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Samstag, 16. Februar 2019
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Verschiedenes

 
Ausstellung „Klimaschutz konkret“
vom Mittwoch, den 12. bis 26. MĂ€rz 2014 im Sparkassen-FinanzZentrum in Freiburg,
Meckel-Halle, Kaiser-Joseph-Str. 186-190

Das Langzeitprojekt „Klimaschutz konkret“ wurde von der Innovation Academy
e.V. aus Freiburg im Jahr 2012 initiiert. Am Projekt sind die drei Freiburger Gymnasien
mit jeweils einer 10. Klasse beteiligt: Kepler, St. Ursula und Wentzinger.

"Klimaschutz konkret" wendet sich in erster Linie an die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler,
bezieht aber deren Familienhaushalte bei der Bearbeitung der folgenden
Themen mit ein: ElektrizitÀt-erneuerbare Energien, Heizung- Warmwasser,
HaushaltsmĂŒll, Konsum-Lebensmittel und MobilitĂ€t.
Innovation Academy unterstĂŒtzte als außerschulischer Partner die beteiligten
LehrkrĂ€fte mit einem pĂ€dagogischen Handbuch, fĂŒhrte mit den Klassen themenspezifische
Exkursionen durch und begleitete die SchĂŒlerprojekte.

Mit dem Projekt „Klimaschutz konkret“ soll erstmals getestet werden, ob sich
durch pÀdagogische Impulse VerhaltensÀnderungen in Form von konkreten CO2-
Reduktionen in den Elternhaushalten nachweisen lassen. Dazu werden der Verbrauch
fĂŒr Heizung, Warmwasser, Strom und die gefahrenen Autokilometer ĂŒber
einen Zeitraum von zwei Jahren erfasst und ausgewertet.

Zudem ist „Klimaschutz konkret“ als Wettbewerb konzipiert. Die Klasse mit den
grĂ¶ĂŸten nachgewiesenen CO2-Reduktionen in den Elternhaushalten und den besten
Ausstellungsprojekten erhĂ€lt den 1. Preis, der mit 600€ dotiert ist. Die Jury
fĂŒr die Ausstellung besteht aus den Besuchern, die per Fragebogen die einzelnen
Projekte bewerten.

Die Ausstellung ist wĂ€hrend der Öffnungszeiten der Sparkasse vom 12. MĂ€rz bis
zum 26. MÀrz 2014 geöffnet.

„Klimaschutz konkret“ wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt(DBU) und
das Landesumweltministerium Baden-WĂŒrttemberg und zahlreiche Sponsoren
aus der regionalen Wirtschaft gefördert.

Der Leiter des Umweltschutzamtes Dr. Dieter Wörner unterstĂŒtzt in Vertretung
der UmweltbĂŒrgermeisterin und Schirmherrin Gerda Stuchlik die Veranstaltung
mit einem Grußwort.
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ELZ: Fluss oder Kanal?
Foto: BUND
 
ELZ: Fluss oder Kanal?
Da wir uns mehr auf Autobahnen statt an FlĂŒssen aufhalten, glauben viele Menschen ein Fluss mĂŒsste wie eine Autobahn aussehen.

Die Elz ist das wichtigste und bekannteste GewÀsser
im Landkreis Emmendingen. Im Oberlauf noch recht naturnah, bekommt sie schon im mittleren Elztal einen ausgeprÀgten ""Kanalcharakter".

Die Elz entspringt nördlich von Furtwangen
im Gebiet des Brend und des Rohrhardsbergs (zwischen dem FurtwĂ€nglehof und dem Kolmenhof) unweit der als Donauquelle geltenden Breg-Quelle. Im Oberlauf fließt die Elz in nördliche Richtung, zunĂ€chst noch relativ natĂŒrlich durch ein schönes Hochtal mit Wiesen, Mooren, durch eine von eiszeitlichen Gletschern geformte Landschaft. SpĂ€ter kommen nach einer Steilstufe die kleinen ElzfĂ€lle und sie fließt durch ein tiefes, wenig besiedeltes Waldtal.


Ab Prechtal fließt die Elz Richtung SĂŒdwesten
Hier beginnt das mittlere Elztal, wo die begradigte, kanalisierte Elz dann durch die Stadt Elzach und die Orte Winden und Gutach fließt. Dort mĂŒndet einer der schönsten BĂ€che des Schwarzwaldes, die wesentlich stĂ€rker Wasser fĂŒhrende Wilde Gutach in den Elzkanal. Unterhalb der Stadt Waldkirch tritt die Elz bei Denzlingen in die Freiburger Bucht der Oberrheinebene aus. Danach passiert sie Emmendingen und Teningen und fließt in nordwestliche Richtung. Bei Riegel am Kaiserstuhl treffen die Elz, die aus Freiburg im Breisgau kommende Dreisam, die Alte Dreisam, die Glotter, der Feuerbach und andere KleingewĂ€sser aufeinander. In der Engstelle zwischen Kaiserstuhl und der Vorbergzone des Schwarzwaldes laufen nicht nur viele GewĂ€sser, sondern auch die Grundwasserströme zusammen.

In frĂŒheren Jahrhunderten
floss unterhalb von Riegel die die nicht ausgebaute Elz bei Hochwasser breitflĂ€chig und weit mĂ€andernd dem Rhein zu. Heute gabelt sich die Elz unter der zweiten Riegler BrĂŒcke wieder auf: Ein kleiner Teil der Wassermenge fließt, gesteuert durch ein Wehr, ĂŒber die Alte Elz durch den Europapark Rust zur MĂŒndung in den Rhein bei Allmannsweier. Die Restwassermenge und HochwĂ€sser werden durch den Leopoldskanal nordwestlich von Rheinhausen in den Rhein geleitet.

Die in Riegel abzweigende Alte Elz
teilt sich in Rust in die GewĂ€sser Blinde Elz und Alte Elz auf. Die Blinde Elz wird mit dem Wasser aus dem Altrhein zum Taubergießen. Unterhalb der Ortschaft Kappel vereinigen sich Alte Elz und Taubergießen wieder und fließt nach wenigen Kilometern in den durchgehenden Altrheinzug, der das bei Breisach entnommene Rheinwasser bis Kehl-Goldscheuer leitet.

Die WasserqualitÀt der Elz
hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verbessert. Hier zeigen sich die Erfolge der Umweltbewegung und die positiven Folgen jahrzehntelanger Konflikte fĂŒr Wasserreinhaltung und KlĂ€ranlagen. Nachdem sich die WasserqualitĂ€t der Elz stark verbessert hat, muss es jetzt darum gehen, aus der naturfernen, begradigten Elz wieder ein einigermaßen natĂŒrliches GewĂ€sser zu machen. Mit Ausgleichsgeldern der Bahn werden erste Projekte zur Renaturierung begonnen, bei denen sich eines zeigt: Es ist wesentlich einfacher, einen Fluss zu denaturieren, zu begradigen und zu zerstören, als diesen Prozess wieder umzukehren. Hier hat die Umweltbewegung noch viel zu tun.

Elz & Lachs?
Die Elz war in frĂŒheren Jahrhunderten ein wichtiges LachsgewĂ€sser in dem der Lachs aus der Nordsee kommend aufstieg und ablaichte. Die schlechter werdende WasserqualitĂ€t und ein unpassierbares Wehr bei Waldkirch-Kollnau schrĂ€nkte den Lachsaufstieg dann ein. Im Jahr 1958 gab es den letzten historischen Lachsnachweis aus dem Elz-Dreisam-System und der letzte Lachs in der Elz wurde 1958 unterhalb des Wassemer Wehrs gefangen. Noch im Winterhalbjahr 1955/56 wurden aus diesem Gebiet fast 50 gefangene Lachse gemeldet. Neben dem Lachs traten im Elz-Dreisam-System nach heutiger Kenntnis insgesamt 34 weitere Fisch- und Neunaugenarten auf. In den historischen Quellen werden auch weitere Wanderfische wie Meerforelle, Maifisch, Fluss- und Meerneunauge genannt. Im Jahr 2005 wurden bei Waldkirch Junglachse in die Elz eingesetzt. Das war ein erster Schritt zur Wiederansiedelung des Atlantischen Lachses. Da die FlĂŒsse durch den Druck der Umweltbewegung wieder sauberer sind und manche Flusshindernisse weggerĂ€umt wurden, gabÂŽs im Jahr 2005 den ersten Lachslaichfund in der Kinzig und im Jahr 2006 hat nach ĂŒber 100 Jahren der erste Lachs auch wieder in der Murg gelaicht. Dies waren allerdings mutige "Schleusentaucher" denn die französische EDF hat unglaublicherweise immer noch nicht alle Rheinkraftwerke mit Fischtreppen versehen. Hier versuchen Aktive der Umweltbewegung und der BUND gemeinsam mit französischen Initiativen den Druck zu erhöhen. Wer den Lachs in der Elz wieder willkommen heißen will muss sich fĂŒr die WasserqualitĂ€t und vor allem fĂŒr die Renaturierung und DammrĂŒckverlegung einsetzen.

Elz, Dreisam, Glotter, Kinzig, Rench, Kinzig, Schutter...
verbinden Schwarzwald und Rhein. BĂ€che und FlĂŒsse sind immer auch ein StĂŒck Heimat.

Doch in der Vergangenheit
wurden die meisten Mittel- und UnterlĂ€ufe der BĂ€che und FlĂŒsse am Oberrhein zu geradegestreckten, kanalisierten, trostlosen, naturfernen KanĂ€len umgebaut. Erstaunlich viele Menschen halten solche KanĂ€le immer noch fĂŒr "Natur". Die großen ökologischen KĂ€mpfe und Konflikte um saubere GewĂ€sser waren ein wichtiger Erfolg fĂŒr den BUND und die Umweltbewegung. Jetzt sollten die landschaftsprĂ€genden GewĂ€sser unserer Heimat in SĂŒdbaden durch geeignete Maßnahmen, insbesondere durch DammrĂŒckverlegungen, ökologisch aufgewertet, renaturiert und zu grĂŒnen BĂ€ndern werden, die Rheinauen und Schwarzwald natĂŒrlich verbinden. Ein naturnaher Bach mit Badestellen und Naturreservaten ist immer auch ein großes StĂŒck LebensqualitĂ€t.

Renaturierung und DammrĂŒckverlegung
nutzen nicht nur der Natur und dem Lachs, sondern auch dem Menschen. Die Kanalisierung der BĂ€che und FlĂŒsse im Schwarzwald verschĂ€rft rheinabwĂ€rts die Hochwassersituation. Durch eine beschleunigte Renaturierung der RheinzuflĂŒsse, auch im Rahmen des wichtigen IRP (Integriertes Rheinprogramm), könnten zusĂ€tzliche Möglichkeiten zur HochwasserrĂŒckhaltung geschaffen werden. Doch Hochwasserschutz ist Menschenschutz und darf nicht nur am Rhein betrieben werden.

Überall wo Wehre die BĂ€che versperren,
mĂŒssen diese wieder durchlĂ€ssig fĂŒr Fische und Kleinlebewesen gemacht werden. Hier muss es zu Kompromissen zwischen Naturschutz, Tierschutz und sauberer Energiegewinnung kommen. Fortschritte sind durchaus erkennbar. Auch hier ist der Fortschritt immer kritisch zu ĂŒberprĂŒfen. Raue Rampen machen die BĂ€che durchlĂ€ssiger. Gleichzeitig waren die tiefen, wasser- und sauerstoffreichen Gumpen unterhalb der alten Wehre gerade in sommerlichen Trockenphasen ideale RĂŒckzugsgebiete fĂŒr viele Fische.

GrĂŒne BĂ€nder,
das heißt breite, naturnahe Korridore an Elz, Dreisam, Glotter, Kinzig, Rench, Kinzig und Schutter, teilweise mit Auecharakter, zwischen Schwarzwald und Rheinaue sollten als Ziel angestrebt werden, gerade um der zunehmenden Landschaftszerschneidung durch neue Verkehrsprojekte am Oberrhein (Bahnausbau) entgegenzuwirken. Dort wo an wenigen Stellen renaturiert wird, erleben wir manchmal extrem teure und teilweise unnötige Ingenieurbiologie und nicht die notwendigen und kostengĂŒnstigen DammrĂŒckverlegungen, die politisch schwerer durchsetzbar sind. Wenn es um FlĂ€chen geht mauert die Landwirtschaft, die den Oberrhein gerade in eine Maissteppe verwandelt.

Nicht teure Ingenieurbiologie,
sondern große zusammenhĂ€ngende FlĂ€chen in BachnĂ€he werden gebraucht. Dazu gehört auch die WiedervernĂ€ssung von Wiesen in FlussnĂ€he als Maßnahme fĂŒr einen wirklichen Biotopverbund. Es sollte geprĂŒft werden, wie mit dem geringsten finanziellen Aufwand der grĂ¶ĂŸtmögliche Effekt fĂŒr Mensch, Natur, Hochwasserschutz, Umwelt und auch fĂŒr den Lachs erzielt werden könnte.


Elz
gradgschdregdi
kanalisierdi
izwÀngdi
zwische de Damme
draimsch vu
Kehre
Welle
Insle

Elz
gradgschdregdi
kanalisierdi
izwÀngdi
zwische de Damme
draimsch vu
Lachs
Forelle
Biber
vum Rhie vum Meer

was solle mer mache
wenn dini Kraft nimi langd
wenn kei gross Wasser
meh kunnd
wenn under
dinem pflaschderde Ufer
kei Schdrand meh liegd
wenn unseri eigene Draim
gradgschdregd
kanalisierd
izwÀngd
zwische de Damme liege
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Autor: Axel Mayer, BUND GeschĂ€ftsfĂŒhrer

 
"Der letzte Mensch von Fukushima" in Weisweil
Zum dritten Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Fukushima
besucht Naoto Matsumura am Sonntag, den 16. MĂ€rz 2014 Wyhl
und das Archiv der Badisch-ElsĂ€ssischen BĂŒrgerinitiativen
im Rathaus von Weisweil.
Gegen 10.30 Uhr wird Naoto Matsumura mit dem Sprecher der
Badisch-ElsĂ€ssischen BĂŒrgerinitiativen in Weisweil eintreffen.

Naoto Matsumura ist der letzte Einwohner von Tomioka nahe von
Fukushima. Er blieb in seinem Wohnort und kĂŒmmert sich um die
zurĂŒckgelassenen Tiere, welche ihm so viel wert sind,wie Menschen.

Naoto Matsumura und sein Freund Ren Yabuki, ein engagierter
TierschĂŒtzer, wurden von den französischen UmweltverbĂ€nden
CSFR, Stop Fessenheim, Greenpeace Strasbourg und Van nach
Europa eingeladen, um das unverantwortliche Verhalten des
japanischen ElektrizitÀtskonzerns Tepco offenkundig zu machen.

Am Sonntagnachmittag wird Naoto Matsumura im Rahmen des
Japanischen Kulturtages um 14.45 Uhr in der Volkshochschule
Freiburg, Rotteckring 12 einen öffentlichen Vortrag mit
Bildern halten: "Der letzte Bauer von Fukushima".
 
 

 
Förderpreis der Heidelberger „Stiftung Klimaschutz +“ fĂŒr ECOtrinova e.V.
Der regional und lokal tĂ€tige Freiburger Umweltschutzverein ECOtrinova e.V. erhielt dieser Tage den aktuellen Förderpreis der Heidelberger „Stiftung Klimaschutz +“ auf Vorschlag des Teams der Energieagentur Regio Freiburg. UnterstĂŒtzt wird speziell das Samstags-Forum Regio Freiburg fĂŒr Energie-Klima-Umwelt, das seit 2006 von ECOtrinova organisiert und geleitet wird, dies ĂŒberwiegend ehrenamtlich in Zusammenarbeit mit einer Reihe von Vereinen der BĂŒrgerschaft und Institutionen wie dem Asta der UniversitĂ€t und dem Agenda 21 BĂŒro Freiburg, so der Vereinsvorsitzende Dr. Georg Löser. Das Forum wird mit der 18. Veranstaltungsserie vom 26.4. bis 11./12.7. 2014 unter Schirmherrschaft der Freiburger UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik fortgesetzt mit Vortragsaktionen in der UniversitĂ€t und FĂŒhrungen zu Vorbildobjekten in Freiburg und Region. Das aktuelle Programm ist ersichtlich bei www.ecotrinova.de.

Die Stiftung Klimaschutz + hat sich zum Ziel gesetzt, das Klima zu schĂŒtzen und Initiativen zu fördern. Jeder, der in den dortigen Stiftungstopf der Energieagentur Regio Freiburg einzahlt, kann mit entscheiden, welche regionale Initiative fĂŒr die Energiewende und den Klimaschutz mit dem Stiftungsgeld unterstĂŒtzt werden soll. Die Förderung an ECOtrinova ist mit rund 500 Euro dotiert.
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Jagd muss ab sofort bundesweit bleifrei werden
Forschungsergebnisse zwingen Agrarminister Schmidt zum Handeln

Angesichts aktueller Forschungsergebnisse zur Jagdmunition, die am gestrigen Montag in Berlin vorgestellt wurden, fordert der NABU ein umgehendes und bundesweit geltendes Verbot von bleihaltiger Jagdmunition. „Wissenschaftlich ist nun belegt: Es gibt keinen Grund mehr, weiter an bleihaltiger Jagdmunition festzuhalten. Bundesagrarminister Schmidt muss daher so schnell wie möglich ein bundesweites Verbot bleihaltiger Munition auf den Weg bringen“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Die am gestrigen Montag im Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) vorgestellten Forschungsergebnisse belegen, dass alternative Geschossmaterialien fĂŒr die menschliche Gesundheit unbedenklich sind und die Tötungswirkung bleifreier Geschosse den tierschutzrechtlichen AnsprĂŒchen entspricht. „Die Ergebnisse bestĂ€tigen Erfahrungen aus der Praxis. Denn seit vielen Jahren wird beispielsweise auf den FlĂ€chen einiger Landesforstverwaltungen mit bleifreier Munition gejagt. LĂ€ngst existiert alternative Jagdmunition, die fĂŒr die Umwelt und den Verbraucher unschĂ€dlich ist“, so Tschimpke.

Blei ist ein giftiges Schwermetall, das fĂŒr Natur und Umwelt gravierende Folgen hat, ebenso wie fĂŒr die Gesundheit von Verbrauchern. So sind Bleivergiftungen beispielsweise eine der Haupttodesursachen von Seeadlern. Sie nehmen beim Verzehr von Innereien eines erlegten Tieres Bestandteile zerlegter Bleigeschosse auf und sterben qualvoll. In diesem Jahr hatte es bereits mehrere TodesfĂ€lle von Seeadlern gegeben. Blei ist auch fĂŒr den Menschen schĂ€dlich. Es schĂ€digt Nervensystem, Nieren sowie das Herz-Kreislaufsystem, wird als krebserregend eingestuft und mindert die Intelligenz und Aufmerksamkeit von Kindern.

Bei der Agrarministerkonferenz im April 2013 hatten sich bereits elf BundeslĂ€nder fĂŒr ein bundesweites Verbot bleihaltiger Munition ausgesprochen und die Bundesregierung mit der entsprechenden Umsetzung beauftragt. Die Bundesregierung verwies jedoch darauf, erst die Abschlussberichte der Forschungsprojekte abwarten zu wollen, um daraus eine fundierte und verantwortungsvolle Entscheidung abzuleiten.

„Von verantwortungsvollen JĂ€gern erwarten wir, auf bleihaltige Jagdmunition zu verzichten. Verbrauchern empfehlen wir zudem, ausschließlich Wildbret zu kaufen, das bleifrei geschossen wurde. Und die Bundesregierung muss umgehend im Bundesjagdgesetz bleihaltige Munition verbieten“, so NABU-Jagdexperte Stefan Adler.
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Erstmals Rote Liste wandernder Vogelarten fĂŒr Deutschland veröffentlicht
Storcheneltern mit ihrem Nachwuchs / Foto: NABU / S. Zibolsky
 
Erstmals Rote Liste wandernder Vogelarten fĂŒr Deutschland veröffentlicht
NABU und LBV fordern besseren Schutz von Zugvögeln

Zum ersten Mal in Deutschland ist in den „Berichten zum Vogelschutz“ des Deutschen Rats fĂŒr Vogelschutz (DRV) eine Rote Liste wandernder Vogelarten fĂŒr Deutschland veröffentlicht worden. Bisher existierte die Rote Liste nur fĂŒr in Deutschland brĂŒtende Arten, ohne dabei die 500 Millionen durchziehenden oder ĂŒberwinternden Gastvögel zu berĂŒcksichtigen. Ein Viertel aller Zugvogelarten sind demnach in ihrem Bestand gefĂ€hrdet. Die neue Rote Liste zeigt die immense internationale Bedeutung Deutschlands fĂŒr Gastvogelarten wie die Brandgans, die Samtente oder den Knutt auf, aber auch die AbhĂ€ngigkeit der nationalen ZugvogelbestĂ€nde von effektivem internationalem Schutz. NABU und sein bayerischer Partner Landesbund fĂŒr Vogelschutz (LBV) fordern daher die vollstĂ€ndige Umsetzung der europĂ€ischen Vogelschutzrichtlinie und eines UN-Abkommens zum Schutz wandernder Vogelarten, der Bonner Konvention.

Wie international ĂŒblich, ergibt sich der GefĂ€hrdungsgrad einer Art aus ihrer HĂ€ufigkeit in Verbindung mit BestandsverĂ€nderungen und besonderen Risikofaktoren. Insgesamt wurden rund 25 Prozent aller Arten als gefĂ€hrdet eingestuft. Weitere zehn Prozent stehen auf der Vorwarnliste. Die Situation bei den Gastvögeln ist damit etwas besser als bei Deutschlands Brutvögeln, denn dort gelten 50 Prozent aller Arten als bedroht.

Unter den Zugvögeln sind diejenigen Arten wesentlich stĂ€rker bedroht, die als Langstreckenzieher bis sĂŒdlich der Sahara fliegen, wĂ€hrend Arten mit nur kurzen Wanderungen innerhalb Europas weniger gefĂ€hrdet sind. Auch die Arten der Agrarlandschaft und diejenigen der KĂŒsten und Meere sind besonders stark gefĂ€hrdet.

„Zugvögel kennen keine Grenzen, und damit hĂ€ngt der Schutz von Zugvögeln von internationaler Zusammenarbeit ab. DafĂŒr gibt es mit der EU-Vogelschutzrichtlinie und dem dazugehörigen Netz von Vogelschutzgebieten in Europa eine hervorragende gesetzliche Grundlage. Aber auch ĂŒber Europa hinaus muss im Rahmen der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten mit anderen LĂ€ndern gearbeitet werden“, betonte Lars Lachmann, NABU-Vogelschutzexperte, der Mitherausgeber der Publikation ist.

Eine der in der Liste aufgefĂŒhrten gefĂ€hrdeten Arten ist der Kuckuck, dessen Zugverhalten der LBV im Rahmen eines internationalen Projektes mit modernsten technischen Methoden erforscht. „Bislang können wir die Ursachen fĂŒr den RĂŒckgang des Kuckucks nicht schlĂŒssig erklĂ€ren und hoffen, auf Basis der neu gewonnenen Erkenntnisse Schutzmaßnahmen fĂŒr Zugvögel anstoßen zu können“, erlĂ€uterte Andreas von Lindeiner, LBV-Artenschutzreferent.

Deutschland ist jedoch nicht nur Brut- und Rastgebiet fĂŒr Zugvögel, sondern fĂŒr viele nördliche Arten auch ein wichtiges Überwinterungsgebiet. Ein Viertel des global bedrohten Weltbestands der Samtente ĂŒberwintert in der deutschen Ostsee, wo die Art durch Beifang in Fischernetzen gefĂ€hrdet ist. „Der NABU arbeitet daher mit Fischern vor Ort, um die fĂŒr tauchende Vögel tödlichen Stellnetze durch beifangarme Fangmethoden zu ersetzen“, berichtete Lachmann. Jeder fĂŒnfte Sterntaucher ĂŒberwintert in deutschen NordseegewĂ€ssern, wo sein Lebensraum durch Offshore-Windanlagen eingeschrĂ€nkt wird. „Darum kritisiert der NABU scharf den geplanten Bau des Offshore-Windparks Butendiek, der mitten im Hauptkonzentrationsgebiet der Sterntaucher, einem EU-Vogelschutzgebiet westlich von Sylt, gelegen ist.“

Die VerbĂ€nde fordern, in Deutschland und Europa endlich den wirksamen Schutz der EU-Vogelschutzgebiete umzusetzen und die Jagd auf im Bestand abnehmende Zugvogelarten vollstĂ€ndig einzustellen. DarĂŒber hinaus ist eine intensive Zusammenarbeit mit den afrikanischen ZiellĂ€ndern der Zugvögel von Nöten. Sie sehen dabei auch die neue Bundesregierung in der Pflicht, die sich im Koalitionsvertrag einen verbesserten Schutz von Zugvögeln vorgenommen hat.
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Freiburger Delegation in Wiwili
OB Salomon mit Freiburger Patenkindern in Wilili / Quelle: G. Burger
 
Freiburger Delegation in Wiwili
Weitere UnterstĂŒtzung fĂŒr Projekt Wasserversorgung und Schulpatenschaften

Vergangene Woche hielt sich eine elfköpfige stĂ€dtische Delegati-on mit OberbĂŒrgermeister Dieter Salomon und SozialbĂŒrgermeis-ter Ulrich von Kirchbach vier Tage in der Freundschaftsstadt Wi-wili, Nicaragua, auf. Anlass war das 25-jĂ€hrige JubilĂ€um der StĂ€dtefreundschaft mit Wiwili. Mit den BĂŒrgermeistern der Stadt Wiwili und dem Verein fĂŒr Kommunalentwicklung ADEM „Asocia-tiĂłn de Desarollo Municipal“ fanden deshalb mehrere Treffen und GesprĂ€che statt. Die BĂŒrgermeister aus Wiwili dankten den Frei-burgerinnen und Freiburgern herzlich fĂŒr ihre UnterstĂŒtzung und SolidaritĂ€t. Vor zehn Jahren war das letzte Mal eine Delegation mit OB Salomon nach Wiwili gereist. Wie auch damals waren die StadtrĂ€tinnen und StadtrĂ€te und die Mitglieder der Verwaltung in einfachsten UnterkĂŒnften eines GĂ€stehauses auf einem Modell-bauernhof von ADEM untergebracht.

In der nordnicaraguanischen Stadt Wiwili sind nach wie vor die Wasserversorgung und eine einigermaßen geregelte Schulbil-dung die grĂ¶ĂŸten Probleme der Menschen. Deshalb wurde in GesprĂ€chen vereinbart, dass der Wiwili-Verein zusammen mit dem Freundschaftsverein ADEM in den nĂ€chsten Wochen weite-re konkrete Projekte zur Wasserversorgung angehen werden. In der relativ zersiedelten und in einer Bergregion am Rio Coco lie-genden Stadt Wiwili gibt es zwar theoretisch ausreichend Was-ser, aber dieses in TrinkwasserqualitĂ€t in die HĂ€user zu bringen ist nach wie vor schwierig. Ein zentrales Wasserversorgungssys-tem existiert dort nicht. Sogar die neue Schule, die vergangene Woche eingeweiht wurde, verfĂŒgt noch nicht ĂŒber einen eigenen Wasseranschluss.

„Besonders berĂŒhrend war das große Treffen mit allen 44 Paten-kindern und ihren Eltern, die von Privatpersonen finanzielle Hilfe aus Freiburg bekommen, um sich die Schule leisten zu können.“ so OB Dieter Salomon. Spontan hat sich dann auch ein Delegati-onsmitglied fĂŒr eine neue Patenschaft fĂŒr ein Kind entschieden. Benötigt werden auch noch weitere Paten fĂŒr insgesamt 17 Kin-der aus Wiwili. Schon eine Spende von einem Euro pro Tag kann den jungen Menschen die Chance auf eine bessere Schulbildung ermöglichen. Die finanzielle Hilfe aus Freiburg wird von den Fa-milien in Wiwili ausschließlich fĂŒr den Schulbesuch und die Aus-bildung der Kinder verwendet. Neben dem Kauf von BĂŒchern, Stiften und Heften sind vor allem WohnrĂ€ume in SchulnĂ€he, eine ausreichende ErnĂ€hrung sowie eventuell erforderliche Medika-mente zu finanzieren.

Den Anstoß zu der ungewöhnlichen StĂ€dteverbindung gab das Schicksal des Freiburger Arztes Albrecht „Tonio“ Pflaum, der im Auftrag des Deutschen Entwicklungsdienstes in Nicaragua am Aufbau einer Gesundheitsstation mitarbeitete und der 1983 von den Contras in Wiwili erschossen wurde. Um sein Lebenswerk weiterzufĂŒhren, grĂŒndeten sich der „Freundeskreis Tonio Pflaum“ und der „Verein zur Förderung einer StĂ€dtepartnerschaft Frei-burg-Wiwili“. Sie initiierten den Bau einer Trinkwasserleitung in Wiwili. Bei den Bauarbeiten starb ein weiterer Freiburger: Berndt Koberstein, der als Aufbauhelfer nach Nicaragua gereist war, wurde im August 1986 nahe Wiwili von Contras ermordet.

Infos und Vermittlung von Patenschaften:
Ariane Hötzer, Referat fĂŒr internationale Kontakte,
Tel: 201-1024
 
 

 
NABU: Trotz Fukushima bleibt Atomkraft in Europa hoffÀhig
EU-Politik droht erneuerbare Energien im Strommarkt auszubremsen

Als es vor gerade mal drei Jahren in Fukushima zur Kernschmelze kam, war das beherrschbare Restrisiko der zivilen Atomenergienutzung endgĂŒltig Geschichte. „Der Jahrestag der Nuklearkatastrophe von Fukushima sollte uns alle daran erinnern, wie teuer uns die Nutzung der Atomkraft zu stehen kommt, wenn wir nicht auf wirklich nachhaltige Alternativen fĂŒr unsere Energieversorgung setzen“, warnte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller auch angesichts der weiter ungelösten Frage der Endlagerung hochradioaktiver AbfĂ€lle und der steigenden Stromerzeugung aus klimaschĂ€dlichen Kohlekraftwerken.

In Deutschland verkĂŒndete die Bundesregierung im Eiltempo nach der Katastrophe den erneuten Atomausstieg und der Bundestag bekannte sich parteiĂŒbergreifend zur so genannten Energiewende. Auch einige andere Staaten, die bisher auf Atomenergie setzten, wie Belgien und die Schweiz, beschlossen das Ende dieser unbeherrschbaren Technologie. Doch inzwischen beginnt sich der Wind schon wieder zu drehen – Politiker in Berlin und BrĂŒssel machen Stimmung gegen die Energiewende. Mit stĂ€ndigen Verweisen auf steigende Strompreise, die Notwendigkeit der Marktintegration und möglichen Gefahren fĂŒr die Versorgungssicherheit wollen sie letztendlich das dreckige GeschĂ€ft der konventionellen Energiewirtschaft mit Atom und Kohle schĂŒtzen.

Das prominenteste Beispiel ist der aktuelle Streit zwischen EU-Kommission und Bundesregierung ĂŒber die kĂŒnftige Förderung erneuerbarer Energien im Strommarkt und die ausgeuferten Ausnahmeregelungen fĂŒr energieintensive Unternehmen. Ohne Einigung droht die Einstufung des deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) als „unerlaubte Staatsbeihilfe“. „Wahrscheinlich behĂ€lt die Industrie ihre Privilegien, muss sich aber kĂŒnftig stĂ€rker an den Kosten des EEG beteiligen. Wenn aber der weitere Zubau erneuerbarer Energien kĂŒnftig nur noch ĂŒber europaweite Ausschreibungen erfolgen soll, dann werden davon allenfalls riesige Wind-, Wasser- und Solarkraftwerke und damit die großen Energieunternehmen profitieren“, so Miller. Ein erfolgreicher Umbau in Richtung eines umweltvertrĂ€glichen, stĂ€rker dezentral organisierten und intelligent vernetzten Energiesystems sei dann nicht mehr möglich.

WĂ€hrend die Förderung fĂŒr erneuerbare Energien unter Beschuss ist, setzt Großbritannien weiter auf Kernkraft und will fĂŒr das neue Atomkraftwerk Hinkley Point C den Betreibern 35 Jahre lang eine lukrative VergĂŒtung mit einem Strompreis von ĂŒber 11 Eurocent garantieren. Zum Vergleich: Neue Windenergieanlagen an Land erzeugen bereits heute in Deutschland gĂŒnstiger Ökostrom. Selbst die oft als Kostentreiber der Energiewende diffamierten Photovoltaikanlagen können auf diesem Preisniveau konkurrieren. „Wenn die EU-Kommission jetzt neue Subventionen fĂŒr Atomstrom genehmigen sollte und gleichzeitig feste Einspeisetarife fĂŒr Strom aus erneuerbaren Energien aus GrĂŒnden der Wettbewerbsverzerrung abschaffen will, wĂ€re das ein fatales Signal gegen eine zukunftsfĂ€hige Energiepolitik in Europa“, sagte NABU-Energieexpertin Tina Mieritz.

Atomkraft ist nicht nur gefĂ€hrlich fĂŒr Mensch und Natur, sondern birgt auch immense ökonomische Risiken. In ganz Europa werden Baustellen von Atommeilern zum industriepolitischen Desaster und sind zum Teil bereits aufgegeben, wie in Bulgarien. In Finnland explodierten die Baukosten fĂŒr die Dauerbaustelle der Atomanlage Olkiluoto von ursprĂŒnglich drei Milliarden auf fast neun Milliarden Euro. Im Vergleich dazu wird eine Energieversorgung auf Basis von Energieeinsparung, Energieeffizienz und erneuerbaren Energien in Europa bereits 2030 gĂŒnstiger sein als das heutige System. Zudem sollte nicht vergessen werden, dass die Förderung der Atomenergie den deutschen Steuerzahler in den letzten Jahrzehnten bereits ĂŒber 230 Milliarden Euro gekostet hat.
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