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Freitag, 15. Februar 2019
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Verschiedenes

 
NABU: Kritik an fester Beltquerung zwischen Deutschland und Dänemark wird lauter
Miller: Deutschland sollte auf dänische Verkehrsexperten hören und aussteigen

Berlin – Die kritischen Stimmen zu Europas größtem Infrastrukturprojekt, der festen Fehmarnbeltquerung zwischen Deutschland und Dänemark, wachsen nun auch auf dänischer Seite. In einem NDR-Beitrag formulierten gleich zwei renommierte Verkehrsexperten ungewohnt deutlich Kritik an dem gigantischen Vorhaben. Knud Erik Andersen, der fast 40 Jahre an zentraler Stelle für die dänische Verkehrsverwaltung gearbeitet hat, sagte dem Schleswig-Holstein Magazin, dass die Kosten für den geplanten Tunnel deutlich höher liegen und letztlich am Steuerzahler hängen bleiben würden. Auch der Verkehrswissenschaftler Per Homann Jespersen von der Universität Roskilde bestätigte, dass die Baukosten seit dem Jahr 2007 um mehr als eine Milliarde Euro gestiegen sind. Die vom Vorhabenträger Femern A/S lange kolportierte Aussage, der Tunnel amortisiere sich allein durch die Mautzahlungen der Nutzer, fällt damit wie ein Kartenhaus zusammen.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller sagte: „Die Warnrufe derjenigen, die vor dem ökonomischen und ökologischen Desaster des Tunnelprojekts unter dem Fehmarnbelt warnen, wächst unaufhörlich. Endlich mehren sich auch kritische Stimmen namhafter Experten in Dänemark. Verkehrsminister Alexander Dobrindt sollte auch für die deutsche Hinterlandanbindung schnellstmöglich neue Kostenschätzungen anstellen und dann aus dem Mammutprojekt aussteigen.“
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E-Bike Angebote für aktive Gäste
E-Bike / Foto: KUR UND BĂ„DER GMBH BAD KROZINGEN
 
E-Bike Angebote für aktive Gäste
BAD KROZINGEN. Was vor einigen Jahren aus technischen Gründen undenkbar war, wird aktuell immer beliebter - Genussradeln mit dem E-Bike. Das Fahrrad mit Elektromotor spricht nicht nur die ältere Generation an sondern wird auch bei jüngeren und technikbegeisterten Menschen immer beliebter. Die Kur und Bäder GmbH bietet das Komplettpaket an: von einem E-Bike Verleih über geführte Touren bis hin zur Radreise mit dem E-Bike.

Von Mitte Mai bis Mitte September bietet die Kur und Bäder GmbH alle 14 Tage eine geführte E-Bike Tour durch das Markgräflerland an. Die erste Tour findet am Dienstag, den 13. Mai 2014 von 14.00 – 17.00 Uhr statt. Bei der Tour erkunden die Teilnehmer die wunderschöne Landschaft zwischen den Reben und entdecken das Markgräflerland um Bad Krozingen ganz bequem auf dem Elektrorad.

Individuelle Tourenangebote wie z.B. für Firmen oder Vereine für bis zu 35 Personen können ebenfalls gebucht werden. Möglich ist z.B. eine Neuseeland-Tour unter dem Motto „Immer höher, schneller und weiter“. Diese beinhaltet eine E-Bike Tour von Bad Krozingen nach Neuenburg, anschließend eine Kanu-Tour über den Altrhein bis Hartheim, die Rückfahrt mit dem E-Bike nach Bad Krozingen und abschließend eine Wanderung auf den Rebberg mit Lagerfeuer.

Wer die Region alleine erkunden möchte kann ein E-Bike am Kiosk im Kurgebiet, neben der Tourist-Information, leihen. Ab der 6. Nacht erhalten Gäste in Bad Krozingen sogar drei Stunden lang kostenlos ein E-Bike. Für die Radler besteht die Möglichkeit an der Tourist- Information ein GPS mit Tourenvorschlägen auszuleihen. Für Durchreisende ist in der Vita Classica eine E-Bike Ladestation vorhanden. Während der Akku aufgeladen wird kann man es sich in der Therme gut gehen lassen.

In Kooperation mit den Thermen des Südens bietet die Kur und Bäder GmbH eine komplette Radreise „Vom Rad ins Bad mit dem E-Bike“ mit vier Übernachtungen an. Die Tour beginnt in Freiburg, führt über Bad Krozingen und Badenweiler und endet in Bad Bellingen. Jeden Tag sind neue Landschaften und viel Sehenswertes zu entdecken und am Abend wartet Entspannung pur in den Thermen- und Saunalandschaften.
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  NABU klagt gegen den Offshore-Windpark Butendiek
Sterntaucher / Foto: NABU / F. Derer
 
NABU klagt gegen den Offshore-Windpark Butendiek
Miller: Bundesregierung muss ökologische Katastrophe verhindern

Berlin – Der NABU klagt nach Umweltschadensgesetz gegen den Bau des Offshore-Windparks Butendiek. Die Klageschrift ist am 17. April an das Verwaltungsgericht Köln gegangen. Der Umweltverband befürchtet Schäden bei streng geschützten Meeresvögeln und Schweinswalen. Butendiek liegt 32 Kilometer westlich von Sylt, inmitten des FFH-Gebiets „Sylter Außenriff“ und des EU-Vogelschutzgebiets „Östliche Deutsche Bucht“. „Die Klage ist unsere letzte Möglichkeit, eine ökologische Katastrophe in zwei Natura-2000-Gebieten vor unserer Küste zu verhindern, nachdem Jahre des naturschutzfachlichen Dialogs ins Leere liefen. Das ist nicht die Form erneuerbarer Energien, für die der NABU steht“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Adressat der Klage ist die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesamt für Naturschutz. Der NABU fordert einen sofortigen Baustopp, um Schäden an der Meeresnatur und den Bruch geltenden Naturschutzrechts zu verhindern. Die Klage ist für den NABU der letzte Schritt am Ende einer jahrelangen Diskussion um den naturverträglichen Ausbau der Offshore-Windkraft in Deutschland. Bis zuletzt verliefen Gespräche mit den verantwortlichen Politikern, Fachbehörden und der Industrie leider ohne Ergebnis. Nun muss das Gericht über den Fall Butendiek entscheiden.

„Der Windpark Butendiek liegt in der Kinderstube des Schweinswals in der südlichen Nordsee. Hier werden im Frühjahr die Kälber geboren und verbringen ihre ersten Lebensmonate. Für die seltenen Stern- und Prachttaucher ist das Sylter Außenriff ein wichtiges Rast- und Überwinterungsgebiet. Sie sind äußerst störanfällig, meiden Windparks und verlieren so dauerhaft ihren Lebensraum, mitten in einem EU-Vogelschutzgebiet“, erläutert NABU-Meeresexperte Kim Detloff.

Erst im Februar 2014 hatten Experten des Instituts für Naturschutz und Naturschutzrecht Tübingen im Auftrag des NABU in einem Rechtsgutachten dargestellt, dass der Genehmigungsbescheid für den Windpark Butendiek zahlreiche Verstöße gegen geltendes Naturschutzrecht aufweist. Das Projekt hätte in der vorliegenden Form nie genehmigt werden dürfen. Fehlende wissenschaftliche Untersuchungen führten dazu, dass Auswirkungen auf die geschützten Arten ausgeschlossen wurden, kritische Stellungnahmen des Bundesamtes für Naturschutz wurden ignoriert und Vorgaben des europäischen Arten- und Lebensraumschutzes blieben unberücksichtigt, so das Fazit der Rechtsexperten.

Der NABU setzt sich für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende im Stromsektor ein und hält in diesem Rahmen auch einen Ausbau der Offshore-Windkraft für erforderlich. „Fehler in der Planung und Genehmigung von Offshore-Windparks sowie ein fehlendes steuerndes Gesamtkonzept haben dazu geführt, dass sich Naturschutz und Klimaschutz im Fall Butendiek zuwiderlaufen. Wir begrüßen daher, dass die Bundesregierung die Ausbauziele für die Offshore-Windkraft bis 2020 auf 6,5 Gigawatt Leistung reduziert hat. So haben wir die Chance, kritische Projekte auf den Prüfstand zu stellen und wenn nötig zu stoppen, ohne die Energiewende zu behindern“, so Miller.
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Ozon-Telefon seit 1. Mai wieder in Betrieb
Das Ozon-Telefon ist ab 1. Mai bis Ende September wieder in Betrieb.
Unter der Telefonnummer: 77555 können Bürgerinnen und Bürger die aktuellen Ozonwerte abfragen. Täglich um 9.30 Uhr, 12.30 Uhr, 15.30 Uhr und 18.30 Uhr wird der Ansagetext mit den neuesten Messwerten aus Freiburg aktualisiert.
Ăśberschreiten die Messwerte 180 μg/m3 Ozon, spricht das Umweltschutzamt eine Ozon-Warnung aus und empfiehlt, ungewohnte und körperlich anstrengende Tätigkeiten im Freien zu vermeiden, auf das Autofahren zu verzichten und stattdessen öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen.
 
 

 
NABU - Naturbewusstseinsstudie: Menschen in Deutschland wollen lebendige FlĂĽsse
Miller: Bund und Länder auch beim naturnahen Hochwasserschutz in der Pflicht

Berlin – Neun von zehn Bundesbürgern finden naturnah gestaltete Flüsse schöner als begradigte und sprechen sich dafür aus, dass sich unsere Flüsse durch eine solche Gestaltung frei entfalten können. Eine ebenso große Mehrheit sieht Flussrenaturierungen auch als wichtige Maßnahme zum Hochwasserschutz. So lauten einige zentrale Aussagen der am Montag von Bundesumweltministerium und Bundesamt für Naturschutz vorgestellten Naturbewusstseinsstudie. Diese klaren Ergebnisse nimmt der NABU zum Anlass, um von Bund und Ländern konkrete Bemühungen zur Renaturierung unserer heimischen Flüsse einzufordern.

„Die öffentliche Meinung ist eindeutig. Die Menschen wollen lebendige Flüsse, nun ist die Politik am Zug“, kommentiert NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller die Ergebnisse. Die Bundesregierung müsse das auf NABU-Initiative hin im Koalitionsvertrag vereinbarte „Bundesprogramm Blaues Band“ für die Renaturierung von Flüssen und Auen nun zeitnah auflegen und mit den notwendigen finanziellen Mitteln ausstatten. Auch werde das für den Herbst angekündigte nationale Hochwasserschutzprogramm ein Gradmesser dafür sein, wie ernst es Bund und Ländern tatsächlich mit den Bekenntnissen zum naturnahen Hochwasserschutz sei. „Von Hoch- und Niedrigwasser geprägte Flussauen sind nicht nur wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere, sondern bieten auch Schutz vor Hochwasser. Investitionen in höhere Deiche und Flutmauern sind nur dann sinnvoll, wo es um den direkten Schutz von Siedlungen und wichtiger Infrastruktur geht“, sagte NABU-Naturschutzexperte Till Hopf.

Wie eine Flussrenaturierung praktisch funktionieren kann zeigt der NABU mit Europas größtem Renaturierungsprojekt „Untere Havel“. Unter Federführung des NABU werden auf insgesamt 19.000 Hektar Altarme angeschlossen, Uferbefestigungen beseitigt, Flutrinnen aktiviert und es entsteht ein natürlicher Ufer- und Auenwald. Um Fluss, Land und Leute kennenzulernen sind derzeit bis zum 21. Juni NABU-Mitarbeiter und -Mitglieder mit einem Floß auf der Havel unterwegs und berichten täglich unter www.havelberry-finn-tour.de von ihren Erlebnissen.
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NABU: Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im Wald stoppen
Miller: Wirkung ungewiss, Nebenwirkungen bedenklich

Berlin – Der NABU fordert einen sofortigen Stopp des Gifteinsatzes gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners im Wald. Auch in diesem Jahr sollen wieder mehrere 1.000 Hektar Eichenwald, hauptsächlich in Brandenburg, mit dem für die Schmetterlingsart tödlichem Pestizid Dipel ES begiftet werden. Nach derzeitigem Wissenstand ist eine Wirksamkeit der Bekämpfungsmaßnahme allerdings nicht nachgewiesen. Zu diesem Ergebnis kamen auch Experten bei einem zweitägigen Workshop des Bundesamtes für Naturschutz zu den Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner am Montag und Dienstag auf der Insel Vilm.

„Die Massenvermehrung des Eichenprozessionsspinners ist seit einigen Jahrhunderten belegt und ein immer wiederkehrendes Phänomen in deutschen Wäldern, das offensichtlich zum natürlichen Prozess gehört. Bisher gibt es keine Waldbestände die auf Grund des Eichprozessionsspinners abgestorben sind. Durch die Gifteinsätze können jedoch bis zu 214 Schmetterlingsarten in Deutschland betroffen sein. Die Wirkungszusammenhänge der Pestizidbehandlung auf Vögel, Fledermäuse, aber auch Kleinsäuger, die die vergifteten Raupen oder Schmetterlinge fressen, sind bisher nicht geklärt“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Um die Artenvielfalt in den ökologisch wertvollen Eichenwäldern nicht zu gefährden, müsse umgehend auf den Pestizideinsatz verzichtet werden.

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners fressen Eichenblätter, was zu forstlichen Schäden führen kann und die Brennhaare der Insekten stellen eine Gesundheitsgefahr für den Menschen dar, weil sie Hautreizungen und allergische Reaktionen auslösen können. Zum Schutz des Menschen spricht sich der NABU deshalb in Siedlungsbereichen wie Spielplätzen, Schulen, Parkanlagen und Friedhöfen für mechanische Verfahren, wie dem Absaugen der Raupennester und dem anschließenden Verbrennen aus. In den betroffenen Waldgebieten müssen Warnhinweise angebracht und wo nötig Zugangsverbote ausgesprochen werden.
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NABU mahnt Verbesserungen der neuen Energieeinsparverordnung (EnEV) an
Miller: Energieausweis zum Nachfragekriterium auf Wohnungsmarkt machen

Berlin – Pünktlich zum Ende der Heizperiode tritt am 1. Mai die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014 in Kraft. Damit kommen auch neue Regelungen zum Energieausweis auf Hauseigentümer zu. Der NABU begrüßt die neuen Regelungen, mahnt aber weitere Verbesserungen an. „Um die energetische Beschaffenheit von Gebäuden zu einem echten Nachfragekriterium auf dem Immobilien- und Wohnungsmarkt zu machen, muss der Energieausweis einfacher, transparenter und verlässlicher werden“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Ab 1. Mai muss bei Verkauf, Vermietung, Verpachtung oder Leasing spätestens bei der Besichtigung ein Energieausweis vorgelegt oder während der Besichtigung deutlich sichtbar ausgelegt werden. Ansonsten drohen Bußgelder bis zu 15.000 Euro. Das Ziel, gegenüber Käufern von Immobilien und Wohnungssuchenden für mehr Transparenz bezüglich des energetischen Zustands von Gebäuden zu sorgen, sei richtig, so Miller. Nun müsse es aber sachgerechter umgesetzt werden.

Der NABU fordert, den Dualismus von Verbrauchs- und Bedarfsausweis zugunsten des Energiebedarfsausweises zu beenden und die verschiedenen Möglichkeiten zur Berechnung einzuschränken. „Transparenz entsteht nur dort, wo Ergebnisse miteinander vergleichbar sind“, sagte NABU-Energieexperte Ulf Sieberg. Die Vorlage des Ausweises allein gewährleiste noch keine Vergleichbarkeit. Kaufinteressenten und Mietern müsse daher die Suche nach energiesparendem Wohnraum und der Vergleich verschiedener Angebote durch die verbraucherfreundlichere Gestaltung der Ausweise und den vollständigen Ersatz des Bandtachos durch Effizienzklassen mit Buchstaben erleichtert werden. Nur so könne neben dem Preis und der Lage die energetische Qualität zum Kriterium bei der Immobilienwahl werden, so Sieberg.

Aus NABU-Sicht trägt die EnEV 2014 nicht zur Umsetzung einer erfolgreichen Energiewende in Gebäuden bei. „Die wenig verbesserten Neubaustandards greifen erst 2016 und damit viel zu spät. Für den Gebäudebestand fehlen erhöhte Anforderungen sogar ganz“, kritisierte Sieberg. Gemeinsam mit der Gebäude-Allianz, einem Bündnis aus über 30 Wirtschafts-, Branchen-, Verbraucherschutz- und Umweltverbänden sowie Gewerkschaften, fordert der NABU von Politik und Bundesregierung eine konsistente Gesamtstrategie zur energetischen Sanierung des deutschen Gebäudebestandes auf ein klimaneutrales Niveau. Auch die EU-Energieeffizienzrichtlinie fordert von Deutschland bereits bis 30. April die Vorlage einer „Gebäuderenovierungsstrategie“. Nur mit einer solchen Gesamtstrategie, einem Sanierungsfahrplan für den Gesamtgebäudebestand und mit einem individuellen Sanierungskonzept für jedes Gebäude kann laut Gebäude-Allianz der Handlungsbedarf im Gebäudesektor hinreichend gegenüber der Politik sowie Hauseigentümern, Investoren und Mietern untermauert werden, um die klima- und energiepolitischen Ziele zu erreichen.
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NABU-Analyse: Bundesländer sind unzureichend auf Rückkehr des Wolfes vorbereitet
Wolf im Schnee / Foto: NABU / H. Pollin
 
NABU-Analyse: Bundesländer sind unzureichend auf Rückkehr des Wolfes vorbereitet
Tschimpke: Management nur in Sachsen und Brandenburg vorbildlich



Berlin – 150 Jahre nach seiner Ausrottung ist der Wolf nach Deutschland zurückgekehrt. Inzwischen leben in sechs Bundesländern wieder dauerhaft Wölfe, in 13 Ländern wurde er seit dem Jahr 2000 mindestens einmal nachgewiesen. „Wölfe sind Langstreckenläufer. Innerhalb weniger Tagesmärsche können sie jeden Punkt in Deutschland erreichen. Daher sollte man 14 Jahre nach der Rückkehr des Wolfes davon ausgehen, dass sich jedes Bundesland auf ihn eingestellt hat“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Dass dem nicht so ist, zeigt eine aktuelle Analyse des NABU. Anlässlich des bundesweiten „Tag des Wolfes“ bewertete der Naturschutzverband das Wolfsmangement der Länder nach fünf Kriterien: Vorliegen und Vollständigkeit eines Managementplans, Monitoring, Unterstützung von Nutztierhaltern durch die Landesregierungen sowie entsprechende Öffentlichkeitsarbeit. Nur zwei Länder – Sachsen und Brandenburg – sind demnach gut auf das Zusammenleben mit dem Wolf eingestellt. Sieben der 16 Bundesländer erhalten ein durchschnittliches Zeugnis – hier steht die Ampel für den Rückkehrer auf „Gelb“. Schlusslichter mit keinem oder unzureichendem Wolfsmanagement sind die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Saarland sowie die Stadtstaaten.

„Brandenburg und Sachsen als Spitzenreiter hatten zwar schon länger Zeit, das Zusammenleben mit dem Wolf wieder zu lernen. Doch auch durch Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zogen nachweislich schon Wölfe hindurch. Daher ist das Ausharren der Landesregierungen hier unverständlich“, sagte NABU-Wolfsexperte Markus Bathen. Insbesondere Hessen und Nordrhein-Westfalen haben dringenden Nachholbedarf. Nach Einschätzung des NABU ist es nur eine Frage der Zeit, bis die niedersächsischen Wolfsvorkommen weiter gen Süden wandern. Und auch die Stadtstaaten müssen sich, trotz ihrer urbanen Sonderstellung, besser auf den Wolf einstellen. „Da Wölfe bereits am Stadtrand von Hamburg und Berlin gesichtet wurden, müssen auch die Stadtstaaten möglich schnell ein gutes Wolfsmanagement aufbauen“, so Bathen.

Um das Zusammenleben mit den Wölfen zu regeln, gibt es beispielsweise in Brandenburg, Sachsen und Thüringen bereits Managementpläne. „Jedes Bundesland muss damit rechnen, dass künftig dauerhaft Wölfe innerhalb ihrer Landesgrenzen leben. Daher müssen die Länder mit allen Beteiligten zusammenarbeiten: mit Schafzuchtverbänden, Naturschutz- und Jagdverbänden“, forderte Bathen.

Um die Entwicklung des Wolfsbestandes in Deutschland besser im Auge zu behalten und von gegenseitigen Erfahrungen im Management zu lernen, müssten die Bundesländer zudem besser zusammenarbeiten. Der NABU sieht in einer bundesweiten „Kompetenzstelle Wolf“ die beste Lösung, den Schutz des Wolfes sicherzustellen. Hier sollten alle Daten zum Wolf erfasst und länderübergreifend koordinierend werden.
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