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Dienstag, 18. Februar 2020
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Verschiedenes

 
Umweltministerkonferenz
Insekten- und Gewässerschutz prioritär, ambitioniert und gemeinsam angehen

6. November 2018. Anl√§sslich der morgen beginnenden 91. Umweltministerkonferenz von Bund und L√§ndern appellieren die Naturschutzverb√§nde BUND, DUH, NABU, Gr√ľne Liga, WWF und ihr Dachverband Deutscher Naturschutzring in einem gemeinsamen Schreiben an die Umweltminister und -senatoren, die enormen Herausforderungen zum Insekten- und Gew√§sserschutz gemeinsam anzugehen und auf eine st√§rkere Koh√§renz und Integration der Ziele des Insekten- und Gew√§sserschutzes in √ľber die Umweltpolitik hinausreichende Politikbereiche und Gesetzgebungsvorhaben hinzuwirken.

‚ÄěDie Verschmutzung unseres Trinkwassers und das Massensterben unserer Insekten haben die gleiche Ursache: Eine verfehlte Landwirtschaftspolitik, die den massenhaften Eintrag von Pestiziden und D√ľngern f√∂rdert. Was wir brauchen, ist ein ressort√ľbergreifendes Sofortprogramm f√ľr eine vielf√§ltige und gesunde Natur! Wer die Gew√§sser rettet, rettet auch Insekten‚Äú, betont Kai Niebert, Pr√§sident des Deutschen Naturschutzrings.

"Die Problemlage ist klar, jetzt geht es um L√∂sungen. Wenn wir im Insekten- wie im Gew√§sserschutz etwas erreichen wollen, dann wird dies nur √ľber eine naturvertr√§glichere EU-Agrarpolitik funktionieren. Die Umwelt- und Agrarminister der L√§nder m√ľssen gemeinsam von Bundeslandwirtschaftsministerin Kl√∂ckner fordern, sich bei den derzeitigen GAP-Verhandlungen in Br√ľssel f√ľr ambitionierten Naturschutz und ausreichende Finanzmittel einzusetzen" stellt NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Leif Miller klar.

‚ÄěGew√§sserrandstreifen sind f√ľr den Schutz der Wasserressourcen, aber auch als R√ľckzugsraum f√ľr Insekten von elementarer Bedeutung. Deshalb pl√§dieren wir f√ľr bundesweit einheitliche Gew√§sserrandstreifen von mindestens zehn Metern Breite, innerhalb derer die Ausbringung von D√ľngern und Pestiziden verboten ist,‚Äú f√ľhrt Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND, aus. Er fordert weiter: ‚ÄěUm alle Gew√§sser bis 2027 wieder in einen guten Zustand zu bringen, muss zudem der Umsetzungsstau bei den notwendigen Ma√ünahmen jetzt beendet werden. Auf Grundlage der Ma√ünahmenvorschl√§ge, die die Bund/L√§nder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) f√ľr die UMK erarbeitet hat, m√ľssen Bundesregierung und Bundesl√§nder einen gemeinsamen Aktionsplan erstellen, der klar darlegt, mit welchen Ma√ünahmen, Mitteln und Zust√§ndigkeiten die Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt werden soll.‚Äú

Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Sascha M√ľller-Kraenner von der DUH: ‚ÄěDie Bundesregierung muss ihr Nationales Aktionsprogramm zum Schutz von Gew√§ssern vor Verunreinigung durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen ausweiten. Das D√ľngerecht muss deutlich versch√§rft werden, damit sich betroffene Lebensr√§ume und Arten langfristig erholen k√∂nnen. Ebenso n√∂tig sind eine konsequente Anwendung des Bau- und Immissionschutzrechts durch die L√§nder sowie finanzielle Anreize, um Stoffeintr√§ge zu verringern. Ansonsten drohen eine Verurteilung Deutschlands durch den Europ√§ischen Gerichtshof und Strafzahlungen an die EU. Denn die Spatzen pfeifen es schon von den D√§chern: Der EU-Kommission gen√ľgen die von der Bundesregierung bisher ergriffenen Ma√ünahmen zur Reduzierung der Nitratbelastung nicht.‚Äú

‚ÄěPestizide zu reduzieren hilft Insekten und Gew√§ssern gleicherma√üen. Seit Jahren verschleppt die Bundesrepublik Deutschland, die Vorgaben der EU-Pestizidgesetzgebung umzusetzen. Der Nationale Aktionsplan Pflanzenschutz (NAP) muss endlich √ľberarbeitet werden, um Wirkung zu entfalten. Auch werden viele der in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizid-Wirkstoffe von der Gew√§sser√ľberwachung gar nicht oder nur unzureichend erfasst. Es ist h√∂chste Zeit, im Rahmen der geplanten Ackerbaustrategie endlich eine Verpflichtung zu einer konsequent ressourcenschonenden landwirtschaftlichen Bewirtschaftungspraxis auf den Weg zu bringen‚Äú, kommentiert Michael Bender, Leiter der GR√úNE LIGA Bundeskontaktstelle Wasser.

Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz des WWF Deutschland stellt noch einmal die Wichtigkeit der Richtlinie heraus: ‚ÄěMit der WRRL k√∂nnen wir symbolisch zwei Fliegen mit einer Klappe sch√ľtzen. Um eine Verbesserung der Gew√§sser in Deutschland zu erreichen und auch die Gew√§sserrandstreifen mit Blick auf den Insektenschutz weiterzuentwickeln, ist die WRRL das zentrale Instrument. Wir brauchen daher ambitionierte Ma√ünahmen, mehr Geld und mehr Personal, damit die Umsetzung der WRRL zum Erfolg wird. Davon profitieren nicht nur unsere Gew√§sser, sondern auch viele gef√§hrdete Insektenarten.‚Äú
 
 

 
Neues Gesetz zur Planbeschleunigung macht es möglich, Umweltschäden zu vertusche
Miller: Gesetz ist ungeeignet, große Bauvorhaben naturverträglich und hochwertig zu planen

Berlin ‚Äď Das Gesetz zur Planbeschleunigung, das am 9. November den Bundestag passieren soll, ist nach Einsch√§tzung des NABU v√∂llig ungeeignet, das Ziel einer schnelleren, qualitativ hochwertigen Planung zu erreichen. Weil die schlechte Planung gro√üer Vorhaben rechtlich angreifbar ist, verbuchen Umweltverb√§nde in Verwaltungsgerichtsverfahren oft Erfolge. ‚ÄěLogisch und konsequent w√§re es, die Planung so zu verbessern, dass langwierige Verfahren vermieden werden. Stattdessen soll nun ein Gesetz verabschiedet werden, das hilft, Umweltsch√§den zu vertuschen. Es ist nicht hinnehmbar, dass Vers√§umnisse bei der Planung nun auch noch gesetzlich legitimiert werden‚Äú, sagt Leif Miller, Bundesgesch√§ftsf√ľhrer des NABU.

Gleichzeitig w√ľrden Umweltverb√§nde durch das Gesetz daran gehindert, eine unzureichende Planungspraxis wirkungsvoll rechtlich √ľberpr√ľfen zu lassen. Dabei ist mit der Aarhus-Konvention der Vereinten Nationen der ungehinderte Zugang zu Gerichten sowie eine ad√§quate Information und Beteiligung der √Ėffentlichkeit in umweltrelevanten Angelegenheiten auch von Deutschland v√∂lkerrechtlich anerkannt worden. ‚ÄěDas Gesetz ist der maximale R√ľckschritt f√ľr die Verbandsbeteiligung‚Äú, so Miller.

Dass zudem diskutiert wird, im Gesetzestext mit der Fehmarnbeltquerung ein konkretes Projekt zu benennen, zeige, wie Vorhaben zuk√ľnftig m√∂glichst st√∂rungsfrei abgewickelt werden sollen, obwohl sie √∂kologisch h√∂chst umstritten sind. ‚ÄěSo ein Vorgehen kennt man allenfalls aus politischen Systemen, deren Anspr√ľche an Demokratie, Transparenz und Beteiligung weniger ausgepr√§gt sind‚Äú, so Malte Siegert, Fehmarnbelt-Experte des NABU.

Der NABU fordert ein besseres Planfeststellungsrecht. Dieses beinhaltet eine fr√ľhzeitige Beteiligung der √Ėffentlichkeit und der Umweltverb√§nde, unabh√§ngige Planfeststellungsinstanzen und Gutachter sowie eine ernsthafte Pr√ľfung m√∂glicher Alternativen. Siegert: ‚ÄěAndernfalls bleibt der Schutz von Natur, Umwelt und Bev√∂lkerung nur ein politisches Lippenbekenntnis.‚Äú
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Nach dem Fischsterben im August wird der Waldsee ab nächster Woche entschlammt
Bisher wurden √ľber 8500 Muscheln geborgen, die nach der Entschlammung in den See zur√ľck kehren

Der Sommer 2018 war sehr lang und sehr trocken. Das hat sich in vielf√§ltiger Weise auch auf die heimische Tierwelt ausgewirkt. Eine Folge dieser Trockenheit war das Fischsterben im Waldsee Anfang August. Die Fische starben, weil die Wassertemperatur auf bis zu 26 Grad anstieg, wegen dem vielem Schlamm am Seegrund, aber auch weil der Waldsee keinen nat√ľrlichen Zulauf von k√§lterem Wasser aus h√∂her gelegenen Regionen hat. Dadurch fehlte es an Sauerstoff.

Weitere Untersuchungen ergaben, dass der Grund des Waldsees nach nunmehr 18 Jahren wieder einer Entschlammung bedarf, um der Eutrophierung vorzubeugen. Das hei√üt: Das Laub, das Jahr f√ľr Jahr in den Waldsee f√§llt, und das Futter, das Wasserv√∂geln gegeben wird, tragen viele N√§hrstoffe ein. Und diese zehren viel vom Sauerstoff, den die Tier- und Pflanzenwelt des Sees ben√∂tigt.

Daher hat das Garten- und Tiefbauamt (GuT) eine Fachfirma mit der Entschlammung des Waldsees beauftragt. Diese Arbeiten beginnen am n√§chsten Montag, 5. November. Der Schlamm wird mit einem Schwimmbagger entnommen, der das Sediment unter der Wasseroberfl√§che auf einer Breite bis zu 2,80 Meter schonend absaugt. Pro √úberfahrt werden bis zu 30 cm Sediment abgetragen. Weil bei diesem Verfahren kein Kettenbagger oder √§hnliches schweres Ger√§t zum Einsatz kommt, wird die Teichsohle gesch√ľtzt, und das Wasser muss nicht abgelassen werden.

Der Waldseeschlamm wird in geotextile Entw√§sserungsschl√§uche gepumpt, √ľber die sich Wasser und Schlamm nach und nach trennen. Das Schlammsediment wird stichfest, und am Ende ist eine wesentlich geringere Menge abzutransportieren, weil das heraus gefilterte Wasser in den See zur√ľckflie√üt. Zus√§tzlich wird das fl√ľssige Sediment erst durch den Einsatz der Filterschl√§uche transportf√§hig (mit Lkw). Bei diesem Verfahren kommen keine Polymere zum Einsatz. Daher gibt es keine zus√§tzliche Belastung des Gew√§ssers.

Die Entschlammung erfolgt Zug um Zug und wird bis Ende des Jahres abgeschlossen. Die Entw√§sserungsschl√§uche bleiben aber bis zum Fr√ľhjahr 2019 am √∂stlichen und n√∂rdlichen Ufer des Waldsees liegen, um das Sediment vollst√§ndig zu entw√§ssern. Nach Vorgaben des Umweltschutzamtes werden √∂kologisch wichtige Stellen, etwa die Lebensst√§tten f√ľr gesch√ľtzte Libellen oder die Kinderstuben der Waldsee-Salamander, beim Entschlammen ausgespart.

Da die Schläuche bis zu 35 Meter lang sind, werden sie so gelegt, dass die wandernden Amphibien ungehindert zu ihrem Laichgewässer gelangen können. Das Vorgehen ist mit dem NABU und dem Umweltschutzamt abgestimmt.

Zuvor wurden im Oktober die drei vorkommenden besonders gesch√ľtzten Muschelarten aus dem Waldsee geborgen. Dabei kamen √ľber 8.500 Schwanenmuscheln (Gro√üe Teichmuschel), 30 Gro√üe Flussmuscheln und 15 Malermuscheln zusammen; bis zum Beginn der Entschlammung werden es insgesamt wohl √ľber 10.000 Muscheln gewesen sein. Nach der Entschlammung werden sie in den See zur√ľck gesiedelt, damit sie weiterhin ihre f√ľr den Waldsee wichtigen Funktionen, etwa die N√§hrstoffreduzierung, √ľbernehmen k√∂nnen.
Die exotische Chinesische Muschel kam mit √ľber 50 Individuen vor und wird nicht wieder in den Waldsee eingesetzt.

Alle Muscheln wurden einzeln mit den Händen oder mit Keschern vorsichtig geborgen. Bei der letzten Entschlammung des Waldsees vor 18 Jahren wurden etwa 900 Muscheln geborgen.

Die Muschelbergung wurde vom Umweltschutzamt mit organisiert. Neben Mitarbeiterinnen des Amtes waren auch der F√ĖJ-ler des UWSA und ein freiwilliger Helfer von der Naturschutzjugend (NAJU) daran beteiligt. Die Stadtverwaltung bedankt sich f√ľr den ehrenamtlichen Einsatz. Die Bev√∂lkerung nahm regen Anteil an der mehrw√∂chigen Muschelbergung im Waldsee.

Damit die Muscheln sich weiterhin fortpflanzen können, werden auch entsprechende Wirtsfische in den derzeit fischlosen Waldsee eingebracht.
 
 

 
Alljährliche Baumfällaktion beginnt
Kranke und gesch√§digte B√§ume m√ľssen gef√§llt werden

Rund 50.000 Bäume werden regelmäßig kontrolliert

Freiburg. In K√ľrze beginnt die allj√§hrliche Baumf√§llaktion. Die Mitarbeiter des Garten- und Tiefbauamts (GuT) werden im gesamten Stadtgebiet einzelne kranke und gesch√§digte Parkund Stra√üenb√§ume f√§llen m√ľssen.

Bei Baumkontrollen haben die Mitarbeiter des GuT in den vergangenen Monaten die kranken und bruchgef√§hrdeten B√§ume ermittelt. F√ľr die entfernten B√§ume wird in der Regel ein neuer Baum gepflanzt, um den Baumbestand in Freiburg langfristig zu sichern.

Unter anderem m√ľssen in der Erwinstra√üe 9 Scheinakazien und in der Bertoldstra√üe 14 Scheinakazien wegen Stockf√§ule gef√§llt werden. Auch im Seepark m√ľssen rund 25 Mammutb√§ume gef√§llt werden, die durch die Trockenheit der letzten Jahre und Pilzbefall fast vollst√§ndig abgestorben sind. Weiter wird in der Andreas-Hofer-Stra√üe eine Platane wegen starker Schieflage und Wurzelverletzungen entfernt.

In den Parkanlagen werden die zu dicht wachsenden Geh√∂lze ausgelichtet. Daf√ľr m√ľssen einige B√§ume gef√§llt werden, damit die verbleibenden B√§ume besser wachsen k√∂nnen.

Alle B√§ume werden regelm√§√üig kontrolliert, ob sie noch verkehrssicher sind. In Freiburg gibt es rund 25.000 Parkb√§ume und ebenso viele Stra√üenb√§ume. Zwei Baumkontrolleure untersuchen die B√§ume und neun G√§rtner pflegen die etwa 50.000 B√§ume das ganze Jahr √ľber mit drei Hubsteigern; sie entfernen trockene und bruchgef√§hrdete √Ąste, f√§llen kranke und abgestorbene B√§ume und pflanzen anschlie√üend neue B√§ume.

Die Baumkontrolle findet in der Regel einmal jährlich statt, die Ergebnisse werden protokolliert. Zusätzlich gibt es im Stadtgebiet Freiburg rund 120 Naturdenkmale, die zweimal im Jahr kontrolliert werden. Das GuT arbeitet dabei eng mit der Forstwissenschaftlichen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität und externen Gutachtern zusammen. Nicht alle Schäden sind an den Bäumen ersichtlich. Durch die Kontrolle kann aber das Risiko wesentlich eingegrenzt werden.
 
 

Waldsterben 2.0: Klimawandel, Hitzesommer & Trockenjahre
Quelle: BUND S√ľdlicher Oberrhein
 
Waldsterben 2.0: Klimawandel, Hitzesommer & Trockenjahre
Noch zwei, drei solche Hitzesommer und Trockenjahre wie im Jahr 2018 und wir werden den Schwarzwald nicht wieder erkennen.

Wer heute mit offenen Augen (nicht nur) durch den Schwarzwald f√§hrt und geht, erkennt massive, akute Waldsch√§den, die stark an die Schadbilder der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts erinnern. Es gibt mit zunehmender Tendenz immer mehr abgestorbene Einzelb√§ume und Baumgruppen, sch√ľttere Wipfel von Laubb√§umen, Fichten und Tannen mit starken Nadelverlusten - die Ursachen sind vielf√§ltig. Einerseits, und das ist positiv, gibt es bei der Forstverwaltung mehr Mut zu Totholz als in fr√ľheren Jahrzehnten. Andererseits sind die aktuellen massiven Waldsch√§den insbesondere auf den Klimawandel und seine Begleiterscheinungen (extrem trockene Jahre, Hitze, Zunahme von Schadinsekten wie dem Borkenk√§fer...) zur√ľckzuf√ľhren. Gerade der Hitze- und Trockensommer 2018 hat zu einer Schw√§chung der B√§ume und zur massiven Zunahme von Schadinsekten gef√ľhrt.

Der Bund Deutscher Forstleute warnt: "Die Sch√§den im Wald [waren] noch nie so gro√ü wie in diesem Jahr. Der Klimasch√ľtzer Wald sei zunehmend selbst vom Klimawandel bedroht: St√ľrme, D√ľrre, Waldbr√§nde und der Borkenk√§fer h√§tten hier bislang fast 30 Millionen Festmeter Schadholz verursacht, teilte der Verband mit. Das seien mehr als 1,5 Millionen aneinander gereihte Holz-Lastwagen. 300 Millionen Jungpflanzen seien vertrocknet, 300.000 Hektar durch Borkenk√§fer und weitere 300.000 Hektar durch die D√ľrre besch√§digt.[‚Ķ]
Durch die Trockenheit der vergangenen Monate seien zudem fast 30 Prozent der in den vergangenen drei Jahren gepflanzten B√§ume abgestorben. [‚Ķ] Die Sch√§den durch den Borkenk√§fer bezifferte Schirmbeck auf 270 Millionen Euro. Viele K√§fer √ľberwintern, deshalb sei im kommenden Jahr damit zu rechnen, dass sie noch mehr der ohnehin geschw√§chten B√§ume zum Absterben bringen." FAZ

Bei Fichten gibt es ein fl√§chenhaftes Absterben. Der zunehmende Klimawandel wird die Situation der W√§lder verschlechtern. Lange, trockene Sommer wie in diesem Jahr werden wahrscheinlicher. Forscher beobachten, dass sich Luftstr√∂me auf der Nordhalbkugel seit einigen Jahren abschw√§chen, vermutlich ausgel√∂st durch eine w√§rmere Arktis. Weniger Hoch- und Tiefdruckgebiete wechseln sich dann √ľber Mitteleuropa ab. Einzelne Hochdruckgebiete k√∂nnen dann wochenlang √ľber einem Fleck h√§ngen bleiben, und es f√§llt kaum mehr Regen. Die Folgen f√ľr den Wald und andere √Ėkosysteme sind verheerend.

Der Ausstieg aus den fossilen Energien und der Wechsel zu umweltfreundlichen Energiequellen k√∂nnten die Probleme zumindest ansatzweise l√∂sen. Doch industriegelenkte und industrienahe Klimawandelleugner, B√ľrgerinitiativen gegen Windkraft und die Deutsche Wildtierstiftung bek√§mpfen mit vorgeschobenen Naturschutzargumenten √ľberall in Deutschland die umweltfreundlichen, zukunftsf√§higen Energien.

Darf im Zusammenhang mit den aktuellen Waldsch√§den der alte, umstrittene Begriff des Waldsterbens wieder gebraucht werden? Die Debatten in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts haben den √∂kologischen Fortschritt beschleunigt und die Luftreinhaltung verbessert. Die damaligen Proteste und Aktionen gegen das Waldsterben und f√ľr saubere Luft, Fl√ľsse und eine menschengerechte Umwelt f√ľhrten mittel- und langfristig zu einer massiven Verbesserung der Luftqualit√§t und zu einer Zunahme des Umweltbewusstseins. Gesetze wurden auf Druck der Umweltbewegung und gegen die Lobbyisten versch√§rft, der PKW-Katalysator wurde eingef√ľhrt, verbleites Benzin wurde verboten, Kraftwerke und Industrieanlagen wurden entstickt, entschwefelt und zum Teil technisch auch sicherer. Auch die D√ľngung mancher W√§lder ist ein Ergebnis der Debatte. Eine von vielen Ursachen der Walderkrankungen war der Aussto√ü von Schwefeldioxid und der damit verbundene saure Regen. Hier brachte der Protest die gr√∂√üten Erfolge. "So konnten zum Beispiel alleine in Baden-W√ľrttemberg die SO2-Emissionen von 334.200 Tonnen 1973 auf 58.800 Tonnen 1995 reduziert werden, was einem R√ľckgang um √ľber 80 % entspricht." schreibt die LUBW Baden-W√ľrttemberg. "In den alten Bundesl√§ndern lagen schon im Jahr 1994 die SO2-Emissionen um 76% unter dem Niveau des Jahres 1970." schreibt das Umweltbundesamt in den "Daten zur Umwelt" 1997.
Weitere Kollateralerfolge der damaligen Debatte und Aktionen um das Waldsterben und des gesch√§rften Umweltbewusstseins waren regional die Einf√ľhrung der preisg√ľnstigen Regiokarte in und um Freiburg und der Ausbau des √ĖPNV. Bundesweit und global kam nach massiven Protesten das Verbot von FCKW (und damit die Rettung der Ozonschicht) und die Verbesserung der Luftreinhaltung bei Industrieanlagen und M√ľllverbrennungsanlagen. Gesundheitsgef√§hrdende Dioxinemissionen gingen zur√ľck. Die bessere Luftqualit√§t und die massive Verringerung von Schwefeldioxid und des sauren Regens war auch ein Segen f√ľr Baudenkm√§ler.

Heute wird gerne von "Waldumbau" geredet und die abgestorbenen B√§ume werden ja immer schnell aus dem Wald gebracht. "Waldumbau" klingt zwar sch√∂ner und nach aktiver Probleml√∂sung, aber der pointierte Begriff Waldsterben beschreibt das Ph√§nomen deutlicher. Die aktuelle, bedrohliche Situation des Waldes, zeigt die Gefahren des Klimawandels. Wir m√ľssen jetzt handeln. Der Streit um den Hambacher Forst war in diesem Zusammenhang ein wichtiger, weiterer Schritt gegen Klimawandel und Umweltzerst√∂rung. Jetzt muss die Energiewende voran gebracht werden.

Axel Mayer, BUND-Gesch√§ftsf√ľhrer
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Naturverträgliche Energiewende im Biosphärengebiet Schwarzwald
fesa e.V. und NABU S√ľdbaden laden nach Schluchsee

Freiburg, 25.10.2018: Klima- und Naturschutz - beides unter einem Hut im Biosph√§rengebiet Schwarzwald. Geht das √ľberhaupt und wie k√∂nnte das umgesetzt werden? Am 9. November werden diese Themen ab 16:00 Uhr im Kurhaus Schluchsee von Fachleuten in Redebeitr√§gen beleuchtet und in einem Podiumsgespr√§ch diskutiert. Doch auch die Besucher*innen sollen ihre Beitr√§ge zu Chancen und Herausforderungen der Energiewende im Biosph√§rengebiet kundtun.

Dass der Klimawandel auch im Schwarzwald immer gr√∂√üere Auswirkungen auf unser Zusammenleben hat, war diesen Sommer sp√ľrbar. Doch auch die belebte Umwelt wird vor gro√üe Herausforderungen gestellt. Einigkeit herrscht dar√ľber, dass durch einen ungebremsten Klimawandel die Anpassungsf√§higkeit vieler Arten und Biotope stark √ľberschritten w√ľrde. Die Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen ist daher eine dringliche Notwendigkeit, um erhebliche Auswirkungen des Klimawandels auf Flora und Fauna zu verhindern.

Bei der Umsetzung der Energiewende ist allerdings zu beachten, dass ‚Äď insbesondere in Schutzgebieten wie dem Biosph√§rengebiet Schwarzwald ‚Äď die Erzeugung und Nutzung der erneuerbaren Energien nicht zu Lasten der biologischen Vielfalt und des Naturschutzes gehen darf.

Neben Daniel Bannasch, der die Energiewende auf dem Bierdeckel erkl√§ren wird, sollen Ingrid Eberhardt-Schad vom NABU Landesverband Baden-W√ľrttemberg und Florian Noll vom Saarbr√ľcker Institut f√ľr ZukunftsEnergie- und Stoffstromsysteme in Impulsvortr√§gen verschiedene Perspektiven auf das Thema vorstellen.

Eingeladen zur kostenlosen Teilnahme sind alle am Biosph√§rengebiet und der Energiewende Interessierten gleicherma√üen wie aktive B√ľrger*innen aus Klima-, Umwelt- und Naturschutz.

Dieses Projekt wurde gef√∂rdert durch das Biosph√§rengebiet Schwarzwald beim Regierungspr√§sidium Freiburg und finanziert durch Mittel des Ministeriums f√ľr Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-W√ľrttemberg (UM) bzw. des Ministeriums f√ľr L√§ndlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-W√ľrttemberg (MLR).
 
 

 
Kostenlose Energiesparberatungen beim stadtweiten Projekt A+++
Gro√üe Resonanz ‚Äď Frist ist bis Mittwoch, 7. November, verl√§ngert

Freiburg. Über 650 Freiburger Haushalte haben am Projekt A+++ teilgenommen und durch die kostenlosen Energiesparberatungen viel Energie und Geld gespart. In den nächsten zwei Wochen können sich Freiburgerinnen und Freiburger noch kurzfristig anmelden und ihr Haushaltsbudget aufbessern.

Das Umweltschutzamt hat die Anmeldefrist auf Mittwoch, 7. November, verl√§ngert. Das Angebot, das seit 2014 besteht, organisiert die Stadt Freiburg in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Baden-W√ľrttemberg.

Die Beratungen selbst werden bis Mitte Dezember von den Energieberaterinnen und Energieberatern des Agenda 21 B√ľros durchgef√ľhrt.

Das st√§dtische Projekt ‚ÄěZuhause A+++ bietet allen Interessierten umfangreiche und individuelle Informationen zum effizienten Umgang mit Energie. Die Beratungen finden Zuhause statt, so dass man direkt die Experten vor Ort Fragen kann.

Alle Haushalte, die an der Energiesparberatung teilnehmen, bekommen ein LED-Leuchtmittel als Geschenk. Zudem können sie auch ein Strommessgerät ausleihen und die Stromfresser in ihrem Haushalt finden. Private Haushalte verbrauchen in Deutschland fast 30 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs.

Demensprechend gibt es in den verschiedenen Haushalten besonders hohe Einsparmöglichkeiten. Und ein hoher Anteil an effizienten Haushalten in Freiburg trägt wesentlich dazu bei, das ambitionierte Ziel der Stadt Freiburg, eine klimaneutrale Kommune bis 2050 zu werden, erreichen zu können.

Interessierte B√ľrgerinnen und B√ľrger, die eine kostenlose Energiesparberatung wollen, k√∂nnen sich online unter www.freiburg.de/zuhause-a-plus anmelden.
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Neue Studie: Erd- und Fl√ľssiggas werden das Klimaproblem im Verkehrssektor nicht
Miller: Bericht macht Schluss mit Ammenmärchen vom klimafreundlichen Gasantrieb

Berlin, 24.10.18; ‚Äď Erdgas (CNG) und Fl√ľssiggas (LNG) werden den Klimaschutz im Lkw- und Schiffsverkehr nicht entscheidend voranbringen. Im Gegenteil: Sie k√∂nnten die Treibhausgasemissionen sogar erh√∂hen. So lautet das Ergebnis einer heute in Br√ľssel vorgestellten Studie im Auftrag der Umweltschutzorganisation Transport & Environment, dem europ√§ischem Dachverband des NABU im Verkehrsbereich.

Erst am gestrigen Dienstag hatte Bundeskanzlerin Merkel verk√ľndet, 500 Millionen Euro in den Aufbau eines ersten deutschen LNG-Importterminals investieren zu wollen, um k√ľnftig verst√§rkt Gas aus den USA beziehen zu k√∂nnen. Aus Sicht des NABU eine klimapolitische Fehlinvestition.

‚ÄěDie Studie macht endg√ľltig Schluss mit dem Ammenm√§rchen vom klimafreundlichen Gasantrieb. Fossiles Gas ist nicht die Antwort auf das Klimaproblem des Verkehrssektors. Die CO2-Emissionen werden so, wenn √ľberhaupt, nur minimal reduziert. Die Bundesregierung darf mit Gas nicht das Zeitalter der Verbrennungsmotoren k√ľnstlich verl√§ngern. Alle Verkehrstr√§ger, auch Schiffe und Lkw, m√ľssen endlich emissionsfrei werden‚Äú, forderte NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Leif Miller.

Erdgas und Fl√ľssiggas seien nicht nur unwirksam beim Klimaschutz, sie f√ľhrten auch technologisch in die Sackgasse. ‚ÄěDie Bundesregierung muss daher s√§mtliche Steuervorteile f√ľr beide Kraftstoffe schnellstm√∂glich abschaffen und auch die √∂ffentliche F√∂rderung f√ľr weitere LNG- und CNG-Infrastruktur stoppen‚Äú, so Daniel Rieger, NABU-Verkehrsexperte.

Staatliche F√∂rderungen m√ľssten vielmehr das Ziel verfolgen, den Verkehrssektor vollst√§ndig zu dekarbonisieren. Fl√ľssiggas jedoch k√∂nne dieses Ziel nicht erf√ľllen. ‚ÄěDer vielzitierte Klimavorteil von angeblich bis zu 20 Prozent Treibhausgasminderung st√ľrzt bei genauerer Betrachtung ein wie ein Kartenhaus‚Äú, so Rieger. Laut Studie m√ľsse man schon froh sein, wenn sich die CO2-Bilanz nicht deutlich verschlechtere, da in der Gesamtbetrachtung durchaus bis zu neun Prozent Mehremissionen entstehen k√∂nnten.

Im Bereich der Seeschifffahrt lie√üen sich immerhin die Luftschadstoffemissionen ‚Äď im Vergleich zu Schwer√∂l und Marinediesel ‚Äď deutlich senken. Gegen√ľber modernen Lkw-Motoren der Abgasnorm Euro VI b√∂te der Einsatz von Gas jedoch kaum Verbesserungspotenzial.

Zudem st√ľnden f√ľr Lkw zunehmend emissionsfreie Antriebskonzepte zur Verf√ľgung, die schnell und fl√§chendeckend zum Einsatz kommen sollten. Subventionierte Gas- und Dieselpreise jedoch sowie h√∂here Anschaffungskosten der Fahrzeuge verhindern deren Durchsetzung am Markt bisher. So wird die F√∂rderung von Erd- und Fl√ľssiggas zum massiven Hindernis f√ľr Oberleitungs-Lkw, Wasserstoff- sowie batterieelektrische Antriebe. ‚ÄěEs kann nicht sein, dass wir jetzt dar√ľber reden, im Stra√üeng√ľterverkehr einen fossilen Kraftstoff durch einen anderen zu ersetzen, w√§hrend alle namhaften Hersteller l√§ngst elektrifizierte Antriebe im Angebot haben‚Äú, so Rieger.

Die ausf√ľhrliche Studie finden Sie online ...
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