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Dienstag, 18. Februar 2020
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Verschiedenes

 
NABU: Offshore-LĂ€rm vertreibt Deutschlands einzige Wal-Art
Miller: Behörden-Hick-Hack um Butendiek wird zur Katastrophe fĂŒr Schweinswale

Berlin – Deutschlands einzige Wal-Art, der Schweinswal, flieht vor dem BaulĂ€rm des Offshore-Windparks Butendiek. Das zeigen aktuelle Flugbeobachtungen aus dem Sylter Außenriff. FĂŒr gewöhnlich halten sich hier im Juni die Schweinswale auf, um ihre KĂ€lber aufzuziehen. Doch dieses Jahr wurden deutlich weniger Tiere gezĂ€hlt als im Vorjahr. „Damit wird unsere grĂ¶ĂŸte BefĂŒrchtung zur traurigen Gewissheit: Der BaulĂ€rm des Windparks hat die Wale aus dem fĂŒr sie eingerichteten Schutzgebiet vertrieben – und das mitten in ihrer Fortpflanzungszeit“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. „Das wollten wir mit unserer Klage am Verwaltungsgericht Köln verhindern. Doch anstatt Verantwortung zu ĂŒbernehmen, ringen die Behörden seit Monaten um ZustĂ€ndigkeiten und versuchen, unsere Klage mit allen Mitteln zu behindern“, so Miller weiter.

Im Auftrag des Bundesamtes fĂŒr Naturschutz fĂŒhrt die TierĂ€rztliche Hochschule Hannover regelmĂ€ĂŸig fluggestĂŒtzte SchweinswalzĂ€hlungen in der deutschen Nordsee durch. Die aktuellen Karten zeigen, dass fast jeder zweite Schweinswal aus dem Gebiet verschwunden ist. Besonders alarmierend ist die geringe Anzahl von Mutter-Kalb-Paaren, die sonst typisch fĂŒr diese Jahreszeit sind. Im Radius von mehreren Kilometern um das Baugebiet des Windparks wurden wĂ€hrend zweier ÜberflĂŒge ĂŒberhaupt keine Wale gesichtet. „Butendiek liegt mitten im FFH-Schutzgebiet, in der Kinderstube des Nordsee-Schweinswals“, kritisierte NABU-Meeresexperte Kim Detloff. „Trotzdem wurden die ohrenbetĂ€ubenden Rammungen vorsĂ€tzlich in die Fortpflanzungszeit von Mai bis August gelegt. Diese naturschutzpolitische Ignoranz vonseiten der Betreiber und der Behörden ist unfassbar. Schweinswale sind nach nationalem und europĂ€ischem Recht streng geschĂŒtzt“, sagte Detloff.

Im April hatte der NABU auf Grundlage eines eigenen Rechtsgutachtens Klage nach Umweltschadensgesetz am Verwaltungsgericht Köln eingereicht. Angeklagt ist die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesamt fĂŒr Naturschutz (BfN). Das BfN jedoch lehnt die Verantwortung ab und verweist auf die rechtliche ZustĂ€ndigkeit des Bundesamtes fĂŒr Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH), der Genehmigungsbehörde fĂŒr Offshore-Windparks. Seitdem streiten sich die Juristen um die tatsĂ€chliche Verantwortlichkeit von BfN und BSH.

Um die Entscheidungsfindung zu beschleunigen, muss der NABU nun zwei getrennte Verfahren fĂŒhren: zum einen die Klage auf Vermeidung weiterer UmweltschĂ€den gegen das BSH am Verwaltungsgericht Hamburg, zum anderen die Klage gegen das BfN auf Sanierung des bereits eingetretenen Schadens am Verwaltungsgericht Köln. „WĂ€re das Thema nicht so traurig, könnte man ĂŒber diese Posse nur den Kopf schĂŒtteln. Doch die beiden zustĂ€ndigen Behörden spielen auf Zeit und verweigern die inhaltliche Auseinandersetzung. Gleichzeitig geschieht im Sylter Außenriff eine ökologische Katastrophe“, warnte Detloff. Inzwischen fordert das BSH sogar das BfN zur Stellungnahme fĂŒr das Hamburger Verfahren auf. „Das macht nicht nur die Verwirrung komplett, sondern zeigt auch, wie sehr sich die Behörden vor ihrer Verantwortung scheuen“, so der NABU-Meeresexperte.

Die nebulöse Umsetzung der europĂ€ischen Umwelthaftungsrichtlinie mit unklarer ZustĂ€ndigkeit ist nach NABU-Meinung ein Fall fĂŒr den EuropĂ€ischen Gerichtshof (EuGH). „Die Splittung der ZustĂ€ndigkeiten fĂŒr die Umwelthaftungsrichtlinie entspricht ganz sicher nicht der Intention der europĂ€ischen Gesetzgebung“, sagte Kim Detloff. „Den Schweinswalen im Baugebiet Butendiek hilft eine Entscheidung des EuGH vermutlich nicht mehr. Aber möglicherweise kann noch der Schaden fĂŒr die ebenfalls streng geschĂŒtzten Seevögel im Baugebiet abgewendet werden, etwa fĂŒr die Stern- oder Prachttaucher“, so Detloff. Gleichzeitig erhofft sich der NABU von den Klagen in Hamburg und Köln, dass zukĂŒnftige Genehmigungsverfahren fĂŒr Offshore-Parks den Anforderungen des geltenden Naturschutzrechts entsprechen.
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NABU begrĂŒĂŸt 500.000 Mitglied
Tschimpke: Mitglieder und Förderer verhelfen zu einer starken Stimme fĂŒr den Natur- und Umweltschutz

Berlin/Waltershausen – Die UnterstĂŒtzung vieler Menschen fĂŒr den NABU wĂ€chst. Der Verband hat im Sommer 2014 die Halbe-Million-Marke erreicht. Das 500.000 Mitglied kommt aus ThĂŒringen: Christel Rommel aus Hörselgau wurde am heutigen Freitag von NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke im thĂŒringischen Waltershausen persönlich begrĂŒĂŸt. Die Lehrerin unterrichtet dort am Staatlichen Regionalen Förderzentrum „A. Trinius“. PrĂ€sident Tschimpke nutzte die Gelegenheit einer Abschlussveranstaltung zum Ende des Schuljahres, um die ThĂŒringerin herzlich im Verband willkommen zu heißen und bedankte sich gleichzeitig bei den nun mehr als 540.000 Mitgliedern und Förderern, die den NABU regelmĂ€ĂŸig unterstĂŒtzen. Damit ist der NABU Deutschlands mitgliederstĂ€rkster Umweltverband.

„Unsere Mitglieder und Förderer verhelfen dem NABU zu einer starken Stimme und sorgen dafĂŒr, dass sich der NABU in Bund, LĂ€ndern und vor Ort beharrlich fĂŒr den Natur- und Umweltschutz einsetzen kann“, sagte NABU-PrĂ€sident Tschimpke. Durch diesen großen RĂŒckhalt in der Bevölkerung sei der NABU erfolgreich im Kampf um die Ziele des Natur- und Umweltschutzes und habe in seiner ĂŒber 100-jĂ€hrigen Verbandsgeschichte wichtige Erfolge erzielen können: Angefangen vom Verbot der Vogelfallenjagd und dem FlĂ€chenkauf durch die VerbandsgrĂŒnderin Lina HĂ€hnle Ende des 19. Jahrhunderts, dem Jagd- und Handelsverbot fĂŒr Greifvögel, der Sicherung des Nationalen Naturerbes bis hin zu aktuell erfolgreichen Kampagnen wie „Willkommen Wolf!“ zum Schutz der Wölfe und fĂŒr umweltfreundlichere Kreuzfahrt- und Containerschiffe.

„Im Wesentlichen sind die Ziele, die Lina HĂ€hnle damals verfolgte, geblieben. Im Fokus unserer Arbeit steht die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt zu bewahren sowie eine lebenswerte Umwelt auch fĂŒr folgende Generationen zu schaffen. Dazu zĂ€hlt auch unser Engagement bei Unternehmen fĂŒr eine ressourcenschonende Wirtschaftsweise“, so Tschimpke. Die besondere StĂ€rke des NABU liege in der praktischen Naturschutzarbeit. HerzstĂŒck des NABU seien die rund 35.000 aktiven Mitglieder, die in ĂŒber 2.000 Ortsgruppen organisiert sind.

Aufmerksam auf den NABU wurde Christel Rommel auch in ihrer Funktion als Projektleiterin der Kampagne „Umweltschule in Europa-Internationale Agenda 21 Schule“, die der NABU ThĂŒringen koordiniert. Dabei setzen sich SchĂŒler und Lehrer fĂŒr Umwelt- und Nachhaltigkeitsprojekte an ihrer Schule oder ihrem Umfeld ein. Dazu zĂ€hlen Aktionen zum Klimaschutz, zur Energieeinsparung, zur gesunden ErnĂ€hrung, ökologischen Schulhofgestaltung oder zum fairen Handel.
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Wirtschaftslobby steuert TTIP-Verhandlungen
 
Wirtschaftslobby steuert TTIP-Verhandlungen
Am Montag beginnt in BrĂŒssel die sechste Verhandlungsrunde ĂŒber das transatlantische Freihandels- und Investitionsabkommen TTIP. Kurz zuvor wurde nun öffentlich, mit wem sich die EU-Kommission bei der Vorbereitung des Verhandlungsmandats traf: Zu 92% waren es Wirtschaftslobbyisten und Vertreter der Industrie.
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Der CO2-Fußabdruck fĂŒr Touristinformationen
 
Der CO2-Fußabdruck fĂŒr Touristinformationen
Viabono, eine unabhĂ€ngige Fachorganisation fĂŒr touristische Nachhaltigkeitszertifizierungen, die 2001 auf Initiative des Bundesumweltministeriums und diverser SpitzenverbĂ€nde aus den Bereichen Tourismus, Umwelt, Verbraucher und Kommunen gegrĂŒndet wurde, möchte die Umwelt- und Klimafreundlichkeit von Touristinformationen durch die Berechnung von CO2-FußabdrĂŒcken stĂ€rker in den Fokus der GĂ€ste rĂŒcken. FĂŒr das Projekt werden derzeit noch "Partner der ersten Stunde" gesucht, uim Klima-Effizienzklassen bilden zu können.

Viabono GmbH, Helge Beißert
beissert@viabono.de
02205 / 9198350
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Donaueschingen: Eröffnung der Outdoorschule & Kanustation
Mit dem Kanu mitten in der Natur / Foto: promo
 
Donaueschingen: Eröffnung der Outdoorschule & Kanustation
Kanuwandern und Verleih mit BLACK FOREST MAGIC in Donaueschingen
Natur- und Sporterlebnisse fĂŒr Familien, Gruppen und Schulklassen
Umfassendes Tourenangebot und viel ErlebnispÀdagogik

Kanufahrten sind ein beliebtes FreizeitvergnĂŒgen: Weit mehr als eine Million Menschen setzen sich jedes Jahr mindestens ein Mal ganz nah am Wasser ins Boot und paddeln los. Kein Wunder, denn Kanuwandern eröffnet ganz neue Blickwinkel auf Natur und Umwelt, es stĂ€rkt den Teamgeist, und die Muskeln stĂ€rkt es auch: Wer einmal mit dem Kanu unterwegs war, der weiß am Abend, dass er da etwas Gutes fĂŒr sich getan hat und hat in der Regel Lust auf mehr bekommen...

Mit der neuen Kanustation & Outdoorschule in Donaueschingen des Outdoorunternehmens BLACK FOREST MAGIC aus Freiburg kommt nun beim Tennisplatz in der Stadionstrasse in Donaueschingen eine neue Freizeit-Attraktion in die Region: Ab Samstag, dem 19. Juli startet der Verleih von 3er und 4er Kanus. Bis Mitte Oktober dauert die Saison, in der Neueinsteiger hier den Kanusport fĂŒr sich entdecken können. Zusammen mit erfahrenen, vom DKV zertifizierten Guides werden regelmĂ€ĂŸig gefĂŒhrte Kanutouren nach Neudingen (2,5 bis 3 Std.) flussabwĂ€rts angeboten. Neben den Kanus stehen Schwimmwesten, Paddel und wasserdichte Taschen bereit. Am Ende der Tour werden die Kanus an den Ausstiegsstellen bis 16.30 /17.00 Uhr in Empfang genommen und von dort zusammen mit den frisch gebackenen Kanuten wieder zurĂŒck nach Donaueschingen gebracht.

FĂŒr Gruppen oder Schulklassen steht das Verleih- und Tourenangebot von BLACK FOREST MAGIC mit DKV-Guides dann auch an allen Wochentagen zur VerfĂŒgung. Der Hauptschwerpunkt von BLACK FOREST MAGIC: mobile Angebote wie Bogenschießen, Klettern, Abseilen, Teamtrainings bzw. Sozial-Kompetenztraining fĂŒr Schulklassen. Im Winter werden auch Schneeschuhtouren und Langlaufkurse angeboten. Vor allem Schulklassen und andere Gruppen sollen diese Angebote fĂŒr die Weiterentwicklung von Sozialkompetenzen und Förderung von kooperativem Verhalten zur VerfĂŒgung stehen. GeschĂ€ftsfĂŒhrer und Inhaber Thomas BĂŒhrer, der seit Jahren diese Outdoorangebote im Schwarzwald und vor allem rund um Freiburg anbietet und durchfĂŒhrt, sieht bezĂŒglich dieser Angebote einen starken Bedarf im schulischen Bereich, auch weit ĂŒber Donaueschingen hinaus: BĂŒhrer, der schon 15 Jahre als Hauptschullehrer arbeitet, wurde von Kollegen hĂ€ufig nach erlebnispĂ€dagogischen Angeboten im Schwarzwald-Baar-Kreis angesprochen. Jedoch fand sich dafĂŒr bisher keine direkte Anlaufstelle. Dies soll sich nun ab dem 19. Juli Ă€ndern. Vor Ort in Donaueschingen werden auch erfahrene ErlebnispĂ€dagogen sein, die diese Angebote alle professionell durchfĂŒhren und auch Schulen bei erlebnispĂ€dagogischen Programmen beraten können.

ErlebnispĂ€dagogik wird bei BLACK FOREST MAGIC nicht nur als reine „Spaßveranstaltung“ definiert: Die Teilnehmer sollen wĂ€hrend der Angebote auch mehr Sozialkompetenz, einen guten Umgang miteinander und das richtige Verhalten beim Outdoorsport in und mit der Natur lernen.

Zum Start der Kanustation Donaueschingen wird am 19. Juli um 14.30 Uhr eine gefĂŒhrte Tour nach Neudingen angeboten. Der RĂŒckholservice fĂŒr diese Touren ist kostenlos, Kinder bis 14 Jahre können nur in Begleitung eines Erwachsenen teilnehmen. Ebenfalls wird es ab 12.00 Uhr die Möglichkeit geben, sich beim Schnupperbogenschiessen mit Bogentrainern (Preis: 8,- €) zu erproben. Außerdem steht Thomas BĂŒhrer fĂŒr Fragen rund um ErlebnispĂ€dagogische Angebote zur VerfĂŒgung. BLACK FOREST MAGIC verleiht nicht nur Kanus, sondern verkauft diese auch. So können am kommenden Samstag auch Boote der Eigenmarke BLACK FOREST CANOES in Augenschein genommen werden. Bewirtung erfolgt durch das nahe liegende Restaurant Tennisclub in der Stadionstrasse.

Telefonische Anmeldung bzw. Reservierung ist erwĂŒnscht, jedoch ist auch die spontane Anmeldung vor Ort möglich. Bitte jeweils mindestens 15 Minuten vor Tourbeginn erscheinen.

Outdoorschule BLACK FOREST MAGIC Freiburg/Donaueschingen
Tel.: 0761 / 6954200
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NABU hilft Waldbesitzern bei der Nutzung von EU-Geldern
Studie „Natura 2000 im Privatwald“ vorgelegt

Berlin/Freiburg – Der NABU will private Waldbesitzer darin unterstĂŒtzen, die neuen Fördermöglichkeiten der EU fĂŒr Naturschutzmaßnahmen im Wald zu nutzen. Die jetzt vorgelegte Studie „Natura 2000 im Privatwald“ nennt Beispiele, wie private WĂ€lder naturschutzgerecht bewirtschaftet werden können und wo Fördermöglichkeiten bestehen.

„Leider wird bisher nur ein Bruchteil der Gelder, die von der EU zur Finanzierung von Naturschutzmaßnahmen im Wald angeboten werden, von den Privatwaldbesitzern auch tatsĂ€chlich abgerufen“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. FĂŒr die neue EU-Förderperiode 2014-2020 planen die BundeslĂ€nder derzeit die Verteilung von ĂŒber einer Milliarde Euro jĂ€hrlich fĂŒr die so genannte Förderung des LĂ€ndlichen Raumes. „Der NABU sieht hier die BundeslĂ€nder in der Pflicht, ihre Förderprogramme attraktiv zu gestalten, damit auch mehr Landwirte und Waldbesitzer Naturschutzmaßnahmen auf ihren FlĂ€chen umsetzen“, so Miller.

Knapp die HĂ€lfte des deutschen Waldes ist in privater Hand. Viele Waldbesitzer wollen etwas fĂŒr den Naturschutz tun, beispielsweise auf das FĂ€llen alter BĂ€ume oder die Entfernung von Totholz verzichten – insbesondere in den nach EU-Recht geschĂŒtzten Natura-2000-Gebieten. Es fehlt ihnen aber oft an finanziellen Anreizen sowie an Einblicken in das Dickicht der BrĂŒsseler Fördermöglichkeiten. Hier setzt die Studie an, die der NABU bei der UniversitĂ€t Freiburg in Auftrag gegeben hat.

WĂ€lder bedecken ungefĂ€hr ein Drittel der FlĂ€che Deutschlands. Aufgrund ihrer Artenvielfalt, ihrer zahlreichen Dienstleistungen fĂŒr den Menschen und ihrer kulturellen Bedeutung ist ihr Schutz von großer Bedeutung. Doch nach wie vor sind zahlreiche geschĂŒtzte Tier- und Pflanzenarten des Waldes im RĂŒckgang begriffen. Die neuesten Daten der Bundesregierung zeigen: von den 17 hierzulande vorkommenden Wald-Lebensraumtypen sind 15 teilweise in einem unzureichenden bis schlechten Erhaltungszustand.

Diese Veröffentlichung entstand im Rahmen des NABU-Projektes „EU-Naturschutzfinanzierung 2014–2020“, das vom Bundesamt fĂŒr Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums fĂŒr Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert wird.
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NABU zum Stopp der Pkw-Maut durch Kanzlerin Merkel
Miller: Unsinns-Konzept ohne ökologische Lenkungswirkung

Berlin – Zu den GerĂŒchten, Kanzlerin Angela Merkel habe die Maut-PlĂ€ne von Verkehrsminister Alexander Dobrindt gestoppt, erklĂ€rt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Das von Minister Dobrindt geplante Maut-Konzept hat sich nicht nur als Unsinns-Maut, sondern nun auch als Luftnummer erwiesen. Gut, dass es von höchster Stelle gestoppt wurde. Dennoch entlastet diese Entscheidung die Bundesregierung nicht davon, ein tragfĂ€higes Modell zum Erhalt der Infrastruktur vorzulegen. Dazu war die zuletzt diskutierte Maut kaum geeignet. Viel entscheidender ist jedoch, dass sie keinerlei ökologische Lenkungswirkung entfaltet hĂ€tte."

Hier, so Miller, sollte stur ein populistisches Wahlkampfversprechen der CSU durchgeboxt werden, anstatt dringende Verkehrsprobleme dieses Landes anzugehen. „Nur eine entfernungsabhĂ€ngige und an den CO2-Ausstoß der Fahrzeuge gekoppelte Pkw-Maut auf allen Straßen wĂŒrde gewĂ€hrleisten, dass dem Autofahrer die Kosten fĂŒr Klima-, Umwelt- und GesundheitsschĂ€den angelastet werden, die die Abgase seines Fahrzeugs verursachen", so Miller. Viel einfacher und kostengĂŒnstiger sei jedoch ohnehin eine Erhöhung der Mineralölsteuer. Wer viel fĂ€hrt, wĂŒrde dann stĂ€rker belastet. Der NABU sieht darin auch das beste Instrument zur Infrastrukturfinanzierung.

Wichtiger jedoch als die Diskussion um die Maut fĂŒr die rund 44 Millionen Pkw auf deutschen Straßen sei die Weiterentwicklung der Lkw-Maut, wie sie auch der Koalitionsvertrag der Bundesregierung vorsehe. „Insbesondere der Schwerlastverkehr nimmt die Infrastruktur stark in Anspruch, so dass eine Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Straßen und ab einem zulĂ€ssigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen dringend erforderlich ist“, erklĂ€rt Miller.

Erst in der vergangenen Woche hatten Deutschlands UmweltverbÀnde ein gemeinsames Klimakonzept zur drastischen Reduktion der verkehrsbedingten CO2-Emissionen bis 2050 vorgelegt, das unter anderem auch eine Pkw-Maut vorsieht.
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NABU fordert Fracking-Verbot fĂŒr ganz Deutschland
Tschimpke: RegierungsvorschlÀge sind fauler Kompromiss

Berlin – Der NABU fordert von der Bundesregierung ein Fracking-Verbot fĂŒr ganz Deutschland. „Die Einigung zwischen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und Bundeswirtschaftminister Sigmar Gabriel ist ein fauler Kompromiss zu Lasten des Schutzes von Mensch, Natur und Trinkwasser“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. „Statt einer Lex Niedersachsen und eines Fracking-Moratoriums auf Zeit brauchen wir ein dauerhaftes Fracking-Verbot, und zwar in allen LagerstĂ€tten, ob konventionell oder unkonventionell.“ Aus NABU-Sicht mĂŒssten auch die Förderung von Erdgas, aus ehemals porösen und nun versiegelten Gesteinsformationen, so genanntes Tight-Gas, sowie der Einsatz der Fracking-Technologie in konventionellen LagerstĂ€tten verboten werden. Die Bundesregierung plant lediglich ein Fracking-Moratorium fĂŒr Schiefer- und Kohleflözgasvorkommen aus unkonventionellen LagerstĂ€tten bis 3.000 Meter Tiefe bis 2021/2022. Allerdings mit einer weiteren EinschrĂ€nkung: Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sollen zulĂ€ssig bleiben. Das Moratorium soll 2021 ĂŒberprĂŒft werden.

FĂŒr den NABU ist es absolut inakzeptabel, dass ĂŒber die Erschließung unkonventioneller LagerstĂ€tten in Tight-Gas nachgedacht wird, obwohl bereits die konventionelle Förderung erhebliche Risiken und Gefahren birgt und deren FolgeschĂ€den heute immer wieder zu Tage treten. „GrenzwertĂŒberschreitungen von Giftstoffen um das 15.000fache, deren Verpressung in Trinkwasserschutzgebieten, Benzolaustritte aus LagerstĂ€ttenleitungen und Erdbeben belegen, dass der bisherige Rechtsrahmen lĂŒckenhaft ist, um die Gefahren und Risiken der Erschließung konventioneller LagerstĂ€tten fĂŒr Mensch und Natur zu bannen“, so Tschimpke. Die LĂŒcken zu stopfen, dazu seien die vorgelegten Eckpunkte unzureichend.

Aus NABU-Sicht bedrohen die heute vorgestellten Ausnahmen die Gesundheit von Mensch und Natur. Dazu gehören nicht nur die Gefahren und Risiken durch den Einsatz von umweltgiftigen Stoffen. „Durch Gas-Fracking können auch natĂŒrlich im Boden vorkommende Giftstoffe gelöst werden und ins Grundwasser gelangen“, sagte NABU-Energieexperte Ulf Sieberg. DarĂŒber hinaus belegten die dem NABU im Januar zugegangenen Zwischenergebnisse des zweiten Teils des Gutachtens des Umweltbundesamtes zu den Risiken und Gefahren der Fracking-Technologie, dass eine Übertragbarkeit von Erkenntnissen aus F&E-Vorhaben wegen der unterschiedlichen Bodenbeschaffenheit nicht von einem auf andere Standorte möglich sei.

Auch aus energie- und klimapolitischen GrĂŒnden lehnt der NABU die Erkundung und Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen LagerstĂ€tten ab. „Der enorme Energie- und FlĂ€chenverbrauch spricht gegen die Fracking-Technologie“, so Sieberg. EnergieimportabhĂ€ngigkeit und Versorgungssicherheit ließen sich statt mit Fracking mit Energieeffizienz lösen. Hier warte man aber seitens der Regierung leider immer noch vergeblich auf konkrete Taten.
 
 



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