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Mittwoch, 21. August 2019
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Verschiedenes

 
NABU: Sotschi ist von „GrĂŒner Olympiade“ weit entfernt
Tennhardt: IOC vernachlÀssigt eigene Umweltstandards

Berlin – Zum Start der Olympischen Winterspiele in Sotschi am heutigen Freitag kritisiert der NABU die mangelhafte Überwachung der Umweltstandards durch das Internationale Olympische Komitee (IOC). Bereits im Jahr 2006 hatte sich das IOC selbst verpflichtet, bei der Auswahl der Olympia-Orte auch Natur- und Umweltschutzaspekte zu berĂŒcksichtigen. „Die russische Regierung und das IOC hatten versprochen, Sotschi als ,grĂŒne Olympiade‘ zu planen. Doch die olympische Infrastruktur richtete viel Schaden in der umliegenden Natur an“, sagte NABU-VizeprĂ€sident Thomas Tennhardt. Der IOC hatte die MĂ€ngel des Olympiaaustragungsortes zwar erkannt und Umweltstandards festgelegt, aber kaum ĂŒberprĂŒft, inwieweit sie in Russland umgesetzt wurden. „Die russische Regierung muss nun unbedingt Maßnahmen zur Kompensation der Umweltzerstörung ergreifen und beispielsweise WĂ€lder wieder aufforsten“, forderte Tennhardt.

Der NABU hatte bereits im Jahr 2007 davor gewarnt, dass eine Veranstaltung dieser GrĂ¶ĂŸe im Großraum Sotschi ökologische Probleme nach sich ziehen wĂŒrde und an das IOC appelliert, die Winterspiele nicht dort auszutragen. „Der Westkaukasus ist eines der bedeutendsten BiodiversitĂ€tszentren der Erde und Lebensraum der letzten Bergwisente Europas“, sagte Vitalij Kovalev, Leiter des NABU Kaukasusprogramms, der selbst aus dem Gebiet Krasnodar stammt. „Die Olympiade richtete zwar bislang nicht wie befĂŒrchtet SchĂ€den im benachbarten UNESCO-Weltnaturerbegebiet Westkaukasus an, aber der Sotschier Nationalpark und die Imeretinskaya-Tiefebene sind von den Vorbereitungen stark gezeichnet“, so Kovalev weiter.

Die mangelhafte Überwachung durch das IOC zeigt sich beispielhaft anhand der MĂŒlldeponien, die zum Teil in NationalparknĂ€he errichtet wurden. „Zwar existiert ein aufwendig ausgearbeitetes Abfallvermeidungs- und Entsorgungskonzept, doch wurde bisher kaum etwas davon umgesetzt“, bemĂ€ngelte Kovalev. Ein weiterer Kritikpunkt sind die Baumaßnahmen: Seit 2008 entstanden Sportkomplexe in Adler an der KĂŒste und im 40 Kilometer entfernten Krasnaja Poljana/Esto Sadok im Landesinneren an der Grenze zum Weltnaturerbegebiet Westkaukasus und seinen Gebirgsmassiven. Die neu errichtete Straße und parallel verlaufende Eisenbahn, die beide Wettbewerbsorte verbindet, verlĂ€uft durch das Tal entlang des Flusses Mzymta, der Trinkwasserlieferant fĂŒr die Bevölkerung Sotschis ist und direkt ins Schwarze Meer mĂŒndet. Die Errichtung der Verkehrswege ging zu Lasten des Mzymta und der umliegenden WĂ€lder. Die Begradigung und Verschmutzung des Flusses sowie die Abholzung von LaubwĂ€ldern zwischen Adler und Krasnaja Poljana hinterlassen eine sichtbare Spur in der Landschaft des Großraumes Sotschi.

Auch wenn das gesamte Ausmaß ökologischer SchĂ€den bislang nicht bekannt ist: „Sicher ist, dass Sotschi keine grĂŒne Olympiade erleben wird. Sotschi ist ein Beispiel der Superlative und der Beweis, dass die derzeitigen Umweltstandards und die Vorgehensweise des IOC bislang unzureichend sind“, so Kovalev weiter.
 
 

 
Ethisch-ökologische Geldanlagen
Ethik ist fĂŒr Anleger wichtiger als Ökologie

Ethische Aspekte sind Verbrauchern bei ethisch-ökologischen Geldanlagen wichtiger als ökologische. Ansonsten haben sie aber sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was ihnen bei dieser Form der Geldanlage wichtig ist. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa bei 1014 Personen, die darĂŒber entschieden, wie in ihrem Haushalt finanzielle Angelegenheiten geregelt werden. In Auftrag gaben die Umfrage die Stiftung Warentest und die Verbraucherzentrale Bremen, die das Projekt „Klimafreundliche Geldanlage“ durchfĂŒhrt.

Vor die Wahl gestellt, hielt die HĂ€lfte der Befragten ethische Aspekte fĂŒr das wichtigste Kriterium, der Umwelt gaben nur ein gutes Viertel den Vorzug, der Rest mochte sich nicht entscheiden. Am wenigsten akzeptabel fanden die Befragten Investments, die mit Waffen und Kinderarbeit zu tun haben. Aber auch klassische Laster wie GlĂŒcksspiel, Pornografie, Alkohol und Tabak stießen auf wenig Gegenliebe, ebenso wie Atomkraft, industrielle Tierhaltung und Gentechnik in der Landwirtschaft. Auch die Finanzdienstleister schafften es noch vor Erdöl und Chemie in die Top Ten der Branche, in die kein Geld aus ethisch-ökologischer Geldanlage fließen soll.

ArmutsbekĂ€mpfung wĂ€hlten die Befragten am hĂ€ufigsten bei der Frage, in welche Bereiche auf alle FĂ€lle Geld fließen soll. Auf die PlĂ€tze dahinter setzten sie KrankenhĂ€user, Pflegeeinrichtungen und Bildung. Ökologische Themen folgen ab Rang vier mit erneuerbaren Energien, ökologischer Landwirtschaft und nachhaltiger Forstwirtschaft.

Fast die HĂ€lfte sprach sich fĂŒr die Vorgabe aus, die hinsichtlich ethischer und ökologischer Aspekte vorbildlichsten Unternehmen einer Branche zu berĂŒcksichtigen. Nur ein Drittel befĂŒrwortet einen strengeren Ansatz, der Investments aus umstrittenen Bereichen generell ausschließt.

AusfĂŒhrlich sind die Umfrageergebnisse unter www.test.de/umfrage-ethisch abrufbar.
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Festival: Gewinner des grĂŒnen Filmpreises „Green Me“ in Berlin ausgezeichnet
 
Festival: Gewinner des grĂŒnen Filmpreises „Green Me“ in Berlin ausgezeichnet
Ökologische und soziale Filme beeindruckten Jury besonders

Berlin – Die PreistrĂ€ger des grĂŒnen Filmfestivals „Green Me“ stehen fest: Mit den „Green Me“-Awards wurden am heutigen Mittwochabend in Berlin der Dokumentarfilm „Population Boom“ des Österreichers Werner Boote, der Spielfilm „Beasts of the Southern Wild“ und der Kinderfilm „Der Lorax“ ausgezeichnet. Der Sonderpreis fĂŒr den besten Wolfsfilm ging an die Dokumentation „Deutschlands wilde Wölfe, wie sie wirklich sind“ des Tierfilmers Sebastian Körner. Die Preise wurden im Rahmen einer festlichen Gala im TIPI am Kanzleramt vergeben, zu der auch der Schirmherr des Festivals, Klaus Töpfer, ein Grußwort hielt. „Die QualitĂ€t aller 15 im Wettbewerb des Festivals laufenden Filme war in diesem Jahr immens. Jeder PreistrĂ€ger des ‚Green Me‘-Awards zeigt auf seine eigene Art, was grĂŒne Filme sein können: unterhaltsam, bildgewaltig und aufklĂ€rend“, so Jury-Vorsitzender Bernward Geier.

Mehr als 1.400 Zuschauer hatten zuvor an zwei Festival-Tagen im CinemaxX am Potsdamer Platz ĂŒber dreißig Filme rund um die Themen Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit gesehen. Zahlreiche Vorstellungen mussten wegen ĂŒberfĂŒllter SĂ€le geschlossen werden. „Das ‚Green Me‘-Festival war ein voller Erfolg beim Publikum. Wir sind begeistert von der Resonanz, die die Filme gefunden haben, von den lebhaften Diskussionsrunden und haben den Eindruck gewonnen, dass grĂŒne Filme immer populĂ€rer werden“, so Nic Niemann, geschĂ€ftsfĂŒhrender Veranstalter des Festivals.

Besonderes Highlight des Festivals, das vom 1. bis 2. Februar anlĂ€sslich der Berlinale stattfand, war die Premiere des Dokumentarfilms „Population Boom“ von Werner Boote. In seinem Film geht der Österreicher der Frage nach, welche Folgen die Überbevölkerung mit sich bringt – und ob das Schreckensgespenst „Bevölkerungsexplosion“ ĂŒberhaupt existiert. Von seiner Reise rund um die Welt, von den leersten PlĂ€tzen in der Serengeti bis hin zu der am dichtesten besiedelten Stadt der Welt in Bangladesch, bringt Werner Boote ĂŒberraschende Erkenntnisse mit. Der Film, der am 27. MĂ€rz 2014 in die deutschen Kinos kommt, wurde von der prominent besetzten Jury um Schauspieler Peter Lohmeyer, Moderatorin Dunja Hayali, ARD-Wettermann Karsten Schwanke, Regisseur Markus Imhoof, NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller, Umweltaktivist Bernward Geier und ARD-Tatort-Ermittler Andreas Hoppe am Abend mit einem Preisgeld von 5.000 Euro in der Kategorie „Dokumentarfilm“ ausgezeichnet.

Den Sonderpreis in der Kategorie „bester Wolfsfilm“ erhielt ein weiterer Publikumsmagnet des Festivals. Mit „Deutschlands wilde Wölfe, wie sie wirklich sind“ wĂ€hlte die Jury eine Dokumentation, die in Deutschland bislang nie gesehene Bilder zum Wolf liefert. Mehr als zehn Jahre begleitete Tierfilmer Sebastian Körner die RĂŒckkehr Isegrims in die deutschen WĂ€lder. Mit spektakulĂ€ren Aufnahmen widerlegt er in seinem Film die MĂ€r einer strengen Rangordnung innerhalb des Rudels. Der Wolf war in diesem Jahr Schwerpunkt des „Green Me“-Festivals. Insgesamt acht Filme liefen in der Sondersektion, begleitet wurden sie durch Diskussions-Panels und Mitmach-Aktionen. Sebastian Körners Film wurde mit einem Preisgeld von 3.000 Euro ausgezeichnet.

Mit „Beasts of the Southern Wild“ und „Der Lorax“ gewannen in den Kategorien „Spielfilm“ und „Kinderfilm“ jeweils US-amerikanische Produktionen. Der Animationsfilm „Der Lorax“ setzt mit viel Humor und farbenfrohen Bildern eine bemerkenswerte und kindgerechte Botschaft fĂŒr mehr Umweltschutz und gegen den Raubbau an der Natur. Er wurde mit 3.000 Euro in der Kategorie Kinderfilm ausgezeichnet. Im Spielfilm „Beasts of the Southern Wild“ setzt Regisseur Benh Zeitlin die sechsjĂ€hrige „Hushpuppy“ bildgewaltig in Szene. Sie wĂ€chst in den SĂŒmpfen Louisianas auf. Als ein Sturm ihre Heimat zu verwĂŒsten droht, sieht Hushpuppy in ihrer Fantasie brechendes arktisches Eis – und stemmt sich trotzig und mit dem Mute einer jungen Kriegerin gegen das Unausweichliche. Der Film erhielt ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro.

„Was in Hollywood lĂ€ngst zum guten Ton gehört, ist auf deutschen LeinwĂ€nden noch selten zu sehen: Große Filmproduktionen, die vermitteln, dass ‚grĂŒn‘ in ist und der Einsatz fĂŒr die Natur auch enormen Spaß machen kann. Deshalb freuen wir uns, dass in diesem Jahr so viele qualitativ hochwertige Spielfilme im Wettbewerb liefen und am Ende auch ausgezeichnet wurden“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Das „Green Me“-Festival fand in diesem Jahr zum siebten Mal statt. Veranstaltet wurde es von Green Me GmbH, NABU und COLABORA – Lets work together. Projektpartner und Hauptsponsoren des Filmfestivals sind VOLKSWAGEN und die REWE Group.
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Aktuelle Umfrage: weniger Fleisch fĂŒr mehr Umweltschutz
Wie Verbraucher Umweltprobleme durch Lebensmittel bewerten

Um die Umwelt zu schonen, befĂŒrworten Verbraucherinnen und Verbraucher weniger Fleischkonsum: Drei von vier (73 Prozent) halten es fĂŒr sinnvoll, freiwillig weniger Fleisch zu essen. Verordneter Fleischverzicht kommt hingegen nicht gut an: Nur knapp die HĂ€lfte (46 Prozent) spricht sich fĂŒr fleischfreie Tage oder ein reduziertes Fleischangebot in Kantinen aus. Das zeigt eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) anlĂ€sslich der Internationalen GrĂŒnen Woche (IGW). Befragt wurden Verbraucherinnen und Verbraucher nach ihrer Sicht auf Umweltprobleme im Lebensmittelbereich und Lösungsmöglichkeiten.

Die Umfrage thematisierte vier Handlungsfelder, die der vzbv und das Umweltbundesamt (UBA) zum Auftakt der IGW als besonders drĂ€ngend vorgestellt hatten: Neben der hohen Fleischproduktion und dem hohen Fleischkonsum sind das StickstoffĂŒberschĂŒsse in der Landwirtschaft, ein langsamer Ausbau des Ökolandbaus und vermeidbare LebensmittelabfĂ€lle. Den grĂ¶ĂŸten Handlungsbedarf sehen die befragten Verbraucher mit 88 Prozent beim Problem der LebensmittelabfĂ€lle. Drei Viertel (74 Prozent) meinen, dass mehr getan werden mĂŒsse, um die StickstoffeintrĂ€ge aus der Landwirtschaft zu reduzieren.

„Wenn die Umwelt durch die Produktion und den Verbrauch von Lebensmitteln Schaden nimmt, kann sich das langfristig auf die Preise und das Angebot auswirken. Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben sehr klare Vorstellungen, wie sich gegensteuern lĂ€sst und wer handeln muss“, sagt Holger Krawinkel, Leiter des GeschĂ€ftsbereichs Verbraucherpolitik beim vzbv.
Wenig Vertrauen in Industrie und Handel

Sehr großen oder großen Einfluss auf das Thema Umweltschutz bei Lebensmitteln sprechen die Befragten der Lebensmittelindustrie (79 Prozent) und dem Lebensmittelhandel (72 Prozent) zu. Zweifel, dass diese Akteure den Einfluss auch nutzen, sind allerdings groß: Nur 14 Prozent der Verbraucher vertrauen darauf, dass die Industrie die Umweltbelastung gering hĂ€lt. Mit Blick auf den Handel sind es 15 Prozent.

Die Verbraucherinnen und Verbraucher sehen auch sich selbst in der Verantwortung. Eine Mehrheit von 73 Prozent meint, selbst großen Einfluss auf umweltfreundlichere Lebensmittel zu haben. Viele Verbraucher benennen allerdings HĂŒrden: So fĂ€llt es 94 Prozent der Befragten meist schwer zu erkennen, wie umweltfreundlich Lebensmittel sind. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) sagen, umweltfreundliche Lebensmittel seien zu teuer. Ebenso vielen Befragten fehlt im Alltag oft die Zeit, sich damit auseinanderzusetzen.

Um solche HĂŒrden fĂŒr Verbraucher abzubauen, halten zum Beispiel 78 Prozent der Befragten bei Fleisch staatlich geprĂŒfte GĂŒtesiegel fĂŒr sinnvoll. Auch vzbv und UBA sprechen sich fĂŒr eine gesetzlich verbindliche Kennzeichnung von Produkten aus tiergerechter Haltung aus. „FĂŒr einen bewussten Einkauf, mĂŒssen Verbraucherinnen und Verbraucher klar erkennen können, unter welchen Bedingungen Tiere gehalten wurden“, sagt Krawinkel.

Wichtig sind Verbrauchern zudem Information und AufklĂ€rung: So befĂŒrworten neun von zehn Befragten (92 Prozent) die Förderung von Bildungsmaßnahmen, um LebensmittelabfĂ€lle im Haushalt zu vermeiden. Bei diesem Thema kann aus Sicht des vzbv auch der Handel viel machen. Holger Krawinkel: „Der Handel muss seine Anforderungen an Aussehen, Form und GrĂ¶ĂŸe von Produkten prĂŒfen. Unnötig hohe QualitĂ€tsansprĂŒche oder Abverkaufsziele dĂŒrfen das Abfallproblem nicht verschĂ€rfen.“

SchÀrfere gesetzliche Regelungen

Politik und Landwirtschaft sehen die Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem bei den Themen Fleischproduktion, StickstoffĂŒberschĂŒsse und Ökolandbau in der Pflicht. FĂŒr sinnvoll halten sie unter anderem verschĂ€rfte gesetzliche Regelungen und Kontrollen bei der Tierhaltung (91 Prozent), verschĂ€rfte gesetzliche Grenzwerte fĂŒr umweltschĂ€dliche Stickstoffverbindungen in GewĂ€ssern und in der Luft (90 Prozent) sowie eine bessere gesetzliche Förderung des Ökolandbaus in Deutschland (82 Prozent).
 
 

 
NABU unterzeichnet Leitbild zum Zugvogelschutz
Wattenmeer-Konferenz bringt Flyway-Initiative auf den Weg

Berlin – Der NABU begrĂŒĂŸt die auf der 12. Trilateralen Wattenmeer-Konferenz beschlossene Initiative zum Schutz der Zugvögel auf dem Ostatlantischen Zugweg. Der NABU hatte die sogenannte Flyway-Initiative gemeinsam mit seinen Partnern im Netzwerk von BirdLife International bereits seit langem gefordert. „Die BestĂ€nde vieler Zugvögel des Wattenmeers haben in den vergangenen Jahrzehnten stark abgenommen“, erklĂ€rte Dr. Hermann Hötker, Leiter des Michael-Otto-Instituts im NABU. Hötker und Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender Niedersachsen, unterzeichneten in Vertretung fĂŒr den NABU-Bundesverband und die NABU-LandesverbĂ€nde Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg die Initiative. Zu den Arten mit den stĂ€rksten Abnahmen zĂ€hlten der KampflĂ€ufer, der Seeregenpfeifer und der Austernfischer.

Die Probleme lĂ€gen laut Hötker aber nicht nur auf dem Zugweg, sondern vor allem auch in den europĂ€ischen Brutgebieten. Als Beispiele nannte Hötker den Verlust von Feuchtwiesen im Hinterland des Wattenmeers, die Überfischung der MuschelbestĂ€nde des Wattenmeeres sowie BeeintrĂ€chtigungen durch KĂŒstenschutzmaßnahmen. Der NABU setze sich daher unter anderem durch eigene Forschungs- und SchutzaktivitĂ€ten in den norddeutschen Brutgebieten fĂŒr den Erhalt der Zugvögel ein.

Der Ostatlantische Zugweg verbindet als wichtige Vogelfluglinie die Brutgebiete der KĂŒstenvögel in der Arktis mit den Überwinterungsgebieten an den KĂŒsten West- bis SĂŒdafrikas. Das Wattenmeer Deutschlands, DĂ€nemarks und der Niederlande stellt den wichtigsten Trittstein fĂŒr die Zugvögel auf dem Zugweg dar. Zehn bis zwölf Millionen Vögel sind im Jahresverlauf auf das Wattenmeer angewiesen, um hier ihre Energiereserven aufzufĂŒllen.

„Durch die Initiative soll insbesondere die Zusammenarbeit mit den afrikanischen LĂ€ndern ausgebaut werden, die wie Mauretanien eine zentrale Bedeutung fĂŒr die Vögel des Wattenmeers besitzen. Hierbei spielt als erster Schritt der Auf- und Ausbau von Strukturen zur Überwachung der VogelbestĂ€nde in den afrikanischen Winterquartieren eine Rolle“ sagte Hötker. Als ein erster Schritt wurde im Anschluss eine AbsichtserklĂ€rung (Memorandum of Understanding) zur engen Zusammenarbeit zwischen den UNESCO-WelterbestĂ€tten Wattenmeer und Banc d’Arguin unterzeichnet. „Der Nationalpark in Mauretanien ist das zentrale Überwinterungsquartier fĂŒr viele Watvögel des Wattenmeers wie AlpenstrandlĂ€ufer und sibirische Knutts“, so Hötker.
 
 

 
Freiburg: Vor Ort die Energiewende anpacken!
Energetische Stadtsanierung auf Quartiersebene umsetzen
Neue Fortbildung fĂŒr zukĂŒnftige Sanierungsmanager

Die Kreditanstalt fĂŒr Wiederaufbau (KfW) unterstĂŒtzt seit zwei Jahren StĂ€dte und Gemeinden bei der Erstellung energetischer Quartierskonzepte. Zu deren Umsetzung gibt es Fördermittel fĂŒr die Einstellung qualifizierter Sanierungsmanager. Das nötige Know-how bekommen die kĂŒnftigen Allrounder im Quartier in der neuen Fortbildung, die der fesa e.V. und das Institut fĂŒr Fortbildung und Projektmanagement (ifpro) ab dem 5. Mai 2014 gemeinsam anbieten.

In fĂŒnf Modulen ĂĄ zwei Tagen vermittelt die Fortbildung praxisnahes Wissen fĂŒr die Umsetzung energetischer Maßnahmen in Stadtteilen und Gemeinden. FĂŒr eine erfolgreiche Umsetzung von Klimaschutzkonzepten ist es dabei wichtig, die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger frĂŒhzeitig einzubeziehen. Der Sanierungsmanager oder die Sanierungsmanagerin ist die Schnittstelle zwischen Verwaltung und Bevölkerung. Neben einer umfassenden EinfĂŒhrung in Instrumente und Planung Energetischer Stadtsanierung stehen daher von Anfang an BĂŒrgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit auf dem Stundenplan. Prozess- und Projektmanagement, Monitoring, Evaluation und Finanzierung sind ebenso Bestandteile der berufsbegleitenden Weiterbildung. Parallel zum Kurs erarbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein eigenes Übungsprojekt – idealerweise aus ihrem kommunalen Alltag.

Bundesweit hat das KfW-Programm "Energetische Stadtsanierung" bei den Kommunen große Resonanz gefunden. Schon ĂŒber 300 Quartierskonzepte wurden bewilligt. Viele StĂ€dte und Gemeinden auch in Baden-WĂŒrttemberg sind auf der Suche nach qualifiziertem Personal oder haben bereits Sanierungsmanager eingestellt. Die vom fesa e.V. und ifpro geschaffene Fortbildung ist die erste dieser Art deutschlandweit, welche gezielt abgestimmt auf die hohen KfW- Anforderungen die benötigten Kompetenzen fĂŒr das neue Berufsbild "Sanierungsmanager" entwickelt.

Die Fortbildung richtet sich sowohl an Kommunen, die ihr eigenes Personal fĂŒr die neue Aufgabe qualifizieren möchten, als auch an Hochschulabsolventen, Energieberater, Architekten oder Bauingenieure und andere motivierte Menschen, die sich gezielt in Bereich energetische Stadtsanierung und Quartiersmanagement weiterbilden möchten. Die fĂŒnf Unterrichtsblöcke finden jeweils freitags und samstags zwischen dem 9. Mai und dem 19. Juli 2014 in Freiburg statt und umfassen insgesamt 80 Unterrichtseinheiten PrĂ€senzzeit. FĂŒr die kursbegleitende Praxisarbeit sind weitere 20 Unterrichtseinheiten angesetzt. Die Kosten betragen 1.740 Euro. Wie beim Kurs "Kommunales Energie- und Klimaschutzmanagement" werden die Kursinhalte von erfahrenen Praktikern aus der Region vermittelt.

Die einzelnen Kurstermine und die detaillierten Inhalte sind auf www.energieautonome-kommunen.de/weiterbildung zu finden.
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Ecofit-Projekt: Preisverleihung im Historischen Kaufhaus
Feierliche Abschlussveranstaltung mit fĂŒnf Freiburger Unternehmen

FĂŒnf Freiburger Unternehmen werden fĂŒr ihr vorbildliches ökologisches Engagement in ihren Betrieben ausgezeichnet. Der Badische Verlag, die Deutsche Post AG, die Firmen Hopp Elektronik und Zahoransky und der Zypresse-Verlag. Sie hatten 2013 am Ecofit-Projekt teilgenommen, einem baden-wĂŒrttembergischen Förderprogramm, das Unternehmen in Freiburg die Möglichkeit bietet, im eigenen Betrieb Energieeinsparpotenziale zu ermitteln und dann umzusetzen.

UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik und Roland Schestag vom baden-wĂŒrttembergischen Umweltministerium ĂŒberreichen heute bei der Abschlussveranstaltung im Historischen Kaufhaus den fĂŒnf Freiburger Unternehmen eine Urkunde mit der Auszeichnung „Ecofit Betrieb“ fĂŒr ihr Engagement im betrieblichen Umweltschutz.

„Hier haben die Freiburger Unternehmen bereits zum dritten Mal bewiesen, dass sich ökologisches Arbeiten auch ökonomisch lohnt. Und damit leisten sie auch einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von CO2 “, freut sich UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik anlĂ€sslich der Preisverleihung.

Ecofit ist ein Förderprogramm des Landes Baden-WĂŒrttemberg. Es setzt im Bereich der Energieeffizienz sowie im betrieblichen Umweltschutz an und ermutigt die Betriebe, nicht nur einschlĂ€gige Umweltvorschriften einzuhalten, sondern hilft auch, gezielt Kosten einzusparen, was
letztendlich die WettbewerbsfÀhigkeit der Unternehmen steigert.

Über ein Jahr hinweg wurden die Projektteilnehmer in acht gemeinsamen Workshops und zusĂ€tzlich auch individuell vor Ort betreut. Neben der Reduzierung von negativen Umweltauswirkungen und einer Kostenreduzierung schafft das Programm in den Betrieben darĂŒber hinaus die notwendigen Grundlagen, um zu einem spĂ€teren Zeitpunkt mit wenig Mehraufwand ein vollstĂ€ndiges Umweltmanagementsystem aufzubauen.

Inhaltlich und organisatorisch wurden die Unternehmen von der Beratungsgesellschaft Arqum aus Stuttgart betreut. Arqum berĂ€t Unternehmen, Kommunen und Ministerien in Fragen des nachhaltigen Wirtschaftens und bei der EinfĂŒhrung von QualitĂ€ts- und Umweltmanagementsystemen.

Die Ergebnisse des Projekts wurden berechnet und detailliert in einer BroschĂŒre zusammengefasst. Die erzielten Einsparungen in einer kurzen Übersicht:

Kosteneinsparungen nach Bereichen:
Energie: 63.000 Euro
Rohstoffe/AbfÀlle: noch nicht abschÀtzbar
Sonstiges: noch nicht abschÀtzbar
Summe: 63.500 Euro

Stoffmengeneinsparungen:
Gesamteinsparung Energie: 398.000 kWh
Gesamteinsparung CO2-Emissionen: 196.000 kg

Um weiteren Unternehmen in Freiburg die Teilnahme am ECOfit Förderprogramm zu ermöglichen, werden die Stadt und Arqum die vierte Projektrunde anbieten. Interessierte Unternehmen können sich gerne vorab an das Umweltschutzamt, Sabine Wirtz, Telefon: 201-6148, sabine.wirtz@stadt.freiburg.de oder an die Projektbetreuer von Arqum (Christian Meichle, Telefon: 0711 / 90035900, meichle@arqum.de) wenden.
 
 

 
Karlsruhe: Zoologischer Stadtgarten lÀnger zugÀnglich
Auf die lĂ€nger werdenden Tage reagiert der Zoologische Stadtgarten mit lĂ€ngeren Öffnungszeiten der EingĂ€nge. Alle drei EingĂ€nge haben ab Februar bis 17 Uhr geöffnet und damit eine Stunde lĂ€nger als bisher. Die Kasse SĂŒd am Hauptbahnhof ist ab 9 Uhr, die Kasse Nord am Festplatz ab 10 Uhr (ab MĂ€rz: 9 Uhr) und die Kasse Ost in der Ettlinger Straße/Augartenstraße ab 11 Uhr (Sonn- und Feiertags ab 10 Uhr) besetzt. Mit Beginn der Sommerzeit im MĂ€rz verlĂ€ngern sich die Kassenöffnungszeiten um eine halbe Stunde. Dann hat die Kasse West (Rosengarten) auch wieder sonn- und feiertags von 10.30 bis 16.30 Uhr geöffnet.
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