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Verschiedenes

	 Ende der Überfischung erst in ĂŒber 100 Jahren?
Fliegende Fische ĂŒber Berlin. © David Biene / WWF
 
Ende der Überfischung erst in ĂŒber 100 Jahren?
WWF-Studie analysiert EU-PlÀne zum Aufbau der FischbestÀnde

Wie lange dauert es, bis sich Europas FischbestĂ€nde und Meere von der Überfischung erholen? LĂ€nger als ein Jahrhundert – zumindest wenn es nach den aktuellen PlĂ€nen der Fischereiminister geht, die derzeit ĂŒber eine Reform der Fischereipolitik verhandeln. Zu diesem Ergebnis kommt eine wissenschaftliche Analyse der ReformplĂ€ne durch den WWF. „Kein Gesetz kann die Überfischung auf einen Schlag beenden, aber in den PlĂ€nen der Minister wird die Erholung der FischbestĂ€nde zum bloßen Nebeneffekt. So braucht man mehr als 100 Jahre um die BestĂ€nde zu sanieren. Dabei sind gesunde BestĂ€nde das Fundament fĂŒr eine zukunftsfĂ€hige Fischerei“, kritisiert Stella Nemecky, Fischereiexpertin des WWF. Sie fordert daher, den schnellstmöglichen Wiederaufbau der FischbestĂ€nde mit zeitlicher Zielvorgabe im neuen Gesetz zu verankern.

Zwei von drei FischbestĂ€nden in europĂ€ischen GewĂ€ssern gelten als ĂŒberfischt. Um eine Reform der europĂ€ischen Fischereipolitik, die diese Misere beenden könnte und fĂŒr die nĂ€chsten zehn Jahre gelten soll, wird derzeit in BrĂŒssel hart gerungen. Die Verhandlungen zwischen EU-Parlament und Fischereiministern scheinen so festgefahren, dass auch ein Scheitern der Reform nicht ausgeschlossen werden kann. Gestritten wird ĂŒber Kernelemente des Gesetzespakets wie z.B. Ausnahmeregelungen fĂŒr das neue RĂŒckwurfverbot, das die Verschwendung von Beifang beenden soll, oder die verbindliche VerknĂŒpfung von Subventionszahlungen an die Einhaltung von Fischereigesetzen. Uneinigkeit herrscht auch ĂŒber das zentrale Nachhaltigkeitsziel der Reform. Dabei geht es um die Frage, bis wann die FischbestĂ€nde durch eine reduzierte Fischerei wieder auf eine gesunde GrĂ¶ĂŸe angewachsen dĂŒrfen, damit man sie nachhaltig bewirtschaften kann.

Der Parlamentsvorschlag verfolgt das politische Ziel, zunĂ€chst die BestĂ€nde bis 2020 wieder auf eine gesunde GrĂ¶ĂŸe aufzubauen und die Fischerei dementsprechend zu drosseln. Anschließend sollen die BestĂ€nde mit nachhaltigem Fischereidruck bewirtschaftet werden. BestandsgrĂ¶ĂŸe und Fangmengen wĂŒrden so nach dem Prinzip des „höchstmöglichen Dauerertrags“ (MSY) ausgerichtet. Laut WWF Analyse könnten sich bei Umsetzung des Parlamentsvorschlags innerhalb der nĂ€chsten 10 Jahre drei Viertel der ĂŒberfischten BestĂ€nde erholt haben.

Die Fischereiminister dagegen wollen zwar den Fischereidruck schrittweise reduzieren, schreiben dies aber erst ab 2020 verbindlich vor. „Die Anpassung der Fangmengen bis 2020 zu verschleppen, wĂ€re eine bewusste Entscheidung der Politik die Überfischung fortzufĂŒhren“, so WWF Expertin Nemecky weiter „Mit den PlĂ€nen der Fischereiminister verlieren wir wertvolle Zeit, um stabile FischbestĂ€nde und eine wirtschaftlich tragfĂ€hige Fischerei in Europa wieder herzustellen.“ Derzeit landet die EuropĂ€ische Fischerei nur etwa 60 Prozent der Menge an, die gesunde EU-BestĂ€nde liefern könnten.

Den Grund fĂŒr die stockenden Reformverhandlungen sieht der WWF in sozio-ökonomischen Bedenken einzelner MitgliedslĂ€nder. „Vor allem klassischen Fischereinationen wie Frankreich und Spanien ist offenbar am Erhalt des Status Quo gelegen. Damit wird aber der dringend nötige Kurswechsel fĂŒr eine nachhaltige und zukunftsfĂ€hige Fischerei systematisch ausgebremst“, sagt WWF Expertin Nemecky. „Die Reform hĂ€ngt jetzt am seidenen Faden. Sollte sie scheitern, wird auch der Kampf gegen die Überfischung um Jahrzehnte zurĂŒckgeworfen. Das ist fĂŒr sowohl fĂŒr das empfindliche Ökosystem der Meere wie fĂŒr den Fischereisektor bedrohlich.“

Der WWF fordert deshalb Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner auf, eine FĂŒhrungsrolle in den aktuellen Verhandlungen beim Fischereiministertreffen am 13.und 14. Mai zu ĂŒbernehmen und sich fĂŒr ein schnellstmögliches Ende der Überfischung und ein Gelingen der Reform einzusetzen.
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Zoo Leipzig: Artenschutz: Mit Emotionen das Bewusstsein schÀrfen
Schimpansen in Pongoland © Zoo Leipzig
 
Zoo Leipzig: Artenschutz: Mit Emotionen das Bewusstsein schÀrfen
Zooexperten und Freilandforscher arbeiten zusammen

Unmittelbar vor dem Filmstart des Disneynature-Films Schimpansen in Deutschland haben Prof. Christophe Boesch, Direktor der Abteilung fĂŒr Primatologie am Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie und PrĂ€sident der Wild Chimpanzee Foundation, sowie Dr. Jörg Junhold, Zoodirektor und PrĂ€sident des Weltverbandes der Zoos und Aquarien (WAZA), heute auf den akuten Bedrohungsstatus der Menschenaffen aufmerksam gemacht und erklĂ€rt, dass Zooexperten und Freilandforscher gleichermaßen gefordert sind, um das Überleben der Arten zu sichern.

„Wir wissen heute, dass die Einrichtung von Nationalparks mit ParkwĂ€chtern, Ökotourismus und Forschungsprojekte in den betroffenen LĂ€ndern den Schutz der Tiere enorm erhöhen. Um darĂŒber hinaus Aufmerksamkeit und Bewusstsein fĂŒr diese bedeutsame Arbeit zu generieren, mĂŒssen wir auch neue Wege gehen. Einen Naturfilm wie ihn Disney jetzt gedreht hat und in die Kinos bringt, transportiert Emotionen und Wissen“, sagt Prof. Boesch, der seit ĂŒber 30 Jahren die Schimpansen des TaĂŻ-Nationalparks in der ElfenbeinkĂŒste erforscht, die fĂŒr den Film begleitet wurden. Gleichzeitig ist er der GrĂŒnder der Wild Chimpanzee Foundation (WCF), in der der Zoo Leipzig seit 2001 Mitglied ist und den Schutz der Schimpansen im Freiland unterstĂŒtzt.

Zoodirektor Dr. Junhold unterstrich zudem, dass der Zoo Leipzig mit Pongoland eine Menschenaffenanlage habe, die die artgerechte Haltung, erfolgreiches Zuchtengage-ment und wissenschaftliche Forschungsarbeit in einer einzigartigen Symbiose vereint. In seiner Funktion als WAZA-PrĂ€sident betonte er: „Zoos spielen im Artenschutz eine ebenso wichtige Rolle wie Freilandprojekte. Ein wichtiger Aspekt dabei ist das Management nachhaltiger Populationen fĂŒr den Erhalt der Arten. Ein zweiter zielt darauf ab, dass unsere Tiere Botschafter fĂŒr ihre Artgenossen in freier Wildbahn sind. Nur wer die Faszination der Menschenaffen erlebt, wird bereit sein, sie zu schĂŒtzen. Wenn uns das durch unsere Arbeit in Zoos und durch beeindruckende Filme wie Schimpansen, den ich fĂŒr den besten Schimpansenfilm aller Zeiten halte, gelingt, ist ein wichtiger Schritt geschafft.“ Der Weltverband WAZA ist zudem neues Mitglied in der Great Ape Survival Partnership (GRASP) und wird dort kĂŒnftig durch Dr. Junhold vertreten.
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NABU begrĂŒĂŸt Vorschlag der EuropĂ€ischen Kommission fĂŒr „grĂŒne Infrastruktur“
Tschimpke: Schritt in die richtige Richtung

Berlin/BrĂŒssel – Der NABU und sein Dachverband BirdLife International haben die am heutigen Montag von der EuropĂ€ischen Kommission vorgelegten VorschlĂ€ge zur Verbesserung einer „grĂŒnen Infrastruktur“ begrĂŒĂŸt. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Bislang stellen die Schutzgebiete des Netzes Natura 2000 nur kleine Inseln in der ansonsten intensiv genutzten Landschaft dar. Diese wichtigen Gebiete zum Erhalt der Artenvielfalt mĂŒssen besser miteinander vernetzt werden“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. Der neue Entwurf der Kommission sieht vor, in vielen Politikbereichen der EU wie der Agrar-, Verkehrs- und Raumplanung Elemente der grĂŒnen Infrastruktur zu verankern.

Im Rahmen der EU-Strategie zum Schutz der biologischen Vielfalt haben sich die Mitgliedstaaten der EU verpflichtet, den weiteren Verlust an biologischer Vielfalt, also seltene Tier- und Pflanzenarten sowie ihre LebensrĂ€ume, bis zum Jahr 2020 zu stoppen und geschĂ€digte Ökosysteme – so weit möglich – wieder herzustellen. Ein wichtiger Baustein ist die Verbindung von Schutzgebieten durch sogenannte „grĂŒne Infrastruktur“. Dazu können naturnahe GewĂ€sser und ihre Auen ebenso gehören wie Hecken und blĂŒtenreiche Ackerraine, aber auch technische Bauwerke wie WildbrĂŒcken. „GrĂŒne Infrastruktur ist auch ein wichtiger Baustein zur Anpassung an den fortschreitenden Klimawandel. Von ihr können Menschen, LebensrĂ€ume und bedrohte Arten profitieren“, betonte Tschimpke.

In Deutschland schreibt das Bundesnaturschutzgesetz seit 2002 die Schaffung eines Biotopverbundes auf mindestens zehn Prozent der LandesflĂ€che vor. In den Niederlanden wurden umfangreiche Programme zur „Entschneidung“ (ontsnippering) aufgelegt. Doch die meisten Mitgliedstaaten konzentrieren sich bisher lediglich auf den Schutz und die Pflege bestehender Natura-2000-Gebiete. Im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) wird zudem aktuell ĂŒber die Ausweisung von ökologischen VorrangflĂ€chen auf den landwirtschaftlichen Betrieben verhandelt. WĂ€hrend Ökologen aber bereits seit Jahren mindestens zehn Prozent VorrangflĂ€chen pro Hof fĂŒr erforderlich halten, hatte die Kommission nur sieben Prozent vorgeschlagen, das EuropĂ€ische Parlament und die Agrarminister sogar zunĂ€chst nur fĂŒnf Prozent ab 2015.

„Es liegt jetzt am EuropĂ€ischen Parlament und an den Mitgliedstaaten, ob die VorschlĂ€ge der Kommission in eine verbindliche EU-Strategie mit konkreten Maßnahmen zum besseren Schutz von Mensch und Umwelt umgesetzt und dazu aus den Subventionstöpfen der EU auch ausreichend Mittel zur VerfĂŒgung gestellt werden“, so Tschimpke.
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Ab 2015 entfĂ€llt der „Schienenbonus“ mit höheren LĂ€rmemissionen
Freiburgs OB Dieter Salomon begrĂŒĂŸt Beschluss des Bundesrats:
„Streichung des ‚Schienenbonus’ eröffnet die
Chance, den Ausbau der Rheintalbahn zu einem ökologischen
Musterprojekt werden zu lassen!“

Ab Anfang 2015 wird der so genannte Schienenbonus beim Bau
neuer Bahnstrecken endgĂŒltig der Vergangenheit angehören. Die
seit den 1970er Jahren bestehende Ausnahmeregelung in der
Bundesimmissionsschutzverordnung gestand bisher fĂŒr Bahnstrecken
um 5 Dezibel höhere LÀrmemissionen zu als bei vergleichbaren
Straßen. Inzwischen hat nach dem Bundestag auch
der Bundesrat der Streichung des Schienenbonus zugestimmt.
Zuvor hatten die LĂ€nder gegenĂŒber dem ursprĂŒnglichen Bundestagsbeschluss
kĂŒrzere Übergangsfristen beschlossen, weshalb
die GesetzesÀnderung Ende April den Vermittlungsausschuss
passiert hat.

Freiburgs OberbĂŒrgermeister Dieter Salomon wertet die Streichung
des Schienenbonus als eine große Chance fĂŒr den viergleisigen
Ausbau der Rheintalbahn. „Die betroffenen StĂ€dte und
Gemeinden haben von Anfang an mit den BĂŒrgerinitiativen verlangt,
dass der Schienenbonus in der Ausbauplanung nicht gelten
darf. Jetzt kann der Bau des 3. und 4. Gleises zu einem ökologischen
Modellprojekt werden mit bestmöglichem Schutz fĂŒr
Mensch und Umwelt!“

Im MĂ€rz 2013 hatten im Projektbeirat zur Rheintalbahn das Bundesverkehrsministerium
und die Deutsche Bahn AG zugestimmt,
gegenĂŒber der ursprĂŒnglichen Planung die LĂ€rmschutzmaßnah2
men nachhaltig zu verbessern. Allein fĂŒr die so genannte „GĂŒterumfahrung
Freiburg“ summieren sich die Mehrkosten fĂŒr zusĂ€tzliche
LĂ€rmschutzwĂ€nde und –galerien und weitere Verbesserungen
zum Schutz der Anwohner auf geschÀtzt insgesamt 84
Millionen Euro. Damit sollen fĂŒr die zwei zusĂ€tzlichen Gleise parallel
zur Autobahn A 5 deutlich höhere Standards beim LÀrmschutz
erreicht werden. Weil damit die ursprĂŒnglichen Bahn-
Planungen obsolet sind und neue Planfeststellungsverfahren erforderlich
sein werden, ist die Ausbaustrecke am Oberrhein ab
2015 bereits ohne den Schienenbonus, also mit schÀrferen
Grenzwerten (5 Dezibel weniger als mit Schienenbonus) fĂŒr
LĂ€rmemissionen zu planen.

Dieter Salomon: „Der wirksamste LĂ€rmschutz ist die Vermeidung
von LĂ€rm!“ Deshalb komme es nicht nur auf lĂ€ngere und höhere
LĂ€rmschutzwĂ€nde und Galerien an, wie sie jetzt fĂŒr das 3. und 4.
Gleises zugesagt wurden, sondern auf nachhaltige technische
Verbesserungen vor allem an GĂŒterwaggons. So genannte „FlĂŒsterbremsen“,
moderne Fahrgestelle und RĂ€der aus Verbundstoffen
könnten die RollgerĂ€usche von GĂŒterwaggons gegenĂŒber
herkömmlichen Fahrzeugen auf die HÀlfte reduzieren. Salomon
und BaubĂŒrgermeister Prof. Martin Haag sprechen sich dafĂŒr
aus, mittels gestaffelter Preise die EinfĂŒhrung von lĂ€rmgedĂ€mmten
Fahrzeugen im BahngĂŒterverkehr zu beschleunigen. Martin
Haag: „Die Region unterstĂŒtzt nachdrĂŒcklich den Ausbau der
Rheintalbahn als eines der wichtigsten europÀischen Infrastrukturprojekte.
Jetzt ist die Bahn gefordert nicht nur die Strecke optimal
zu bauen, sondern auch ihre ZĂŒge nachzurĂŒsten und wirksam
etwas fĂŒr besseren LĂ€rmschutz zu tun.“

Der Ausbau der Rheintalbahn mit zwei weiteren Gleisen betrifft
den Stadtkreis Freiburg in zwei Abschnitten. Nördlich von Freiburg
sollen die beiden neuen Gleise abseits der vorhandenen
Strecke östlich parallel zur Autobahn gefĂŒhrt werden und sĂŒdlich
der Stadtgrenze bei Mengen wieder an die vorhandene Strecke
herangefĂŒhrt werden. Der Freiburger Abschnitt soll als „GĂŒterumfahrung“
vor allem dem durchgehenden GĂŒterverkehr vorbehalten,
womit die heutigen durch die Stadt und ĂŒber den Hauptbahnhof
fĂŒhrenden Gleise weitgehend von GĂŒterzĂŒgen freigehalten
werden können. Die neue Linie betrifft mit LÀrmemissionen
vor allem die Stadtteile Hochdorf, Lehen, Landwasser, Tiengen
und Munzingen; darĂŒber hinaus gehen WaldflĂ€chen im Mooswald
verloren.

Die Neubaustrecke ist auch fĂŒr das Konzept der Breisgau-SBahn
2020 von Bedeutung, wenn die S-Bahn-Verbindungen auf
der heutigen Rheintalbahnstrecke verstÀrkt werden. Da sie aber
jetzt bereits durch den Fern- und GĂŒterverkehr die Grenzen ihrer
KapazitÀt erreicht hat, sind zusÀtzliche S-Bahnen auf der Rheintalstrecke
zwischen Freiburg und MĂŒllheim oder in Richtung Nor3
den erst dann möglich, wenn eine Entlastung durch zusÀtzliche
Gleise geschaffen ist.
 
 

	 WWF-Report belegt dramatischen Waldverlust am Mekong
Holzlager © Brent Stirton / Getty Images / WWF-UK
 
WWF-Report belegt dramatischen Waldverlust am Mekong
Wirtschaft, Wilderei und Abholzung bedrohen Artenvielfalt und LebensrÀume

Berlin - Die LĂ€nder entlang des Mekong von Myanmar bis zum Delta in Vietnam, leiden unter massiver Waldvernichtung. Mehr als ein Drittel der noch existierenden WĂ€lder in SĂŒdostasien drohen in den nĂ€chsten 20 Jahren abgeholzt werden. Das ist das Ergebnis des aktuellen Mekong-Report 2013 des WWF. Die Zerstörung hat dramatische Auswirkungen auf die Artenvielfalt und die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen.

Die WWF-Studie zeigt, dass heute noch knapp eine Million Quadratkilometer Wald in SĂŒdostasien erhalten sind. Das entspricht etwa der HĂ€lfte der GesamtflĂ€che der LĂ€nder am Mekong. In den letzten 40 Jahren wurde fast ein Drittel der WĂ€lder vernichtet. Kambodscha, Laos und Myanmar verloren fast ein Viertel ihrer WaldflĂ€chen. In Thailand und Vietnam wurde mit 43 Prozent fast die HĂ€lfte der WĂ€lder abgeholzt. Die grĂ¶ĂŸeren zusammenhĂ€ngenden Waldgebiete in diesen LĂ€ndern gingen zwischen 1973 und 2009 von 70 auf 20 Prozent zurĂŒck. Der WWF befĂŒrchtet, dass die WĂ€lder bis 2030 auf 14 Prozent ihrer ursprĂŒnglichen FlĂ€che schrumpfen werden.

„Die LĂ€nder des Mekong stehen am Scheideweg. Wenn sie jetzt nicht handeln, sind die Folgen Zerstörung der Artenvielfalt und GefĂ€hrdung der Lebensgrundlage von ĂŒber 60 Millionen Menschen, die in den Mekong-LĂ€ndern leben“, warnt WWF-Expertin Kathrin Hebel. Der WWF empfiehlt den Regierungen den Stopp der Abholzung und einen grĂŒnen Wirtschaftskurs. „Nachhaltiges Wachstum kann es nur mit gesunden und produktiven Ökosystemen geben“, so Hebel. „Dabei mĂŒssen die Staaten ĂŒber ihre Landesgrenzen hinweg zusammenarbeiten“.

Eine der grĂ¶ĂŸten Bedrohungen fĂŒr die Artenvielfalt in SĂŒdostasien ist der geplante Xayaburi-Staudamm in Laos. Dieses Megaprojekt wurde jĂŒngst vom WWF im Report „Die sieben SĂŒnden des Staudammbaus“ zu einem der verheerendsten Kraftwerksprojekte der Welt erklĂ€rt. Der Xayaburi-Damm bedroht die Lebenswelt des Mekong bis zum MĂŒndungsdelta in Vietnam und gefĂ€hrdet damit den Lebensunterhalt von Millionen Menschen, die vom Fischfang abhĂ€ngig sind.

Durch den Bau des Staudammes werden 13 einzigartige, miteinander verbundene Flusssysteme auseinander gerissen und ihrer zentralen ökologischen Funktion beraubt. Arten wie der Tiger, der Asiatische Elefant und der Irawadi-Delfin geraten unter massiven Druck. Das Überleben dieser Arten hĂ€ngt mehr denn je von gut ĂŒberwachten, intakten Schutzgebieten ab. Derzeit existieren jedoch viele dieser Schutzgebiete nur auf dem Papier. Sogar in ausgewiesenen Nationalparks und Wildreservaten kommt es immer noch zu Wilderei und illegalem Holzeinschlag. Andere Schutzzonen wurden einfach von den Regierungen verkleinert, um landwirtschaftliche oder Bergbaukonzessionen zu vergeben, die Geld in die Kassen der Staaten spĂŒlen sollen.

Die WWF-Studie zeigt aber auch auf, dass die Mekong Region noch eine Chance hat. Denn die Staaten in SĂŒdostasien verfĂŒgen ĂŒber einen reichen Schatz an natĂŒrlichen Ressourcen. Der Wert dieser Ökosysteme gehört zu den höchsten der Welt. Der WWF fordert daher ein Umdenken und eine nachhaltige Investition in den Erhalt und die Intaktheit von Ökosystemen auf nationaler Ebene der Mekong-LĂ€nder, aber auch ĂŒber die Landesgrenzen hinweg.
 
 

Buchtipp: Christina Mann & Friedhelm Strickler
 
Buchtipp: Christina Mann & Friedhelm Strickler "Aus dem Reich d. wilden KrÀuter"
Heilkunde und Rezepte, Mythologie und Zauber, Standort im Garten

KrĂ€uterwissen – zauberhaft und alltagspraktisch prĂ€sentiert. Heilkraft und Gaumenschmaus, Brauchtum und Gartenzier – seit Jahrhunderten begleiten uns die heimischen WildkrĂ€uter. Neugierig öffnen gerade heute viele Menschen das Tor zum KrĂ€utergarten der Natur und seiner grĂŒnen Apotheke. Mit ihrem Buch »Aus dem Reich der wilden KrĂ€uter«, erschienen im pala-verlag, prĂ€sentieren KrĂ€uterfachfrau Christina Mann und GĂ€rtnermeister Friedhelm Strickler einen ebenso fachlich fundierten wie amĂŒsanten Ratgeber, um den KrĂ€utern zu begegnen.

Lesend wandert der Interessierte durch ein heimisches WildkrĂ€uterparadies. BĂ€rlauch und Knoblauchsrauke, Königskerze und Löwenzahn, Nelkenwurz und Wilde Karde stehen am Wegesrand. In mehr als 70 ausfĂŒhrlichen KrĂ€uterportrĂ€ts spannt die Autorin anschließend den Bogen ĂŒber Botanisches, Inhaltsstoffe, zahlreiche Rezepte fĂŒr KĂŒche und Wohlbefinden, Gesundheit und Heilkunde bis hin zu mythologischen und historischen Facetten der Pflanzen. FĂŒr Gartenliebhaber und alle, die nicht selbst sammeln können, nennt GĂ€rtnermeister Friedhelm Strickler fĂŒr jede Pflanze den geeigneten Standort im Garten und gute Partner im Beet.

Ein Überblick ĂŒber Heilmittel der Phytomedizin, ihre Anwendung sowie Informationen zum Haltbarmachen der gesammelten KrĂ€uterschĂ€tze runden das Buch ab. Das offene Tor ins grĂŒne Reich der Natur heißt alle Besucher herzlich willkommen.

pala-verlag 2013, 240 Seiten, EUR 16,00
ISBN: 978-3-89566-316-1
 
 

 
Schalenwildjagd: 25 Tonnen Blei pro Jahr belasten die Umwelt
Bleihaltige Jagdmunition verbieten

Berlin – Nach Berechnungen des NABU wird die Umwelt in Deutschland jedes Jahr mit rund 25 Tonnen hochgiftigem Blei allein durch die Jagd auf Rot-, Dam-, und Sikahirsche sowie Rehe, Wildschweine, GĂ€msen und Mufflons belastet.

Blei ist immer noch die Haupttodesursache bei Seeadlern. Die Innereien von mit Bleimunition erlegten Tieren werden in der Regel in der Natur liegengelassen und dann zum Beispiel von Seeadlern gefressen. Blei im Wildfleisch beeintrÀchtigt auch die menschliche Gesundheit. Es schÀdigt beispielsweise das Nervensystem und die Nieren und wird als krebserregend eingestuft. Ebenso ist es wissenschaftlich erwiesen, dass ein Zusammenhang zwischen der Intelligenz von Kindern und deren Bleikonzentration im Blut besteht.

Der NABU fordert ein komplettes Verbot bleihaltiger Munition. Daher ist der Beschluss der Agrarministerkonferenz vom April zu begrĂŒĂŸen, in dem sich elf BundeslĂ€nder fĂŒr ein bundesweites Verbot bleihaltiger Munition aussprechen.
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Eigenbetrieb StadtentwÀsserung und Badenova stellen Pilotprojekt vor
EBM Otto Neideck: „Das Freiburger Modell wird Kommunen viel Geld sparen“

Freiburg ist berĂŒhmt fĂŒr seine Sonne. Jetzt will die Stadt nachweisen,
dass man hier auch mit Regen das Richtige anzustellen versteht.
Heute hat Erster BĂŒrgermeister Otto Neideck im Gewerbegebiet Haid
eine neue Methode fĂŒr die alte kommunale Aufgabe der Behandlung
von Regenwasser vorgestellt. Die RegenwasserklÀrung Freiburger
Modell (RFM), vom Eigenbetrieb StadtentwÀsserung (ESE) mit der
Badenova entwickelt, soll den Grunderwerb und Bau von KlÀrbecken
in vielen Gewerbegebieten weitgehend ĂŒberflĂŒssig machen.

„Das Ergebnis bleibt gut, der Aufwand ist aber viel geringer. Mit
unserem Freiburger Modell können die Kommunen nachhaltig Geld
sparen. Und dieses Argument zÀhlt immer mehr in Zeiten steigender
Ausgaben“, sagte BĂŒrgermeister Neideck. ESE-GeschĂ€ftsfĂŒhrer
JĂŒrgen Bolder und Projektleiter Michael MĂŒndlein von der Badenova
verwiesen darauf, dass das RFM als kostengĂŒnstige Alternative zur
konventionellen Bauweise auch an anderen behandlungsbedĂŒrftigen
Einleitstellen angewandt werden könne. Die Wirkungsweise werde
ĂŒberwacht, dokumentiert und ausgewertet, so dass daraus Regeln
der Technik abgeleitet werden könnten.

Entwickelt, erprobt und nun eingebaut wurde das neue Modell der
RegenwasserklÀrung im Gewerbegebiet Haid. Dessen Kanalisation
stammt aus den 1970er Jahren. Sie gibt Niederschlagswasser ĂŒber
ein RegenrĂŒckhaltebecken bei den Schlatthöfen in den sehr kleinen
Schelmengraben ab. Da dieses Wasser aus einem Gewerbegebiet
kommt, ist es zum Schutz des weiterfĂŒhrenden GewĂ€ssers zu
behandeln; dies schreibt der GesamtentwÀsserungsplan der Stadt
vor. Bei einem Störfall muss es zurĂŒckgehalten werden können.

In der Regel wird in solchen FĂ€llen ein RegenklĂ€rbecken gebaut, fĂŒr
das die Kommune entsprechende FlÀchen erwerben muss.
Richtlinien des Landes fordern einen FeststoffrĂŒckhalt von
mindestens 50 Prozent. Um diesen Wert zu erreichen, mĂŒsste im Fall
Haid ein konventionelles RegenklÀrbecken im Dauerstau entstehen,
mit einem Volumen von 847 Kubikmetern und 423 Quadratmetern
OberflĂ€che – das ist mehr als ein halber Fußballplatz.

Nun hatten ESE und Badenova die Idee, einfach den bestehenden
Kanal mit einem Innendurchmesser von 2,10 Meter zur Behandlung
des Regenwassers einzusetzen. Weil dieses Vorgehen von den
Regeln bestehender Technik abweicht, musste der ESE nachweisen,
dass damit eine ausreichende Reinigung erreicht werden kann. Das
gelang mit Hilfe der UniversitÀten Stuttgart und Darmstadt. Der
Innovationsfonds der Badenova ĂŒbernahm die HĂ€lfte der Kosten.

Seit Dezember 2012 wird in der Bötzinger Straße an der neuen
RegenwasserklĂ€rung gebaut. FĂŒr 1,6 Millionen Euro entsteht bis Juni
2013 am Ende des Kanals ein Steuerungswerk, das Regenwasser
weitgehend reinigt, bevor es ins RĂŒckhaltebecken eingeleitet wird.
Weil das Verfahren in Deutschland bisher einmalig ist und kĂŒnftig
auch andernorts zum Einsatz kommen soll, kontrolliert und
dokumentiert der ESE die Wirkungsweise der Anlage.

Da sie alle OberflĂ€chenabflĂŒsse im Gewerbegebiet aufnehmen und
die Entlastung in einen naheliegenden Schmutzwasserkanal
ermöglichen muss, kam als Standort nur eine Stelle in Betracht. Sie
liegt in einem Fußweg im Stadtwald. DafĂŒr wurde nun ein Becken
aus Stahlbeton errichtet, mit Außenmaßen von 9 mal 8 Metern. Die
Deckenplatte, mit sechs Schachteinstiegen und Montageöffnung
ausgestattet, hÀlt Fahrzeugen bis 30 Tonnen aus. Alle Einbauten
regeln sich dank Mess-Steuer-Technik selbst. Dazu zÀhlt eine 2,10
Meter hohe Schwelle mit Entlastungsschieber, der bis auf 1,10 Meter
ĂŒber Kanalsohle absinken kann, um Klarwasser in den Vorfluter
einzuleiten; eine schwimmende Tauchwand vor der Schwelle; eine
Verbindung zum Schmutzwasserkanal mit Verschlussschieber; ein
Bypass DN 250 fĂŒr Fremdwasser mit Abscheidefunktion fĂŒr
LeichtflĂŒssigkeit, Verschlussschieber und Ableitungsmöglichkeit in
den Schmutzwasserkanal; sowie ein Sand- und Geröllfang.

Und das Ganze geht so: Bei Trockenwetter (Ausgangslage) ist der
Entlastungsschieber an der Schwelle in oberer Stellung, der Schieber
DN 500 zum Schmutzwasserkanal geschlossen, die Öffnung DN 250
geöffnet (damit Fremdwasser abfließen kann) und der SpĂŒlschild im
Oberwasser des Regenwasserkanals ebenfalls geöffnet.
Sobald Regen einsetzt, werden die Öffnung DN 250 und der
SpĂŒlschild im Oberwasser geschlossen. Damit wird das gesamte
Regenwasser zurĂŒckgehalten; SpĂŒlwasser sammelt sich an.

Auch bei Überstauung der Schwelle durch anhaltenden Regen
bleibt der Entlastungsschieber geschlossen. Sobald das Volumen
(982 Kubikmeter) gefĂŒllt ist, hĂ€lt das RFM den ersten SpĂŒlstoß an
belastetem Regenwasser zurĂŒck. Das nachfließende Wasser
ĂŒberströmt die Schwelle. Die schwimmende Tauchwand hĂ€lt
Schwimmstoffe davon ab, ĂŒber die Schwelle in die Vorflut zu
gelangen. Schieber DN 500 zum Schmutzwasserkanal und Öffnung
DN 250 bleiben wÀhrend dieses Vorgangs geschlossen.
Mit dem Ende des Regens beginnt die Entlastung. Die Schwelle
wird bis auf 1,10 Meter ĂŒber der Sohle abgesenkt, das Wasser ĂŒber
dieser Höhe fließt in den Vorfluter, nachdem sich Schmutzteile
abgesetzt haben. Bei Erreichen von 1,10 Meter ĂŒber Sohle verbleibt
eine Restwassermenge von 200 Kubikmetern im Kanal.
Um auch diese Restwassermenge abzuleiten, wird der Schieber DN
500 zum Schmutzwasserkanal geöffnet. Zur Reinigung des RWKanals
wird schließlich das SpĂŒlschild im Oberwasser geöffnet.

Ob es regnet oder nicht, ermitteln automatisch ein Regensensor und
die Wasserstandsmessung im Zulaufkanal. Alle VorgÀnge und
Messungen werden erfasst und zur Abwasserleitstelle bei der
Badenova ĂŒbertragen.
 
 



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