiter so, wie bisher" ausgeschlossen ist, liegt auf der Hand. Dazu muss man sich nur einige Entwicklungen im Umwelt- und Klimabereich sowie der Ressourcennutzung vor Augen fĂŒhren: Die Meere sind geplĂŒndert und werden bis 2050 geschĂ€tzt mehr Plastik enthalten als Fische; weltweit gehen jĂ€hrlich 10 Millionen Hektar wertvoller AckerflĂ€che verloren; das industrielle Lebensmittelsystem - vom Acker ĂŒber Produktion und Transport bis zum Konsum - treibt den Klimawandel voran; der Grundwasserspiegel sinkt in vielen Regionen der Welt, jeder vierte Fluss erreicht wegen Übernutzung nicht mehr das Meer.

Zum Tag der Erde Ă€ußerte die Vorsitzende von Slow Food Deutschland, Ursula Hudson: "Obwohl das industrielle Lebensmittelsystem, das auf Überproduktion und Übernutzung von Ressourcen setzt, ganz klar in eine Sackgasse fĂŒhrt, ist in den Industrienationen politisch keine Abkehr von der Wachstumspolitik zu verzeichnen. Internationale, EU- und nationale EntscheidungstrĂ€ger betreiben weiterhin eine MilchmĂ€dchenrechnung und das auf Kosten der nĂ€chsten Generationen sowie der Natur und Umwelt". Dabei sind ein nachhaltiger Konsum und eine zukunftsfĂ€hige Produktion im Einklang mit Mensch, Tier und Umwelt möglich. Viele zukunftsfĂ€hige Erzeuger machen vor, dass es auch anders geht, und auch Verbraucher machen Politik durch die Entscheidung fĂŒr einen verantwortungsvollen Konsum.

Die Erde könnte uns theoretisch noch 500 Millionen Jahre lang als Heimat dienen und gut bewirten, wenn wir uns, wie Papst Franziskus verlauten ließ, "um unser gemeinsames Haus sorgen". Mit der Erde und den Ressourcen, die sie uns zur VerfĂŒgung stellt, sorgsam umzugehen, hĂ€tte auch nichts mit Verzicht zu tun, sondern mit bewusstem Konsum von GĂŒtern und Lebensmitteln, die ohne Ausbeutung erzeugt wurden. "Der ökologische Landbau, handwerkliche Erzeugung durch Kleinerzeugern, die Agrarökologie sowie AnsĂ€tze zum verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen wie Wasser und Boden weisen hier den Weg in eine bessere Zukunft. So sind es auch heute noch die Kleinerzeuger, die rund 70% aller Nahrung weltweit erzeugen, aber viel weniger Ressourcen nutzen, nĂ€mlich nur 30 Prozent der Wasser- und Landressourcen. Fakt ist, die intensive Landnutzung mit Monokulturen, der Einsatz von Chemiekeulen auf dem Acker und ein System, das Überproduktion und damit Verschwendung fest mit einplant, hat ausgedient", so Hudson weiter. Eine andere Art des Wirtschaftens und der Lebensmittelproduktion ist möglich und dringend nötig. Zur Umstellung auf ein tragbares System ist allerdings auch politischer Wille nötig. Verantwortung ĂŒbernehmen mĂŒssen wir aber alle: Verbraucher, Politik und Erzeuger sind gleichermaßen gefragt sich dafĂŒr einzusetzen WirtschaftskreislĂ€ufe wieder zu regionalisieren, zu verkĂŒrzen und zukunftsfĂ€hig zu machen.
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