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Montag, 19. August 2019
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Verschiedenes

 
NABU: Kurzes Gastspiel der Klimakanzlerin?
Kippen des Klimaschutzbeitrags wĂ€re Schlappe fĂŒr Gabriel, fĂŒr die Verbraucher und das Klima

Medienberichten zufolge droht der Klimaschutzbeitrag von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel fĂŒr die Ă€ltesten und dreckigsten Kohlkraftwerke zu kippen, wĂ€hrend den unausgegoren VorschlĂ€gen zur Erreichung einer klimafreundlicheren Stromversorgung der Vorzug gegeben wird. „WĂ€hrend sich zwei Drittel der Deutschen eindeutig von der Kohle verabschieden wollen, gibt Gabriel seine eigenen guten Ideen auf und der Kraftwerksreserve fĂŒr Kohlekraftwerke grĂŒnes Licht, die die BĂŒrger zahlen mĂŒssen. So bekommen die Ă€ltesten Braunkohlekraftwerke, die eigentlich still gelegt werden mĂŒssten, noch eine VergĂŒtung, weil sie als Reserve bereit gehalten werden. Braunkohle ist ein Auslaufmodell. Die Energieversorger, die es versĂ€umt haben, rechtzeitig in Alternativen zu investieren, dĂŒrfen nicht noch belohnt werden,“ sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Der Druck der Gewerkschaften, der Energieversorger und die fehlende RĂŒckendeckung der Bundeskanzlerin wirke offenbar und setze Bundeswirtschaftsminister Gabriel unter Druck. Die IG BCE scheint mit ihren VorschlĂ€gen fĂŒr eine Kraftwerksreserve punkten zu können: Braunkohlekraftwerke sollen vom Markt genommen aber einsatzbereit gehalten werden fĂŒr NotfĂ€lle. „Doch die IG BCE hat im Gegensatz zu Gabriels Klimaschutzbeitrag kein Konzept, wie Emissionen, die in Deutschland eingespart werden, auch europĂ€isch vermieden werden können,“ so Tschimpke. Mit dem Klimaschutzbeitrag hingegen sollen Braunkohlekraftwerke einen Teil ihrer Emissionshandelszertifikate löschen lassen, die dann auch im gesamteuropĂ€ischen Emissionsbudget fehlen wĂŒrden.

Die Bundeskanzlerin lasse alle BefĂŒrchtungen wahr werden und unterlasse jede Hilfeleistung. „Inwieweit es ĂŒberhaupt noch um Klimaschutzeffekte im Stromsektor geht, ist nicht erkennbar. Und die Kanzlerin, harrt schweigend der Dinge die da kommen“, so NABU-Klimaschutzexpertin Tina Mieritz.
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Carsharing: Eine Stunde Auto leihen fĂŒr 1,99 Euro
Carsharing funktioniert und lohnt sich vor allem in Ballungsgebieten. Bei einem Test der Stiftung Warentest von 11 Carsharing-Anbietern standen genug Fahrzeuge bereit und das Buchen sowie Abrechnen klappte meist problemlos. Eine Stunde Auto leihen ist schon ab 1,99 Euro möglich. Alle Anbieter im Test schneiden gut ab, bis auf zwei, deren Noten wegen unerlaubter Klauseln im Kleingedruckten abgewertet wurden.

Etabliert haben sich zwei Carsharing-Varianten: Beim klassischen Modell stehen die Autos auf einem festen Parkplatz und werden nach der Nutzung auch wieder dorthin gebracht. Die Nutzer buchen ĂŒber Telefon, Computer oder App, eine Stunde Kleinwagen fahren kostet etwa 2 bis 5 Euro, Benzin inklusive. Die zweite Variante ist flexibler und nur in großen StĂ€dten zu finden. Die Autos stehen irgendwo in der Stadt und werden an einem beliebigen Parkplatz innerhalb des Nutzungsgebiets wieder abgestellt. Das Buchen funktioniert wie beim klassischen Modell. Eine Stunde kostet etwa 15 bis 17 Euro, enthalten sind Benzin und Parkkosten. FĂŒr alle Fahrten im Test waren Autos verfĂŒgbar – meist sogar recht nah, allerdings nicht immer in der vorgesehenen Kategorie.

Beide Carsharing-Varianten haben Vor- und Nachteile. Am besten fahren Verbraucher, die beide wechselseitig nutzen können. Finanziell lohnt es sich besonders fĂŒr Menschen, die auf ein eigenes Auto verzichten und nicht mehr als etwa 5.000 Kilometer im Jahr fahren. Auch beim Carsharing ist es ratsam, das Kleingedruckte zu lesen. Bei manchen Anbietern soll der Kunde unter bestimmten UmstĂ€nden auch fĂŒr SchĂ€den haften, die er nicht verursacht hat, oder wenn das Auto gestohlen wird. Solche Klauseln sind allerdings unzulĂ€ssig.

Der ausfĂŒhrliche Test Carsharing erscheint in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift test (ab 26.06.2015 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/carsharing abrufbar.
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NABU: Kiebitz ist auf Schutz durch EU-Richtlinien angewiesen
Kiebitz / Foto: Thorsten KrĂŒger
 
NABU: Kiebitz ist auf Schutz durch EU-Richtlinien angewiesen
„Fitness-Check“ darf nicht zum Naturschutz-Abbau fĂŒhren

Berlin/Bergenhusen/Hannover – Die Naturschutzgesetzgebung der EU soll auf den PrĂŒfstand: Bis zum 24. Juli haben alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger in den Mitgliedstaaten die Gelegenheit, sich zur Bedeutung und zu einer möglichen „Modernisierung" der zwei wichtigsten EU-Gesetze fĂŒr den Natur- und Artenschutz zu Ă€ußern: der Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) -und der Vogelschutzrichtlinie. Mit der Aktion „NaturschĂ€tze retten“ stellt der NABU jede Woche unter www.NABU.de/naturschaetze ein Gebiet, eine Art oder einen Lebensraum vor, die vom Schutz der EU profitieren oder ohne diesen verloren gehen könnten.

Der Kiebitz zĂ€hlt in Deutschland zu den stark gefĂ€hrdeten Vogelarten. In der Folge sind fĂŒr den bedrohten Zugvogel besondere Schutzgebiete nach der EU-Vogelschutzrichtlinie ausgewiesen worden. Von diesen EU-Vogelschutzgebieten hat der Kiebitz profitiert. Auch die Jagd auf Kiebitze wurde mit der EU-Vogelschutzrichtlinie eingeschrĂ€nkt. Allerdings ist sie in einigen Mitgliedsstaaten, zum Beispiel in Frankreich, immer noch zulĂ€ssig.

Trotz des Schutzes durch die EU-Richtlinien hat sich der Brutbestand des Kiebitzes in Deutschland in den vergangenen zwanzig Jahren halbiert. „Ohne die EU-Vogelschutzrichtlinie wĂŒrde es um den Kiebitz in Deutschland noch schlechter stehen“, sagte Hermann Hötker, Leiter des Michael-Otto-Instituts im NABU. Ein Grund fĂŒr die starke Abnahme liege im unzureichenden Management vieler EU-Vogelschutzgebiete durch die Landesregierungen.

Beispiele fĂŒr ein gelungenes Management von Kiebitz-Brutgebieten finden sich in Schleswig-Holstein. Im EU-Vogelschutzgebiet „Eider-Treene-Sorge-Niederung“ konnte der Kiebitzbestand durch gezielte Schutzmaßnahmen in Kooperation mit Landwirten stabilisiert werden. Im Naturschutzgebiet Beltringharder Koog an der NordseekĂŒste, das ebenfalls Teil des europaweiten Netzwerks von Vogelschutzgebieten ist, hat sich der Kiebitzbestand sogar auf zeitweise mehr als 800 Paare erhöht.

Ein weiteres positives Beispiel sei in diesem Zusammenhang das EU-Vogelschutzgebiet „DĂŒmmer“ in Niedersachsen, so NABU-Landesvorsitzender Niedersachsen Holger Buschmann. In diesem Schutzgebiet seien bisher mehr als 40 Millionen Euro aus Mitteln des EU-Life-Programms fĂŒr die Wiederherstellung von Feuchtwiesen und andere Schutzmaßnahmen eingesetzt worden, von denen bedrohte Wiesenvögel wie der Kiebitz stark profitiert hĂ€tten. Der Kiebitzbestand hat sich in der Folge von nur noch 20 Paaren im Jahr 1998 inzwischen wieder in etwa verzehnfacht. Insgesamt leben 41 Prozent des nationalen Kiebitzbestandes in Niedersachsen.

„Auf diesen Erfolgen darf man sich nicht ausruhen. Denn trotz dieser positiven Nachricht besteht weiterhin dringender Handlungsbedarf“, so Buschmann weiter. Durch GrĂŒnlandumbruch, intensive Landwirtschaft sowie EntwĂ€sserung von Feuchtwiesen werden den Kiebitzen mögliche LebensrĂ€ume unwiederbringlich entzogen. Eine AbschwĂ€chung der Naturschutzrichtlinien könnte den Komplettverlust der Art in unserer Kulturlandschaft bedeuten. Einer der am meisten gefĂ€hrdeten LebensrĂ€ume fĂŒr den Kiebitz stellt die 10.500 Hektar große Leda-JĂŒmme-Niederung im Landkreis Leer dar. Zwischen den Jahren 2004 bis 2011 hat sich der Bestand von 330 auf 271 Brutpaare um 18 Prozent reduziert. „Dies sind alarmierende Zahlen. Trotzdem fallen weiterhin wertvolle Habitate dem Maisanbau zum Opfer“, so Buschmann. Eine Ausweisung als Vogelschutzgebiet, wie sie vom Land Niedersachsen nun angedacht wird, könne dazu beitragen, die Landnutzung in der Niederung naturvertrĂ€glicher zu gestalten.

Der Kiebitz zĂ€hlte noch vor wenigen Jahren zu den weit verbreiteten Vogelarten auf Wiesen und Feldern in ganz Deutschland. Hauptgrund fĂŒr den RĂŒckgang des Kiebitzes innerhalb und außerhalb von Schutzgebieten ist die Intensivierung der Landwirtschaft. Über Jahrzehnte wurden Bruthabitate im GrĂŒnland durch Trockenlegung zerstört oder in Äcker umgewandelt. Durch die zeitliche Überschneidung von Brutzeit und GrĂŒnland-Bewirtschaftung gingen immer wieder Gelege und KĂŒken verloren. Auch Äcker sind oft keine Alternative. Sie bieten KĂŒken oft nicht genug Nahrung. Auf MaisĂ€ckern, die inzwischen hĂ€ufig von Kiebitzen als Brutplatz genutzt werden, sind die Gelege zudem hĂ€ufig Opfer der Bewirtschaftung.

Der NABU hat deshalb bundesweit mit Partnern ein Förderprojekt im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gestartet: Auf „Kiebitzinseln“, kleinflĂ€chigen Brachen auf Äckern und im IntensivgrĂŒnland, sollen die Vögel etwa in Ruhe brĂŒten können. Im Projekt werden auch andere Maßnahmen fĂŒr den Gelege- und KĂŒkenschutz erprobt, so etwa im Landkreis OsnabrĂŒck und im Raum Braunschweig. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesamt fĂŒr Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums, des schleswig-holsteinischen Umweltministeriums und der Hanns R. Neumann Stiftung.
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Karlsruhe: FĂŒhrung durch den Oberwald
Vietnam Sikahirsch im Oberwald / Foto: Stadt Karlsruhe
 
Karlsruhe: FĂŒhrung durch den Oberwald
Sich einem fachkundigen Rundgang durch den Oberwald anschließen können sich Interessierte am Sonntag, 21. Juni. Treffpunkt fĂŒr die rund eineinhalbstĂŒndige FĂŒhrung des Zoos Karlsruhe ist um 14.30 Uhr beim Spielplatz „AffenplĂ€tzle“.
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Jeden Tag wird eine FlĂ€che von 100 Fußballfeldern verbraucht
Trotz abnehmender Bevölkerung schreitet der FlÀchenverbrauch voran

Berlin - Über 100 Fußballfelder: So groß ist die FlĂ€che, die in Deutschland jeden Tag fĂŒr den Bau weiterer Siedlungen mit Straßen, Wohnungen und Gewerbegebieten verbraucht wird. Hochgerechnet auf ein Jahr ist die verbrauchte FlĂ€che mit 25.765 Hektar grĂ¶ĂŸer als die gesamte Stadt Frankfurt am Main. In ihrer Nachhaltigkeitsstrategie von 2002 hatte die Bundesregierung das Ziel ausgerufen, den tĂ€glichen Landschaftsverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar zu reduzieren. Alle folgenden Bundesregierungen hatten sich dazu bekannt. Trotz einiger Fortschritte liegt das „30-Hektar-Ziel“ noch immer in weiter Ferne: aktuell werden gut 70 Hektar pro Tag verbraucht. Laut NABU ist fĂŒr dieses Jahr jetzt der Zeitraum erreicht, ab dem die Bagger bereits still stehen mĂŒssten. Es bleiben nur noch fĂŒnf Jahre Zeit, um den FlĂ€chenverbrauch massiv einzudĂ€mmen, wenn es die Bundesregierung mit dem 30-Hektar Ziel ernst meint.

Vor diesem Hintergrund macht der NABU auf den fortschreitenden Landschaftsverbrauch aufmerksam und wirbt fĂŒr eine bessere Innenentwicklung: Um- und Neubau im Innenstadtbereich statt Landschaftszerstörung am Ortsrand lautet die Devise. „FlĂ€chensparendes Wohnen mitten im Ort bringt gleichzeitig mehr LebensqualitĂ€t durch kurze Wege und weniger Autoverkehr. Angesichts sinkender Bevölkerungszahlen ist jeder Hektar neu verbaute Landschaft ein Hektar zu viel“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Die Ausgaben fĂŒr wachsende Verkehrs- und Leitungsnetze sind fĂŒr die Kommunen immer schwerer zu bewĂ€ltigen, wĂ€hrend sich die Abgaben und GebĂŒhren fĂŒr deren Unterhaltung auf immer weniger Einwohner verteilen. Wege zur Schule, zur Arbeit und zum Einkaufen werden lĂ€nger. Gleichzeitig laufen die Ortskerne Gefahr zu veröden, wenn immer mehr GebĂ€ude leer stehen.

„Natur und Landschaft werden durch viele Baumaßnahmen unwiederbringlich zerstört, LebensrĂ€ume werden immer weiter zerschnitten. Mit der Natur und Landschaft, die dabei verloren gehen, verschwindet zugleich auch biologische Vielfalt und damit LebensqualitĂ€t“, sagt NABU-Siedlungsexperte Ulrich Kriese.
 
 

 
Naturschutz International
NABU-Projektregion am Tanasee offiziell als UNESCO-BiosphÀrenreservat anerkannt

Tennhardt: Wichtiger Schritt fĂŒr den langfristigen Schutz des grĂ¶ĂŸten Sees Äthiopiens und Quelle des Blauen Nils

Die NABU-Projektregion am Tanasee in Äthiopien ist jetzt von der UNESCO als neues Gebiet in das Weltnetz der BiospĂ€renreservate aufgenommen worden. „Die Anerkennung des Tanasees als UNESCO-BiospĂ€renreservat ist ein wesentlicher Schritt, um die einzigartigen Ökosysteme vor Ort langfristig zu schĂŒtzen und gleichzeitig nachhaltige Einkommensquellen fĂŒr die lokale Bevölkerung zu schaffen“, sagte Thomas Tennhardt, NABU-VizeprĂ€sident und Leiter des Fachbereichs Internationales. Der NABU arbeitet bereits seit 2012 in der Region, um in Kooperation mit der Regierung des Amhara-Regionalstaats und der Michael Succow Stiftung die Entwicklung eines BiosphĂ€renreservats voranzubringen.

Das neue BiosphĂ€renreservat Tanasee ist Teil des „BiodiversitĂ€ts-Hotspots“ der Ostafrikanischen Hochlandregion und gilt als Gen-Zentrum fĂŒr einheimische Nutzpflanzen, wie beispielsweise Ramtillkraut (Guizotia abyssinica), Zwerghirse (Eragrostis tef) und Wildkaffee (Coffea arabica). Zahlreiche palĂ€arktische Wasservögel wie beispielsweise Graukraniche (Grus grus), Uferschnepfen (Limosa limosa) und KampflĂ€ufer (Philomachus pugnax) nutzen den See als Futter- und Rastplatz auf ihren Zugrouten. Außerdem wurden bereits knapp 30 verschiedene Fischarten entdeckt, von denen rund 70 Prozent nur dort vorkommen. WeitlĂ€ufige Feuchtgebiete, in denen dichte Papyrus- und Rohrkolben-BestĂ€nde wachsen, umgeben den Tanasee, von denen einige zu den grĂ¶ĂŸten und ökologisch wertvollsten FlĂ€chen in Äthiopen und am gesamten Horn von Afrika zĂ€hlen. Am Tanasee finden sich zudem einzigartige Ă€thiopisch-orthodoxe Kirchen und Klöster, deren Geschichte bis ins 13. Jahrhundert zurĂŒckreicht. Mehr als zwei Millionen Menschen leben innerhalb des neuen BiosphĂ€renreservats, die auf eine intakte Natur und Umwelt fĂŒr Landwirtschaft, Handel, Fischerei und Tourismus angewiesen sind.

Im Rahmen des NABU-Projekts wurden ĂŒber 1.500 Menschen aus 75 Gemeinden trainiert, um sich an der Zonierung des Schutzgebiets zu beteiligen. Die nutzungsfreien Kerngebiete umfassen fast vier Prozent (24.157 Hektar) des BiosphĂ€renreservats, das sich ĂŒber eine FlĂ€che von knapp 700.000 Hekar erstreckt. „Außerdem wurde fĂŒr das BiosphĂ€renreservat eine Verwaltungseinheit innerhalb der lokalen Regierung eingerichtet sowie ein Management- und Ökotourismusplan erstellt. Neue Einkommensquellen und Renaturierungsprogramme werden das BiosphĂ€renreservat darin unterstĂŒtzen, sich zu einer lebendigen Modell-Region zu entwickeln“, sagte Svane Bender-Kaphengst, Leiterin des Afrikaprogramms. Die offizielle Einweihungsfeier des Tanasee-BiosphĂ€renreservats ist fĂŒr November 2015 geplant.

Der langfristige Schutz des Tanasees und seiner Umgebung mit Hilfe des BiosphĂ€renreservats-Konzept ist das Hauptziel des NABU-Projekts „FĂŒr Mensch und Natur: Aufbau eines UNESCO-BiosphĂ€renreservats am Tanasee in Äthiopien“. Das Projekt wird durch das Bundesministerium fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.
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NABU: Biber profitiert von EU-Naturschutzrichtlinien
Bedeutender Naturschatz in Europa – „Fitness-Check“ darf nicht zum Naturschutz-Abbau fĂŒhren

Die Naturschutzgesetzgebung der EU soll auf den PrĂŒfstand. Bis Ende Juli haben alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger in den Mitgliedstaaten die Gelegenheit, sich zur Bedeutung und zu einer möglichen „Modernisierung" der zwei wichtigsten EU-Gesetze fĂŒr den Natur- und Artenschutz zu Ă€ußern: der Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) und der Vogelschutzrichtlinie. Mit der Aktion „NaturschĂ€tze retten“ stellt der NABU jede Woche unter www.NABU.de/naturschaetze ein Gebiet, eine Art oder einen Lebensraum vor, die vom Schutz der EU profitieren oder ohne diesen verloren gehen könnten.

Unter dem Schutz der EU konnte sich beispielsweise der EuropĂ€ische Biber wieder ungestört in ThĂŒringen ansiedeln. Langsam aber stetig breitet sich der scheue Nager an Saale, Werra und Unstrut, Ilm, Rodach und weiteren GewĂ€ssern in ThĂŒringen aus. Er kommt zurĂŒck in seine alten LebensrĂ€ume, bevorzugt naturnahe Abschnitte an GewĂ€ssern und arrangiert sich auch mit der vom Menschen stark verĂ€nderten Kulturlandschaft. Seine Gestaltungskraft hat die Flussbereiche ĂŒber Millionen Jahre hinweg geprĂ€gt. Durch seine fleißige BautĂ€tigkeit schafft der Biber vielfĂ€ltige Strukturen wie KleingewĂ€sser, Totholz, Feuchtwiesen oder offene Bodenstellen am Ufer.

„Mit seinen AktivitĂ€ten schafft der Biber unter anderem auch LebensrĂ€ume fĂŒr Libellen, Amphibien, Reptilien, Fische und Vögel“, erklĂ€rt Mike Jessat, Landesvorsitzender des NABU ThĂŒringen. „Der Biber profitiert ganz klar von Natura 2000-Gebieten an ThĂŒringens FlĂŒssen. Werden die EU-Naturschutzrichtlinien einem ‚Fitness-Check‘ unterzogen und gelockert, könnte dies die ungestörte Ausbreitung des Bibers mit all seinen positiven Leistungen fĂŒr die BiodiversitĂ€t bedrohen.“

Ganz nebenbei trĂ€gt der Biber zur Renaturierung von FlĂŒssen und zur GewĂ€sserreinhaltung bei und unterstĂŒtzt darĂŒber hinaus den natĂŒrlichen Hochwasserschutz. Wo der Mensch also viel Geld und Energie fĂŒr Maßnahmen ausgibt, hilft der Biber zum Nulltarif.

Mit Blick auf die EU-BĂŒrgerbefragung zum „Fitness-Check“ möchte der NABU zahlreiche Menschen dazu bewegen, sich fĂŒr starke Naturschutzgesetze in der EuropĂ€ischen Union auszusprechen. Einige Regierungen und Wirtschaftslobbyisten verlangen bereits die AbschwĂ€chung der Fauna-Flora-Habitat- (FFH)- und Vogelschutzrichtlinie. Der Schutz von allein in Deutschland ĂŒber 5.000 Natura 2000-Gebieten könnte damit geschwĂ€cht werden. Die Jagd auf Zugvögel und Wölfe, der Schutz von FledermĂ€usen, Bibern und BuchenwĂ€ldern stĂŒnde wieder zur Debatte.

Der NABU fordert nicht nur den Erhalt der EU-Vogelschutz- und FFH-Richtlinie, sondern auch eine konsequentere Durchsetzung und Finanzierung der geltenden Naturschutzstandards. „Wenn die EU-Kommission, das EuropĂ€ische Parlament und die Mitgliedstaaten es ernst meinen mit dem Stopp des Artensterbens bis 2020, wozu sie sich verpflichtet haben, dann muss eine breit angelegte Naturschutzoffensive eingeleitet werden. Das bedeutet: mehr Geld und mehr Personal fĂŒr die Naturschutzverwaltungen, aber auch klare Bestimmungen fĂŒr Schutzgebiete sowie empfindliche Strafen fĂŒr illegales Töten von Zugvögeln in der ganzen EU“, so NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Der NABU stellt zwölf Wochen lang jede Woche eine geschĂŒtzte oder gerettete Art, einen Lebensraum oder ein Natura 2000-Gebiet vor, die alle vom EU-Schutz abhĂ€ngen. Dazu zĂ€hlen der Wolf und der Biber, ebenso wie die Wacholderheiden auf der SchwĂ€bischen Alb, das Große Torfmoor in Nordrhein-Westfalen, das Tegeler Fließtal der Hauptstadt Berlin, der Buchenwald Grumsin oder das Nationale Naturerbe „Weinberg Wetzlar“.
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NABU zieht nĂŒchterne Bilanz zur ElektromobilitĂ€t
Bundesregierung unternimmt keinen ernsthaften Versuch eine Verkehrswende anzustoßen

Mit Blick auf die heute beginnende Konferenz der Bundesregierung zur ElektromobilitĂ€t in Berlin zieht der NABU eine nĂŒchterne Bilanz fĂŒr Elektroautos in Deutschland. Trotz der klimapolitischen Notwendigkeit alternativer Niedrigemissionsfahrzeuge sei das bisherige Engagement der Bundesregierung zur Förderung umweltfreundlicher MobilitĂ€tsformen unzureichend. Das selbstgesteckte Ziel von einer Million Elektrofahrzeugen im Jahr 2020 sei mit Zögerlichkeit nicht zu erreichen und zementiere die dominante Stellung des Verbrennungsmotors.

NABU BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Miller: „Große Autos mit Verbrennungsmotor und Klimaschutz sind nicht vereinbar, daher brauchen wir alternative Antriebe auf Basis erneuerbarer Energien. Die Bundesregierung hat bisher keinen ernsthaften Versuch unternommen, eine Verkehrswende anzustoßen. Stattdessen sehen wir immer mehr ĂŒbermotorisierte GelĂ€ndewagen in den InnenstĂ€dten, die einer notwendigen Verbrauchsreduzierung im Wege stehen. Das widerspricht allen Erfordernissen des Klimaschutzes, zu denen sich Bundeskanzlerin Merkel gerade erst beim G7-Gipfel bekannt hat.“ Doch nicht nur werde aller Voraussicht nach das Ziel verfehlt, den Anteil von Elektroautos deutlich zu erhöhen. Auch eine Einbettung dieser Fahrzeuge in ein nachhaltiges Verkehrssystem bestehend aus deutlich weniger Autos, mehr Rad- und Fußverkehr und einer StĂ€rkung des öffentlichen Nahverkehrs bleibe bisher völlig auf der Strecke.

„Das Elektroauto ist lĂ€ngst nicht die Lösung aller unserer MobilitĂ€tsprobleme. Viel zu hoher FlĂ€chen- und Ressourcenverbrauch sowie LĂ€rm bleiben bestehen. Aber ohne mehr ElektromobilitĂ€t wird es auch nicht gehen. Deshalb brauchen wir finanzielle Anreize fĂŒr Niedrigemissionsionsfahrzeuge und gleichzeitig eine Sonderabgabe auf besonders klimaschĂ€dliche Autos“, so NABU-Verkehrsexperte Daniel Rieger. Die von der Bundesregierung geplante Sonderabschreibung fĂŒr Elektroautos lehnt der NABU ab, da sie vor allem eine versteckte KaufprĂ€mie fĂŒr Elektroautos sei und vom Steuerzahler finanziert werde. Stattdessen schlĂ€gt der NABU einen ElektromobilitĂ€tsfonds vor, der sich aus einer Abgabe fĂŒr besonders klimaschĂ€dliche Pkw speist und den Kauf besonders effizienter Fahrzeuge subventionieren könnte.
 
 



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