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Samstag, 16. Februar 2019
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Verschiedenes

 
NABU startet bundesweite Fledermaushotline
Experten beraten am Telefon zu Themen rund um die Fledermaus

Der NABU hat das erste bundesweite Infotelefon zum Thema FledermĂ€use gestartet. Mit diesem Angebot möchte der NABU Menschen beraten, die Fragen zum Umgang mit FledermĂ€usen haben. Helfen können die NABU-Experten bei Fragen wie, was beim Fund einer verletzten Fledermaus zu tun ist, wie sich eingenistete FledermĂ€use bei Hausrenovierungen schĂŒtzen lassen oder sich ein Haus fledermausfreundlich gestalten lĂ€sst. "FledermĂ€use sind fĂŒr viele noch immer ein unbeschriebenes Blatt. Um FledermĂ€use zu schĂŒtzen, muss man sie kennen und verstehen lernen. FledermĂ€use sind keine SchĂ€dlinge, sondern als 'biologische SchĂ€dlingsbekĂ€mpfung' extrem nĂŒtzlich. So kann ein Tier bis zu 4.000 MĂŒcken pro Nacht vertilgen", sagt NABU-Fledermausexperte Sebastian Kolberg.

In Deutschland sind 25 der 44 in Europa vorkommenden Fledermausarten heimisch, einige sind jedoch vom Aussterben bedroht. Die Tiere sind europaweit gesetzlich streng geschĂŒtzt. GrĂŒnde fĂŒr den BestandsrĂŒckgang einiger Fledermausarten sind unter anderem der Einsatz von Pestiziden in Land- und Forstwirtschaft, die Intensivierung der Landwirtschaft, die Entnahme von höhlenreichem Altholz aus dem Wald, Quartierszerstörung durch GebĂ€udesanierung, der Einsatz von Holzschutzmitteln im Dachboden, Höhlentourismus oder nicht naturschutzfachlich geplante Windenergieanlagen. Zwischen Ende Mai und Ende Juni werden die Jungtiere der FledermĂ€use geboren. In dieser Zeit ist die AktivitĂ€t der Tiere besonders hoch und die Begegnungen zwischen Mensch und Fledermaus nehmen stetig zu.

Seit mehr als 20 Jahren engagiert sich der NABU erfolgreich im Fledermausschutz. Die Hotline wird neben Teamleiterin Petra Gatz vom NABU Hessen noch von den Fledermaus-Expertinnen Britta Wesche vom NABU Schleswig-Holstein und Cosima Lindemann vom NABU Rheinland-Pfalz betreut. Alle verfĂŒgen ĂŒber jahrelange Erfahrung im Fledermausschutz und sind selbst am Wochenende und an Feiertagen zu bestimmten Zeiten erreichbar. "Bis auf den Winterschlaf kennen die Tiere keine Auszeit. Daran haben wir uns inzwischen gewöhnt", so Gatz.

Die NABU-Fledermaushotline (Tel.: 030-284984-5000) ist wochentags von 10 bis 16 Uhr, von Juni bis August zusÀtzlich von 19 bis 21 Uhr zu erreichen. Am Wochenende und an Feiertagen können Interessierte von 11 bis 13 Uhr und von 17 bis 19 Uhr anrufen.
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Karlsruhe: Karlsruhe ist Sieger beim Deutschen Fahrradpreis
Preisverleihung Deutscher Fahrradpreis / Bild: Dirk Michael Deckbar
 
Karlsruhe: Karlsruhe ist Sieger beim Deutschen Fahrradpreis
PreisĂŒbergabe beim Nationalen Radverkehrskongress/Auszeichnung fĂŒr die beste Kommunikationsmaßnahme

Karlsruhe hat den "Deutschen Fahrradpreis" in der Kategorie „Die fahrradfreundlichste Entscheidung - Kommunikation“ gewonnen. Bei der PreisĂŒbergabe (18. Mai 2015) im Rahmen des Nationalen Radverkehrskongress in Potsdam nahm Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner, Leiterin des Stadtplanungsamts, zusammen mit Katrin Herold, im Planungsamt fĂŒr Radförderung zustĂ€ndig, den Preis fĂŒr "Fahrradfreundliches Karlsruhe: Tu's aus Liebe" entgegen. „Die Kampagne spricht ein ernstes Thema mit Humor an. Sie richtet sich an alle Verkehrsteilnehmer und trifft bei ihnen auf offene Ohren, weil niemand belehrt oder kritisiert wird. Stattdessen wird rĂŒcksichtsvolles Verhalten positiv verstĂ€rkt“, lobte Katrin Lange, StaatssekretĂ€rin im Ministerium fĂŒr Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, die den Preis ĂŒberreichte. Die Jury ĂŒberzeugte außerdem das Engagement der Stadt, die mit der Kampagne gezielt an bestehende Maßnahmen anknĂŒpft.

"Wichtig ist, dass die Kampagne langfristig angelegt ist und unsere Infrastrukturmaßnahmen ergĂ€nzt“, hebt Karmann-Woessner ein Erfolgsfaktor hervor. „Durch unser langfristiges Engagement können wir die Themen variieren, die Kampagne bleibt lebendig und die Botschaften erreichen dadurch die Verkehrsteilnehmenden leichter. Gleichzeitig ist insbesondere die UnterstĂŒtzung durch die politischen Vertreter, also die StadtrĂ€te und den Baudezernenten und die Verwaltungsspitze wichtig“, die Karmann-Woesner, „sie unterstĂŒtzen die Kampagne nicht nur in den gemeinderĂ€tlichen Gremien, sondern auch vor Ort, etwa durch das Verteilen des RadlerfrĂŒhstĂŒcks am Draistag oder von SchokoladennikolĂ€usen am Nikolaustag als Belohnung fĂŒr das Radeln mit Licht."

„Einmal mehr zeigt die Auszeichnung uns, dass wir in Karlsruhe auf der richtigen Spur radeln“, freut sich denn auch BĂŒrgermeister Michael Obert ĂŒber den neuerlichen Erfolg bei einem bundesweiten Radwettbewerb. Bewusst sei das Radförderprogramm auf mehrere SĂ€ulen gebaut. Die Radinfrastruktur zu ertĂŒchtigen sei das eine, das Miteinander im Straßenverkehr zu thematisieren und ohne erhobenem Zeigefinger fĂŒr einen gutes Klima unter allen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern zu werben, das andere, so Obert.

„Der Deutsche Fahrradpreis“ ist ein bundesweiter Wettbewerb zur Förderung des Radverkehrs in Deutschland. 2015 wurde er vom Bundesministerium fĂŒr Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft fußgĂ€nger- und fahrradfreundlicher StĂ€dte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. (AGFS), dem Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) und dem Verbund Service und Fahrrad g.e.V. (VSF) zum 15. Mal ausgelobt.

Intention ist, als Bestandteil des Nationalen Radverkehrsplans der Bundesregierung beispielhafte Projekte bei EntscheidungstrĂ€gern und Fachleuten bekannt zu machen. Ein weiteres Ziel des Wettbewerbs ist es, das Image des Fahrrads in der Öffentlichkeit aufzuwerten und somit mehr Menschen in Deutschland zum Fahrradfahren zu bewegen.

Insgesamt wurden 2015 Preise fĂŒr vier Kategorien vergeben. Neben Karlsruhe wurden als Good-Practice-Beispiel fĂŒr die fahrradfreundlichste Entscheidung in der Kategorie Infrastruktur die Nordbahntrasse Wuppertal und in der Kategorie Service das Projekt „FahrrĂ€der fĂŒr FlĂŒchtlinge“ des ADFC Saarland ausgezeichnet. Boris Palmer wurde als Fahrradfreundlichste Persönlichkeit ausgezeichnet. 113 Bewerber konkurrierten um die mit insgesamt 9.000 Euro dotierte Auszeichnung.

Die Kampagne "Tu's aus Liebe" (www.kopf-an.de) macht auf lockere, unkonventionelle Weise konkrete Handlungsempfehlungen. Mit "Liebe auf den ersten Schulterblick" oder "Mach dich sichtbar" zielt sie auf mehr RĂŒcksichtnahme im Verkehr sowie die Eigenverantwortung der Radfahrerinnen und Radfahrer.

zum Bild oben:
Katrin Lange, StaatssekretĂ€rin im Ministerium fĂŒr Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, ĂŒberreicht Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner (Leiterin Stadtplanungsamt) und Katrin Herold (Radplanung Stadtplanungsamt) die Auszeichnung. / Foto: (c) Dirk Michael Deckbar
 
 

 
Fahrrad auf Reisen: Quer durch Deutschland ab 9 Euro
Fahrradfahrer können ihr Rad gĂŒnstig mit auf Reisen nehmen. Das zeigt ein Vergleich der Stiftung Warentest. Zahlreiche Fernbus-Anbieter bieten Fahrradtickets fĂŒr 9 beziehungsweise 10 Euro an. Der Preis gilt fĂŒr ein Fahrrad in StandardgrĂ¶ĂŸe und maximal 25 Kilogramm Gewicht.

Die Deutsche Bahn möchte die Fahrradmitnahme im ICE ab Ende 2017 ermöglichen, im City-Night-Line kommt das Rad schon heute fĂŒr 10 Euro ans Ziel. Auch IC und EC bieten FahrradstellplĂ€tze, das Ticket kostet 9 Euro bzw. 6 Euro mit Bahncard. Im Regional- und Nahverkehr kostet ein bundesweites Fahrrad-Tagesticket 5 Euro.

Deutlich teurer ist das Fahrrad im Flugzeug, die Kosten variieren jedoch stark je nach Flugzone und Fluglinie. So verlangen Lufthansa und KLM innerhalb Deutschlands und Europas zum Beispiel rund 50 Euro, Turkish Airlines 30 und Iberia 75 Euro.

Egal welches Verkehrsmittel: Die Stiftung Warentest empfiehlt, das Fahrradticket möglichst frĂŒh zu buchen, damit sich Radfahrer bei EngpĂ€ssen um Alternativen kĂŒmmern können.

So kann das Rad auch im normalen Versandhandel verschickt werden. Die Transporteure holen das Fahrrad zuhause ab und liefern es zur Wunschadresse. Das dauert innerhalb Deutschlands zwischen zwei und vier Werktage und kostet bei Hermes rund 40 und bei DHL rund 50 Euro. GĂŒnstiger versendet die Deutsche Bahn (ca. 25 Euro).

Der ausfĂŒhrliche Vergleich erscheint unter www.test.de/radreisen und in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (seit 20.05.2015 am Kiosk).
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NABU zum Petersberger Klimadialog: Der Klima-Countdown lÀuft
Deutschland muss jetzt von allen LÀndern höhere Klimaschutzziele einfordern

AnlĂ€sslich des Petersberger Klimadialogs Anfang kommender Woche appelliert der NABU an die Bundesregierung, von allen LĂ€ndern stĂ€rkere Anstrengungen fĂŒr den Klimaschutz und eine Erhöhung der lĂ€nderspezifischen Klimaziele einzufordern. Bei dem Treffen in Berlin werden Vertreter von 35 Staaten die Weltklimakonferenz Ende des Jahres in Paris vorbereiten. „In knapp 200 Tagen soll ein weltweites und ambitioniertes Klimaschutzabkommen stehen – doch davon ist die Staatengemeinschaft noch weit entfernt. Alle LĂ€nder mĂŒssen dem Klimaschutz jetzt höchste PrioritĂ€t einrĂ€umen. Denn sonst steht die Welt am Ende wieder mit einem HĂ€tte-, Wenn- und Aber-Abkommen da“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Deutschland sei in der Vorbereitung des Abkommens als Gastgeber des Petersberger Dialogs und aktueller G7-Vorsitzender besonders gefordert. „Noch sind die konkreten Klimaschutzziele aller LĂ€nder viel zu gering. Die Bundesregierung muss sich dringend dafĂŒr einsetzen, dass alle Staaten hier ihre Anstrengungen erheblich steigern, dass dies vertraglich festgehalten und auch ĂŒberprĂŒfbar wird“, so Tschimpke. ZusĂ€tzlich mĂŒsse auch ein ÜberprĂŒfungsprozess fĂŒr die einzelnen Klimaschutzziele der LĂ€nder entwickelt werden, der sie vergleichbar macht und ihre Wirksamkeit garantiert. Denn derzeit setzt sich jedes Land individuelle Ziele mit selbst gewĂ€hlten ZeitrĂ€umen und ohne Vergleichbarkeit.

Das kommende Klimaschutzabkommen wird erstmals BeitrĂ€ge von allen LĂ€ndern einfordern. Auf dem Verhandlungstisch liegt seit der Klimakonferenz in Lima Ende letzten Jahres ein Papier mit sehr vielen Optionen und nur wenigen konkreten Vereinbarungen. Strittig ist nicht nur die Frage, wie das Zwei-Grad-Ziel erreicht werden soll, sondern auch wie entscheidende Fragen zur Finanzierung geklĂ€rt und vertraglich festgehalten werden. „IndustrielĂ€nder wie Deutschland mĂŒssen jetzt als mutige Wegbereiter auftreten und sich international stĂ€rker finanziell beteiligen. Nur so steigt auch in den Schwellen- und EntwicklungslĂ€ndern die Kompromissbereitschaft, eigene, vergleichbare und ĂŒberprĂŒfbare Verpflichtungen einzugehen“, so Tschimpke.

Bis Paris brauche es eine kluge Strategie, wie die Klimaschutzkonferenz erfolgreich abgeschlossen werden kann. Deutschland mĂŒsse hier als Vorbild fĂŒr eine naturvertrĂ€gliche Energiewende und die Erreichung der nationalen Klimaschutzziele vorangehen. „Langfristig ist Klimaschutz nur zu machen, wenn der Ausstieg aus allen fossilen EnergietrĂ€gern gelingt“, so NABU-Klimaexperte Sebastian Scholz. „Mit dem Klimabeitrag fĂŒr die dreckigsten Kraftwerke geht die Bundesregierung einen ersten Schritt in die richtige Richtung.“
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NABU: Eine lebendige Havel dank EU-Naturschutzrichtlinien
Bedeutender Naturschatz in Europa - „Fitness-Check“ darf nicht zum Naturschutz-Abbau fĂŒhren

Die Naturschutzgesetzgebung der EU soll auf den PrĂŒfstand: Aktuell haben alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger in den Mitgliedsstaaten die Gelegenheit, sich bis zum 24. Juli zur Bedeutung und zu einer möglichen „Modernisierung" der zwei wichtigsten EU-Gesetze fĂŒr den Natur- und Artenschutz zu Ă€ußern: der Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) und der Vogelschutzrichtlinie. Mit der Aktion „NaturschĂ€tze retten“ stellt der NABU jede Woche unter www.NABU.de/naturschaetze ein Gebiet, eine Art oder einen Lebensraum vor, die vom Schutz der EU profitieren oder ohne diesen verloren gehen könnten. BĂŒrgerinnen und BĂŒrger können sich jetzt auf der Kampagnenseite fĂŒr die NaturschĂ€tze einsetzen.

Unter dem Schutz der EU hat sich die Untere Havelniederung gleich in zweierlei Hinsicht zum „Naturschatz“ entwickelt: Sie bildet die Achse zwischen mehreren Natura-2000-Gebieten und beherbergt zugleich zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die durch die FFH- und Vogelschutzrichtlinie geschĂŒtzt sind. Entlang der rund 90 Flusskilometer zwischen Pritzerbe und Gnevsdorf finden sich viele schĂŒtzenswerte LebensrĂ€ume. Die Untere Havel ist nicht nur eines der bedeutendsten Feuchtgebiete des westlichen Mitteleuropas. Als Rast- und Überwinterungsgebiet nordischer Sumpf- und Wasservögel ist sie auch fĂŒr den internationalen Artenschutz von großer Bedeutung. Mehr als 1.100 gefĂ€hrdete und vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen, wie etwa Biber, Fischotter, Sumpfdotterblume und Kuckucks-Lichtnelke, sind hier zu Hause.

Wie wichtig die Verankerung von Naturschutzrichtlinien ist, zeigt ein Blick auf den „Werdegang“ der Unteren Havel. Durch Regulierungsmaßnahmen gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Havel viel von ihrer ursprĂŒnglichen Dynamik genommen. Der Bau von Deichen und Uferbefestigungen, der zunehmende Schiffsverkehr sowie die wachsende Belastung durch AbwĂ€sser und EintrĂ€ge aus der Landwirtschaft setzten dem Fluss stark zu.

Im Jahr 2005 hat der NABU daher das grĂ¶ĂŸte europĂ€ische Projekt zur Renaturierung eines Flusses gestartet. Auf etwa 19.000 Hektar werden verschiedene Maßnahmen, darunter die Entfernung von steinernen Uferbefestigungen und der Anschluss von Altarmen, umgesetzt, um so große Flussabschnitte der Unteren Havel wieder zu ihrer ursprĂŒnglichen Vielfalt zurĂŒckzufĂŒhren.

Vor diesem Hintergrund möchte der NABU zahlreiche Menschen dazu bewegen, sich fĂŒr starke Naturschutzgesetze in der EuropĂ€ischen Union auszusprechen. Einige Regierungen und Wirtschaftslobbyisten verlangen bereits die AbschwĂ€chung der Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) und Vogelschutzrichtlinie. Der Schutz von allein in Deutschland ĂŒber 5.000 Natura-2000-Gebieten könnte damit geschwĂ€cht werden. Die Jagd auf Zugvögel und Wölfe, der Schutz von FledermĂ€usen, Bibern und BuchenwĂ€ldern stĂŒnde wieder zur Debatte.

Der NABU fordert nicht nur den Erhalt der EU-Vogelschutz- und FFH-Richtlinie, sondern auch eine konsequentere Durchsetzung und Finanzierung der geltenden Naturschutzstandards. „Wenn die EU-Kommission, das EuropĂ€ische Parlament und die Mitgliedstaaten es ernst meinen mit dem Stopp des Artensterbens bis 2020, wozu sie sich verpflichtet haben, dann muss eine breit angelegte Naturschutzoffensive eingeleitet werden. Das bedeutet: mehr Geld und mehr Personal fĂŒr die Naturschutzverwaltungen, aber auch klare Bestimmungen fĂŒr Schutzgebiete sowie empfindliche Strafen fĂŒr illegales Töten von Zugvögeln in der ganzen EU“, so NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.
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NABU: Die dreckigsten Kohlekraftwerke mĂŒssen vom Netz
Kein Einknicken vor der Kohle-Lobby – Falsches Signal fĂŒr den Weltklimagipfel in Paris

Zu jĂŒngsten Medienberichten, dass der von Bundesumweltminister Gabriel geplante Klimaschutzbeitrag des Stromsektors auf Druck von Unternehmen, Gewerkschaften und Unionspolitikern um rund ein Drittel gekĂŒrzt werden soll, erklĂ€rt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: „Mit dem Klimabeitrag hat der Wirtschaftsminister ein kluges Instrument vorgelegt, um KlimaschutzbeitrĂ€ge im Energiesektor zu erzielen – es wĂ€re ein Armutszeugnis wenn Sigmar Gabriel nun vor der Kohle-Lobby einknickt. Die dreckigsten und Ă€ltesten Braunkohlekraftwerke mĂŒssen in absehbarer Zeit vom Netz, sonst werden kaum die Klimaziele bis 2020 zu schaffen sein.“

Statt der bisher veranschlagten zusĂ€tzlichen 22 Millionen Tonnen CO2 sollen gemĂ€ĂŸ der bekanntgewordenen PlĂ€ne nun lediglich 16 Millionen Tonnen durch den Kraftwerkspark eingespart werden. In der Konsequenz heißt das, dass die alten Kohlemeiler deutlich lĂ€nger laufen werden und höhere BeitrĂ€ge in anderen Sektoren geleistet werden mĂŒssen – wie genau das gehen soll, ist noch unklar. „Das Herumlamentieren und Feilschen um die Anteile, die in jedem Sektor zu leisten sind, muss ein Ende haben. Die VorschlĂ€ge, die auf dem Tisch liegen, mĂŒssen endlich aufgegriffen werden, der Klimaschutz kann nicht mehr warten“, warnt Tschimpke. Wenn sich Deutschland international weiterhin als Vorreiter in Sachen Klimaschutz profilieren wolle, dĂŒrfe die GlaubwĂŒrdigkeit nicht so leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.

Zeitgleich mit Bekanntwerden der PlĂ€ne fand in Deutschland der Petersberger Klimadialog zur Vorbereitung des internationalen Klimaschutzabkommens in Paris im Dezember statt, der am heutigen Dienstag zu Ende geht. „Wenn die Bundesregierung nicht in der Lage ist im eigenen Land glaubwĂŒrdigen Klimaschutz zu gestalten, kann sie wohl kaum von anderen LĂ€ndern mehr Ambitionen im Klimaschutz fordern“, so NABU-Klimaschutzexperte Sebastian Scholz. „Kanzlerin Merkel hat es versĂ€umt, sich klar fĂŒr die PlĂ€ne ihres Wirtschaftsministers auszusprechen und damit zugelassen, dass die Besitzstandswahrer der Kohle-Industrie direkt die internationale Klimadiplomatie torpedieren.“
 
 

 
NABU zum Artenschutzreport
Alarmierender Zustand unserer Tier- und Pflanzenarten

Aktuelle Lage der Natur muss Weckruf fĂŒr Politik sein

Der NABU wertet den am heutigen Mittwoch veröffentlichten Artenschutzreport 2015 als ein alarmierendes Signal und fordert Bund und LĂ€nder auf, aktiv gegen den dramatischen Artenschwund in Deutschland vorzugehen. Sonst werde das Ziel, den Artenverlust bis 2020 zu stoppen, nicht erreicht werden. FĂŒr den erstmals erschienenen Report hatte das Bundesamt fĂŒr Naturschutz (BfN) verschiedene Studien und Analysen der vergangenen Jahre zusammengefĂŒhrt. Jede dritte untersuchte Art in Deutschland ist danach gefĂ€hrdet.

„Der Zustand von Tieren, Pflanzen und LebensrĂ€umen verschlechtert sich in rasantem Tempo. Die aktuelle Lage der Natur muss ein Weckruf an die Politik sein. Denn Abwarten fĂŒhrt dazu, dass unsere Natur immer weiter Schaden nimmt“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. Zeitgleich mit dem Artenreport des BfN hat die EU heute einen Bericht zur Lage der Natur in Europa vorgestellt, der ebenfalls dramatische Zahlen des Artenverlustes in Deutschland und Europa unterstreicht. Danach sind beispielsweise die BestĂ€nde der Turteltaube in der EU seit dem Jahr 1980 um 95 Prozent zurĂŒckgegangen, der Kiebitzbestand ist in Deutschland im gleichen Zeitraum auf ein Viertel geschrumpft.

Tschimpke forderte Bund und LĂ€nder auf, endlich mehr fĂŒr den Naturschutz zu tun. „Die Lösungen liegen auf der Hand: Unsere Arten brauchen eine stĂ€rkere Vernetzung ihrer LebensrĂ€ume. Außerdem ist ein besseres Management der Schutzgebiete erforderlich. Und nicht zuletzt mĂŒssen die EinflĂŒsse des Menschen auf die Natur verringert werden, wenn wir FlĂ€chen fĂŒr die Land- und Forstwirtschaft oder fĂŒr den Siedlungsbau nutzen. Nur so können wir den dramatischen AbwĂ€rtstrend noch stoppen“, so der NABU-PrĂ€sident.

Mit Blick auf die Situation von Arten und LebensrĂ€umen sei es geradezu zynisch, dass die EU-Kommission derzeit ĂŒber eine Aufweichung der Naturschutzrichtlinien diskutiere. „Die Faktenlage ist ein unmissverstĂ€ndliches PlĂ€doyer fĂŒr eine bessere Umsetzung eben dieser Richtlinien. Jeder Einschnitt hĂ€tte dramatische Folgen“, warnte Tschimpke. Genau aus diesem Grund hĂ€tten sich auch bereits ĂŒber 100.000 EU-BĂŒrger an einer aktuell laufenden Online-Aktion zum Schutz der Natur beteiligt.

Zwar zeige der Artenschutzreport auch einzelne positive Entwicklungen auf, etwa fĂŒr den Biber, den Wolf oder den Schwarzstorch. Doch gehen diese auf intensive SchutzbemĂŒhungen zurĂŒck und wĂ€ren ohne die EU-Naturschutzrichtlinien nicht denkbar. Ihnen stehen jedoch massive BestandsrĂŒckgĂ€nge bei einer Vielzahl der Tier-, Pflanzen- und Pilzarten gegenĂŒber. Wertvolle LebensrĂ€ume wie Moore, FlĂŒsse und Auen, WĂ€lder oder auch extensiv bewirtschaftete Agrarlandschaften sind stark beeintrĂ€chtigt. Als Hauptursachen des ArtenrĂŒckgangs benennen sowohl der Artenschutzreport als auch die EU-weite Analyse eine immer intensivere Landnutzung sowie die Effekte des Klimawandels.


Zum Hintergrund:

Die Naturschutzgesetzgebung der EU soll auf den PrĂŒfstand: Bis zum 24. Juli haben alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger in den Mitgliedstaaten die Gelegenheit, sich zur Bedeutung und zu einer möglichen „Modernisierung" der zwei wichtigsten EU-Gesetze fĂŒr den Natur- und Artenschutz zu Ă€ußern: der Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) -und der Vogelschutzrichtlinie. Mit Blick auf diese EU-BĂŒrgerbefragung zum „Fitness Check“ möchte der NABU zahlreiche Menschen dazu bewegen, sich unter www.NABU.de/naturschaetze fĂŒr starke Naturschutzgesetze in der EuropĂ€ischen Union auszusprechen.
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NABU: Feste Fehmarnbeltquerung kommt Jahre spÀter
falls ĂŒberhaupt

Miller: Einstieg in den Ausstieg aus Europas grĂ¶ĂŸtem Verkehrsprojekt

Aus NABU-Sicht deuten aktuelle Medienberichte, dass DĂ€nemark den Bau der geplanten festen Fehmarnbeltquerung zwischen Fehmarn und Lolland um Jahre nach hinten verschieben muss, auf einen Einstieg in den Ausstieg aus Europas grĂ¶ĂŸtem Verkehrsprojekt hin. NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: "Mit der BegrĂŒndung des Baukonsortiums Fehmern A/S, man wĂŒrde ĂŒber eine zeitliche VerlĂ€ngerung bessere Baupreise aushandeln, wird der Öffentlichkeit angesichts parallel steigender Baukosten fĂŒr Stahl oder Beton Sand in die Augen gestreut. Die Art und Weise, wie jetzt versucht wird, die Verzögerungen schönzureden, zeigt, dass etwas ganz fundamental nicht stimmen kann am Irrsinnsprojekt Feste Fehmarnbeltquerung."

Auch Deutschland tue sich mit dem erheblichen Investment von rund drei Milliarden Euro allein fĂŒr die Anbindung auf deutscher Seite angesichts marginaler Verkehrsprognosen von tĂ€glich 10.000 Fahrzeugen (zum Vergleich: Elbtunnel 150.000) schwer. Nach EinschĂ€tzung des NABU wĂŒrden die dort verbauten Gelder fĂŒr den dringend notwendigen Erhalt maroder deutscher Infrastruktur gerade in Norddeutschland fehlen. TreueschwĂŒre der Bundesregierung zum Vorhaben hĂ€lt Miller deswegen fĂŒr diplomatisches GeplĂ€nkel.

"Deutschland wollte die Verbindung nie und DĂ€nemark laufen die Kosten aus dem Ruder. Langsam wird es Zeit fĂŒr eine ehrliche Bestandsaufnahme des ĂŒberflĂŒssigen Großprojektes", so Miller. HĂ€ufig zuvor hatte der NABU darauf hingewiesen, dass Artikel 22 des Staatsvertrages zur Festen Fehmarnbeltquerung Verhandlungen vorschreibt, wenn sich die Rahmenbedingungen des Vorhabens verĂ€ndern. Dieser Fall sei lĂ€ngst eingetreten. Aus finanziellen, verkehrlichen und ökologischen GrĂŒnden mĂŒsse der Tunnel endlich zu Grabe getragen werden.
 
 



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