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Verschiedenes

Zoo Leipzig: Zwei LippenbÀren abgegeben
LippenbÀren Heiderose und Rachana in der LippenbÀrenschlucht © Zoo Leipzig
 
Zoo Leipzig: Zwei LippenbÀren abgegeben
Seit kurzer Zeit hat LippenbÀrin Heiderose (geb. 04.01.2012 in Leipzig) eine SpielgefÀhrtin:
Rachana aus Indien. Die ZweijÀhrige ist eine von vier Indischen LippenbÀren (Melursus
ursinus ursinus), die vor knapp drei Monaten aus Indien im Zoo Leipzig eingetroffenen sind.
WĂ€hrend Rachana sowie das vier Jahre alte MĂ€nnchen Subodh kĂŒnftig in der
LippenbÀrenschlucht im Zoo Leipzig leben, sind die beiden BÀren Kaveri und Rajath gestern
an den Zoo Berlin abgegeben worden. Mit der Einfuhr der in indischen Zoos geborenen Tiere
ist ein wichtiger Schritt fĂŒr den Erhalt der vom Aussterben bedrohten Tierart gelungen. Sie
sind Bestandteil des EuropĂ€ischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) und vergrĂ¶ĂŸern damit
die genetische VariabilitÀt des europÀischen Bestandes. Ziel ist es, auf beiden Kontinenten
eine stabile, selbsterhaltende Zoopopulation zu sichern. Das ist notwendig, weil die Tierart in
der Wildbahn vom Aussterben bedroht ist.

Möglich wurde die interkontinentale Zusammenarbeit fĂŒr den Artenschutz auf der Grundlage
der im Dezember unterzeichneten ErklÀrung zwischen dem Zoo Leipzig und der indischen
Zoobehörde (CZA), die dem Umweltministerium unterstellt ist. Im Rahmen der Vereinbarung,
die dem Artenschutz und dem interkontinentalen Wissenstransfer dient, wurde bereits ein
Expertenbesuch von Leipzig in Indien sowie ein Workshop-Aufenthalt indischer Kollegen in
Deutschland realisiert. „Mit dem Einleben der vier LippenbĂ€ren aus Indien ist ein weiterer
wichtiger Bestandteil der interkontinentalen Zusammenarbeit fĂŒr den Arterhalt umgesetzt
worden,“ erklĂ€rt Zoodirektor Prof. Dr. Jörg Junhold, der als PrĂ€sident des Weltverbandes der
Zoos und Aquarien (WAZA) das globale Populationsmanagement forciert und die
Zusammenarbeit der internationalen Zoogemeinschaft mit asiatischen Zoos intensiviert.

Traditioneller Jahresbericht veröffentlicht

Bereits im vergangenen Jahr hat der Zoo Leipzig mit dem Import von zehn Komodowaranen
aus Amerika die internationale Zusammenarbeit zum Erhalt bedrohter Tierarten
vorangetrieben. Dieser Transfer sowie viele weitere zurĂŒckliegende Geschehnisse aus dem
Jahr 2012 sind in der kĂŒrzlich erschienenen Panthera, dem JahresrĂŒckblick des Zoo Leipzig,
beschrieben. Zoofreunde können den Jahresbericht in den Zoo-Shops erwerben.
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NABU warnt vor dem Aussterben des Sumatra-Tigers
Sumatra-Tiger / Foto: Thomas Herzog
 
NABU warnt vor dem Aussterben des Sumatra-Tigers
Tennhardt: Wilderei und illegaler Handel in Indonesien wieder auf dem Vormarsch

Berlin/Jakarta – AnlĂ€sslich des Internationalen Tiger-Tags (29. Juli) warnt der NABU vor dem Aussterben einer der seltensten Tiger-Unterarten: des Sumatra-Tigers. Nach Angaben der Weltnaturschutzunion IUCN gab es in den 1970er Jahren noch etwa 1000 wildlebende Sumatra-Tiger. Gesicherte aktuelle Bestandszahlen gibt es nicht, ExpertenschĂ€tzungen liegen allerdings bei nur noch 400 erwachsenen Tieren – mit abnehmender Tendenz. Wie fĂŒr alle Tiger-Unterarten sind Wilderei, die Dezimierung von Beutetieren und Lebensraumverlust die grĂ¶ĂŸten Bedrohungen. Bis heute werden Indonesiens WĂ€lder fĂŒr Palmöl-Plantagen gerodet. Inzwischen wurden die meisten Tiefland-RegenwĂ€lder vernichtet und mit ihnen auch die dort lebenden Tiger. Außerdem bedroht die Nachfrage nach Tiger-Produkten fĂŒr die traditionelle asiatische Medizin die letzten Tiger Sumatras.

Laut IUCN wurden allein zwischen den Jahren 1998 und 2002 jĂ€hrlich mindestens 51 Tiere getötet, drei Viertel von ihnen fĂŒr den Handel. „Auch heute sieht die Situation nicht besser aus“, sagte NABU-VizeprĂ€sident Thomas Tennhardt. „Ein FĂŒnftel aller in den vergangenen drei Jahren weltweit beschlagnahmten illegal gehandelten Tiger wurde in Indonesien konfisziert. Bis heute gibt es offenbar innerhalb Indonesiens einen Schwarzmarkt fĂŒr Tigerklauen und -zĂ€hne. Knochen und HĂ€ute landen vor allem auf dem Exportmarkt.“ Bestandteile der Großkatze werden fĂŒr die traditionelle asiatische Medizin beispielsweise zu „Tiger-Wein“ oder „Tigerknochen-Leim“ verarbeitet.

Im Harapan-Regenwald auf der indonesischen Insel Sumatra unterstĂŒtzt der NABU ein Wald- und Tigerschutz-Projekt, dass im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative der Bundesregierung gefördert wird. Die gute Nachricht zuerst: In dem etwa 100.000 Hektar großen Gebiet gibt es noch ausreichend Beutetiere, vor allem Wildschweine, so dass es den Tigern in Harapan gut geht. Jedoch finden die NaturschĂŒtzer vor Ort immer wieder Fallen von Wilderern im Harapan-Regenwald. „Wir nehmen die VorfĂ€lle ernst und werden nicht zulassen, dass Wilderei in dem Gebiet um sich greift“, sagte NABU-Projektreferentin Katjuscha Dörfel. „Unsere Kollegen vor Ort zerstören deshalb Fallen, die sie finden, und beobachten die Tiger-Population in Harapan genau, unter anderem mit Hilfe von Kamerafallen.“

Der Tiger-Handel ist durch das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES verboten. Doch manche FĂ€lle von Tiger-Wilderei werden bis heute nicht geahndet. So sind in Indonesien lediglich zwei Unterarten des Tigers gesetzlich geschĂŒtzt: der Sumatra-Tiger und der Java-Tiger, der bereits als ausgestorben gilt. Strafvollzugsbehörden mĂŒssen also stets genau beweisen, dass beschlagnahmte Tiere zu einer dieser Unterarten zĂ€hlen, bevor es zu einer Anklage kommen kann. Dies kann jedoch nicht immer beweiskrĂ€ftig nachgewiesen werden. „Indonesien muss die Gesetzgebung so schnell wie möglich anpassen, um sicherzustellen, dass alle Unterarten des Tigers umfassend geschĂŒtzt und Wilderei sowie illegaler Handel strafrechtlich verfolgt werden“, sagte NABU-Artenschutzexperte Tom Kirschey. „Dies gilt auch fĂŒr andere Staaten. Weltweit gibt es nur noch etwa 3000 bis 5000 wild lebende Tiger. Daher mĂŒssen alle Verbreitungsstaaten die grĂ¶ĂŸtmöglichen Anstrengungen unternehmen, um Wilderei und internationalen Handel mit Tiger-Produkten zu stoppen.“

Derweil kommt auf die Tiger im Harapan-Regenwald eine weitere Bedrohung zu. Zurzeit wird eine Straße fĂŒr die Kohleförderung geplant, die das Gebiet zweiteilen und damit auch den Lebensraum der Tiger zerstören wĂŒrde: 800 LKW pro Tag könnten kĂŒnftig ĂŒber eine 15 Meter breite Straße rollen. Der NABU bemĂŒht sich nun gemeinsam mit den Partnern vor Ort, die Regierung von den StraßenbauplĂ€nen abzubringen.
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Rad- und Gehwege der Schauinslandstraße sind bis GĂŒnterstal fertiggestellt
Die Geh- und Radwege entlang der Westeseite der Schauinslandstraße auf Höhe des neuen Baugebiets „Schauinslandstraße SĂŒd“ sind jetzt bis zum Ortseingang GĂŒnterstal fertiggestellt. Vor dem Ortseingang verbessert ein Fahrbahnteiler die StraßenĂŒberquerung und trĂ€gt zur Reduzierung der Geschwindigkeit bei. Die Straßenplanung war mit dem RegierungsprĂ€sidium abgestimmt, weil ein Teil der Straße außerhalb der Freiburger Stadtgrenzen liegt. Nachdem die KanĂ€le fertiggestellt wurden begannen im Mai die Arbeiten. Das RegierungsprĂ€sidium beteiligt sich auch an den Gesamtkosten in Höhe von 220.000 Euro mit einem Anteil von 100.000 Euro. Noch nicht fertiggestellt ist der sĂŒdliche Einfahrtsbereich ins Baugebiet „Schauinslandstraße SĂŒd“ und der EinmĂŒndungsbereich nach St. Valentin. Der Verkehr wird daher weiterhin ĂŒber die nördliche Zufahrt ins Baugebiet und ĂŒber die Baustraße nach St. Valentin geleitet.
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Mundenhof: Die ersten Mönchssittichbabys haben das Licht der Welt erblickt
Frisch geschlĂŒpft: Auf dem Mundenhof sind drei kleine Mönchsittichbabys geschlĂŒpft. Wer genau hinschaut, kann die etwas tapsig wirkenden aufgeplusterten Jungpapageien in der NĂ€he des Nests entdecken.

Die Mönchsittichgruppe ist vor einem guten halben Jahr vom Zoo Halle in das umgebaute Vogelhaus auf dem Mundenhof gezogen. Einige Vögel waren schon bei der Ankunft in einer festen Paarbeziehung. Dieser Umstand und die fĂŒrsorgliche Pflege der Tierpfleger haben dazu gefĂŒhrt, dass sie nach kurzer Zeit eifrig mit dem Nestbau begannen. Ein spannendes Unterfangen - denn das Besondere an den Vögeln aus SĂŒdamerika ist, dass die ganze Gruppe ein großes Gemeinschaftsnest errichtet, in dem die Paare ihren einzelnen Bau beziehen. Dieser besteht aus mehreren Kammern zum Schlafen, BrĂŒten und Aufhalten. Ein solches Zuhause haben sich die Mönchsittiche auch auf dem Mundenhof geschaffen. Schon kurz nach der Ankunft fingen sie an, das von den Tierpflegern angebotene Nest zu erweitern. Dabei waren sie so fleißig, dass die Pfleger MĂŒhe hatten, genĂŒgend Nistmaterial bereitzustellen.

Die Brutzeit dauerte etwa 22 Tage. Wenn die Jungvögel flĂŒgge sind, kann man als Laie den Unterschied zu den erwachsenen Vögeln nur schwer erkennen. Mit dem Nachwuchs gibt es derzeit 16 Mönchsittiche. Die Chancen auf weiteren Gruppenzuwachs stehen gut.

Das Vogelhaus befindet sich nahe der ErdmĂ€nnchen in der exotischen Mitte des Mundenhofs. Dank eines VermĂ€chtnis von Claire Keidel, der Witwe des ehemaligen OberbĂŒrgermeisters Eugen Keidel, konnte es umgebaut und um eine Außenvoliere erweitert werden.
 
 

 
BUND-Umwelttipp: Schnooge? Mugge? BrÀmme ?
Nach dem FrĂŒhjahrshochwasser gibt es in SĂŒdbaden wieder eine Vielzahl von StechmĂŒcken, Fliegen und Bremsen (auf badisch: Schnooge, Mugge, BrĂ€mme).
Es gibt einige Tipps, mit denen die kleinen Blutsauger abgehalten oder zumindest gebremst werden können: Fliegengitter an TĂŒren und Fenstern, Regentonnen abdecken, vollgeregnete Töpfe entfernen und helle Kleidung tragen...

Der Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz am SĂŒdlichen Oberrhein möchte an dieser Stelle aber vor allem aufzeigen, wie wichtig unsere Vogelwelt fĂŒr die SchnakenbekĂ€mpfung ist. Vögel sind die natĂŒrlichen Feinde von MĂŒcken und anderen Insekten. Sie fressen nicht nur eine Vielzahl von Insekten sondern auch deren Larven.

Es ist unglaublich wie viele Insekten ein Rauchschwalbenpaar fĂŒr die Aufzucht der Jungen benötigt. SchĂ€tzungsweise 1.2 kg also ca. 100.000 bis 150.000 Insekten (eine Bremse wiegt viel weniger als eine StechmĂŒcke) sind fĂŒr die Aufzucht einer Schwalbenbrut von vier bis sechs Jungen nötig. Und manche Schwalben brĂŒten zweimal pro Jahr!

Doch nicht nur die tagaktiven Vögel, sondern auch die nachtaktiven FledermĂ€use haben Gefallen an den Insekten. Große FledermĂ€use vertilgen im Verlauf eines Sommers bis zu einem Kilo Insekten. Die „MĂŒckenfresser“ sind tatsĂ€chlich große NĂŒtzlinge und gerade haben viele Meisenarten auch die "neue" Nahrungsquelle, den BuchsbaumzĂŒnsler entdeckt.

Wer jetzt von „Schnooge, Mugge un BrĂ€mme“ geplagt ist sollte sich ĂŒberlegen im Herbst und Winter NistkĂ€sten aufzuhĂ€ngen und im Garten ein wenig mehr vogelfreundliche „Wildnis“ zuzulassen. Bauanleitungen fĂŒr NistkĂ€sten finden Sie unter
www.bund-freiburg.de und beim BUND in der Freiburger Wilhemstraße 24a gibt’s nach den Sommerferien auch wieder NistkĂ€sten, gefertigt in einer regionalen Behindertenwerkstatt.
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MĂŒllgebĂŒhren und RestmĂŒllmengen auf historischem Tiefstand
Umweltminister Franz Untersteller: „Wenn wir unsere Rolle als eine der fĂŒhrenden Wirtschaftsregionen Europas erhalten wollen, mĂŒssen wir unsere Anstrengungen zum Aufbau einer umfassenden Kreislaufwirtschaft weiter verstĂ€rken“

Umweltminister Franz Untersteller hat am 29.07. in Stuttgart die 24. Abfallbilanz Baden-WĂŒrttemberg vorgestellt.

Die aktuellen MĂŒllgebĂŒhren (2013, alle anderen Daten beziehen sich auf das Jahr 2012) sind mit 148,69 Euro fĂŒr einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt auf einen neuen Tiefstand gesunken. „Inflationsbereinigt haben wir im Land seit dem Jahr 2002 einen RĂŒckgang der GebĂŒhren um fast 30 Prozent“, erklĂ€rte der Umweltminister.

Auch das Haus- und SperrmĂŒllaufkommen im Land ist erneut zurĂŒckgegangen und liegt mit 142 Kilogramm je Einwohner ebenfalls auf einem historischen Tiefstand.

„Diese Zahlen belegen einmal mehr die bundesweite Spitzenstellung unserer Abfallwirtschaft“, betonte Minister Untersteller.

Insgesamt sind im Jahr 2012 in Baden-WĂŒrttemberg knapp 3,8 Millionen Tonnen HausabfĂ€lle angefallen, davon rund 1,53 Millionen Tonnen Haus- und SperrmĂŒll. „Das sind ĂŒber 20 Tausend Tonnen weniger als im Jahr zuvor“, erlĂ€uterte Franz Untersteller.

Je Einwohner wurden 43 Kilogramm BioabfĂ€lle verwertet, eine weitere Steigerung gegenĂŒber 2011 um ein Kilogramm. „Dennoch gibt es hier noch Luft nach oben“, betonte Franz Untersteller. „Wir wollen diese Menge kontinuierlich um weitere 17 Kilogramm auf insgesamt 60 Kilogramm pro Kopf und Jahr erhöhen.“

Statistisch betrachtet am wenigsten Haus- und SperrmĂŒll produziert haben mit 64 Kilogramm pro Kopf erneut die Bewohner im lĂ€ndlich geprĂ€gten Landkreis Freudenstadt. Mit 220 Kilogramm pro Kopf den höchsten Wert im lĂ€ndlichen Raum weist der Hohenlohekreis auf. An der Spitze der stĂ€dtischen Bereiche stehen die UniversitĂ€tsstĂ€dte Freiburg mit 112, Ulm mit 121 und Heidelberg mit 140 Kilogramm Haus- und SperrmĂŒll je Einwohner. Am anderen Ende der Tabelle liegt hier die Stadt Mannheim mit 241 Kilogramm pro Kopf. „Das sind allerdings beachtliche sechs Kilogramm weniger als noch im Vorjahr“, unterstrich Umweltminister Untersteller.

Die Abfallbilanz liefere wertvolle Hinweise fĂŒr die kĂŒnftige Ausrichtung der Abfallpolitik im Land, erklĂ€rte der Minister weiter. „Eine gute und vorausschauende Abfallpolitik ist nicht nur praktizierter Umwelt- und Klimaschutz, sondern auch beste Wirtschaftspolitik fĂŒr unser Land.“ Das rohstoffarme Baden-WĂŒrttemberg könne es sich nicht erlauben, die im Abfall steckenden knappen Rohstoffe wie Gold, Silber, Kupfer oder Seltene Erden nicht wieder dem Wirtschaftskreislauf zurĂŒckzufĂŒhren. „Wenn wir unsere Rolle als eine der fĂŒhrenden Wirtschaftsregionen Europas erhalten wollen, mĂŒssen wir unsere Anstrengungen zum Aufbau einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft weiter verstĂ€rken“, lautete das Fazit von Franz Untersteller.
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Vor 35 Jahren: Untere Havel wird zum Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung
NABU fordert bessere Umsetzung der Ramsar-Konvention

Der NABU hat anlĂ€sslich der Ausweisung der Unteren Havelniederung als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung vor 35 Jahren eine bessere Umsetzung der Ramsar-Konvention gefordert. Das rund 5.800 Hektar große Deichvorland beiderseits der Havel zwischen Hohennauen und Havelberg in den LĂ€ndern Sachsen-Anhalt und Brandenburg besitzt seit 1978, insbesondere aufgrund seiner Bedeutung als Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet fĂŒr Wat- und Wasservögel, sowie als CO2-Speicher großflĂ€chigen Schutzstatus. „Von den mehr als 200 nationalen Feuchtgebieten, die den Ramsar-Kriterien entsprechen, wurden in den vergangenen Jahrzehnten allerdings nur 34 ausgewiesen. Dabei sind 95 Prozent der Moore in Deutschland bereits entwĂ€ssert oder zerstört“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. „Die Bundesrepublik sollte ihre Vorbildfunktion gegenĂŒber anderen Ramsar-Mitgliedsstaaten wahrnehmen und mehr nationale Gebiete wie die Untere Havelniederung ausweisen“, forderte Tschimpke.

Neben der Havel, dem Schollener See und dem GĂŒlper See prĂ€gen zahlreiche Auen- und KleingewĂ€sser, NebenflĂŒsse und Altarme der Havel sowie ausgedehnte Feuchtwiesen unterbrochen von SandrĂŒcken, GebĂŒschen und Ufergehölzen diese Landschaft. Die natĂŒrlichen HochwĂ€sser der Havel und ihrer NebenflĂŒsse sowie der RĂŒckstau der nahen Elbe fĂŒhren jĂ€hrlich, insbesondere im Winter und FrĂŒhjahr, zu großflĂ€chigen Überflutungen. Das ĂŒber weite FlĂ€chen gering besiedelte Gebiet und das verzweigte GewĂ€ssersystem bilden die Grundlage fĂŒr die reiche Artenvielfalt. Der Schutz vieler hier vorkommender Tier- und Pflanzenarten hat ĂŒberregionale Bedeutung, unter anderem das Vorkommen bedrohter Pflanzen wie Brenndolde und Lungenenzian, Vogelarten wie Fischadler und Schwarzstorch und der FFH-Richtlinie unterliegenden Arten wie Biber, Fischotter, Rotbauchunke und Moorfrosch.

„Die Untere Havelniederung ist das grĂ¶ĂŸte zusammenhĂ€ngende Feuchtgebiet im Binnenland des westlichen Mitteleuropas. Mit ihrer Renaturierung schĂŒtzen wir nicht nur mehr als 1.100 bedrohte und geschĂŒtzte Arten, sondern sichern auch die FlĂ€chen, die sowohl vor Hochwasser schĂŒtzen, als auch große Mengen an Kohlenstoff binden „Es besteht dringender Handlungsbedarf, den Schutz und die Renaturierung unserer Feuchtgebiete im Sinne des Klima-, Hochwasser- und Naturschutzes voranzutreiben“, sagte NABU-Havelprojektleiter Rocco Buchta.
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NABU zum Inkrafttreten des Endlagersuchgesetzes
Tschimpke: Kommission muss kritische Fragen klÀren

Zum morgigen Inkrafttreten des Standortauswahlgesetzes fĂŒr hochradioaktive AbfĂ€lle erklĂ€rt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke:

„Bei dem Gesetz handelt sich um einen politischen Kompromiss, von einem gesamtgesellschaftlichen Konsens kann noch keine Rede sein. Der NABU hat erfolgreich auf Nachbesserungen bei der Endlagersuche gedrĂ€ngt, damit sichergestellt ist, dass es keine Vorfestlegungen auf den Standort Gorleben gibt und die Atomwirtschaft die Kosten fĂŒr die Suche selbst zu tragen hat. Ziel muss es jetzt sein, durch konstruktiv-kritische Begleitung der Arbeit der vorgesehenen Enquete-Kommission, einen gesellschaftlichen Konsens zur Endlagersuche herzustellen. Die Kommission muss dabei unabhĂ€ngig vom neuen Amt fĂŒr kerntechnische Entsorgung arbeiten und ĂŒber ihre Öffentlichkeitsarbeit alleine bestimmen.

In der Zwischenlagerfrage, fĂŒr die teils am Ende ihrer technischen Lebensdauer angelangten Castoren, ist leider weiter keine Lösung in Sicht. „Daher mĂŒssen die LĂ€nder zĂŒgig zusammen mit der Bundesregierung und den Kraftwerksbetreibern klĂ€ren, in welche Zwischenlager die noch ausstehenden Castortransporte gehen sollen.“
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