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Montag, 19. August 2019
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Verschiedenes

 
Kostenexplosion und Verzögerungen bei Fehmarnbeltquerung
NABU-Prognose bewahrheitet sich

Mammutprojekt wird Deutschlands nÀchstes infrastrukturelles Waterloo

Am heutigen Mittwoch wird offenbar, was der NABU lange befĂŒrchtet hat: Europas grĂ¶ĂŸtes Infrastrukturprojekt, die feste Fehmarnbeltquerung zwischen Deutschland und DĂ€nemark, wird erheblich teurer als geplant. Das musste am heutigen Mittwoch der Parlamentarische StaatssekretĂ€r im Bundesverkehrsministerium Enak Ferlemann im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages eingestehen. Mit den inzwischen kalkulierten 2,1 Milliarden Euro Gesamtkosten fĂŒr die Querung und ihre Anbindung ans Hinterland liegen die Kosten schon jetzt fast dreimal so hoch wie ursprĂŒnglich geplant.

„Deutschland schlittert hier auf sein nĂ€chstes infrastrukturelles Waterloo zu. In die Reihe mies geplanter Großprojekte wie Stuttgart 21 und den Flughafen Berlin-Brandenburg fĂŒgt sich die Fehmarnbeltquerung nahtlos ein“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Da zudem die Anbindung an das Hinterland fĂŒr die Bahn frĂŒhestens drei Jahre spĂ€ter fertig werden kann als dem nördlichen Nachbarn zugesichert, breche Deutschland zu allem Überfluss auch noch den Staatsvertrag mit DĂ€nemark. Bereits letzte Woche war ein Bericht durchgesickert, in dem das Bundesverkehrsministerium die Verzögerung und Verteuerung gegenĂŒber dem RechnungsprĂŒfungsausschuss einrĂ€umen musste.

FĂŒr NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller kommt dieser Offenbarungseid nicht ĂŒberraschend: „Der NABU hat schon vor Jahren vor enormen Kostensteigerungen gewarnt. Deutsche Verkehrspolitiker rechnen sich Großprojekte hĂ€ufig erst schön, nebeln damit den WĂ€hler ein und kommen schließlich scheibchenweise mit der Wahrheit heraus. Die geplante Fehmarnbeltquerung wird nicht nur die Natur und Umwelt massiv zerstören – das dort versenkte Geld wird den Norddeutschen kĂŒnftig an anderer Stelle fehlen. Jedem muss klar sein: Wer die Fehmarnbeltquerung fordert, verhindert damit andere, viel wichtigere Verkehrsprojekte.“

Schon jetzt deute sich an, dass zahlreiche Projekte im neuen Bundesverkehrswegeplan auf der Strecke bleiben werden. Auch die Mittel fĂŒr den Erhalt nationaler Infrastruktur wie Fernstraßen, Schienenwege und BrĂŒcken werden fehlen. Prominente Beispiele der jĂŒngeren Vergangenheit fĂŒr den maroden Zustand deutscher Infrastruktur seien allein im Norden die Rader HochbrĂŒcke auf der A 7, die KöhlbrandbrĂŒcke im Hamburger Hafen oder das ewige Hickhack um die Finanzierung der fĂŒr Deutschland Ă€ußerst wichtigen Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals.

Zudem zeigte eine jĂŒngst veröffentlichte Studie des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW), dass die zugrundeliegenden Verkehrsprognosen fĂŒr die feste Fehmarnbeltquerung nicht nur geschönt sind, sondern zugleich so marginal, dass kein volkswirtschaftlicher Nutzen von ihr ausgehen wird. Diesen Teil der Verbindung will das Königreich DĂ€nemark bauen und finanzieren.

Seit Jahren fordert der NABU eine unabhĂ€ngige ÜberprĂŒfung des infrastrukturell ĂŒberflĂŒssigen Projektes. „Kosten und Nutzen stehen bei der Beltquerung in keinerlei VerhĂ€ltnis. Das Projekt mĂŒsste spĂ€testens jetzt komplett neu verhandelt werden“, sagte Malte Siegert, NABU-Experte fĂŒr den Fehmarnbelt. Denn mit Artikel 22 des Staatsvertrages verpflichten sich beide Staaten ausdrĂŒcklich, bei verĂ€nderten Rahmenbedingungen, die Lage aufs Neue zu erörtern. Und die sind spĂ€testens jetzt eingetroffen.
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Zahl der Tiger im indischen Valmiki-Reservat fast verdreifacht
Die grĂ¶ĂŸten Raubkatzen der Erde / Foto:Wikimedia / Hein Waschefort
 
Zahl der Tiger im indischen Valmiki-Reservat fast verdreifacht
Nach Zusammenbruch der Population sind Indiens Tiger auf dem Vormarsch

Nachdem der weltweite Tigerbestand im Jahr 2010 einen historischen Tiefpunkt erreichte, steigt die Population in Indien laut jĂŒngster ZĂ€hlungen wieder an. Dies bestĂ€tigen auch die neuesten Zahlen aus dem Projektgebiet der NABU International Naturschutzstiftung: Im Valmiki-Reservat am Fuße des Himalaya hat sich die Zahl der Tiger fast verdreifacht – 28 der seltenen Großkatzen duchstreifen heute das 900 Quadratkilometer große Gebiet. „Damit leistet das Projekt einen messbaren Beitrag zu dem internationalen Ziel, die Zahl der wildlebenden Tiger bis 2022 zu verdoppeln. Der Zuwachs von zehn auf 28 Tiger in acht Jahren zeigt, dass unsere Schutzmaßnahmen in Valmiki Erfolg haben“, freute sich Thomas Tennhardt, Vorsitzender von NABU International.

Der Verlust ihrer LebensrĂ€ume und die gnadenlose Jagd dezimierten die globale Tigerpopulation auf etwa 3.200 Individuen – ein Verlust um 97 Prozent in hundert Jahren. Dabei wurden die majestĂ€tischen Großkatzen auf weniger als sieben Prozent ihres ursprĂŒnglichen Verbreitungsgebiets zurĂŒckgedrĂ€ngt. Mittlerweile gibt es mehr als doppelt so viele Tiger in Gefangeschaft als in Freiheit.

Eine besondere Verantwortung fĂŒr den Erhalt von Tigern hat das Land Indien, welches rund 70 Prozent aller Tiger beheimatet. Seit 1970 grĂŒndete das Land 50 Tigerreservate, die heutzutage fachmĂ€nnisch betreut und streng bewacht werden. Seither sind indische Tigerreservate dazu verpflichtet, regelmĂ€ĂŸige ZĂ€hlungen durchzufĂŒhren, deren Ergebnisse die Regierung alle vier Jahre als landesweite Bestandszahlen veröffentlicht. WĂ€hrend es 2006 etwa 1.400 Tiger in Indien gab, sind es aktuell 2.226. „Das Überleben der Tiger hĂ€ngt davon ab, ob wir es schaffen, bestehende NaturrĂ€ume effektiv zu schĂŒtzen“, sagte Tennhardt. Und genau dies tut NABU International in Valmiki, einem Gebiet, das mit den angrenzenden Reservaten in Nepal eine 3.500 Quadratkilometer große, zusammenhĂ€ngende Tigerschutzzone darstellt.

Bevor Valmiki 1990 zum Tigerreservat erklĂ€rt wurde, hatten jahrzehntelange unkontrollierte Jagd sowie die systematische Zerstörung natĂŒrlicher LebensrĂ€ume die Tier- und Pflanzenwelt stark geschĂ€digt. „Als wir anfingen in Valmiki zu arbeiten, konnte die dortige Tigerpopulation nicht wachsen, da es an natĂŒrlichen WeideflĂ€chen fĂŒr Beutetiere mangelte“, erklĂ€rte Barbara Maas, Leiterin internationaler Artenschutz von NABU International. „In Zusammenarbeit mit der Forstbehörde und den lokalen Gemeinden macht unser Projekt die Zerstörungen in Valmiki rĂŒckgĂ€ngig, um das Potenzial des Tigerreservates voll auszuschöpfen.“

DafĂŒr greift NABU International in Zusammenarbeit mit Wildlife Trust of India auf einen integrativen Ansatz zurĂŒck: Zerstörte Wald- und WeideflĂ€chen werden wieder restauriert und Rangertrupps sorgen fĂŒr einen RĂŒckgang der Wilderei. Die Menschen in der Region leben hauptsĂ€chlich von der Landwirtschaft und sind von dem Wald in Valmiki abhĂ€ngig. Baumpflanzungen, holzsparende Kocher und Solarlampen verringerten den Holzverbrauch bereits um 77 Prozent und schaffen dem Tiger und seinen Beutetieren wieder einen Lebensraum. „NABU International arbeitet eng mit den Menschen in Valmiki zusammen, leistet Öffentlichkeitsarbeit fĂŒr den Tigerschutz und entwickelt gemeinsam neue AnsĂ€tze und Schutzstrategien. So ist es uns gelungen, die Lebenssituation der lokalen Bevölkerung zu verbessern und eine Zunahme der Tigerpopulation zu erreichen“, sagte Maas.
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TTIP-Geheimpapier ĂŒbertrifft BefĂŒrchtungen
 
TTIP-Geheimpapier ĂŒbertrifft BefĂŒrchtungen
Vergangene Woche wurde ein bislang geheimes Papier der EU-Kommission veröffentlicht. Es offenbart: TTIP soll einen lang gehegten Traum von Lobbyisten wahr machen. Sie sollen das verbriefte Recht bekommen, mit an Gesetzen zu schreiben. Schon heute verhandeln Kommission und US-Regierung ĂŒber den Vorschlag zur „Regulatorischen Kooperation“. In diesem kurzen Video erfahren Sie, was das fĂŒr uns BĂŒrger/innen bedeutet:
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NABU schlÀgt Fonds zur Förderung von Elektroautos vor
Markthochlauf von E-Autos bisher gescheitert – finanzieller Anreiz nötig

Im Vorfeld der Beratungen im Deutschen Bundestag zum ElektromobilitĂ€tsgesetz und angesichts geringer Zulassungszahlen von Elektroautos schlĂ€gt der NABU die Einrichtung eines Fonds zur Förderung von effizienten Fahrzeugen vor. So könnten KĂ€ufer eines Autos mit Kohlendioxid-Emissionen von bis zu 50 g/km gestaffelt mit mehreren Tausend Euro gefördert werden. Diese Werte erreichen derzeit insbesondere rein batterieelektrische Fahrzeuge und (Plug-In)-Hybride. Die Gegenfinanzierung solle ĂŒber eine Abgabe auf ĂŒberdurchschnittlich verbrauchsstarke Pkw oder aber eine Mineralölsteuererhöhung von beispielsweise zwei Cent je Liter sichergestellt werden. Die kostenneutrale Ausgestaltung ĂŒber eine solche Bonus-Malus-Regelung hĂ€tte gleich zweifaches Potenzial: So könnte der Absatz klimafreundlicher Niedrigemissionsfahrzeuge im Sinne einer KaufprĂ€mie befördert, gleichzeitig aber besonders ineffiziente und klimaschĂ€dliche Fahrzeuge mit einer Art zweckgebundenen „Sonderabgabe“ sanktioniert werden. Um eine Dauersubvention von vornherein auszuschließen, sollte die Förderung degressiv, also mit den Jahren abnehmend, ausgestaltet werden.

NABU BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Miller: „Der Markthochlauf von Elektroautos ist bisher in Deutschland gescheitert. Die Einrichtung eines Fonds kann die ElektromobilitĂ€t in Deutschland endlich in Fahrt bringen. Es ist kein Geheimnis, dass sich die Bundesregierung teilweise bereits mit dem Gedanken anfreundet, Kaufanreize fĂŒr E-Autos zu schaffen. Dann bitte jetzt und bitte mit ökologischer Lenkungswirkung. Damit die Förderung einer bestimmten Antriebsart jedoch nicht zulasten der Allgemeinheit geht, mĂŒssen auf der anderen Seite jene fĂŒr die anfallenden Kosten aufkommen, die durch die Anschaffung einen besonders verbrauchsstarken Fahrzeugs Umwelt und Klima ĂŒbermĂ€ĂŸig schaden.“

Der NABU schlĂ€gt vor, dass derjenige, der den aktuell gĂŒltigen Grenzwert von 130 g CO2/km ĂŒberschreitet, zur Einzahlung in den Fonds herangezogen wird. Dabei sollte gelten: Je sparsamer das Fahrzeug, desto grĂ¶ĂŸer der aus dem Fonds gewĂ€hrte Bonus und umgekehrt, je klimaschĂ€dlicher ein Fahrzeug, desto höher die Zahlung an den Fonds. Entscheidend sei jedoch, dass durch höhere StĂŒckzahlen Skaleneffekte erreicht und der Preisabstand zum Auto mit Verbrennungsmotor verkleinert wird.

NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger: „Die Bundesregierung verfĂ€hrt bisher nach der Devise ,Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass‘. Sie will bis zum Jahre 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen sehen. Gleichzeitig soll aber um jeden Preis vermieden werden, dass die Finanzierung zu Lasten besonders klimaschĂ€dlicher Fahrzeuge geht. Zahlen soll nach dem Willen der Autoindustrie die Allgemeinheit. Diese Strategie ist sozial ungerecht und zum Scheitern verurteilt.“

Aus NABU-Sicht mĂŒssten 2015 wesentliche Weichenstellungen hin zu mehr ElektromobilitĂ€t vorgenommen werden. Andere MĂ€rkte wie Norwegen oder die USA seien auch deshalb deutlich erfolgreicher, weil die höheren Anschaffungskosten von E-Autos gegenĂŒber solchen mit klassischen Verbrennungsmotoren durch finanzielle Anreize abgefedert wĂŒrden. Wenn Deutschland den Anschluss nicht verpassen und den Verkehrssektor in Richtung Klimaschutz lenken wolle, komme man hierzulande nicht um monetĂ€re Ausgleichsmechanismen herum. „Das Elektroauto hat nach wie vor mit zahlreichen Akzeptanzproblemen zu kĂ€mpfen, obwohl klar ist, dass fĂŒr eine emissionsfreie MobilitĂ€t auf Basis erneuerbarer Energien kein Weg an ihm vorbeifĂŒhrt. Angesichts niedriger Kraftstoffpreise an den Tankstellen verschĂ€rft sich das Problem derzeit jedoch noch einmal. Auch die geplante Sonderabschreibung fĂŒr die gewerbliche Nutzung von E-Fahrzeugen reicht allein nicht aus. Die Freigabe von fĂŒr Busse und Taxen vorgesehene Busspuren fĂŒr Elektroautos lehnt der NABU sogar ab“, sagte Oeliger.
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    ÖKO-TEST Lebensversicherungen
Das ÖKO-TEST-Magazin Februar 2015 gibt es ab dem 30. Januar 2015 im Handel.
 
ÖKO-TEST Lebensversicherungen
Kunden auf NulldiÀt
Dienstaufsichtsbeschwerde gegen BaFin?

Deutschlands Lebens- und Rentenversicherer klagen derzeit bitter ĂŒber die anhaltende Niedrigzinsphase. Eine aktuelle ÖKO-TEST-Analyse zeigt jedoch, dass die Branche weiterhin gute Gewinne einfĂ€hrt, was sie jedoch geschickt verbirgt. Nur von den Kunden fordert sie Verzicht. Zu Recht?

Im Jammern sind die Versicherer echte Weltmeister. Woche fĂŒr Woche ist in den Medien zu lesen und hören, wie hart sie aufgrund der niedrigen Zinsen kĂ€mpfen mĂŒssen. ÖKO-TEST wollte es in der aktuellen Februar-Ausgabe nun genau wissen und hat einen Blick in die Bilanzen von 66 deutschen Lebensversicherern geworfen. Das Verbrauchermagazin hat außerdem recherchiert, ob Kunden wie vorgeschrieben an den Gewinnen beteiligt oder stattdessen zur Kasse gebeten werden.

Dabei zeigte sich: Von einer Notlage der Branche ist nach wie vor nicht die geringste Spur zu sehen. Im Gegenteil: Bislang brummt das NeugeschĂ€ft, 2013 sind die Beitragseinnahmen sogar stĂ€rker gestiegen als noch im Vorjahr und die Kapitalanlagen, in denen umgerechnet immer noch 68,8 Milliarden Euro an stillen Reserven stecken, werfen geradezu traumhafte Gewinne ab. Mit durchschnittlich 4,49 Prozent ist die Nettoverzinsung aus Kapitalanlagen nicht nur ĂŒppig, sondern seit Jahren auch erstaunlich stabil. Die Versicherer haben also keine Probleme, ihre Garantieleistungen zu erbringen. Sie könnten den Kunden vielmehr auch noch ordentliche ÜberschĂŒsse gewĂ€hren.

Tun sie aber nicht. Im Gegenteil. Die Beteiligung der Kunden an den ÜberschĂŒssen geht immer weiter zurĂŒck. Statt wie frĂŒher zu 90 Prozent am Rohgewinn beteiligt zu werden, liegt die Quote jetzt im Schnitt nur noch bei 63,47 Prozent, bei einzelnen Versicherern sogar unter 40 Prozent. Ein Grund dafĂŒr ist die Zinszusatzreserve. Die mĂŒssen die Versicherer bilden, um ihre Garantieleistungen auch im Fall einer extrem langanhaltenden Niedrigzinsphase weiter erfĂŒllen zu können. Finanzieren lassen sie sich den Aufbau dieses Reservepuffers aber von den Kunden. Die mĂŒssen dafĂŒr erst einmal krĂ€ftig auf ÜberschĂŒsse verzichten. 2013 gingen im Schnitt bereits knapp 30 Prozent vom gesamten Rohgewinn fĂŒr den Aufbau der Zinszusatzreserve drauf. Das ist in Österreich verboten. Dort mĂŒssen die Versicherer zwar ebenfalls eine Zinszusatzreserve bilden. Die darf aber nicht zu Lasten der Überschussbeteiligung der Kunden gehen. Österreichs Versicherer mĂŒssen sie allein aus Unternehmensmitteln stemmen. Hierzulande schneiden sich die Versicherer selbst dagegen eine immer dickere Scheibe vom Gewinnkuchen ab und setzen nur die Kunden auf radikale ZinsdiĂ€t. Mehr noch: Der einzelne Kunde hat nicht einmal die GewĂ€hr, dass er von dem Geld jemals etwas wieder sieht. Dabei handelt es sich nicht um Peanuts. Per Ende 2014 liegen insgesamt bereits rund 20 Milliarden Euro in diesem Reservetopf. Tendenz: stark steigend. Das wirft die Frage auf, ob diese Form der "Finanzierung und Gegenfinanzierung der Zinszusatzreserve", wie es die Branche nennt, mit Blick auf die KundenvertrĂ€ge rechtlich ĂŒberhaupt zulĂ€ssig ist. Der Bund der Versicherten erwĂ€gt jedenfalls, Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die BaFin einzureichen.
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Störung im Atomkraftwerk Fessenheim vom 09.04.2014
Beim BefĂŒllen von Wassertanks gab es zunĂ€chst eine Verstopfung eines Überlaufrohres
im nicht-nuklearen Bereich. Dadurch kam es zu einem Überlauf des Tanks und zu Überflutungen (Wassereintritt) in den Leittechnik-SchrĂ€nken des Reaktorschutzsystems. Daher musste der Reaktor abgeschaltet werden. Die Leistungsregelung bzw. eine regulĂ€re Abschaltung des Reaktors war nicht mehr möglich, da die SteuerstĂ€be im Reaktor durch die ausgefallene Leittechnik nicht mehr normal (= elektrisch) eingefahren werden konnten. Eine Reaktor-Schnellabschaltung mit den SteuerstĂ€ben (= Einfallen der SteuerstĂ€be in den AReaktorkern durch die eigene Schwerkraft) wĂ€re wohl noch möglich gewesen (dies ist aber nur fĂŒr den Ă€ußersten Notfall vorgesehen, wird daher nur als „ultima ratio“ praktiziert und birgt außerdem eigene weitere Risiken).

Der Betreiber (EDF) hat sich daher zur Abschaltung des Reaktors fĂŒr eine dritte Möglichkeit, die sogenannte Aufborierung des KĂŒhlwassers, entschieden (ZufĂŒhrung von KĂŒhlwasser, das mit Bor versetzt ist, welches die Neutronen „einfangen“ kann und so die Kernspaltungen unterbricht). Damit wurde der Reaktor letztendlich abgeschaltet. Hinzu kam, dass der PrimĂ€rkreislauf des Reaktors dabei offensichtlich zu schnell bzw. mit zu kaltem borhaltigem KĂŒhlwasser gespeist wurde. Dies hĂ€tte an bestimmten Stellen des PrimĂ€rkreislaufs eventuell zu einem sogenannten Sprödbruch fĂŒhren können. Teilweise wurden wĂ€hrend der Störung auch betriebliche Sicherheitsvorschriften missachtet.


Fazit

Die Störung im nicht-nuklearen Teil des AKW Fessenheim konnte sich auf den nuklearen Teil und sogar auf das Reaktorschutzsystem auswirken; dies war offenbar seitens des Betreibers EDF nicht erwartet bzw. dafĂŒr konstruktiv nicht vorgebeugt worden.
TRAS und Öko-Institut bezeichnen beide die Störung als schwerwiegend. Die Einstufung der EDF in INES-Stufe 1 (siehe unten) steht dazu ein StĂŒck weit im Widerspruch. Die Schwere der Störung ging aus der damaligen Meldung der EDF in keiner Weise hervor. Die Tragweite wurde erst Monate spĂ€ter kommuniziert und bekannt.


Weitere Hinweise

Die EDF hat die obigen Vorkommnisse nach der Internationalen Bewertungsskala fĂŒr nukleare und radiologische Ereignisse (INES) in die Stufe 1 (= Störung) eingeordnet (von 7 möglichen Stufen) – die Stufe 1 muss nicht der IAEO (Internationale Atomenergie-Organisation in Wien) gemeldet werden.
Die Störung vom 09.04.2014 wurde auch in der Sitzung des Deutschen Begleitausschusses Fessenheim beim RegierungsprÀsidium Freiburg am 08.10.2014 behandelt. Dazu liegt jedoch noch kein Protokoll vor.


 
 

 
AKW Fessenheim
Französische ElektrizitÀtsgesellschaft legt kurzfristig
Antrag fĂŒr das AKW Fessenheim zu Neugenehmigung der
Einleitung von Abwasser in den Rhein und der Wasserentnahme vor

Nur 21 Tage Zeit fĂŒr Einspruch –TRAS hat noch
rechtzeitig umfangreiche Stellungnahme gegen
Bewilligung eingereicht – Stadt Freiburg unterstĂŒtzt
TRAS

TRAS, der Trinationale Atomschutzverband am Oberrhein,
erhebt im Namen seiner Mitglieder, zu denen auch die Stadt
Freiburg gehört, Einspruch gegen den Antrag der französischen,
staatlichen ElektrizitÀtsgesellschaft (EdF). Freiburg konnte dazu
keine Stellungnahme abgeben, da die Stadt keine
Rheinanliegerin ist.

Die EdF hatte am 1. Dezember 2014 kurzfristig bei der
französischen Atomaufsichtsbehörde (ASN) einen Antrag fĂŒr eine
Neugenehmigung fĂŒr die Entnahme von Wasser und die
Einleitung von AbwÀsser in den Rhein in dem von ihr betriebenen
Atomkraftwerk (AKW) in Fessenheim gestellt.

Die bisherigen Genehmigungen stammen aus der Anfangszeit
des AKW vor rund 36 Jahren und gelten als veraltet. Diese
Tatsache hat TRAS, in dem die Stadt seit vielen Jahren Mitglied
ist, schon mehrfach in Frankreich vor Gerichten und bei der ASN
geltend gemacht, bislang aber leider ohne Erfolg. Insofern fĂŒhlen
sich TRAS und seine Mitglieder durch das nunmehr angestrengte
neue Genehmigungsverfahren bestÀtigt.

Nur 21 Tage Zeit blieb den Betroffenen auf beiden Seiten des
Rheins, die mehr als 2000 Seiten – und nur online verfĂŒgbaren –
Unterlagen zu lesen und Einspruch einzulegen. Der Grund fĂŒr
den Antrag der EdF ist, dass das AKW Fessenheim bislang keine
rechtsgĂŒltige Genehmigung fĂŒr die Entnahme von Rheinwasser
und die Einleitung von chemisch und radioaktiv belasteten
AbwÀssern hat. TRAS hat diese Tatsache seit Jahren vor den
Gerichten kritisiert. Dieser Antrag auf eine Bewilligung ist vor
dem Hinblick, dass die französische Regierung das AKW in
einem Jahr stilllegen will, nicht glaubwĂŒrdig.

Die Stellungnahmen mussten zudem bei der EdF und nicht bei
der eigentlich zustÀndigen Aufsichtsbehörde, der ASN,
eingereicht werden. Dieses Verfahren erscheint ungewöhnlich
und ist vom Grundsatz her problematisch, da die EdF
Antragstellerin mit eigenen Interessen ist und vermutet werden
muss, dass sie die eingehenden Stellungnahmen entsprechend
bewertet.

Der Antrag der EdF fĂŒr eine Genehmigung der Einleitung von
AbwÀrme und von radioaktiv und chemisch belasteten
AbwÀssern in den Rhein widerspricht aus Sicht der TRAS
geltenden französischen und europÀischen Rechtsnormen.
Wesentliche Umweltaspekte werden nicht oder nur mangelhaft
berĂŒcksichtigt. Die Anforderungen der
UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung sind deshalb nicht erfĂŒllt.
 
 

Karlsruhe: Wer ist wer?
Casperle im Kurzportrait / Bild: Zoo Karlsruhe
 
Karlsruhe: Wer ist wer?
Tiertafeln stellen einige Zooindividuen in Kurzportraits vor

Casperle, das ist der Esel mit dem grauen Fell, wie sich dies fĂŒr ein „Grauchen“ gehört. Aber auch bei den Langohren gibt es unterschiedliche Fellfarben. So ist Casperles Partnerin Carla an ihrem dunklen Fell zu erkennen. Tafeln an manchen Gehegen informieren seit Kurzem Besucherinnen und Besucher des Zoologischen Stadtgartens ĂŒber das eine oder andere Tierindividuum. Mit Fotos stellen sich Carla und Casperle vor. Die Tiertafeln informieren darĂŒber, dass Casperle gerade kĂŒrzlich, am 6. Januar, Geburtstag hatte und nun neun Jahre alt ist. Carla wird im Sommer fĂŒnf Jahre alt.

Auch bei den Roten Panda stellen sich Amod und Akuti den Betrachtern vor. Oder bei den EisbĂ€ren: Vitus ist natĂŒrlich der grĂ¶ĂŸte der Gruppe. Er ist zudem oft mit geneigtem Kopf zu sehen. Larissa wiederum hat ein rundliches Gesicht, und die Dritte der EisbĂ€rengruppe, Nika, ist am lĂ€nglichen Gesicht zu erkennen. Wer ist wer: Auch bei den Schimpanse, den Elefanten oder Giraffen kann jeder diese Frage kĂŒnftig dank der Kurzportraits beantworten.
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