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Samstag, 24. August 2019
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Verschiedenes

 
NABU fordert Ablehnung der Juncker-Kommission im Europäischen Parlament
Miller: Bekenntnis von Ĺ efčovič zu Atomsubventionen ist ein Schlag ins Gesicht der BĂĽrger!

Angesichts der immer noch fehlenden schriftlichen Zusagen des künftigen Präsidenten der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, Klima- und Umweltschutz in den Arbeitsaufträgen seiner designierten Kommissarinnen und Kommissare zu verankern, hat der NABU das Europäische Parlament erneut aufgefordert, die Juncker-Kommission in dieser Form morgen nicht zu bestätigen. „Obwohl die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger der EU, die mehr als 20 Millionen Mitglieder und Förderer der Umweltverbände und die Mehrheit der Europaabgeordneten substantielle Nachbesserungen von Juncker gefordert haben, sehen wir bis heute kaum Wirkung“, so NABU-Geschäftsführer Leif Miller. Zwar hätten sich die Kandidaten für die Klima- und Umweltressorts bei ihren Anhörungen im Europäischen Parlament zu nachhaltiger Entwicklung, Umwelt- und Klimaschutz sowie zur konsequenten Umsetzung der bestehenden Umweltrichtlinien bekannt, Juncker habe dies aber bis heute nicht in ihren schriftlichen Arbeitsaufträgen („mission letters“) fixiert. „Das Parlament als die demokratisch legitimierte Vertretung der Bürgerinnen und Bürger darf sich damit nicht zufrieden geben“, so Miller.

Der NABU sieht sich in seiner Kritik durch die gestrige Anhörung von Maroš Ĺ efčovič bestätigt, den Juncker nach dem Scheitern seiner bisherigen Kandidatin Alenka Bratušek zum Vizepräsidenten der EU-Kommission fĂĽr den Themenbereich „Energieunion“ berufen will. FĂĽr den NABU ist insbesondere nicht akzeptabel, dass Ĺ efčovič sich zu den EU-Subventionen fĂĽr den geplanten neuen Atomreaktor Hinkley Point in GroĂźbritannien bekannt hat. „Das ist ein Schlag ins Gesicht aller BĂĽrgerinnen und BĂĽrger sowie der Mitgliedstaaten, die wie Ă–sterreich die Atomenergie ablehnen oder wie Italien, Deutschland, Schweden und Belgien AusstiegsbeschlĂĽsse gefasst haben“, so Miller. Ĺ efčovič habe als Mitglied der alten Barroso-Kommission mit zu verantworten, dass die Steuerzahler der EU-Staaten jetzt ĂĽber mehrere Jahrzehnte insgesamt 26 Milliarden Euro fĂĽr ein energiepolitisches Auslaufmodell zahlen mĂĽssten. Die Vorstellungen von Ĺ efčovič seien genau so wenig zukunftsorientiert wie Junckers ĂĽberholtes Wachstumsmodell. Zudem hätten vor den Europawahlen im Mai alle Parteien und ihre Spitzenkandidaten, auch Jean-Claude Juncker fĂĽr die Konservativen und Martin Schulz fĂĽr die Sozialdemokraten, mehr Demokratie, mehr Transparenz und mehr Engagement fĂĽr den Klimaschutz versprochen. „Wenn das Parlament den Erwartungen der Wählerinnen und Wähler gerecht werden will, darf es morgen keine EU-Kommission bestätigen, die alles andere als demokratischer, transparenter, klima- oder umweltfreundlicher ist als die bisherige Kommission!“, so Miller.
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NABU begrĂĽĂźt neue Verpflichtungen der Staaten zur Naturschutzfinanzierung
Tschimpke: Deutschland muss Versprechen halten

Der NABU begrüßt den Kompromiss, den die Vertreter von 194 Staaten auf der UN-Naturschutzkonferenz in Südkorea beim Thema der Finanzierung gefunden haben. Bis zuletzt hatten Industrie- und Entwicklungsländer um die künftige Naturschutzfinanzierung gerungen.

Aus NABU-Sicht ist besonders positiv zu bewerten, dass die Finanzhilfe an Entwicklungsländer bis 2015 verdoppelt und bis 2020 auf mindestens diesem Niveau gehalten werden soll. „Wir sind froh, dass Bundesregierung und EU weiter zu ihren Zusagen bei den Naturschutzhilfen an arme Länder stehen und dass gerade Deutschland Vorreiter ist bei der Erfüllung dieser Versprechen“, begrüßte NABU-Präsident Olaf Tschimpke den Kompromiss vor Ort in Pyeongchang. Des Weiteren wertet der Verband als Erfolg, dass sich alle Staaten erstmals verpflichten, mehr für die Naturschutzfinanzierung im eigenen Land zu tun. Außerdem freut sich der NABU, dass die Regierungen einen konkreten Fahrplan für die Abschaffung von Subventionen verabschiedet haben, die der biologischen Vielfalt schaden. „Besonders wichtig sind heute die neuen Hausaufgaben, die die Bundesregierung mit nach Europa nimmt“, so Tschimpke. „Wie alle Staaten hat auch Deutschland zugesagt, zuhause mehr Geld für die biologische Vielfalt in die Hand zu nehmen. Gleichzeitig verstehen wir die Beschlüsse so, dass spätestens 2016 die Eliminierung naturschädlicher Agrarsubventionen starten muss.“
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Ă–KO-TEST JAHRBUCH fĂĽr 2015
Das aktuelle Ă–KO-TEST JAHRBUCH fĂĽr 2015 gibt es seit dem 10. Oktober 2014
 
Ă–KO-TEST JAHRBUCH fĂĽr 2015
Mehr als 1.250 Produkte im Test: Durchschnittlich 1.000 Euro kostet der Test eines einzigen Produktes. Für die 1.250 Produkte, die wir für Sie in diesem ÖKO-TEST JAHRBUCH für 2015 getestet haben, sind also Kosten von rund 1,3 Millionen Euro entstanden. Das ist viel Geld. Aber nur mit einem solchen Aufwand ist es möglich, fundiert und seriös Rat zu geben. Denn nur 643 Produkte in diesem Jahrbuch sind „sehr gut“ oder „gut“, aber 550 „befriedigend“ bis „ungenügend“. Es lohnt sich also, sich zu informieren. Denn ohne Schadstoffe lässt sich das Leben noch besser genießen.

Die Tests

Lebensmittel aus dem Discounter: Wer beim Discounter kauft, will sparen – aber nicht an der Qualität. Doch diese Rechnung geht nicht immer auf. Für schlechte Noten sorgten vor allem Kaffee, Reis und Tiefkühlpizza. Verbesserungspotenziale gibt es zuhauf.

Tiefkühlspinat: Tiefkühlblattspinat ist gesund und vielseitig einsetzbar, kann allerdings auch stark mit Nitrat und Cadmium belastet sein. ÖKO-TEST kann nicht einmal die Hälfte der getesteten Produkte rundum empfehlen. Zum Glück gibt es aber auch vier „sehr gute“ Marken.

Multivitaminsäfte: Wer die Gesundheit stärken möchte, greift gern zu Multivitaminsäften. ÖKO-TEST rät aber von den meisten ab, weil sie unter anderem viel zu viele Vitamine enthalten, die man sich besser aus richtigen Lebensmitteln holt. Gute Noten gibt es nur für Bio-Multisäfte.

Markenkosmetik gegen Drogerieartikel: Was ist besser? Markenprodukte oder die Eigenmarken der Drogerien? Dieser Frage ist ÖKO-TEST nachgegangen und hat nicht nur PEG/PEG-Derivate, sondern auch viele „sehr gut“ Produkte gefunden. Das Resümee ist: Gute Kosmetik gibt es auch für wenig Geld.

Kinderzahncremes: Die meisten Zahncremes sind in Ordnung. ÖKO-TEST kritisiert aber, dass einige Hersteller auf aggressive Schäumungsmittel setzen. Mitdenken müssen Eltern, was die Versorgung der Beißerchen mit Fluorid betrifft. Hier lassen die Hinweise auf den Verpackungen zu wünschen übrig.

Produkte made in Germany: „Made in Germany“ steht für Qualität, Langlebigkeit, deutsche Ingenieurskunst. Dafür – und in der Hoffnung, etwas für Arbeitsplätze im eigenen Land zu tun – zahlen Kunden gerne mehr. ÖKO-TEST hat 72 Hersteller gefragt, wie viel „Germany“ in ihrem Produkt steckt. Knapp die Hälfte hat bewiesen: jede Menge.

Elastische Bodenbeläge: Als Alternative zu PVC-Böden werden heute chlorfreie elastische Beläge angeboten. Die Laboranalysen, die ÖKO-TEST durchführen hat lassen, zeigen: Sie sind deutlich geringer mit Schadstoffen belastet als PVC-Produkte. Doch leider gibt es auch einen Wermutstropfen: Alle untersuchten Marken haben sich elektrostatisch aufgeladen.


Weitere Tests
• Apfelmus • Haferflocken • Kaffeekapseln • Lebensmittel aus dem Supermarkt • Nüsse und Ölsaaten • Senf • vegetarische und vegane Lebensmittel • hochwertige Öle • Allergiemittel, Nasensprays, Augentropfen und Allergiemittel zum Einnehmen • Haftcremes • Hämorrhoidenmittel • Multivitaminpräparate • pflanzliche Schlafmittel • Gesundheitspräparate aus dem Supermarkt • Gesundheitspräparate aus dem Discounter • Feuchttücher • Fußsäcke für Kinderwagen • Laufställe • Planschbecken • Onlineversender für Babyartikel • Puzzlematten • Kinderfahrradanhänger • Nuss-Nougat-Creme • Milchbreie • Augen-Make-up-Entferner • dekorative Kosmetik • Gesichtspeelings • Haarspülungen • Haaröle • Körperlotionen • Körperöle • Kosmetik aus dem Discounter • Kosmetik aus dem Supermarkt • Lippenstifte • feuchtes Toilettenpapier • Gartenhandschuhe • Gartenstuhlauflagen • Laufshirts • Naturbettdecken • Colorwaschmittel • Colorwaschmittel ohne Parfüm • Silikonbackformen • Holzöle • Lackfarben • Lehmfarben/-streichputze • Acrylfugenmassen
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Die private Energiewende geht weiter: "Eigenstrom vom Hausdach"
Trotz dem AbwĂĽrgen der hoffnungsvollen Energiewende mit einer
drastischen Verschlechterung des erfolgreichen Erneuerbaren-
Energien-Gesetzes (EEG) federfĂĽhrend durch SPD-Wirtschaftsminister
Sigmar Gabriel und einer Mehrheit der Abgeordneten im Deutschen
Bundestag mĂĽssen die BĂĽrgerinnen und BĂĽrger die begonnene solare
Zukunft nun weitgehend selbst gestalten.
Private Hausbesitzer dĂĽrfen auf dem eigenen Hausdach Fotovoltaikmodule
bis zu 10 kW installieren ohne eine neue staatliche Abgabe entrichten
zu mĂĽssen!
In Anbetracht steigender Strompreise und Zusatzabgaben insbesondere
fĂĽr Privatverbraucher wird die Eigenstromversorgung immer
interessanter.
60% - 80% Eigenstromerzeugung sind schon heute wirtschaftlich möglich.

Der Förderverein Zukunftsenergien SolarRegio Kaiserstuhl und die
Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen sowie die Bürgerinitiative
Weisweil laden zu einem praxisorientierten Informationsabend ein:

Eigenstromversorgung vom Hausdach
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Mittwoch, den 29. Oktober 2014

20.00 Uhr

Evangelisches Gemeindehaus

79367 Weisweil am Rhein

Hinterdorfstrasse 2

Referenten und Gesprächspartner sind:
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Gregor Reddemann, GF der Herstellerfirma SI-Module GmbH, Freiburg

Paulus Straub, Handwerksbetrieb Paulus Straub GmbH & Co. KG

Wie die Eigenstromprojekte mit effizienten Solarmodulen, neuartigen
Batteriespeichern und ausgeklĂĽgelter Elektronik in der Praxis
funktionieren wird allgemeinverständlich vorgestellt.
Aber auch ĂĽber die Investitionskosten und Amortisationszeiten werden
die Fachreferenten berichten.

FĂĽr eine anschlieĂźende Fragerunde ist genĂĽgend Zeit vorgesehen.

Im Rahmen dieser Informationsveranstaltung können sich Interessenten
fĂĽr eine Exkursion zur Produktionsfirma SI-Module anmelden.
 
 

 
International Cleanup Day 2014: NABU zieht alarmierende Bilanz
2,5 Tonnen Abfälle

Miller: Nord- und Ostsee werden als MĂĽllkippe missbraucht

Aus NABU-Sicht war der diesjährige „International Coastal Cleanup Day“ (ICC) ein großer Erfolg. Bundesweit trafen sich fast zweihundert engagierte Meeresschützer, um im Rahmen von verschiedenen Aktionen mit dem NABU Strände an Nord- und Ostseeküste, aber auch Flussufer im Binnenland vom Müll zu befreien. Dabei wurden knapp 2,5 Tonnen Abfälle gesammelt. Neben Zigarettenkippen, Plastikverpackungen, Autoreifen, Resten von Fischernetzen und einem Computerbildschirm fanden die Sucher einen halbgefüllten Altölkanister. Sogar ein totes Schaf und einen skelettierten Schweinswal mussten die fleißigen Müllsammler bergen. „Die Funde sind alarmierend und zeigen, dass wir unsere Meere nach wie vor als Müllkippe missbrauchen. Damit muss Schluss sein“, sagte NABU Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Am erfolgreichsten waren die Sammler auf Borkum: Hier wurden über 900 Kilogramm Müll eingesammelt.

Im Rahmen des Projekts „Meere ohne Plastik“ haben NABU und NAJU vom 20. September bis 4. Oktober gemeinsam mit ihren lokalen Partnern auf Borkum, Fehmarn, Rügen, Kühlungsborn, Rostock, Greifswald, Leipzig und Dresden zum Mitmachen beim Müllsammeln aufgerufen. Der International Coastal Cleanup Day“ („Internationaler Küsten-Putztag“) hat sich mittlerweile zur weltweit größten ehrenamtlichen Aktion für den Meeresschutz entwickelt. „Unsere Strände müssen regelmäßig vom Müll gesäubert werden, um Mensch und Umwelt zu schützen. Am besten wäre aber, wenn erst gar kein Abfall in die Meere gelangen würde. Konkrete Maßnahmen wie zum Beispiel ein Verbot der kostenlosen Abgabe von Plastiktüten sind lange überfällig“, sagt NABU-Meeresschutzexperte Kim Detloff.

Global sterben jedes Jahr bis zu einer Million Seevögel und 100.000 Meeressäugetiere an den tödlichen Resten des weggeworfenen Mülls. Allen voran stellen Plastikabfälle eine Bedrohung für die Meereswelt dar. Robben, Schweinswale und Fische verfangen sich in alten Fischernetzen, Wale und Fische verwechseln Plastik mit ihrer eigentlichen Nahrung, und Jungvögel strangulieren sich an alten Leinen, die in ihre Nester verbaut wurden.

Die nächste öffentliche Sortierung und Trennung vom „gefischtem“ Meeresmüll aus der NABU-Initiative „Fishing for Litter“ findet am Dienstag, den 21. Oktober um 11:00 Uhr gemeinsam mit dem Deutschen Meeresmuseum in Stralsund statt. Weitere Informationen von der NABU-Pressestelle unter 030-284984-1510.
 
 

 
Jodtabletten-Verteilung: Ist die Schweiz eine Insel?
Alle 10 Jahre werden im Umkreis der Schweizer Kernkraftwerke vorsorglich Kaliumiodidtabletten (Jodtabletten) an die Bevölkerung verteilt.
Neu hat jetzt der Schweizer Bundesrat den Radius für die innerschweizer Verteilung von 20 auf 50 Kilometer ausgeweitet. Die Geschäftsstelle
für Versorgung mit Jodtabletten hat heute über die geplante Verteilung von jeweils zwölf Jodtabletten an 4.6 Millionen Menschen informiert.

Für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland stellt sich die Frage ob die Schweiz eine Insel ist, deren nächste Nachbarn mehr als 50 Kilometer
entfernt wohnen...

Wer nach Fukushima immer noch gefährliche grenznahe Anlagen (wie Leibstadt und das älteste AKW der Welt in Beznau) betreibt und mit dem Risiko
der Menschen satte Gewinne einfährt, der sollte auch an die europäischen Nachbarn denken.

Jodtabletten sind da aber nur eine Scheinlösung. Der BUND schließt sich der Forderung der schweizerischen Umweltschützer an die heute schreiben:
"Nur die Abschaltung aller AKW bietet einen wirksamen Schutz gegen Atomunfälle".
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NABU-Umweltverträglichkeitsprüfung der deutschen Jagdgesetze
Das deutsche Jagdrecht ist heillos veraltet und gehört ins Museum

Anlässlich der aktuellen Debatten um die Novellierung der Landesjagdgesetze in Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen hat der NABU die Jagdgesetze im Bund und in allen 16 Bundesländern einer naturschutzfachlichen Bewertung unterzogen. Zu den NABU-Kriterien für eine naturverträgliche Jagd zählen die Anzahl der jagdbaren Arten, Jagdruhezeiten und die Jagdausübung.

Das Ergebnis ist ernüchternd: „Die derzeitigen jagdgesetzlichen Regelungen des Bundes und der Länder erfüllen mit Ausnahme von Berlin und Rheinland-Pfalz noch nicht einmal zehn Prozent der NABU-Forderungen hinsichtlich einer ökologischen Ausrichtung der Jagd. Anforderungen des Natur-, Arten- und Tierschutzes sowie gesellschaftliche und ethische Anliegen werden bisher kaum berücksichtigt“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. „Das deutsche Jagdrecht ist verstaubt und veraltet: Der lodengrüne Geist des letzten Jahrhunderts haucht einem aus den meisten Jagdgesetzen entgegen.“ Der NABU fordert Bundesregierung und Landesregierungen auf, die alten Jagdgesetze ins Museum zu tragen und moderne Jagdgesetze mit Naturschützern, Tierschützern und Jägern zu entwickeln.

Derzeit unterliegen in fast allen Bundesländern gut 150 Tierarten dem Jagdrecht. Davon ist fast jede dritte Art nach dem Naturschutzgesetz streng geschützt. Die Jagd findet das ganze Jahr über statt, denn vor allem Wildschweine und Füchse, aber auch Waschbären und Wildkaninchen, haben in einigen Bundesländern das ganze Jahr über Jagdzeit.

Immerhin werden aus NABU-Sicht durch die Reformen die Jagdgesetze in einigen Bundesländern verbessert. „Die aktuellen Gesetzentwürfe aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen weisen in die Zukunft, auch wenn leider nicht alle Forderungen des NABU berücksichtigt werden“, so Tschimpke.

In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen werden künftig deutlich weniger Arten dem Jagdrecht unterliegen, der Tierschutz wird stärker berücksichtigt, die Baujagd nur noch eingeschränkt möglich und Totschlagfallen nicht mehr zulässig sein. Zum Schutz der Umwelt, der Wildtiere und des Menschen soll zumindest der Einsatz von bleifreier Büchsenmunition in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und in Schleswig-Holstein verpflichtend werden. In allen anderen Bundesländern darf jedoch nach wie vor mit bleihaltiger Büchsenmunition geschossen werden.


„Wollen die Jäger gesellschaftsfähig bleiben, müssen sie sich den gesellschaftlichen und ökologischen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte öffnen“, sagte NABU-Jagdexperte Stefan Adler. Angesichts explodierender Wildschweinbestände und des Rückgangs von Arten wie Feldhase und Rebhuhn sei eine Brauchtumspflege und das Beharren der Jagdverbände auf althergebrachte Methoden nicht hilfreich. „Jäger und Naturschützer müssen gemeinsam anpacken, um den Schwund der Arten und ihrer Lebensräume aufzuhalten: durch eine naturfördernde Landwirtschaft, einen verbesserten Lebensraumverbund und ein wirksameres Schutzgebietssystem“, so Adler.
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NABU-Zahl des Monats
Entlassung 12.000 junger Störe in die Oder, Oktober 2014 / Foto: NABU
 
NABU-Zahl des Monats
12.000 junge Störe in die Oder entlassen

RĂĽckkehr ins Laichgebiet frĂĽhestens 2020

Angermünde/Berlin – Mehr als 12.000 junge Störe wurden vom NABU Ende September in die Oder entlassen. Ziel ist die Wiederansiedlung des Baltischen Störs im Einzugsgebiet der Ostsee. Drei Monate lang war das historische Bruthaus der Teichwirtschaft Blumberger Mühle im brandenburgischen Angermünde das Zuhause für Tausende junger Störe. So lange dauert die Aufzucht von der nur wenige Millimeter großen Larve bis zur Besatzgröße von etwa zehn Zentimetern Körperlänge.

Die Tiere wachsen in den kommenden acht bis zehn Jahren heran, während sie ihren Weg in die Ostsee finden. Mit den ersten Rückkehrern ist frühestens 2020 zu rechnen. Im kommenden Jahr sollen mindestens 20.000 weitere Jungstöre in die Oder entlassen werden.

Ende der 1960er Jahre wurde der letzte Baltische Stör oder auch Atlantische Stör (Acipenser oxyrinchus) genannt in der Oder gefangen. Fischerei, Gewässerverschmutzung und die Verbauung der Flüsse haben die einst reichen Bestände ausgelöscht. In den vergangenen acht Jahren haben Fischereibiologen und Naturschützer bereits 750.000 Störe in die Zuflüsse der Ostsee entlassen, um den wohl ursprünglichsten aller Knochenfische zurückzuholen.
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