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Samstag, 24. August 2019
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Verschiedenes

 
NABU, bfub, BUND und DUH fordern umfassendes Wertstoffgesetz
EU-Kommission erhöht die Anforderungen an deutsche Recyclingziele

Das heute in BrĂŒssel vorgestellte Kreislaufwirtschaftspaket der EU-Kommission erklĂ€rt das Ziel, mindestens 60 Prozent der KunststoffverpackungsabfĂ€lle stofflich zu verwerten. In Deutschland werden derzeit etwa 40 Prozent Recyclingquote erreicht. Die Vorgabe aus BrĂŒssel werten deutsche Umwelt- und VerbraucherverbĂ€nde als deutliches Warnsignal an die Bundesregierung, endlich die ökologischen Ziele in den Mittelpunkt der Abfallgesetzgebung zu rĂŒcken.

NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Die UmweltverbĂ€nde erwarten, dass die Regierungskoalition im Herbst ein ambitioniertes Wertstoffgesetz vorlegt. Dieses muss insbesondere die Kunststoffrecyclingquoten noch in diesem Jahr auf 55 Prozent erhöhen, um sich dann stufenweise den heute von der EU-Kommission vorgestellten Zielen anzunĂ€hern.“

bfub-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Dr. JĂŒrgen Ritterhoff: „Die flĂ€chendeckende EinfĂŒhrung der Wertstofftonne wird nach mehr als 20 Jahren Verpackungsentsorgung die Verwirrung um die MĂŒlltrennung lösen. Die Botschaft fĂŒr Verbraucher lautet dann: Plastik und Metall in die Wertstofftonne; das wird auch absehbar zu weniger FehlwĂŒrfen bei der MĂŒlltrennung fĂŒhren und automatisch hochwertigeres Recycling als bisher ermöglichen.“

BUND-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Olaf Bandt: „Die Erhöhung der Recyclingquoten ist ein wichtiger Baustein fĂŒr eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Diese mĂŒssen aber auch ehrlich berechnet werden. Bislang werden alle in Recyclinganlagen eingebrachten MĂŒllanteile eingerechnet, egal ob sie tatsĂ€chlich recycelt werden oder nicht. Es hilft nichts, wenn die Quoten erhöht, aber gleichzeitig schöngerechnet werden.“ Die EU-Kommission sei hier mit gutem Beispiel vorangegangen und beabsichtige die Berechnungsmethoden zu Ă€ndern. FĂŒr Deutschland mĂŒsse das dafĂŒr zustĂ€ndige statistische Bundesamt ebenfalls nachziehen und diese Schwachstelle im deutschen Abfallrecht beseitigen.

DUH-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer JĂŒrgen Resch: „Keineswegs darf die Bundesregierung es bei höheren ökologischen Anforderungen in einem Wertstoffgesetz belassen. Gleiches gilt etwa fĂŒr die lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llige Neuschreibung der Gewerbeabfallverordnung. Durch die hochwertige Verwertung von GewerbemĂŒll sind mindestens genauso viele Treibhausgase und Rohstoffe einzusparen. Ebenso wird die Wiederverwendung als praktikable Lösung der Abfallvermeidung vom Gesetzgeber totgeschwiegen. Hier bedarf es dringend Nachbesserungen, etwa durch die Überarbeitung des Entwurfs des ElektrogerĂ€tegesetzes, das im Jahr 2014 ins parlamentarische Verfahren gelangen soll.“

Seit Jahren fordern Umwelt- und VerbraucherverbĂ€nde ein engagiertes Vorgehen fĂŒr umweltpolitische Verbesserungen bei der Vermeidung und Verwertung von Verpackungen und stoffgleichen Nichtverpackungen (wie z.B. ZahnbĂŒrsten, die nach gĂ€ngigem Recht eigentlich nicht die gelbe Tonne gehören). Trotz der hochwertigen Recyclingtechnologien und einer hohen SensibilitĂ€t der Verbraucher bei der MĂŒlltrennung, wurde die dringend benötigte Reform der Verpackungsabfallpolitik nicht angegangen: Seit 15 Jahren stagnieren Recyclingquoten, lange bestehende GesetzeslĂŒcken in der Verpackungsverordnung fĂŒhrten die Produzentenverantwortung ad absurdum und wurden mit der Verabschiedung der nunmehr 7. Novelle der Verordnung nur verschoben, aber nicht umfassend angegangen. FĂŒr eine umweltgerechte Kreislaufwirtschaft im Abfallbereich bedarf es daher eines umfassenden Wertstoffgesetzes.
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Jede 2. Umweltklage vor Gericht erfolgreich
NABU-Zahl des Monats

Richter mĂŒssen in Leipzig ĂŒber „Elbvertiefung“ entscheiden

Immer wieder kommt es vor, dass sich Genehmigungsbehörden nicht an geltendes Umweltrecht halten. Staatlich anerkannte Umwelt- und NaturschutzverbĂ€nde sind dann gezwungen, zur Sicherung der Belange des wertvollen Naturerbes vor Gericht Klage gegen eine rechtswidrige Planung einzureichen. Im Durchschnitt geschieht dies in der Bundesrepublik pro Jahr etwa ein Dutzend Mal, mit weit ĂŒberdurchschnittlichem Erfolg: Im Zeitraum von 2006 bis 2012 von UmweltverbĂ€nden gefĂŒhrte Verbandsklagen waren in gut 48 Prozent der FĂ€lle ganz oder teilweise erfolgreich. Nicht berĂŒcksichtigt sind dabei Verfahren, die zwar abgewiesen wurden, aber trotzdem zu wichtigen Grundsatzentscheidungen im Sinne des Naturschutzes fĂŒhrten oder durch einen Vergleich konkrete Verbesserungen fĂŒr den Naturhaushalt zur Folge hatten. Damit sind Verbandsklagen wesentlich erfolgreicher, als es bei den insgesamt von den Verwaltungsgerichten in Deutschland entschiedenen Hauptsacheverfahren der Fall ist. Hier liegt die Erfolgsquote nur bei etwa zehn bis zwölf Prozent.

Ein aus Umweltsicht bedeutendes Verbandsklageverfahren wird in den kommenden Monaten vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt: NABU, BUND und der WWF Deutschland klagen gegen die Elbvertiefung. Verhandlungsbeginn ist der 15. Juli 2014.
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Reif fĂŒr die Insel
Am 7. Juli beginnen zwei außergewöhnliche „Natur-Stadt-Schule“-Projekte am Opfinger See

Vier Jahrzehnte lang wurde am großen Opfinger See Kies gefördert, nun dient er der Naherholung. Zudem entsteht ein Biotop und Artenschutzgebiet. Dabei helfen vom 7. bis 18. Juli SchĂŒler und SchĂŒlerinnen der Tuniberg- und der Pestalozzischule. Im Rahmen der „Natur-Stadt-Schule“ ĂŒbernehmen sie dort diverse Aufgaben.

Die „Natur-Stadt-Schule“ ist ein außergewöhnliches Angebot des Waldhauses Freiburg. Von November 2013 bis April 2015 erarbeiten dabei MittelstufenschĂŒler zehn Best Practice-Projekte, die dem Natur- und Artenschutz oder dem Naturerleben in Freiburg dienen. In einer Projektwerkstatt planen sie ihre Aufgaben, danach erhalten sie Areale im Umfeld der Stadt, auf denen sie bestehende LebensrĂ€ume aufwerten und neue erschaffen können. Die Ergebnisse sind vor Ort zu sehen und durch Hinweisschilder kenntlich gemacht.

NĂ€chster Schauplatz der Natur-Stadt-Schule ist der Opfinger See, wo die Firma Peter nach 40 Jahren die Kiesförderung eingestellt hatte. Seit diesem FrĂŒhjahr befindet sich der See im Wandel. Im sĂŒdlichen Teil lockt ein Naherholungsgebiet mit Liegewiese, Sportmöglichkeiten und Kiosk. Im nördlichen Teil entsteht ein Biotop und Artenschutzgebiet, das Besuchern nicht zugĂ€nglich sein wird.

Im mittleren Teil kann indes die Natur-Stadt-Schule aktiv werden. Vom 7. Juli ist die mobile Projektwerkstatt zwei Wochen lang am See im Einsatz. In Absprache mit der Naturschutzbeauftragten Dagmar Reduth und Markus MĂŒller, dem Leiter des Forstreviers, haben die

SchĂŒler ein Konzept erstellt, um den örtlichen Artenreichtum zu fördern. Kiesgruben wie am Opfinger Baggersee stellen nĂ€mlich seltene RuderalflĂ€chen dar; das sind brachliegende Rohböden, die nach einer „Karriere“ als AbbruchgelĂ€nde oder Kieshalde nicht mehr vom Menschen genutzt werden und nun trockenheitsliebenden Arten die Ansiedlung ermöglichen.

Mit der Einstellung der Kiesförderung verschwinden diese TrockenflĂ€chen in der Regel bald, da sich die Vegetation wieder ansiedelt. Um aber trockene Standorte auf Dauer zu erhalten, legt in der Woche vom 7. bis 11 Juli eine siebte Klasse der Tunibergschule in Opfingen eine große Trockenmauer aus Kalkbruchsteinen an.

Vom 14. bis 18. Juli widmen sich die MĂ€dchen aus den siebten Klassen der Pestalozzi-Realschule dann mit einer anderen Aufgabe der Renaturierung. Im mittleren Bereich des Sees ist durch die Baggerarbeiten der Firma Peter eine kleine Insel entstanden. Den Flachwasserbereich zwischen dem Ufer und der Insel bepflanzen die SchĂŒlerinnen nun mit Schilf. Außerdem bauen sie eine Barriere aus RobinienpfĂ€hlen im Wasser, um diesen Bereich dem Zutritt der Öffentlichkeit zu entziehen. Im geschĂŒtzten Flachwasser können sich Amphibien dann ungestört entwickeln.

Seit November hat die Natur-Stadt-Schule bereits fĂŒnf Projekte im Stadtgebiet umgesetzt. So haben SchĂŒler auf einer Streuobstwiese am Schönberg ein Habitat fĂŒr den Steinkauz gestaltet, am Sternwaldeck ein Insektenhotel errichtet, fĂŒr das Urban-Gardening-Projekt „Wandelgarten“ im Vauban ein GartenhĂ€uschen gebaut, am Seniorenheim Augustinum in St. Georgen eine RasenflĂ€che in eine Bienenweide umgewandelt und an der Anne-Frank-Schule eine Feuerstelle mit SitzbĂ€nken errichtet. Die Wochenberichte der SchĂŒler, Beschreibungen, Fotos und Standorte zu diesen Projekten sind auf www.waldhaus-freiburg.de nachzulesen.

Seit Herbst 2013 waren damit ĂŒber 100 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler fĂŒr den Natur- und Artenschutz oder die Förderung des Naturerlebens in Freiburg tĂ€tig. Die Stiftung Naturschutzfonds Baden-WĂŒrttemberg fördert das Projekt Natur-Stadt-Schule ĂŒber einen Zeitraum von 18 Monaten mit einem Betrag von 99.000 Euro.
 
 

 
WiwilibrĂŒcke: Neuer Tagesrekord mit fast 14.000 Radfahrenden
Neuer Tagesrekord: Genau 13.939 Radfahrende zĂ€hlte das Rad-ZĂ€hl-Display (26.6) auf der WiwilibrĂŒcke - das ist Rekord seit Bestehen der ZĂ€hlstelle. Bislang gab es nur gelegentlich ĂŒber 12.000 Radler, im Jahr 2012 war das ein Mal der Fall, in 2013 schon sechs Mal. Nun wurden im ersten Halbjahr 2014 bereits acht Mal die 12.000 ĂŒberschritten, davon drei Mal sogar die 13.000.

Eine Rolle spielte dabei sicher die unterbrochenen Straßenbahn-Linien der Innenstadt, die viele Freiburgerinnen und Freiburger auf das Rad umsteigen lassen. ZusĂ€tzlich wird die derzeit laufende Weltmeisterschaft mit ihren vielen Public-Viewing-Möglichkeiten und meist schönem Wetter auch die Zahlen positiv nach oben beeinflussen - am Rekordtag spielte die deutsche Mannschaft gegen die USA. Es wird spannend, wie sich die Zahlen an der WiwilibrĂŒcke weiter entwickeln, die weitere Teilnahme der Deutschen Nationalmannschaft wird dabei sicher eine Rolle spielen.

Auch die Jahressumme befindet sich auf Rekordkurs: Im ersten Halbjahr 2014 waren mit ĂŒber 1,3 Millionen mehr als 20 Prozent mehr Radfahrende als im Vorjahr ĂŒber die blaue BrĂŒcke gefahren.

Das Rad-ZĂ€hl-Display war ein Geschenk des Landes zur Auszeichnung Freiburgs als „Fahrradfreundliche Stadt“. 2012 wurde das erste Mal die 12.000er Marke geknackt, als die deutsche Nationalmannschaft ein LĂ€nderspiel in der Europameisterschaft zu bestreiten hatte.

Die Radfahrenden werden beim Überfahren einer Induktionsschleife an der Rampe zur WiwilibrĂŒcke gezĂ€hlt. Auf dem Display steht die Anzahl der Radfahrer des jeweiligen Tages, sowie Datum, Uhrzeit und Temperatur. Darunter gibt es eine wachsende SĂ€ule, auf der die Radlerzahl im laufenden Jahr angezeigt wird - und das dadurch fiktiv eingesparte Kohlendioxid.

Im Internet gibt es die Möglichkeit, den aktuellen ZÀhlerstand vom Vortag abzurufen. Der aktuelle Stand und weitere Informationen zum Rad-ZÀhl-Display unter: www.freiburg.de/radverkehr.
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BĂŒrger-Energiewende, Kulturwandel, Klimaschutz und verantwortlich Leben
Zwei VortrĂ€ge, eine Podiums –und Publikumsdiskussion und einen Infomarkt von Vereinen und Initiativen, alles zum Thema „Kulturwandel fĂŒr die BĂŒrger-Energiewende, Klimaschutz, lokal und global verantwortliche Lebensweise“ gibt es anlĂ€sslich der Nachhaltigkeitstage Baden-WĂŒrttemberg beim Samstags-Forum Regio Freiburg am Freitag 11. Juli 2014 ab18:00 Uhr in der Aula der UniversitĂ€t, KollegiengebĂ€ude 1, Platz der UniversitĂ€t 3.
„Fessenheim - Atomkatastrophe in Mitteleuropa oder Freiburg als heimliche Hauptstadt fĂŒr Ökologie und Kultur?“ lautet das Thema des Vortrags mit Lesung von Prof. Dr. JĂŒrgen Lodemann, Freiburg. Zu „BĂŒrger-Energie - die Kultur der nachhaltigen Energiewende in Gefahr?“ berichtet Ursula Sladek, TrĂ€gerin Deutscher Umweltpreis (DBU) 2013 und Stromrebellin, Schönau im Schwarzwald. Über die „BĂŒrgerEnergieWende - Kulturwandel - Klimaschutz - verantwortlich Leben. Was tun?“ diskutieren anschließend auch mit dem Publikum Ursula Sladek, JĂŒrgen Lodemann, die Soziologin Jenny Lay und der ECOtrinova-Vorsitzende und Energieökologe Dr. Georg Löser. Es moderiert Dr. Thomas Uhlendahl.
Der Kultur- und Sozial-BĂŒrgermeister der Stadt Freiburg, Ulrich von Kirchbach, eröffnet offiziell um 18:45 Uhr. Die Veranstaltung beginnt um 18:00 Uhr ebenfalls in der Aula der UniversitĂ€t mit einem Infomarkt von Vereinen und Intiativen der BĂŒrgerschaft zum Thema „Freiburg macht Wandel. Wo und wie kann jede/r mitmachen?“.
Der Eintritt ist frei. Schirmherrin ist die Freiburger UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik.

Veranstalter sind ECOtrinova e.V., Agenda21 BĂŒro Freiburg, Eine Welt Forum Freiburg e.V. und UniversitĂ€ts-Asta in Zusammenarbeit mit Studium Generale der UniversitĂ€t, KlimabĂŒndnis Freiburg, AK Wasser im BBU, Attac-Freiburg, Badisch-ElsĂ€ssische BĂŒrgerinitiativen, BEG Dreisamtal eG, BI ProKulturhauptstadt Freiburg, BUND Regionalverband und Ortsverband Freiburg, Energieagentur Regio Freiburg, Fachschaft Geographie, fesa eV, FIUC eV, Freiburg im Wandel, Freiburger Kantstiftung, FV Energiesparen/Solar.Dreisamtal eV, FV SolarRegio Kaiserstuhl eV, ifpro Institut, Innovation Academy eV, Klimaschutzverein March eV, Landesnaturschutzverband Baden-WĂŒrtt. (LNV) eV, VCD Regionalverband eV, Wirtschaftsverband 100% Erneuerbare Energien Regio Freiburg, ZEE Zentrum Erneuerbare Energien an UniversitĂ€t.
 
 

 
NABU: EEG-Reform gefÀhrdet Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung
Tschimpke: Bundesregierung stempelt Verbraucher und Natur zu Verlierern ab

Der NABU hat die Verabschiedung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) durch den Deutschen Bundestag als eine verpasste Chance fĂŒr den Natur-, Klima- und Verbraucherschutz kritisiert. „Schwarz-Rot bremst mit der EEG-Reform nicht nur die Energiewende aus, die Bundesregierung gefĂ€hrdet auch deren Akzeptanz in der Bevölkerung und stempelt Verbraucher und Natur zu Verlierern ab“, kommentierte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke den Parlamentsbeschluss. Das Ziel, mit der Novelle die Kostendynamik zu bremsen und zugleich verlĂ€ssliche und naturvertrĂ€gliche Ausbauziele fĂŒr die erneuerbaren Energien einzufĂŒhren, werde damit eindeutig verfehlt.

Aus NABU-Sicht sind es die Verbraucher, die durch die besonderen Ausnahmen fĂŒr zahlreiche Industriebranchen letztendlich die Kosten des Ausbaus erneuerbarer Energien tragen mĂŒssen. Zudem haben Bundesregierung und Parlament darauf verzichtet, die Förderung der erneuerbaren Energien an naturschutzfachliche Mindestkriterien zu koppeln. „Die EEG-Reform geht klar zu Lasten von Verbrauchern und Natur und leistet keinen ausreichenden Beitrag, um die klimaschĂ€dliche Braunkohle zu verdrĂ€ngen. Sie ist damit kein Wegweiser fĂŒr eine zukunftsfĂ€hige Energiepolitik“, so Tschimpke. Nahezu die HĂ€lfte der bislang installierten Leistung erneuerbarer Energien gehöre Privatpersonen, Landwirten, Energiegenossenschaften oder anderen regionalen ZusammenschlĂŒssen. FĂŒr diese fehlten zukĂŒnftig jegliche Anreize, in die Energiewende zu investieren, wenn sich durch die vorgesehene Pflicht zur Direktvermarktung oder mit dem Umstieg auf Ausschreibungsmodelle Aufwand und Kosten erhöhen. Ein positiver Beitrag zu einer faireren Kostenverteilung sei einzig auf Druck der EU-Kommission entstanden, so dass sich Industriebetriebe kĂŒnftig fĂŒr Strom, der in eigenen fossilen Kraftwerken produziert wird, an den Energiewende-Kosten beteiligen mĂŒssen.

Dem NABU zufolge bleiben mit dem novellierten EEG die grĂ¶ĂŸten Potenziale fĂŒr mehr Kosteneffizienz und NaturvertrĂ€glichkeit weiter unerschlossen. „Die Fokussierung auf naturvertrĂ€gliche Windkraft-Standorte im Binnenland hĂ€tte nach der Streichung der Industrieausnahmen die grĂ¶ĂŸte Entlastung fĂŒr Stromkunden und Natur gebracht“, sagte NABU-Energieexpertin Tina Mieritz. Um zu einem naturvertrĂ€glichen Energiemix im EEG 2014 zu gelangen, hĂ€tte zudem die LĂ€nderöffnungsklausel verhindert werden mĂŒssen. LĂ€nder wie Bayern könnten jetzt durch ĂŒberzogene Abstandsvorgaben den weiteren Ausbau der Windenergie an Land blockieren – bundesweiten Ausbauzielen zum Trotz. Dadurch verstĂ€rke sich der Druck auf die wenigen intakten NaturrĂ€ume, so Mieritz. Es sei zu erwarten, dass die Diskussion um eine weitere EEG-Reform in KĂŒrze schon wieder von vorne losgehe.
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Karlsruhe: Pfandringe an zwei AbfallbehÀltern
Pfandring an AbfallbehÀlter / Foto: Stadt Karlsruhe
 
Karlsruhe: Pfandringe an zwei AbfallbehÀltern
Möglichkeit zur Abgabe von Pfandflaschen und -dosen

Das Amt fĂŒr Abfallwirtschaft hat an zwei AbfallbehĂ€ltern am Friedrichsplatz Pfandringe angebracht. Damit folgt es mehrfach ĂŒber die Facebook-Seiten von OberbĂŒrgermeister Dr. Frank Mentrup eingegangenen Anregungen aus der Bevölkerung mit Hinweis auf die Praxis in anderen StĂ€dten.

Wer seine Pfandflaschen oder -dosen nicht ins GeschĂ€ft zurĂŒckbringen möchte, kann sie in die Ringe stecken. So ist es Pfandsammlern einfacher möglich, die Flaschen und Dosen mitzunehmen. Sie mĂŒssen nicht mehr in die AbfallbehĂ€lter hineingreifen und den MĂŒll durchwĂŒhlen.

Die beiden Ringe sind versuchsweise fĂŒr etwa ein Vierteljahr angebracht. In dieser Zeit soll sich zeigen, ob sie ihre erwĂŒnschte soziale Wirkung erzielen oder nicht. Danach wird weiter entschieden.

zum Bild oben:
FĂŒr rund ein Vierteljahr hĂ€ngen versuchsweise am zwei AbfallbehĂ€ltern beim Friedrichsplatz Ringe, in die Pfandflaschen und -dosen gesteckt werden können. Pfandsammler haben so die Möglichkeit, diese PfandgefĂ€ĂŸe mitzunehmen, ohne im Abfall wĂŒhlen zu mĂŒssen. Bildrechte: Stadt Karlsruhe
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NABU: Europa muss sich aus der AbhÀngigkeit von Energieimporten befreien
Tschimpke: Energieeffizienz statt Fracking, Kohle und Atom

Der NABU fordert anlĂ€sslich des am morgigen Donnerstag beginnenden Energiegipfels der EU-Staats- und Regierungschefs in BrĂŒssel, Europa unabhĂ€ngiger von fossilen Energien zu machen. „Es gibt nur einen Weg, wie sich Europa aus der AbhĂ€ngigkeit von Kohle- und Erdgasimporten und dem umstrittenen Fracking befreien kann: Dieser Weg heißt Energieeffizienz“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Der Gipfel stehe im Zeichen der andauernden Krise in der Ukraine und dem drohenden Ende russischer Gaslieferungen in Richtung Westen. Damit Europa seine Energieversorgung langfristig sicherstellen könne, mĂŒssten die Mitgliedsstaaten stĂ€rker erneuerbare und klimafreundliche EnergietrĂ€ger fördern und mehr auf Effizienz setzen.

Der NABU fordert deshalb die EU-Staats- und Regierungschefs auf, dem Beschluss des EuropĂ€ischen Parlaments zu folgen. Danach sollen die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis 2030 reduziert werden, die erneuerbaren Energien ausgebaut und Maßnahmen zur Energieeffizienz um 40 Prozent gesteigert werden. „Jeden Tag verbrennt Europa buchstĂ€blich eine Milliarde Euro fĂŒr fossile Energieimporte“, so Tschimpke. Allein in Deutschland betragen die Kosten fĂŒr Energieimporte pro Jahr 100 Milliarden Euro. Eine ambitionierte Effizienzpolitik wĂŒrde nicht nur die Kosten fĂŒr teure Energieimporte senken, sondern auch neue, nachhaltige Impulse fĂŒr Wachstum und BeschĂ€ftigung im eigenen Land setzen.

Aus Sicht des NABU ist der vorgelegte Plan der EU-Kommission fĂŒr mehr Energiesicherheit völlig unzureichend. „Wer das Übel fossiler Energieimporte mit dem anderen Übel Fracking und Atom bekĂ€mpfen will, bessert die Situation keineswegs“, sagte NABU-Energieexperte Ulf Sieberg. Die Förderung von Erdgas mittels Fracking, das die Kommission den Mitgliedsstaaten freistellen will, gefĂ€hrde Mensch und Natur massiv. Zudem wĂŒrde ein lasches Energieeffizienzziel von 28 Prozent, wie von der EU-Kommission vorgeschlagen, die vorhandenen Effizienzpotenziale nicht einmal um ein Drittel erschließen.

„Nachdem zuletzt die USA und China erkennen ließen, mehr fĂŒr den Klimaschutz tun zu wollen, ist nun auch Europa gefordert“, so Sieberg. Verbindliche und ambitionierte Ziele fĂŒr eine klimaschonende und nachhaltige Energieversorgung seien daher im Hinblick auf ein weltweit geltendes Klimaschutzabkommen, das 2015 in Paris beschlossen werden soll, das Gebot der Stunde.
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