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Montag, 19. August 2019
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Verschiedenes

 
NABU: Jetzt bundesweiten Aufruf gegen Fracking unterschreiben
Risikotechnologie gefÀhrdet Trinkwasser, Felder und Seen

Am heutigen Freitag hat der NABU eine bundesweite Kampagne gegen die Förderung von Erdöl und Erdgas mittels der Fracking-Technik gestartet. StĂ€dte, Gemeinden und BĂŒrger können ab sofort einen Aufruf unterzeichnen und so ihren Protest gegen die umstrittene Fördermethode zum Ausdruck bringen. „Fracking belastet unser Grund- und Trinkwasser auf Jahrzehnte, verbraucht enorme FlĂ€chen und zerstört unsere Natur und Landschaft. Mit seinem Aufruf will der NABU allen BĂŒrgern die Chance geben, ein klares ‚Nein‘ zur Fracking-Technologie an Politik und Energieunternehmen zu senden“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Dazu steht unter www.NABU.de/frackingfrei ein Aufruf bereit, unter dem Motto „Meine Gemeinde soll frackingfrei bleiben“. Dieser kann bis zum 8. Mai, wenn das Fracking-Gesetz voraussichtlich das parlamentarische Verfahren durchlaufen hat, unterschrieben werden. Mit jeder Unterschrift wird dabei der Widerstand auf einer Deutschlandkarte sichtbarer.

Bereits zum Start haben sich mehr als 1.000 StĂ€dte und Gemeinden gegen die umstrittene Bohrmethode ausgesprochen. „Auch wenn die Bundesregierung gern anderes behauptet: Mit ihren Regelungen hat die Große Koalition einem Fracking-Ermöglichungsgesetz TĂŒr und Tor geöffnet“, warnte NABU-PrĂ€sident Tschimpke. Die EntwĂŒrfe fĂŒr das Fracking-Gesetz seien eine Mogelpackung und erlaubten Fracking durch die HintertĂŒr. Mit dem Gesetzespaket könnten der Schutz von Mensch, Natur und Wasser nicht gewĂ€hrleistet werden.

Es komme daher jetzt darauf an, dass die BundeslĂ€nder und Bundestagsabgeordnete dort nachbessern, wo die Bundesregierung zu schlampen droht. „Jeder Parlamentarier sollte wissen, dass es auch an ihm liegt, ob Seen, Talsperren, Felder, Quellen und HeilbĂ€der vor den Gefahren und Risiken der Erdöl- und Erdgasförderung geschĂŒtzt werden“, sagte der NABU-PrĂ€sident.

Die Bundesregierung plant, ihr Fracking-Gesetz am 25. MĂ€rz 2015 zunĂ€chst im Kabinett zu verabschieden. Anschließend geht das Gesetz in das parlamentarische Verfahren von Bundesrat und Bundestag. „Bis zur Entscheidung von Bundesrat und Bundestag bleibt uns allen noch ein kurzes Zeitfenster, um den Parlamentariern unmissverstĂ€ndlich klar zu machen, dass der Schutz von Mensch, Natur und Trinkwasser fĂŒr uns Vorrang haben“, so Tschimpke.
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NABU: Starke Zunahme klimaschĂ€dlicher Schiffsabgase befĂŒrchtet
Schamlose Verschmutzungsprivilegien – internationale Regulierung dringend nötig

Schiffe sind bereits heute fĂŒr bis zu 13 Prozent der weltweiten Dieselrußemissionen verantwortlich. Bis 2050 könnten sich die Rußemissionen aus der Schifffahrt sogar verdreifachen, so das Ergebnis einer heute veröffentlichten Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT). Damit werde ein Großteil der an Land erzielten Fortschritte bei der Reduktion dieses hochgiftigen Luftschadstoffs zunichte gemacht. Der NABU kritisierte in diesem Zusammenhang die Bestrebungen einiger Staaten wie zum Beispiel Russland scharf, die geplante Regulierung von Rußpartikeln (engl. Black Carbon) in der Internationalen Meeresschutzorganisation der Vereinten Nationen (IMO) zu Fall bringen zu wollen. Angesichts der immensen Umwelt-, Klima- und Gesundheitsbelastung forderte der NABU die Bundesregierung auf, sich bei der IMO fĂŒr entsprechende Vorschriften und Maßnahmen zur Reduzierung von Rußemissionen starkzumachen.

NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: „Die Studie belegt eindrucksvoll, welche unerhörten Verschmutzungsprivilegien die Schifffahrt derzeit genießt. Diese bestehen zu lassen, wĂ€hrend wir an Land erfolgreich Abgase von Autos, Lkw und Kraftwerken filtern, ist geradezu schamlos. Die IMO muss unbedingt ambitionierte Regulierungen verabschieden, die den Rußausstoß auf See deutlich reduzieren.“ Es könne nicht nach der Devise verfahren werden, ‚Aus den Augen, aus dem Sinn‘, da die von Schiffen verursachten Schadstoffe mehrere hundert Kilometer landeinwĂ€rts geweht wĂŒrden, wo sie allein in Europa jedes Jahr zum vorzeitigen Tod von 50.000 Menschen fĂŒhrten. Lösungen wie Partikelfilter und der Einsatz weniger schwefelhaltiger Kraftstoffe seien ausgereift und verfĂŒgbar, so dass ein „weiter wie bisher“ unverantwortlich sei.

NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger: „Besonders pikant ist die Situation in arktischen GewĂ€ssern. Ruß, der hier in die Luft geblasen wird, legt sich direkt auf die weißen SchneeflĂ€chen und beschleunigt so das Abschmelzen des Eises. Es wird erwartet, dass der Schadstoffausstoß von Schiffen in arktischen GewĂ€ssern sich bis 2025 versechsfacht, das wĂ€re eine Art Supergau fĂŒr dieses sensible Ökosystem.“ Höherwertiger Marinediesel und Abgassysteme mĂŒssten Pflicht fĂŒr alle Schiffe werden, die in der Arktis operieren. Hier sei das Bundesforschungsministerium mit dem Forschungsschiff „Heincke“ weltweites Vorbild, da es ĂŒber einen Rußpartikelfilter und Stickoxid-Katalysator verfĂŒge. Es sei daher nur folgerichtig, wenn die Bundesregierung sich in der IMO dafĂŒr

einsetze, dieses Modell zum internationalen Standard zu machen und andere Staaten ermuntere, nachzuziehen. Die Studie des ICCT schĂ€tzt, dass mit den aktuell verfĂŒgbaren Maßnahmen die Black Carbon-Emissionen um 70 Prozent reduziert werden können. „Das ICCT ist in seiner SchĂ€tzung sogar noch konservativ. WĂŒrden alle Schiffe Rußpartikelfilter verbauen, wĂ€ren wir das Rußproblem in der Schifffahrt los, denn diese reduzieren 99,9 Prozent der Rußpartikel“, so Oeliger.
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NABU begrĂŒĂŸt Vorgehen der EU-Kommission gegen Deutschland
Naturschutzvorgaben nicht umgesetzt

LĂ€ngst ĂŒberfĂ€lliger Schritt

Der NABU hat die Eröffnung eines offiziellen Vertragsverletzungsverfahrens der EU-Kommission gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen unzureichender Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) Richtlinie begrĂŒĂŸt.

„Die Mitgliedstaaten der EU, darunter auch Deutschland, haben sich mit der einstimmigen Verabschiedung der FFH-Richtlinie 1992 verpflichtet, Schutzgebiete fĂŒr EU-weit bedrohte Tier- und Pflanzenarten sowie ihre LebensrĂ€ume auszuweisen, rechtlich zu sichern und Maßnahmen zu ihrer Pflege festzulegen“, so NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. „Die Mitgliedstaaten und in Deutschland die hierfĂŒr verantwortlichen BundeslĂ€nder hatten also wahrlich genug Zeit, ihren eingegangenen Verpflichtungen nachzukommen.“

Vor allem die schnelle Erarbeitung fundierter ManagementplĂ€ne sei dringend erforderlich, gemeinsam mit allen Landnutzern in den jeweiligen Gebieten. „Der NABU hat seit Jahren wiederholt darauf hingewiesen, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht und dass die LĂ€nder hierfĂŒr mehr Personal und Finanzmittel zur VerfĂŒgung stellen mĂŒssen“, so Tschimpke. Es sei ein Trauerspiel, dass – mehr als zwanzig Jahre nach Inkrafttreten der FFH-Richtlinie und fĂŒnf Jahre nach Ende der offiziellen Frist – erst fĂŒr die HĂ€lfte aller FFH-Gebiete ein Managementplan existiere.

Angesichts des fortschreitenden Artensterbens und der Verschlechterung der LebensrĂ€ume begrĂŒĂŸt der NABU daher die Entscheidung der neuen EU-Kommission unter Jean-Claude Juncker, Deutschland und die BundeslĂ€nder jetzt dazu aufzufordern, die ausgewiesenen Natura-2000-Gebiete endlich auch rechtlich zu schĂŒtzen und geeignete Managementmaßnahmen zu erarbeiten, damit die Schutzziele zum Erhalt der bedrohten Arten und LebensrĂ€ume auch erreicht werden können.
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NABU klagt gegen Windpark zum Schutz seltener Schreiadler
Klimaschutz darf nicht auf Kosten von Arten und LebensrÀumen betrieben werden

Der NABU klagt gegen die Genehmigung eines Windparks mit 16 WindrĂ€dern bei Jördenstorf im Landkreis Rostock. Gleichzeitig wurde ein Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz gestellt, um den bevorstehenden Baubeginn zu verhindern. Der Hauptgrund fĂŒr die Klage ist, dass in unmittelbarer Umgebung der geplanten Anlagen Schreiadler leben, die in Deutschland sehr selten und außerdem stark gefĂ€hrdet sind. Die Klage ist am gestrigen Mittwoch, den 25. MĂ€rz, im Verwaltungsgericht Schwerin eingereicht worden.

„Klimaschutz darf nicht auf Kosten von Arten und LebensrĂ€umen vorangetrieben werden“, sagt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Der NABU fordert beim Ausbau der erneuerbaren Energien die strikte Einhaltung des geltenden Umweltrechts und appelliert dabei an Planungs- und Genehmigungsbehörden sowie Investoren. „Wir befĂŒrworten den naturvertrĂ€glichen Ausbau von Windkraft, mĂŒssen jedoch auf gravierende VersĂ€umnisse bei der Standortwahl und der Genehmigungspraxis einzelner Projekte hinweisen“, so Miller weiter.

„Der Fall Jördenstorf steht exemplarisch fĂŒr eine wider besseren Wissens schlechte Standortplanung und ein mit großen fachlichen und rechtlichen MĂ€ngeln durchgefĂŒhrtes Genehmigungsverfahren. Dies hat zur Erteilung einer Genehmigung gefĂŒhrt, die aus artenschutzrechtlichen Gesichtspunkten und aus NABU-Sicht niemals hĂ€tte erteilt werden dĂŒrfen“, kritisiert Stefan Schwill, NABU-Landesvorsitzender Mecklenburg-Vorpommern. Denn den zustĂ€ndigen Behörden war das Vorkommen der stark bedrohten Schreiadler bereits bei der Ausweisung eines Windeignungsgebietes bei Jördenstorf bekannt. Zudem ist die GefĂ€hrdung dieser Art durch WindrĂ€der hinreichend belegt. In Deutschland brĂŒten nur noch 100 Paare dieser Adlerart, 15 davon in einem Radius von etwa 15 Kilometern um den geplanten Standort. Das ausgewiesene Eignungsgebiet befindet sich zwischen den Horsten von vier dieser Paare, nur fĂŒnf Kilometer vom nĂ€chsten Nest entfernt.

Aufgrund der hohen GefÀhrdung der Schreiadler durch Windkraftanlagen empfiehlt der aktuelle Fachstandard zu Abstandsregelungen einen Mindestabstand von sechs Kilometern zwischen WindrÀdern und Schreiadlerhorsten und das gÀnzliche Freihalten der wenigen Verbreitungszentren der Adlerart.

Der NABU hat frĂŒhzeitig auf die Probleme hingewiesen. Da aber eine UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung durch die Genehmigungsbehörde fĂŒr unnötig erklĂ€rt und nicht durchgefĂŒhrt wurde, war die nun eingereichte Klage die einzige Möglichkeit fĂŒr den NABU, die Einhaltung des bestehenden Naturschutzrechts einzufordern. Nach einem Fachgutachten des NABU wĂ€re durch den Windpark eine Verdoppelung der natĂŒrlichen Sterblichkeit der umliegenden Schreiadler zu erwarten, was unweigerlich zu einem Verschwinden der Adler fĂŒhren wĂŒrde.

„Um Fehlinvestitionen, Verzögerungen und Rechtsstreitigkeiten bei der Realisierung von Windkraftanlagen zu vermeiden, appellieren wir an alle Planungsbehörden und Investoren, bereits bei der Ausweisung von Eignungsgebieten und der Standortwahl die fachlichen Empfehlungen zum Abstand von wichtigen Vogelvorkommen zu berĂŒcksichtigen“, so Stefan Schwill. „Allerdings lĂ€sst die in KĂŒrze bevorstehende Ausweisung weiterer höchst kritischer Windeignungsgebiete in den benachbarten Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald befĂŒrchten, dass die Behörden ihre fragwĂŒrdige Praxis fortfĂŒhren und damit die Planungssicherheit der Investoren und die Zukunft des Wappenvogels Mecklenburg-Vorpommerns und anderer seltener Arten gefĂ€hrden.“
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Karlsruhe: FrĂŒhling lĂ€sst sein blaues Band...
Es grĂŒnt und blĂŒht im Zoologischen Stadtgarten. Foto: Stadt Karlsruhe
 
Karlsruhe: FrĂŒhling lĂ€sst sein blaues Band...
Tausende FrĂŒhjahrsblĂŒher vor allem im Zoologischen Stadtgarten

Wer denkt nicht an Eduard Mörikes Gedicht "FrĂŒhling lĂ€sst sein blaues Band...", wenn er dieser Tage durch die stĂ€dtischen GrĂŒnanlagen schlendert? Überall grĂŒnt und blĂŒht es - und zwar nicht nur blau. Ein bunter BlĂŒtenflor erfreut das Auge. DafĂŒr haben die stĂ€dtischen GĂ€rtnerinnen und GĂ€rtner schon im letzten Oktober manchen Tropfen Schweiß vergossen. Immerhin 64.000 StiefmĂŒtterchen, GĂ€nseblĂŒmchen, Goldlack und Vergissmeinnicht wurden in die Wechselflorbeete des Zoologischen Stadtgartens gesetzt. Jetzt drĂ€ngen sie mit Macht an die OberflĂ€che - und verströmen bei warmer Witterung einen intensiven Duft.

Auch viele andere FrĂŒhjahrsblĂŒher wie Krokusse, Narzissen oder Hyazinthen gilt es zu entdecken. Schon jetzt lĂ€dt daher die BlĂŒtenpracht vor allem im Zoologischen Stadtgarten zum Osterspaziergang. Nach den ersten warmen Tagen entwickeln sich die FrĂŒhjahrsblĂŒher in den Beeten rasant.

Besonders stolz ist man beim Gartenbauamt auf die Karlsruher Blume schlechthin, die Tulpe: FĂŒr die diesjĂ€hrige TulpenblĂŒte haben die GĂ€rtnerinnen und GĂ€rtner allein im Zoologischen Stadtgarten etwa 31.000 Tulpenzwiebelen in den herbstlichen Boden gesteckt. Und zwar verschiedene Sorten: frĂŒhe und spĂ€te, einfache und gefĂŒllte, lilienblĂŒtige und gefranste oder auch Papageientulpen. Manchmal sind sie Ton in Ton gepflanzt, manchmal aber auch kontrastreich nebeneinander angeordnet. StadtgrĂŒnder und Tulpenfreund Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach hatte sich vor 300 Jahren an den vielen unterschiedlichen Tulpen nicht satt sehen können.

Die Gondoletta auf den Seen im Zoologischen Stadtgarten nimmt pĂŒnktlich zu den Ostertagen ihren Dienst auf und fĂŒhrt ab Karfreitag, 3. April, an Pflanzen und Tieren im Zoologischen Stadtgarten vorbei. Dann gibt sie auch den Blick frei auf die renovierte SeebĂŒhne. Denn die Erneuerungsarbeiten dort sollen demnĂ€chst abgeschlossen sein. Dann ist wieder Platz fĂŒr ein vielfĂ€ltiges Unterhaltungsprogramm. Von Mai bis September treten an Sonn- und Feiertagen jeweils vor- und nachmittags verschiedene Musikgruppen auf. Das Programm an den Montagen reicht von der Folklore bis zum VarietĂ©.
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Karlsruhe: 626 BĂ€ume fĂŒr Stadtbild und -klima
Gartenbauamt legt Bilanz 2014/15 vor: Fast jede zweite Pflanzung neu

Karlsruhe hat weiter dafĂŒr gesorgt, die Selbst- und Außenwahrnehmung als grĂŒne Stadt zu bewahren. Um insgesamt 626 BĂ€ume hat das Gartenbauamt seiner Bilanz zufolge die Flora der FĂ€cherstadt in der vergangenen Pflanzperiode von Herbst 2014 bis zum nahenden FrĂŒhjahr 2015 ergĂ€nzt und bereichert. Schwerpunktzonen waren Westen, Osten und SĂŒdwesten. Mit 456 verschiedenen Exemplaren wurde das Gros im Herbst gesetzt, weil dieser die besseren Voraussetzungen fĂŒr das Anwachsen und Gedeihen der pflanzlichen NeubĂŒrger bietet. Insbesondere die hinreichende Feuchtigkeitsversorgung im Winter kommt den JungbĂ€umen zugute, die in dieser frĂŒhen Phase von den Mitarbeitern aber ohnehin noch intensiv bewĂ€ssert werden. Damit einmal stattliche BĂ€ume Stadtbild und -klima, dies auch in Anbetracht der erwarteten ErwĂ€rmung mit sehr heißen Sommern, wohltuend verschönern und verbessern können.

HauptsÀchlich Ahörner, Linden und Kirschen
Am hĂ€ufigsten fiel die Wahl auf AhornbĂ€ume: 111 von ihnen begrĂŒnen nun die Stadt. Es folgen Linden mit 85 und KirschbĂ€ume mit 82 Exemplaren. TatsĂ€chlich zum Bestand hinzugekommen ĂŒber Neubaumaßnahmen sind insgesamt 276 BĂ€ume, wĂ€hrend 350 einen jeweiligen Ersatz fĂŒr SchadbĂ€ume darstellen, die aus SicherheitsgrĂŒnden hatten gefĂ€llt werden mĂŒssen - hauptsĂ€chlich, um Passanten und sonstige Verkehrsteilnehmer vor herabfallenden Ästen oder gar umstĂŒrzenden BĂ€umen zu schĂŒtzen.

Die Maßnahmen im Einzelnen: Nach ihrem Umbau erhielt die MĂŒhlburger Lameystraße 18 neue Linden. In Knielingen wurden die alten KirschbĂ€ume in der Saarlandstraße durch neue ersetzt. Damit sie ein gutes Wurzelwerk ausbilden, sich prĂ€chtig entwickeln, wurden die geschĂŒtzten Baumscheiben am Boden komplett erneuert und neues Baumsubstrat in die Pflanzgruben eingebaut. Mit dem Gleisumbau in der Mannheimer Straße in Rintheim ging die Pflanzung von 42 neuen Hainbuchen einher. Der grĂ¶ĂŸte Teil sind zusĂ€tzliche BĂ€ume, die auch ĂŒber ihre ausladenden Kronen den Straßenraum aufwerten sollen.

Neue BĂ€ume fĂŒr neue SchulgebĂ€ude
In der SĂŒdweststadt ist die Fertigstellung des GrĂŒnzuges beim ZKM fast abgeschlossen. Er umfasst nun unter anderem zwei Bauminseln auf der neuen Tiefgarage an der Gartenstraße - wie alle, dem Gesamtkonzept folgend, mit Hopfenbuche und mittelkroniger Esche versehen. Zudem bekam der Schulhof der Neureuter Waldschule nach Um- und Neubau sieben Kiefern, um den bewusst waldartigen Charakter des GelĂ€ndes zu ergĂ€nzen. Sein attraktives und angenehmes Flair hat der Hof des Erweiterungsbaus des Fichte-Gymnasiums in der Sophienstraße nicht zuletzt vier dornenlosen Gleditschien und einer Koelreuteria zu verdanken.
 
 

Erster „Urbos 100“ in Freiburg vorgestellt
Urbos 100 / Foto: VAG
 
Erster „Urbos 100“ in Freiburg vorgestellt
Linieneinsatz ab Mitte des Jahres

Fast genau zwei Jahre nach der Unterzeichnung des Vertrags zwischen der Freiburger Verkehrs AG (VAG) und dem spanischen Hersteller „Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles“ (CAF) ĂŒber den Kauf von 12 Stadtbahnfahrzeugen fĂŒr die VAG ist in der Nacht vom 16. auf den 17. MĂ€rz das erste Fahrzeug angeliefert worden. Die neuen Fahrzeuge werden wegen anstehender Netzerweiterungen und zur Modernisierung des Fahrzeugparks benötigt. Der Auftrag an CAF erfolgte nach einer europaweiten Ausschreibung, an der sich mehrere Hersteller beteiligt hatten. Über den genauen Kaufpreis, der neben den Fahrzeugen auch Ersatzteile sowie ein Servicepaket beinhaltet, wurde Stillschweigen vereinbart. Er liegt jedoch unter 40 Millionen Euro.

In den nÀchsten Wochen werden insgesamt sechs Fahrzeuge angeliefert. Die zweite Charge von weiteren sechs Fahrzeugen kommt im zweiten Quartal 2017. Mit einem Linieneinsatz ist ab Mitte des Jahres zu rechnen.

Die zwölf neuen Fahrzeuge werden die Betriebsnummern 301 – 312 erhalten.

VAG Vorstand Stephan Bartosch erlĂ€uterte bei der Vorstellung des ersten Fahrzeugs vor Medienvertretern, dass die VAG mit dem Urbos 100 ein modernes und vor allem fĂŒr unsere BedĂŒrfnisse passendes Fahrzeug gekauft habe, welches sich bereits in vielen europĂ€ischen StĂ€dten erfolgreich im Einsatz bewĂ€hrt hat. „Dank der neuen Fahrzeuge, die zu 100 Prozent niederflurig sind, können wir den Service fĂŒr mobilitĂ€tseingeschrĂ€nkte Personen nochmals verbessern und den Einsatz von Hochflurfahrzeugen weiter verringern.“ Bartosch erinnerte auch daran, dass sich mit den 42 Meter langen Wagen auch die FahrgastkapazitĂ€t der VAG Flotte erhöht.

Das Fahrzeug
Die Straßenbahnen tragen den Namen Urbos. Der Typ Urbos 1 wurde 2004 erstmals ausgeliefert. Seitdem wurde das Fahrzeug stĂ€ndig weiterentwickelt. Seit 2010 wird die Version gefertigt, welche auch in Freiburg zum Einsatz kommt.
Die Fahrzeuge sind zu 100 Prozent in Niederflurtechnologie ausgefĂŒhrt. Innerhalb des Fahrzeugs sind keine Stufen vorhanden.
Das 7-teilige Multigelenkfahrzeug, das an beiden Enden FahrerstĂ€nde aufweist („Zweirichtungsfahrzeug“) ist mit knapp 42 Metern LĂ€nge so lang wie die Combinos. Drei der vier Fahrwerke sind angetrieben, und verfĂŒgen ĂŒber eine elektrische Gesamtleistung von rund 720 kW. Das vierte Fahrwerk ist nicht angetrieben, hat jedoch ein aktives Bremssystem.
An jeder Wagenseite befinden sich 5 DoppeltĂŒren mit einer Durchgangsbreite von ĂŒber 1,30 m sowie eine EinzeltĂŒr. Das Fahrzeug bietet Platz fĂŒr 241 FahrgĂ€ste und verfĂŒgt ĂŒber 66 +6 SitzplĂ€tze.
Im Fahrzeuginneren befinden sich zwei Multifunktionszonen, die mit 6 Klappsitzen ausgestattet sind. Diese Zonen sind fĂŒr das Abstellen von RollstĂŒhlen, Rollatoren und Kinderwagen vorgesehen und werden entsprechend gekennzeichnet. ZusĂ€tzliche horizontale Haltestangen mit Haltewunschtastern verbessern das Platzangebot. FĂŒr den Zustieg mobilitĂ€tseingeschrĂ€nkter FahrgĂ€ste an den wenigen nicht entsprechend ausgebauten Haltestellen in der Innenstadt sind Klapprampen vorhanden. Der Kontakt zum Fahrer kann dort ĂŒber TĂŒrsprechstellen hergestellt werden – ein Novum im Freiburger Fuhrpark.
Zum Schutz der FußgĂ€nger sind sĂ€mtliche Aussparungen an der Fahrzeugfront und an den Seiten durchgehend tief verkleidet, außerdem verfĂŒgt das Fahrzeug ĂŒber einen neuartigen BahnrĂ€umer im Frontbereich .

Fahrgastraum
Der Fahrgastraum wird mit modernen Materialien gestaltet, welche auch bei intensiver Nutzung stabil und widerstandsfĂ€hig sind und somit eine lange Lebensdauer erreichen können. Die Materialien lassen sich einfach reinigen und Verschleißteile wie zum Beispiel die SitzbezĂŒge können leicht ausgetauscht werden. Die Haltestangen werden wie bei allen Freiburger Fahrzeugen in Edelstahl ausgefĂŒhrt. Durch die großen, getönten FensterflĂ€chen gelangt sehr viel Licht in den Innenraum. An der Decke befinden sich zwei durchgehende LichtbĂ€nder, welche auch bei Dunkelheit fĂŒr eine sehr gute Ausleuchtung des Innenraumes sorgen. Über Sensoren wird die Innenraumbeleuchtung automatisch den AußenlichtverhĂ€ltnissen angepasst.
Der gesamte Fahrgastraum ist klimatisiert, wobei aus ökologischen GrĂŒnden eine gute Entfeuchtung der Luft und nur eine mĂ€ĂŸige Temperaturabsenkung realisiert werden. Im Winter sorgen zusĂ€tzliche WarmluftheizgerĂ€te fĂŒr eine gleichmĂ€ĂŸige, behagliche Temperatur.
Die Multifunktionsbildschirme versorgen den Fahrgast mit allen erforderlichen Informationen ĂŒber den Linienverlauf. Zum Schutz unserer FahrgĂ€ste und des Fahrpersonals erhĂ€lt das Fahrzeug eine Videoanlage. Außerdem befinden sich in jedem Fahrzeug zwei Fahrkartenverkaufsautomaten der neuen Generation, die auch Geldscheine und EC-Karten akzeptiert.

Wagenaufbau
Die tragenden Teile der Wagenkastenmodule bestehen aus unterschiedlichen Materialien. Eingesetzt werden Stahlprofile im Bereich der hochbelasteten LĂ€ngstrĂ€ger, Aluminiumprofile und Aluminiumbleche fĂŒr QuertrĂ€ger, Böden, TĂŒrschwellen, Decken und SeitenwĂ€nde sowie Verbundelemente aus Fiberglas und Phenolharzen mit thermoplastischen Schaumstoffkernen fĂŒr die Innenraumausstattung.
Die Untergestelle der einzelnen Module sind ĂŒber Kugelgelenkverbindungen gekoppelt, im Dachbereich sorgen je eine starre und eine flexible Gelenkverbindung fĂŒr die sichere KraftĂŒbertragung.
Das Fahrzeug wird ein Leergewicht von 53 t aufweisen.

Außendesign
Der Urbos 100 verfĂŒgt ĂŒber ein zeitgemĂ€ĂŸes Außendesign ohne dabei aufdringlich zu wirken. Abgerundete Formen ohne ĂŒberstehende Anbauteile verbessern die Fahrdynamik und vermindern die FahrgerĂ€usche. Die bisher immer sehr auffĂ€lligen, großen Außenspiegel werden durch Kamerasysteme ersetzt, die dem Fahrer eine gute Sicht ĂŒber die gesamte LĂ€ngsseite ermöglichen.
In der Grundversion werden die Fahrzeuge in den Freiburger Farben Weiß, Rot und Schwarz ausgeliefert. Die Fahrzeuge können auch problemlos wie bisher mittels Klebefolien als bunte WerbetrĂ€ger genutzt werden.

Die Firma CAF
CAF ist ein spanischer Hersteller von Schienenfahrzeugen mit Sitz in Beasain im Baskenland. Das Unternehmen ging hervor aus einer EisenhĂŒtte, wurde 1917 als Fabrik zur Herstellung von Waggons neu gegrĂŒndet und besteht in seiner jetzigen Form seit 1971. Das Produktportfolio reicht vom Hochgeschwindigkeitszug ĂŒber U-Bahnen und S-Bahnen bis zu den Straßenbahnen. CAF ist international tĂ€tig und hat z.B. auch schon U-Bahnen nach Washington D.C. geliefert. Straßenbahnen der Firma CAF verkehren derzeit vor allem in Spanien, Frankreich, Großbritannien und der TĂŒrkei. Im letzten Jahr konnte die Fa. CAF unter anderem Straßenbahnen nach Schweden, Estland, Brasilien, Taiwan, USA, Ungarn und Australien verkaufen. In Bezug auf die verkauften Straßenbahnfahrzeuge nimmt CAF derzeit in Europa den 2. Platz ein. Die Lieferung der neuen Straßenbahnen fĂŒr Freiburg ist der erste Auftrag fĂŒr CAF in Deutschland.
 
 

GrĂŒner Gockel im SĂŒdwesten gestartet
Pfarrerin A. BĂŒchelin und der GrĂŒne Gockel alias K.Stemmer / Foto: G. Hammer
 
GrĂŒner Gockel im SĂŒdwesten gestartet
Auftaktgottesdienst im Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindezentrum

Das kirchliche Umweltzertifikat "GrĂŒner Gockel" soll in der Pfarrgemeinde SĂŒdwest eingefĂŒhrt werden. Mit einem Gottesdienst im Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindezentrum in Weingarten wurde am Sonntagnachmittag (15. MĂ€rz) das Startsignal gegeben. Der ehrgeizige Plan ist, dass in der SĂŒdwestpfarrei in allen fĂŒnf Predigtbezirken zwischen Rieselfeld und Merzhausen (Maria-Magdalena, Dietrich-Bonhoeffer, Melanchthon, Lukas und Johannes) der GrĂŒne Gockel krĂ€hen soll. Dazu wird der europĂ€ische Öko-Audit-Verfahren EMAS in seiner kirchlichen Variante verwendet.

Ein Umweltteam mit Mitgliedern aus den Predigtbezirken organisiert das Verfahren und fĂŒhrt es durch. Um das Zertifikat zu bekommen, muss zunĂ€chst ein Maßnahmenprogramm verabschiedet werden, erlĂ€uterte der Umweltbeauftragte der Landeskirche, AndrĂ© Witthöft-MĂŒhlmann. Jetzt schon werden ĂŒberall in den GebĂ€uden die Verbrauchsdaten regelmĂ€ĂŸig erhoben, dies sei eine gute Grundlage. Die Landeskirche stelle modernste MessgerĂ€te und Bewertungsmethoden zur VerfĂŒgung und gebe finanzielle UnterstĂŒtzung. Die kirchliche Umweltmanagment-Kampagne soll den Energiebedarf reduzieren und den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) deutlich verringern.

In Anwesenheit von den StadtrĂ€ten Berthold Bock, Karin Seebacher und Walter Krögner, dem landeskirchlichen Umweltbeauftragten AndrĂ© Witthöft-MĂŒhlmann , dem Leiter des Agenda21-BĂŒros Dietrich Limberger , sowie der Leiterin des stĂ€dtischen Nachhaltigkeitsmanagements Simone Pflaum freute sich Pfarrerin Angelika BĂŒchelin gemeinsam mit Stadtdekan Markus Engelhardt ĂŒber den gelungenen Auftakt. Auch der "GrĂŒne Gockel" war persönlich erschienen: Knuth Stemmer aus Hochdorf zog sein GockelkostĂŒm an und sorgte fĂŒr einen heiter-nachdenklichen Auftritt. „Der Hahn kikerikit immer wieder Weckrufe“, sagt der GrĂŒne Gockel, alias Knuth Stemmer neben der Kanzel stehend. Er verwies auf die biblische Geschichte von Petrus, der Jesus verleugnete ehe der Hahn drei Mal krĂ€hte. „Leute passt auf! Von euch wird etwas erwartet“, rief der GrĂŒne Gockel. Gemeinsam mit der Gemeinde wurde das „GrĂŒne Gockel“-Lied gesungen, nach der Melodie „Mein kleiner grĂŒner Kaktus“.

Im Rahmen des Gottesdienstes wurde auch der Pfarrer im Probedienst Sam Il Lee gottesdienstlich eingefĂŒhrt und gesegnet. Der aus SĂŒdkorea stammende Lee ist im Ruhrgebiet groß geworden und ĂŒbernimmt vor allem in er Lukaskirche (St. Georgen) Vertretungsdienste.
Beim anschließenden PodiumsgesprĂ€ch begrĂŒĂŸte Stadtdekan Markus Engelhardt sehr, dass das Umweltmanagement innerhalb der Stadtkirche weiter zunimmt. Seit einiger Zeit gibt es eine Mitarbeiterin fĂŒr Energiemanagement. Im vergangenen Jahr war in Hochdorf das erste GrĂŒne-Gockel-Zertifikat vergeben worden. Innerhalb der Landeskirche tragen bereits mehr als 120 Gemeinden das Siegel.
 
 



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