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Montag, 19. August 2019
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Verschiedenes

 
Halbzeitbilanz zu EU-Naturschutz-Zielen
Wenig Licht, viel Schatten

Intensive Landwirtschaft verantwortlich fĂŒr massiven Artenverlust

Kurz vor der europĂ€ischen Naturschutzkonferenz Green Week, die am 3. Juni in BrĂŒssel beginnt, hat BirdLife Europe, der internationale Dachverband des NABU, eine Halbzeitbilanz der EU-BiodiversitĂ€tspolitik vorgestellt. Bis 2020 will die EuropĂ€ische Union den Verlust der biologischen Vielfalt stoppen und geschĂ€digte Ökosysteme wiederherstellen. Das Fazit des Berichts: In einigen Bereichen gibt es erste Fortschritte, das Ziel einer generellen Trendumkehr wird jedoch verfehlt. Viele Tier- und Pflanzenarten sind in der EU weiterhin bedroht.
Herausragende Ergebnisse fĂŒr die Natur in Europa sind ĂŒberall dort zu verzeichnen, wo die beiden wichtigsten Naturschutzrichtlinien – die Vogelschutz- und die Fauna-Floria-Habitat-(FFH-)Richtlinie – erfolgreich umgesetzt werden. Doch vielerorts sind sie bislang unzureichend finanziert und mangelhaft umgesetzt, wie der Bericht festhĂ€lt.

„Die Entwicklung von Europas Natur hĂ€ngt maßgeblich an der Vogelschutz- und FFH-Richtlinie. Daher darf dieses HerzstĂŒck der EU-BiodiversitĂ€tsstrategie keinesfalls aufgeweicht werden, wie es durch den ‚Fitness-Check‘ der EU-Kommission derzeit droht. Stattdessen ist die Bilanz ein dringender Appell an die EU, an ihren Richtlinien festzuhalten und sie mit noch mehr Nachdruck umzusetzen“, so NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Der Bericht sieht insbesondere im Bereich der naturvertrĂ€glichen Landnutzung dringenden Handlungsbedarf. Über die HĂ€lfte aller Vögel der Agrarlandschaft sind seit 1980 verschwunden, wertvolles GrĂŒnland geht in einigen EU-Staaten in alarmierender Geschwindigkeit verloren, darunter in Deutschland, Bulgarien und Slowenien. Alarmierende Beispiele fĂŒr die daraus resultierenden BestandsrĂŒckgĂ€nge bei Vögeln finden sich zahlreich: So ist das Rebhuhn in den vergangenen 25 Jahren um 94 Prozent zurĂŒckgegangen und stark gefĂ€hrdet, der Kiebitz liegt bei einem Minus von 75 Prozent und die FeldlerchenbestĂ€nde sind deutschlandweit um rund ein Drittel eingebrochen. Auf EU-Ebene zeichnen sich Ă€hnliche Trends ab.

„Allen genannten Arten ist gemein, dass sie in der Agrarlandschaft leben und Opfer einer immer intensiveren Landnutzung werden“, so Tschimpke. Um weitere Artenverluste und negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu vermeiden, sei eine Umkehr in der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU dringend erforderlich.

Substanzielle Fortschritte sieht der Report bei Ziel 1 (Umsetzung der EU-Naturschutzrichtlinien), Ziel 4 (Fischerei) und Ziel 5 (invasive Arten). Wenig geschehen ist bisher hingegen hinsichtlich Ziel 2 (Wiederherstellung geschĂ€digter Ökosysteme), nur begrenzten Fortschritt gibt es bei Ziel 6 (Beitrag der EU zum weltweiten Erhalt der biologischen Vielfalt). Ziel 3 (naturvertrĂ€gliche Landnutzung) hingegen wurde bisher völlig verfehlt.

In den Bereichen Fischerei und invasive Arten verfĂŒgt die EU inzwischen ĂŒber eine robuste Gesetzgebung, die kommenden Jahre werden jedoch richtungsweisend fĂŒr die kĂŒnftige Entwicklung sein. DafĂŒr mĂŒssen insbesondere die Fangquoten und -begrenzungen in Übereinstimmung mit den Visionen der europĂ€ischen Fischereipolitik gebracht werden, zudem muss eine ausreichend hohe Zahl von Arten in die EU-weite schwarze Liste der invasiven Arten aufgenommen werden.
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Rote Liste bedrohter Vogelarten in Europa vorgelegt
Vogelschutzrichtlinie zeigt Wirkung - Natur in der Kulturlandschaft muss besser erhalten werden

Der NABU-Dachverband BirdLife International hat am heutigen Mittwoch in BrĂŒssel die Rote Liste
bedrohter Vogelarten in der EU und in ganz Europa vorgelegt. Danach sind Erfolge bei der gezielten Rettung seltener Arten zu beobachten. Ehemals hĂ€ufige Arten nehmen jedoch ab, weil ihnen zunehmend Lebensraum verloren geht. FĂŒr die Beurteilung des Aussterberisikos aller europĂ€ischen Vogelarten nach den weltweit anerkannten Richtlinien der IUCN standen die jĂŒngsten Berichte aller EU-Mitgliedsstaaten zur Umsetzung der EU-Vogelschutzrichtlinie und vergleichbare Daten aus den anderen europĂ€ischen LĂ€ndern zur VerfĂŒgung. Der Bericht wurde im Auftrag der EU-Kommission erstellt.

„Es ist sehr ermutigend zu sehen, dass gezielte Artenschutzmaßnahmen zur Rettung besonders gefĂ€hrdeter seltener Arten gefĂŒhrt haben. In den meisten FĂ€llen ist dies dem besonderen Schutz der Arten durch die EU-Vogelschutzrichtlinie zu verdanken, die 1979 verabschiedet wurde und nun ihre Wirkung entfaltet. Ein unĂŒberhörbares Warnsignal ist jedoch, dass dies bisher nur bei sehr seltenen Arten gelingt, vermeintliche Allerweltsarten aber landen inzwischen europaweit auf der Roten Liste, weil wir es nicht schaffen, auch in unserer Kulturlandschaft Natur zu erhalten“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

18 Prozent der 451 Vogelarten der EU wurden als gefÀhrdet eingestuft und könnten damit innerhalb der nÀchsten 100 Jahre komplett aus der EU verschwinden. Auf kontinentaler Ebene wurden 13 Prozent von 533 europÀischen Vogelarten als gefÀhrdet eingeschÀtzt, zehn Prozent dieser Arten gelten sogar auf globaler Ebene als vom Aussterben bedroht.

Im Vergleich zur letzten GefĂ€hrdungseinschĂ€tzung im Jahr 2004 gibt es dabei zahlreiche Erfolgsgeschichten: 20 Arten haben die GefĂ€hrdungsrĂ€nge verlassen, weitere 25 Arten sind heute weniger gefĂ€hrdet als damals. Auch sie haben besonders von der EU-Vogelschutzrichtlinie profitiert, in deren Rahmen gezielte Schutzmaßnahmen angeregt und z.B. durch das EU-LIFE-Programm gefördert wurden. „Aus dieser Gruppe sind Seeadler und Großtrappe die prominentesten Arten, bei denen auch Deutschland zur Sicherung der BestĂ€nde wesentlich beigetragen hat. Andere Gewinner finden sich vor allem bei verschiedenen Greifvogelarten und endemischen Vogelarten der Kanaren, Madeiras und der Azoren“, sagte NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

Im Gegenzug mussten 29 Arten neu in die Rote Liste aufgenommen werden. Diese Gruppe umfasst ĂŒberwiegend ehemals hĂ€ufige Vogelarten des Agrarlands und der Meere und KĂŒsten, die besonders von den flĂ€chendeckenden Auswirkungen der Landnutzungsintensivierung und des Klimawandels betroffen sind. „Es gelingt vergleichsweise gut, sehr seltene Arten vor dem Aussterben zu bewahren. Gleichzeitig schaffen wir es nicht zu verhindern, dass hĂ€ufige Vogelarten so selten werden, dass wir sie bald nur noch in Schutzgebieten beobachten können“, so Lachmann weiter. Aus deutscher Sicht alarmierend ist die Neuaufnahme der frĂŒher hĂ€ufigen Arten Turteltaube, Austernfischer und Wiesenpieper in die europaweite Rote Liste, wo sich auch die typischen Wiesenvogelarten Kiebitz und Großer Brachvogel bereits befinden. Auch zum großen Teil in der deutschen Ostsee ĂŒberwinternde Arten wie Eisenten und Samtenten, die dort u.a. durch den Beifang in Fischernetzen bedroht sind, finden sich auf der europaweiten Roten Liste.

Nicht alle Arten, die in dieser neuen EU-Liste als „nicht vom Aussterben bedroht“ gefĂŒhrt werden, wiesen jedoch einen guten Erhaltungszustand auf. Nach dem kĂŒrzlich erschienenen und auf dem gleichen Datenmaterial beruhenden Bericht der EU zum Zustand der Natur („State of Nature“-Bericht) gelten viele von ihnen als stark abnehmend oder bereits auf RestbestĂ€nde reduziert, so dass sich insgesamt 48 Prozent aller Arten in einem schlechten Zustand befinden und damit die Artenschutzziele der EU-BiodiversitĂ€tsstrategie fĂŒr 2020 kaum zu erreichen sein werden.
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Mehr als 180.000 Stimmen fĂŒr die Natur
NABU-Zahl des Monats

GrĂ¶ĂŸte Beteiligung an einer EU-Konsultation aller Zeiten

Mehr als 180.000 Menschen (Stand 3.6.2015/11:00 Uhr) haben sich bereits dem Aufruf europĂ€ischer und nationaler UmweltverbĂ€nde angeschlossen und sagen KommissionsprĂ€sident Jean-Claude Juncker: „HĂ€nde weg von den EU-Naturschutzgesetzen“. Schon jetzt ist dies die grĂ¶ĂŸte Beteiligung an einer EU-BĂŒrgerbefragung aller Zeiten. Bis zum 24. Juli haben alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger in den Mitgliedstaaten noch die Gelegenheit, sich zur Bedeutung und zu einer möglichen „Modernisierung" der zwei wichtigsten EU-Gesetze fĂŒr den Natur- und Artenschutz zu Ă€ußern: der Fauna-Flora-Habitat-(FFH-) und der Vogelschutzrichtlinie.

Unter www.NABU.de/naturschaetze möchte der NABU zahlreiche Menschen dazu bewegen, sich fĂŒr starke Naturschutzgesetze in der EuropĂ€ischen Union auszusprechen. 2016 wird die EU-Kommission beschließen, ob die EU-Naturschutz-Richtlinien unverĂ€ndert bleiben oder ĂŒberarbeitet werden.

Der NABU und viele weitere UmweltverbĂ€nde in Deutschland und der EU befĂŒrchten, dass der „Fitness-Check“ darauf abzielt, Naturschutzstandards herabzusetzen. Der Schutz von allein in Deutschland ĂŒber 5.000 Natura-2000-Gebieten könnte damit geschwĂ€cht werden. Die Jagd auf Zugvögel und Wölfe, der Schutz von FledermĂ€usen, Bibern, Wildkatzen und BuchenwĂ€ldern stĂŒnde wieder zur Debatte.
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Kanzlerin Merkel muss in Elmau klare Impulse fĂŒr Klimaschutz setzen
WirtschaftsstĂ€rkste Nationen mĂŒssen ihrer globalen Verantwortung gerecht werden

Zum Auftakt des G7-Gipfels im bayerischen Schloß Elmau appelliert der NABU an die Verantwortung der sieben grĂ¶ĂŸten WirtschaftsmĂ€chte, sich zum Vorreiter fĂŒr eine nachhaltige Entwicklung innerhalb der Weltgemeinschaft zu machen. Aufgrund ihrer Wirtschaftskraft kĂ€me den G7-Staaten eine besondere Verantwortung zu, so NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. „Die G7-LĂ€nder haben es selbst in der Hand, ob sie Teil der globalen Probleme bleiben oder Motor fĂŒr die aktive Suche nach Lösungen sein wollen.“

Tschimpke forderte insbesondere Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, die Rolle als G7-Vorsitzende intensiv zu nutzen: „2015 ist ein wichtiges Jahr der Entscheidungen, insbesondere in den Fragen der Klimapolitik. Wenn die G7-Staaten keine ambitionierten Klimaschutzziele vorlegen, ist die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns der 21. UN-Klimakonferenz in Paris im Dezember weiter erhöht.“ Zwischen dem Klimaschutz und anderen globalen Problemen wie beispielsweise dem Terrorismus gebe es unmittelbare ZusammenhĂ€nge, so der NABU-PrĂ€sident: „Die G7 mĂŒssen das Thema globale Gerechtigkeit höher auf die Tagesordnung setzen.“

Der NABU fordert Kanzlerin Merkel und ihre BĂŒndnispartner auf, klare Impulse im Bereich des Klimaschutzes zu setzen. Dazu zĂ€hlt unter anderem, das Verankern von langfristigen Klimaschutzzielen im Klimaabkommen voranzutreiben, aber auch die kritische ÜberprĂŒfung der eigenen nationalen KlimaschutzbeitrĂ€ge. Außerdem mĂŒssen die G7 als GeberlĂ€nder die bereits zugesagte Ausfinanzierung des Green Climate Fund sicherstellen und verbindliche finanzielle Zusagen machen.

Auch bei den anderen Themen erwartet der NABU Weichenstellungen fĂŒr ein global nachhaltigeres Wirtschaften. „Es ist richtig, dass Themen wie Meeresumweltschutz oder Antibiotika-Resistenzen ihren Weg auf die Agenda des Gipfels gefunden haben – wir erwarten von den G7-Staaten mehr als nur das Beschreiben von Problemen“, so Tschimpke.

Im Bereich des Meeresschutzes sind die Herausforderungen besonders deutlich: „Unsere Weltmeere sind an ihrer Belastungsgrenze – sie sind ĂŒberfischt, verschmutzt und ausgebeutet“, so Tschimpke. Der NABU sieht den angekĂŒndigten Aktionsplan der G7 gegen die VermĂŒllung der Meere lediglich als Anfang einer globalen Meeresschutzinitiative. Es sei nicht hinnehmbar, dass jedes Jahr zehn Millionen Tonnen MĂŒll in die Weltmeere gelangen, drei Viertel davon Plastik. An den tödlichen Folgen sterben bis zu einer Million Seevögel und 100.000 Wale, Delfine und Robben. Milliarden kleinste Mikroplastikpartikel reichern sich in der Nahrungskette an, so dass am Ende auch der Mensch davon betroffen ist.

Im Zuge eines verbesserten Meeresschutzes fordert der NABU die G7-LĂ€nder daher unter anderem auf, konkrete Maßnahmen und deren Finanzierung zur Reduktion der KunststoffeintrĂ€ge in die Meere sicherzustellen. Des Weiteren ist nach Ansicht des NABU ein sofortiges Tiefseebergbau-Moratorium notwendig, solange es kein verbindliches Regelwerk unter dem Dach der UN gibt, sowie eine ErgĂ€nzung des SeerechtsĂŒbereinkommens, um den Schutz der Hohen See zu verbessern. Um den fortschreitenden Verlust der marinen Artenvielfalt zu verhindern, mĂŒssen mehr Meeresgebiete unter Schutz gestellt und negative Auswirkungen menschlicher AktivitĂ€ten minimiert werden. Das Ziel der CBD-Vertragsstaatenkonferenz in Nagoya, bis zum Jahr 2020 zehn Prozent der Weltmeere unter effektiven Schutz zu stellen, darf nicht ein zweites Mal verpasst werden. Heute sind es weniger als vier Prozent. Hier bedarf es neuer Impulse und mehr Anstrengungen bei der Identifikation und Unterschutzstellung biologisch und ökologisch bedeutsamer Meeresgebiete.
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Mineralöle in Kosmetika: Kritische Stoffe in allen geprĂŒften Produkten
Die untersuchten Produkte / Quelle: Stiftung Warentest
 
Mineralöle in Kosmetika: Kritische Stoffe in allen geprĂŒften Produkten
Das Ergebnis ist besorgniserregend: Die untersuchten Kosmetika auf Mineralölbasis sind alle mit kritischen Substanzen belastet. Einige davon gelten als potenziell krebserregend. Die Stiftung Warentest hat 25 exemplarisch ausgewÀhlte Kosmetika untersucht, die auf Mineralöl basieren: Allzweckcremes, Babypflege-, Hairstyling- und Lippenpflegeprodukte, Körperöle, Spezialcremes sowie Vaselinen. Noch nie wurden Ergebnisse zu diesen kritischen Stoffen in Kosmetika veröffentlicht.

Bei einem Test von Körperölen entdeckten die Tester einen hohen Gehalt von aromatischen Kohlenwasserstoffen, Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons, kurz MOAH genannt. Diese MOAH-Fraktion könnte laut der EuropĂ€ischen Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit ein „karzinogenes Risiko“ darstellen. Um Klarheit zu bekommen, prĂŒften die Tester weitere Kosmetika, die laut Deklaration Mineralölkomponenten enthalten. Das Ergebnis: Alle geprĂŒften Produkte sind mit MOAH belastet, darunter Marken wie Bebe, Blistex, Dove, Labello, Nivea und Penaten. Grund zur Panik besteht nicht – von einer akuten Gesundheitsgefahr ist nicht auszugehen. Doch ein mittel- oder langfristiges Risiko ist nicht auszuschließen.

Vor allem Lippenpflegeprodukte gelangen ĂŒber den Mund direkt in den Körper. Deshalb raten die Tester von mineralölhaltigen Lippenprodukten ab. Ob ein Produkt Mineralöl rezepturbedingt enthĂ€lt, steht in der Inhaltsstoffliste auf der Verpackung. In Naturkosmetik darf Mineralöl nicht eingesetzt werden. Auch bei konventioneller Kosmetik gibt es genug Alternativen.

Der ausfĂŒhrliche Test ist unter www.test.de/mineraloel-kosmetik abrufbar und erscheint auch in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift test, ab 29.05.2015 am Kiosk.
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Anzahl der Maui-Delfine sinkt erstmals auf unter 50
Experten schlagen Alarm

NABU International : „Neuseeland nimmt Aussterben der Mauis bewusst in Kauf“

Die Zahl der kleinsten und seltensten Meeresdelfine der Welt, der Maui-Delfine, hat einen historischen Tiefstand erreicht: Nach neuesten Berechnungen existieren weltweit nur noch zwischen 43 und 47 der bedrohten Kleinwale, darunter nur noch etwa zehn gebĂ€rfĂ€hige Weibchen. NaturschĂŒtzer schlagen darum Alarm. Auf dem derzeit in San Diego tagenden Wissenschaftsausschuss der Internationalen Walfangkommission (IWC) stellen NABU International und die weltweit fĂŒhrende Maui-Delfin-Expertin, Prof. Liz Slooten, die aktuellen Zahlen vor und warnen: Sollte sich nichts an den derzeitigen Schutzmaßnahmen Ă€ndern, könnten die extrem seltenen Delfine bereits in 15 Jahren ausgestorben sein.

Maui-Delfine sind eine Unterart der Hector-Delfine und leben ausschließlich in den flachen KĂŒstengewĂ€ssern Neuseelands in einer Tiefe von 100 Metern. Damit trĂ€gt Neuseeland die Verantwortung fĂŒr die Tiere, der das Land bisher jedoch nicht nachkommt. Thomas Tennhardt, Vorsitzender der NABU International Naturschutzstiftung, sagt: „Die Wissenschaftler der IWC fordern die neuseelĂ€ndische Regierung seit drei Jahren auf, die Maui-Delfine endlich durch ein lebensraumweites Verbot von Schlepp- und Stellnetzen vor dem endgĂŒltigen Aussterben zu bewahren. Doch Neuseeland stellt sich aus rein wirtschaftlichen GrĂŒnden bis zum heutigen Tag stur – und nimmt damit bewusst das Aussterben der Delfine in Kauf.“

Seit den 1970er Jahren ist die Zahl der Maui-Delfine infolge von Fischerei um 97 Prozent gesunken. In den Jahren 2010/2011 gab es nur noch etwa 60 Maui-Delfine. Trotz ihrer alarmierend geringen Anzahl sind nur 19 Prozent ihres Lebensraumes gegen Stellnetze und weniger als fĂŒnf Prozent gegen Schleppnetzfischerei geschĂŒtzt. Daher verenden immer wieder Delfine als Beifang. ZusĂ€tzlich bedrohen seismische Tests sowie Öl- und Gasförderungen den winzigen Restbestand der Tiere, der bis heute weiter sinkt.

Da Maui-Delfine nur einen menschenverursachten Todesfall in zehn bis zwanzig Jahren verkraften können, ist sofortiges Handeln gefragt. „Die neuen Daten sind eine eindringliche Warnung: Neuseeland muss seine Haltung, die die Interessen der Fischereiindustrie ĂŒber die des Artenschutzes stellt, endlich ablegen und den gesamten Lebensraum der Maui-Delfine konsequent vor schĂ€dlichen Fischfangmethoden, seismischen Tests sowie Öl- und Gasförderungen unter Schutz stellen. Ansonsten ist das Aussterben der Delfine lediglich eine Frage der Zeit“, so Barbara Maas, Artenschutzexpertin der NABU International Naturschutzstiftung. Stattdessen versuche die neuseelĂ€ndische Regierung eine Schutzgebietserweiterung von drei Prozent als Erfolg fĂŒr den Artenschutz zu verkaufen und mit einem nutzlosen fĂŒnfjĂ€hrigen Forschungsprogramm Zeit zu schinden.

WĂŒrden die Maui-Delfine fortan vor menschenverursachten TodesfĂ€llen geschĂŒtzt, könnte ihre Zahl innerhalb von 87 Jahren auf 500 Tiere anwachsen. Damit gĂ€lte die Population nicht mehr als akut vom Aussterben bedroht und könnte sich nach und nach erholen.
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NABU begrĂŒĂŸt bundesweites Beratungszentrum zum Wolf
Wolf in der LĂŒneburger Heide / Foto: JĂŒrgen Borris
 
NABU begrĂŒĂŸt bundesweites Beratungszentrum zum Wolf
Wichtiger Schritt fĂŒr das Nebeneinander von Mensch und Wolf

Der NABU begrĂŒĂŸt die AnkĂŒndigung von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, eine deutschlandweite Beratungs- und Dokumentationsstelle zum Wolf einzurichten. Diese hatte der NABU bereits seit 2013 gefordert.

NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: „Die neue Stelle ist ein wichtiger Schritt fĂŒr das erfolgreiche Nebeneinander von Mensch und Wolf. Sie wird die QualitĂ€t des Wolfsschutzes in Deutschland entscheidend verbessern. Erfahrungen und Daten, die bundesweit im Wolfsmanagement gemacht werden, können hier gebĂŒndelt, analysiert und zentral zur VerfĂŒgung gestellt werden. Das Monitoring, die Öffentlichkeitsarbeit und nicht zuletzt die Frage nach dem Umgang mit auffĂ€lligen Wölfen können so noch besser koordiniert werden.“ Die Stelle ermögliche auch den wichtigen Erfahrungsaustausch zwischen den BundeslĂ€ndern.

In Deutschland leben Wölfe seit fĂŒnfzehn Jahren in freier Natur. Der NABU begleitet die RĂŒckkehr des Wildtieres mit seinem Projekt "Willkommen Wolf!", das in diesem Jahr zehnjĂ€hriges JubilĂ€um feiert. Derzeit sind 35 Wolfsfamilien (31 Rudel und vier Paare) in Deutschland heimisch.
 
 

 
NABU: Klare Orientierung bei Artenschutz-Konflikten in der Windkraftplanung
Planungspraxis gefÀhrdet weiterhin seltene Arten

Der NABU hat den Beschluss der Umweltminister der LĂ€nder zur Freigabe des sogenannten „Neuen HelgolĂ€nder Papiers“ begrĂŒĂŸt. Damit erhalten Windkraftplaner von nun an in Deutschland mehr Planungssicherheit bei der Anlage von Windkraftanlagen in der NĂ€he von sensiblen Vogelvorkommen. Im Papier geregelt sind die empfohlenen MindestabstĂ€nde zwischen den Anlagen und seltenen Arten, wie etwa Schreiadlern, Rotmilanen oder Schwarzstörchen.

Die Minister beendeten damit auf der Umweltministerkonferenz im oberfrÀnkischen Kloster Banz einen langjÀhrigen Diskussionsprozess.
„Bislang gab es immer wieder gravierende VersĂ€umnisse bei der Wahl von Standorten und der Umsetzung einzelner Projekte. Wir freuen uns, dass nun endlich Politik, Windkraftplaner und NaturschĂŒtzer eine vor Gericht belastbare Grundlage haben. So können Konflikte zwischen Windkraft und Vogelschutz kĂŒnftig gelöst werden – ein wichtiger Schritt auf dem Weg hin zu einer naturvertrĂ€glichen Energiewende“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Das „Neue HelgolĂ€nder Papier“ spiegelt den neuesten Stand der Forschung zur GefĂ€hrdung von Vögeln durch Windkraftanlagen wider und stellt damit auch die fachliche Messlatte fĂŒr die GenehmigungsfĂ€higkeit von Windkraftplanungen dar. Die Empfehlungen waren bereits vor zwei Jahren von der LĂ€nderarbeitsgemeinschaft der staatlichen Vogelschutzwarten erarbeitet und seither diskutiert worden. Mit der heutigen Entscheidung endet dieser langwierige Prozess, in dessen Verlauf NaturschĂŒtzer eine politische Aufweichung der wissenschaftlich begrĂŒndeten Abstandsempfehlungen befĂŒrchtet hatten. „Dieser Weg war ausgesprochen zĂ€h. Doch er hat dazu gefĂŒhrt, dass das Papier nun von höchster politischer Ebene beschlossen wurde. In der Praxis wird ihm das ein besonderes Gewicht verleihen“, so Miller weiter.

Das ursprĂŒngliche „HelgolĂ€nder Papier“ war bereits 2007 durch die LĂ€nderarbeitsgemeinschaft der staatlichen Vogelschutzwarten veröffentlicht worden. Immer wieder wurde seither in strittigen FĂ€llen seine GĂŒltigkeit als fachliche Messlatte von Gerichten bestĂ€tigt. Das aktuelle Papier ist eine aktualisierte Version der Abstandsempfehlungen. Sie enthĂ€lt bei vielen Arten eine fachlich gut begrĂŒndete Reduzierung der Abstandsempfehlung, beim Rotmilan hingegen jetzt einen vergrĂ¶ĂŸerten Mindestabstand auf aktuell 1.500 Meter (vorher 1.000 Meter).

Der NABU befĂŒrwortet den naturvertrĂ€glichen Ausbau der Windkraft sowohl an Land wie auf dem Meer, weist jedoch auf gravierende VersĂ€umnisse bei der Standortwahl und der Umsetzung einzelner Projekte hin. Trotz aller Bekenntnisse der Branche ist wiederholt festzustellen, dass Naturschutzbelange nicht in ausreichendem Maße berĂŒcksichtigt und auch höchst kritische Projekte realisiert werden. Das neue Papier ermöglicht Windkraftplanern von vornherein kritische Standorte auszuschließen, um spĂ€tere Bauverzögerungen oder Fehlinvestitionen zu vermeiden und trĂ€gt damit zu einer grĂ¶ĂŸeren Planungssicherheit und einer Beschleunigung der Energiewende bei.

Das „Neue HelgolĂ€nder Papier“ ab dem 26. Mai zum Download zu finden unter https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/energie/erneuerbare-energien-energiewende/windenergie/06358.html
Es wird in KĂŒrze in der Fachzeitschrift des Deutschen Rats fĂŒr Vogelschutz „Berichte zum Vogelschutz“ und auf der Webseite der staatlichen Vogelschutzwarten (www.vogelschutzwarten.de) publiziert.
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