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Samstag, 16. Februar 2019
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Verschiedenes

 
NABU: Vogelgrippe-Einschleppung durch Wildvögel unwahrscheinlich
Risiko-Faktor Massentierhaltung

Aus Sicht des NABU ist die Einschleppung der Vogelgrippe durch Wildvögel unwahrscheinlich. Ein viel grĂ¶ĂŸeres Risiko fĂŒr die Verbreitung des Virus sei vielmehr in Massentierhaltungen sowie den weltweiten Transporten von Tieren und Futtermitteln zu suchen. In den vergangenen Tagen wurde ein hochpathogener GeflĂŒgelpest-Virus, auch hĂ€ufig als „Vogelgrippe“ bezeichnet, in je einem industriellen GeflĂŒgelhaltungsbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern, den Niederlanden und Großbritannien festgestellt. In den ersten beiden FĂ€llen handelt es sich um den Virus-Stamm H5N8, der bisher nur in Ostasien, vor allem in SĂŒdkorea verbreitet war. FĂŒr den Fall in Großbritannien steht die genaue BestĂ€tigung des Stammes noch aus.

Das erneute Auftreten der Vogelgrippe in Deutschland weckt Erinnerungen an den ersten Ausbruch im Februar 2006, der damals vom Erreger-Stamm H5N1 verursacht wurde. Damals wie heute wurden sehr schnell wilde Zugvögel als wahrscheinliche ÜbertrĂ€ger des Virus beschuldigt, begrĂŒndet lediglich durch das Vorhandensein vogelreicher Feuchtgebiete in der Umgebung der betroffenen Betriebe und bisher fehlende Hinweise auf andere Infektionsquellen.

„Die aktuellen UmstĂ€nde der AusbrĂŒche in den drei europĂ€ischen GeflĂŒgelmastanlagen lassen die Übertragung durch ziehende Wildvögel nach Überzeugung des NABU als extrem unwahrscheinlich erscheinen. Es gibt keine direkten Vogelzugwege zwischen Ostasien wie China und SĂŒdkorea und Westeuropa. Es ist also nicht möglich, dass ein mit einer hochpathogenen Virus-Form infizierter Vogel direkt von dort nach Europa geflogen ist“, sagte NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Theoretisch denkbar wĂ€re es, dass infizierte Wildvögel sich an Kreuzungen des Vogelzugs gegenseitig anstecken könnten. Auf diese Weise könnte das Virus ĂŒber mehrere Zwischenstationen nach Europa gelangen. In diesem Fall mĂŒsste es aber Vogelgrippe-AusbrĂŒche an Konzentrationspunkten des Vogelzugs zwischen Ostasien und Westeuropa geben. „Darauf gibt es jedoch in diesem Fall keinerlei Hinweise“.

Laut NABU hat die Erfahrung des Ausbruchs von 2006 gezeigt, dass das hochpathogene H5N1-Virus nur in toten Wildvögeln, niemals aber in großen Zahlen getesteten lebenden Wildvögeln nachgewiesen wurde. „Damit ist es unmöglich, dass ein infizierter Wildvogel vor seinem Tod noch weite Strecken zurĂŒcklegen kann und das Virus ĂŒber große Distanzen verschleppen kann“, so Lachmann. Bruteier und EintagskĂŒken hingegen reisen weltweit um ein Tausendfaches hĂ€ufiger herum als Zugvögel und haben weitaus besseren Zugang zu StĂ€llen als Wildvögel. Daher sei die Ursache fĂŒr die Verbreitung des H5N8-Virus eher bei den Praktiken und Warenströmen der modernen GeflĂŒgelhaltung zu suchen als bei ziehenden Wildvögeln.

Auch nach dem Ausbruch 2006 setzte sich unter Experten die Erkenntnis durch, dass die weltweite Verbreitung des Virus kaum durch Wildvögel verursacht werden konnte. Die WelternĂ€hrungsorganisation FAO hat bereits 2007 zum H5N1-Erreger angemerkt, dass viele Virologen Ursache und Ursprung der hochpathogenen Form der Vogelgrippe in der industriellen GeflĂŒgelzucht- und ‑produktion sehen, von wo sie dann auf Wildvögel ĂŒbersprang. Zwar kann laut FAO ein Eintrag durch Wildvögel nicht ausgeschlossen werden, aber ursĂ€chlicher fĂŒr die Ausbreitung des Virus wurden „Importe von GeflĂŒgel und kontaminierte Schalen und Transportkisten von Bruteiern sowie die Verbreitung durch Arbeiter und GerĂ€te“ angesehen.

Auch das Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Deutschlands Bundesforschungsanstalt fĂŒr Tiergesundheit, benennt den Tierhandel als wesentlichen Risiko-Faktor. In seiner BroschĂŒre zu hochpathogenen Vogelgrippe-Viren wird darauf hingewiesen, dass in seltenen FĂ€llen „GeflĂŒgelpesterreger auch aus zunĂ€chst nur gering pathogenen Viren entstehen, die bei Wildvögeln, insbesondere Wasservögeln, weltweit verbreitet sind. Nach Übertragung von gering pathogenen Influenzaviren des Subtyps H5 oder H7 auf HausgeflĂŒgel kann das Virus durch VerĂ€nderung seines Erbgutes die krankmachenden Eigenschaften sprunghaft steigern und zum Ausbruch der GeflĂŒgelpest fĂŒhren."
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NABU: Gemischte Bilanz des World Parks Congress in Sydney
Schutzgebietsmanagement auch in Deutschland weiter verbessern

Schutzgebiete sind ein wichtiger Baustein in der Strategie, den weltweiten Verlust der Artenvielfalt bis zum Jahr 2020 zu stoppen. Zum Abschluss des World Parks Congress in Sydney appelliert der NABU daher an die EU sowie Bund und LĂ€nder, die Anstrengungen zur Sicherung wertvoller Landschaften und Ökosysteme mit Nachdruck voranzubringen. „Schutzgebiete sichern nicht nur den Erhalt bedrohter Arten, sondern stellen fĂŒr die Menschheit eine Vielzahl von Gratisleistungen wie reines Wasser, saubere Luft oder auch Erholungslandschaften zur VerfĂŒgung“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Aus diesem Grund sei es notwendig, dass weltweit geeignete Finanzierungsmechanismen bereitgestellt wĂŒrden, um sogenannte „Paper Parks“ zu vermeiden, Schutzgebiete, die faktisch nur auf dem Papier existieren. Gleichzeitig dĂŒrften wichtige Aufgaben vor der eigenen HaustĂŒr jedoch nicht vernachlĂ€ssigt werden.

Auf internationaler Ebene komme die Bundesregierung ihrer Verantwortung aus Sicht des NABU durchaus nach. „Eine Vielzahl von Projekten, die durch das Bundesumweltministerium und das Bundesentwicklungshilfeministerium im Ausland gefördert werden, spiegelt in hervorragender Weise einen modernen Ansatz von Schutzgebietsmanagement unter Einbeziehung der Bevölkerung wider“, so Eick von Ruschkowski, NABU-Fachbereichsleiter Naturschutz und Delegierter auf dem World Parks Congress. WĂ€hrend Deutschland hier vorbildlich seiner globalen Verantwortung nachkĂ€me, seien parallel dazu aber insbesondere die ĂŒberwiegend in der Hoheit der BundeslĂ€nder liegenden Naturschutzaufgaben in Deutschland stark unterfinanziert. Dies betrifft insbesondere die immer noch stockende Umsetzung der EU-Naturschutzrichtlinien fĂŒr das EU-weite Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000. Auch fehlten in vielen Nationalparks und BiosphĂ€renreservaten die notwendigen Mittel, um deren Management weiter zu verbessern.

„Es mutet schon merkwĂŒrdig an, wenn Deutschland und andere GeberlĂ€nder von den EntwicklungslĂ€ndern eine genaue Auflistung ihres Finanzbedarfes fĂŒr Naturschutzhilfen verlangen, aber aus den BundeslĂ€ndern noch immer keine konkreten Zahlen dazu vorliegen, wie viel Geld dort fĂŒr den fĂŒr den Naturschutz ausgegeben wird und wie groß die FinanzierungslĂŒcke eigentlich ist“, so von Ruschkowski.

Zu den wichtigsten Forderungen des NABU zur Umsetzung von Natura 2000 gehören die rechtliche Sicherung der Gebiete und die Aufstellung verbindlicher Management-PlĂ€ne, eine strikte Anwendung des bestehenden Regelwerkes bei Eingriffen in das Schutzgebietsnetz sowie eine ausreichende Bereitstellung von Finanz- und Personalmitteln. Da große Teile der Schutz- und Pflegemaßnahmen in Natura-2000-Gebieten von der Landwirtschaft durchgefĂŒhrt werden, wĂ€ren diese ebenfalls Nutznießer einer verbesserten Finanzierung. Die Verteilung der Fördergelder aus BrĂŒssel wird derzeit zwischen den BundeslĂ€ndern und der EU-Kommission verhandelt. Der NABU fordert, dass hierbei die Naturschutzmittel entscheidend aufgestockt werden mĂŒssen, da ansonsten das Artensterben nicht aufzuhalten ist. Parallel dazu mĂŒssen umweltschĂ€dliche Subventionen weiter abgebaut werden; hierzu hat sich die Bundesregierung im Rahmen der Konvention ĂŒber biologische Vielfalt (CBD) bis 2020 verpflichtet.

Positiv bewertete der NABU das Engagement vieler Entwicklungs- und SchwellenlĂ€nder auf dem World Parks Congress, neue Schutzgebiete auch mit Blick auf den Klimawandel auszuweisen. Allerdings mĂŒsse sich nun bis zum nĂ€chsten Kongress im Jahr 2024 zeigen, dass diese Schutzgebiete dann auch so ausgestattet werden, dass sie nicht nur auf dem Papier existieren. Im Rahmen seiner Zusammenarbeit im internationalen Dachverband BirdLife International hatte der NABU wĂ€hrend des World Parks Congress bereits fĂŒnf deutsche besonders gefĂ€hrdete „Important Bird and Biodiversity Areas“ (IBA) vorgestellt. Auch hier mĂŒssten verstĂ€rkte Anstrengungen unternommen werden, diese Gebiete dauerhaft zu sichern.

Der World Parks Congress wird alle zehn Jahre von der International Union for the Conservation of Nature (IUCN), einem Zusammenschluss zahlreicher staatlicher und privater Naturschutzorganisationen, organisiert. Er beschÀftigt sich mit dem Schutz der Natur durch Ausweisung und Management von Schutzgebieten unterschiedlicher Kategorien.
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Willkommen Wolf! Gekommen, um zu bleiben
„Willkommen Wolf - Gekommen, um zu bleiben“ / Foto: JĂŒrgen Borris
 
Willkommen Wolf! Gekommen, um zu bleiben
Neue NABU-BroschĂŒre mit einzigartigen Bildern, Fakten und Erkenntnissen

Der Wolf ist zurĂŒck in Deutschland: 35 Wolfsrudel leben aktuell in der freien Wildbahn der LĂ€nder Sachsen, Brandenburg, Sachen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Dort, wo die Wölfe bereits sind, aber auch dort, wo mit ihrer Ankunft zu rechnen ist, stellen sich die Menschen die immer gleichen Fragen: Wie leben Wölfe in Deutschland? Wo gibt es Konflikte und wie können diese gelöst werden? Und was tut der NABU, um die dauerhafte RĂŒckkehr der Tiere zu ermöglichen?

In der neuen BroschĂŒre „Willkommen Wolf! Gekommen, um zu bleiben“ folgen die Leser auf 48 Seiten der Spur der Wölfe und können sich ein umfassendes Bild von Canis Lupus machen. „Der NABU hat die RĂŒckkehr der Wölfe von Anfang an begleitet - dabei wurde eines klar: Die Frage, ob Wölfe dauerhaft nach Deutschland zurĂŒckkehren können, ist keine Frage von Biologie und Ökologie, sondern von Akzeptanz“, sagt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. „Auch in unseren Landschaften finden Wölfe Nahrung und ungestörte RĂŒckzugsgebiete, um ihre Jungen groß zu ziehen“.

Aktuelle Karten, Grafiken und Übersichten fassen die wissenschaftlichen Erkenntnisse von fast 15 Jahren deutscher und 30 Jahren weltweiter Wolfsforschung zusammen. Das Einzigartige: Alle abgedruckten Fotos zeigen frei lebende Wölfe Deutschlands und erzĂ€hlen ihre eigene Geschichte. Gezeigt werden auch bislang unveröffentlichte Bilder aus den Territorien Niedersachsens und Sachsens. „Wenn wir den Wölfen eine dauerhafte Heimat geben wollen, dann mĂŒssen wir uns um die Menschen mit ihren Vorurteilen und Ängsten kĂŒmmern. Das ist das Ziel der "Willkommen Wolf“- Kampagne“, so NABU- Wolfsexperte Markus Bathen.
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NABU begrĂŒĂŸt EU-Initiative zur Reduzierung von PlastiktĂŒten
Wichtiges Signal fĂŒr den Umweltschutz

In den EU-Mitgliedstaaten soll kĂŒnftig die Anzahl von PlastiktĂŒten reduziert werden. Darauf haben sich EU-Kommission, EU-Parlament und EU-Mitgliedstaaten verstĂ€ndigt. Die Staaten sollen GebĂŒhren oder Steuern auf die Beutel erheben oder konkrete Ziele zur Verminderung beschließen. Auch Verbote wĂ€ren möglich. Dazu kommentiert NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller:

„Es war höchste Zeit, dass die Mitgliedstaaten, EU-Parlament und EU-Kommission Einigkeit darin zeigen, KunststoffmĂŒll den Kampf anzusagen. Plastiktragetaschen sind in den meisten FĂ€llen ĂŒberflĂŒssig und wir sehen auch an Deutschlands KĂŒsten, dass sie eine Gefahr fĂŒr die Natur und letztendlich auch den Menschen darstellen. Es ist ein wichtiges Signal, dass auch der Vertreter der Bundesregierung heute zugestimmt hat.“ Der NABU begrĂŒĂŸt zudem, dass KommissionsvizeprĂ€sident Frans Timmermans seine Bedenken zurĂŒckgezogen hat, der das Projekt vergangene Woche noch stoppen wollte. Miller: „Offenbar hat auch die neue EU-Kommission inzwischen begriffen, dass Gesundheit und Umweltschutz wichtige Belange der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger der EU sind."

Bepfandete Einkaufstaschen als Angebot des Einzelhandels und ein privat mitgebrachter Einkaufsbeutel werden in wenigen Jahren die RealitĂ€t sein. Vor diesem Hintergrund fordert der NABU in Deutschland die EinfĂŒhrung einer PlastiktĂŒtensteuer nach dem Vorbild Irlands. Miller: „Dort ist es gelungen, innerhalb von neun Jahren die TĂŒtenzahl auf weniger als 20 StĂŒck pro Jahr und Einwohner zu senken. Auch Deutschland hat es nicht leicht und muss in den kommenden zehn Jahren die Zahl der TĂŒten von 70 auf 40 StĂŒck, also um ein Drittel pro Kopf und Jahr senken. Das bedeutet fĂŒr die Verbraucher und Verbraucherinnen und insbesondere den Einzelhandel, eine Neuausrichtung zu bewussterem und ökologischerem Konsum. Eine Bezahlpflicht wird aus NABU-Sicht nicht viel helfen. Die Steuer hĂ€tte außerdem den positiven Effekt, dass sie auch die extrem dĂŒnnwandigen und instabilen Obst- und GemĂŒsetĂŒten zur Einmalbenutzung reduzieren könnte. Die neu aus dem Boden schießenden SupermĂ€rkte mit dem Konzept des unverpackten Einkaufens zeigen, dass eine Umstellung möglich ist." Nach endgĂŒltiger Zustimmung im Umweltministerrat am 17. Dezember und im EuropĂ€ischen Parlament können die neuen Regelungen Anfang 2015 in Kraft treten.
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NABU: Keine Fracking-Erlaubnis durch die HintertĂŒr
Bundesregierung gefÀhrdet Schutz von Mensch, Natur und Trinkwasser durch zu viele Schlupflöcher

Der NABU hat die von der Bundesregierung vorgelegten EntwĂŒrfe fĂŒr ein Fracking Gesetz als eine „Fracking-Erlaubnis durch die HintertĂŒr“ kritisiert. Mit ihrem Gesetzentwurf schafft die Bundesregierung entgegen ursprĂŒnglicher AnkĂŒndigungen unzĂ€hlige Schlupflöcher, die eine Ausbeutung unkonventioneller Erdgasvorkommen vielerorts möglich machen. Damit bleibt der Entwurf weit hinter den Forderungen des NABU zurĂŒck: „Zum Schutz von Mensch, Natur und Trinkwasser, ist es unverantwortlich, dass die Bundesregierung Fracking-Vorhaben in Deutschland zulĂ€sst. Die Bundesregierung ist gegenĂŒber der Industrie eingeknickt und weicht sogar die Mindestbohrtiefe von 3.000 Metern und das bereits angekĂŒndigte Moratorium bis 2021 auf“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Nach den jetzt vorliegenden, zwischen Bundesumwelt- und Bundeswirtschaftsministerium abgestimmten EntwĂŒrfen soll die unkonventionelle Gasförderung aus tiefen Gesteinsschichten auch oberhalb von 3.000 Metern Tiefe mittels Fracking durch Probebohrungen zur Erforschung möglich werden. Unternehmen können ihr Fracking-Vorhaben ĂŒber eine Expertenkommission beantragen, was dann von den LandesbergĂ€mtern und den örtlichen Wasserbehörden entschieden wird. Bereits ab dem Jahr 2019 können Konzerne bei erfolgreichen Probebohrungen auf den kommerziellen Einsatz von Fracking hoffen.

Der NABU begrĂŒĂŸt zwar die Intention der Bundesregierung, den Rechtsrahmen anzupassen. „Die von Bundesumweltministerin Hendricks getroffenen Regelungen werden nicht ausreichen, die Gefahren und Risiken fĂŒr Mensch, Natur und Trinkwasser hinreichend zu bannen. Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sind aus NABU-Sicht nicht zielfĂŒhrend, weil die Erkenntnisse nicht von einem auf andere Bohrstandorte ĂŒbertragbar sind“, so NABU-Energieexperte Sebastian Scholz.

Der NABU lehnt den Einsatz der Fracking-Technologie zur Erkundung und Gewinnung von Erdgas in Deutschland aus energie-, klima-, umwelt- und gesundheitspolitischen GrĂŒnden ab und fordert durch Ausschöpfung aller juristischen Möglichkeiten ein faktisches nationales Fracking-Verbot.
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NABU: Weltweit wichtige Naturgebiete in Gefahr
BirdLife International veröffentlicht Liste bedrohter Gebiete

Weltweit droht wichtigen Naturgebieten die Zerstörung. Das geht aus einem Bericht der Naturschutzorganisation BirdLife International hervor, der heute auf dem World Parks Congress der Internationalen Naturschutzunion IUCN in Sydney vorgestellt wurde. Der Report ist das Ergebnis einer Bewertung der 12.000 wichtigsten Gebiete fĂŒr Vögel und Artenvielfalt weltweit. Mehr als 350 Gebiete wertet die Naturschutzorganisation als „Important Bird and Biodiversity Areas (IBAs) in Gefahr“. Nach Angaben des NABU, der deutschen BirdLife-Partnerorganisation, enthĂ€lt die Liste auch fĂŒnf Gebiete in Deutschland. Dabei sind etwa die HĂ€lfte dieser Landschaften, und alle fĂŒnf deutschen Gebiete, ausgewiesene Schutzgebiete, eins sogar als Nationalpark. „Dies unterstreicht einmal mehr, dass eine Schutzgebietsausweisung alleine nicht ausreicht, wenn keine angemessenen Schutzmaßnahmen getroffen werden“ sagt Eick von Ruschkowski, Leiter der NABU-Naturschutzabteilung, der den NABU beim World Parks Congress vertritt.

FĂŒnf Gebiete reprĂ€sentieren Deutschlands am meisten gefĂ€hrdete IBAs: Der Untere Niederrhein und die Hellwegbörde in Nordrhein-Westfalen sowie die Leda-WĂŒmme-Niederung in Niedersachsen leiden vor allem unter einer andauernden Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung mit EntwĂ€sserung von Feuchtwiesen und dem Verlust von GrĂŒnland zugunsten von Maisanbau. „Doch der gesetzliche Schutzstatus dieser Gebiete reicht nicht aus und das notwendige Naturschutzmanagement fehlt oder ist unzureichend“, erklĂ€rt NABU- Vogelschutzexperte Lars Lachmann. „Das MĂŒhlenberger Loch, ein Brackwasser-Watt der Elbe in Hamburg, wurde fĂŒr die VerlĂ€ngerung der Landebahn des angrenzenden Airbus-Werkes zum Teil ĂŒberbaut, die auferlegten Ersatzmaßnahmen jedoch bis heute nicht umgesetzt. Stattdessen droht durch die geplante Elbvertiefung neue Gefahr fĂŒr das bereits geschĂ€digte Gebiet“, so der Experte. Die Vorpommersche KĂŒsten- und Boddenlandschaft ist vor allem durch die Entnahme von Sand und Kies vor der KĂŒste und durch den massenhaften Beifang ĂŒberwinternder Meeresenten in kĂŒstennahen Stellnetzen bedroht.

Die Liste der „IBAs in Gefahr“ beinhaltet außerdem den Tieflandregenwald der afrikanischen Tropeninsel SĂŁo TomĂ©, Heimat hochbedrohter endemischer Vogelarten. Er ist durch die Anlage von Ölpalmenplantagen und den Bau eines Staudamms gefĂ€hrdet. Auch die Tasmanische See zwischen Australien und Neuseeland, ein wichtiges Gebiet fĂŒr Albatrosse und andere Seevögel ist gefĂ€hrdet: Nirgendwo auf der Welt gefĂ€hrdet die Verschmutzung der Meere mit Plastik die Seevögel so sehr wie dort. Die Vögel sterben, wenn sie statt Nahrung Plastikteile aufnehmen.

IBAs haben fĂŒr den Naturschutz einen großen Einfluss: Sie ermöglichen gezielte Schutzmaßnahmen fĂŒr die wichtigsten Gebiete eines Landes und haben die Ausweisung vieler formal geschĂŒtzter Naturschutzgebiete und Nationalparks forciert.
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Karlsruhe: Zuwachs im Zoo Karlsruhe
Watussi im Karlsruher Zoo / Foto: Zoo Karlsruhe
 
Karlsruhe: Zuwachs im Zoo Karlsruhe
Junges Watussi-Rind mit seiner Mutter angekommen, Zoo Wuppertal ĂŒberlĂ€sst die Tiere zur Aufstockung der Karlsruher Gruppe

Zoo Wuppertal - Zoo Karlsruhe: Nach seiner ersten großen Reise ist Mittwoch Nachmittag das gerade Mal zwei Monate alte Watussi-Kalb zusammen mit seiner Mutter in Karlsruhe angekommen. Beide werden sich die nĂ€chsten Tage zunĂ€chst hinter den Kulissen im Stall in aller Ruhe an ihre neue Heimat gewöhnen. Danach können die Besucherinnen und Besucher dann die Neuankömmlinge auch auf der Außenanlage zumindest stundenweise sehen. Mutter Sarabi und Tochter Cumba verstĂ€rken die Karlsruher Watussi-Gruppe. Diese besteht momentan aus dem Bullen Warui und einem Weibchen, der alten Klara. Wenn die Eingewöhnung von Mutter und Tochter weiterhin so problemlos wie bisher verlĂ€uft, dĂŒrfen sie voraussichtlich ab nĂ€chster Woche erstmals nach draußen und lernen dann bei ersten ZusammenfĂŒhrungen auch ihre Karlsruher Artgenossen kennen.

Imposant an der in Ostafrika beheimateten Haustierrasse sind die extrem langen geschwungenen Hörner. Die Watussi-Rinder wurden dem Zoo Karlsruhe vom Zoo Wuppertal zur Aufstockung der Gruppe ĂŒberlassen - zunĂ€chst war nur an Sarabi gedacht worden. Nachdem diese dann Nachwuchs bekam, war zwischen den beiden TiergĂ€rten schnell abgemacht, dass die Watussi im Zweier-Pack anreisen werden.

 
 

 
NABU wertet UN-Konferenz in Quito als Erfolg
Tschimpke: Meilenstein im Zugvogelschutz

Der NABU zieht eine positive Bilanz der UN-Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten (CMS). Besonders erfreut zeigte sich der Umweltverband ĂŒber die Forderung nach einem weltweiten Verbot von Diclofenac in der Tiermedizin. Der entzĂŒndungshemmende Wirkstoff hatte in der Vergangenheit die Geierarten Indiens fast vollstĂ€ndig ausgerottet. Die Aasfresser vergiften sich, wenn sie von einem Kadaver fressen, der zu Lebzeiten mit Diclofenac behandelt wurde. „Die Vertragsstaaten haben eine Reihe wegweisender BeschlĂŒsse verabschiedet, die insbesondere stark bedrohten Zugvögeln zugutekommen“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Der NABU begrĂŒĂŸt außerdem die verabschiedete Empfehlung, die Verwendung bleihaltiger Jagdmunition bis 2017 weltweit zu verbieten. Seit Jahren tritt der Umweltverband fĂŒr ein Bleiverbot in der Jagd ein. In Deutschland stellen Bleivergiftungen die hĂ€ufigste Todesursache von Seeadlern dar. Sie vergiften sich, wenn sie angeschossene Tiere fressen. Auch von den anwesenden ĂŒberregionalen JagdverbĂ€nden wurde diese Empfehlung mitgetragen. Eine gesonderte Resolution widmet sich zudem dem Kampf gegen den Abschuss und den Fang von Zugvögeln. Bundesregierung und NABU setzten sich bereits gemeinsam gegen den massenhaften Vogelfang in Ägypten ein. „Allerdings muss Deutschland auch im eigenen Land seine Hausaufgaben machen und die illegale Tötung von Greifvögeln unterbinden“, so NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

Auch fĂŒr den Schutz der Artenvielfalt in den Weltmeeren hat die Konferenz Fortschritte gebracht: 21 Hai- und Rochenarten wurden unter Schutz gestellt. Dies verpflichtet die Unterzeichnerstaaten unter anderem dazu, die Verwendung von RĂŒckenflossen dieser Arten fĂŒr Haifischflossensuppe zu verbieten. „Die BeschlĂŒsse der Bonner Konvention geben wichtige Impulse fĂŒr den Naturschutz“, so NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. „Die Vertragsstaaten stehen nun unter dem Druck anderer Staaten und von Naturschutzorganisationen, die eine konsequente Umsetzung der BeschlĂŒsse einfordern werden.“
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