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Montag, 19. August 2019
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Verschiedenes

 
Klartext für Wölfe
NABU lobt Journalistenpreis aus

15 Jahre frei lebende Wölfe in Deutschland, zehn Jahre „Willkommen Wolf!“-Projekt im NABU und fünf Jahre NABU-Wolfsbotschafter sind ein erfreulicher Anlass für den ersten NABU-Journalistenpreis „Klartext für Wölfe“. Das vielschichtige Thema „Wolf“ soll dem Leser, Zuschauer oder Hörer ausgewogen nahe gebracht werden. Gesucht werden spannende Reportagen, pfiffige Berichte und ausdruckstarke Fotos und Bewegtbilder. Dabei müssen die eingereichten Arbeiten durch ihre Sprache, den Spannungsaufbau, die Perspektive und eine erkennbare eigene Rechercheleistung des/der Autoren und Autorinnen hervorstechen. Zugelassen sind deutschsprachige journalistische Arbeiten in den Sparten Text (Print/Online), Bewegtbild, Hörfunk und Fotografie.

Seit 2005 engagiert sich der NABU für mehr Akzeptanz der nach Deutschland zurückgekehrten Wildtiere. Die Medien sind für die Öffentlichkeit eine oftmals erste und wichtige Informationsquelle, um etwas über ein Thema zu erfahren. Der Wolf ist faszinierend, über ihn sind bereits viele Geschichten geschrieben worden, doch es gibt auch noch vieles zu berichten. Gesucht werden herausragende Arbeiten, die in beispielhafter Weise Fragestellungen und Lösungsansätze im Zusammenhang mit frei lebenden Wölfen in Deutschland und Europa differenziert und verständlich darstellen. Die Preise in den vier Kategorien Text, Bewegtbild, Hörfunk und Fotografie sind mit je 3.000 Euro dotiert.

Die Arbeiten müssen im Zeitraum des Wolfsjahres 2015/2016 – also zwischen dem 1. Mai 2015 und dem 30. April 2016 – veröffentlicht worden sein. Alle Nominierungen, die bis zum 1. Mai 2016 beim NABU eingegangen sind, werden berücksichtigt. Über die Preisvergabe entscheidet eine Jury. Partner des NABU-Journalistenpreises ist die VOLKSWAGEN AG, die das Projekt „Willkommen Wolf!“ von Anfang an unterstützt hat.
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Bis zu 85.000 Saiga-Antilopen in Kasachstan fallen Massensterben zum Opfer
NABU: Ein Drittel des Weltbestandes verendet – dramatischer Rückschlag für Schutzbemühungen

Bis zu 85.000 Saiga-Antilopen sind in Kasachstan binnen weniger Tage gestorben – ein Drittel des gesamten Weltbestandes. Die kasachischen Behörden sowie internationale Experten sind bereits seit Tagen vor Ort, um ein genaues Bild der Lage zu bekommen. „Saiga-Antilopen sind bereits ohne derartige Katastrophen stark bedroht. Ein Massensterben dieses Ausmaßes bedeutet einen dramatischen Rückschlag für die Schutzbemühungenzum Erhalt dieser Art“, sagte NABU-Vizepräsident Thomas Tennhardt. Der NABU engagiert sich bereits seit vielen Jahren für den Saiga-Schutz in Kasachstan und trägt dazu bei, ein stärkeres Bewusstsein für die wichtige Rolle der Art im Steppen-Ökosystem zu schaffen und das illegale Töten dieser besonderen Tiere zu verhindern.

Das derzeit betroffene Gebiet umfasst etwa 16.000 Hektar und liegt in den weiten Steppen Zentralkasachstans in der Koustanay Region, welche mit der Bekpak-Dala-Population die meisten Saigas beherbergt. Hier wurden die ersten toten Tiere Mitte Mai gefunden und die Zahlen seither täglich nach oben korrigiert. Das kasachische Landwirtschaftsministerium geht davon aus, dass das Sterben weitergeht und die Zahl der toten Tiere noch weiter ansteigt. Ein solches Massensterben von Saigas ist nicht neu: 1984 starben etwa 100.000 Tiere, 1988 waren es sogar 634.000. Im Mai 2010 starben 12.000 Tiere, im Jahr darauf 500. Die Gründe dafür sind bisher nicht abschließend geklärt: Krankheitserreger, Vegetation sowie klimatische Faktoren scheinen eine Rolle zu spielen. Die toten Tiere haben Schaum vor dem Mund und Diarrhoea. Vor allem Weibchen und ihre Kälber scheinen betroffen zu sein – Mitte Mai versammeln sie sich in riesigen Herden, um alle zur selben Zeit innerhalb von nur etwa einer Woche ihre Jungen zu bekommen. Veterinäre haben den Erreger Pasteurella festgestellt, der allerdings natürlicherweise in der Saiga-Population präsent ist und dessen Ausbruch als Symptom anderer Stressfaktoren zu interpretieren ist.

„Die Steppe ist im Wandel, da viele Äcker brach liegen und dadurch bestimmte Frühjahrsblüher stellenweise massenhaft auftreten. In Kombination mit starken Regenfällen kann es dann unter anderem zu Vergiftungen kommen“, erklärte Til Dieterich, NABU-Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Eurasien. Er hoffe, dass die beteiligten Wissenschaftler und Organisationen eng zusammenarbeiten und den Gründen für das dramatische Massensterben möglichst schnell auf den Grund gehen.

Laut IUCN gelten Saiga-Antilopen als stark bedroht. In den neunziger Jahren sind die Bestände von mehr als einer Million auf nur knapp 40.000 Tiere eingebrochen. Gründe dafür sind massive Wilderei und die Jagd nach den Hörnern der Saiga-Männchen – einem nachgefragten Rohstoff in der traditionellen chinesischen Medizin. Nur durch gezielte Schutzaktionen, ein striktes Jagd- und Handelsverbot sowie ein internationales Saiga-Abkommen zwischen allen fünf Arealstaaten unter dem Dach der Bonner Konvention konnte sich die Art in den letzten Jahren wieder leicht stabilisieren. Letzte Schätzungen hatten die Saiga-Bestände in Kasachstan auf etwa 200.000 Tiere und im gesamten Verbreitungsgebiet auf 260.000 Tiere beziffert. „Diese Zahlen müssen nun wieder dramatisch nach unten korrigiert werden“, so Dieterich.
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NABU startet bundesweite Fledermaushotline
Experten beraten am Telefon zu Themen rund um die Fledermaus

Der NABU hat das erste bundesweite Infotelefon zum Thema Fledermäuse gestartet. Mit diesem Angebot möchte der NABU Menschen beraten, die Fragen zum Umgang mit Fledermäusen haben. Helfen können die NABU-Experten bei Fragen wie, was beim Fund einer verletzten Fledermaus zu tun ist, wie sich eingenistete Fledermäuse bei Hausrenovierungen schützen lassen oder sich ein Haus fledermausfreundlich gestalten lässt. "Fledermäuse sind für viele noch immer ein unbeschriebenes Blatt. Um Fledermäuse zu schützen, muss man sie kennen und verstehen lernen. Fledermäuse sind keine Schädlinge, sondern als 'biologische Schädlingsbekämpfung' extrem nützlich. So kann ein Tier bis zu 4.000 Mücken pro Nacht vertilgen", sagt NABU-Fledermausexperte Sebastian Kolberg.

In Deutschland sind 25 der 44 in Europa vorkommenden Fledermausarten heimisch, einige sind jedoch vom Aussterben bedroht. Die Tiere sind europaweit gesetzlich streng geschützt. Gründe für den Bestandsrückgang einiger Fledermausarten sind unter anderem der Einsatz von Pestiziden in Land- und Forstwirtschaft, die Intensivierung der Landwirtschaft, die Entnahme von höhlenreichem Altholz aus dem Wald, Quartierszerstörung durch Gebäudesanierung, der Einsatz von Holzschutzmitteln im Dachboden, Höhlentourismus oder nicht naturschutzfachlich geplante Windenergieanlagen. Zwischen Ende Mai und Ende Juni werden die Jungtiere der Fledermäuse geboren. In dieser Zeit ist die Aktivität der Tiere besonders hoch und die Begegnungen zwischen Mensch und Fledermaus nehmen stetig zu.

Seit mehr als 20 Jahren engagiert sich der NABU erfolgreich im Fledermausschutz. Die Hotline wird neben Teamleiterin Petra Gatz vom NABU Hessen noch von den Fledermaus-Expertinnen Britta Wesche vom NABU Schleswig-Holstein und Cosima Lindemann vom NABU Rheinland-Pfalz betreut. Alle verfügen über jahrelange Erfahrung im Fledermausschutz und sind selbst am Wochenende und an Feiertagen zu bestimmten Zeiten erreichbar. "Bis auf den Winterschlaf kennen die Tiere keine Auszeit. Daran haben wir uns inzwischen gewöhnt", so Gatz.

Die NABU-Fledermaushotline (Tel.: 030-284984-5000) ist wochentags von 10 bis 16 Uhr, von Juni bis August zusätzlich von 19 bis 21 Uhr zu erreichen. Am Wochenende und an Feiertagen können Interessierte von 11 bis 13 Uhr und von 17 bis 19 Uhr anrufen.
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Karlsruhe: Karlsruhe ist Sieger beim Deutschen Fahrradpreis
Preisverleihung Deutscher Fahrradpreis / Bild: Dirk Michael Deckbar
 
Karlsruhe: Karlsruhe ist Sieger beim Deutschen Fahrradpreis
PreisĂĽbergabe beim Nationalen Radverkehrskongress/Auszeichnung fĂĽr die beste KommunikationsmaĂźnahme

Karlsruhe hat den "Deutschen Fahrradpreis" in der Kategorie „Die fahrradfreundlichste Entscheidung - Kommunikation“ gewonnen. Bei der Preisübergabe (18. Mai 2015) im Rahmen des Nationalen Radverkehrskongress in Potsdam nahm Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner, Leiterin des Stadtplanungsamts, zusammen mit Katrin Herold, im Planungsamt für Radförderung zuständig, den Preis für "Fahrradfreundliches Karlsruhe: Tu's aus Liebe" entgegen. „Die Kampagne spricht ein ernstes Thema mit Humor an. Sie richtet sich an alle Verkehrsteilnehmer und trifft bei ihnen auf offene Ohren, weil niemand belehrt oder kritisiert wird. Stattdessen wird rücksichtsvolles Verhalten positiv verstärkt“, lobte Katrin Lange, Staatssekretärin im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, die den Preis überreichte. Die Jury überzeugte außerdem das Engagement der Stadt, die mit der Kampagne gezielt an bestehende Maßnahmen anknüpft.

"Wichtig ist, dass die Kampagne langfristig angelegt ist und unsere Infrastrukturmaßnahmen ergänzt“, hebt Karmann-Woessner ein Erfolgsfaktor hervor. „Durch unser langfristiges Engagement können wir die Themen variieren, die Kampagne bleibt lebendig und die Botschaften erreichen dadurch die Verkehrsteilnehmenden leichter. Gleichzeitig ist insbesondere die Unterstützung durch die politischen Vertreter, also die Stadträte und den Baudezernenten und die Verwaltungsspitze wichtig“, die Karmann-Woesner, „sie unterstützen die Kampagne nicht nur in den gemeinderätlichen Gremien, sondern auch vor Ort, etwa durch das Verteilen des Radlerfrühstücks am Draistag oder von Schokoladennikoläusen am Nikolaustag als Belohnung für das Radeln mit Licht."

„Einmal mehr zeigt die Auszeichnung uns, dass wir in Karlsruhe auf der richtigen Spur radeln“, freut sich denn auch Bürgermeister Michael Obert über den neuerlichen Erfolg bei einem bundesweiten Radwettbewerb. Bewusst sei das Radförderprogramm auf mehrere Säulen gebaut. Die Radinfrastruktur zu ertüchtigen sei das eine, das Miteinander im Straßenverkehr zu thematisieren und ohne erhobenem Zeigefinger für einen gutes Klima unter allen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern zu werben, das andere, so Obert.

„Der Deutsche Fahrradpreis“ ist ein bundesweiter Wettbewerb zur Förderung des Radverkehrs in Deutschland. 2015 wurde er vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. (AGFS), dem Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) und dem Verbund Service und Fahrrad g.e.V. (VSF) zum 15. Mal ausgelobt.

Intention ist, als Bestandteil des Nationalen Radverkehrsplans der Bundesregierung beispielhafte Projekte bei Entscheidungsträgern und Fachleuten bekannt zu machen. Ein weiteres Ziel des Wettbewerbs ist es, das Image des Fahrrads in der Öffentlichkeit aufzuwerten und somit mehr Menschen in Deutschland zum Fahrradfahren zu bewegen.

Insgesamt wurden 2015 Preise für vier Kategorien vergeben. Neben Karlsruhe wurden als Good-Practice-Beispiel für die fahrradfreundlichste Entscheidung in der Kategorie Infrastruktur die Nordbahntrasse Wuppertal und in der Kategorie Service das Projekt „Fahrräder für Flüchtlinge“ des ADFC Saarland ausgezeichnet. Boris Palmer wurde als Fahrradfreundlichste Persönlichkeit ausgezeichnet. 113 Bewerber konkurrierten um die mit insgesamt 9.000 Euro dotierte Auszeichnung.

Die Kampagne "Tu's aus Liebe" (www.kopf-an.de) macht auf lockere, unkonventionelle Weise konkrete Handlungsempfehlungen. Mit "Liebe auf den ersten Schulterblick" oder "Mach dich sichtbar" zielt sie auf mehr RĂĽcksichtnahme im Verkehr sowie die Eigenverantwortung der Radfahrerinnen und Radfahrer.

zum Bild oben:
Katrin Lange, Staatssekretärin im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, überreicht Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner (Leiterin Stadtplanungsamt) und Katrin Herold (Radplanung Stadtplanungsamt) die Auszeichnung. / Foto: (c) Dirk Michael Deckbar
 
 

 
Fahrrad auf Reisen: Quer durch Deutschland ab 9 Euro
Fahrradfahrer können ihr Rad günstig mit auf Reisen nehmen. Das zeigt ein Vergleich der Stiftung Warentest. Zahlreiche Fernbus-Anbieter bieten Fahrradtickets für 9 beziehungsweise 10 Euro an. Der Preis gilt für ein Fahrrad in Standardgröße und maximal 25 Kilogramm Gewicht.

Die Deutsche Bahn möchte die Fahrradmitnahme im ICE ab Ende 2017 ermöglichen, im City-Night-Line kommt das Rad schon heute für 10 Euro ans Ziel. Auch IC und EC bieten Fahrradstellplätze, das Ticket kostet 9 Euro bzw. 6 Euro mit Bahncard. Im Regional- und Nahverkehr kostet ein bundesweites Fahrrad-Tagesticket 5 Euro.

Deutlich teurer ist das Fahrrad im Flugzeug, die Kosten variieren jedoch stark je nach Flugzone und Fluglinie. So verlangen Lufthansa und KLM innerhalb Deutschlands und Europas zum Beispiel rund 50 Euro, Turkish Airlines 30 und Iberia 75 Euro.

Egal welches Verkehrsmittel: Die Stiftung Warentest empfiehlt, das Fahrradticket möglichst früh zu buchen, damit sich Radfahrer bei Engpässen um Alternativen kümmern können.

So kann das Rad auch im normalen Versandhandel verschickt werden. Die Transporteure holen das Fahrrad zuhause ab und liefern es zur Wunschadresse. Das dauert innerhalb Deutschlands zwischen zwei und vier Werktage und kostet bei Hermes rund 40 und bei DHL rund 50 Euro. GĂĽnstiger versendet die Deutsche Bahn (ca. 25 Euro).

Der ausfĂĽhrliche Vergleich erscheint unter www.test.de/radreisen und in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (seit 20.05.2015 am Kiosk).
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NABU zum Petersberger Klimadialog: Der Klima-Countdown läuft
Deutschland muss jetzt von allen Ländern höhere Klimaschutzziele einfordern

Anlässlich des Petersberger Klimadialogs Anfang kommender Woche appelliert der NABU an die Bundesregierung, von allen Ländern stärkere Anstrengungen für den Klimaschutz und eine Erhöhung der länderspezifischen Klimaziele einzufordern. Bei dem Treffen in Berlin werden Vertreter von 35 Staaten die Weltklimakonferenz Ende des Jahres in Paris vorbereiten. „In knapp 200 Tagen soll ein weltweites und ambitioniertes Klimaschutzabkommen stehen – doch davon ist die Staatengemeinschaft noch weit entfernt. Alle Länder müssen dem Klimaschutz jetzt höchste Priorität einräumen. Denn sonst steht die Welt am Ende wieder mit einem Hätte-, Wenn- und Aber-Abkommen da“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Deutschland sei in der Vorbereitung des Abkommens als Gastgeber des Petersberger Dialogs und aktueller G7-Vorsitzender besonders gefordert. „Noch sind die konkreten Klimaschutzziele aller Länder viel zu gering. Die Bundesregierung muss sich dringend dafür einsetzen, dass alle Staaten hier ihre Anstrengungen erheblich steigern, dass dies vertraglich festgehalten und auch überprüfbar wird“, so Tschimpke. Zusätzlich müsse auch ein Überprüfungsprozess für die einzelnen Klimaschutzziele der Länder entwickelt werden, der sie vergleichbar macht und ihre Wirksamkeit garantiert. Denn derzeit setzt sich jedes Land individuelle Ziele mit selbst gewählten Zeiträumen und ohne Vergleichbarkeit.

Das kommende Klimaschutzabkommen wird erstmals Beiträge von allen Ländern einfordern. Auf dem Verhandlungstisch liegt seit der Klimakonferenz in Lima Ende letzten Jahres ein Papier mit sehr vielen Optionen und nur wenigen konkreten Vereinbarungen. Strittig ist nicht nur die Frage, wie das Zwei-Grad-Ziel erreicht werden soll, sondern auch wie entscheidende Fragen zur Finanzierung geklärt und vertraglich festgehalten werden. „Industrieländer wie Deutschland müssen jetzt als mutige Wegbereiter auftreten und sich international stärker finanziell beteiligen. Nur so steigt auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern die Kompromissbereitschaft, eigene, vergleichbare und überprüfbare Verpflichtungen einzugehen“, so Tschimpke.

Bis Paris brauche es eine kluge Strategie, wie die Klimaschutzkonferenz erfolgreich abgeschlossen werden kann. Deutschland müsse hier als Vorbild für eine naturverträgliche Energiewende und die Erreichung der nationalen Klimaschutzziele vorangehen. „Langfristig ist Klimaschutz nur zu machen, wenn der Ausstieg aus allen fossilen Energieträgern gelingt“, so NABU-Klimaexperte Sebastian Scholz. „Mit dem Klimabeitrag für die dreckigsten Kraftwerke geht die Bundesregierung einen ersten Schritt in die richtige Richtung.“
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NABU: Eine lebendige Havel dank EU-Naturschutzrichtlinien
Bedeutender Naturschatz in Europa - „Fitness-Check“ darf nicht zum Naturschutz-Abbau führen

Die Naturschutzgesetzgebung der EU soll auf den Prüfstand: Aktuell haben alle Bürgerinnen und Bürger in den Mitgliedsstaaten die Gelegenheit, sich bis zum 24. Juli zur Bedeutung und zu einer möglichen „Modernisierung" der zwei wichtigsten EU-Gesetze für den Natur- und Artenschutz zu äußern: der Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) und der Vogelschutzrichtlinie. Mit der Aktion „Naturschätze retten“ stellt der NABU jede Woche unter www.NABU.de/naturschaetze ein Gebiet, eine Art oder einen Lebensraum vor, die vom Schutz der EU profitieren oder ohne diesen verloren gehen könnten. Bürgerinnen und Bürger können sich jetzt auf der Kampagnenseite für die Naturschätze einsetzen.

Unter dem Schutz der EU hat sich die Untere Havelniederung gleich in zweierlei Hinsicht zum „Naturschatz“ entwickelt: Sie bildet die Achse zwischen mehreren Natura-2000-Gebieten und beherbergt zugleich zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die durch die FFH- und Vogelschutzrichtlinie geschützt sind. Entlang der rund 90 Flusskilometer zwischen Pritzerbe und Gnevsdorf finden sich viele schützenswerte Lebensräume. Die Untere Havel ist nicht nur eines der bedeutendsten Feuchtgebiete des westlichen Mitteleuropas. Als Rast- und Überwinterungsgebiet nordischer Sumpf- und Wasservögel ist sie auch für den internationalen Artenschutz von großer Bedeutung. Mehr als 1.100 gefährdete und vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen, wie etwa Biber, Fischotter, Sumpfdotterblume und Kuckucks-Lichtnelke, sind hier zu Hause.

Wie wichtig die Verankerung von Naturschutzrichtlinien ist, zeigt ein Blick auf den „Werdegang“ der Unteren Havel. Durch Regulierungsmaßnahmen gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Havel viel von ihrer ursprünglichen Dynamik genommen. Der Bau von Deichen und Uferbefestigungen, der zunehmende Schiffsverkehr sowie die wachsende Belastung durch Abwässer und Einträge aus der Landwirtschaft setzten dem Fluss stark zu.

Im Jahr 2005 hat der NABU daher das größte europäische Projekt zur Renaturierung eines Flusses gestartet. Auf etwa 19.000 Hektar werden verschiedene Maßnahmen, darunter die Entfernung von steinernen Uferbefestigungen und der Anschluss von Altarmen, umgesetzt, um so große Flussabschnitte der Unteren Havel wieder zu ihrer ursprünglichen Vielfalt zurückzuführen.

Vor diesem Hintergrund möchte der NABU zahlreiche Menschen dazu bewegen, sich für starke Naturschutzgesetze in der Europäischen Union auszusprechen. Einige Regierungen und Wirtschaftslobbyisten verlangen bereits die Abschwächung der Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) und Vogelschutzrichtlinie. Der Schutz von allein in Deutschland über 5.000 Natura-2000-Gebieten könnte damit geschwächt werden. Die Jagd auf Zugvögel und Wölfe, der Schutz von Fledermäusen, Bibern und Buchenwäldern stünde wieder zur Debatte.

Der NABU fordert nicht nur den Erhalt der EU-Vogelschutz- und FFH-Richtlinie, sondern auch eine konsequentere Durchsetzung und Finanzierung der geltenden Naturschutzstandards. „Wenn die EU-Kommission, das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten es ernst meinen mit dem Stopp des Artensterbens bis 2020, wozu sie sich verpflichtet haben, dann muss eine breit angelegte Naturschutzoffensive eingeleitet werden. Das bedeutet: mehr Geld und mehr Personal für die Naturschutzverwaltungen, aber auch klare Bestimmungen für Schutzgebiete sowie empfindliche Strafen für illegales Töten von Zugvögeln in der ganzen EU“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
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NABU: Die dreckigsten Kohlekraftwerke mĂĽssen vom Netz
Kein Einknicken vor der Kohle-Lobby – Falsches Signal für den Weltklimagipfel in Paris

Zu jüngsten Medienberichten, dass der von Bundesumweltminister Gabriel geplante Klimaschutzbeitrag des Stromsektors auf Druck von Unternehmen, Gewerkschaften und Unionspolitikern um rund ein Drittel gekürzt werden soll, erklärt NABU-Präsident Olaf Tschimpke: „Mit dem Klimabeitrag hat der Wirtschaftsminister ein kluges Instrument vorgelegt, um Klimaschutzbeiträge im Energiesektor zu erzielen – es wäre ein Armutszeugnis wenn Sigmar Gabriel nun vor der Kohle-Lobby einknickt. Die dreckigsten und ältesten Braunkohlekraftwerke müssen in absehbarer Zeit vom Netz, sonst werden kaum die Klimaziele bis 2020 zu schaffen sein.“

Statt der bisher veranschlagten zusätzlichen 22 Millionen Tonnen CO2 sollen gemäß der bekanntgewordenen Pläne nun lediglich 16 Millionen Tonnen durch den Kraftwerkspark eingespart werden. In der Konsequenz heißt das, dass die alten Kohlemeiler deutlich länger laufen werden und höhere Beiträge in anderen Sektoren geleistet werden müssen – wie genau das gehen soll, ist noch unklar. „Das Herumlamentieren und Feilschen um die Anteile, die in jedem Sektor zu leisten sind, muss ein Ende haben. Die Vorschläge, die auf dem Tisch liegen, müssen endlich aufgegriffen werden, der Klimaschutz kann nicht mehr warten“, warnt Tschimpke. Wenn sich Deutschland international weiterhin als Vorreiter in Sachen Klimaschutz profilieren wolle, dürfe die Glaubwürdigkeit nicht so leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.

Zeitgleich mit Bekanntwerden der Pläne fand in Deutschland der Petersberger Klimadialog zur Vorbereitung des internationalen Klimaschutzabkommens in Paris im Dezember statt, der am heutigen Dienstag zu Ende geht. „Wenn die Bundesregierung nicht in der Lage ist im eigenen Land glaubwürdigen Klimaschutz zu gestalten, kann sie wohl kaum von anderen Ländern mehr Ambitionen im Klimaschutz fordern“, so NABU-Klimaschutzexperte Sebastian Scholz. „Kanzlerin Merkel hat es versäumt, sich klar für die Pläne ihres Wirtschaftsministers auszusprechen und damit zugelassen, dass die Besitzstandswahrer der Kohle-Industrie direkt die internationale Klimadiplomatie torpedieren.“
 
 



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