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Samstag, 10. Juni 2023
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Verschiedenes

 
ÖKO-TEST FußsĂ€cke fĂŒr Kinderwagen
Verseucht statt kuschelig

Das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST hat in der aktuellen Oktober-Ausgabe FußsĂ€cke fĂŒr Kinderwagen getestet und kommt zu einem verheerenden Ergebnis: Zwei Drittel der Testprodukte schneiden mit „ungenĂŒgend“, „mangelhaft“ oder „ausreichend“ ab. Zwei FußsĂ€cke hĂ€tten wegen der hohen Schadstoffbelastung gar nicht verkauft werden dĂŒrfen.

Der fortpflanzungsgefĂ€hrdende Weichmacher DEHP gehört schon seit neun Jahren zu den verbotenen Phthalaten in Spielzeug und Babyartikeln. Umso Ă€rgerlicher ist es, dass ÖKO-TEST in zwei FußsĂ€cken diesen Schadstoff in Mengen ĂŒber dem gesetzlichen Grenzwert gefunden hat. Laut dem CVUA (Chemisches und VeterinĂ€runtersuchungsamt) Stuttgart sind FußsĂ€cke fĂŒr Kinder als Babyartikel im Sinne des Verbots von Phthalaten ab bestimmten Konzentrationen anzusehen. Damit hĂ€tten die beiden FußsĂ€cke so nicht verkauft werden dĂŒrfen.

Und DEHP ist nicht der einzige Schadstoff, den die von ÖKO-TEST beauftragten Labore gefunden haben. NervenschĂ€digende phosphororganische Verbindungen, Allergien auslösendes und krebsverdĂ€chtiges Formaldehyd, toxisches Antimon fĂŒhren dazu, dass keines der untersuchten Produkte ein „gut“ oder sogar ein „sehr gut“ bekam.

ÖKO-TEST rĂ€t Eltern, nicht verkehrsfĂ€hige Produkte beim HĂ€ndler zurĂŒckzugeben. Allerdings gibt es keinen eindeutigen Rechtsanspruch auf RĂŒckgabe.
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ÖKO-TEST Regionale Lebensmittel
Regio-Produkte ohne HeimatgefĂŒhl

Die meisten Lebensmittel mit Regio-Label stammen nicht vom Bauern um die Ecke, sondern haben weite Wege hinter sich. Darauf zeigt eine ÖKO-TEST-Untersuchung in der aktuellen Oktober-Ausgabe. Das Verbrauchermagazin hat bundesweit 106 Produkte eingekauft und analysiert. Das ResĂŒmee ist ernĂŒchternd: Nur 26 der getesteten Produkte sind lupenrein regional.

Die Mehrzahl der Deutschen ist bereit, fĂŒr regionale Produkte einen bis zu 15 Prozent höheren Preis zu akzeptieren. Oft können sie sich das Geld jedoch sparen, denn manche Siegel, die den Produkten RegionalitĂ€t bescheinigen, sind beim Einkauf keine große Hilfe, wie ÖKO-TEST kritisiert. Bestes Beispiel ist das neue Label „Regionalfenster“. Dessen lasche Vorschriften schreiben nur vor, dass die Region kleiner sein muss als die Bundesrepublik Deutschland. Der Hersteller kann also selbst definieren, was eine Region ist. WĂ€hrend die Verbraucher laut verschiedener Umfragen unter einer Region den Großraum um ihre Stadt oder zumindest das Bundesland, in dem sie wohnen, verstehen, grenzen die Lebensmittelhersteller diese weitaus großrĂ€umiger ab: Das StĂŒck Heimat umfasst dann schon mal mehrere BundeslĂ€nder oder die halbe Republik.

Gekauft werden regionale Produkte, weil sie assoziieren, dass es sich um Produkte der heimischen Landwirtschaft handelt, die auch deshalb so frisch sind, weil sie nur kurze Transportwege haben. Doch weit gefehlt. Bei einem Bio-Risotto im Test stammen die Zutaten beispielsweise aus Norditalien, obwohl mit „QualitĂ€t aus der Heimat“ geworben wird.

ÖKO-TEST rĂ€t Verbrauchern daher, ihr gutes Geld nur fĂŒr solche Produkte auszugeben, deren Deklaration sie eindeutig als Regionalprodukt ausweisen. Dabei sollte man aber wissen, dass regional erzeugte Lebensmittel nicht automatisch eine gute QualitĂ€t haben. Sie enthalten teilweise zahlreiche Zusatzstoffe. Erste Wahl ist auch bei Regio-Produkten Bio. Diese werden umweltgerecht erzeugt, halten erhöhte Standards bei der Tierhaltung ein, haben weniger Zusatzstoffe und schmecken oft auch besser.
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NABU: Kabinettsbeschluss zur ElektromobilitĂ€t ist SchildbĂŒrgerstreich
Berlin – Der NABU kritisiert das heute vom Kabinett beschlossene ElektromobilitĂ€tsgesetz. NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Die Freigabe von Busspuren fĂŒr Elektroautos und Plug-In-Hybride zeugt von großer Unkenntnis der realen MobilitĂ€tswelt in den StĂ€dten. Schon heute muss sich eine stark wachsende Anzahl von Radfahrern den knappen Fahrraum mit Bussen teilen. ZukĂŒnftig soll nach dem Willen der Bundesregierung auch ein Porsche Cayenne mit elektrischer Reichweite von 30 Kilometern auf diesen Busspuren fahren. Das wird nicht zur Akzeptanz der ElektromobilitĂ€t in den StĂ€dten beitragen. StĂ€dte und Kommunen mĂŒssen diesem SchildbĂŒrgerstreich unbedingt Einhalt gebieten.“



Auch kostenloses Parken fĂŒr Elektroautos lehnt der NABU ab. Es könne nicht sein, dass mit öffentlichen Steuergeldern teurer Parkraum subventioniert werde. Hier zeige sich, dass die Bundesregierung kein klares Konzept fĂŒr eine Verkehrswende habe, so Miller. Statt generell umweltfreundliche MobilitĂ€t zu unterstĂŒtzen und umweltschĂ€dliche MobilitĂ€t stĂ€rker zu belasten, werde stur versucht, das Ziel – eine Million Elektroautos bis 2020 auf den Markt zu bringen – umzusetzen.
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Papieratlas 2014: Freiburg glĂ€nzt als „Mehrfachsieger“ beim StĂ€dtewettbewerb
Berlin, 25.09.2014 – Freiburg im Breisgau gehört als „Mehrfachsieger“ auch 2014 zu den „Recyclingpapierfreundlichsten StĂ€dten Deutschlands“. Zum vierten Mal in Folge bestĂ€tigte die Stadt ihre herausragenden Leistungen im Rahmen des diesjĂ€hrigen Papieratlas-StĂ€dtewettbewerbs. Die weiteren „Mehrfachsieger“ sind Essen, Bonn, Göttingen und Halle (Saale). Die anderen diesjĂ€hrigen Gewinner sind Erlangen erstmals als „Recyclingpapierfreundlichste Stadt“ sowie Herne als „Aufsteiger des Jahres“.

Die Initiative Pro Recyclingpapier (IPR) fĂŒhrte den StĂ€dtewettbewerb bereits zum siebten Mal in Kooperation mit dem Bundesumweltministerium, dem Deutschen StĂ€dtetag, dem Umweltbundesamt sowie dem Deutschen StĂ€dte- und Gemeindebund durch. Schirmherrin ist Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks. Der Papieratlas 2014 beinhaltet die Angaben von erstmals 92 StĂ€dten zum Papierverbrauch und den Einsatzquoten von Recyclingpapier sowie die erzielten ökologischen Einspareffekte in den Bereichen Energie, Wasser und CO2-Emissionen. Insgesamt legten 75 Prozent aller angefragten StĂ€dte ihre Daten zur Papierbeschaffung offen.

Mit einer durchschnittlichen Quote von rund 82 Prozent nutzen Deutschlands Kommunen mehr Recyclingpapier als je zuvor. Damit konnte das Niveau des Vorjahres nochmals um etwa 1,5 Prozent gesteigert werden. „Das außergewöhnliche Engagement der StĂ€dte mit den kontinuierlich steigenden Einsatzquoten zeigt, dass die Kommunen Recyclingpapier als einfaches und effizientes Instrument sehr aktiv nutzen, um ihre Beschaffung immer nachhaltiger auszurichten“, so Michael Söffge, Sprecher der IPR.

Freiburg geht seit Jahren mit bestem Beispiel bei der Nutzung von Recyclingpapier voran. In 2013 hat die Stadt durch die Verwendung von Recyclingpapier rund 5,6 Mio. Liter Wasser, rund 1,1 Mio. Kilowattstunden an Energie sowie mehr als 30.500 Kilogramm CO2 eingespart. Papier mit dem Blauen Engel spart in der Produktion gegenĂŒber Frischfaserpapier bis zu 60 Prozent nEnergie, bis zu 70 Prozent Wasser und verursacht weniger klimaschĂ€dliches CO2. Das Umweltzeichen „Blauer Engel“ garantiert zudem, dass die QualitĂ€t dieser Papiere allen Anforderungen modernster GerĂ€te zum Drucken und Kopieren gerecht wird und höchste Anforderungen an die Archivierbarkeit erfĂŒllt.
 
 

 
Wildnis, Klettertouren, Waldtheater und mehr: Ferienwochen im Waldhaus
Abenteuer statt Sommerloch heißt das Motto derzeit im Waldhaus Freiburg. Seit Mitte August sind hier die Ferienwochen im Gange. Auf dem Programm stehen Spaß, Bewegung, Abenteuerspiele, freies Spiel und Aktionen rund um die Themen Wald und Natur. Mittags gibt es ein gemeinsames Mittagessen – selbst gekocht am Feuer. Insgesamt waren und sind in den Ferienwochen 130 Kinder und zahlreiche erfahrenen Betreuer und Betreuerinnen mit an Bord.

Erstmals gab es in der zweiten Augustwoche eine Ganztagsbetreuung fĂŒr junge Abenteurer von 5 bis 7 Jahren, die Waldspielplatzwoche. Hier kamen die Kleinen groß raus, was sie besonders bei der eifrigen Mithilfe beim Essen kochen am Lagerfeuer bewiesen. In der anschließenden Wildniswoche ging es etwas wilder zu. Bei der Anmeldung waren die Jungs am schnellsten, so wurde die Wildniswoche zur Wilde-Kerle-Woche.

In Kooperation mit der Stadt bietet das Waldhaus drei Ferienwochen an, die Freiburger Schulkindern vorbehalten sind. Diese Wochen starten schon morgens um 7.30 Uhr und enden nach dem Mittagessen um 14 Uhr. In der Abenteuerwoche bauten die Kinder eine SeilbrĂŒcke ĂŒber einen wilden Bach. Sogar eine WaldĂŒbernachtung stand auf dem Programm - Petrus feuchter Weckdienst um halb sechs morgens inklusive. In der Waldtheaterwoche spĂŒrten und spielten die Kinder MĂ€rchen und Mythen im Wald nach. Besonders groß war die Nachfrage nach der derzeit laufenden letzten Sommerferienwoche. Deshalb stellte das Waldhausteam hier drei Angebote parallel auf die Beine:

Beim Projekt „Leben im Wald“ verbringen Umwelt- und ZirkuspĂ€dagogen mit 25 Schulkindern eine kreative Walderlebniswoche. In der Survivalgruppe machen sich zehn Jugendlichen zwischen 10 und 14 Jahren zu Wander- und Klettertouren tiefer in den Wald auf. Eine dritte Gruppe pirscht im Sternwald umher und nutzt das GelĂ€nde des Waldhaus-Projektes Schulverwaldung.

Die nÀchsten Waldhaus-Ferienwochen werden im Februar 2015 auf der Homepage www.waldhaus-freiburg.de veröffentlicht. Ab dann sind Anmeldungen möglich.
 
 

 
NABU befĂŒrchtet Rolle rĂŒckwĂ€rts in der europĂ€ischen Umweltpolitik
Miller: Zusammenstellung der EU-Kommission ist umweltfeindlich

Berlin/BrĂŒssel – Der NABU befĂŒrchtet mit der Zusammenstellung der neuen EU-Kommission durch Jean-Claude Junker eine Rolle rĂŒckwĂ€rts in der europĂ€ischen Umweltpolitik. NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Die Verteilung von Macht und Posten in der neuen Kommission, vor allem aber die expliziten AuftrĂ€ge, die der neue PrĂ€sident seinem Team gibt, lassen bei allen Natur- und UmweltschĂŒtzern die Alarmglocken schrillen. Wenn das EU-Parlament nicht noch Korrekturen erzwingt, sehen wir dem Ende der einstmals bewunderten Umweltpolitik der EU entgegen.“ Miller appellierte an alle Abgeordneten des EuropĂ€ischen Parlaments, im Rahmen der Anhörungen die Juncker-Kommission nur dann zu bestĂ€tigen, wenn diese ein klares Bekenntnis zu den Umweltzielen der EU sowie dem geltenden Recht abgebe.

Junckers veröffentlichter Brief an den neuen maltesischem Umwelt- und Fischereikommissar Karmenu Vella enthĂ€lt keinerlei AuftrĂ€ge, die aktuellen gravierenden Umweltprobleme zu lösen. Im Gegenteil: Es werden von ihm nur noch solche Initiativen erwĂŒnscht sein, die direkt der Industrie nĂŒtzen. „Dass ausgerechnet ein Kandidat aus Malta, wo die illegale Jagd auf Zugvögel immer noch an der Tagesordnung ist, nun die Existenzberechtigung der EU-Vogelschutzrichtlinie ĂŒberprĂŒfen soll, stĂ¶ĂŸt bei uns gelinde gesagt auf großes Erstaunen“, so Miller. „Wir erwarten von Vella schnellstmöglich eine klare Distanzierung von den RechtsbrĂŒchen in seiner Heimat und einen Beweis fĂŒr seine UnabhĂ€ngigkeit.“

Mit der Entscheidung, den im GeschĂ€ft mit fossilen EnergietrĂ€gern gut vernetzten Spanier Miguel Arias Cañete zum Kommissar fĂŒr Klima und Energie zu machen, sendet Juncker fatale Signale an die Weltöffentlichkeit und fĂŒr die wichtigen Weltklimakonferenzen 2014 in Lima und 2015 in Paris. „Die von Juncker angestrebte grĂ¶ĂŸere UnabhĂ€ngigkeit der EU von Energieimporten und mehr Energiesicherheit ist nur mit Hilfe des naturvertrĂ€glichen Ausbaus erneuerbarer Energien und der Steigerung der Energieeffizienz machbar, nicht aber mit dem Festhalten an Kohle, Atom und Fracking-Gas“, so Miller.
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Stilllegung des Kernkraftwerks Fessenheim
Französischer Sonderbeauftragter Jean-Louis Bianco bekrÀftigt PlÀne zur Stilllegung des Kernkraftwerks Fessenheim

Umweltminister Franz Untersteller: „Baden-WĂŒrttemberg hat mit der Stilllegung und dem RĂŒckbau von Kernkraftwerken bereits Erfahrungen gemacht. Diese stellen wir der französischen Regierung gerne zur VerfĂŒgung“

Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller hat sich vergangenen Freitag in Paris ĂŒber die aktuellen PlĂ€ne Frankreichs in der Energie- und Klimapolitik informiert. Der von der französischen Umwelt- und Energieministerin, SĂ©golĂšne Royal, eingesetzte Sonderbeauftragte fĂŒr internationale Beziehungen, Jean-Louis Bianco, bekrĂ€ftigte hierbei die Absicht seines Landes, das Kernkraftwerk Fessenheim Ende 2016 stillzulegen.

„Ich habe Monsieur Bianco mitgeteilt, dass Baden-WĂŒrttemberg ein großes Interesse an einem möglichst raschen Abschalten von Fessenheim hat“, erklĂ€rte Franz Untersteller heute (08.09.). Insbesondere die Erfahrungen Baden-WĂŒrttembergs, welche Auswirkungen die Stilllegung und der RĂŒckbau eines Kernkraftwerks auf die BeschĂ€ftigten, die Anwohner und die regionale Entwicklung haben können, seien dabei auf großes Interesse gestoßen. „Ich habe die französische Umwelt- und Energieministerin sowie ihren Sonderbeauftragten eingeladen, sich bei uns im Land selbst ein persönliches Bild hiervon zu machen“, sagte Minister Untersteller weiter. Bereits im April 2014 war der französische Regierungsbeauftragte zur Stilllegung des Kernkraftwerks Fessenheim, Jean Michel Malerba, einer solchen Einladung Unterstellers gefolgt.

Weitere Themen der GesprÀche in Paris waren der aktuelle Entwurf des französischen Energiewendegesetzes, der europÀische Klimaschutz und die mögliche Weiterentwicklung des europÀischen Emissionshandels sowie die Weltklimakonferenz 2015 in Paris.

Die französische Regierung unter StaatsprĂ€sident François Hollande hat angekĂŒndigt, den Kernenergieanteil an der Stromerzeugung von circa 75 Prozent bis zum Jahr 2025 auf 50 Prozent zu reduzieren und das Kernkraftwerk Fessenheim bis Ende 2016 abschalten zu wollen. Der aktuelle Entwurf des französischen Energiewendegesetzes setzt den Rahmen fĂŒr die kĂŒnftige Energie- und Klimapolitik des Landes. Er enthĂ€lt noch keine konkreten Vorgaben, wie der Anteil der Kernenergie bis 2025 reduziert werden soll.

Umweltminister Franz Untersteller hatte sich bereits unmittelbar nach seiner AmtsĂŒbernahme fĂŒr die zĂŒgige Stilllegung des Kernkraftwerks Fessenheim eingesetzt. Da der EU-Stresstest keine ernst zu nehmende PrĂŒfung anhand eines Sicherheitsmaßstabes vorgenommen hatte, hat das Umweltministerium Baden-WĂŒrttemberg das Öko-Institut und das PhysikerbĂŒro Bremen beauftragt, den Sicherheitsstandard des Kernkraftwerks Fessenheim nach deutschem Maßstab zu bewerten. Die Gutachter haben hierbei grundlegende Sicherheitsdefizite ermittelt.
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50 Jahre Regenwassermanagement
Exklusiver Einblick in die Unterwelt Freiburgs

Versteckte GĂ€nge, tiefe SchĂ€chte - was der Öffentlichkeit sonst verborgen bleibt, war heute erstmals fĂŒr die Presse zugĂ€nglich: Mit SchutzanzĂŒgen, Seilzug und fachlicher Begleitung ging es hinunter in das weitverzweigte Freiburger Kanalsystem. Dieses in Schuss zu halten und das Abwasser fachgerecht zu entsorgen, ist Aufgabe des Eigenbetriebs StadtentwĂ€sserung (ESE). Dazu gehört auch die Ableitung von Regenwasser, um die sich der ESE seit genau 50 Jahren kĂŒmmert. Ziel der Besichtigung war aus diesem Anlass das RegenĂŒberlaufbecken unterhalb des Komturplatzes.

Dort kreuzen sich nicht nur mehrere große Straßen, auch unterirdisch gibt es eine wichtige Infrastruktur: Der Mischwasserkanal, der das Regen- und Abwasser der nördlichen Altstadt abfĂŒhrt, trifft hier auf den nördlichen Arm des Gewerbekanals, der sich ab dort RoßgĂ€sslebach nennt. Bei Regen kommt hier eine Menge Wasser zusammen. Damit die KanĂ€le dann nicht ĂŒberlaufen, baute die Stadt 1964 das RegenĂŒberlaufbecken.

Das große unterirdische Becken verhindert auch, dass bei Regen zu viel Schmutz aus dem Abwasser in den relativ kleinen RoßgĂ€sslebach schwappt und ihn belastet: Das aus der Kanalisation kommende Wasser durchströmt das Becken bevor es ins GewĂ€sser fließt. Dadurch setzt sich der Schmutz ab und gelangt nicht in den Bach.

Das Regenwassermanagement des ESE umfasst neben der nun 50 Jahre alten Anlage weitere fĂŒnf Regen-Überlaufbecken, vier Regen-KlĂ€rbecken, einen Bodenfilter, sieben Regen-RĂŒckhaltebecken und viele Regen-Versickerungsanlagen.

Diese Anlagen sorgen zusammen mit dem rund 730 Kilometer langen Freiburger Kanalnetz dafĂŒr, dass das Regenwasser ohne Schaden fĂŒr BĂŒrger und GewĂ€sser abgeleitet wird.

HauseigentĂŒmer in der Pflicht

In AusnahmefĂ€llen, also bei richtig starkem Regen, kann es trotz ausgefeiltem Regenwassermanagement vorkommen, dass die Straßen ĂŒberschwemmen. „Die Haus- und GrundstĂŒckseigentĂŒmer mĂŒssen sich fĂŒr solche FĂ€lle wappnen und selbst Vorkehrungen treffen“, erklĂ€rte ESE-Betriebsleiter JĂŒrgen Bolder. Das ist auch im neuen Wassergesetz des Landes Baden-WĂŒrttemberg, das seit Jahresbeginn gilt, klar geregelt. Daneben macht die Hochwassergefahrenkarte auf die Gefahrengebiete aufmerksam und regt zum Selbstschutz an.

Die HauseigentĂŒmer sind auch dafĂŒr verantwortlich, dass die Leitungen, die das hĂ€usliche Abwasser zu den stĂ€dtischen KanĂ€len transportieren, in Ordnung sind. Repariert die StadtentwĂ€sserung öffentliche KanĂ€le, macht sie die anliegenden Hausbesitzer darauf aufmerksam, dass die Gelegenheit gĂŒnstig ist, auch die privaten Leitungen zu ĂŒberholen. Diese sind meist genauso alt wie der öffentliche Kanal, so dass zumindest die Dichtheit ĂŒberprĂŒft werden sollte. In vielen FĂ€llen arbeiten ESE und HauseigentĂŒmer Hand in Hand und bringen ihre Leitungen gleichzeitig auf den neuesten Stand.

KlÀren des Abwassers

Die StadtentwĂ€sserung kĂŒmmert sich nicht nur um das Kanalnetz und das Regenwassermanagement, sondern auch um die Behandlung des verschmutzten Abwassers. Die Stadt Freiburg hat sich dafĂŒr mit den Umlandgemeinden zum Abwasserzweckverband Breisgauer Bucht zusammengeschlossen. Die gemeinsame große KlĂ€ranlage wird seit 1980 bei Forchheim betrieben. Das operative GeschĂ€ft der StadtentwĂ€sserung erledigt seit 1999 die Freiburger Energie- und Wasserversorgung FEW - heute Badenova - im Auftrag der StadtentwĂ€sserung.

Die bei der StadtentwĂ€sserung anfallenden Kosten werden ĂŒber GebĂŒhren und BeitrĂ€ge auf alle verteilt, die Wasser verbrauchen und ableiten. Die Kosten fĂŒr öffentliche FlĂ€chen trĂ€gt die Stadt. Per Gesetz ist geregelt, dass keine Gewinne erwirtschaftet werden dĂŒrfen. Sollten dennoch kurzfristig ÜberschĂŒsse erzielt werden, gehen diese innerhalb von fĂŒnf Jahren an die GebĂŒhrenzahler zurĂŒck; analog bei möglichen Unterdeckungen.
 
 



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