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Samstag, 24. August 2019
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Verschiedenes

UrauffĂŒhrung des neuen Wyhl-Films im ĂŒberfĂŒllten Gemeindesaal
Blick in den ĂŒberfĂŒllten Evangelischen Gemeindesaal / Foto: Kurt Schmidt
 
UrauffĂŒhrung des neuen Wyhl-Films im ĂŒberfĂŒllten Gemeindesaal
Die Badisch-ElsĂ€ssischen BĂŒrgerinitiativen veranstalteten am 12. MĂ€rz 2015 die UrauffĂŒhrung des neuen und eindruckvollen Films "Wyhl und die Linken - Geschichten aus dem Wyhler Wald". Der Evangelische Gemeindesaal von Weisweil platzte aus allen NĂ€hten. Die beiden Freiburger Filmemacher Bodo Kaiser und Siggi Held erhielten in der anschließenden lebhaften Diskussion fĂŒr die ehrliche Recherche, die humorvollen Einlagen und die sehr schönen Landschaftsbilder aus der Heimat sehr viel Lob! Zahlreiche Zeitzeugen waren auch aus Frankreich und grĂ¶ĂŸeren Entfernungen angereist und tauschten sich intensiv aus. Die vorhandenen Film-CD`s waren nach der Veranstaltung alle vergriffen. Die Badisch-ElsĂ€ssischen BĂŒrgerinitiativen wollen diesen neuen Wyhl-Film auch in Endingen und Breisach zur AuffĂŒhrung bringen.
 
 

Karlsruhe: Karlsruher Zoo hÀlt erstmals Pfeilgiftfrösche
GelbgebÀnderter Pfeilgiftfrosch / Foto: Stadt Karlsruhe
 
Karlsruhe: Karlsruher Zoo hÀlt erstmals Pfeilgiftfrösche
Ende MĂ€rz ziehen die ersten vier Vogelarten hinter den Kulissen des Exotenhauses ein

Wasser marsch! Langsam steigt am Donnerstagvormittag (12. MĂ€rz) der Wasserspiegel im Karibik-Becken. Bis zum Mittag ist das erste Großaquarium im Exotenhaus geflutet, am Nachmittag folgt das Schwarzwasser-Becken. Insgesamt sechs Aquarien mit einem Fassungsvermögen zwischen 5.000 und 9.000 Litern Wasser - darunter ein Ostafrika-Becken oder auch ein SĂŒdostasien-Becken - sind mit jeweils rund 200 Kilogramm Sand, Mangrovenwurzeln oder auch Felsen ausgestattet und sollen nach und nach mit Wasser befĂŒllt. Das Exotenhaus öffnet im Juni.

Erste Station fĂŒr die Baumsteiger ist die QuarantĂ€nestation

Im Wirtschaftshof des Zoos sind derweil in der QuarantĂ€nestation die ersten vier Tierarten fĂŒr Terrarien der Amphibienstation angekommen - drei Rotkopf-Plattschildkröten und drei Arten von Pfeilgiftfröschen. „Der Karlsruher Zoo hat noch nie Pfeilgiftfrösche gehalten, jede Ankunft eines neuen Tieres ist da faszinierend“, freut sich Dr. Clemens Becker, kommissarischer Zooleiter. Anfang Februar sind aus dem Zoo Halle mit den fĂŒnf Marańon-Baumsteigern, die mit ihren hellen Punkten auf schokoladenbrauner Haut auch Schokoladenbaumsteiger heißen, die ersten Pfeilgiftfrösche eingetroffen. Wie auch die vor wenigen Tagen eingetroffenen drei Para Baumsteiger und die fĂŒnf Exemplare des gelbgebĂ€nderten Pfeilgiftfroschs sind die Winzlinge in der Natur ziemlich giftig.

„Unsere Tiere sind aber harmlos“, erlĂ€uterte Michaela Gaum, die Leiterin des Exotenhauses. Ihr Hautgift produzieren die einen bis fĂŒnf Zentimeter großen Pfeilgiftfrösche in den RegenwĂ€ldern Mittel- und SĂŒdamerikas aus ihrer Nahrung, aus einem Ameisen- und Termitenstoff. Die hiesigen Futtertiere - Heimchen, Fruchtfliegen oder SpringschwĂ€nze - bieten diesen Ausgangsstoff nicht. Die Becken sind mit Warm- und UV-Licht bestrahlt, Wasserwölkchen sorgen fĂŒr die notwendige Luftfeuchtigkeit. Die Ausstattung ist eher karg. „Auf einer QuarantĂ€nestation sind viel Strukturen, etwa Moos und andere Gehegeausstattungen, eher kontraproduktiv“, erlĂ€uterte Gaum. SpĂ€ter, im Exotenhaus, wird ihr Heim ĂŒppiger „möbliert“ sein.

Australienlandschaft mit Lungenfisch und Wasserwarane

Mit dem Vivarium des Naturkundemuseums Karlsruhe hat der Zoo die Tierliste abgestimmt, denn beide Einrichtungen sollen jeweils unterschiedliche Arten zeigen. Im großen Karibik-Becken werden bis zu einem Meter lange Knochenhechte und Kahlhechte schwimmen. Nebenan im Schwarzwasserbecken werden unter anderem die aus dem Zoo Leipzig kommenden Diskusfische eingesetzt. Im Ostafrika-Becken sind etwa Kongosalmler zu sehen, im Malawisee-Becken werden die Malawiseebarsche einziehen, die bislang im Elefantenhaus lebten, zudem gelbe MaulbrĂŒter. Ihr Aquarium bietet mit einer Felsmauer im Wasser viele RĂŒckzugsmöglichkeiten, damit sich die revierbildenden Barsche untereinander abgrenzen können.

Bei der Australienlandschaft mĂŒssen noch letzte Arbeiten an der Grundstruktur des Geheges erledigt werden. In diesem Terrarium werden Wasserwarane und Wasseragame gezeigt, zudem Schlangenarten, Schildkröten, Regenbogenfische. Und Lungenfische, freut sich Michaela Gaum ĂŒber diese selten gezeigten Tiere.

Sonnenralle und Dajaldrossel ĂŒbernehmen den Erstbezug

Beim Gehege der Riesenschildkröten soll noch eine leicht wellige Landschaft entstehen. Einziehen werden hier zwei 15 und 18 Jahre alte Tiere, die beschlagnahmt wurden. Die 70 bis 80 Zentimeter großen Tiere leben derzeit im Zoo ZĂŒrich. „Manchmal muss man jahrelang auf Tiere warten“, wissen Becker und Gaum um die Schwierigkeit, bestimmte Tiere zu bekommen. Die Erstbewohner des Exotenhauses sind daher nicht selten noch junge Tiere. „Unsere Tiere wachsen ins Exotenhaus hinein. Wie wir auch - von Tag zu Tag ein StĂŒckchen mehr“, lacht Gaum. Die Seychellen-Riesenschildkröten werden sich das Gehege mit den Strahlenschildkröten teilen. Im Außenbereich haben auch griechische Landschildkröten ein Heim. Ihr Gehege bekommt ein HĂ€uschen, das auch Überwinterungsquartier sein wird.

Die ersten Tiere, die direkt ins Exotenhaus, allerdings hinter den Kulissen, einziehen, sind vier Vogelarten aus dem Zoo Leipzig. Sonnenralle, Dajaldrossel, Rotschopfturako und eine Gruppe Madagaskarweber werden Ende MĂ€rz erwartet.
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 Ölunfall in Neuseelands KĂŒstengewĂ€sser bedroht seltene Maui-Delfine
Ein Hektor-Delfin hat sich in einem Netz verfangen. / Foto: S. Dawson, NABU Int.
 
Ölunfall in Neuseelands KĂŒstengewĂ€sser bedroht seltene Maui-Delfine
Ölkonzern OMV verursacht dritte Havarie in sensiblen MeeresgewĂ€ssern

Ein von der österreichischen Mineralölfirma OMV verursachter Ölunfall vor der KĂŒste Neuseelands bedroht die weltweit letzten Maui-Delfine. Der Unfall ereignete sich am 20. Februar etwa 70 Kilometer vor der WestkĂŒste von Neuseelands Nordinsel. Der Förderschlauch eines von OMV betriebenen schwimmenden Öllagers begann bei der Ölförderung zu lecken. Dabei wurden nach Aussagen von OMV etwa 300 Liter Rohöl freigesetzt, die sich innerhalb von drei Tagen auf eine GrĂ¶ĂŸe von zehn Kilometern ausbreiteten. In nur 30 Kilometern Entfernung leben die seltensten Meeresdelfine der Welt, die Maui-Delfine, von denen es nur noch 50 Tiere gibt. Das Gebiet vor Neuseelands KĂŒste ist ihre letzte Bastion. Zudem gefĂ€hrdet das Öl vom Aussterben bedrohte Blauwale sowie seltene endemische Albatrosse und Sturmvögel.

„Es ist bereits der dritte von OMV verursachte Ölunfall in diesem Gebiet in nur fĂŒnf Jahren. Die VorfĂ€lle zeigen die Gefahren auf, die von der Ölsuche und Ölförderung ausgehen“, sagte Thomas Tennhardt, Vorsitzender der NABU International Naturschutzstiftung. WĂŒrde es zu einem grĂ¶ĂŸeren Ölunfall kommen, könnte sich das Rohöl innerhalb weniger Tage bis zum Lebensraum der Maui-Delfine ausbreiten. „Wir fordern daher, die Ölförderung in sensiblen MeeresgewĂ€ssern konsequent zu verbieten“, so Tennhardt. Der Ölkonzern OMV, der auch Tankstellen in Deutschland betreibt, erhielt vor kurzem die Genehmigung fĂŒr sieben weitere Bohrlöcher in dem Gebiet.

„Die Genehmigungen fĂŒr die Ölbohrungen wurden erteilt, ohne dass es zuvor zuverlĂ€ssige wissenschaftliche Untersuchungen zu den Auswirkungen auf die maritime Umwelt gegeben hat“, kritisierte Barbara Maas, Leiterin Internationaler Artenschutz der NABU International Naturschutzstiftung. „Es ist ein Armutszeugnis der neuseelĂ€ndischen Regierung, dass sie die Bohrungen gegen den Rat von Wissenschaftlern und den Willen der Bevölkerung erlaubt und aus Profitgier die Vernichtung der in Neuseeland endemischen Maui-Delfine riskiert“, so Maas.

Ölverschmutzungen schĂ€digen MeeressĂ€uger massiv. Die Tiere verschlucken das Öl, nehmen es ĂŒber die Haut und die Augen auf und atmen die giftigen Gase ein. Dies fĂŒhrt zu einer ganzen Reihe von Gesundheitsproblemen wie Lungenerkrankungen und Gewichtsverlust bis hin zum Tod.

Akute TodesfĂ€lle durch Ölverschmutzung sind nicht die einzige Bedrohung fĂŒr die Maui-Delfine. Auf der Suche nach verborgenen Öl- oder Gasfeldern werden seismische Untersuchungen durchgefĂŒhrt. Dazu geben Schallkanonen wochen- oder monatelang rund um die Uhr im Sekundentakt starke Schallwellen ab, die mit einer LautstĂ€rke von bis zu 256 Dezibel Richtung Meeresboden geschickt werden, um deren Echo auszuwerten. Der ohrenbetĂ€ubende LĂ€rm verletzt besonders die gerĂ€uschempfindlichen Wale und Delfine und vertreibt sie mitunter aus fĂŒr sie lebenswichtigen LebensrĂ€umen. „Selbst in der Zeit der Paarung und Jungenaufzucht fĂŒhren die internationalen Konzerne derartige Untersuchungen in den einzigartigen GewĂ€ssern Neuseelands durch“, kritisierte Maas.

NABU International hat Kontakt mit OMV aufgenommen und den Konzern vor den gefĂ€hrlichen Folgen ihrer Handlungen gewarnt. Die Stiftung fordert ein Verbot von seismischen Untersuchungen und Ölgewinnung im Lebensraum der Maui-Delfine sowie in angrenzenden Gebieten, um das Aussterben der extrem seltenen Tiere zu verhindern. Zudem ruft NABU International zu einer Petition auf, um NaturschĂŒtzer aus aller Welt fĂŒr den Schutz der Delfine zu mobilisieren. Der Verband unterstĂŒtzt außerdem UmweltschĂŒtzer vor Ort.
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NABU: Gelungenes Comeback - Dem Wolf eine Chance geben
Kompetenzzentrum Wolf einrichten

Der Wolf ist zurĂŒck in Deutschland. Vor 15 Jahren kamen in Sachsen die ersten Wolfswelpen zur Welt, deren Eltern aus Osteuropa eingewandert waren. Aktuell gibt es bundesweit 35 Wolfsfamilien (31 Rudel und vier Paare) in den LĂ€ndern Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Über 150 Jahre nach seiner Ausrottung hat der Wolf in Deutschland selbststĂ€ndig wieder eine Heimat gefunden.

„Wir sprechen beim Wolf ĂŒber eine gelungene RĂŒckkehr aus eigenem Antrieb. Er ist wieder da und es werden mehr Tiere. Ein Beleg dafĂŒr, was Schutzmaßnahmen wie das Jagdverbot und eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz erreichen können. Im Jahr 15 der RĂŒckkehr des Wolfes geht es nun darum, das Zusammenleben von Mensch und Wolf so zu gestalten, dass eine Nachbarschaft auf Dauer möglich wird. Der NABU nimmt die berechtigten Sorgen der Menschen in den Wolfsgebieten seit Langem sehr ernst, indem er sachlich informiert und mit allen Betroffenen GesprĂ€che fĂŒhrt. FĂŒr Panikmache und Hysterie gibt es aber keinen Anlass, denn die auftretenden Konflikte sind lösbar. Wir mĂŒssen dem Wolf eine Chance geben und gleichzeitig den Umgang mit Wildtieren wieder lernen“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. Der Wolf genießt in Deutschland seit der Wiedervereinigung und in Europa seit 1992 den höchsten Schutzstatus.

Der NABU spricht sich fĂŒr die Einrichtung eines bundesweiten Kompetenzzentrums Wolf aus. „Wir brauchen eine Koordinierungsstelle, in der Erfahrungen und Daten, die bundesweit im Wolfsmanagement gemacht oder erhoben werden, gebĂŒndelt, analysiert und zentral zur VerfĂŒgung gestellt werden. Dazu gehören die Bereiche Monitoring, Öffentlichkeitsarbeit, Herdenschutz und Grundlagen- sowie Ursachenforschung fĂŒr nicht natĂŒrliche TodesfĂ€lle bei Wölfen“, so Tschimpke weiter. Solch eine Stelle ermögliche den Überblick ĂŒber die aktuelle Situation sowie den Erfahrungsaustausch zwischen BundeslĂ€ndern ĂŒber den Umgang mit dem Wildtier. Vorreiter eines vorbildlichen Wolfsmanagements sei derzeit Sachsen.

Illegale Wolfstötungen stellen nach wie vor eine der hĂ€ufigsten Todesursachen fĂŒr Wölfe dar. Solche Straftaten mĂŒssen von spezialisierten Kriminalisten verfolgt werden. Nach dem Vorbild Sachsens und Brandenburgs oder verschiedener europĂ€ischer LĂ€nder sollte in jedem Bundesland eine Stabsstelle fĂŒr ArtenschutzkriminalitĂ€t existieren. Auch mĂŒssten Schutzmaßnahmen fĂŒr Nutztiere gefördert werden, damit Konflikte zwischen Wölfen und Nutztierhaltern auf ein Minimum reduziert werden. Unter diesen Voraussetzungen und einhergehend mit einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit, wie sie durch den NABU bundesweit betrieben wird, stehen die Chancen fĂŒr ein konflitkarmes Miteinander von Mensch und Wolf im Jahr 2030 gĂŒnstig.

Zu den Berichten ĂŒber Wolfssichtungen in der NĂ€he von Wohngebieten erlĂ€utert NABU-Wolfsexperte Markus Bathen: „Wölfe brauchen keine Wildnis und leben mit uns in der Kulturlandschaft. Daher ist eine Wolfs-Sichtung in der NĂ€he von Siedlungen an sich nichts Ungewöhnliches. Insbesondere Jungtiere sind hĂ€ufig neugieriger und unbedarfter als die erwachsenen Wölfe. Hierbei gilt: Von gesunden Wölfen geht in der Regel keine Gefahr aus. Jedoch kann es durch Ă€ußere EinflĂŒsse vorkommen, dass sich das Verhalten eines Wolfes so verĂ€ndert, dass es notwendig wird, seine Scheu zu reaktivieren.“ Schon seit 2007 liegt ein Leitfaden des Bundesamtes fĂŒr Naturschutz fĂŒr den Umgang mit auffĂ€lligen Wölfen vor. Bathen: „Entscheidend ist, im Einzelfall die angemessene Maßnahme auszuwĂ€hlen.“

Mit Blick auf seine vor zehn Jahren gestartete Kampagne „Willkommen Wolf!“ zog der NABU eine positive Bilanz seiner Arbeit: Inzwischen ist ein Netzwerk von ĂŒber 500 NABU-Wolfsbotschaftern etabliert, die lokal ĂŒber das Wildtier Wolf informieren. Mehr als 85.000 Wolfsfans erreicht der NABU ĂŒber soziale Netzwerke, ĂŒber 2.000 Wolfspaten fördern die Wolfsprojekte des NABU. Die Forschung zu frei lebenden Wölfen hat in den vergangenen 30 Jahren viele neue Erkenntnisse zu Tage gebracht, die der NABU nun weitergibt. So weiß man heute beispielsweise, dass es in europĂ€ischen frei lebenden Wolfsrudeln keine Alpha- und Omega-Tiere gibt. Dieses PhĂ€nomen tritt nur in Tiergehegen auf, in denen die Wölfe auch nach Erreichen der Geschlechtsreife im Rudel bleiben mĂŒssen, statt abzuwandern.

Thomas Steg, GeneralbevollmĂ€chtigter und Leiter Außen- und Regierungsbeziehungen Volkswagen: „Als Wolfsburger haben wir natĂŒrlich ein Herz fĂŒr Wölfe, aber auch genug Verstand, unser Engagement fĂŒr den Artenschutz nicht mit purer Wolfsromantik zu verwechseln. Die RĂŒckkehr der Wölfe in unser dicht besiedeltes Land erfordert ein umfassendes Wolfsmanagement, das die berechtigten Schutz- und SicherheitsbedĂŒrfnisse aller – vor allem auch der Nutztierhalter – berĂŒcksichtigt.“

Die Volkswagen AG unterstĂŒtzt das NABU-Projekt „Willkommen Wolf!“ seit 2005. Vom 24. bis 26. September wird in Wolfsburg eine Wolfstagung mit internationalen Experten stattfinden. Die Volkswagen AG ist auch Partner des NABU-Journalisten-Preises „Klartext fĂŒr Wölfe“. PrĂ€miert werden journalistische Arbeiten, die von Mai 2015 bis April 2016 veröffentlicht werden.

Ab sofort gibt es jeden Mittwoch unter www.NABU.de interessante Fakten und Geschichten rund um den Wolf, am 30. April ruft der NABU mit vielen regionalen Info-Aktionen zum „Tag des Wolfes“ auf.
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NABU-Zahl des Monats: 70.000 Kraniche ĂŒberwintern in Äthiopien
Kraniche im Abendrot / Foto: Tom Dove
 
NABU-Zahl des Monats: 70.000 Kraniche ĂŒberwintern in Äthiopien
Expeditionen zu ÜberwinterungsplĂ€tzen offenbaren: Zerstörung der Natur in Teilen des Landes dramatischer als erwartet

Experten erfassten im Januar dieses Jahres mehr als 70.000 ĂŒberwinternde Kraniche in Äthiopien. Bereits 2007 startete ein Projekt von Kranichschutz Deutschland, der Bundesarbeitsgruppe (BAG) Afrika des NABU und der Ă€thiopischen Naturschutzorganisation Ethiopian Wildlife and Natural History Society (EWNHS), um die europĂ€ischen Kraniche in dem ostafrikanischen Land zu kartieren und ihre GefĂ€hrdungen darzustellen.

WĂ€hrend der ersten vier Expeditionen in den Jahren 2007 bis 2013 konnten viele bis dahin nicht bekannte ÜberwinterungsplĂ€tze von Kranichen ausfindig gemacht werden. Dabei stellte sich heraus, dass die Zerstörung der Natur beispielsweise im Bereich des Großen Grabenbruchs (Rift Valley) dramatischer ist als erwartet.

Im Vergleich zu 2013 zeigte sich insbesondere die Intensivierung der Landwirtschaft als ein großes Problem, da in diesem Zusammenhang großflĂ€chig GraslĂ€nder und Feuchtwiesen verloren gingen. Experten machen dafĂŒr auch die Produktion von Blumen in FoliengewĂ€chshĂ€usern verantwortlich, welche weiter zugenommen hat. Die Blumen - hauptsĂ€chlich Rosen - werden spĂ€ter in Deutschland und anderen IndustrielĂ€ndern vor allem in SupermĂ€rkten verkauft. Das gravierende daran ist, dass der Wasserverbrauch fĂŒr die Produktion die Feuchtgebiete, Seen und Stauseen augenscheinlich schrumpfen lĂ€sst. GĂŒnter Nowald, Leiter des Kranich-Informationszentrums rĂ€t daher, Blumen nur aus heimischer Produktion zu erwerben. Entsprechend haben Störreize zugenommen und es fehlt an BrutplĂ€tze und NahrungsflĂ€chen fĂŒr die Jungenaufzucht.

Im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit der UniversitÀt Jimma fanden bereits GesprÀche zum Feuchtgebiets- und Kranichschutz statt, unter anderem mit Taye Tolemariam Ejeta, dem VizeprÀsidenten der Hochschule. Die Ergebnisse sollen den EntscheidungstrÀgern der Regionsverwaltung dargestellt werden, um die bedrohten Feuchtgebiete zu sichern.

Am wichtigsten Überwinterungsgebiet fĂŒr Kraniche in Äthiopien, dem Tanasee, engagiert sich der NABU bereits seit 2012 im Rahmen eines BMZ geförderten Projektes fĂŒr den Aufbau eines UNESCO-BiosphĂ€renreservats. Gemeinsam mit den lokalen Behörden arbeitet der NABU daran, die einzigartige Natur der Region langfristig zu erhalten.
 
 

 
Experten fordern verstÀrkte BekÀmpfung von Greifvogelverfolgung
Tagung zum Habicht - Vogel des Jahres 2015

Die illegale Verfolgung von Greifvögeln war zentrales Thema der bundesweiten Fachtagung zum Habicht. Mehr als 100 Experten trafen sich dazu am vergangenen Samstag in Recklinghausen. Diese forderten die Bundesregierung auf, den Verkauf und Besitz von Habichtfangkörben zu untersagen, deren Einsatz bereits verboten ist. Zudem wurde auf die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit von Behörden und NaturschĂŒtzern mit LandnutzerverbĂ€nden hingewiesen. „JĂ€ger sowie Tauben- und GeflĂŒgelzĂŒchter mĂŒssen die eigenen Reihen fĂŒr das Problem der illegalen Greifvogelverfolgung sensibilisieren und bei der PrĂ€vention und AufklĂ€rung entsprechender Straftaten aktiv werden“, sagte Peter Herkenrath, Leiter der Vogelschutzwarte Nordrhein-Westfalen im Landesamt fĂŒr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV). „Dabei bieten wir gerne UnterstĂŒtzung an.“

Seit den 1970er Jahren stehen in Deutschland alle Greifvogelarten unter Schutz. Dennoch werden Greifvögel weiterhin illegal verfolgt. Vergiftung, Fang, Abschuss und die Zerstörung von Nestern verhindern die Bestandserholung und die Wiederbesiedlung verwaister Brutgebiete. In den vergangenen zehn Jahren sind fast 1300 tote Greifvögel dokumentiert worden; die Dunkelziffer unentdeckter Taten sei jedoch wesentlich höher. Neben dem Habicht sind auch Rotmilane, Seeadler und sogar seltene Schreiadler betroffen. Brennpunkte der Verfolgung sind vor allem die LĂ€nder Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-WĂŒrttemberg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Als gutes Beispiel im Umgang mit der illegalen Verfolgung von Greifvögeln wurde das Bundesland Nordrhein-Westfalen gelobt: „Mit der Einrichtung einer Stabsstelle UmweltkriminalitĂ€t im Umweltministerium ist es gelungen, die Verfolgung von Greifvögeln umfassend zu dokumentieren. Durch den engen Kontakt mit Polizei und Justiz konnte eine verbesserte Erkennung und Ahndung der VerstĂ¶ĂŸe erreicht werden“, erklĂ€rte Lars Lachmann, NABU-Vogelschutzexperte. „Entsprechende Institutionen sollten dringend auch in anderen BundeslĂ€ndern eingerichtet werden.“

„Nur durch eine gute Zusammenarbeit zwischen Umweltbehörden, Naturschutzorganisationen und Strafverfolgungsbehörden kann UmweltkriminalitĂ€t in allen ihren Erscheinungsformen effektiv bekĂ€mpft werden“, erlĂ€uterte JĂŒrgen Hintzmann, Leiter der Stabsstelle UmweltkriminalitĂ€t im Ministerium fĂŒr Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV) in Nordrhein-Westfalen.

Illegale Greifvogelverfolgung ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Daher rufen die Teilnehmer der Tagung dazu auf, VerdachtsfĂ€lle zu melden. NABU, LBV und das Komitee gegen den Vogelmord haben gemeinsam ein Aktionstelefon geschaltet. Es ist unter 030-284 984-1555 zu erreichen (werktags von 9-18 Uhr und an Feiertagen sowie Wochenenden von 15-18 Uhr). ZurĂŒckliegende FĂ€lle können ĂŒber ein Online-Meldeformular unter www.nabu.de erfasst werden.
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NABU fordert mehr Engagement beim Fledermausschutz
Deutschland hat besondere Verantwortung

Mit Blick auf den Internationalen Tages des Artenschutzes (3. MĂ€rz) verweist der NABU auf die in Deutschland besonders gefĂ€hrdeten FledermĂ€use. Vier der 24 heimischen Fledermausarten sind bereits vom Aussterben bedroht: Die Große und Kleine Hufeisennase sowie die Wimpern- und Mopsfledermaus. Drei weitere Arten gelten als stark gefĂ€hrdet, fĂŒnf als gefĂ€hrdet.

„Ursache fĂŒr die starken BestandseinbrĂŒche der meisten Fledermausarten in den vergangenen Jahrzehnten ist vor allem die intensive Landwirtschaft. Neben dem Verlust der Vielfalt bĂ€uerlicher Kulturlandschaften sind die Auswirkungen auf das Angebot an Beutetieren wie Nachtfaltern, Fluginsekten oder KĂ€fern erheblich, ebenso wie der Einsatz von Pestiziden“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Viele Fledermaus-Quartiere werden vom Menschen unbewusst zerstört. Besonders höhlenreiches Altholz wird noch immer aus dem Wald entfernt. Dachböden werden renoviert und mit Holzschutzmitteln behandelt, HohlrĂ€ume ausgeschĂ€umt und Fugen versiegelt, wichtige Quartiere gehen so verloren. „Am Schutz der Tiere kann sich jeder beteiligen. KĂŒnstliche Quartiere wie FledermauskĂ€sten, Einbausteine ins Mauerwerk, Vermeidung von Pestiziden oder ein fledermausfreundlicher Garten zur Förderung nachtaktiver Insektenarten, vieles ist möglich und bedarf nur eines geringen Aufwands“, so NABU-Fledermausexperte Sebastian Kolberg.

Auch Windkraftanlagen stellen eine Gefahr fĂŒr die heimischen und im besonderen Maße auch fĂŒr migrierende FledermĂ€use aus dem europĂ€ischen Umland dar, wenn sie nicht auf Standorten geplant werden, die aus Naturschutzsicht als konfliktarm eingestuft werden. Einer aktuellen Studie des Leibniz-Instituts fĂŒr Zoo- und Wildtierforschung zufolge sterben jĂ€hrlich 250.000 Tiere an den Folgen von Kollisionen mit den RotorblĂ€ttern oder dem so genannten Barotrauma, welches durch große LuftdruckĂ€nderungen an den RotorblĂ€ttern erzeugt wird und bei dem die inneren Organe der Tiere zerreißen können.

„Deutschland trĂ€gt hier eine ganz besondere Verantwortung nicht nur fĂŒr die heimischen, sondern alle europĂ€ischen Fledermausarten. Als Transitland fĂŒr wandernde FledermĂ€use muss der Artenschutz im Vordergrund stehen“, so NABU-PrĂ€sident Tschimpke. „Als Vertragsstaat des EUROBATS-Abkommens hat sich die Bundesrepublik dazu verpflichtet, den Fledermausschutz bei der Planung von Windenergieanlagen zu berĂŒcksichtigen.“

Studien belegen, dass insbesondere der Naturraum sowie WitterungsverhĂ€ltnisse wie Temperatur, Niederschlag und Windgeschwindigkeit die AktivitĂ€t von FledermĂ€usen im Umfeld von Windenergieanlagen bestimmen. WĂ€lder und waldreiche Standorte zĂ€hlen zu den sensiblen und daher konfliktreichen Gebieten. Hier finden sich Jagdhabitate, Tages- und Winterquartiere vieler Fledermausarten. Von Windkraft besonders gefĂ€hrdete Arten wie die Rauhautfledermaus, der Große wie auch der Kleine Abendsegler oder die Zwergfledermaus nutzen WĂ€lder, besonders mit hohem Altholzanteil, als Tages- und Winterquartiere. Daher sollten Waldstandorte möglichst nicht fĂŒr die Windenergienutzung herangezogen werden.

Terminhinweis: 12. Fachtagung der NABU-Bundesarbeitsgruppe (BAG) Fledermausschutz vom 20. bis 22.MĂ€rz in Erfurt, u.a. mit ThĂŒringens Umweltministerin Anja Siegesmund und NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. In der Landeshauptstadt ThĂŒringens werden rund 400 TagungsgĂ€ste aus dem gesamten Bundesgebiet erwartet, die sich zu aktuellen Themen des Fledermausschutzes und der Fledermausforschung austauschen.



Hintergrund

Wichtigstes rechtliches Instrument zum Schutz der FledermĂ€use ist die europĂ€ische Fauna-Flora-Habitat(FFH)-Richtlinie, auf deren Grundlage ein europaweites Schutzgebietsnetz entsteht. Besonders schĂŒtzenswerten Arten wird dadurch ein Lebensraum gesichert. Die Vernetzung von- und der notwendige genetische Austausch zwischen Populationen in stark besiedelten und durch Infrastrukturen zerschnittenen LĂ€ndern wie Deutschland werden somit erst ermöglicht. Aktuell ĂŒberprĂŒft die EU-Kommission im Rahmen eines „Fitness Checks“ die Wirksamkeit der europĂ€ischen Naturschutzrichtlinien. Viele Beispiele zeigen, dass die Richtlinien der SchlĂŒssel zum erfolgreichen Erhalt der biologischen Vielfalt sind, wenn sie konsequent umgesetzt werden. Der NABU fordert daher eine Naturschutzoffensive, damit die Richtlinien ihre Wirkung endlich voll entfalten können.
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Freiburg soll fĂŒr kommende starke Hochwasser gerĂŒstet sein
Gemeinde Horben und Stadt Freiburg einigen sich auf HochwasserrĂŒckhaltebecken in Horben

Freiburg soll fĂŒr kommende starke Hochwasser gerĂŒstet sein.
Von den neuen Planungen zum Hochwasserschutz profitieren
nicht nur GĂŒnterstal, sondern auch die Stadtteile Wiehre,
Haslach und Weingarten. Bei der Vorstellung des geplanten,
deutlich optimierten Hochwasserschutzes bedankte sich
BaubĂŒrgermeister Martin Haag ausdrĂŒcklich bei Markus
Riesterer, BĂŒrgermeister von Horben, da die Planungen und
baldige Umsetzung ohne das Entgegenkommen der
Nachbargemeinde Horben nicht möglich wÀren.

Ein statistisch alle hundert Jahre auftretendes
Hochwasserereignis soll die Stadt Freiburg schadlos
passieren können. Die Ingenieure nennen dies den
Bemessungsfall HQ 100 + Klima, was H fĂŒr Hochwasser und Q
fĂŒr die Abflussmenge, 100 fĂŒr ein 100 Jahre auftretendes
Hochwasserereignis unter BerĂŒcksichtigung des
Klimawandels bedeutet.

Damit Freiburg fĂŒr dieses hundertjĂ€hrige Hochwasserereignis
gerĂŒstet ist, wurden schon vor ĂŒber einem Jahrzehnt
Konzepte entwickelt. Neben der RĂŒckhaltung wurde auch die
Durchleitung durch die Bebauung und die direkte Überleitung
in die Dreisam geprĂŒft und verworfen. 2013 begann dann die
konkrete Planung fĂŒr ein HochwasserrĂŒckhaltebecken (HRB)
mit 230.000 Kubikmeter RĂŒckhaltevolumen sĂŒdlich von
GĂŒnterstal. Der Standort wurde in einer öffentlichen
Infoveranstaltung in GĂŒnterstal von vielen BĂŒrgerinnen und
BĂŒrgern, darunter auch Horbener BĂŒrger und GemeinderĂ€te,kritisch hinterfragt.
Hauptkritikpunkt war die BeeintrÀchtigung
des Landschaftsbildes durch den erforderlichen 14 Meter

Daraufhin sagte die Stadtverwaltung zu, wasserwirtschaftliche
Alternativen, auch auf Gemarkung Horben, zu prĂŒfen und
deren UmweltvertrÀglichkeit zu untersuchen.

Am Ende dieser sehr aufwÀndigen Berechnungen und
Untersuchungen erwiesen sich zwei Lösungen als nahezu
gleichwertig: der Bau eines HRB auf der Breitmatte mit
230.000 Kubikmeter Retentionsvolumen oder der Bau eines
HRB in Horben in Kombination mit einem auf 40.000
Kubikmeter vergrĂ¶ĂŸerten HRB auf der Breitmatte (HRB
Breitmatte hat heute 17.500 Kubikmeter).

Schon der Ausbau des HRB Breitmatte auf rund 230.000
Kubikmeter wĂ€re Ă€ußerst problematisch und sehr schwer
umsetzbar, letztlich unmöglich ist aber die dabei notwendige
Durchleitung des Hochwassers durch GĂŒnterstal. Bei dem
angestrebten Schutzgrad von HQ 100+Klima ohne ein HRB
sĂŒdlich der Ortschaft mĂŒsste der Bohrerbach beispielsweise
im Bereich des Torplatzes auf rund das dreifache seiner
heutigen LeistungsfÀhigkeit (30 Kubikmeter pro Sekunde)
ausgebaut werden. Das geht mit den dort befindlichen
BrĂŒcken nicht.

Nach GesprĂ€chen zwischen BaubĂŒrgermeister Martin Haag
und BĂŒrgermeister Markus Riesterer aus Horben, unter
Einbeziehung des Landratsamtes Breisgau-
Hochschwarzwald, verfolgt die Stadt Freiburg die Lösung mit
dem Standort in Horben und einer VergrĂ¶ĂŸerung des HRB
Breitmatte auf 40.000 Kubikmeter weiter. Mit den betroffenen
EigentĂŒmern in Horben wurden erste GesprĂ€che gefĂŒhrt.
hohen Damm und die notwendige Straßenverlegung.

 
 



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