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Samstag, 16. Februar 2019
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Verschiedenes

 
Großes Finale der Havelberry-Finn-Tour – NABU-Floßabenteuer geht zu Ende
Miller: Untere Havel ist Flussprojekt von internationaler Bedeutung

Berlin/Strodehne – Nach acht Wochen intensivem Flussabenteuer auf der Havel hat der NABU am Donnerstag im brandenburgischen Strohdehne das große Finale seiner Havelberry-Finn-Tour gefeiert. Seit Ende April waren Teams aus NABU-Mitarbeitern und –Mitgliedern mit einem Floß auf der Havel und ihren NebengewĂ€ssern unterwegs, um Land und Leute kennenzulernen und auf eines der bedeutendsten Naturschutzgroßprojekte an einem Fluss aufmerksam zu machen. In den kommenden Jahren wird der NABU in Brandenburg und Sachsen-Anhalt am Unterlauf der Havel auf insgesamt 100 Kilometern Altarme anschließen und Ufer wieder naturnah gestalten. Mehr als 1.100 bedrohte und geschĂŒtzte Arten finden in dieser besonderen Fluss- und Auenlandschaft wichtige RĂŒckzugsgebiete.

370 Kilometer legte die NABU-Crew auf dem Wasser zurĂŒck, durchquerte vier BundeslĂ€nder und beobachtete mehrere hundert Tier- und Pflanzenarten. Herausgekommen ist ein interessantes Fluss-Tagebuch mit eindrucksvollen Bildern.

„Wir wollten zeigen, wie wichtig lebendige FlĂŒsse als LebensrĂ€ume fĂŒr Tiere und Pflanzen und die Menschen sind, die hier leben oder Erholung finden. Die Havel ist ein gutes Beispiel dafĂŒr, was möglich ist, wenn Bund und LĂ€nder unter der FederfĂŒhrung eines Umweltverbandes ein Naturschutzgroßprojekt umsetzen. Hier gibt es ein Modell, das Vorbild fĂŒr andere Flussprojekte sein kann und internationale Bedeutung hat“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. FĂŒr den NABU sind Flussrenaturierungen ein wichtiger Beitrag zum Arten- und Hochwasserschutz: „Der Bund muss jetzt die Chance nutzen und das vom NABU geforderte und im Koalitionsvertrag zugesagte Bundesprogramm Blaues Band zĂŒgig umsetzen und die Renaturierung von FlĂŒssen und Auen fördern.“

Die Flussabenteurer vom NABU haben neben Naturbeobachtungen auch Rezepte zu Havel-SpezialitĂ€ten gesammelt. Geplant ist ein Buch, das sowohl die Floß- und WildniskĂŒche wie auch havellĂ€ndische SpezialitĂ€ten und regionale Tipps enthĂ€lt. Es wird zur Bundesgartenschau 2015 erscheinen. Der NABU ist offizieller Partner der Bundesgartenschau und prĂ€sentiert sich an den fĂŒnf Standorten Havelberg, Rhinow/Stölln, Premnitz, Rathenow und Brandenburg an der Havel. Erstmalig ist im kommenden FrĂŒhjahr mit der Havel ein FließgewĂ€sser im Mittelpunkt einer Bundesgartenschau.

Nach dem offiziellen Abschlussevent fĂ€hrt das Floß weiter und legt am 21. Juni in Havelberg (Sachsen-Anhalt) an. FĂŒr interessierte Journalisten besteht die Möglichkeit, die letzten zwei Tage an dem Flussabenteuer an Bord teilzunehmen. Kontakt ĂŒber die NABU-Pressestelle.
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NABU-Aktionstage gegen anhaltenden Verlust der Landschaft
Miller: 30-Hektar-Ziel nur ein Meilenstein auf dem Weg zum „Null-Hektar-Ziel“

Berlin – In Deutschland werden tĂ€glich 74 Hektar verbaut, was einer FlĂ€che von 104 Fußballfeldern entspricht. Auf das Jahr gerechnet kommt dies etwa einer GrĂ¶ĂŸe der Stadt Frankfurt am Main gleich. Um auf den anhaltend hohen Landschaftsverbrauch aufmerksam zu machen, ruft der NABU jĂ€hrlich zu Aktionen rund um den „30-Hektar-Tag“ auf. Er zeigt den Tag an, an dem die FlĂ€che komplett verbaut ist, die laut 30-Hektar-Ziel fĂŒr das ganze Jahr zur VerfĂŒgung stĂŒnde. Die Bundesregierung hatte sich das Ziel gesetzt, den FlĂ€chenverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu begrenzen – und dies im aktuellen Koalitionsvertrag noch einmal bekrĂ€ftigt. WĂ€ren die PlĂ€ne RealitĂ€t, mĂŒssten in diesem Jahr bereits am 20. Juni die Bagger still stehen. „Die Bevölkerung nimmt ab, aber wir bauen fleißig weiter. Mit jedem Hektar verbauter Landschaft werden dabei natĂŒrliche LebensrĂ€ume geraubt und biologische Vielfalt geht verloren. Darunter leidet auch die LebensqualitĂ€t der Menschen“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Durch die Ausbreitung von Siedlungen und VerkehrsflĂ€chen schwinden ErholungsrĂ€ume; der Weg zur Schule, zur Arbeit oder zum Einkaufen wird immer weiter. Auch wichtige Funktionen der Landschaft, wie der WasserrĂŒckhalt in der FlĂ€che, werden durch Überbauung und Verdichtung des Bodens stark eingeschrĂ€nkt. So steigt bei StĂ€dten und Kommunen in Flussregionen das Hochwasserrisiko.

Mit bundesweiten Aktionen macht der NABU gemeinsam mit StĂ€dten und Gemeinden klar: Das Maß ist voll. In vielen Kommunen gibt es leer stehende HĂ€user und BaulĂŒcken. Statt weitere Neubaugebiete zu schaffen, sollten diese Reserven sinnvoll genutzt werden, um NaturflĂ€chen in der freien Landschaft zu erhalten. „Gemeinden, Landkreise und kommunale Initiativen aus dem ganzen Bundesgebiet engagieren sich gemeinsam mit dem NABU und machen mit verschiedenen Veranstaltungen auf Möglichkeiten zum FlĂ€chensparen in den Kommunen aufmerksam“, so NABU-FlĂ€chenexperte Jonas Daldrup. Mit FilmvorfĂŒhrungen, öffentlichen Kartierungen von LeerstĂ€nden und einer zeitweisen Belebung von BaulĂŒcken zeigen diese Vorreiter, was vor Ort möglich ist. Zum Schutz der Landschaft haben einige Kommunen bereits vor Jahrzehnten beschlossen, keine weiteren Neubaugebiete mehr auszuweisen.

„Die Artenvielfalt geht dramatisch zurĂŒck. Deswegen ist jeder weitere Hektar Landschaftsverbrauch ein Hektar zu viel. Im Grunde kann das 30-Hektar-Ziel der Bundesregierung nur ein Meilenstein auf dem Weg zum ‚Null-Hektar-Ziel‘ sein“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Miller.
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NABU: EU-PlĂ€ne fĂŒr nationale Anbauverbote von Gentechnik unzureichend
Miller: EuropÀisches Parlament muss Umweltministerbeschluss ablehnen

Der NABU hat die PlĂ€ne der griechischen EU-RatsprĂ€sidentschaft kritisiert, mit der sogenannten Opt-Out Lösung die Gentechnik durch die HintertĂŒr leichter in Europa zu etablieren. Momentan ist eine gentechnisch verĂ€nderte Pflanze entweder in der ganzen EU erlaubt oder verboten, je nachdem wie das EU-Zulassungsverfahren ausfĂ€llt. Mit der neuen Opt Out -Lösung soll eine gentechnisch verĂ€nderte Pflanze fĂŒr die ganze EU zugelassen werden unter der Bedingung, dass einzelne Mitgliedstaaten auf eigenen Wunsch souverĂ€n aussteigen. Allerdings mĂŒssen Gentechnikunternehmen bei AntrĂ€gen auf nationale Anbauverbote der Mitgliedstaaten einbezogen werden.

Zwar sieht der griechische Vorschlag vor, dass Mitgliedstaaten ein Anbauverbot verhĂ€ngen können. „Die Rechtssicherheit fĂŒr die jeweiligen Regierungen fĂŒr ein Anbauverbot ist damit aber nicht gegeben. Der Vorschlag wĂŒrde Klagen der Gentechnik-Unternehmen provozieren und die nationalen Anbauverbote damit kippen“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Vielmehr könnten so Zulassungsverfahren fĂŒr Gentechnik-Produkte auf EU-Ebene beschleunigt werden, obwohl die Verfahren zur RisikoabschĂ€tzung und –bewertung erhebliche MĂ€ngel aufweisen. Dies kann konkret zu verstĂ€rktem Genpflanzenanbau fĂŒhren, obwohl die Mehrheit der deutschen sowie europĂ€ischen Bevölkerung Gentechnik klar ablehnt. Der NABU zeigte sich vor diesem Hintergrund enttĂ€uscht von der Zustimmung der Bundesregierung zu den Gentechnik-PlĂ€nen. Bundesumweltministerin Hendricks hĂ€tte den BĂŒrgerwillen ernst nehmen sowie demokratische Strukturen schĂŒtzen und den Vorschlag im EU-Umweltministerrat ablehnen mĂŒssen.

Der NABU fordert das neue EuropĂ€ische Parlament auf, dem Beschluss der EU-Umweltminister nicht zu folgen und statt dessen den Forderungen der großen Mehrheit der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger nach einem EU-weiten Anbauverbot fĂŒr Genpflanzen gerecht zu werden.
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NABU zur Taufe des Kreuzfahrtschiffs „Mein Schiff 3“
TUI Cruises-Flotte fÀhrt weiter mit Schweröl und unzureichendem Abgassystem

Berlin/Hamburg – AnlĂ€sslich der heutigen Taufe des neuen TUI Cruises-Kreuzfahrtschiffs „Mein Schiff 3“ im Hamburger Hafen sieht der NABU Fortschritte bei der Abgastechnik, kritisiert diese aber wegen des fehlenden Rußpartikelfilters insgesamt immer noch als unzureichend. Daher sei auch die Vermarktung des Schiffs als besonders „umweltfreundlich“ unangebracht.

NABU BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Die Mein Schiff 3 ist aus Umweltsicht alles andere als der große Wurf. TUI Cruises hat bei seinem Neubau eine tolle Chance verstreichen lassen, den Schadstoffausstoß in vollem Umfang zu reduzieren. Wer weiterhin giftiges Schweröl als Kraftstoff einsetzt und auf Rußpartikelfilter verzichtet, kann nicht davon sprechen, dem Umweltschutz höchste PrioritĂ€t einzurĂ€umen. Einzig der eingebaute Stickoxidkatalysator ist positiv zu sehen.“

Der NABU setzt sich fĂŒr eine drastische Reduzierung der Luftverschmutzung durch die Kreuzschifffahrt ein und fordert ein generelles Schwerölverbot. Insbesondere bei Schiffsneubauten mĂŒsse umfassende Abgastechnologie bestehend aus Katalysator und Partikelfilter zum Standard gehören, ebenso wie sie im Automobilbereich seit Jahren selbstverstĂ€ndlich ist.

Leiter NABU-Verkehrspolitik Dietmar Oeliger: „Bei einem neuen Schiff ist der Einsatz von umfassender Abgastechnik einfacher und kostengĂŒnstiger als bei NachrĂŒstungen. Umso peinlicher ist es fĂŒr TUI Cruises nun, dass bei einem Neubau auf elementare Filtertechnologie verzichtet wird, wĂ€hrend Wettberber diese Systeme sogar auf ihren alten Schiffen nachrĂŒsten wollen. So wird man nicht zum Umweltvorreiter.“

Zudem werde der Eindruck erweckt, TUI Cruises habe sich aus freien StĂŒcken fĂŒr den Einbau eines SchwefelwĂ€schers bzw. Scrubbers entschieden, dabei zwingen die verschĂ€rften Grenzwerte, die ab Januar 2015 in Nord- und Ostsee in Kraft treten, die Reeder zum Handeln. Ein System, wie jenes, ĂŒber das TUI Cruises jetzt verfĂŒge, komme unter dem Deckmantel der Umweltfreundlichkeit daher, verlĂ€ngere aber in Wahrheit nur den Einsatz von Schweröl als billigen Kraftstoff, so Oeliger.
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NABU zu Albigs Forderung zu Volksbefragungen ĂŒber Großprojekte
Miller: Fehmarnbeltquerung lÀuft bereits vor dem ersten Spatenstich aus dem Ruder

Der NABU begrĂŒĂŸt grundsĂ€tzlich die Forderung von Schleswig-Holsteins MinisterprĂ€sident Thorsten Albig, Großprojekte zukĂŒnftig bundesweit zur Abstimmung zu stellen. Gleichzeit ist der NABU ĂŒber die Aussage des MinisterprĂ€sidenten verwundert, die geplante feste Fehmarnbeltquerung zwischen der schleswig-holsteinischen Insel Fehmarn und der dĂ€nischen Insel Lolland sei nicht mehr aufzuhalten, weil sie „quasi schon im Bau sei“. NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Bereits vor dem ersten Spatenstich lĂ€uft die geplante feste Fehmarnbeltquerung finanziell so aus dem Ruder wie Stuttgart 21 oder der Flughafen Berlin-Brandenburg. Wenn Thorsten Albig seinen Worten mögliche Taten folgen lassen wollte und als MinisterprĂ€sident seiner Verantwortung Rechnung tragen will, könnte er sich umgehend zumindest fĂŒr eine schon lange geforderte volks- und betriebswirtschaftliche ÜberprĂŒfung des Vorhabens in seinem Bundesland einsetzen.“

Mit Artikel 22, Absatz 2 des Staatsvertrages zwischen dem Königreich DĂ€nemark und der Bundesrepublik Deutschland aus dem Jahr 2008 stĂŒnde nach Ansicht des NABU auch ein geeignetes Instrument zur VerfĂŒgung. Dort heißt es wörtlich: „
Sollten die Voraussetzungen fĂŒr das Projekt oder Teile des Projektes sich deutlich anders entwickeln als angenommen und anders, als zum Zeitpunkt des Abschlusses des Vertrages bekannt, werden die Vertragsstaaten die Lage aufs Neue erörtern. Das gilt unter anderem fĂŒr wesentliche Kostensteigerungen im Zusammenhang mit dem Projekt...“

Der Bundesrechnungshof diagnostizierte bereits 2010 eine Kostenverdopplung auf 1,7 Milliarden Euro. Mittlerweile ist aber wahrscheinlich, dass – anders als im Staatsvertrag beschrieben – ein Neubau der Bahnverbindung LĂŒbeck-Puttgarden erfolgen und die kleine Fehmarnsundquerung neu gebaut werden mĂŒsse. Auf den Bund kĂ€men demnach weitere Mehrkosten von rund einer Milliarde Euro hinzu.

„FĂŒr die 10.000 prognostizierten Fahrzeuge in 2030 baut man andernorts noch nicht mal eine Ortsumgehung. Dieses Projekt ist der typische Wahnsinn, ausgetragen auf dem RĂŒcken des Steuerzahlers und der Natur“, sagt Malte Siegert, Leiter Umweltpolitik beim NABU Hamburg und langjĂ€hriger Kenner des Mammutvorhabens. Eine feste Fehmarnbeltquerung verbinde nicht die Metropolregionen Hamburg und Kopenhagen, sondern zwei Rapsfelder in der deutsch-dĂ€nischen Provinz. Mit Blick auf knappe Kassen fĂŒr den zukĂŒnftigen Bundesverkehrswegeplan ab 2015 und wichtigere Verkehrsprojekte sollte MinisterprĂ€sident Albig es eigentlich besser wissen.
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Freiburg: Zahl der Gelbbauchunken am Schlierberg deutlich angestiegen
Artenschutz ĂŒber die Jahre erfolgreich

Die Zahl der Gelbbauunken am Schlierberg ist deutlich angestiegen, so das Fazit der Experten des Umweltschutzamts. Bei der Aufstellung des Bebauungsplanes „Kapellenweg“ waren gleichzeitig Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen fĂŒr die Gelbbauchunke umzusetzen. Konkret bedeutete es, am sĂŒdlichen Schlierberghang einen Ganzjahreslebensraum fĂŒr die selten gewordenen Gelbbauchunken zu gestalten.

Im Sommer 2006 wurde mit der Artenschutzmaßnahme begonnen. Mehrere unterschiedlich große, besonnte Wassermulden als LaichgewĂ€sser sowie sich westlich und östlich anschließende Gehölze, die als Schutz und Winterquartier dienen, wurden angelegt. An den TĂŒmpeln bieten Bruchsteine zusĂ€tzliche SchutzrĂ€ume fĂŒr die Gelbbauchunken.

Bereits ein Jahr spÀter besiedelten die ersten Gelbbauchunken den neu geschaffenen Lebensraum. Dies war vor allem durch das freiwillige Engagement der Arbeitsgruppe (AG) Gelbbauchunken möglich. Wolfgang Langer und seine Mitstreiter haben die Arbeiten mit ihren profunden Fachkenntnissen und ihrer Erfahrung aus vergleichbaren Projekten, wie beispielsweise dem Gelbbauchunkenprojekt am Schönberg, gemeinsam mit dem Umweltschutzamt betreut und auch selbst Hand angelegt.

Die AG Gelbbauchunken hat in den ersten fĂŒnf Jahren den Lebensraum stĂ€ndig weiter entwickelt, vor allem hinsichtlich ungestörter Laichmöglichkeiten fĂŒr die Unken. So sind flache GewĂ€sser mit unterschiedlichen Wassertiefen als Lebensraum besonders geeignet und mit speziellen LaichkĂŒbeln können die Unken weitestgehend störungsfrei laichen. Über die Jahre engagierten sich die AG-Mitglieder unermĂŒdlich.

Seit 2007 stieg die Zahl der Unken stÀndig an. Im Jahr 2011/12 wurde das GelÀnde mit einem Bagger weiter umgestaltet, so wurde unter anderem ein zweites GewÀsser mit unterschiedlichen Tiefen angelegt.

Nach dem Ausscheiden von Wolfgang Langer 2011 suchte die untere Naturschutzbehörde des Umweltschutzamts nach weiteren engagierten Mitstreitern. Der Amphibien-Experte AndrĂ© Toth konnte fĂŒr das Projekt gewonnen werden. Seither betreut er den Ganzjahreslebensraum, gibt Hinweise zur optimalen Pflege, erfasst die Zahl der Gelbbauchunken und dokumentiert jĂ€hrlich den Gesamtzustand der Population. Nach seiner EinschĂ€tzung leben dort heute 40 bis 50 Gelbbauchunken; die maximal grĂ¶ĂŸtmögliche Zahl im VerhĂ€ltnis zur FlĂ€chengrĂ¶ĂŸe.

Zu diesem Erfolg dĂŒrfte die vom Umweltschutzamt bewusst gewĂ€hlte, versteckte und recht unzugĂ€ngliche Lage der zum Lebensraum fĂŒr die Gelbbauchunken gestalteten FlĂ€che beigetragen haben. Sie dient vorrangig dem Artenschutz. Seit 2013 wird sie von Ziegen beweidet, die die ĂŒppig wuchernde Vegetation kurz halten, so dass die TĂŒmpel weiter voll besonnt werden.
 
 

NABU kritisiert Abgasbilanz beim Transport von Sportartikeln aus Asien
WM-Plakat: „1:0 fĂŒr saubere Luft“ / Foto: NABU
 
NABU kritisiert Abgasbilanz beim Transport von Sportartikeln aus Asien
Unfair-Play mit Trikots der Nationalmannschaft

Nur 80 Cent mehr wĂŒrde es Berechnungen des NABU zufolge kosten, die Spielbekleidung der gesamten deutschen Fußball-Nationalmannschaft ohne den massiven Ausstoß von Schiffsabgasen aus den ProduktionsstĂ€tten in Asien nach Deutschland liefern zu lassen. Der NABU weist damit auf die großen Luftschadstoffmengen hin, die beim Transport von Textilien wie Sportartikeln anfallen. Laut Analyse des NABU verteuern sich Trikot und Hose pro Spieler nur um etwa je 0,2 Cent, so dass keine Auswirkung auf den Kaufpreis der Artikel zu erwarten sei. Selbst fĂŒr ein paar Fußballschuhe und den offiziellen WM-Ball fielen lediglich drei Cent zusĂ€tzlich an.

NABU-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „In kaum einer anderen Sportart wird mit Fanartikeln so viel Geld verdient wie beim Fußball, doch die Sportartikelhersteller sind bisher nicht bereit, ihrer Verantwortung fĂŒr den sauberen Transport ihrer Produkte nachzukommen. Von Fairplay gegenĂŒber der Umwelt kann da keine Rede sein.“

Der NABU setzt sich fĂŒr ein generelles Schwerölverbot ein und fordert den Einsatz moderner Abgastechnik auf allen Hochseeschiffen. Die moderaten Mehrkosten dafĂŒr wirken sich kaum auf den Kaufpreis aus, da auf Containerschiffen sehr große StĂŒckzahlen billig transportiert werden können. Doch wĂ€hrend nur geringe Folgen fĂŒr den Absatz von Produkten zu erwarten sind, hĂ€tten die Minderungen von Luftschadstoffen wie Rußpartikel, Stick- und Schwefeloxiden einen signifikant positiven Effekt auf die Gesundheit und den Klimaschutz. Daher mĂŒssen Firmen, die ihre Produkte ĂŒber die Meere befördern lassen, nach Ansicht des NABU von ihren Reedern entsprechend umweltfreundlichere Transporte verlangen und diese dann auch buchen.
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NABU fordert Kurswechsel in Flusspolitik von Bund und LĂ€ndern
Tschimpke: Naturnahen Hochwasserschutz jetzt in die Wege leiten

Berlin – Ein Jahr nach dem Jahrhunderthochwasser in den Elbe-Regionen im Juni 2013 sieht der NABU weiterhin dringenden Handlungsbedarf beim bundesweiten Hochwasserschutz. „Vor allem die Wiederherstellung von ÜberflutungsflĂ€chen und die Renaturierung der FlĂŒsse sind wichtige Maßnahmen, die neben dem Hochwasserschutz auch einen zusĂ€tzlichen Mehrwert fĂŒr Mensch und Natur bringen“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. Nur noch ein Drittel der ursprĂŒnglichen ÜberflutungsflĂ€chen an deutschen FlĂŒssen stĂŒnden zur VerfĂŒgung, an den großen Strömen seien teilweise bis zu 90 Prozent der natĂŒrlichen Auen vom Fluss abgeschnitten.

Angesichts der Hochwasserereignisse des vergangenen Jahres und der Vorjahre ist aus Sicht des NABU die Umsetzung eines natĂŒrlichen Hochwasserschutzes unerlĂ€sslich. Der Deichausbau mĂŒsse sich kĂŒnftig auf Siedlungen und wichtige Infrastruktur konzentrieren. Landwirte und EigentĂŒmer sollten entschĂ€digt werden, wenn kĂŒnftig der Deichschutz entfĂ€llt und die Nutzung der FlĂ€chen an den Hochwasserschutz angepasst wird. Die Deichsanierungen seit 2002 hĂ€tten zwar einige Orte geschĂŒtzt, an anderen Stellen, wie zum Beispiel in Magdeburg, die SchĂ€den aber deutlich erhöht.

NABU-PrĂ€sident Tschimpke sieht hier insbesondere die Öffentliche Hand in der Pflicht: „Der Bund muss das im Koalitionsvertrag zugesagte Bundesprogramm Blaues Band zĂŒgig voranbringen und den Ausbau natĂŒrlicher RetentionsflĂ€chen und die Renaturierung von FlĂŒssen und Auen konsequent fördern.“ Bei der Umsetzung des ebenfalls geplanten Nationalen Hochwasserschutzprogramms seien Bund und LĂ€nder gleichermaßen gefordert, dem naturnahen Hochwasserschutz angemessene Anteile einzurĂ€umen und die dafĂŒr nötigen Investitionsmittel bereitzustellen.

„Von großer Bedeutung fĂŒr einen natĂŒrlichen Hochwasserschutz ist aber auch, dass der Regen gleich vor Ort versickern kann und es erst gar nicht zu schadvollen AbflĂŒssen in die FlĂŒsse kommt. Hier sind StĂ€dte und Gemeinden gefordert, die Bebauungsverbote in den Überschwemmungsgebieten konsequent durchzusetzen und Maßnahmen zum dezentralen RegenwasserrĂŒckhalt zu fördern“, so NABU-Flussexpertin Julia Mußbach.

FĂŒr den NABU sind Flussrenaturierungen ein wichtiger Beitrag zum Arten-, aber auch Hochwasserschutz und er zeigt in einem gemeinsamen Projekt mit dem Bund und den LĂ€ndern Brandenburg und Sachsen-Anhalt, wie es gehen kann. Das NABU-Projekt „Untere Havel“ widmet sich der Renaturierung eines der bedeutsamsten Feuchtgebiete Mitteleuropas. Dort werden im Rahmen der Renaturierung der Unteren Havel auch bis zu 500 Hektar ÜberflutungsflĂ€che zurĂŒckgeholt, die sich im vergangenen Jahr bereits positiv auf die Entwicklung des Hochwasserscheitels auswirkten. AnlĂ€sslich des Projekts lĂ€uft noch bis zum 21. Juni die Havelberry-Finn-Tour (www.havelberry-finn-tour.de )entlang der Havel, um auf dieses einzigartige Ökosystem im Nordosten Deutschlands aufmerksam zu machen. Das NABU-Projekt „Untere Havel“ erstreckt sich ĂŒber 18.900 Hektar und ist damit das grĂ¶ĂŸte dieser Art in Europa. Im Juni 2013 waren weite Teile des Gebiets aufgrund des Elbehochwassers und der Flutung der Havelpolder ĂŒberschwemmt.
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