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Montag, 19. August 2019
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Verschiedenes

Karlsruhe: Zuwachs im Zoo Karlsruhe
Watussi im Karlsruher Zoo / Foto: Zoo Karlsruhe
 
Karlsruhe: Zuwachs im Zoo Karlsruhe
Junges Watussi-Rind mit seiner Mutter angekommen, Zoo Wuppertal ĂŒberlĂ€sst die Tiere zur Aufstockung der Karlsruher Gruppe

Zoo Wuppertal - Zoo Karlsruhe: Nach seiner ersten großen Reise ist Mittwoch Nachmittag das gerade Mal zwei Monate alte Watussi-Kalb zusammen mit seiner Mutter in Karlsruhe angekommen. Beide werden sich die nĂ€chsten Tage zunĂ€chst hinter den Kulissen im Stall in aller Ruhe an ihre neue Heimat gewöhnen. Danach können die Besucherinnen und Besucher dann die Neuankömmlinge auch auf der Außenanlage zumindest stundenweise sehen. Mutter Sarabi und Tochter Cumba verstĂ€rken die Karlsruher Watussi-Gruppe. Diese besteht momentan aus dem Bullen Warui und einem Weibchen, der alten Klara. Wenn die Eingewöhnung von Mutter und Tochter weiterhin so problemlos wie bisher verlĂ€uft, dĂŒrfen sie voraussichtlich ab nĂ€chster Woche erstmals nach draußen und lernen dann bei ersten ZusammenfĂŒhrungen auch ihre Karlsruher Artgenossen kennen.

Imposant an der in Ostafrika beheimateten Haustierrasse sind die extrem langen geschwungenen Hörner. Die Watussi-Rinder wurden dem Zoo Karlsruhe vom Zoo Wuppertal zur Aufstockung der Gruppe ĂŒberlassen - zunĂ€chst war nur an Sarabi gedacht worden. Nachdem diese dann Nachwuchs bekam, war zwischen den beiden TiergĂ€rten schnell abgemacht, dass die Watussi im Zweier-Pack anreisen werden.

 
 

 
NABU wertet UN-Konferenz in Quito als Erfolg
Tschimpke: Meilenstein im Zugvogelschutz

Der NABU zieht eine positive Bilanz der UN-Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten (CMS). Besonders erfreut zeigte sich der Umweltverband ĂŒber die Forderung nach einem weltweiten Verbot von Diclofenac in der Tiermedizin. Der entzĂŒndungshemmende Wirkstoff hatte in der Vergangenheit die Geierarten Indiens fast vollstĂ€ndig ausgerottet. Die Aasfresser vergiften sich, wenn sie von einem Kadaver fressen, der zu Lebzeiten mit Diclofenac behandelt wurde. „Die Vertragsstaaten haben eine Reihe wegweisender BeschlĂŒsse verabschiedet, die insbesondere stark bedrohten Zugvögeln zugutekommen“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Der NABU begrĂŒĂŸt außerdem die verabschiedete Empfehlung, die Verwendung bleihaltiger Jagdmunition bis 2017 weltweit zu verbieten. Seit Jahren tritt der Umweltverband fĂŒr ein Bleiverbot in der Jagd ein. In Deutschland stellen Bleivergiftungen die hĂ€ufigste Todesursache von Seeadlern dar. Sie vergiften sich, wenn sie angeschossene Tiere fressen. Auch von den anwesenden ĂŒberregionalen JagdverbĂ€nden wurde diese Empfehlung mitgetragen. Eine gesonderte Resolution widmet sich zudem dem Kampf gegen den Abschuss und den Fang von Zugvögeln. Bundesregierung und NABU setzten sich bereits gemeinsam gegen den massenhaften Vogelfang in Ägypten ein. „Allerdings muss Deutschland auch im eigenen Land seine Hausaufgaben machen und die illegale Tötung von Greifvögeln unterbinden“, so NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

Auch fĂŒr den Schutz der Artenvielfalt in den Weltmeeren hat die Konferenz Fortschritte gebracht: 21 Hai- und Rochenarten wurden unter Schutz gestellt. Dies verpflichtet die Unterzeichnerstaaten unter anderem dazu, die Verwendung von RĂŒckenflossen dieser Arten fĂŒr Haifischflossensuppe zu verbieten. „Die BeschlĂŒsse der Bonner Konvention geben wichtige Impulse fĂŒr den Naturschutz“, so NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. „Die Vertragsstaaten stehen nun unter dem Druck anderer Staaten und von Naturschutzorganisationen, die eine konsequente Umsetzung der BeschlĂŒsse einfordern werden.“
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Greifvögel und Windkraft
Forschungsverbund unter Leitung des NABU veröffentlicht neue Studie

Greifvögel gehören weltweit zu den hĂ€ufigsten Opfern von Windkraftanlagen. In Deutschland sind es unter anderem Rotmilane, Wiesenweihen und Seeadler, die in den Rotoren verunglĂŒcken. Vorkommen dieser Arten sind deshalb oft AblehnungsgrĂŒnde fĂŒr Windparkstandorte und verursachen regelmĂ€ĂŸig gerichtliche Auseinandersetzungen. Die vom Bundesumweltministerium finanzierte Studie des Michael-Otto-Instituts im NABU, der BioConsult SH und des Leibniz-Instituts fĂŒr Zoo- und Wildtierforschung sowie weiterer Partner analysiert die UmstĂ€nde, unter denen Greifvögel an WindrĂ€dern ums Leben kommen und soll so zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen.

„Greifvögel verunglĂŒcken an Windkraftanlagen tagsĂŒber und bei bester Sicht; sie scheinen die Risiken zu unterschĂ€tzen“ berichtet Dr. Hermann Hötker, Leiter des Michael-Otto-Instituts im NABU. In Deutschland besonders problematisch sind die Verluste von Rotmilanen, da der grĂ¶ĂŸte Teil des globalen Bestandes (weltweit etwas ĂŒber 20.000 Paare) dieser sehr seltenen Art in unserem Land brĂŒtet.

Kern des Projektes war das genaue Studium des Verhaltens von Greifvögeln in Bezug auf Windkraftanlagen. Dazu wurden Rotmilane (vom Projektpartner Ökotop in Halle/S.), Wiesenweihen (vom Projektpartner BioConsult SH) und Seeadler (vom Projektpartner Institut fĂŒr Zoo- und Wildtierforschung) mit kleinen Sendern versehen, die eine genaue Verfolgung der Tiere im Freiland ermöglichten. Alle Arten besaßen Streifgebiete von vielen Quadratkilometern. Ihre Flugrouten wurden oft durch besonders attraktive Nahrungsquellen bestimmt und fĂŒhrten regelmĂ€ĂŸig quer durch Windparks. Besonders bei Rotmilanen und Wiesenweihen war jedoch eine Konzentration der AktivitĂ€ten im Horstbereich festzustellen. Modellrechnungen legen nahe, dass das Kollisionsrisiko bei Rotmilanen in einem Bereich bis 1.250 Meter um den Horst besonders hoch ist.

Weitere Themen der Studie, an der sich außer den genannten Institutionen noch die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest, die Staatliche Vogelschutzwarte im Landesamt fĂŒr Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg sowie der Förderverein fĂŒr Ökologie und Monitoring von Greifvogel- und Eulenarten beteiligten, waren mögliche VerdrĂ€ngungen von Greifvögeln durch Windkraftanlagen, der Einfluss von Gittermasten auf das Kollisionsrisiko und die KlĂ€rung der FundumstĂ€nde toter Greifvögel in der NĂ€he von Windkraftanlagen.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass fĂŒr den Schutz der Greifvögel innerhalb oder in der NĂ€he von Windparks keine besonderen Anziehungspunkte fĂŒr diese Vögel geschaffen werden sollten. Dazu zĂ€hlen Mist- und Komposthaufen und Brachen an den MastfĂŒĂŸen. Auch die Anlage frĂŒhzeitig zu mĂ€hender Kulturen wie etwa GrĂŒnroggen sollte im Bereich von Windparks vermieden werden. Entscheidender Faktor bleibt allerdings der Standort: Windparks sollten in einen ausreichend großen Abstand von Rotmilanhorsten und nicht innerhalb von SchwerpunktrĂ€umen von Wiesenweihen und Seeadlern angelegt werden.
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NABU: Deutsche Politik ist nicht nachhaltig genug
Alarmierende Öko-Bilanz

Starke Defizite im Umweltbereich – Umsteuern bei Arten- , Ressourcenschutz und Verkehrspolitik­

Der NABU hat die aktuelle Öko-Bilanz der deutschen Nachhaltigkeitsziele als alarmierend bezeichnet. Verantwortlich fĂŒr den Stillstand bei wichtigen Umweltzielen sei neben fehlendem politischen Willen auch die schleppende Umsetzung bestehender Regelungen. Außer beim Klimaschutz und den erneuerbaren Energien weist die nationale Nachhaltigkeitsstrategie starke Defizite bei den Gradmessern fĂŒr Artenvielfalt, MobilitĂ€t, Ressourcenschonung und Ökolandbau auf. Das bestĂ€tigt auch der aktuelle Bericht des Statistischen Bundesamtes zur Umsetzung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie.

„Wenn die Politik es ernst meint, muss sie hier erheblich nachbessern. Es ist nicht immer erforderlich, neue Gesetze und Maßnahmen auf den Weg zu bringen, vielmehr mĂŒssen bestehende in Bund und LĂ€ndern konsequent umgesetzt werden. Alle BundeslĂ€nder sollten ihre Nachhaltigkeitsziele auf die bundesweite Strategie abstimmen“, forderte NABU-PrĂ€sident Tschimpke anlĂ€sslich der NABU-Bundesvertreterversammlung im baden-wĂŒrttembergischen Rust. So liege der fortschreitende Verlust von Arten und ihren LebensrĂ€umen in Deutschland neben einer verfehlten Landnutzungspolitik, insbesondere im Agrarbereich, vor allem an der unzureichenden Umsetzung der beiden EU-Naturschutzrichtlinien (Vogelschutzrichtlinie 1979 und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie 1992), die das Fundament und den Rechtsrahmen fĂŒr den Naturschutz in mittlerweile 28 Staaten bilden.

Unter aktiver Beteiligung des NABU, seiner europĂ€ischen BirdLife Partner und weiterer VerbĂ€nde haben die Regierungen mit Natura 2000 das weltweit grĂ¶ĂŸte Netz von Schutzgebieten aufgebaut, das mittlerweise 18 Prozent der EU-LandflĂ€che (in Deutschland 15 Prozent) umfasst. „Die RĂŒckkehr von Seeadler, Kranich, Biber und Wolf zeigt den Erfolg eines nachhaltigen Naturschutzes. Wo Schutz, Management und Finanzierung ernst genommen werden, entwickeln sich wichtige LebensrĂ€ume fĂŒr Tiere und Pflanzen. Klare Regelungen fĂŒr Eingriffe in die Natur geben Unternehmen und Investoren Planungssicherheit“, so Tschimpke. Der NABU fordert daher eine deutliche Aufstockung von personellen und finanziellen Ressourcen in der Naturschutzverwaltung auf allen Ebenen, von den Unteren Naturschutzbehörden bis zur Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission. Nur so können die Naturschutzrichtlinien angemessen umgesetzt werden. Bund und LĂ€nder mĂŒssten außerdem mehr fĂŒr die Durchsetzung von Schutzvorschriften und wo nötig fĂŒr Verfolgung und Bestrafung von VerstĂ¶ĂŸen, wie zum Beispiel illegaler Greifvogelverfolgung, tun. Der angelaufene Fitness Check der EU-Naturschutzrichtlinien mĂŒsse fĂŒr eine Umsetzungsoffensive genutzt werden, damit das Artensterben bis 2020 wirklich wie international vereinbart gestoppt werden kann.

Weitgehend positiv Ă€ußerten sich NABU-PrĂ€sident Tschimpke und der baden-wĂŒrttembergische NABU-Landesvorsitzende Andre Baumann ĂŒber die Fortschritte im Naturschutz in Baden-WĂŒrttemberg. Mit der Ausweisung des Nationalparks Schwarzwald, einer vorbildlichen Naturschutzstrategie, der Verdopplung der Mittel fĂŒr den Naturschutz und der Ökologisierung der Agrarförderung sei die grĂŒn-rote Landesregierung hier auf gutem Wege. Baumann forderte den Gastredner, Minister Winfried Hermann, auf, in den verbleibenden Monaten der Legislaturperiode nicht nachzulassen und auch bei der letzten Großbaustelle, der Novellierung des Landesnaturschutzgesetzes, die Nachhaltigkeit im Fokus zu halten.

Der NABU fordert eine hochwertige Kreislaufwirtschaft. JĂ€hrlich fallen ĂŒber 250 Millionen Tonnen AbfĂ€lle in Deutschland an. Um die Entnahme von Rohstoffen aus der Natur zu reduzieren und damit die biologische Vielfalt und das Klima zu schĂŒtzen, mĂŒssen Produkte lĂ€nger genutzt oder repariert werden und AbfĂ€lle zu neuen Materialien aufbereitet werden. Die Kreislaufwirtschaft, in der einmal von der Gesellschaft verwendete Dinge – im Gegensatz zur Verbrennung und Deponierung – weiter genutzt werden, mĂŒsse als wesentlicher Teil der Ressourcenschonung begriffen werden. Notwendige aktuelle Gesetzgebungsverfahren, wie das ElektrogerĂ€tegesetz, die Gewerbeabfallverordnung, das Wertstoffgesetz und eine Regelung zum SperrmĂŒll lassen entweder genau dieses Motiv vermissen oder werden seit Jahren verzögert – trotz eines von der Bundesregierung beschlossenen Ressourceneffizienzprogramms.

DarĂŒber hinaus fordert der NABU den Verzicht auf neue umweltzerstörende und teure Autobahnen und Bundesstraßen. „Gerade Neubauten haben einen hohen FlĂ€chenverbrauch und eine erhebliche Zerschneidungswirkung fĂŒr Biotope. Der Ausbau des deutschen Fernstraßennetzes muss, mit Ausnahme von wenigen Ortsumgehungen, als abgeschlossen gelten. Aus dem neuen Bundesverkehrswegeplan sollten daher alle Planungen fĂŒr neue Bundesfernstraßen gestrichen werden“, so Tschimpke. Der Fokus mĂŒsse auf einer soliden Finanzierung der bestehenden Infrastruktur liegen: durch Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Lkw ab einem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen und auf alle Straßen. Die vielfach als Lösung der Finanzierungsprobleme angepriesene „public private partnership“ sei eher ein Modell zur Verteuerung von Bauprojekten und belaste zukĂŒnftige Haushalte. Die Schaffung und Erhaltung der Verkehrsinfrastruktur mĂŒsse eine wesentliche Aufgabe der öffentlichen Hand und daher auch in ihrer Finanzverantwortung bleiben.
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1130 illegal getötete Greifvögel in Deutschland dokumentiert
(c) Komitee gegen den Vogelmord e. V.
 
1130 illegal getötete Greifvögel in Deutschland dokumentiert
NABU will illegale Greifvogelverfolgung mit Habicht als „Vogel des Jahres 2015“ stĂ€rker ins Licht der Öffentlichkeit rĂŒcken

1130 illegal getötete Greifvögel sind in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren gemeldet worden, die Dunkelziffer ist nach wie vor groß. Das geht aus einer Anfrage des NABU an die Umweltministerien der LĂ€nder und gesammelten Daten des Komitees gegen den Vogelmord hervor. Unter den Opfern sind zum großen Teil MĂ€usebussarde, gefolgt von Habichten und Rotmilanen. Aber auch seltene Arten wie Seeadler, Uhus, Wanderfalken sowie ein Schreiadler und ein GĂ€nsegeier gehören dazu.

Die meisten FĂ€lle illegaler Greifvogelverfolgung wurden in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen. Seit Jahren betreibt die im Umweltministerium angesiedelte Stabsstelle UmweltkriminalitĂ€t dort ein landesweites Monitoring. Weitere „Hochburgen“ der Greifvogel-Wilderei sind Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Baden-WĂŒrttemberg. Die dokumentierten FĂ€lle stellen allerdings nur die Spitze des Eisberges dar, denn der Großteil der Taten bleibt unentdeckt.

Mit der Wahl des Habichts zum „Vogel des Jahres 2015“ will der NABU die illegale Greifvogelverfolgung stĂ€rker ins Licht der Öffentlichkeit rĂŒcken. In einer Gemeinschaftsaktion mit dem Komitee gegen den Vogelmord rufen NABU und sein bayerischer Partner LBV dazu auf, VerdachtsfĂ€lle illegaler Greifvogelverfolgung zu melden. Ein zentrales Aktionstelefon ist unter 030-284 984-1555 geschaltet (werktags von 9 bis 18 Uhr und an Feiertagen sowie Wochenenden von 15 bis 18 Uhr). ZurĂŒckliegende FĂ€lle können ĂŒber ein Online-Meldeformular erfasst werden.
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Vom Bohren dicker Bretter
Berufsbegleitende Fortbildung „Kommunales Energie- und Klimaschutzmanagement“ geht in die vierte Runde

Freiburg, 04.11.2014: Die Energiewende kommt nicht von allein – sie muss tagtĂ€glich in den Kommunen vor Ort umgesetzt werden. Deshalb bieten der fesa e.V. und ifpro nun schon zum vierten Mal die Fortbildung „Kommunales Energie- und Klimaschutzmanagement“ an.

Auf Bundesebene wird die Energiewende derzeit eher ausgebremst. Geht es so weiter, wird Deutschland seine Klimaschutzziele nicht erreichen. Umso wichtiger ist die Arbeit in den Kommunen vor Ort. Hier werden nach wie vor gut ausgebildete und engagierte Menschen gesucht, die als Energie- und Klimaschutzmanager Konzepte und Programme konkret umsetzen. Auch Förderprogramme von Bund und Land zur Finanzierung ihrer Aufgaben stehen bereit. Der Bedarf ist da – es mangelt jedoch immer noch an FachkrĂ€ften. Zum vierten Mal bietet der fesa e.V. in Kooperation mit ifpro deshalb die berufsbegleitende Fortbildung „Kommunales Energie- und Klimaschutzmanagement“ an.

Viele der bisherigen Absolventinnen und Absolventen sind bereits in Kommunen der Region und auch bundesweit aktiv. Hier bohren sie dicke Bretter – sei es als Klimaschutzmanager, als Umweltbeauftragter, als Sanierungsmanager oder als Vorstand einer Energiegenossenschaft – und bringen dabei den kommunalen Klimaschutz tĂ€glich ein kleines StĂŒck weiter voran.

In dreizehn kompakten Modulen vom 9. Januar bis zum 13. Juni 2015 fĂŒllen die kĂŒnftigen Klimaschutzmanager im vierten Kurs ihren Werkzeugkasten mit allem, was es fĂŒr die Umsetzung der Energiewende vor Ort braucht: Vom Kontext und den Grundlagen kommunalen Klimaschutzes geht es ĂŒber die rechtlichen Rahmenbedingungen bis zu Förderprogrammen und Finanzierung. Der Kurs beinhaltet ebenso Basiswissen ĂŒber Erneuerbare Energien, Kraft-WĂ€rme-Kopplung und WĂ€rmepumpen wie Informationen zu Energieeffizienz und Energiemanagement in kommunalen Liegenschaften. Ein weiteres, wichtiges Themenfeld ist die Öffentlichkeitsarbeit und BĂŒrgerbeteiligung – denn die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger mĂŒssen den Weg zur Energiewende mitgehen. Abgerundet und auf Praxistauglichkeit zugeschnitten wird die Fortbildung durch eine EinfĂŒhrung in das Projektmanagement, das die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann auch gleich an eigenen, realitĂ€tsnahen Energie- und Klimaschutz-Projekten ausprobieren können.

Die Dozentinnen und Dozenten sind erfahrene Praktiker aus Kommunen und Wirtschaft. Bei der letzten Fortbildung gab auch Ernst-Ulrich von WeizÀcker in einem Modul Einblicke in seine Theorie vom Faktor 5.
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NABU zum neuen Weltklimabericht: Countdown fĂŒr Paris lĂ€uft
Bundesregierung muss in Lima fĂŒr konsequenten Energieumbau werben

Der am Sonntag in Kopenhagen vorgestellte neue Weltklimabericht bestĂ€tigt die NABU-Forderungen nach konsequenten Strategien zur Begrenzung des Klimawandels. „Der Countdown, die globale ErwĂ€rmung auf zwei Grad zu reduzieren lĂ€uft. Nachdem die EU gerade die Chance verpasst hat, ambitionierte Klimaziele bis zum Jahr 2030 zu verabschieden, muss die Bundesregierung auf dem Weltklimagipfel in Lima die Chance nutzen, fĂŒr ein ambitioniertes Klimaschutzabkommen zu werben,“ sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. Auf dem Weltklimagipfel in Lima im Dezember 2014 wird das Klimaschutzabkommen auf den Weg gebracht, das 2015 in Paris beschlossen werden muss. Der jetzt vorgestellte Synthesebericht ist der vierte und letzte Teil des 5. Sachstandberichts, den der IPCC seit Herbst 2013 vorgelegt hat. Die ersten drei Teilberichte hatten sich mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels, seinen Folgen und Anpassungsmöglichkeiten sowie den Klimaschutz-Optionen befasst. Der vierte Teil fĂŒhrt nun die ersten drei Teile zusammen.

Laut Bericht der Forscher des Weltklimarats IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) mĂŒssen, um die globale TemperaturerwĂ€rmung unter zwei Grad Celsius zu halten, bis zum Jahr 2025 das Energiesystem weiter umgebaut und die erneuerbaren Energien verstĂ€rkt ausgebaut werden. Wenn parallel dazu gute Anreize gegeben werden, die Effizienz im GebĂ€ude-, Transport- und Industriesektor zu steigern, sei der Klimaschutz auch volkswirtschaftlich sinnvoll, da die Klimafolgekosten deutlich geringer wĂŒrden.

Tschimpke appellierte an die Bundesregierung, die Energiewende nicht auszubremsen und ambitionierte und verbindliche Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und zum Ausbau der Erneuerbaren Energien voranzutreiben. Oberstes Ziel mĂŒsse es sein, den Klimawandel so effektiv wie möglich zu begrenzen.

„Der naturvertrĂ€gliche Ausbau der erneuerbaren Energien, die Steigerung der Energieeffizienz sowie die klima- und naturvertrĂ€gliche Landnutzung sind gleichermaßen notwendig fĂŒr einen konsistenten und konsequenten Klimaschutz“, sagte NABU-Klimaexperte Sebastian Scholz. Im Dezember findet nicht nur der Weltklimagipfel im peruanischen Lima statt, es werden auch die Strategien der Bundesregierung zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Minderung der CO2-Emissionen vorgestellt. „Dass die naturvertrĂ€gliche Energiewende hilft, Klimaschutzziele zu erreichen und darĂŒber hinaus auch noch ein Erfolgsmodell ist, kann ein wichtiges Signal an die internationale Staatengemeinschaft aussenden“, so Scholz.
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NABU: UN-Konferenz in Quito kann Meilenstein fĂŒr den Zugvogelschutz werden
Bundesregierung muss wichtige Impulse setzen

Fast die HĂ€lfte aller in Deutschland brĂŒtenden Zugvögel nimmt deutlich ab. Das geht aus dem in diesem Jahr von der Bundesregierung vorgestellten Bericht zur Umsetzung der europĂ€ischen Vogelschutzrichtlinie hervor. Eine wichtige Möglichkeit, sich fĂŒr den Schutz der Zugvögel einzusetzen, hat die Bundesregierung auf der vom 4. bis 9. November in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito stattfindenden Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention zum Schutz wandernder Tierarten (CMS). Seit 1979 bildet dieses Abkommen eine wichtige Grundlage fĂŒr die internationale Koordination von grenzĂŒbergreifenden Schutzmaßnahmen. Da die Konvention seinerzeit in Bonn gegrĂŒndet wurde und sich seitdem dort auch ihr Sekretariat befindet, ist sie auch als Bonner Konvention bekannt.

„Zugvögel gehören zu den am stĂ€rksten bedrohten Arten in Deutschland. Wie alle wandernden Tierarten sind sie doppelt gefĂ€hrdet. Neben den Gefahren in ihrem Brutgebiet drohen Verfolgung und Lebensraumverlust auf der Zugstrecke und im Überwinterungsgebiet. Auch auf Betreiben des NABU hat die aktuelle Bundesregierung den verbesserten Schutz von Zugvögeln entlang ihrer Wanderrouten als Ziel in ihren Koalitionsvertrag festgeschrieben. Der NABU erwartet von der Bundesregierung, dass sie diesen Weg weitergeht und sich in Quito klar fĂŒr die Verabschiedung wegweisender BeschlĂŒsse zum Vogelschutz einsetzt sowie deren Umsetzung aktiv fördert“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

FĂŒr ziehende Wasservögel gibt es bereits seit Jahren ein sehr effektives Unterabkommen (AEWA) der Bonner Konvention. In Quito soll nun ein entsprechender Aktionsplan fĂŒr ziehende Landvögel verabschiedet werden. Er sieht gemeinsame Anstrengungen aller LĂ€nder entlang des gesamten Zugweges dieser Arten vor. „FĂŒr Arten, wie die in Deutschland stark abnehmende Turteltaube oder Deutschlands seltensten Brutvogel, den SeggenrohrsĂ€nger, ist die Erhaltung von Rastgebieten und WinterlebensrĂ€umen in Afrika besonders wichtig. Gerade ĂŒber eine ökologisch ausgerichtete Entwicklungshilfepolitik könnte Deutschland diesem Plan zur Umsetzung verhelfen“, so NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

Eine gesonderte Resolution wird sich dem Kampf gegen den Abschuss und den Fang von Zugvögeln widmen. Hier hat sich die Bundesregierung bereits gemeinsam mit dem NABU engagiert und fördert unter anderem dringende Maßnahmen, um den massenhaften Vogelfang in Ägypten zu bekĂ€mpfen. „Allerdings muss Deutschland auch im eigenen Land seine Hausaufgaben machen und zum Beispiel die andauernde illegale Tötung von Greifvögeln, wie dem Habicht, vom NABU zum ‚Vogel des Jahres 2015‘ gekĂŒrt, effektiv unterbinden“, so Lachmann weiter.

Zugvögel sind nicht nur im Brutgebiet, sondern auch auf ihren Wanderungen durch manche Formen erneuerbarer Energien bedroht. Vor allem Windparks an Konzentrationspunkten des Vogelzugs können fĂŒr Arten wie Weißstörche oder den in Deutschland stark bedrohten Schreiadler fatale Folgen haben. Auf der Konferenz in Quito sollen Richtlinien verabschiedet werden, wie weltweit entsprechende Gefahren vermieden bzw. reduziert werden können. Der NABU begrĂŒĂŸt es ausdrĂŒcklich, dass die Bundesregierung in Aussicht gestellt hat, eine internationale Arbeitsgruppe zu finanzieren, die die Umsetzung dieser Richtlinien weltweit koordinieren sollen.

Eine weitere Resolution beschĂ€ftigt sich mit der absichtlichen oder versehentlichen Vergiftung von Zugvögeln. „Wir fordern von der Bundesregierung ein klares Bekenntnis gegen den Einsatz von Bleimunition sowie ein Verbot des fĂŒr Geier tödlichen Wirkstoffs Diclofenac in der Tiermedizin. Bleivergiftungen sind in Deutschland die hĂ€ufigste Todesursache erwachsener Seeadler. Sie vergiften sich, wenn sie angeschossene und spĂ€ter verendete Tiere fressen“, so Lachmann. Diclofenac hatte in der Vergangenheit beinahe zum kompletten Aussterben von Geiern in Indien gefĂŒhrt und ist seit kurzem auch in Italien und im Geierland Spanien, also innerhalb der EU, zur Anwendung bei Weidetieren zugelassen.

Auch die zunehmende Belastung der Weltmeere mit PlastikmĂŒll ist Thema bei der Weltkonferenz. 95 Prozent aller an der deutschen NordseekĂŒste tot aufgefundenen Eissturmvögel weisen bereits Plastikteile im Magen auf. Bei den Laysan-Albatrossen auf den Midway-Inseln westlich von Hawaii sterben bereits jetzt zwei von fĂŒnf KĂŒkenan Plastik. Eine Resolution der Vertragsstaaten soll einen Weg aufzeigen, diese Problematik besser zu verstehen und zu bekĂ€mpfen. Der NABU engagiert sich mit seinen Initiativen „Zugvogelschutz“ und „Meere ohne Plastik“ seit Jahren fĂŒr die auf der Konferenz der Bonner Konvention behandelten Themen. „Wichtig ist nun, dass die Bundesregierung ihr Gewicht einbringt, um die genannten Entscheidungen durchzusetzen, und die Umsetzung der zugehörigen Maßnahmen fördert“, so Lachmann.
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