oekoplus - Freiburg
Dienstag, 21. August 2018
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr
  •  


Verschiedenes

Umweltministerkonferenz in Potsdam: NABU fordert sachliche Debatte zum Wolf
Wölfe / Foto: NABU/JĂŒrgen Borris
 
Umweltministerkonferenz in Potsdam: NABU fordert sachliche Debatte zum Wolf
Miller: Herdenschutz voranbringen statt Wolf fĂŒr politische Machtspiele missbrauchen

Berlin – Angesichts der heute beginnenden Umweltministerkonferenz in Potsdam mahnt der NABU die Minister zu Sachlichkeit in der Debatte um den Umgang mit Wölfen. Die Konferenz dĂŒrfe nicht zum Gerangel um politische Deutungshoheiten verkommen. Transparenz und eindeutige Regelungen seien oberstes Gebot fĂŒr die Akzeptanz eines nachhaltigen Wolfsmanagements. „Keine Frage, wir brauchen einheitliche Regeln, wie mit auffĂ€lligen Wölfen umzugehen ist. Das darf aber nicht davon ablenken, dass sich seit der RĂŒckkehr vor 17 Jahren nur sehr vereinzelt Wölfe in Deutschland auffĂ€llig gezeigt haben“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Deswegen appelliert der NABU erneut, den bundesweiten praxistauglichen Herdenschutz voranzubringen und Probleme der Weidetierhalter ernst zu nehmen.

Die einzelnen Umweltministerien mĂŒssen zudem endlich die Kompetenz der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) nicht nur anerkennen sondern auch in der Praxis nutzen. Diese wurde 2016 auf Bitte der LĂ€nder um fachliche UnterstĂŒtzung im Wolfsthema vom Bundesamt fĂŒr Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums eingerichtet. Sie wird aber immer wieder in ihrer Expertise angezweifelt. So wurde die Veröffentlichung des vom BfN in Auftrag gegebenen Handlungskonzepts „Empfehlungen fĂŒr den Umgang mit auffĂ€lligen Wölfen“ der DBBW vergangene Woche kurzfristig abgesagt. Dabei wĂ€re die Veröffentlichung eine wichtige Grundlage fĂŒr den Austausch der Minister auf der Konferenz gewesen. „Die UMK ist gut beraten, die Erkenntnisse dieses Expertengremiums nicht zu ignorieren, sondern dessen Kompetenz zu nutzen“, so Miller.

Der NABU fordert die Minister der UMK dazu auf, endlich die Verweigerungshaltung abzulegen, und den Fokus auf praxistaugliche Lösungen zu setzen. Diese sind insbesondere beim Thema Herdenschutz dringend erforderlich. Das schon lange vom NABU geforderte bundesweite Herdenschutzzentrum als ErgĂ€nzung zur DBBW wĂ€re ein erster Schritt in Richtung lĂ€nderĂŒbergreifender Zusammenarbeit. „Weidetierhalter dĂŒrfen von der Politik nicht lĂ€nger allein gelassen werden mit den Herausforderungen, die die RĂŒckkehr des Wolfes fĂŒr sie mit sich bringt“, so Miller. „Hier sind die zuweilen laut gewordenen Forderungen nach Bejagung völlig fehl am Platz, da sie eine Lösung vorgaukeln, die den Schutz der Weidetiere nicht im Mindesten verbessert.“

Dies kann nur durch fachgerecht angewendeten Herdenschutz erfolgen. DafĂŒr werden effektive Techniken sowie angemessene PrĂ€ventionsmaßnahmen benötigt. Die Weidetierhalter dĂŒrfen nicht lĂ€nger auf die tatsĂ€chliche UnterstĂŒtzung der Politik warten mĂŒssen.
 
 

 
NABU: Merkel-Statement auf Bonner Klimakonferenz enttÀuscht
Tschimpke: Klimakanzlerin droht endgĂŒltig Geschichte zu sein

Berlin/Bonn – NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke kommentiert die Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Klimakonferenz: „Heute hat Angela Merkel gezeigt, dass der Titel ‚Klimakanzlerin‘ wohl droht endgĂŒltig Geschichte zu sein. Wer eine spannende Rede von ihr erwartet hatte, wurde enttĂ€uscht. Merkel ließ nicht durchblicken, ob Klimaschutz in der kommenden Regierungskoalition in Deutschland tatsĂ€chlich ausreichend ernst genommen wird. DafĂŒr hĂ€tte sie sich den Weg aus Berlin sparen können. Zu erklĂ€ren, dass die Klimaschutzziele bis 2020 sehr ambitioniert und nicht leicht zu erreichen seien, sich Deutschland aber mĂŒhen wird, heißt doch lediglich, dass noch immer kein Kompromiss in den SondierungsgesprĂ€chen zu einer Jamaika-Koalition in Sicht ist. Das ist international blamabel fĂŒr Deutschland, von dem erwartet wurde, seine Rolle als Klimaschutzvorreiter wieder einzunehmen. FĂŒr die kĂŒnftige Koalition heißt das, dass Merkel offensichtlich immer noch nicht die Unionsparteien und FDP auf Linie gebracht hat.“
 
 

 
UmweltverbÀnde warnen vor klimapolitischem Totalausfall der Jamaika-Sondierer
Neue Bundesregierung muss GlaubwĂŒrdigkeit national und international wieder herstellen

Bonn/Berlin, 15.11.2017. Eine große Koalition aus UmweltverbĂ€nden warnt Bundeskanzlerin Merkel und die Sondierungsparteien davor, den klimapolitischen Handlungsbedarf bei den derzeitigen Verhandlungen auszusitzen. Wenn sich am heutigen Mittwoch StaatsprĂ€sidenten, Regierungschefs und Minister auf der Weltklimakonferenz in Bonn treffen, wird Angela Merkel mit leeren HĂ€nden dastehen, da Deutschland im Klimaschutz seit Jahren auf der Stelle tritt und bei den Berliner SondierungsgesprĂ€chen nicht einmal Minimalkompromisse fĂŒr eine zukunftsfĂ€hige Klimapolitik absehbar sind. WĂ€hrend gleichzeitig die CO2-Emissionen in Deutschland und weltweit wieder steigen.

Die VerbĂ€nde Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutsche Umwelthilfe (DUH) Germanwatch, Naturschutzbund Deutschland (NABU), Greenpeace, Verkehrsclub Deutschland (VCD), WWF Deutschland und der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) fordern von der Bundeskanzlerin ein klares Bekenntnis fĂŒr den Umbau von SchlĂŒsselsektoren wie Verkehr, Energie und Landwirtschaft. Dazu gehören ein sozialvertrĂ€glicher Ausstieg aus der besonders klimaschĂ€dlichen Kohle mit einer Abschaltung von mindestens 20 Gigawatt Kraftwerksleistung bis 2020, eine Agrar- und Verkehrswende hin zu klima- und naturvertrĂ€glicheren Formen der Landwirtschaft und MobilitĂ€t sowie ein Ende umweltschĂ€dlicher Subventionen.

„Die Bundeskanzlerin hat den BĂŒrgern und der Welt versprochen, die deutschen Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis 2020 zu senken. Wenn Jamaika-KoalitionĂ€re die menschengemachte Klimazerstörung weiter anheizen, statt sie zu bremsen, machen sie Deutschland unglaubwĂŒrdig. Die Klimaphysik lĂ€sst nicht mit sich verhandeln!“, sagt DNR-PrĂ€sident Kai Niebert.

„Deutschland muss noch 94-125 Millionen Tonnen CO2 zusĂ€tzlich einsparen, um das Klimaziel 2020 einzuhalten - wie von Angela Merkel versprochen. Das geht nicht mit Rechentricks, sondern nur mit dem Kohleausstieg. Um die KlimaschutzlĂŒcke im Jahr 2020 zu schließen, mĂŒssen nach unseren Berechnungen Kohlekraftwerksemissionen im Umfang von rund 100 Mio t. reduziert werden “, sagt Michael SchĂ€fer, Leiter des Fachbereichs Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland.

Sweelin Heuss, die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin von Greenpeace sagt: „Deutschland ruiniert seine Klimabilanz, damit, dass ein erheblicher Teil unserer Kohlekraftwerke Strom ins Ausland liefert. Das ist absurd. Wir können bis 2020 etwa doppelt so viele KohlekapazitĂ€ten abschalten, wie es die GrĂŒnen bislang vorschlagen und weiter eine der sichersten Stromversorgungen Europas haben.“

Christoph Bals, Politischer GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Germanwatch: „Deutschland hat klimapolitisch einen hervorragenden Ruf in der Welt. Es fĂŒgt diesem Ansehen in der Welt erheblichen Schaden zu, Fakten zu ignorieren oder zu relativieren, wie es Teile der Jamaika-Parteien gerade tun. Niemand hat VerstĂ€ndnis fĂŒr Tiger, die sich schon vor dem Sprung zu Bettvorlegern machen. Wer jetzt nicht eine klare Strategie fĂŒr Kohle und Verkehr vorlegt, hat Paris nicht verstanden.“

Sascha MĂŒller-Kraenner, DUH-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer, fordert dazu: „Der Ausstieg aus der Kohle muss durch einen beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien begleitet werden. Durch den vorgezogenen Bau schon geplanter Anlagen, kann die KlimaschutzlĂŒcke bis 2020 teilweise geschlossen und ein weiterer Beitrag zur Versorgungssicherheit geleistet werden. Die planwirtschaftliche Obergrenze, die den Ausbau von Wind und Sonne im Erneuerbaren Energien Gesetz begrenzt, muss umgehend abgeschafft werden.“

Ernst-Christoph Stolper, stellvertretender BUND-Vorsitzender sagt: „Bis jetzt waren die Jamaika-Sondierungen klimapolitisch absurdes Theater. Anstatt endlich die Klima-Versprechen der Kanzlerin anzugehen, versucht sich ihre Partei in „alternativen Fakten“ zum Stand des Klimaschutzes in Deutschland. Das ist in hohem Maße unseriös. Jamaika wĂ€re auf Sand gebaut, wenn es mit einem klimapolitischen Wortbruch beginnt. Die Verhandler von Union und FDP hinken der gesellschaftlichen Diskussion um Jahre hinterher und entwickeln sich zur Innovationsblockade. LĂ€ngst will die Bevölkerung mit großer Mehrheit einen baldigen Kohleausstieg und den Ausbau der Erneuerbaren Energien, um die Klimaziele zu erreichen.“

„Wenn die neue Bundesregierung ihre Ziele fĂŒr Klimaschutz und Artenvielfalt ernst nimmt, muss sie sich fĂŒr Änderungen in der Förderung der Landwirtschaft auf EU-Ebene einsetzen. Statt pauschalen FlĂ€chenprĂ€mien, die unterm Strich zu immer intensiverer Landwirtschaft fĂŒhren, braucht es gezielte Investitionen in eine klima- und umweltfreundliche Produktion. DarĂŒber hinaus fordern wir die Einrichtung eines EU-Naturschutzfonds in Höhe von 15 Milliarden Euro jĂ€hrlich. Durch ihn könnten Landwirte attraktive zusĂ€tzliche Einkommen fĂŒr Leistungen erhalten, die sie fĂŒr die Allgemeinheit erbringen“, sagt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Wasilis von Rauch, Bundesvorsitzender des ökologischen Verkehrsclubs VCD: „Der Verkehr ist der einzige Sektor in Deutschland, der bislang nichts zum Erreichen der Klimaziele beigetragen hat. Bundeskanzlerin Merkel muss endlich Verantwortung beim Klimaschutz im Verkehr ĂŒbernehmen. Die kĂŒnftige Bundesregierung muss sich auf EU-Ebene fĂŒr eine CO2-Minderung bei Neuwagen um mindestens 60 Prozent bis 2030 einsetzen und sofort in die Verkehrswende einsteigen.“

Die UmweltverbĂ€nde treten als Interessenvertretung von ĂŒber zehn Millionen Mitgliedern auf und sind eine bedeutende zivilgesellschaftliche Stimme in Deutschland.

- Gemeinsame Pressemitteilung -
Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutsche Umwelthilfe (DUH) Germanwatch, Naturschutzbund Deutschland (NABU), Greenpeace, Verkehrsclub Deutschland (VCD), WWF Deutschland und dem Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR)
 
 

 
Studiodebatte Bioökonomie
sĂŒdnordfunk #42 November 2017

Kann mit dem Einsatz von Biomasse im Energiesektor der Wandel von einer klimschĂ€dlichen erdöl- und kohlebasierten Wirtschaft zu einer klimaneutralen nachhaltigen Energiepolitik gelingen? Unter welchen Voraussetzungen ist Biomasse sinnvoll? Oder erweist sich die Bioökonomie im Energiesektor als BĂŒchse der Pandora? Wir werfen den Blick auf sĂŒdnordpolitische Aspekte und diskutieren in einem StudiogesprĂ€ch die Frage, welche sozialen und ökologischen Risiken mit dem Anbau und Import von Biomasse aus dem Globalen SĂŒden verbunden sind.

StudiogesprĂ€ch ĂŒber Bioökonomie: Zauberformel oder BĂŒchse der Pandora? (zum Nachhören klicke auf "mehr" ...)
Mehr
 

 
Freiburg: Rad-ZĂ€hl-Diplay an der WiwilibrĂŒcke
Jetzt schon ĂŒber drei Millionen Radfahrende in 2017, mehr als im Vorjahr

Zwei Banner werden ĂŒber der BrĂŒcke gespannt - Dank an Radfahrende

Über 3 Millionen Radfahrende fuhren bislang in 2017 ĂŒber die WiwilibrĂŒcke. Zum dritten Mal wird die 3-Millionen-Marke ĂŒberschritten, jedes Jahr etwas frĂŒher Am Freitag, 10. November, wird diese beeindruckende Zahl nun wieder geknackt und damit nochmals zwölf Tage frĂŒher als im letzten Jahr.

Aktuelle Zahlen vom Vortag gibt es unter www.freiburg.de/radzaehldisplay . Bis Jahresende könnte sich die Zahl der Radfahrenden - je nach Wetter - sogar noch auf 3,33 Millionen erhöhen. Bislang fuhren rund drei Prozent Radfahrende mehr ĂŒber die BrĂŒcke als im Vorjahr.

GegenĂŒber dem ersten Jahr der ZĂ€hlungen in 2012 haben sogar ĂŒber 40 Prozent mehr Radler die BrĂŒcke ĂŒberquert. Das Land hatte die ZĂ€hl-SĂ€ule der Stadt zur Anerkennung Freiburgs als „Fahrradfreundliche Stadt“ geschenkt. Seitdem wurden von Jahr zu Jahr immer mehr Radfahrer gezĂ€hlt, in den letzten drei Jahren auch durch die Sperrung am Dreisam-Uferradweg (FR1) in Höhe der KronenbrĂŒcke begĂŒnstigt. Insgesamt wurden seit Aufstellung der ZĂ€hlsĂ€ule nun schon ĂŒber 16,6 Millionen Radfahrende gezĂ€hlt. Durchschnittlich passierten den ZĂ€hler dieses Jahr tĂ€glich ĂŒber 9.500 Menschen mit dem Rad, an den Wochentagen Montag bis Freitag sogar ĂŒber 10.700.

Im Vergleich von weltweit rund 170 anderen Rad-ZĂ€hlstellen nimmt die WiwilibrĂŒcke in Freiburg mit großem Abstand den Platz 1 ein - vor Hamburg, Karlsruhe und MĂŒnster.

Um die 3-Millionen-Marke zu wĂŒrdigen, wird das Garten- und Tiefbauamt (GuT) in den nĂ€chsten Tagen zwei Banner ĂŒber der WiwilibrĂŒcke befestigen, die auf die beeindruckende Zahl von drei Millionen Radfahrenden seit Jahresbeginn aufmerksam machen. Damit möchte sich das GuT auch bei den vielen Radfahrenden bedanken, die Freiburg dank ihrer Begeisterung fĂŒr das Radfahren zu einer lebendigen Fahrradstadt machen. Und die im Jahr 2017 bislang ganz nebenbei auch noch ĂŒber 1.600 Tonnen CO2 eingespart haben.
Mehr
 

 
NABU: Klimaschutz kommt in Bonn voran und tritt in Berlin auf der Stelle
Tschimpke: Jamaika-Streit um Kohleausstieg und Klima gefÀhrdet deutsche Klimaziele

Berlin/Bonn – Zur Halbzeit der Weltklimakonferenz in Bonn und anlĂ€sslich des diese Woche startenden Ministersegments erklĂ€rt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: „In Bonn geht es darum, dass das Pariser Klimaschutzabkommen ein geeignetes Regelwerk bekommt, das kommendes Jahr auf dem Weltklimagipfel in Polen beschlossen werden kann. Die Verhandler sind in der ersten Woche dabei gut voran gekommen. WĂ€hrend es beim Klimaschutz in Bonn vorangeht, treten die Jamaika-UnterhĂ€ndler in Berlin auf der Stelle.“ Knackpunkte sind die Klimaschutzziele bis 2020 und vor allem der Kohle-Ausstieg.

„Frau Merkel hat noch im Wahlkampf versprochen, dass die deutschen Klimaschutzziele bis 2020 erreicht werden. Jetzt wird es Zeit, dass die Bundeskanzlerin in den SondierungsgesprĂ€chen ein Machtwort spricht und sowohl Unionsparteien als auch FDP auf diese Linie bringt. Ohne eine entsprechende Vereinbarung fĂŒr die zukĂŒnftige Regierung provoziert die Kanzlerin diese Woche in Bonn eine internationale Blamage Deutschlands. Als Gastgeber der Weltklimakonferenz kann Deutschland nicht strengen Klimaschutz von anderen fordern und die eigenen Ziele kippen,“ so Tschimpke weiter.

Aktuelle Prognosen des Bundesumweltministeriums gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2020 lediglich eine Minderung der Treibhausgasemissionen von rund 32 statt der geplanten 40 Prozent erreicht werden. „Am Kohleausstieg fĂŒhrt kein Weg vorbei, wenn Deutschland seine selbstgesteckten Ziele noch erreichen will. Die dreckigsten und Ă€ltesten Kohlekraftwerke mĂŒssen sofort vom Netz und auch im Verkehrs- und GebĂ€udesektor mĂŒssen die Weichen gestellt werden, um die CO2-Emissionen massiv zu senken,“ so NABU-Klimaschutzexperte Sebastian Scholz.
Mehr
 

 
NABU protestiert bei SondierungsgesprÀchen
Hallo Jamaika, neue Agrarpolitik jetzt

Miller: Turbo-Intensivierung beenden / Zukunft fĂŒr Bauern und Natur sichern

Berlin – Vor dem GebĂ€ude der Jamaika-Sondierungen hat der NABU am heutigen Freitag (10.11.) fĂŒr eine naturvertrĂ€glichere Landwirtschaft demonstriert. Die NaturschĂŒtzer machten deutlich, dass sie in den bisherigen GesprĂ€chen von CDU, CSU, FDP und BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen Antworten vermissen, wie die drĂ€ngendsten Probleme der Landwirtschaft gelöst werden können. Sie riefen die UnterhĂ€ndler dazu auf, die Agrarpolitik grundlegend zu Ă€ndern, das Artensterben in der Agrarlandschaftzu stoppen und sich fĂŒr eine positive Zukunft fĂŒr Landwirte und Natur gleichermaßen einzusetzen.

„Ein weiter wie bisher darf es in der Agrarpolitik keinesfalls geben. Wir sehen deutlich, wohin die Turbo-Intensivierung der vergangenen Jahre gefĂŒhrt hat: die Insekten sterben, das Grundwasser ist vielerorts massiv mit Nitrat belastet – und die Folgekosten gehen zu Lasten der BĂŒrger“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Der NABU fordert die vier Parteien auf, sich klar zu einer Änderung der EU-Agrarpolitik zu bekennen. Diese stellt letztlich auch in Deutschland die wesentlichen Weichen dafĂŒr, was auf Feldern und Wiesen passiert. Zur Zeit werden in BrĂŒssel die EU-Agrargelder neu verhandelt, sie machen fast 40 Prozent des EU-Haushalts aus. „Wir wollen weg von der Gießkannen-Förderung, die in erster Linie großen Agrarbetrieben pauschal zugute kommt, auch wenn sie wenig fĂŒr die Umwelt und das Allgemeinwohl tun. Wir wollen, dass es sich fĂŒr Landwirte wieder lohnt, sich fĂŒr gesunde Lebensmittel und den Erhalt der Natur einzusetzen“, so Miller.

Der NABU fordert in einem möglichen Koalitionsvertrag sowohl eine naturvertrĂ€glichere Ausrichtung der EU-Agrarsubventionen zu verankern als auch die Einrichtung eines EU-Naturschutzfonds in Höhe von 15 Milliarden Euro. Aus diesem könnten Landwirte kĂŒnftig fĂŒr konkrete Leistungen zum Erhalt der Natur entlohnt werden. Langfristig könne hierdurch eine nachhaltigere Entwicklung der Landwirtschaft erreicht und der Schwund von Insekten und Vögeln gestoppt werden. Gleichzeitig sei es notwendig, die Zukunft fĂŒr Landwirte durch faire Preise und eine bessere Regionalvermarktung zu sichern.

Mit Blick auf die kĂŒnftige Zulassung von Pestiziden kritisiert der NABU die deutlich von der Agrarlobby diktierten Formulierungen. „Bayer, BASF und Co. haben ihre WĂŒnsche eins zu eins ins Sondierungspapier gebracht. Dass chemische PrĂ€parate kĂŒnftig um neue und zielgenauere Wirkstoffe erweitert werden sollen, trĂ€gt deutlich die Handschrift der Agrar-Industrie. Eine Jamaika-Koalition mit Weitblick wĂŒrde statt dessen dafĂŒr sorgen, dass der Einsatz von Pestiziden stark verringert wird und Landwirte so Schritt fĂŒr Schritt aus Glyphosat und Co. aussteigen können“, so Miller.

Pestizide seien kĂŒnftig auch hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen zu prĂŒfen. Insgesamt mĂŒsse der Zulassungsprozess deutlich transparenter ablaufen als bisher und die Landwirtschaft so entwickelt werden, dass ein massiver flĂ€chendeckender Einsatz von Pestiziden gar nicht mehr erforderlich sei. Auf europĂ€ischer Ebene solle sich Jamaika zudem klar fĂŒr ein baldiges Ende von Glyphosat aussprechen.

AnlĂ€sslich der SondierungsgesprĂ€che hat der NABU eine Online-Protestaktion gestartet. Auf www.NABU.de/neueagrarpolitik können sich Interessierte ganz einfach per E-Mail an die Parteispitzen wenden und sie dazu auffordern, sich fĂŒr eine naturvertrĂ€gliche Landwirtschaft einzusetzen.
Mehr
 

NABU: EU ist reif fĂŒr Glyphosat-Ausstieg
Quelle: NABU / Diana Neumerkel
 
NABU: EU ist reif fĂŒr Glyphosat-Ausstieg
Miller: Jamaika muss schrittweises Verbot in Koalitionsvertrag aufnehmen

Berlin/BrĂŒssel – Der NABU begrĂŒĂŸt, dass der am heutigen Freitag von der EU-Kommission vorgelegte Entwurf fĂŒr die VerlĂ€ngerung der Glyphosat-Zulassung keine Mehrheit gefunden hat. „Aus Umweltsicht war der Entwurf eine einzige EnttĂ€uschung. Die Kommission hatte weder ein Verbot der Sikkation vorgesehen noch Glyphosat im Haus- und Kleingartenbereich oder in Schutzgebieten verbieten wollen. Es ist ein gutes Signal, dass die Experten der LĂ€nder den laschen PlĂ€nen eine Abfuhr erteilt haben und damit das jahrelange Durchwinken des Herbizids beenden wollen. Damit muss der EU-Kommission und den Jamaika-Verhandlern klar sein: Die EU ist reif fĂŒr einen Glyphosat-Ausstieg“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Beim Ende November anstehenden Vermittlungsausschuss mĂŒsse sich nun auch Deutschland endgĂŒltig fĂŒr einen Glyphosat-Ausstieg stark machen. „Es ist enttĂ€uschend, dass Deutschland sich wieder einmal enthalten und nicht klar fĂŒr ein Ende von Glyphosat ausgesprochen hat. Die Bundesregierung kann ihre Verantwortung nicht immer auf die EU abschieben. FĂŒr die Jamaika-Sondierer gilt nun: Sollten sie sich nicht gleich unbeliebt machen wollen, muss mindestens ein schrittweises Verbot in den Koalitionsvertrag“, so Miller. Laut einer vom NABU in Auftrag gegebenen reprĂ€sentativen Umfrage befĂŒrworten 77 Prozent der Deutschen einen Glyphosat-Ausstieg.
Mehr
 



Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 
24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 
47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 
70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 
93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 
116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 
139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 
162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 
185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 
208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 
231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 
254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 
277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 
300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 
323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 
346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 


Copyright 2010 - 2018 Benjamin Jäger