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Samstag, 16. Februar 2019
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Verschiedenes

BuchsbaumzĂŒnsler: BekĂ€mpfen oder verzichten?
Befallener Buchs in Freiburg / Foto: Daniel JĂ€ger
 
BuchsbaumzĂŒnsler: BekĂ€mpfen oder verzichten?
Auch im Jahr 2013 fallen immer mehr BuchsbĂ€ume in sĂŒdbadischen GĂ€rten dem BuchsbaumzĂŒnsler zum Opfer. Der BuchsbaumzĂŒnsler, ein ostasiatischer Kleinschmetterling aus der Familie der Crambidae, wurde zu Beginn des 21. Jahrhunderts nach Mitteleuropa eingeschleppt und er verbreitet sich auch in Deutschland immer schneller. Die BekĂ€mpfung in den GĂ€rten wird hĂ€ufig mit sehr umwelt- und bienenschĂ€dlichen Giften durchgefĂŒhrt. Aus diesem Grund haben wir einige erste Informationen zu diesem wichtigen, aktuellen Garten- und Umweltthema zusammen getragen.

BuchsbaumzĂŒnsler! Was tun?

- Keine Gifte, insbesondere keine bienengefÀhrlichen, synthetischen Gifte im Hausgarten
- Absammeln der Raupen (Sehr mĂŒhsam und nur bei geringem Befall effizient)
- Absaugen mit starkem Staubsauger, oder auswaschen mit starkem Wasserstrahl. (Diese Methode ist nicht unumstritten, da auch NĂŒtzlinge und andere Tiere betroffen sein können.)
- Abgelesene Raupen nie auf den Kompost, sondern in einer festen TĂŒte in den HausmĂŒll.
- NistkÀsten aufhÀngen. Noch kennen viele Vogelarten die "neu eingewanderte" Nahrungsquelle nicht. Es gibt aber erste Hinweise, dass manche Vögel die Raupen fressen.
- Die Raupen können auch erfolgreich mit "biologische Insektiziden" wie Bacillus thuringiensis oder Neem-PrÀparaten behandelt werden. Genau die Gebrauchsanleitung beachten!
- Der letzte Tipp fĂ€llt uns am schwersten: Da eine einmalige BekĂ€mpfung nicht ausreicht, stehen wir alle vor der Frage ob wir wirklich jedes Jahr die oben aufgefĂŒhrten mĂŒhsamen Maßnahmen durchfĂŒhren wollen und können. Diese Frage stellt sich auch fĂŒr die Menschen die noch auf Gift im Garten setzen. Vielleicht mĂŒssen wir auch auf den Buchsbaum, diesen Teil unserer Gartengeschichte und das PrunkstĂŒck nicht nur der BauerngĂ€rten, verzichten und auf andere Pflanzen oder langfristig (hoffentlich) auf resistente Sorten ausweichen. Der menschengemachte Klimawandel wird uns in Zukunft immer wieder vor solche schwierigen Entscheidungen stellen. Beim Buchsbaum trifft uns dies nur hĂ€rter als bei den vielen anderen Pflanzen- und Tierarten, die durch unser Zutun tĂ€glich weltweit still und unbemerkt verschwinden.
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Von Schnitzwerk bis Staudenhalter: Die Veranstaltungen im Waldhaus im Juni
Schnitzwerke / Foto: Waldhaus Freiburg
 
Von Schnitzwerk bis Staudenhalter: Die Veranstaltungen im Waldhaus im Juni
Sonntag, 9. Juni, 14 bis 18 Uhr – Anmeldeschluss: 29. Mai
Sonntagswerkstatt: Schnitzkurs mit JĂ€rmo Stablo
Die Teilnehmenden lernen in der gemĂŒtlichen AtmosphĂ€re der
Holzwerkstatt die Grundtechniken des Schnitzens und fertigen in
Anlehnung an die "BruchtestmÀnnchen" des Referenten JÀrmo
Stablo nach eigenen Ideen eine kleine Holzskulptur. Beitrag: 20 Euro
inkl. Material, Kinder ab 10 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen.

Donnerstag, 13. Juni, 9 bis 17 Uhr
Der Wald ist ein Haus mit vielen Tieren
Tiere im Wald, das sind viel mehr als Reh, Wildschwein oder Fuchs.
Der Wald bietet eine unglaubliche FĂŒlle von Lebewesen, die es zu
entdecken gilt. Lassen Sie sich am Waldhaus von der Artenvielfalt
und Lebendigkeit interessanter Kleintiere begeistern und erfahren Sie
spielerisch und unterhaltsam, welche Rolle sie in diesem Ökosystem
spielen. Diese Fortbildung der Landesforstverwaltung fĂŒr Erzieher,
Lehrer, Forstbeamte und alle Interessierten leiten Anja GlĂŒckstein,
Erzieherin und WaldpĂ€dagogin, und Arne GlĂŒckstein, Förster und
ErlebnispĂ€dagoge. Anmeldung ĂŒber das Forstliche Bildungszentrum
Karlsruhe, Tel. 0721/926 3391. Teilnahmebeitrag: 50 Euro.

Samstag, 15. Juni, 13 bis 17 Uhr – Anmeldeschluss: 7. Juni
Staudenhalter fĂŒr Ihren Garten selbstgemacht
In diesem Workshop mit Johann-Georg Beck, Schreinermeister und
Technischer Lehrer entdecken Teilnehmende ihr handwerkliches
Talent und stellen am Schneidesel in der GrĂŒnholzwerkstatt im
Waldhaus mit dem Ziehmesser aus frischem Eichen- oder
Kastanienholz mehrere Staudenhalter fĂŒr ihren Garten her.
Teilnahmebeitrag: 27 Euro inkl. Holz, zzgl. sonstiges Material. Kinder
ab 12 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen.

Sonntag, 16. Juni, 14 bis 18 Uhr – Anmeldeschluss: 7. Juni
Grundausbildung Holzschnitzen fĂŒr Erwachsene und Kinder
Messer ĂŒben auch auf Kinder eine große Anziehungskraft aus. In
diesem Kurs mit Markus Stickling in der GrĂŒnholzwerkstatt im
Waldhaus lernen Kinder und Erwachsene gemeinsam den Gebrauch
von Taschen- und Schnitzmessern von Grund auf. Manchmal
braucht man nur einen Ast und ein Messer, um mit wenigen
Handgriffen einen Wanderstock, einen selbstgefertigten Knopf fĂŒr die
Lieblingsjacke oder eine ganz individuelle Spielfigur zu fertigen. Das
Kennenlernen verschiedener Holzarten, Werkzeuge und Techniken
fördert Motorik, Fantasie, Ausdauer, Zufriedenheit und damit das
Selbstbewusstsein. Erwachsene 20 Euro inkl. Material, Kinder ab 8
Jahren in Begleitung eines teilnehmenden Erwachsenen 10 Euro.

Sonntag, 16. Juni, 14 bis 15:30 Uhr – ohne Anmeldung
Sonntagsspaziergang: Die Erfindung der Nachhaltigkeit
Das Prinzip der Nachhaltigkeit, das heute in aller Munde ist, wurde
im Wald „erfunden“ und hat dort zumindest in Mitteleuropa schon
eine lange Tradition. Was waren damals die Voraussetzungen und
gesellschaftlichen Rahmenbedingungen fĂŒr diesen
Entwicklungsschritt? Was können wir fĂŒr die aktuelle Diskussion
daraus lernen? Auf einem Waldspaziergang ab Waldhaus stellt
Diplom-Forstwirtin Franziska Breyer die unterschiedlichen Aspekte
der Nachhaltigkeit im Wald vor. Teilnahmebeitrag: 3 Euro.

Samstag, 22. Juni, 10 bis 14 Uhr – Anmeldeschluss: 13. Juni
Wanderung: Von KohlplÀtzen und Weidbuchen
Auf der Waldhaus-Entdeckungstour fĂŒr aktive Seniorinnen und
Senioren mit WanderfĂŒhrerin Veronika Sumser erfahren
Teilnehmende, wie der Bergbau Freiburg reich gemacht, dabei aber
fast seinen gesamten Bergwald verschlungen hat; wie sich der
Schauinsland im Laufe der Jahrhunderte verÀndert hat; und wie die
Menschen hier gelebt, gearbeitet und die Kulturlandschaft geprÀgt
haben. Wir lernen, was „HinterwĂ€lder“, „Weidbuchen“ und
„Fraßkanten“ sind und wie eng Bergbau, Forstwirtschaft und
Nachhaltigkeit zusammenhÀngen. Unterwegs werden jahreszeitlich
typische Pflanzen dieser Bergwelt bestimmt. Es sind ausreichend
Pausen eingeplant, um den weiten Ausblick und die Natur- und
Landschaftsschönheiten zu genießen. Teilnahmebeitrag: 25 Euro
inkl. Berg- u. Talfahrt. Treffpunkt und Start an der Schauinslandbahn.

Sonntag, 23. Juni, 14 bis 18 Uhr – Anmeldeschluss: 14. Juni
Sonntagswerkstatt: Insektenhotels bauen
Viele Insekten sind fĂŒr den Menschen nĂŒtzlich: sie bestĂ€uben BlĂŒten
oder fressen SchÀdlinge im Garten. HÀufig fehlen den Wildbienen
und anderen „NĂŒtzlingen“ aber geeignete Stellen fĂŒr die Eiablage.
Aus Naturmaterialien wie Baumscheiben und Schilfrohr können
Erwachsene und Kinder in der Holzwerkstatt im Waldhaus mit
Markus Stickling, Diplom-Biologe und NaturpÀdagoge, komfortable
UnterkĂŒnfte fĂŒr den eigenen Balkon oder Garten bauen.
Teilnahmebeitrag: Kinder ab 6 Jahren 10 Euro, Erwachsene 15 Euro.

Dienstag, 25. Juni, 9 bis 17 Uhr – Anmeldeschluss: 5. Juni
GrĂŒnholzwerkstatt: „Aus welchem Holz bin ich geschnitzt?“
Ein Oasentag fĂŒr Betriebs- und PersonalrĂ€te im Waldhaus. Der Alltag
im Betriebs- und Personalrat ist oft mit viel Arbeit und Belastung
verbunden. Um da kraftvoll zu bleiben, sind Momente der
Regenerierung notwendig. Ausgehend von einem Baumstamm
fertigen Teilnehmende in der GrĂŒnholzwerkstatt im Waldhaus mit
dem Ziehmesser auf dem Schneidesel eine RĂ€tsche an, damit sie
kĂŒnftig nicht mehr ĂŒberhört werden können. Der Referent Franz-
Josef Huber ist Erzieher, Schreinermeister und Technischer Lehrer.
Anmeldung ĂŒber arbeitnehmerseelsorge-kab@kath-region-fr.de.

Sonntag, 30. Juni, 14 bis 18 Uhr – Anmeldeschluss: 21. Juni
Familienbacktag: Fladenbrot und Buttermesser
An diesem Familienbacktag mit der ÖkopĂ€dagogin Gudrun
Janoschka wird im Lehmofen am Waldhaus Fladenbrot gebacken
und aus frischem Holz ein Buttermesser geschnitzt. Taschenmesser
nicht vergessen! Teilnahmebeitrag inkl. Mahlzeit: Kinder ab 6 Jahren
9 Euro, Erwachsene 12 Euro, Familien zahlen maximal 25 Euro.

Sonntag, 30. Juni, 14 bis 15:30 Uhr – ohne Anmeldung
Sonntagsspaziergang: „Exoten“ mal anders betrachtet
Viele jener BĂ€ume, die uns heute auf den ersten Blick exotisch
erscheinen, stellen sich unter erdgeschichtlicher Betrachtung als
„alte“ Bekannte der heimischen Vegetation heraus. In dieser FĂŒhrung
vom Waldhaus zum Stadtwaldarboretum GĂŒnterstal stellt Christopher
Traiser, Biologe, PalÀontologe und Geowissenschaftler ausgewÀhlte
Baum-Exoten unter diesem Aspekt vor. Teilnahmebeitrag: 3 Euro.

Das Waldhaus mit Ausstellungsraum und Shop ist dienstags bis
freitags von 10 bis 17 Uhr, das Waldhaus-Café sonntags von 14 bis
17 Uhr geöffnet. NÀhere Informationen zu den VortrÀgen, Angeboten
und dem Familienprogramm gibt es unter Tel. 0761/8964 7710 oder
auf der Homepage www.waldhaus-freiburg.de.
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NABU ist offizieller Partner der Bundesgartenschau 2015
Havel bei Parey / Foto: NABU / Helge May
 
NABU ist offizieller Partner der Bundesgartenschau 2015
Untere Havel soll als ökologisches RĂŒckgrat der Region Naturtourismus ankurbeln

Havelberg/Berlin – Der NABU ist ab sofort offizieller Partner der in zwei Jahren beginnenden Bundesgartenschau 2015 in der Havelregion. Unter dem Motto „Von Dom zu Dom – das Blaue Band der Havel“ möchte der Zweckverband der BUGA 2015 das derzeit grĂ¶ĂŸte Flussrenaturierungsprojekt in Europa, das vom NABU koordiniert wird, in die Öffentlichkeit rĂŒcken. Erstmals ist damit ein Fluss Teil einer Bundesgartenschau. Die BUGA findet auf 90 Kilometern entlang der Havel statt und ist deshalb eng mit dem Landschaftsraum verbunden. NABU und BUGA-Zweckverband betonten die Einzigartigkeit, die sich aus der Verbindung zwischen konventioneller Schau und Flussrenaturierung ergibt.

„Zur BUGA werden wir wahrscheinlich ein PhĂ€nomen erleben: Unsere GĂ€ste werden sowohl die gestalteten Parks als auch die naturnahe Havelregion genießen. Im Grunde handelt es sich um eine 90 Kilometer lange Gartenschau, in der ursprĂŒngliche Landschaft, eine artenreiche Tierwelt und die eigentlichen Gartenschau-Parks in den fĂŒnf BUGA-Kommunen miteinander verschmelzen“, sagte Erhard Skupch, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des BUGA-Zweckverbandes bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages am Donnerstag in Havelberg.

„Wir freuen uns sehr, dass die bisher umfangreichste Bundesgartenschau und das grĂ¶ĂŸte Flussrenaturierungsprojekt Europas sich vereinen. In den kommenden Jahren werden auf insgesamt 100 Flusskilometern Altarme angeschlossen und Ufer wieder naturnah gestaltet. Mehr als 1.100 bedrohte und geschĂŒtzte Arten finden in dieser besonderen Fluss- und Auenlandschaft wichtige RĂŒckzugsorte. Dazu wollen wir Infopunkte an allen fĂŒnf Standorten, Veranstaltungen auf dem Wasser und Besuche der Renaturierungsarbeiten anbieten“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

NABU und BUGA-Zweckverband wollen mit der Zusammenarbeit einen sanften Tourismus ankurbeln. „Davon profitieren sowohl die stressgeplagten Großstadtmenschen wie auch die Natur selbst. Die vielfĂ€ltigen Lebensbereiche der Havelregion sollen in ihrer Einzigartigkeit und VielfĂ€ltigkeit wahrgenommen werden – das Wissen um sie kann sie schĂŒtzen und letztlich erhalten“, so Skupch. Von der Renaturierung profitiere auch die gesamte Region, da neben dem GewĂ€sser- und Artenschutz auch Naturtouristen angelockt werden, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Miller. „Im Rahmen der BUGA 2015 wird sich die Untere Havel als ökologisches RĂŒckgrat einer lebendigen und vielfĂ€ltigen Region prĂ€sentieren können – fĂŒr die Natur und die Menschen. Die Havel wird wieder ein lebendiger Fluss, der aber genutzt und erlebt werden kann.“
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Ausbau Rad-Vorrang-Route GĂŒterbahn: Direkte Verbindung am Unteren MĂŒhlenweg
Erstes Paket mit sechs Bausteinen abgeschlossen - Radnetz wird 2013/14 mit rund drei Millionen Euro weiter ausgebaut

Heute kann BaubĂŒrgermeister Martin Haag den Durchstich unter
dem Damm des Unteren MĂŒhlenwegs in Weingarten und die
daneben liegende BrĂŒcke ĂŒber den Haslacher Dorfbach fĂŒr den Fußund
Radverkehr freigeben. „Damit haben wir das erste Paket von
sechs Bausteinen des Rad-Vorrang-Netzes in Rekordzeit umgesetzt.
Mit dem Durchstich am Unteren MĂŒhlenweg und dem Steg ĂŒber die
Ferdinand-Weiß-Straße ist der GĂŒterbahnradweg einen großen
Schritt voran gekommen. Von St. Georgen bis zur Uniklinik kann man
hier nun besonders komfortabel und zĂŒgig Rad fahren“, freut sich
BaubĂŒrgermeister Martin Haag.

Bislang standen Radfahrende auf dem GĂŒterbahnradweg in
Weingarten am Ende der Krozinger Straße vor einem Bach und
einem hohen Damm. Wollten sie auf die andere Seite in die
Badenweilerstraße, dann mussten sie bislang einen rund 250 Meter
langen Umweg und mehrere, teilweise sehr spitzwinklige Kurven
fahren.

KĂŒnftig geht es hier direkt und nur noch 40 Meter lang geradeaus.
Über den Haslacher Dorfbach wurde unter FederfĂŒhrung des Gartenund
Tiefbauamts (GuT) ein fĂŒnf Meter breiter und neun Meter langer
Stahlbetonsteg gebaut. Durch den Damm des Unteren
MĂŒhlenweges, der hier die GĂŒterbahnstrecke ĂŒberquert, fĂŒhrt nun ein
elf Meter langes, fĂŒnf Meter breites und 3,6 Meter hohes Durchlass-
Bauwerk mit ausreichend Platz fĂŒr den Fuß- und Radverkehr. Die
Kosten fĂŒr Planung und Bau betrugen rund 630.000 Euro, die HĂ€lfte
der Baukosten trĂ€gt das Land Baden-WĂŒrttemberg.

Nach der Förderzusage des Landes im letzten August und nachdem
der Gemeinderat die restlichen finanziellen Mittel im September
bewilligte, konnte das GuT mit den Planungen beginnen. Baubeginn
war bereits im November 2012, im Januar wurde das Betonfertigteil
fĂŒr den Steg eingehoben. Im April war das Durchlassbauwerk fertig,
anschließend begannen die restlichen Straßenarbeiten. Auf den
anschließenden Wegen wurden einige Kurven fĂŒr eine komfortable
Fahrweise optimiert, Bordsteine abgesenkt und die bestehende
Treppe neben dem Durchlass neu aufgebaut.

Der Durchstich ist ein Teil der Rad-Vorrang-Route GĂŒterbahn, die
direkt und mit nur wenigen Kreuzungen entlang der GĂŒterbahnlinie in
Nord-SĂŒdrichtung durch Freiburg verlĂ€uft. Der Durchstich stand
bereits seit vielen Jahren auf der Agenda der Stadt, musste aber
wegen der hohen Investitionskosten immer wieder zurĂŒckgestellt
werden.

Mit der Fertigstellung des Durchstichs am Unteren MĂŒhlenweg ist
nun das erste Paket von sechs einzelnen Bausteinen abgeschlossen.
Die sechs Projekte der Rad-Vorrang-Routen haben zusammen rund
1,8 Millionen Euro gekostet. Am GĂŒterbahnradweg hatte
Verkehrsminister Hermann im MĂ€rz diesen Jahres den Steg ĂŒber die
Ferdinand-Weiß-Straße eröffnet. Die Deutsche Bahn hatte an der
östlichen Seite der GĂŒterbahnbrĂŒcke ĂŒber die Dreisam den Geh- und
Radweg erneuert und dabei das GelÀnder erhöht. An der anderen
Pilotroute, dem Dreisamuferradweg, wurde im August 2012 die
Rampe zur Haslacher Straße ebenfalls durch Verkehrsminister
Hermann eröffnet, im November 2012 wurde die Rampe zur
SchnewlinbrĂŒcke fertig gestellt. Im April 2013 wurde an der
Sandfangwiese ein neuer Fußweg eröffnet, der bisherige Geh- und
Radweg ist nun nur noch fĂŒr den Radverkehr da.

Mit den Rad-Vorrang-Routen soll der Anteil des Radverkehrs auf
ĂŒber 30 Prozent gesteigert und die UnfĂ€lle mit Radbeteiligung
gesenkt werden. Derzeit werden in Freiburg rund 28 Prozent aller
Wege mit dem Rad zurĂŒck gelegt, das heißt tĂ€glich benutzt fast ein
Viertel der Freiburgerinnen und Freiburger, also rund 70.000
Personen, das Rad. Das Radkonzept 2020 mit diesen beiden Zielen
hatte der Gemeinderat im April beschlossen. FĂŒr den weiteren
Ausbau der drei Rad-Pilotrouten - Dreisam, GĂŒterbahn sowie
ZĂ€hringen-StĂŒhlinger-Vauban - stehen dieses und nĂ€chstes Jahr
ĂŒber drei Millionen Euro von Stadt und Land zur VerfĂŒgung.
 
 

2032 - Verchipt und Zugedreht!
Foto: Ökostation Freiburg
 
2032 - Verchipt und Zugedreht!
Eine Theaterproduktion mit Jugendlichen zum Thema Zukunft

Freiburg im Jahr 2032: Das Leben ist gut! Ein Lernchip im Gehirn macht es möglich, den Beruf innerhalb einer Woche zu wechseln. Toll, weil der alte Beruf weggesteuert wurde! Sie hat gerade eine klasse 1,2 Kubikmeter große Wohnung ergattert und Er hat echt Chancen, mit zwei Synthistinnen eine Symbiose zu starten. Bloß - warum kommt plötzlich kein Wasser mehr aus dem Hahn?

Wo steht unsere Gesellschaft in 2032 - 40 Jahre nach der Konferenz von Rio? Wie sieht es mit der Umwelt, mit der Freiheit, mit dem nachhaltigen Leben aus? Sind unsere TrÀume wahr geworden? Oder eher unsere AlptrÀume?

Sieben Monate lang haben Franziska Braegger und Len Shirts vom Theater R.A.B. eine Gruppe Jugendlicher bei einem inszenatorischen Prozess begleitet, in dem die Jugendlichen ihre Gedanken, WĂŒnsche, BefĂŒrchtungen und Forderungen an die Zukunft zum Ausdruck bringen. Daraus entstand in Kooperation mit der Ökostation eine Theaterproduktion, die jetzt aufgefĂŒhrt wird. Die AuffĂŒhrungen sind am Mittwoch 5. und Donnerstag 6. Juni jeweils um 19 Uhr in der Ökostation Freiburg, Falkenbergerstr. 21 B. (Weitere AuffĂŒhrungen am Mittwoch 19. und Donnerstag 20. Juni um 19 Uhr). Der Eintritt betrĂ€gt 5,- Euro. Kartenreservierung unter Tel. 0761 / 29 27 941 (Theater R.A.B.) oder 0761 / 892333 (Ökostation Freiburg) oder online www.oekostation.de.

Die Produktion ist gefördert durch das Kulturamt Freiburg und den Landesverband Freier Theater aus Mitteln des Ministeriums fĂŒr Wissenschaft, Forschung u. Kunst.
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Unverbesserlicher Abholzer
Abholzung in Indonesien auf der Insel Sumatra © Fletcher Baylis / WWF Indonesia
 
Unverbesserlicher Abholzer
APP bricht Versprechen und lÀsst weiter tropische NaturwÀlder abholzen

Pekanbaru, Sumatra/Berlin - Der Papier- und Zellstoffproduzent Asia Pulp and Paper (APP) holzt ungeachtet anders lautender Versprechen weiterhin tropische PrimĂ€rwĂ€lder in Indonesien ab. Das hat ein Report von „Eyes on the Forest“ ergeben, einer Allianz mehrerer Umweltorganisationen, der unter anderem der WWF angehört. Erst im Februar dieses Jahres hatte APP – einer der weltgrĂ¶ĂŸten Papierproduzenten – ein Moratorium verkĂŒndet und zugesichert, mit sofortiger Wirkung keine NaturwĂ€lder mehr zu roden. Foto- und Videoaufnahmen der UmweltschĂŒtzer zeigten nun jedoch, dass der Konzern sein Versprechen gebrochen habe und in der Provinz Riau auf Sumatra wichtige Habitate des seltenen Sumatra-Tigers zerstöre.

„WĂ€hrend APP mit seinem vorgetĂ€uschten Umweltengagement weltweit auf Kundenfang geht, werden auf Sumatra die letzten NaturwĂ€lder gerodet“, sagte Susanne Gotthardt, Indonesienreferentin beim WWF Deutschland. „Wir mĂŒssen erneut sehen, dass Versprechen von APP absolut wertlos sind. Anderen Unternehmen können wir nur raten, Distanz zu halten. Wer sich nicht mitschuldig machen will an unvorstellbaren Umweltzerstörungen, sollte keine GeschĂ€ftsbeziehungen mit APP eingehen.“

Seit 1984 hat APP in Indonesien mehr als zwei Millionen Hektar Tropenwald gerodet – ein Großteil davon in der Provinz Riau auf Sumatra. Die Provinz zĂ€hlt zu den am meisten ausgebeuteten Waldregionen der Erde. SchĂ€tzungen zufolge geht rund ein Viertel der gesamten dortigen Entwaldung auf das Konto von APP. Durch die Abholzung werden riesige Mengen Kohlenstoff freigesetzt, wodurch der weltweite Klimawandel angeheizt wird. Gleichzeitig bedeutet die Waldzerstörung eine große Bedrohung fĂŒr die Artenvielfalt: Tiger, Orang-Utans und Elefanten sind mittlerweile auf Sumatra vom Aussterben bedroht.
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GebĂ€ude-Allianz fordert mehr Engagement fĂŒr energetische Sanierung
„Vier WĂ€nde“ mĂŒssen Teil der Energiewende werden

Berlin – Mehr Einsatz der Bundesregierung fĂŒr die GebĂ€udesanierung und ein Maßnahmenpaket fĂŒr die flĂ€chendeckende energetische Modernisierung in Deutschland – das forderte die GebĂ€ude-Allianz, bestehend aus Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD), Deutschem Mieterbund (DMB), VdZ – Forum fĂŒr Energieeffizienz in der GebĂ€udetechnik und dem NABU, am heutigen Mittwoch im Rahmen der Berliner Energietage. Der GebĂ€udesektor sei das bislang vernachlĂ€ssigte Drittel der Energiewende und mĂŒsse endlich zum festen Bestandteil der Energiepolitik werden, so die VerbĂ€nde. Andernfalls drohe die Energiewende zu scheitern.

Gemeinsam mit Partnern aus Industrie, Gewerkschaften, VerbraucherschĂŒtzern und UmweltverbĂ€nden setzt sich die GebĂ€ude-Allianz dafĂŒr ein, in der kommenden Legislaturperiode ein verbindliches Maßnahmenpaket umzusetzen und die energetische Modernisierung insgesamt stĂ€rker in den Mittelpunkt zu rĂŒcken. Dazu mĂŒssen nach Ansicht der Partner sowohl der Energieverbrauch gesenkt als auch die Energieeffizienz in GebĂ€uden erhöht werden. Wohn- und NichtwohngebĂ€ude mĂŒssen stĂ€rker und gezielter als bislang von den drei SĂ€ulen „Information und Beratung“, „Fördern“ und „Fordern“ adressiert werden. Gleichzeitig riefen sie weitere VerbĂ€nde auf, sich der GebĂ€ude-Allianz anzuschließen.


Dr. Michael Herma, GeschĂ€ftsfĂŒhrer VdZ – Forum fĂŒr Energieeffizienz in der GebĂ€udetechnik:

„Mit der Umsetzung der Energiewende steht Deutschland vor einer der grĂ¶ĂŸten Herausforderungen seit GrĂŒndung der Bundesrepublik. Noch ist allerdings unklar, wie mit den bisherigen Instrumenten die Ziele der Bundesregierung tatsĂ€chlich erreicht werden können. Der GebĂ€udesektor als vernachlĂ€ssigtes Drittel der Energiewende muss endlich stĂ€rker in den Fokus rĂŒcken. Zudem hat die fehlende PrioritĂ€tensetzung und VerlĂ€sslichkeit Investoren, HauseigentĂŒmer, Handwerk und Wirtschaft verunsichert. Um VerlĂ€sslichkeit zu schaffen, brauchen wir mehr Transparenz bei der Bewertung von GebĂ€uden. Eine einheitliche Bewertung mit einem optimierten Energieausweis hilft, Investoren und HauseigentĂŒmern die klima- und energiepolitischen Ziele der Bundesregierung fĂŒr ihr Haus zu vermitteln.“


Martin Grocholl, Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschland (eaD):

„Um den dringend benötigten Schub in das Thema energetische GebĂ€udesanierung zu bekommen, muss HauseigentĂŒmern und Investoren der Weg vom Altbau zum Effizienzhaus transparent und einfach gemacht werden. HierfĂŒr brauchen wir zum einen eine qualitativ hochwertige und nach bundesweit gĂŒltigen Standards qualitĂ€tsgesicherte Beratung durch geschulte Fachleute. Zum anderen mĂŒssen wir Investoren und HauseigentĂŒmer motivieren, fĂŒr jedes GebĂ€ude individuelle SanierungsfahrplĂ€ne als unabdingbare Planungsgrundlage fĂŒr die energetische Modernisierung zu erkennen. Außerdem brauchen wir eine StĂ€rkung der regionalen Informations- und BeratungstĂ€tigkeit, denn nur vor Ort erreichen wir die Hausbesitzer direkt und effektiv. Es gilt, mit Kampagnen und Netzwerkarbeit BĂŒrgern konkret vor Ort die Vorteile der ‚Energiewende zu Hause‘ aufzuzeigen. DarĂŒber hinaus muss die Politik die Weichen stellen fĂŒr eine zuverlĂ€ssige und dauerhafte Förderung fĂŒr qualitativ hochwertige Beratungsleistungen und Sanierungsmaßnahmen.“


Lukas Siebenkotten, Bundesdirektor Deutscher Mieterbund (DMB):

„Energieeffizienz ist ein zentraler Begriff fĂŒr die Energiewende und den Klimaschutz. Sie ist gleichzeitig der Garant fĂŒr eine auch in Zukunft bezahlbare Energieversorgung. Dabei geht es nicht nur um Strom und Strompreise. Eine SchlĂŒsselrolle kommt dem GebĂ€udebestand und damit Fragen des Heizenergieverbrauchs und der Warmwasserversorgung zu. Die energetische Modernisierung der WohngebĂ€ude hilft mittelfristig, die Kostenbelastung durch steigende Energiepreise zu bremsen und zu senken. Die durch die Modernisierung jetzt entstehenden Kosten können aber im Mietwohnungsbereich nicht allein von den Mietern getragen werden. Im Ergebnis mĂŒssen diese Kosten gleichmĂ€ĂŸig auf Staat, Vermieter und Mieter aufgeteilt werden. NatĂŒrlich sind dabei die von den Mietern erzielten Energiekostenersparnisse in die Rechnung mit einzubeziehen. Heute mĂŒssen jedoch im Ergebnis die Mieter ĂŒber den elfprozentigen Modernisierungszuschlag die Sanierungskosten allein tragen – selbst dann, wenn die Energiekostenersparnis nur minimal ausfĂ€llt. Das ist ungerecht und muss durch ein System ersetzt werden, bei dem der Grad der Effizienzsteigerung und die Energiekostenersparnis zu entscheidenden Kriterien fĂŒr die Höhe einer Mieterhöhung werden. Mittelfristig muss die so genannte ortsĂŒbliche Vergleichsmiete den energetischen Zustand der Wohnung abbilden.“


Jörg-Andreas KrĂŒger, stellvertretender NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer:

„Die Politik ist fĂŒr die Energiewende im WĂ€rmesektor auf einem Auge blind. Bislang hat sie die Chance vertan, die energetische GebĂ€udesanierung zum grĂ¶ĂŸten Wertschöpfungs- und Werterhaltungsprogramm der Bundesrepublik zu machen und damit zu einem echten Jobmotor fĂŒr die heimische Wirtschaft. Investoren und HauseigentĂŒmer mĂŒssen deshalb, genauso wie StĂ€dte und Gemeinden, motiviert werden, in ihre Immobilie und den ökologischen Umbau zu investieren. Gemeinsam mit unseren BĂŒndnispartnern sprechen wir uns daher auch gegen einen ‚Sanierungszwang‘ aus. Gleichzeitig braucht es aber neue, marktwirtschaftliche Anreize, um zusĂ€tzliche Investitionen zu mobilisieren und kluge Anreize zu setzen. Nur mit zusĂ€tzlichen Anstrengungen und der Neuausrichtung der drei SĂ€ulen ‚Fordern‘, ‚Fördern‘ sowie ‚Information und Beratung‘ werden auch die ‚Vier WĂ€nde‘‚ Teil der Energiewende werden.“
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	 FĂŒr Handelsfluss und Flussnatur
Containerschiff auf der Unterelbe © WWF
 
FĂŒr Handelsfluss und Flussnatur
WWF: Szenario einer Hafenkooperation zeigt Alternative zur Vertiefung von Elbe und Weser

Hamburg/Berlin – Eine Kooperation der HĂ€fen Hamburg und Bremerhaven mit dem JadeWeserPort wĂŒrde den Hafenstandort Deutschland im internationalen Wettbewerb stĂ€rken und eine erneute Vertiefung von Elbe und Weser fĂŒr den Containerverkehr ĂŒberflĂŒssig machen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie im Auftrag des WWF, die ein entsprechendes Szenario fĂŒr die Zusammenarbeit der norddeutschen ContainerhĂ€fen entwickelt hat. „Eine ernsthafte Kooperation der norddeutschen SeehĂ€fen ist eine ökologisch und wirtschaftlich tragfĂ€hige Alternative zur Vertiefung von Elbe und Weser“, sagt Beatrice Claus, Naturschutzreferentin des WWF. „Wenn die norddeutschen HĂ€fen nicht lĂ€nger um dieselben Containerschiffe konkurrieren, wird der Hafenstandort Deutschland gestĂ€rkt, die Natur an den FlĂŒssen geschĂŒtzt und der Steuerzahler entlastet.“ 750 Millionen Euro wĂŒrden laut Studie bei einem Verzicht auf Vertiefungen von Elbe und Weser frei und könnten zur Sicherung des Hafenstandorts Deutschland u.a. in den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals investiert werden. Der WWF fordert, den Subventionswettlauf zu beenden und durch eine Zusammenarbeit der norddeutschen SeehĂ€fen zu ersetzen.

JadeWeserPort erste Anlaufstelle im Asienverkehr – statt Rotterdam und Antwerpen

Die Studie sieht vor, den JadeWeserPort, konsequent als zentralen deutschen Transshipmenthafen zu profilieren, also als Umschlagplatz von großen auf kleinere Frachtschiffe. Umfangreiche Kosten- und Zeitanalysen zeigen: Die Reihenfolge, in der Containerschiffe aus Asien europĂ€ische HĂ€fen anlaufen, könnte sich verĂ€ndern – zugunsten der deutschen SeehĂ€fen. Statt wie bislang entweder Rotterdam oder Antwerpen zuerst anzulaufen, wĂ€re es wirtschaftlich attraktiv, den JadeWeserPort zum ersten Löschhafen zu machen. Dieser einzige deutsche Tiefwasserhafen kann zudem Schiffe mit 18 Meter Tiefgang abfertigen. Von der Neupositionierung des JWP als Transshipmenthafen wĂŒrden mittelfristig alle deutschen ContainerhĂ€fen profitieren. Teilentladen, und somit leichter, können auch die weltgrĂ¶ĂŸten Containerschiffe mit weniger Tiefgang Elbe und Weser befahren. FĂŒr Europa bestimmte Importcontainer erreichen ihren EmpfĂ€nger bei einer solchen Weiterfahrt schneller ĂŒber Hamburg und Bremerhaven als ĂŒber Rotterdam oder Antwerpen. Ein Feedershuttle zwischen Rotterdam und Hamburg wĂ€re zudem teurer als die Weiterfahrt der teilentladenen Containerriesen nach Hamburg.

Hamburg und Bremerhaven bleiben international bedeutende ContainerhÀfen

Prognosen stellen einen deutlichen Zuwachs des Containerumschlags fĂŒr die nĂ€chsten zwölf Jahre in Aussicht. Obwohl Hamburg und Bremerhaven in dem Szenario das Transshipmentsegment an den JadeWeserPort abgeben wĂŒrden, erwartet die Studie fĂŒr beide HĂ€fen eine positive wirtschaftliche Entwicklung. Ohne TransshipmentgĂŒter wĂŒrden knappe HafenflĂ€chen frei, so dass Hamburg und Bremerhaven sich verstĂ€rkt auf den Umschlag von Containern konzentrieren können, mit denen eine grĂ¶ĂŸer Wertschöpfung verbunden ist, etwa ĂŒber Distributionsdienstleistungen. „Auch ohne Flussvertiefung blieben Hamburg und Bremerhaven im Kooperationsfall international bedeutende SeehĂ€fen“, so Claus. Durch die Zusammenarbeit mit dem JadeWeserPort können Hamburg und Bremerhaven den zukĂŒnftigen Tiefgangsrestriktionen fĂŒr die weltgrĂ¶ĂŸten Containerschiffe begegnen. Eine Anpassung der Fahrwassertiefen in der Elbe an die stetig fortschreitende SchiffsgrĂ¶ĂŸenentwicklung ist schon heute nicht mehr möglich.

„Die Natur wĂŒrde von einer Kooperation ebenfalls profitieren, denn den FlĂŒssen bliebe ein weiterer Eingriff mit unkalkulierbaren Folgen fĂŒr das Ökosystem erspart“, so WWF-Expertin Claus. „Auch der Konflikt mit europĂ€ischem Naturschutzrecht wĂŒrde aufgelöst.“ Die FlussmĂŒndungen der Elbe und Weser – gleichzeitig die Hafenzufahrten von Hamburg und Bremerhaven – sind auf Grund ihrer hohen ökologischen Bedeutung als europĂ€ische Naturschutzgebiete geschĂŒtzt aber bereits jetzt in einem schlechten ökologischen Zustand.

Zum Hintergrund:

Durch eine Klage der UmweltverbĂ€nde BUND und NABU, mit UnterstĂŒtzung des WWF, wurde die geplante Elbvertiefung gestoppt. Nach EinschĂ€tzung der VerbĂ€nde verstoßen die geplanten Vertiefungen von Weser und Elbe gegen die europĂ€ische Flora-Fauna-Habitat-, europĂ€ische Vogelschutz- und europĂ€ische Wasserrahmenrichtlinie und schĂ€digen die Wattenmeernationalparke in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen. Gegen die Vertiefung der Weser klagt der BUND. Das Verfahren vor dem Oberverwaltungsgericht Leipzig, das auch die Klage gegen die Elbvertiefung behandelt, wird am 15.Mai eröffnet.

Bereits 2000 hatten die LĂ€nder Hamburg, Bremen und Niedersachen einen Kooperationsvertrag unterschrieben und das Ende der Hafenkonkurrenz verkĂŒndet. Sie wollten einen deutschen Tiefwasserhafen - den JadeWeserPort – gemeinsam bauen und betreiben. 2002 stieg Hamburg nach Regierungswechsel wieder aus und beantragte die Elbvertiefung. Der Bau des JWP kostete 650 Millionen Euro. Er ging im Herbst 2012 in Betrieb, seit Monaten herrscht dort Kurzarbeit.
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