oekoplus - Freiburg
Mittwoch, 21. August 2019
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr
  •  


Verschiedenes

 
NABU zur Abstimmung des EU-Parlamentes zur Verringerung von PlastiktĂŒten
PlastikmĂŒll gehört nicht in die Umwelt

Das Europaparlament hat am heutigen Mittwoch ĂŒber neue Regelungen fĂŒr PlastiktĂŒten in den Mitgliedstaaten entschieden. NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller kommentiert die geplante Änderung der Verpackungsrichtlinie: „Es ist ein wichtiges Signal, dass EU-Kommission und Parlament darin ĂŒbereinstimmen, dass PlastiktĂŒten nicht in die Umwelt gehören und funktionierende Recyclingsysteme nicht die alleinige Lösung fĂŒr immer mehr PlastikmĂŒll sind. Die Probleme fĂŒr Vögel, Fische und Mikroorganismen, gerade in GewĂ€ssern, sind erheblich und Gesundheitsgefahren nicht auszuschließen. Einwegtragetaschen mĂŒssen nicht verwendet werden, sie sind vermeidbar.“

Laut NABU sollten sich die Umweltminister im weiteren EU-Gesetzgebungsverfahren dafĂŒr stark machen, dass auch dickwandige Tragetaschen von den Regelungen erfasst werden, um einen erhöhten Rohstoffverbrauch zu verhindern. Dass nur der Lebensmitteleinzelhandel in die Pflicht genommen wird, TĂŒten kostenpflichtig abzugeben, ist allerdings nicht nachvollziehbar; gerade die Bekleidungs-, Elektro- und KonsumgĂŒterindustrie bringt eine erhebliche Menge von PlastiktĂŒtenmĂŒll in Umlauf.

„Biologisch abbaubare Kunststoffe sind wegen ihrer fehlenden RecyclingfĂ€higkeit auch keine Lösung des PlastiktĂŒtenproblems. Die Bevorteilung dieser bioabbaubaren Kunststoffe durch das EU-Parlament ist deshalb fĂŒr den NABU nicht nachvollziehbar und eher ein Gewinn fĂŒr die Biokunststoffindustrie als fĂŒr die Umwelt. In Deutschland setzt sich der NABU fĂŒr eine Steuer auf Tragetaschen ein. Sie garantiert Lenkungswirkung und Einnahmen fĂŒr den Staat, nicht fĂŒr den Einzelhandel“, so Miller.

Die vorgeschlagenen Änderungen mĂŒssen nun die EU-Umweltminister beraten.
Mehr
 

 
NABU: Intensivierung der Landnutzung bedroht den Feldhasen
Vorbild des Osterhasen leidet unter der ausgerÀumten Agrarlandschaft

Jedes Jahr zu Ostern erfĂ€hrt das Vorbild des Osterhasen, der Feldhase (Lepus europaeus), wiederkehrende PopularitĂ€t. Der massive Verlust an Lebensraum und Nahrungsgrundlage macht ihm jedoch das ganze Jahr ĂŒber schwer zu schaffen und verschĂ€rft zunehmend die GefĂ€hrdung der heimischen BestĂ€nde.

Die Rote Liste gefĂ€hrdeter Arten stuft den Feldhasen bundesweit als „gefĂ€hrdet“ ein, mit einem negativen Endwicklungstrend. Neben einer Reihe natĂŒrlicher Feinde hat vor allem der Mensch den RĂŒckgang des heimischen Hasenbestandes zu verantworten. „Die Intensivierung der Landwirtschaft, der massive Einsatz von DĂŒnger und Pestiziden, der zunehmende Verlust an Lebensraum durch Bebauung und ZerstĂŒckelung der Landschaft sind die Ursachen fĂŒr den schlechten Zustand der heimischen Hasenpopulation“, sagte NABU-Naturschutzexperte Till Hopf. Solange sich an dieser negativen Entwicklung nichts Ă€ndere, werde nicht nur die Nahrungsgrundlage der sympathischen Langohren immer weiter eingeschrĂ€nkt, zudem gingen immer mehr Versteckmöglichkeiten verloren. Darunter leiden vor allem Junghasen, da ihnen in den ausgerĂ€umten Landschaften die Deckung und damit der Schutz vor natĂŒrlichen Feinden fehlen.

Durch die Anlage von BlĂŒhstreifen, Heckenpflanzungen und eine Extensivierung der Landbewirtschaftung könnten Nahrungsangebot und RĂŒckzugsmöglichkeiten deutlich verbessert werden, fordert der NABU. „Neben dem Hasen profitieren von solchen Maßnahmen viele andere heimische Tierarten, darunter bedrohte Wiesenvögel wie Kiebitz und Feldlerche, aber auch Bienen und andere Insekten“, so Hopf.

Die Zunahme von Monokulturen in der Landwirtschaft fĂŒhrt auch beim Feldhasen zur „Landflucht“. Inzwischen ist der grundsĂ€tzlich sehr scheue Feldhase auch in StĂ€dten anzutreffen. Ihn treibt dabei vor allem die Nahrungssuche an. In GroßstĂ€dten liegende BrachflĂ€chen sind teilweise ĂŒber Jahrzehnte ungedĂŒngt und beherbergen daher eine vielfĂ€ltige Flora, die den Hasen eine abwechslungsreiche Nahrung bietet. Diese Entwicklung kann laut NABU jedoch keine Alternative sein. Ein wichtiger Beitrag zum dauerhaften Schutz des „Osterhasen“ ist eine naturvertrĂ€glichere Landwirtschaft.
Mehr
 

 
Hunde mĂŒssen an die Leine
Vermehrt freilaufende Hunde im Naturschutzgebiet Rieselfeld

Umweltschutzamt appelliert zu rĂŒcksichtsvollem Verhalten

Die sonnigen FrĂŒhjahrstage erwecken nicht nur Pflanzen und Tiere zu neuem Leben, sondern locken auch die Menschen wieder verstĂ€rkt in die Natur. Damit aber wĂ€chst gleichzeitig die Gefahr möglicher BeeintrĂ€chtigungen fĂŒr die Natur, selbst in Schutzgebieten.

Ungewöhnlich viele Beschwerden ĂŒber freilaufende Hunde im Naturschutzgebiet Rieselfeld sind in den letzten Wochen beim stĂ€dtischen Umweltschutzamt und bei vielen ehrenamtlich Engagierten eingegangen. Gerade jetzt, zu Beginn der Brut- und Aufzuchtzeit, sollten Hunde in der freien Landschaft grundsĂ€tzlich an der Leine gefĂŒhrt werden, damit vor allem die am Boden brĂŒtenden Vogelarten nicht gefĂ€hrdet werden.

Leider registrieren die im Naturschutzgebiet aktiven Naturschutzwarte, dass derzeit viele Hundehalter und Hundehalterinnen ihren Vierbeinern dort freien Auslauf lassen. Die Naturschutzwarte erlĂ€utern vor Ort, welche Störungen und Gefahren von freilaufenden Hunden fĂŒr die Tierwelt ausgehen, appellieren an die Einsicht der Hundehalter und Hundehalterinnen und weisen sie auf die Rechtslage hin. Als letzte Möglichkeit verbleibt dann die Erstattung einer Anzeige.

Dabei ist die Rechtslage klar. Nach der stĂ€dtischen Polizeiverordnung sind im Naturschutzgebiet „Freiburger Rieselfeld“ Hunde an der Leine zu fĂŒhren. HierĂŒber sowie

ĂŒber weitere Regelungen zur Hundehaltung in Freiburg informiert ein von der Stadt herausgegebenes Faltblatt („Informationen fĂŒr Hundehalter“), das auch an der BĂŒrgerberatung im Rathaus ausliegt.

Nach der Naturschutzgebietsverordnung ist es zudem verboten, die ausgewiesenen Wege zu verlassen. Auch dĂŒrfen die dort lebenden geschĂŒtzten Tierarten wĂ€hrend der Brut- und Aufzuchtzeiten nicht gestört und auch ihre Fortpflanzungs- und RuhestĂ€tten nicht beschĂ€digt werden. Bei VerstĂ¶ĂŸen drohen je nach Vergehen Bußgelder, die sich bei nachgewiesener Zerstörung von BrutstĂ€tten auf bis zu 50.000 Euro belaufen können.

Grundlage fĂŒr diese Verbote sind die in diesem Naturschutzgebiet am Boden und in BodennĂ€he brĂŒtende Vogelarten, so beispielweise Schwarzkehlchen, SumpfrohrsĂ€nger, Girlitz und GartengrasmĂŒcke.

Das Umweltschutzamt als untere Naturschutzbehörde appelliert an alle Hundehalter RĂŒcksicht auf die Tierwelt des Naturschutzgebietes zu nehmen und ihre Hunde an der Leine zu fĂŒhren. Gerade in der Brut- und Aufzuchtzeit von MĂ€rz bis Mitte August wĂ€re es am besten, wenn auf das AusfĂŒhren von Hunden im Naturschutzgebiet gĂ€nzlich verzichtet wĂŒrde. Damit könnten Schwierigkeiten mit der Polizei- und Naturschutzbehörde vermieden werden und gleichzeitig die dortigen Arten geschĂŒtzt werden.
 
 

 UNO & Fukushima: Gefahren fĂŒr Gesundheit und Demokratie
 
UNO & Fukushima: Gefahren fĂŒr Gesundheit und Demokratie
UNO, Fukushima & Tschernobyl: Wie die Atomlobby die IAEO, die UNSCEAR und die Vereinten Nationen manipuliert

"Drei Jahre nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima behauptet eine UN-Unterorganisation, dass durch die Strahlung das Krebsrisiko fĂŒr die Bevölkerung nicht gestiegen ist." Das steht in einem jetzt veröffentlichten Bericht des Komitees der Vereinten Nationen fĂŒr die Folgen von Strahlung (UNSCEAR). In dem rund 300 Seiten umfassenden Abschlussbericht gehen die "Atom-Experten", (die zumeist aus der Atomwirtschaft kommen) davon aus, dass sich die Strahlung kaum auf die Gesundheit von Menschen ausgewirkt hat. Mit dem Bericht versucht die Atomlobby, einen schnellen Schlussstrich unter die Debatte um Fukushima zu ziehen. Dabei ist die Atomkatastrophe von Fukushima noch lange nicht vorbei. Unkritisch und zumeist unhinterfragt wird diese Meldung weltweit verbreitet. Doch wer behauptet, an den Folgen der japanischen Reaktorkatastrophe wĂŒrden "weder Menschen sterben noch vermehrt an Krebs erkranken", der lĂŒgt und schĂ€digt das Ansehen der Vereinten Nationen! Die gezielte Unterwanderung von UN-Organisationen durch Lobbyisten zeigt, dass die Nutzung der Atomkraft nicht nur die Gesundheit sondern auch die Demokratie gefĂ€hrdet.
Mehr
 

 
Ausbau der Rad-Vorrang-Routen: Neue Leuchten fĂŒr den GĂŒterbahnradweg
Wegen der Arbeiten werden Radler seit 3. April umgeleitet

Licht an: Das Garten- und Tiefbauamt (GuT) stattet den GĂŒterbahnradweg zwischen Sundgauallee und Breisacher Straße mit neuen Leuchten aus. Deshalb wird der Weg seit Donnerstag, 3. April, bis voraussichtlich Anfang Mai in zwei Abschnitten gesperrt. Umleitungen sind ausgeschildert. Das GuT empfiehlt den Radlerinnen und Radlern, die Baustelle großrĂ€umig zu umfahren.

Die Arbeiten am ersten Abschnitt zwischen Sundgauallee und Lehener Straße finden ab kommenden Donnerstag bis Ostern statt. Radfahrer, die in Richtung Nord unterwegs sind, leitet das GuT ĂŒber den Runzmattenweg um. In Richtung SĂŒd geht die Umleitung ĂŒber die Sundgauallee. Nach Ostern bis Anfang Mai ist dann der zweite Abschnitt von der Lehner Straße bis zur Breisacher Straße gesperrt. Hier fĂŒhrt die Umleitung in beiden Richtungen ĂŒber die Fehrenbachallee. An der Breisacher Straße wird die bestehende Rad-Umleitung wegen der gesperrten GĂŒterbahnbrĂŒcke ebenfalls verlagert.

Die Zeiten können sich witterungsbeding leicht verschieben. Damit möglichst wenig Radfahrende betroffen sind, hat das GuT die Arbeiten soweit möglich in die vorlesungsfreie Zeit und die Osterferien gelegt. Die Kosten in Höhe von rund 70.000 Euro trÀgt die Stadt.

Der Wunsch, den GĂŒterbahnradweg durchgĂ€ngig zu beleuchten, kommt seit Jahren aus der BĂŒrgerschaft. Von der Basler Landstraße in St. Georgen durch Weingarten, Betzenhausen und StĂŒhlinger bis zur Sundgauallee stehen bereits Leuchten. Nun

sorgt das GuT auch auf dem letzten Abschnitt fĂŒr Beleuchtung. Davon profitieren vor allem die BeschĂ€ftigten der angrenzenden Uniklinik, die den Radweg wegen der Schichtdienste oft bei Dunkelheit nutzen. Doch auch fĂŒr viele andere Radler und FußgĂ€nger wird der Weg durch die Beleuchtung nun attraktiver und vor allem sicherer: Hindernisse und andere Personen sind jetzt schneller und unabhĂ€ngig von der eigenen Beleuchtung sichtbar.

Neue Leuchten und damit mehr Sicherheit gibt es auch an zwei unĂŒbersichtlichen Stellen am Dreisamuferradweg: An der Kreuzung mit dem GĂŒterbahnradweg und unter dem Luisensteg.

Der GĂŒterbahnradweg zĂ€hlt zu den Rad-Vorrang-Routen. Er verlĂ€uft von Nord nach SĂŒd quer durch Freiburg und verbindet die westlichen Stadtteile ZĂ€hringen, BrĂŒhl-Beurbarung, StĂŒhlinger, Weingarten, Haslach und St. Georgen. An der Trasse liegen hĂ€ufig angefahrene Ziele wie das Industriegebiet Nord, das wachsende Dienstleistungszentrum am GĂŒterbahnhof-Nord, die Messe, die Technische FakultĂ€t der UniversitĂ€t, das Uniklinikum, das Behörden-Areal mit RegierungsprĂ€sidium, Arbeitsamt und Technischem Rathaus sowie die Gewerbeschulen. SĂŒdlich liegt das große Gewerbegebiet Haid. Der GĂŒterbahnradweg wird seit vielen Jahren konsequent ausgebaut. Mit Hilfe von Landesmitteln fĂŒr das Rad-Vorrang-Netz wurden hier zuletzt die BrĂŒcke ĂŒber die Ferdinand-Weiß-Straße und der Durchstich unter dem Unteren MĂŒhlenweg gebaut. Als nĂ€chstes ist auf dieser Route der Durchstich unter der Opfinger Straße geplant, der ein weiteres Nadelöhr beseitigt.
 
 

 
NABU: IPCC-Bericht zeigt, wie ErderwÀrmung noch gebremst werden kann
Countdown fĂŒr entschlosseneres Handeln lĂ€uft

AnlĂ€sslich der fĂŒr kommenden Sonntag in Berlin geplanten Veröffentlichung des dritten Teilberichts des Weltklimarats IPCC fordert der NABU von der Bundesregierung und der internationalen Staatengemeinschaft ein entschlosseneres Handeln gegen die ErderwĂ€rmung. „Der Countdown, die globale ErwĂ€rmung auf zwei Grad zu begrenzen, lĂ€uft“, warnte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. Die nĂ€chsten 15 Jahre mĂŒssen laut IPCC genutzt werden, den Schwenk hin zu einer CO2-armen Wirtschaft zu vollziehen. Ansonsten drohe ein noch höherer Temperaturanstieg mit unabsehbaren Folgen.

Aus NABU-Sicht kann das Ruder nur herumgerissen werden, wenn die Menschheit und allen voran die Industriestaaten ihren Hunger nach Energie und Rohstoffen bĂ€ndigen. „Wir haben es in der Hand, unsere Infrastruktur bereits heute an die BedĂŒrfnisse von morgen anzupassen“, sagte Tschimpke. Durch bedarfsgerechte Investitionen in den Klimaschutz, bei denen erneuerbare Energien und ein geringerer Ressourcenverbrauch im Mittelpunkt stehen, sĂ€nken zudem die Anpassungskosten an den Klimawandel. „Der Einsatz von Risikotechnologien zur Rettung des Klimas, wie Atomkraft, Geo-Engineering oder die Abscheidung und unterirdische Lagerung von CO2 (CCS) sollte von vornherein durch konsequenten und naturvertrĂ€glichen Klimaschutz ausgeschlossen werden.“

Der IPCC sieht hingegen große Klimaschutzpotenziale in der Stadtentwicklung. Auch der NABU sieht große Potentiale im aktiven Stadtnaturschutz, da dies angesichts der weltweiten VerstĂ€dterung immer bedeutender werde. „Gerade in StĂ€dten bietet die Natur zahlreiche Klimaschutzfunktionen“, sagte NABU-Klimaexpertin Tina Mieritz. So sorge urbanes GrĂŒn fĂŒr AbkĂŒhlung in Ballungszentren, begĂŒnstige die Frischluftentstehung und reduziere den Hitzestress im Sommer, wĂ€hrend es bei StarkniederschlĂ€gen dazu beitrage, Regenwasser zurĂŒckzuhalten und wieder zu verdunsten.

Aus NABU-Sicht zeigt der IPCC-Bericht unmissverstĂ€ndlich, dass sich die LĂ€nder einigen mĂŒssen, mit welchen politischen, technologischen und wirtschaftlichen Maßnahmen dem Klimawandel begegnet werden soll. Daher mĂŒssten gerade von Deutschland und der EU neue Impulse fĂŒr ein weltweit geltendes Weltklimaabkommen ausgehen. Dieses soll 2014 im peruanischen Lima auf den Weg gebracht und 2015 in Paris beschlossen werden. Sollte der Umschwung in den kommenden 15 Jahren zu einer klimafreundlichen Wirtschaft nicht gelingen, sei die Begrenzung der ErderwĂ€rmung auf zwei Grad so gut wie aussichtslos, so Mieritz.
Mehr
 

 
Handel soll alte ElektrogerĂ€te zurĂŒcknehmen
vzbv fordert umfassende Information ĂŒber neues Abgabesystem

FĂŒr Verbraucherinnen und Verbraucher soll es einfacher werden, alte ElektrogerĂ€te abzugeben. Nach PlĂ€nen des Bundesumweltministeriums soll der Handel kĂŒnftig ausgediente GerĂ€te entgegennehmen. Auf diese Weise könnten die Sammelmenge erhöht und die RĂŒckgewinnung von Rohstoffen verbessert werden – wenn Verbraucher ausreichend informiert sind. Dass das Interesse an einer RĂŒckgabe im Handel groß ist, zeigt eine reprĂ€sentative Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv).

TNS Emnid ermittelte im Dezember 2013, dass 46 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher AltgerĂ€te in den Handel zurĂŒckbringen wĂŒrden, wenn dies ohne Kauf eines NeugerĂ€tes möglich wĂ€re. Weitere zwölf Prozent wĂŒrden dies auch tun, wenn sie dafĂŒr ein neues GerĂ€t kaufen mĂŒssten. Insgesamt sprechen sich damit rund 60 Prozent der Verbraucher fĂŒr die RĂŒckgabe im Handel aus – und ziehen sie dem Wertstoffhof (39 Prozent) vor.

Das Bundesumweltministerium sieht in seinem Entwurf zur Neuordnung des Elektro- und ElektronikgerĂ€tegesetzes (ElektroG) vor, dass die AltgerĂ€te in Zukunft nicht nur auf Wertstoffhöfen, sondern auch in GeschĂ€ften abgegeben werden können, die mit Elektro- und ElektronikgerĂ€ten handeln. Demnach muss jeder Vertreiber, also auch der Online-Handel, beim Kauf eines vergleichbaren GerĂ€tes das AltgerĂ€t kostenlos zurĂŒcknehmen. Zudem können alle Elektro- und ElektronikkleingerĂ€te mit einer KantenlĂ€nge von bis zu 25 Zentimetern in grĂ¶ĂŸeren GeschĂ€ften mit mehr als 400 Quadratmetern VerkaufsflĂ€che fĂŒr Elektro- und ElektronikgerĂ€te kostenlos ohne Neukauf abgegeben werden.

Verbraucherinformation sicherstellen

„Die RĂŒckgabe beim Handel erleichtert das Sammeln alter GerĂ€te. Allerdings sind die Bedingungen fĂŒr die Abgabe kompliziert. Damit diese Möglichkeit tatsĂ€chlich genutzt wird, ist eine umfassende Information der Verbraucher nötig“, sagt Holger Krawinkel, Leiter des GeschĂ€ftsbereichs Verbraucherpolitik beim vzbv.

Der vzbv fordert ein konzertiertes Informationsangebot, das vom Umweltbundesamt koordiniert werden soll. Es solle nicht nur ĂŒber die RĂŒckgabemöglichkeiten, sondern auch ĂŒber mögliche Gefahrenstoffe in den GerĂ€ten, ĂŒber das Löschen persönlicher Daten und auch ĂŒber den Nutzen der getrennten Sammlung und Verwertung der AltgerĂ€te aufklĂ€ren.

Elektro-Abfall nimmt zu

Dass Elektro- und ElektronikaltgerĂ€te getrennt vom RestmĂŒll gesammelt und verwertet werden, ist aufgrund der Schadstoffe in den GerĂ€ten wie Schwermetallen, Quecksilber, Blei, Cadmium und Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) wichtig. Bei einer nicht sachgemĂ€ĂŸen Entsorgung können diese unkontrolliert in die Umwelt gelangen. Das birgt Risiken fĂŒr Menschen und Umwelt. Die Elektro- und ElektronikaltgerĂ€te sind zudem der Abfallstrom, der am schnellsten wĂ€chst. Nicht nur die Anzahl der GerĂ€te im Haushalt steigt, auch die Austauschzyklen sind bei einigen GerĂ€ten wesentlich kĂŒrzer als frĂŒher. In fast allen Elektro- und ElektronikgerĂ€ten sind darĂŒber hinaus viele Wertstoffe wie Kupfer, Edelmetalle oder Seltene Erden enthalten, die durch Recycling wiedergewonnen und der Industrie als SekundĂ€rrohstoffe zur VerfĂŒgung gestellt werden können.

Der vzbv fordert, dass sowohl das Entsorgungskonzept als auch die ReparaturfĂ€higkeit, ModularitĂ€t sowie NachrĂŒstbarkeit von Elektro- und ElektronikgerĂ€ten stĂ€rker berĂŒcksichtigt werden. Insbesondere Batterien und Akkus sollen nicht mehr festeingebaut werden. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sie selbst austauschen können. So könnte der Abfall von Elektro- und ElektronikaltgerĂ€te samt der negativen Auswirkungen reduziert werden.
Mehr
 

 
Bahnkunden sollen Energiewende doppelt schultern
EEG-Novelle: Kritik von Allianz pro Schiene, EVG, VDV und vzbv

Die PlĂ€ne von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), die Schienenbahnen stĂ€rker mit der EEG-Umlage zu belasten, stoßen auf wachsenden Widerstand bei VerbraucherschĂŒtzern und Schienenbranche: Eine breite Koalition aus dem politischen VerkehrsbĂŒndnis Allianz pro Schiene, der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) wirft Gabriel vor, den Sinn der Energiewende im Verkehr auf den Kopf gestellt zu haben. FahrgĂ€ste elektrischer Bahnen wĂŒrden im Vergleich zu Autofahrern finanziell bestraft, GĂŒtertransporte von der Schiene auf die Straße wandern, warnte das BĂŒndnis auf einer Pressekonferenz am Mittwoch in Berlin.

Nach dem Entwurf zur EEG-Novelle aus dem Hause Gabriel, der in der kommenden Woche dem Kabinett vorgelegt werden soll, mĂŒssen sich kĂŒnftig Personen- und GĂŒterbahnen sowie die Betreiber von Straßen- und U-Bahnen noch stĂ€rker an den Kosten der Energiewende beteiligen. Die bisherigen Regelungen zur Begrenzung der EEG-Umlage fĂŒr Schienenbahnen sollen deutlich eingeschrĂ€nkt werden. 2015 soll die Umlage fĂŒr die Bahnen auf 15 Prozent steigen, ein Jahr spĂ€ter auf 20 Prozent, 2017 dann auf 25 Prozent und 2018 schließlich auf 30 Prozent. FĂŒr viele Bahnen entstĂŒnden durch eine derartige Neuregelung Mehrkosten in Millionenhöhe, die nach EinschĂ€tzung von Allianz pro Schiene, EVG, VDV und vzbv auf die Preise umgelegt werden.

Dirk Flege, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Allianz pro Schiene: „Wer umweltfreundlich seine GĂŒter mit der Eisenbahn transportieren lĂ€sst, muss mit empfindlichen PreisaufschlĂ€gen rechnen, weshalb GĂŒter vermehrt auf die Straße wandern werden. Schon heute fördert der elektrische Schienenverkehr die Energiewende ĂŒber die EEG-Umlage mit rund 150 Millionen Euro pro Jahr. Straßen-, Luftverkehr und die Binnenschifffahrt beteiligen sich an dieser Finanzierung der Energiewende nicht. Wir sind ĂŒber die PlĂ€ne zur Neuregelung entsetzt und fordern vom Bundeswirtschaftsministerium, auf eine Mehrbelastung der Schienenbahnen zu verzichten. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz soll die Energiewende doch voranbringen. Stattdessen wird die Energiewende im Verkehr torpediert.“

Holger Krawinkel, Leiter des GeschĂ€ftsbereichs Verbraucherpolitik beim vzbv: „Aus Verbrauchersicht ist es ungerecht, die Bahnen eine höhere Umlage zahlen zu lassen. Als Stromkunden sparen Privathaushalte wenig, als FahrgĂ€ste im öffentlichen Verkehr werden sie doppelt und dreifach zur Kasse gebeten. Die VorschlĂ€ge sind derart unausgewogen, dass sie die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung gefĂ€hrden. Die große Koalition darf die gesellschaftliche Herausforderung Energiewende nicht einseitig zu Lasten von Verbraucherinnen und Verbrauchern lösen
Sigrid Evelyn Nikutta, Vorsitzende des VDV-Ost und Vorstandsvorsitzende/Vorstand Betrieb bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG): „Die EEG-Belastung wird nicht nur Bahnreisende im Fernverkehr treffen, sondern auch massive Konsequenzen fĂŒr die stĂ€dtischen Schienenbahnen und unsere FahrgĂ€ste haben. Wir rechnen mit einer Mehrbelastung von 150 Millionen Euro fĂŒr die Branche bis 2018. Die Zeche dafĂŒr mĂŒssten letztlich auch unsere Kunden ĂŒber höhere Ticketpreise zahlen. Die Absenkung des Schwellenwertes auf drei Gigawattstunden pro Jahr geht schon in die richtige Richtung, benachteiligt aber immer noch einige kleinere Schienenbahnen. Es kann nicht von der Verbrauchsmenge des Verkehrsunternehmens abhĂ€ngen, ob sein Fahrstrom von der EEG-Umlage befreit wird. Denn elektrischer Schienenverkehr ist immer ökologisch und darf deshalb im Wettbewerb zu anderen VerkehrstrĂ€gern nicht benachteiligt werden.“

Alexander Kirchner, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG): „Die neue Bundesregierung enttĂ€uscht in der Frage des EEG. Statt die Schienenbahnen zu stĂ€rken, werden diese durch völlig ĂŒberzogene Mehrbelastungen weiter deutlich benachteiligt. In der Folge wird die Schiene zunehmend an WettbewerbsfĂ€higkeit gegenĂŒber den ĂŒbrigen VerkehrstrĂ€gern verlieren. Negative Auswirkungen hat dies insbesondere fĂŒr den Bereich des SchienengĂŒterverkehrs. Mit jedem Cent mehr, mit dem die GĂŒterbahnen belastet werden, steigen die CO2 Emission im Verkehr weiter an. Das ist keine nachhaltige Verkehrspolitik und das Gegenteil von dem, was im Koalitionsvertrag dieser Bundesregierung steht.“
Mehr
 



Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 
24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 
47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 
70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 
93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 
116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 
139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 
162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 
185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 
208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 
231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 
254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 
277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 
300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 
323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 
346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 
369 370 371 372 373 


Copyright 2010 - 2019 Benjamin Jäger