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Verschiedenes

Ă–KO-TEST-Magazin April 2014
 
Ă–KO-TEST-Magazin April 2014
Die April - Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins gibt es seit dem 28. März 2014 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 4,50 Euro. Wieder mit dabei: das Elternmagazin Kinder Kinder mit vielen hilfreichen Tipps und Tests.

Aus dem Inhalt:

Test: Marke oder Drogerie?
ÖKO-TEST ließ Eigenmarken der Drogerien gegen die Markenprodukte etablierter Kosmetikfirmen antreten. Das Ergebnis überrascht: Tendenziell sind die günstigeren Eigengewächse von besserer Qualität als die teureren Markenprodukte. Insgesamt acht Markenprodukte schneiden mit „ausreichend“ oder noch schlechter ab. Dagegen ist jedes zweite Produkt bei den Eigenmarken „sehr gut“, bei den Marken nur jedes Fünfte.

Test: Apfelmus/Apfelmark
Der Unterschied zwischen Apfelmus und Apfelmark: Ersterem wird noch Zucker zugesetzt, hingegen kommt Apfelmark ohne Zuckerzusatz aus. Das schlägt sich im Testergebnis nieder: Alle untersuchten Apfelmark-Sorten schneiden mit „sehr gut“ ab. Einige Apfelmus-Proben fielen zusätzlich negativ auf, weil sie Rückstände von Pestiziden enthielten.

Test: Haftcremes
Im Praxistest konnte leider keine einzige Haftcreme rundum überzeugen. Sowohl bei der Überprüfung im Labor als auch in den Tests, die Probanden ganz praxisnah für ÖKO-TEST absolvierten, traten eine Reihe von Mängeln auf, die Gebissträgern das Leben ganz schön schwer machen können. So stellte ein Proband etwa fest, dass ein bekanntes Markenprodukt keine Mahlzeit aushält – egal ob warm oder kalt. Überzeugen konnten die Haftcremes auch nicht im Test auf Schadstoffe: Nur ein einziges Produkt enthält keine problematischen Inhaltsstoffe wie Paraffine oder Farbstoffe.

Test: Hausratversicherungen
Eine gute Hausratversicherung gehört zu den Policen, die man haben sollte. ÖKO-TEST hat nun 372 Angebote von 46 Versicherungen und Konzeptanbietern kritisch unter die Lupe genommen. Insgesamt sechs Angebote haben den aufwendigen Test mit der Note 1 bestanden. Sie sichern das von ÖKO-TEST geschätzte Kostenrisiko für die unterschiedlichsten Schadenszenarien fast optimal ab. Daneben gibt es aber auch teure Tarife, die gerade einmal eine „ausreichende“ Leistung aufweisen.

Test: Laufställe
Ein Laufstall ist keine Dauerlösung, aber er wird in vielen Familien als Tagesbettchen für Säuglinge oder als sichere Spielecke für Krabbler geschätzt. Doch vier von neun aktuellen Laufstallmodellen zeigten in der ÖKO-TEST-Untersuchung gravierende Sicherheitsmängel. Bei einem Laufgitter etwa brachen die Gitterstäbe in der Mitte durch, als von außen an ihnen gezogen wurde. Das kann zu üblen Verletzungen führen, wenn etwa ein älteres Kind hier zugange ist. Im Schadstofftest war nur ein einziges Laufgitter ohne Beanstandungen, alle andere enthielten verschiedene Rückstände.

Test: Milchbreie
Gepatzt haben insbesondere die Anbieter von Bio-Milchbreien: Den von ÖKO-TEST untersuchten Produkten wurden nicht nur Zuckerarten zugesetzt, sie enthielten auch noch Rückstände von Desinfektions- und Reinigungsmitteln.In zwei Bio-Breien steckten Fettschadstoffe. Aber auch die konventionell hergestellten Breie konnten nicht überzeugen – unter anderem deshalb, weil auch diesen Produkten Zucker zugesetzt wurde sowie Aromen.

Test: Laufshirts
16 Laufshirts wurden in die Labore geschickt, mehr als die Hälfte kann ÖKO-TEST empfehlen, zwei Modelle waren sogar ganz ohne Fehl und Tadel. Mit einigen Shirts waren die Tester allerdings nicht zufrieden, denn sie enthielten Rückstände aus der Ausrüstung, etwa zinnorganische Verbindungen. Kritisch sieht ÖKO-TEST auch die antibakterielle Ausrüstung mit Silber, denn durch den massenhaften Einsatz von Silber kann der medizinische Nutzen des Edelmetalls im Kampf gegen Keime geschwächt werden, da sich silberresistente Keime entwickeln können.

Test Acrylfugenmassen
Keine guten Nachrichten für Heimwerker: Etliche von ÖKO-TEST untersuchte Acryldichtmassen sind von minderer Qualität, denn sie verlieren schon beim Trocknen zu viel Volumen. Wer solche Produkte verwendet, muss Nacharbeit einkalkulieren. Ein weiteres Problem sind die giftigen Weichmacher in einigen Fugenmassen. Ein Produkt schneidet mit „sehr gut“ ab, fünf sind immerhin „gut“.

Test Colorwaschmittel ohne ParfĂĽm
Duftstoffe sind für immer mehr Menschen ein Problem, denn einige können Allergien auslösen. Deshalb ist es zu begrüßen, dass in den Geschäften mittlerweile einige, wenn auch wenige parfümfreie Waschmittel angeboten werden. Die von ÖKO-TEST untersuchten parfümfreien Colorwaschmittel zeigten sich sowohl im Praxis- als auch im Schadstofftest als brauchbare Alternativen zu den duftenden Waschmitteln.


… und außerdem:

Deutschland im Vergleich
Der Ausstieg aus der Kernenergie, Mülltrennung, abgasarme Autos: Es gibt vieles, worauf wir stolz sind. Doch in einigen Bereichen steht Deutschland gar nicht so gut da. Die Zahlen der Statistiker sind ernüchternd und rücken das Bild, das wir von uns haben, in ein anderes Licht. Ein Beispiel: Der Anteil des Bio-Anbaus an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche beträgt hierzulande gerade mal magere 6,2 Prozent. Damit steht Deutschland weltweit nur an 22. Stelle.
 
 

 
„Earth Hour“ am Samstag, 29. März: Weltweit gehen die Lichter aus
Freiburg macht wieder mit bei der weltgrößten Klima- und Umweltschutzaktion

Rathaus, Martinstor und Colombischlössle eine Stunde im Dunkeln

Am Samstag, 29. März, macht die Welt das Licht aus. Ab 20.30 Uhr schalten weltweit Millionen von Menschen für eine Stunde die Lichter aus, um ein Zeichen für den Schutz unseres Planeten zu setzen. Das Brandenburger Tor, der Kölner Dom, die Dresdner Frauenkirche – im Dunkeln. Sydney’s Opernhaus, das Empire State Building in New York und das Kolosseum in Rom – im Dunkeln. Die Botschaft: Schützt unser Klima und unsere Umwelt! Gleichzeitig kann jeder einzelne zu Hause mit seiner Hand am Lichtschalter seinen Teil zur großen Bewegung beitragen.

Auch Freiburg beteiligt sich: Das Rathaus, das Martinstor und das Colombischlössle bleiben von 20.30 Uhr bis 21.30 Uhr im Dunkeln.

Die Earth Hour ist die größte globale Klima- und Umweltschutzaktion, die es gibt. Es ist eine Gemeinschaftsaktion, die nachwirkt: Die Aktion motiviert weltweit Millionen Menschen dazu, umweltfreundlicher zu leben und zu handeln – weit über die sechzig Minuten hinaus. Nicht nur zur Earth Hour, sondern auch im alltäglichen Leben. Dabei kann jeder mitmachen. Denn: Jeder kann Klima! - so das Motto der achten WWF Earth Hour am 29. März.
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25 neue Wertstoffinseln im gesamten Stadtgebiet aufgestellt
Inseln sammeln alte Elektrokleingeräte, Altkleider und Altglas

25 neue Wertstoffinseln stehen ab sofort im gesamten Stadtgebiet. Wer Altkleider, Altglas oder Elektro-Kleingeräte entsorgen will, kann diese Abfälle nun zur nächst gelegenen Wertstoffinsel bringen. Nach einem erfolgreichen Probelauf im letzten Jahr hat jeder Freiburger Stadtteil – bis auf Hochdorf und Tiengen - die kombinierten Sammelstellen für Wertstoffe erhalten. Die 25 Wertstoffinseln sind inzwischen aufgestellt, sie finden sich an zentralen, gut erreichbaren Stellen oder auf Parkplätzen von Verbrauchermärkten. Die beiden noch fehlenden Wertstoffinseln in Hochdorf und Tiengen werden in den nächsten Wochen aufgestellt.

„Viele Bürgerinnen und Bürger begrüßen das neue Sammelsystem. Wegen eines defekten Bügeleisens fährt niemand zum Recyclinghof, dafür kann man es jetzt zur nahe gelegenen Wertstoff-Sammelstelle bringen,“ erläutert ASF-Geschäftsführer Michael Broglin. In die Container einwerfen lassen sich kleinformatige Elektrogeräte vom Föhn und Toaster bis hin zu größeren Druckern oder DVD-Spielern. Monitore und Flachbildschirme sind kein Fall für die Wertstoffinsel, weil sie beim Einwurf zerbrechen können.

Die ASF garantiert ein hochwertiges Recycling der erfassten Altgeräte. Voraussetzung ist aber, dass sie bei den städtischen Sammelstellen ankommen und nicht auf dem grauen Markt privater Sperrmüllsammler enden. Immer wieder stellt die ASF fest, dass Elektrogeräte aus der Sperrmüllsammlung am Straßenrand ausgeschlachtet

werden. Damit entstehen Umwelt- und finanzielle Schäden, denn die Entsorgung der verstreuten Abfälle müssen alle Haushalte mitbezahlen.

Die neuen Wertstoffcontainer sind einheitlich lackiert und schallgedämmt. An einzelnen Standorten ist ein zusätzlicher Behälter für Altmetall aufgestellt.

Die ASF bittet darum, Altkleider und Schuhe nicht lose, sondern in Kunststoffsäcken mit maximal 60 Liter Volumen in die Container zu geben. Die eingesammelte Kleidung wird sortiert und weiter verwendet oder zu Recyclingfasern verarbeitet.
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Samstags-Forum Regio Freiburg von ECOtrinova e.V. erhält UNESCO-Auszeichnung
Samstags-Forum Regio Freiburg von ECOtrinova e.V. erhält Auszeichnung der Deutschen UNESCO-Kommission zur UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung

Freiburg i.Br. und Regio sĂĽdlicher Oberrhein:

Die Deutsche UNESCO-Kommission hat das Samstags-Forum Regio Freiburg des gemeinnützigen Freiburger Vereins ECOtrinova e.V. als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. Diese Auszeichnung erhalten Initiativen, die das Anliegen dieser weltweiten Bildungsoffensive der Vereinten Nationen vorbildlich umsetzen. Die Verleihung findet statt am 26. März beim UNESCO-Tag 2014 in Stuttgart-Messe, wo der ECOtrinova-Vorsitzende Dr. Georg Löser, Leiter des Samstags-Forums seit Beginn in 2006, die Ehrung entgegen nehmen wird. „Das Samstags-Forum Regio Freiburg ist ein eindruckvolles, erfolgreiches Beispiel für zukunftsfähige Bildung. Das Votum der Jury würdigt das Projekt, weil es verständlich vermittelt, wie Menschen nachhaltig handeln“, so Prof. Dr. Gerhard de Haan, Vorsitzender des Nationalkomitees und der Jury der UN-Dekade in Deutschland.

Das Samstags-Forum Regio Freiburg, eine Gemeinschafts-Serie von ECOtrinova e.V. mit dem Agenda21-Büro Freiburg, Universitäts-Asta, Klimabündnis-Freiburg, dem trinationalen Bürgervereine-Netzwerk Energie-3Regio, ECOtrinova-Mitgliedsvereinen und Weiteren, wendet sich an die Bürgerschaft, Studierende sowie fachlich und kommunal Interessierte aus Stadt und Region Freiburg. Ziel ist die konkrete Bildung zur nachhaltigen Entwicklung eine Green City und Öko-Region. Hauptthemen dieser alternativen „Samstags-Hochschule“ sind erneuerbare Energien, Energieeinsparung, intelligente Energienutzung, Verbraucherschutz, ökologisch, ökonomisch und sozial sinnvolle Entscheidungen hierzu sowie Projektideen für zu Hause, Kommune, Umland oder Universität. Führende Fachleute, Ideengeber und Pioniere berichten in der Universität Freiburg. Vor Ort erläutern anschließend Pioniere und aktive MitbürgerInnen Vorbildobjekte. Die Umweltbürgermeisterin der Stadt Freiburg im Breisgau, Gerda Stuchlik, ist Schirmherrin seit Beginn.

Bis Ende 2013 fanden in der Regel ehrenamtlich rund 140 Vortrags- und Podiumsveranstaltungen sowie über 100 Führungen statt mit rund 13.000 TeilnehmerInnen. Auf der Internetpräsenz bei www.ecotrinova.de stehen an die 250 Vortragsdateien sowie Kurzberichte mit Fotos zur Verfügung. Die 18. Serie des Forums beginnt am 26. April zu Gefahren der Atomenergie und am 10. Mai zur Woche der Sonne.
(2.288 Anschläge)

Ergänzende Details:
Die Besichtigungsobjekte fanden Eingang in den Masterstudiengang des Zentrums für Erneuerbare Energien der Universität und in die vom Land geförderten zweisprachigen „Zwei Sonnen-Energie-Wege im Eurodistrikt“ von ECOtrinova und Partnern. Weitere besondere Folgen erzielte das Samstags-Forum u.a. mit Podien zu Klimaschutzstandards für Neubaugebiete, Bauen und Nachhaltigkeit sowie mit wiederholten Foren zu Blockheizkraftwerken (BHKW) und Bioenergie-Dörfern in der Region. Die Initiative für „1000 Mini-BHKW“ für Klimaschutz und Energiesparen in Freiburger Altbauten wurde vom Gemeinderat und von den Bürgervereinen in Freiburg-Wiehre einhellig aufgegriffen.

Die Deutsche UNESCO-Kommission hat in Deutschland seit 2005 bereits über 1.800 Projekte ausgezeichnet: Außerschulische Träger wie ECOtrinova e.V. organisieren Bildungsangebote rund um das Thema nachhaltige Entwicklung. In Schülerfirmen etwa lernen Kinder, ökonomisch sinnvoll wie umweltverträglich und sozial gerecht zu handeln. Kindergärten und Schulen richten ihr Konzept an den Prinzipien der Bildung für nachhaltige Entwicklung aus, bauen Solaranlagen oder engagieren sich für fairen Handel.. Dies sind nur einige von vielen Beispielen.
UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005-2014)

Nachhaltige Entwicklung funktioniert nur, wenn sich jeder für eine menschenwürdige Gesellschaft einsetzt. Die notwendigen Fähigkeiten dazu vermittelt Bildung für nachhaltige Entwicklung, kurz BNE. Mit der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005-2014) haben sich die Staaten der Vereinten Nationen verpflichtet, diese Art des Lernens in ihren Bildungssystemen zu verankern. Auf Grundlage eines einstimmigen Bundestagsbeschlusses koordiniert die Deutsche UNESCO-Kommission die deutschen Aktivitäten zur UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung". Sie hat ein Nationalkomitee berufen und mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung eine Dekade-Koordinierungsstelle eingerichtet.
Anforderungen an Dekade-Projekte

Eine Jury aus Experten entscheidet über die Auszeichnung der Bildungsprojekte. Voraussetzung ist die Ausrichtung der Arbeit an den Grundsätzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung. So müssen Wissen und Kompetenzen aus den drei Nachhaltigkeits-Dimensionen Wirtschaft, Soziales und Umwelt vermittelt werden. Außerdem ist wichtig: Die Projekte haben einen innovativen Charakter, wirken in die Breite und bemühen sich um die Zusammenarbeit mit anderen Projekten.
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NABU: Containerschiffe mĂĽssen endlich sauber werden
Bessere Abgasbilanz wäre schon für wenige Cent möglich

Berlin/Hamburg – Der NABU hat am heutigen Montag aktuelle Berechnungen vorgestellt, wonach der Warenverkehr auf See schnell und ohne spürbare Konsequenzen für die Wirtschaft und die Konsumenten umweltfreundlicher werden kann. Würden Containerschiffe künftig mit wirksamer Abgastechnik fahren und auf sauberen Treibstoff umstellen, hätte dies bei Konsumartikeln lediglich Teuerungen im Promillebereich zur Folge. Der Preis eines Paars Schuhe würde so gerade einmal um 3 Cent steigen, der eines Druckers um 20 Cent und der eines T-Shirts sogar nur um 0,2 Eurocent.

„Containerschiffe gelten aufgrund ihres hohen Ladevolumens als äußerst effizient. Dass sie deswegen aber auch umweltfreundlich wären, ist ein Mythos“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Die meisten der derzeit eingesetzten Frachter verkehren gänzlich ohne Abgastechnik und verbrennen statt Schiffsdiesel hochgiftiges Schweröl. Die dadurch entstehenden Luftschadstoffe, wie Rußpartikel, Stickoxide und Schwefeldioxid, gefährden die Gesundheit von Menschen, selbst in Hunderten Kilometern Entfernung zur Küste. „Containerschiffe sind in Sachen Luftverschmutzung das klimaschädlichste Transportmittel überhaupt. Pro beförderter Tonne stößt ein Containerschiff mindestens 50-mal so viel Schwefeldioxid aus wie ein moderner Lkw“, so Miller.

Der NABU fordert daher von allen Reedern, endlich effektive Abgasnachbehandlung in alle Schiffe einzubauen und auf Treibstoff mit einem Schwefelgehalt von höchstens 0,005 Prozent umzustellen. Unternehmen, die ihre Waren mit Hochseeschiffen transportieren, müssen nach Ansicht des NABU die Mehrkosten mittragen. Da diese im Promillebereich des Verkaufspreises liegen, sei kaum mit einem Konsumrückgang oder massiven ökonomischen Verlusten zu rechnen. Volkswirtschaftlich rechne sich die Nachrüstung ohnehin. Denn allein durch die Verbesserung der Luftqualität ließen sich Schäden in Milliardenhöhe vermeiden.

Erheblichen Nachholbedarf in Sachen Umweltschutz bei Schiffen sieht auch der international anerkannte Verkehrsexperte Dr. Axel Friedrich. Er ist überzeugt, dass die Technologien zur Abgasnachbehandlung und sauberer Treibstoff ausreichend vorhanden sind. „An Land werden Partikelfilter und Stickoxid-Katalysatoren seit Jahren standardmäßig bei Pkw und Lkw eingesetzt. Für die Seeschifffahrt gibt es nun keine Ausreden mehr. Der ökologische Fußabdruck der Schiffe und der transportierten Produkte kann und muss schnell verbessert werden“, so Friedrich. Zusätzlich müsse auch die Maritime Organisation der Vereinten Nationen (IMO) endlich handeln und weltweit Grenzwerte für Feinstaub und Ruß festlegen sowie entsprechende Emissionskontrollgebiete ausweisen.

Der Anteil der Schifffahrt an der lokalen Schadstoffbelastung ist enorm: Allein den Hamburger Hafen laufen jedes Jahr rund 10.000 Schiffe an. Diese verursachen nach Angaben des Hamburger Senats 38 Prozent der Stickoxid- und 17 Prozent der Feinstaubemissionen in der Hansestadt. „Gerade weil der Hafen mitten in der Stadt liegt, sind die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung in der Pflicht, die Anwohner vor den Gesundheitsrisiken durch Schiffsemissionen zu schützen. Das passiert bisher nur unzureichend. Wir fordern ein Ende des Verschmutzungsprivilegs für Hochseeschiffe“, so Malte Siegert, Umweltexperte des NABU-Landesverbands Hamburg.

Die Emissionen der internationalen Schifffahrt sind nach wissenschaftlichen Untersuchungen für über 50.000 vorzeitige Todesfälle allein in Europa verantwortlich. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat im vergangenen Jahr Rußpartikel als genauso Krebs erregend eingestuft wie Asbest.
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Artenschutz in Deutschland mangelhaft
BUND und NABU legen vergleichende Länderanalyse vor. Größere Anstrengungen zum Erhalt der biologischen Vielfalt gefordert

In keinem von dreizehn untersuchten Bundesländern werden Tiere, Pflanzen und Lebensräume so geschützt, dass der Verlust der Artenvielfalt in Deutschland bis 2020 gestoppt und gefährdete Lebensräume wieder hergestellt werden können. In zehn von 13 Bundesländern wurde weniger als ein Drittel der Naturschutzziele erreicht. Nur in Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen und dem Saarland sehen die Naturschützer erste Fortschritte beim Schutz seltener Arten. Das ist das Ergebnis einer vergleichenden Länderanalyse zum Schutz der biologischen Vielfalt, die der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) veröffentlicht hat.

Die Länder setzten beschlossene Schutzmaßnahmen nur unzureichend um und stellten für den Artenschutz zu wenig Geld bereit, kritisierten die beiden Verbände. Vor allem versagten sie beim Schutz von naturbelassenen Wäldern und bei der Einrichtung neuer, streng geschützter Wildnisgebiete.

Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND: „Es ist ein Armutszeugnis, was die Länder beim Schutz der Artenvielfalt vorweisen können. Es fehlen jegliche Ambitionen, um die selbst gesteckten Ziele beim Erhalt wertvoller Arten und Lebensräume zu erreichen. Positive Ansätze in einzelnen Bundesländern können nicht über den kläglichen Gesamtzustand des Naturschutzes in Deutschland hinwegtäuschen.“

Die Flächenversiegelung durch Industrie- und Verkehrsbauten sowie die industrielle Landwirtschaft schreite weiter voran. Umgepflügt würden sogar bedrohte artenreiche Wiesen und Weiden in Schutzgebieten. Durch den Einsatz von Pestiziden und die damit verbundene Vernichtung von Insekten befänden sich Bienen und Amphibien weiter auf dem Rückzug.

Olaf Tschimpke, NABU-Präsident: „Wir rufen die Länder auf, eine gemeinsame Naturschutzinitiative mit dem Bund zu starten, die echte Fortschritte für die biologische Vielfalt ermöglicht. Der Schutz der Arten und Lebensräume muss ein Kernanliegen der Landesregierungen werden. Erforderlich ist dafür auch eine ausreichende finanzielle Ausstattung. Und bei der Umsetzung der Agrarreform müssen die Länder ihren Widerstand gegen mehr Naturschutz aufgeben.“

Der Artenverlust könne bis 2020 nur gestoppt werden, wenn Schutzmaßnahmen tatsächlich konsequent vor Ort durchgeführt würden. Das bedeute auch, dass das europäische Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 von den Ländern endlich ernst genommen werden müsse. Für alle dafür infrage kommenden Gebiete müssten entsprechende Managementpläne erstellt und umgesetzt werden. Mit Naturschutzdaten und Zahlen über die Finanzmittel müsse außerdem deutlich transparenter umgegangen werden.

Die Umweltverbände hatten die Bundesländer – ausgenommen die Stadtstaaten – dahingehend überprüft, in welchem Umfang diese ihre politisch gesetzten Naturschutzziele bisher erreicht hatten. Zu den Zielen zählen unter anderem, Wildnis auf zwei Prozent und Wälder mit dauerhaft natürlicher Entwicklung auf fünf Prozent der Fläche Deutschlands zuzulassen. Außerdem sollte die ökologische Landwirtschaft von zehn auf 20 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ausgeweitet werden.
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Bienen in Gefahr
GroĂźe Holzbiene / Foto: Wikipedia
 
Bienen in Gefahr
Bienen brauchen ökologische Vielfalt statt Agrarindustrie. Doch die Regierung will jetzt sogar Pestizide und Kunstdünger auf Schutzflächen zulassen. Noch können die Bundesländer dies stoppen. Schon in zwei Wochen entscheiden sie.

In diesen Tagen sollte das Summen der Bienen den Frühling ankündigen. Doch die industrielle Landwirtschaft bedroht das Überleben vieler Bienenvölker. Geschwächt von Monokulturen und Giften sind sie Parasiten schutzlos ausgeliefert. Dies will die EU mit ihrer neuen Agrarpolitik ändern. Sie will Fördermittel daran koppeln, dass Landwirte einen Teil ihrer Felder im Sinne des Artenschutzes bewirtschaften.

Doch die Bundesregierung schießt quer. Geht es nach dem neuen Agrarminister Christian Schmidt dürfen Landwirte auf diesen Flächen künftig Pestizide verwenden und Monokulturen anbauen. Damit hebelt die Regierung die Pläne der EU aus und macht sich zum Helfer von Monsanto, BASF und Co.

Noch können wir die Regierung stoppen: Schon in zwei Wochen beraten die Agrarminister/innen der Länder über den Entwurf der Bundesregierung – und können ihn verändern. Viele von ihnen sind noch unentschieden, ob sie die Pläne der Regierung mittragen wollen. Hier liegt unsere Chance. Wenn sich 100.000 Menschen hinter unseren Appell stellen, möchten wir ihn bei der Agrarministerkonferenz am 3. April 2014 öffentlich übergeben.

Die Pläne der Bundesregierung bringen einen hart erkämpften Erfolg in Gefahr. Ursprünglich hatte die EU-Kommission strengere Regeln für die so genannten ökologischen Schutzflächen vorgeschlagen. Dagegen hat sich die damalige Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner im Frühjahr 2013 in Brüssel gesträubt.

Die konzernfreundliche Haltung der Bundesregierung ist vielen Campact-Aktiven aufgestoßen: Mehr als 200.000 haben damals unseren Appell zur Rettung der Bienen unterstützt. 25.000 Menschen gingen in Berlin unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt!“ auf die Straße – organisiert von einem breiten Bündnis von Initiativen und Verbänden.

Zwar wurden die Pläne der Kommission für eine grünere Landwirtschaft deutlich abgeschwächt. Doch mit unserem gemeinsamen Protest haben wir erreicht, dass die Richtlinie mehr Lebensraum für Biene, Lerche, Hase und andere Tiere schaffen kann. Damit dies nun Wirklichkeit wird, müssen wir erneut aktiv werden.

Laut der neuen EU-Agrarpolitik sollen Landwirte auf fünf Prozent ihrer Fläche die ökologische Vielfalt fördern, wenn sie die vollen Fördermittel erhalten wollen. Bei der Umsetzung in deutsches Recht will die Bundesregierung dieses Ziel nun aushöhlen. Sie möchte Landwirten erlauben, auf Schutzflächen Pestizide und Kunstdünger einzusetzen. Mit Natur und Vielfalt hat eine solche Politik nichts zu tun. Dringend benötigter Lebensraum für Bienen entsteht so nicht.

Die gute Nachricht ist: Mit ihren Plänen muss die Regierung durch den Bundesrat. Viele Länder sind noch unentschieden, ob sie eine Politik im Dienste von Monsanto und Co. mittragen wollen. Das ist unsere Chance! Wenn die Agrarminister/innen jetzt merken, wie ernst wir Bürger/innen den Schutz der Bienen nehmen, werden sie Änderungen in der Verordnung durchsetzen.
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Weniger Wildnis im Wohnzimmer
Deutsche Tier- und Naturschutzverbände fordern Maßnahmen gegen unkontrollierten Wildtierhandel

Zehn Tier- und Naturschutzverbände appellieren an die Bundesregierung, den Handel und die private Haltung von Wildtieren strenger zu reglementieren. In einem gemeinsamen Positionspapier verweisen die Verbände darauf, dass Deutschland in der EU der mit Abstand größte Importeur und Absatzmarkt für lebende Wildtiere ist. Sie fordern, dass keine Wildfänge mehr importiert werden dürfen, damit die Plünderung der Naturbestände für Terrarien und Aquarien aufhört. Für den Heimtiermarkt sollen nur Arten zugelassen werden, die für die Haltung in Privathand geeignet sind. Darüber hinaus kritisieren die Verbände Wildtierbörsen. Ähnliche Ziele sind im Koalitionsvertrag bereits verankert. Die Verbände verlangen nun, dass die Regierung sie zügig umsetzt.

Während es in der EU verboten ist, heimische Wildtiere einzufangen, dürfen Tierbestände in Asien, Afrika und Lateinamerika für den Heimtiermarkt in Deutschland geplündert werden. Hunderttausende wildgefangene Reptilien, Amphibien, Fische und Säugetiere werden in Deutschland legal und ohne Einschränkung verkauft – sogar vom Aussterben bedrohte Arten. „Ein Importverbot für Wildfänge würde das Leben zahlloser Wildtiere retten, die während Fang, Lagerung und Transport sterben – und es würde die Gefahr reduzieren, dass invasive Arten und Krankheitserreger eingeschleppt werden“, betont Magnus Wessel, Leiter Naturschutzpolitik beim BUND. Lars Lachmann, Vogelschutzreferent des NABU, sagt: „Seit 2005 gilt in der EU bereits ein Importverbot für Wildvögel. Dies rettete Millionen Vögeln das Leben – und es bereinigte gleichzeitig den Markt in Europa. Hiesige Vogelzüchter können ihre Nachzuchten verkaufen und müssen nicht mehr mit den Dumpingpreisen für Wildfänge konkurrieren.“

Viele Wildtiere haben besonders hohe Ansprüche an Futter und Klima. „Handel und Haltung sollten auf solche Arten beschränkt werden, die in Privathand dauerhaft und ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten werden können. So würden auch die deutschen Tierheime entlastet, die immer häufiger mit Wildtieren konfrontiert werden“, so Henriette Mackensen vom Deutschen Tierschutzbund. Sie verweist auf die Niederlande und Belgien, wo bereits solche Positivlisten für Säugetiere gelten und für Reptilien vorbereitet werden.

In Deutschland finden hunderte von Börsen für Wildtiere statt – darunter die weltweit größte Reptilienbörse. „Auf diesen Märkten werden Wildtiere unter üblen Bedingungen verramscht. Kommerzielle Händler umgehen dabei die strengeren Auflagen für den Zoofachhandel“, sagt Sandra Altherr von Pro Wildlife. Die Verbände kritisieren den Verkauf von Wildtieren über Börsen und fordern strenge, verbindliche Regeln.

Die Forderungen an die Bundesregierung wurden von den folgenden Organisationen (in alphabetischer Reihenfolge) unterzeichnet: Animal Public, Bund fĂĽr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Bund gegen den Missbrauch der Tiere, Deutscher Tierschutzbund, Menschen fĂĽr Tierrechte, Naturschutzbund Deutschland (NABU), People for the Ethical Treatment of Animals (PETA), Pro Wildlife, The Eurogroup against Birdcrime und Vier Pfoten.
 
 



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