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Samstag, 24. August 2019
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Verschiedenes

 
NABU: Haussperling verteidigt seinen Platz als hÀufigster Gartenvogel
Erste Bilanz zur Stunde der Gartenvögel – weniger Schwalben und Mauersegler

Berlin – Am vergangenen Wochenende hat der NABU die zehnte „Stunde der Gartenvögel“ durchgefĂŒhrt. Naturfreunde waren aufgerufen, eine Stunde lang Vögel im Garten, im Park oder vom Balkon aus zu zĂ€hlen und dem NABU zu melden. Bislang wurden Meldungen von 25.000 Beobachtern aus mehr als 17.000 GĂ€rten und Parks mit 600.000 erfassten Vögeln ausgewertet. Der Haussperling landet auch in diesem Jahr wieder auf Platz Eins, gefolgt von Amsel, Kohlmeise, Blaumeise und Star. „Der Haussperling ist der hĂ€ufigste Brutvogel im Siedlungsraum. Er hat sich von allen Vögeln am engsten an den Menschen gebunden. Im Gegensatz zu frĂŒheren RĂŒckgĂ€ngen, die dazu gefĂŒhrt hatten, dass die Art derzeit sogar auf der Vorwarnliste der deutschen Roten Liste gefĂŒhrt wird, zeigen unsere Daten zumindest fĂŒr das vergangene Jahrzehnt erfreulicherweise eine Stabilisierung des Bestands“, so NABU-Vogelexperte Lars Lachmann zum Spitzenreiter unter den Gartenvögeln.

Besorgniserregend sind die RĂŒckgĂ€nge bei Mehlschwalbe und Mauersegler. „Sie erreichen in diesem Jahr mit Abstand ihre bisher niedrigsten Werte. Damit setzen sich die Trends der vergangenen Jahre bei diesen beiden Arten fort. Die RĂŒckgĂ€nge sind sicher auch auf das regnerische und schlechte Wetter zurĂŒckzufĂŒhren, weil Mehlschwalbe und Mauersegler als sogenannte LuftjĂ€ger dann weniger aktiv sind und teilweise sogar noch einmal nach SĂŒden ausweichen. Dadurch können sie weniger beobachtet werden“, erlĂ€uterte Lachmann. Aber: Die RĂŒckgĂ€nge seien auch eine Fortsetzung der Entwicklung der Vorjahre. Beides seien GebĂ€udebrĂŒter und Langstreckenzieher und gehörten damit zu den beiden wegen der Auswirkungen des Klimawandels und der zunehmenden GebĂ€udesanierung am stĂ€rksten gefĂ€hrdeten Artengruppen im Siedlungsraum.

Auch bei der Amsel sei ein historischer Tiefstand zu verzeichnen. Es setzt sich damit die kontinuierliche Abnahme dieser Vogelart seit Beginn der „Stunde der Gartenvögel“ fort, auch wenn es immer noch fĂŒr Platz Zwei reicht. Weitere Auswertungen mĂŒssen zeigen, welcher Teil dieser Abnahme auf die Viruserkrankung Usutu zurĂŒckzufĂŒhren ist und wo andere Ursachen fĂŒr den Schwund auszumachen seien. Der GrĂŒnfink hat wie befĂŒrchtet ebenfalls gegenĂŒber dem vergangenen Jahr stark abgenommen, derzeit um 22 Prozent. „Das kann, muss aber nicht, ein Effekt des vermehrten Auftretens einer Infektion mit dem Einzeller Trichomoniasis sein“, so Lachmann. Denn die Werte dieses Jahres befĂ€nden sich durchaus noch im Bereich der Ergebnisse aus frĂŒheren Jahren.

Alle Meldungen der diesjĂ€hrigen Aktion können auf www.stunde-der-gartenvoegel.de nachverfolgt und mit Zahlen frĂŒherer Jahre verglichen werden. Interaktive Karten stellen dar, wie sich eine Vogelart an einem ausgesuchten Ort, einem Landkreis oder einem Bundesland entwickelt hat. JĂ€hrlich wiederholte Aktionen wie die „Stunde der Gartenvögel“ bieten die Möglichkeit, zuverlĂ€ssige und flĂ€chendeckende Zahlen zum Artenbestand zu sammeln. Nach dem Prinzip der „Citizen Science“ schlĂŒpfen möglichst viele Menschen in die Rolle des Forschers und liefern gemeinsam große Datenmengen, die nach Auswertung wichtige Hinweise auf VerĂ€nderungen der BestĂ€nde liefern.
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NABU misst hohe Schadstoffkonzentration beim Hamburger Hafengeburtstag
Miller: Schiffsabgase gefÀhrden Gesundheit Tausender Anwohner und Touristen

Hamburg – WĂ€hrend des heutigen Hamburger Hafengeburtstags hat der NABU bedenklich hohe Konzentrationen an Schadstoffen in der Luft gemessen. Gemeinsam mit Luftreinhaltungsexperten ermittelten die UmweltschĂŒtzer mit einem speziellen MessgerĂ€t wie hoch der Anteil an ultrafeinen Partikel in der Luft lag. Den höchsten Ausstoß verzeichneten die UmweltschĂŒtzer mit deutlich ĂŒber 200.000 Partikeln pro Kubikzentimeter auf der stark besuchten Festmeile. Der als unbedenklich geltende Wert von 2.500 Partikeln wurde somit um mehr als das 80fache ĂŒberschritten.

„Unsere Messergebnisse sind ein deutliches Alarmsignal. Noch immer genießt die Schifffahrt unerhörte Verschmutzungsprivilegien, die heute in Hamburg fĂŒr alle Besucher spĂŒrbar waren. Allein in Europa sterben jedes Jahr 50.000 Menschen vorzeitig an den Folgen der Schiffsemissionen“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. WĂ€hrend im Straßenverkehr Euro-6-Abgasnormen fĂŒr Pkw und Lkw, schwefelarmer Kraftstoff und Umweltzonen zu einer deutlichen Minderung der Emissionen gefĂŒhrt haben, fahren derzeit beinahe alle Schiffe ohne Abgastechnik. Erschwerend hinzu kommt, dass Schiffe in der Regel giftiges Schweröl tanken. Dieses darf bis zu 3.500-mal mehr Schwefel enthalten als Pkw-Diesel.

„Aus Gesundheits- und Umweltsicht ist es vollkommen unverstĂ€ndlich, dass Container- und Kreuzfahrtschiffe die Luft noch immer so massiv verschmutzen dĂŒrfen. Zumal sie, wie hier in Hamburg, hĂ€ufig in dicht besiedelten Gebieten ankern. Ihre Abgase werden dabei ĂŒber die ganze Stadt verteilt. Dadurch schafft sich ein großer Hafen wie Hamburg auch große Probleme“, so NABU-Verkehrsexperte Daniel Rieger. Damit das Traditionsvolksfest Hafengeburtstag zu einem unbedenklichen VergnĂŒgen werde, sei es dringend nötig, die Schifffahrt sauberer zu machen.

Der NABU fordert dazu die Umstellung von Schweröl auf Diesel sowie die AusrĂŒstung aller Schiffe mit wirksamer Abgastechnik. „Auch die Stadt Hamburg muss mit gutem Beispiel vorangehen und sĂ€mtliche Schiffe der stadteigenen HADAG-FĂ€hren sowie der Hamburg Port Authority mit Filtertechnik nachrĂŒsten“, forderte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.
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NABU: Zigarettenfilter sind PlastikmĂŒll
Kippen im MĂŒll, nicht in der Landschaft entsorgen

Berlin – AnlĂ€sslich des europĂ€ischen Aktionstages „Let’s Clean-Up Europe!“ am 10. Mai wieß der NABU auf die zunehmende VermĂŒllung der Landschaft durch Plastik aus Zigarettenstummeln hin und appelliert an die Konsumenten, diese nicht unachtsam in der Umgebung zu entsorgen. Entgegen der landlĂ€ufigen Annahme verrottet ein Zigarettenfilter nicht einfach, sondern besteht aus schlecht abbaubarer Kunststoffmikrofaser. Nicht nur die gefilterten Giftstoffe Teer, Schwermetalle und aromatische Kohlenwasserstoffe, sondern auch das Plastik des Filters sind eine Gefahr fĂŒr Tiere und Pflanzen. „Zigarettenkippen gehören immer in den RestmĂŒll. Es schadet Böden und GewĂ€ssern, wenn sie auf die Straße oder in die Landschaft geworfen werden. Auch im BiomĂŒll oder der Toilette haben sie wegen der vielen toxischen Stoffe nichts zu suchen“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Laut Zigarettenverband werden allein in Deutschland jĂ€hrlich ĂŒber 80 Milliarden Zigaretten produziert. Ein großer Anteil der Stummel landet in der Landschaft und ĂŒber die Kanalisation in den GewĂ€ssern. In StĂ€dten machen Zigarettenkippen bis zu 60 Prozent der achtlos weggeworfenen GegenstĂ€nde aus. Bei NABU-Strandsammelaktionen auf Fehmarn und RĂŒgen sind 8,5 Prozent der gefundenen Teile Zigarettenkippen. Die Sammlungen finden in Strandabschnitten statt, die nicht touristisch genutzt werden, so dass die gefundenen Kippen ĂŒberwiegend vom Meer angespĂŒlt wurden. Laborversuche in den USA haben gezeigt, dass bereits eine Zigarettenkippe auf einem Liter Wasser fĂŒr Fische tödlich sein kann. Selbst unbenutzte Kunststofffilter hatten in einer höheren Konzentration eine tödliche Wirkung.

Die Filter bestehen aus Celuloseacetat, einem biologisch schwer abbaubaren Kunststoff. WĂ€hrend des Jahre dauernden Zersetzungsprozesses geben sie hochtoxische Stoffe an ihre Umgebung ab. Diese haben sich im Filter gesammelt oder stammen aus noch am Filter haftenden Tabakresten.

„Die Vermeidung von MĂŒll in der Landschaft ist jedoch nur eine der Herausforderungen. Hier kann jeder seinen Teil dazu beitragen. Aber auch die Politik ist in der Pflicht, wenn es um weniger MĂŒll geht. Die EuropĂ€ische Union und die Bundesregierung sind gefordert, auch bessere Rahmenbedingungen fĂŒr Abfallvermeidung und Recycling zu schaffen. Das Potenzial zur Ressourcenschonung in Deutschland ist hier noch lange nicht ausgeschöpft“, so NABU-Abfallexperte Benjamin Bongardt.
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„Stunde der Gartenvögel“ feiert zehnjĂ€hriges JubilĂ€um
Amseln gehören zu den hÀufigsten Gartenvögeln Deutschlands / Foto: F. Hecker
 
„Stunde der Gartenvögel“ feiert zehnjĂ€hriges JubilĂ€um
NABU und LBV rufen am kommenden Maiwochenende zum Vögel zÀhlen auf

Berlin – Die zehnte Ausgabe der „Stunde der Gartenvögel“ feiern der NABU und der LBV vom 9. bis 11. Mai in diesem Jahr. In ganz Deutschland sind Natur- und Vogelfreunde aufgerufen, fĂŒr eine Stunde Vögel in GĂ€rten und Parks oder von dem Balkon aus zu beobachten, zu zĂ€hlen und anschließend fĂŒr eine Auswertung zu melden. Über 47.000 Vogelfreunde hatten im vergangenen Jahr teilgenommen und dabei mehr als 1,1 Millionen Vögel beobachtet und gemeldet.

„Die Ergebnisse der letzten Jahre zeigen, dass die drei hĂ€ufigsten Gartenvögel der Haussperling, die Amsel und die Kohlmeise sind“, sagt NABU-Vogelexperte Lars Lachmann. Diese Arten besetzen seit der ersten ZĂ€hlung im Jahr 2005 unangefochten die ersten drei PlĂ€tze. „Die Beobachtungen zeigen, wie sich die VogelbestĂ€nde im Siedlungsraum entwickeln. Hier gibt es einen interessanten Trend: Entgegen der allgemeinen Entwicklung unserer VogelbestĂ€nde ist in StĂ€dten und Dörfern nicht nur die Vogelanzahl, sondern auch die Artenvielfalt im vergangenen Jahrzehnt gewachsen“, so Lachmann.

„Mit Spannung erwarten die NABU-Experten in diesem Jahr vor allem die Meldungen des GrĂŒnfinken. Seit einigen Jahren ist dieser vom sogenannten GrĂŒnfinkensterben betroffen, einer Infektion mit dem einzelligen Parasiten Trichomonas gallinae“, so Lachmann. Dabei stecken sich die GrĂŒnfinken im Sommer bei anhaltend warmen Temperaturen an Futter- und Badestellen mit der tödlichen Krankheit an. Die letzte bundesweite ZĂ€hlaktion zur „Stunde der Wintervögel“ Anfang Januar hatte bereits einen RĂŒckgang um 30 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren gezeigt. Die „Stunde der Gartenvögel“ wird zeigen, ob sich dies auch auf die BrutbestĂ€nde der Art im FrĂŒhjahr durchschlĂ€gt.

Und so wird es gemacht: Von einem ruhigen Platz aus notieren die Teilnehmer von jeder Vogelart die höchste Anzahl, die sie im Laufe einer Stunde gleichzeitig beobachten können. Diese Zahlen melden sie per Post (NABU, Stunde der Gartenvögel, 10469 Berlin), Telefon (kostenlose Rufnummer am 10. und 11. Mai jeweils von 10 bis 18 Uhr: 0800-1157-115) oder am schnellsten einfach per Internet unter www.stunde-der-gartenvoegel.de und (in Bayern) www.lbv.de.

In einem durchschnittlichen deutschen Garten sind etwa zehn Vogelarten zu sehen. Diese sind mit Hilfe der vom NABU zur VerfĂŒgung gestellten ZĂ€hlhilfen, auch ohne spezielle Vorkenntnisse, zu erkennen. Die ZĂ€hlstunde kann wĂ€hrend des Aktionszeitraums frei gewĂ€hlt werden. Am leichtesten zu entdecken sind die Vögel jedoch in den frĂŒhen Morgenstunden, aber auch am Abend. Gemeinsam mit der ebenfalls von NABU und LBV im Januar durchgefĂŒhrten Schwesteraktion „Stunde der Wintervögel“ ist die „Stunde der Gartenvögel“ Deutschlands grĂ¶ĂŸte wissenschaftliche Mitmachaktion.

Meldeschluss ist der 19. Mai. Erste Ergebnisse der gemeldeten Beobachtungen sind ab dem 9. Mai im Internet unter www.stunde-der-gartenvoegel.de mitzuverfolgen.
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NABU zur Festen Fehmarnbeltquerung
Vorhaben gleichzusetzen mit Stuttgart 21, Berliner Flughafen und Elbphilharmonie

Berlin/Fehmarn – Ab dem heutigen Montag werden die Unterlagen fĂŒr das Planfeststellungsverfahren zur Festen Fehmarnbeltquerung öffentlich ausgelegt. Der VorhabentrĂ€ger, das staatseigene dĂ€nische Planungs- und Bauunternehmen Femern A/S, will bei der deutschen Landesplanungsbehörde in Kiel die vorgeschriebenen Unterlagen einreichen. DĂ€nemark muss das Vorhaben nach deutschem Planungsrecht durchfĂŒhren, da ein Großteil des vom dĂ€nischen Königreich finanzierten Projektes in Deutschland gebaut werden soll. Nur einen Monat bleibt den UmweltverbĂ€nden Zeit, die mehr als 10.000 Seiten umfassenden Planungsunterlagen zu prĂŒfen und Stellung zu beziehen. Der NABU kritisiert, dass das Verfahren ĂŒberhaupt formal eröffnet wird

„Es ist wieder mal ein trauriger Tag fĂŒr den Umwelt- und Naturschutz. Auf Teufel komm raus soll in diesem sensiblen Bereich der Ostsee ein ökonomisch wie ökologisch ĂŒberflĂŒssiges Gigantomanie-Projekt realisiert werden. Und dies zu einer Zeit, wo Europa mehr Maßnahmen zum Schutz gefĂ€hrdeter Arten und LebensrĂ€ume ergreifen sollte, statt sie zu zerstören“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Der Irrsinn mĂŒsse aufhören, bevor er richtig angefangen habe. Deswegen werde man die Unterlagen von Femern A/S sehr genau prĂŒfen und wenn aussichtsreich, gegen den Planfeststellungsbeschluss juristisch vorgehen.

Aus Sicht des NABU birgt das Vorhaben erhebliche ökologische Risiken. Die Ostsee ist eines der am stĂ€rksten gefĂ€hrdeten, belasteten und wirtschaftlich genutzten Ökosysteme weltweit und die nur 20 Kilometer breite Rinne des Fehmarnbelt ist Teil eines Verbundes von Natura 2000-Schutzgebieten, die nach europĂ€ischem Recht unter besonderem Schutz stehen. „Der Fehmarnbelt ist von einer vielfĂ€ltigen, teils einzigartigen Flora und Fauna besiedelt und dient als wertvollerTrittstein und Ausbreitungskorridor fĂŒr zahlreiche salztolerante Arten. Deswegen wĂŒrde Europas grĂ¶ĂŸte Baustelle nicht nur temporĂ€re, sondern nachhaltige SchĂ€den anrichten. Der Schweinswal, aber auch Kleinlebewesen und Fische finden hier RĂŒckzugsmöglichkeiten und ausreichend Nahrung“, so Nikola Vagt, stellvertretende Leiterin des NABU-Wasservogelreservates Wallnau auf Fehmarn und vor Ort zustĂ€ndig fĂŒr das Projekt.

Mit einem Staatsvertrag haben Deutschland und DĂ€nemark 2008 den Bau einer festen Verbindung der dĂ€nischen Insel Lolland und der deutschen Insel Fehmarn beschlossen. Ein knapp 20 Kilometer langer Tunnel soll den gut funktionierenden FĂ€hrverkehr ersetzen und die Fahrtzeit fĂŒr tĂ€glich durchschnittlich nur 10.000 Fahrzeuge zwischen Deutschland und DĂ€nemark verkĂŒrzen. Kosten inklusive Hinterlandanbindungen: mindestens zwölf Milliarden Euro. Der NABU forderte Deutschland und DĂ€nemark wiederholt auf, sich ĂŒber einen gemeinsamen Ausstieg aus dem Vorhaben zu verstĂ€ndigen. Artikel 23 des Staatsvertrages sieht diese Möglichkeit dann vor, wenn sich gravierende Änderungen der Rahmenbedingungen wie durch die Finanz- und Wirtschaftskrise ergeben.

„Aufgrund fehlerhafter Berechnungen des Bedarfs und verschleierter Folgekosten reiht sich die Fehmarnbeltquerung nahtlos in andere ökonomisch unsinnige Großprojekte wie der Berliner Flughafen, Stuttgart 21 oder die Elbphilharmonie ein“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Miller.
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NABU begrĂŒĂŸt Aufnahme von LKA-Ermittlungen bei illegaler Wolfstötung in Sachsen
Wolf im Schnee / Foto: NABU / H. Pollin
 
NABU begrĂŒĂŸt Aufnahme von LKA-Ermittlungen bei illegaler Wolfstötung in Sachsen
Miller: Tötung eines streng geschĂŒtzten Tieres muss strenger verfolgt werden

Berlin/Leipzig – Der NABU hat die Entscheidung Sachsens begrĂŒĂŸt, ein Spezialteam des Landeskriminalamtes im Fall einer Wolfstötung ermitteln zu lassen. Der NABU hatte Ende MĂ€rz nach dem jĂŒngsten Abschuss eines Wolfes gefordert, beim Landeskriminalamt Sachsen in der Abteilung UmweltkriminalitĂ€t Spezialisten fĂŒr Straftaten im Bereich Artenschutz einzusetzen. Diese sollten die örtlichen Polizeistellen bei den Ermittlungen in solchen FĂ€llen unterstĂŒtzen. Der erschossene Wolf war am 28. MĂ€rz in einem Waldgebiet bei Weißkeißel im sĂ€chsischen Landkreis Görlitz entdeckt worden.

Dazu erklĂ€rt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Wir begrĂŒĂŸen, dass nun die Forderungen des NABU umgesetzt werden und Sonderermittler des LKA im Falle des erschossenen Wolfes tĂ€tig werden. Dies kann jedoch nur Auftakt zur Etablierung einer neuen Abteilung fĂŒr Vergehen aus dem Bereich Artenschutz sein. Es ist zu befĂŒrchten, dass weitere Taten folgen werden.“

Wie schon in der jĂŒngsten NABU-Bewertung zu den bundesweiten SchutzbemĂŒhungen des streng geschĂŒtzten Wolfes, trete Sachsen auch hier durch ein besonders zeitgemĂ€ĂŸes Wolfsmanagement hervor. Einzige Achillesferse sei die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht. „Von einer gesteigerten Akzeptanz als Folge der Hegepflicht ist wenig zu spĂŒren. Das Auffinden von zwei illegal mit Jagdmunition getöteten Wölfen in den vergangenen Monaten zeigt, dass noch ein langer Weg begangen werden muss, bis in der gesamten jagenden Zunft die RĂŒckkehr des Wolfes akzeptiert worden ist“, so Miller.

In Sachsen sind damit seit dem Jahr 2000 fĂŒnf illegal getötete Wölfe gefunden worden. In einem Fall wurde ein Wolf vorsĂ€tzlich mit einem Pkw zu Tode gehetzt. TatverdĂ€chtige konnten in keinem einzigen Fall ermittelt werden. „Bislang steht eine Null bei der AufklĂ€rungsrate. Die Tötung eines streng geschĂŒtzten Tieres wie dem Wolf muss strenger verfolgt werden“, so Miller.
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Rad-Vorrang-Route GĂŒterbahn
Bauarbeiten zur UnterfĂŒhrung der Opfinger Straße beginnen

Die Rad-Vorrang-Routen in Freiburg wachsen weiter. Am Montag, 5. Mai, geht es mit dem grĂ¶ĂŸten Projekt dieser Routen fĂŒr 2014 los. Unter der Opfinger Straße hindurch wird das Garten- und Tiefbauamt (GuT) einen weiteren Durchstich fĂŒr den GĂŒterbahnradweg anlegen. Damit entfĂ€llt einer der lĂ€stigsten und letzten Umwege entlang dieses Weges. Heute ist noch ein Umweg mit rund sieben Meter Höhenunterschied ĂŒber eine StraßenbrĂŒcke nötig. Der Weg fĂŒhrt dabei durch enge und gewundene Absperrgitter ĂŒber die Stadtbahntrasse, der Platz fĂŒr Radler oder FußgĂ€nger ist sehr begrenzt. Ist die Ampel ĂŒber die Opfinger Straße rot, kann es einen RĂŒckstau auf Fahrbahn oder Stadtbahngleise geben.

Nach den umfangreichen Arbeiten, die bis ins FrĂŒhjahr 2015 geplant sind, können Radfahrer sicher, bequem und mit nur noch zwei Meter Höhenunterschied durch eine rund 30 Meter lange UnterfĂŒhrung fahren; diese wird wie am Unteren MĂŒhlenweg fĂŒnf Meter breit und drei Meter hoch. Der Bau dieses Bauwerks und der Umbau der umgebenden Rampen ist sehr aufwĂ€ndig, fĂŒr eine Woche im Herbst mĂŒssen sogar Stadtbahn und Straße unterbrochen werden, wenn das neue Bauwerk an seinen endgĂŒltigen Standort eingeschoben wird.

Gebaut wird das Bauwerk zunĂ€chst nebenan auf der Wiese, die die Freiburger Stadtbau (FSB) so lange zur VerfĂŒgung stellt. Nach Abschluss der Bauarbeiten im nĂ€chsten FrĂŒhjahr wird die Wiese wieder hergestellt und neue BĂ€ume gepflanzt. Der daneben verlaufende heutige Radweg ist noch lĂ€ngere Zeit frei befahrbar, erst Ende des Sommers mĂŒssen dann die Radler umgeleitet werden. Auch die benachbarten FlĂ€chen der Spieloffensive Weingarten können weiter genutzt werden, es wird eine Abgrenzung zwischen SpielflĂ€che und Baufahrzeugen eingerichtet.

Nördlich der UnterfĂŒhrung wird ein neuer Weg angelegt, sĂŒdlich wird die kleinere der beiden vorhandenen Rampen angepasst. Hier wird der GĂŒterbahnradweg dann durch die Hagelstauden zwischen Auf der Haid und der Sichelstraße gefĂŒhrt, dieser Abschnitt wird zur Fahrradstraße. Die bisherigen Rampen hoch zur Opfinger Straße bleiben als Anschluss an diese Straße erhalten.

Der GĂŒterbahnradweg zĂ€hlt zu den drei Pilotstrecken zum Aufbau eines Rad-Vorrang-Netzes. Dies beschloss der Gemeinderat im FrĂŒhjahr 2013 mit dem Radkonzept 2020. Ziel ist eine Erhöhung des Radanteils auf ĂŒber 30 Prozent und eine deutliche Senkung der RadunfĂ€lle. Der GĂŒterbahnradweg verlĂ€uft von Nord nach SĂŒd entlang der GĂŒterbahn quer durch Freiburg und verbindet die westlichen Stadtteile ZĂ€hringen, BrĂŒhl-Beurbarung, StĂŒhlinger, Weingarten, Haslach und St. Georgen. An der Trasse liegen hĂ€ufig angefahrene Ziele wie das Industriegebiet Nord, das wachsende Dienstleistungszentrum am GĂŒterbahnhof-Nord, die Messe, die Technische FakultĂ€t der UniversitĂ€t, das Uniklinikum, das Behörden-Areal mit RegierungsprĂ€sidium, Arbeitsamt und Technischem Rathaus sowie die Gewerbeschulen. SĂŒdlich liegt das große Gewerbegebiet Haid.

Der GĂŒterbahnradweg wird seit vielen Jahren konsequent ausgebaut. Mit Hilfe von Landesmitteln wurden hier zuletzt die BrĂŒcke ĂŒber die Ferdinand-Weiß-Straße und der Durchstich unter dem Unteren MĂŒhlenweg gebaut. Die Gesamtkosten fĂŒr den sĂŒdlichen Abschnitt des GĂŒterbahnradweges zwischen dem Unteren MĂŒhlenweg und der Basler Landstraße liegen samt UnterfĂŒhrung, Rampen, weiteren Ausbau- und Markierungsarbeiten bei rund 2,5 Millionen Euro. Mit Fertigstellung der UnterfĂŒhrung ist der GĂŒterbahnradweg von St. Georgen durch Haid, Weingarten, Betzenhausen und den StĂŒhlinger bis zur Uni-Klinik an der Breisacher Straße komfortabel, schnell und sicher nutzbar.
 
 

 
Bundesweit einmaliger Beitrag zur energetischen Sanierung
Stadt Freiburg prĂ€sentiert einen neuen Leitfaden fĂŒr WohnungseigentĂŒmergemeinschaften und erhöht Förderung

Fast jede dritte Wohnung in Baden-WĂŒrttemberg gehört zu einer WohnungseigentĂŒmergemeinschaft (WEG). Diese Zielgruppe bietet also hohes Potential, wenn es um die energetische Sanierung von WohngebĂ€uden und damit um den Klimaschutz geht. Dank eines speziellen Angebots der landeseigenen L-Bank sind die Konditionen fĂŒr WEG zur Zeit sehr attraktiv: Je nach Effizienzstandard winkt eine Finanzierung mit einer LandesbĂŒrgschaft und null Prozent Zinsen.

Bisher gibt es aber wenige Informationen zu organisatorischen und rechtlichen Anforderungen, vor denen eine WEG steht. Nun stellt die Stadt Freiburg ein Förderangebot speziell fĂŒr diese Zielgruppe vor: Gemeinschaften mit mindestens sechs WohnungseigentĂŒmern erhalten besonders hohe ZuschĂŒsse zur Energieberatung. Gestaffelt nach GebĂ€udegrĂ¶ĂŸe gibt es 900 bis 3000 Euro (maximal 50 Prozent der Kosten). Der Zuschuss wurde erhöht, weil eine WEG mehr Kommunikationsbedarf hat, etwa beim Vorstellen des Berichts der Energieberatung in den EigentĂŒmerversammlungen und bei den VerwaltungsbeirĂ€ten.

Mehr Information und bessere Organisation fĂŒr WEG bietet zudem der Energie-Leitfaden fĂŒr WohnungseigentĂŒmergemeinschaften, den die Freiburger Agentur Enerchange im Auftrag der Stadt entwickelt und jetzt online gestellt hat. Die Webseite www.freiburg.de/energieleitfaden umfasst vier Schwerpunkte: energetische Sanierung, Nutzung solarthermischer WĂ€rme, Stromerzeugung mit einer Photovoltaikanlage und Erzeugung von Strom und WĂ€rme mit Hilfe eines kleinen Blockheizkraftwerks.

Neben HintergrĂŒnden zu diesen Themen gibt es Hilfestellungen, wie eine WEG ihr Energieprojekt Schritt fĂŒr Schritt umsetzen kann. Dazu wird erlĂ€utert, wie das Ganze technisch funktioniert, wie wirtschaftlich es ist, welchen Beitrag zum Klimaschutz und Energiewende man leistet und welche Mittel der Förderung und Finanzierung es gibt. Abgerundet wird der Leitfaden durch Informationen zu relevanten Gesetzen und zu Fragen des Denkmalschutzes. Zu vielen Punkten gibt es weiterfĂŒhrende Links und Downloads.

Besonders hilfreich ist der Leitfaden bei der konkreten Umsetzung. Er verrĂ€t, was zu welchem Zeitpunkt ratsam ist und bei welcher WEG-Versammlung welche BeschlĂŒsse gefasst werden sollten. So behalten EigentĂŒmer den Überblick und können ihr Vorhaben Schritt fĂŒr Schritt zum Erfolg fĂŒhren. Das Format eines Online-Leitfadens eignet sich fĂŒr diese Thematik gut: Gesetzliche Bestimmungen sind hier leichter zu aktualisieren als in gedruckten BroschĂŒren. Zudem reduziert die Möglichkeit, einzelne Blöcke ein- und auszuklappen, die FĂŒlle an Informationen auf ein ĂŒberschaubares Maß.

Mit diesem Leitfaden leistet die Stadt Freiburg Pionierarbeit: Ähnlich umfassende Informationen und Hilfestellungen speziell fĂŒr WohnungseigentĂŒmergemeinschaften sind bundesweit bislang nicht verfĂŒgbar.

Auch die Energieagentur Freiburg baut ihre AktivitĂ€ten beim Thema WEG aus. Am Mittwoch, 1. Oktober, findet das 3. Freiburger Forum fĂŒr WohnungseigentĂŒmergemeinschaften im BĂŒrgerhaus ZĂ€hringen statt. Zu allen (auch ĂŒberregionalen) Foren finden sich die VortrĂ€ge und inhaltlichen Ergebnisse auf der neuen Online-Plattform www.energieagentur-regio-freiburg.de/weg-foren.
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