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Freitag, 23. August 2019
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Verschiedenes

Karlsruhe: Gemeinsam fĂŒr den Natur- und Artenschutz engagieren
Foto: Zoo Karlsruhe/Timo Deible
 
Karlsruhe: Gemeinsam fĂŒr den Natur- und Artenschutz engagieren
VDA-PrÀsident Jens Crueger auf Arbeitsbesuch im Zoo Karlsruhe

"Die Verbindung zwischen den zoologischen Einrichtungen und den privaten Tierhaltern, die sich um Erhaltungszuchten kĂŒmmern, ist enorm wichtig", betont Jens Crueger bei seinem heutigen (Freitag, 29. Juni) Informations- und Arbeitsbesuch im Zoo Karlsruhe. Der Landtagsabgeordnete der Bremischen BĂŒrgerschaft ist PrĂ€sident des Verbandes Deutscher Vereine fĂŒr Aquarien- und Terrarienkunde (VDA). "Diese Vereine haben enorm viele engagierte Mitglieder, denen der Natur- und Artenschutz genauso wichtig wie uns als Zoo ist", stellt Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt heraus.

"Als Zoo nehmen wir an zahlreichen Erhaltungszuchtprogrammen von Tieren teil, die es ohne die Haltung in menschlicher Obhut nicht mehr geben wĂŒrde. Zudem klĂ€ren wir die Menschen ĂŒber die GefĂ€hrdung der Arten auf und unterstĂŒtzen ĂŒber unsere Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe Projekte in den UrsprungslĂ€ndern der Tiere", umreißt Reinschmidt das Aufgabengebiet der Zoos. Bei all diesen Themen sei eine große Überschneidung mit den Zielen der Vereine gegeben, so Crueger, der rund 400 Vereine mit etwa 17.000 Mitgliedern vertritt. "Wir haben als VDA gemeinsam mit der Zoologischen Gesellschaft fĂŒr Arten- und Populationsschutz (ZGAP) ein Projekt auf Madagaskar zur Erhaltung des Mangarahare-Buntbarschs gestartet", informiert Crueger. Genauso wichtig seien jedoch auch die vielen Zuchterfolge einzelner Aquarianer oder Terrarianer.

Kooperationen sollten gepflegt und ausgebaut werden

"2018 wurde die hoch bedrohten Scharnierschildkröten zum Zootier des Jahres ernannt. Tiere, die in der Natur vor der Ausrottung stehen", erlĂ€utert Reinschmidt. Dass in Karlsruhe diese Art gezeigt werden kann, ist einem Reptilienfachmann zu verdanken, der in Köln eine private Zuchtstation fĂŒr verschiedene Scharnierschildkröten-Arten betreibt. Der Zoo Karlsruhe hat zwei mĂ€nnliche Tiere von dort bekommen, die derzeit nicht in der Zucht eingesetzt werden. "So können wir die Art auch ganz direkt unseren Zoobesuchern als Botschaftertiere vorstellen", freut sich der Zoodirektor.

"Solche Kooperationen sollten gepflegt und ausgebaut werden. Der VDA mit seinen einzelnen Vereinen steht da ganz eng an der Seite der Zoos", erklĂ€rt Crueger. Nur gemeinsam könne die Öffentlichkeit fĂŒr Themen sensibilisiert und wichtige Natur- und Artenschutzthemen vorangebracht werden. Auch bei gemeinsamen Zuchtprogrammen zwischen Zoos und engagierten Privathaltern könne die Zusammenarbeit in Zukunft noch ausgeweitet werden, so Reinschmidt.

Auf dem Bild oben:
Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt und VDA-PrÀsident Jens Crueger vor dem Scharnierschildkröten-Terrarium im Exotenhaus des Karlsruher Zoos / Foto: Zoo Karlsruhe/Timo Deible
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Grundwasser im Landkreis Emmendingen
Quelle: BUND SĂŒdlicher Oberrhein
 
Grundwasser im Landkreis Emmendingen
Landratsamt antwortet auf Anfrage

Wie ist die Situation des Grundwassers im Landkreis Emmendingen? Zu diesem wichtigen Thema habe ich in meiner Funktion als Kreisrat eine Anfrage ans Landratsamt gerichtet, die von Herrn Landrat Hurth umfangreich beantwortet wurde. Gerade nach dem aktuellen Nitrat-Urteil des EuropĂ€ischen Gerichtshofs vom 21.6.18 ist die Antwort lesenswert. Die lokale Argumentation Ă€hnelt stark der Reaktion der Bundesregierung auf das Urteil. Wie zu erwarten gibt es zwei Sichtweisen auf das „Landkreis-Grundwasserglas“. „Halb voll“ meint der Landrat, „halb leer“ meine ich...

Trotz teilweiser Verbesserungen (Schnitt aller Messstellen), berichtet das Landratsamt auch von RĂŒckschritten im Nitrat-Bereich (Wyhl, Weisweil, Mauracher Berg...).

Seit Jahrzehnten wird das Nitratproblem im Landkreis und am Nördlichen Kaiserstuhl diskutiert und Fortschritte wurden versprochen. Doch in Sachen Nitrat und DĂŒngung gibt es, trotz aller Maßnahmen, sogar RĂŒckschritte. Die am höchsten belastete Messstelle weist einen Wert von 101 mg/L auf. Wir haben diese Probleme, obwohl wir im Landkreis erfreulicherweise keine Massentierhaltung haben.

Fast alle Gemeinden im Kreis setzen auf die „Problemlösung“, wie sie jetzt auch in Wyhl umgesetzt wird. Wasser wird zugekauft, gemischt, verdĂŒnnt und neue Brunnen werden gebohrt, um nitratarmes Wasser zu erhalten, jedoch das DĂŒnger-Grundproblem bleibt und der Grundwasserschaden wird nicht behoben. Doch das funktioniert nur, solange es noch Brunnenstandorte mit gutem Wasser gibt.

Das Grundwasser hat ein langes GedÀchtnis. Das zeigen die hohen Belastungen mit lÀngst verbotenen Agrargiften wie Atrazin (seit 1991 verboten) und Simazin (seit 2003 verboten).

Mit zugekauftem „gutem“ Wasser, mit Mischen, VerdĂŒnnen und neuen Brunnen wird das Grundproblem des zu großen DĂŒngemitteleintrags in das Grundwasser nur verschoben und nicht gelöst. Nicht die Verursacher und die gut verdienenden DĂŒngemittelkonzerne kommen fĂŒr die Kosten auf, sondern die Verbraucher und Verbraucherinnen.

Herr Ackermann vom Landwirtschaftsamt und Herr Munding vom Amt fĂŒr Wasserwirtschaft beschreiben in ihrem Aktenvermerk sehr umfangreich die wichtigen und sinnvollen Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers. Doch diese Debatte fĂŒhren wir schon seit Jahrzehnten und dennoch gibt es die beschriebenen RĂŒckschritte beim Nitrat.

Es geht uns nicht um Kritik am Landratsamt. Es geht darum, die Behörden und Wasserversorger in Sachen Grundwasserschutz zu stÀrken und endlich, endlich Fortschritte beim Schutz unseres wichtigsten Nahrungsmittels zu erreichen.

Das Nitrat-Urteil des EuropĂ€ischen Gerichtshofs vom 21.6.18 wird den Grundwasserschutz stĂ€rken. Noch mehr Fortschritt brĂ€chte eine Änderung und ökologische Ausrichtung der europĂ€ischen Agrarsubventionen.
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Autor: Axel Mayer, Kreisrat

 
NABU begrĂŒĂŸt EuGH-Urteil, dass Finkenjagd auf Malta illegal ist
Miller: Ein klares Signal an alle EU-LĂ€nder, dass die Vogelschutzrichtlinie nicht willkĂŒrlich aufgeweicht werden darf

Berlin/BrĂŒssel – Der NABU begrĂŒĂŸt das vor dem EuropĂ€ischen Gerichtshof (EuGH) ergangene Urteil, dass die Ausnahmeregelung Maltas, die den Fang von Finken erlaubt, gegen die europĂ€ische Vogelschutzrichtlinie verstĂ¶ĂŸt und damit illegal ist.

Dazu NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Das Urteil ist ein wichtiger Schritt fĂŒr die konsequente Umsetzung des Vogelschutzes in Europa. Damit wird ein langjĂ€hriger Streit beendet und ein klares Signal an alle anderen EU-LĂ€nder gesendet, dass die Vogelschutztrichtlinie nicht willkĂŒrlich durch einzelne nationale Regierungen aufgeweicht werden kann. Malta versucht seit Jahren, die EU-Vogelschutzrichtlinie durch großzĂŒgige Ausnahmeregelungen zu umgehen. Jetzt hat das Gericht klargestellt: Die strengen Auflagen fĂŒr Ausnahmen vom geltenden Jagdverbot werden nicht erfĂŒllt. Die Finkenjagd auf Malta mit Netzen und Fallen ist damit illegal.“

NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann: „Die Regierung von Malta steht nun in der Pflicht, das EuGH-Urteil schnell umzusetzen. Eine weitere Finkenjagdsaison darf es nicht mehr geben. Die EU-Kommission muss neben der Regelung zum Finkenfang auch zwei weitere dubiose maltesische Ausnahmegenehmigungen vor den europĂ€ischen Gerichtshof bringen: den Netzfang von Singdrosseln und Goldregenpfeifern und den FrĂŒhjahrsabschuss von Wachteln. Diese Ausnahmegenehmigungen öffnen der illegalen Jagd auf Malta TĂŒr und Tor und machen eine Kontrolle der Schutzbestimmungen fast unmöglich. Zudem gibt es immer wieder zahlreiche FĂ€lle, bei denen wĂ€hrend der ĂŒblichen Jagdsaison im Herbst geschĂŒtzte Arten illegal geschossen werden. Es gibt also noch viel zu tun.“

Hintergrund:
Der NABU unterstĂŒtzt seit vielen Jahren seinen Partner BirdLife Malta bei seinem Kampf gegen das Töten und Fangen von Zugvögeln in Malta. Dazu gehört neben der Zusammenarbeit mit den Behörden zur BekĂ€mpfung von Wilderei auch die politische Arbeit gegen dubiose Ausnahmeregelungen, die eigentlich verbotene Jagdpraktiken legalisieren. Seit 2014 hatte BirdLife Malta neben anderen Umweltorganisationen systematisch Beweise und Argumente gesammelt, die belegen, dass die maltesische Finkenfang-Genehmigung keineswegs den strengen Ausnahmebedingungen der EU-Vogelschutzrichtlinie entspricht.
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UmweltverbĂ€nde begrĂŒĂŸen europĂ€isches Urteil zur Nitratverschmutzung
Bundesregierung riskiert Strafzahlungen in Millionenhöhe durch ZugestÀndnisse an die Agrarlobby

Luxemburg/Berlin – Nach dem Urteil des EuropĂ€ischen Gerichtshofs (EuGH) gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen unzureichender Umsetzung der Nitrat-Richtlinie haben die UmweltverbĂ€nde Deutsche Umwelthilfe (DUH), GrĂŒne Liga, NABU und der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) eine weitergehende VerschĂ€rfung des DĂŒngerechts angemahnt.

„Das Urteil des EuropĂ€ischen Gerichtshofs zeigt, dass das bisherige DĂŒngerecht unzureichend ist, um die Nitratbelastungen auf ein vertretbares Maß zu begrenzen. Nun bekommt die Bundesregierung die Quittung dafĂŒr. Schlimmstenfalls muss die Bevölkerung die Kosten fĂŒr diese VersĂ€umnisse doppelt tragen: mit steigenden Wasserkosten fĂŒr die Trinkwasseraufbereitung sowie Strafzahlungen an die EU“, sagt DNR-GeneralsekretĂ€r Florian Schöne.

Leif Miller, BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer NABU ergĂ€nzt: „Deutschlands Nitrat-Debakel ist symptomatisch fĂŒr das Versagen der Agrarpolitik. Jahrzehntelang hat die Bundesregierung dafĂŒr gesorgt, dass sich Umweltschutz fĂŒr Landwirte nicht lohnt. Die Folge ist eine immer intensivere Produktion, mitsamt hoher Nitratwerte. Mit Blick auf unsere Felder brauchen wir dringend eine naturvertrĂ€glichere Landwirtschaft – doch bislang sperrt sich Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner gegen den Systemwechsel, den ihre BeirĂ€te angemahnt haben, auch bei den beginnenden Verhandlungen zur kĂŒnftigen EU-Agrarpolitik. Ignoriert die Bundesregierung weiter den Natur-Kollaps, werden neue peinliche Quittungen aus Luxemburg folgen.“

„Die zu erwartenden Strafzahlungen sind Peanuts im Vergleich dazu, was das Regelungs- und Vollzugsdefizit im DĂŒngerecht die Gesellschaft seit Jahrzehnten kostet und noch kosten wird durch: nitratverseuchtes Grundwasser, aufwendige Wasseraufbereitung, Aufgabe von Brunnen, eutrophierte FlĂŒsse, Seen und KĂŒstengewĂ€sser“, kommentiert Michael Bender, Leiter der GRÜNE LIGA Bundeskontaktstelle Wasser. „Wir brauchen eine Wende: hin zu einer gewĂ€sservertrĂ€glichen Landwirtschaft, die ihre eigenen natĂŒrlichen Produktionsgrundlagen erhĂ€lt.“

Sascha MĂŒller-Kraenner, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der DUH: „Auch das neue DĂŒngerecht enthĂ€lt dermaßen viele Ausnahmen und Schlupflöcher, dass die europarechtlichen Vorgaben zum Trink- und Grundwasserschutz nicht eingehalten werden. Deutschland hĂ€lt seit ĂŒber 25 Jahren die EU-Grundwasserwerte nicht ein. In der Konsequenz drohen nun berechtigte Strafzahlungen in Milliardenhöhe. Die Zeche zahlen damit wieder einmal nicht die Verursacher aus der industrialisierten Landwirtschaft, sondern die Steuerzahler.“

Die VerbĂ€nde fordern die Bundesregierung auf, die Nitratbelastung konsequent zu reduzieren. Besonders fĂŒr die Regionen mit einer hohen Viehdichte mĂŒssten nun zĂŒgig schĂ€rfere Vorgaben formuliert werden. Hierzu gehöre eine Obergrenze fĂŒr die DĂŒngung von 130 Kilogramm pro Hektar in den belasteten Gebieten. Die VerbĂ€nde fordern zudem kĂŒrzere Einarbeitungsfristen fĂŒr WirtschaftsdĂŒnger, die EinfĂŒhrung der Stoffstrombilanz fĂŒr alle Betriebe sowie die Einrichtung von mindestens fĂŒnf Meter breiten Pufferstreifen zu GewĂ€ssern. Nur durch schnelle Umsetzung dieser Maßnahmen könnten die drohenden EU-Strafzahlungen in Millionenhöhe noch vermieden werden.
 
 

Vorsicht Spinner
Prozessionsspinner / Foto: Markus MĂŒller, Forstrevier Freiburg-Opfingen
 
Vorsicht Spinner
In diesem Sommer sind besonders viele Eichenprozessionsspinner im Stadtwald aktiv

Meiden Sie haarige Raupen und ihre Gespinste!
Nach Hautkontakt Kleider wechseln und grĂŒndlich abduschen

Das Freiburger Forstamt beobachtet diesen Sommer ein verstĂ€rktes Vorkommen von Eichenprozessionsspinnern, deren Raupen gefĂŒrchtet sind, weil sie durch ihre Behaarung HautausschlĂ€ge und Atembeschwerden verursachen können. Es ist nicht nötig, auf SpaziergĂ€nge in EichenwĂ€ldern zu verzichten. Allerdings rĂ€t das Forstamt zur Beachtung einiger Verhaltenstipps.

GrundsĂ€tzlich findet keine BekĂ€mpfung der Raupen statt. Vielmehr entscheidet das Forstamt im Einzelfall darĂŒber, ob Gespinste und Raupen in alten Eichen entfernt werden mĂŒssen. Das gilt besonders in der NĂ€he von Erholungseinrichtungen oder WaldkindergĂ€rten. Sollten Waldbesucher einen starken Befall alter Eichen an einem dieser Orte feststellen, können Sie dem zustĂ€ndigen Forstrevierleiter gerne einen Hinweis darauf geben.

Wodurch entsteht die gesundheitliche GefÀhrdung?
Die Spiegelhaare der Raupen sind hohl und enthalten das Protein Thaumetopein, das Überempfindlichkeiten des Immunsystems auslösen kann. Die Haare bohren sich mit ihren Widerhaken an ungeschĂŒtzten Hautpartien ein und geben Thaumetopein ab. Menschen reagieren individuell unterschiedlich auf den Reizstoff; das reicht von juckenden HautentzĂŒndungen bis zum anaphylaktischen Schock.

Was tun?
Daher sollten empfindliche Hautpartien bedeckt werden. Falls es zu einem Kontakt mit den Raupenhaaren kommt, wird ein sofortiger Kleiderwechsel und grĂŒndliches Abduschen empfohlen. Bei Irritationen sollte der Hausarzt aufgesucht werden. Besonders vorsichtig sollten Personen sein, die fĂŒr asthmatische Erkrankungen anfĂ€llig sind. Unter
den Krankheitserscheinungen wurden auch EntzĂŒndungen der SchleimhĂ€ute im Rachen- und Nasenbereich festgestellt.

Auch nach der Zeit des Raupenstadiums besteht noch bis Ende August Gefahr durch verlassene Nester und HĂ€utungsrĂŒckstĂ€nde. Generell sollten Menschen jede BerĂŒhrung mit den behaarten Raupen vermeiden, da vor allem Hautkontakt die beschriebene Reizreaktion auslöst.

Wo kommt der Eichenprozessionsspinner vor?
Als wÀrmeliebende Art wÀhlt der Prozessionsspinner zur Eiablage Eichen, die an WaldrÀndern oder in Parks stark von der Sonne bestrahlt werden. In dichten WaldbestÀnden ist er seltener zu finden.

Die Raupen beschrĂ€nken sich auf die BlĂ€tter heimischer Eichenarten, in AusnahmefĂ€llen sind forstwirtschaftliche SchĂ€den durch vermehrten Kahlfraß möglich. Im SĂŒdwesten kommt der Eichenprozessionsspinner vermehrt vor, der Befall hĂ€ngt jedoch von Jahr zu Jahr vom Klima und vom Nahrungsangebot ab. Beides ist in diesem Jahr fĂŒr den Spinner so gĂŒnstig wie seit neun Jahren nicht mehr.

Die ersten Raupen verpuppen sich im Juli, die fertig ausgebildeten unscheinbar grauen Nachtfalter schlĂŒpfen 3-5 Wochen spĂ€ter und legen schon kurz danach Gelege auf die dĂŒnnen Zweige einer Eichenkrone, aus denen im nĂ€chsten Jahr neue Raupen schlĂŒpfen.
 
 

 
Kreuzung Merzhauser Straße/Ecke Lorettostraße
Fahrsteifen werden getauscht – VerkehrsfĂŒhrung fĂŒr Radfahrende optimiert - Radstreifen kĂŒnftig zwischen Geradeaus- und Rechtsabbiegespur

Die Fahrstreifen an der Kreuzung Merzhauser Straße/Ecke Lorettostraße werden getauscht. Grund hierfĂŒr sind gefĂ€hrliche Situationen an der Kreuzung und lange RĂŒckstaus von Autorfahrerinnen und Autofahrern, die bisher von der Merzhauser Straße in die Lorettostraße einbiegen wollen.

Bislang fĂ€hrt ein Rad nach dem anderen auf der Merzhauser Straße auf dem Radstreifen geradeaus Richtung Innenstadt. Die links daneben auf das Rechtsabbiegen in die Lorettostraße wartenden Autofahrer kommen kaum ĂŒber die Kreuzung, mĂŒssen sie doch erst die zahlreichen bevorrechtigten Radler passieren lassen, danach dann noch die querenden FußgĂ€nger. Nicht selten kommt es dabei auch zu gefĂ€hrlichen Situationen.

Mit dem Tausch der Fahrstreifen befindet sich in KĂŒrze der Radstreifen zwischen Geradeaus- und Rechtsabbiegespur. Wird die Ampel grĂŒn, können Radler so ungehindert geradeaus fahren, Autofahrende können sich beim Rechtsabbiegen auf die zu Fußgehenden konzentrieren. Frank Uekermann, Leiter des Garten- und Tiefbauamt, freut das: „Etwas Gutes tun fĂŒr Radfahrende und Autofahrende, Sicherheit und Verkehrsfluss verbessern, das gefĂ€llt allen auf der Straße - also auch uns.“ Die Änderung wurde vorab mit den VerkehrsverbĂ€nden abgestimmt und von dort begrĂŒĂŸt.

Auch hinter der Kreuzung wird die VerkehrsfĂŒhrung geĂ€ndert. Viele Radfahrende Richtung Innenstadt biegen dort in die Reiterstraße ab, um dann ĂŒber die Kronenstraße weiterfahren zu können. Diese Route ist aber nicht unproblematisch: Zweimal ist dort Rechts-vor-links zu beachten, was aufhĂ€lt, nicht immer eingehalten wird und so schon zu UnfĂ€llen fĂŒhrte. Außerdem beachten zahlreiche Radfahrende nicht, dass sie an dem dann folgenden Zebrastreifen ĂŒber die Basler Straße keine Vorfahrt haben - auch das fĂŒhrt immer wieder zu brenzligen Situationen. Das GuT empfiehlt daher Radfahrenden, besser die Christoph-Mang-Straße zu benutzen. Diese Route ist kaum lĂ€nger, aber schneller und sicherer. Ein neues Schild am Abzweig von der Merzhauser Straße in die Christoph-Mang-Straße weist auf diese Empfehlung hin, eine neue und großzĂŒgige Absenkung erleichtert das Abbiegen in die Christoph-Mang-Straße.

StadtauswĂ€rts ist dagegen weiterhin die Reiterstraße erste Wahl von der Kronenstraße zur Merzhauser Straße. Hier gibt es daher eine weitere Verbesserung: In der Lorettostraße richtet das GuT einen Radaufstellstreifen ein. Der ist vor allem fĂŒr die Radfahrenden aus der Reiterstraße gedacht, die ihn sicher von der Seite her erreichen können, wenn die benachbarte FußgĂ€ngerampel grĂŒn zeigt. Hier können die Radler dann sicher vor den Autos Richtung Merzhauser Straße oder Weddigenstraße starten.

Insgesamt gibt es damit nun 28 solcher Aufstellstreifen imFreiburger Radnetz. Sie dienen dazu, dass Radfahrende sich an einer roten Ampel vor wartenden Autos aufstellen und dann zuerst und unbehindert von abbiegenden Autos in Bewegung setzen können. Sie dienen also zugleich der Sicherheit als auch der AttraktivitÀt des Radverkehrs.

Die Fahrstreifen an der Kreuzung Merzhauser Straße/ Ecke Lorettostraße werden in dieser Woche ummarkiert, solange das Wetter mitspielt. FĂŒr die auftretenden VerkehrsbeeintrĂ€chtigungen bittet das GuT um VerstĂ€ndnis.
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NABU-PrÀsident Olaf Tschimpke zum "Aktionsprogramm Insektenschutz"
Berlin – Zum Kabinettsbeschluss zum Eckpunktepapier „Aktionsprogramm Insektenschutz“ erklĂ€rt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke:

„Das von der Bundesregierung verabschiedete Eckpunktepapier ist ein Schritt in die richtige Richtung, Die Systemrelevanz der Insekten fĂŒr unsere Volkswirtschaft ist erkannt. Es gibt viele gute AnsĂ€tze und Handlungsideen. Aber noch ist leider nicht erkennbar, dass dafĂŒr eigenes Geld in die Hand genommen werden soll. Das Programm kann nur erfolgreich sein, wenn die Finanzierung sichergestellt ist. Zur Rettung der Banken hat die Bundesregierung Milliarden in die Hand genommen. Mit AnkĂŒndigungen wird die Rettung der Insekten nicht erfolgen.“

Der NABU engagiert sich seit Jahren fĂŒr den Schutz der Insekten. Sie sind unverzichtbar fĂŒr unser Ökosystem, tragen zur Vermehrung von Pflanzen sowie zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Studien zeigen, dass die Insekten in Deutschland deutlich zurĂŒckgehen. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und die AusrĂ€umung der Landschaft sind nur einige GrĂŒnde fĂŒr den Insektenschwund.

Mehr Infos:
www.NABU.de/GroKo
www.NABU.de/insekten

Um mehr ĂŒber den Zustand der Insektenwelt in Deutschland zu erfahren, hat der NABU in diesem Jahr erstmals eine bundesweite Mitmach-Aktion ins Leben gerufen, den „Insektensommer“. Vom 3. bis 12. August können BĂŒrger Insekten beobachten und melden. Es ist die erste Citizen-Science-Aktion dieser Art und GrĂ¶ĂŸenordnung.
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NABU zu 100 Tage GroKo: Durchwachsene Öko-Bilanz
Tschimpke: Kabinett Merkel verliert Nachhaltigkeitsziele aus dem Blick - Finanzierung fĂŒr "Aktionsprogramm Insektenschutz" sicherstellen

Berlin – Mit Blick auf die ersten 100 Tage der Großen Koalition zieht der NABU eine durchwachsene Öko-Bilanz. Brennende Themen wie Insektensterben, Klimaschutz, Diesel-Skandal und Plastikflut seien zwar in der öffentlichen Debatte, bei der Lösung dieser Probleme sei das Kabinett Merkel kaum vorangekommen. Deutschland drohen nicht nur Strafen der EU, wenn deren Umweltrecht weiter systematisch gebrochen wird, sei es bei der Belastung des Grundwassers, der Luft in StĂ€dten oder dem Erhalt geschĂŒtzter Arten. Die klaffende FinanzierungslĂŒcke von einer Milliarde Euro jĂ€hrlich im deutschen Naturschutz wird eingerĂ€umt, aber nicht gestopft. Auf globaler BĂŒhne droht ein GlaubwĂŒrdigkeitsverlust, denn von den weltweiten Nachhaltigkeitszielen (SDGs) ist Deutschland noch weit entfernt. Bis 2020 verlangen diese eine Trendwende fĂŒr die Artenvielfalt, bis 2030 eine wirklich nachhaltige Landwirtschaft.

„Konzepte gegen den Artenschwund, eine andere Agrarpolitik und fĂŒr mehr Klimaschutz liegen auf dem Tisch, jetzt muss die Politik liefern“, sagt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. In der EU-Agrarpolitik muss die Bundesregierung in den nĂ€chsten Monaten zweckgebundene Fördermittel fĂŒr den Schutz der biologischen Vielfalt einfordern, sowie starke Standards fĂŒr gesunde Böden und sauberes Grundwasser. Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner lasse trotz eindeutiger Aussagen im Koalitionsvertrag weiter alle Welt im Unklaren darĂŒber, wie sie auf EU-Ebene verhandeln will. Beim Agrarrat am vergangenen Montag habe sie vor allem betont, was sie alles nicht wolle. Wie die Umweltbilanz der Agrarpolitik konkret verbessert werden soll, zum Beispiel durch rechtsverbindliche Finanzierung von Naturschutzmaßnahmen der Landwirte, ließ sie offen. Tschimpke: „Die Bundesregierung hat jĂŒngst selbst eingerĂ€umt, dass jĂ€hrlich eine Milliarde Euro fehlen um die Verpflichtungen Deutschlands unter den EU-Naturschutzrichtlinien zu erfĂŒllen. Klar ist auch, dass diese Geld zum allergrĂ¶ĂŸten Teil aus der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU kommen muss – doch die zustĂ€ndige Ministerin unternimmt keinerlei Anstrengungen in diese Richtung, wie ihre 100-Tage-Bilanz verrĂ€t.“

Das von der Bundesregierung vorgelegte Eckpunktepapier zum „Aktionsprogramm Insektenschutz“ ist ein Schritt in die richtige Richtung, „Die Systemrelevanz der Insekten fĂŒr unsere Volkswirtschaft ist erkannt. Es gibt viele gute AnsĂ€tze und Handlungsideen. Aber noch ist leider nicht erkennbar, dass eigenes Geld in die Hand genommen werden soll. Das Programm kann nur erfolgreich sein, wenn die Finanzierung sichergestellt ist. Zur Rettung der Banken hat die Bundesregierung Milliarden in die Hand genommen. Mit AnkĂŒndigungen wird die Rettung der Insekten nicht erfolgen“, so Tschimpke.

Im Klimaschutz habe sich die Bundesregierung innerhalb der ersten 100 Tage als handlungsunfĂ€hig prĂ€sentiert. Statt Maßnahmen auf den Weg zu bringen, um die LĂŒcke zum Erreichen der Klimaziele 2020 zu schließen, ĂŒbertrĂ€gt sie diese Arbeit der Kohlekommission. Auf europĂ€ischer Ebene sabotiert die Bundesregierung die klimapolitisch notwendige Steigerung der Effizienz- und Erneuerbaren-Energien-Ziele. Ein Gesamtkonzept fĂŒr die WĂ€rmewende ist ebenfalls nicht in Sicht – nicht mal die nötigen Finanzierungen der Einzelmaßnahmen, wie steuerliche Anreize zur energetischen Modernisierung, sind eingeplant. „Vom frĂŒheren Umweltminister ist nichts mehr ĂŒbrig. Als Energie- und Wirtschaftsminister bremst Peter Altmaier die Energiewende aus, blockiert den CO2-Preis und in BrĂŒssel ehrgeizigere Klimaziele“, so Tschimpke. Wichtiger wĂ€re es, in Deutschland die dreckigsten Kohlekraftwerke schnell abzuschalten.

Völlig unzureichend bewertet der NABU die bisherige Bilanz der Verkehrspolitik. Fast drei Jahre nach Beginn des Dieselskandals werden die Luftschadstoffgrenzwerte immer noch viel zu oft ĂŒberschritten, das Vertrauen in die Dieseltechnologie ist ins Bodenlose gefallen und zu einer NachrĂŒstung mit wirksamer Abgastechnologie hat sich die Bundesregierung immer noch nicht durchringen können. „Die Strategie der Bundesregierung, der Autoindustrie nicht zu sehr auf die Finger zu schauen und mit Software-Updates die Luft sauber zu kriegen ist krachend gescheitert“, so Tschimpke. Ob es der Bundesregierung mit einer Senkung der Kohlendioxidemissionen im Verkehrsbereich ernst ist, wird sich am heutigen Mittwoch zeigen, wenn die zustĂ€ndigen Minister ĂŒber die CO2-Grenzwertverordnung fĂŒr Pkw der EU-Kommission verhandeln.

Positiv wertet der NABU, dass Kanzlerin Merkel sich offen fĂŒr eine Kunststoffsteuer zeigt. Der NABU sieht in einer Materialsteuer
einen wichtigen Baustein, um die Meere besser vor der zunehmenden PlastikvermĂŒllung zu schĂŒtzen. Auch mit Blick auf den von China verhĂ€ngten Importstopp von Plastikabfall appelliert der NABU an die Große Koalition, darin eine Chance fĂŒr eine neue Ressourcenpolitik zu sehen. 31 Kilo PlastikmĂŒll pro EU-BĂŒrger pro Jahr sind zu viel. „Auch Deutschland hat sich viel zu lange auf niedrigen Recyclingquoten ausgeruht und auf Verbrennung gesetzt. Die Vermeidung von Einweg-Plastik muss endlich PrioritĂ€t haben. Eine Materialsteuer, die bei den Plastikproduzenten ansetzt, könnte erheblich zur Kunststoffvermeidung und zu besserem Recycling beitragen“, so Tschimpke.

Beim Umgang mit dem europaweit streng geschĂŒtzten Wolf fordert der NABU die Bundesregierung auf, die 2015 eingesetzte Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) als beratendes Expertengremium und wesentliches Element fĂŒr ein hochwertiges, lĂ€nderĂŒbergreifendes Wolfs-Monitoring auch ĂŒber den Herbst 2018 hinaus zu sichern. Die Bundesregierung hat in den ersten 100 Tage wichtige Zeit verstreichen lassen und bisher keinerlei Signale gesendet, aktiv zu werden.
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369 370 371 372 373 


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