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Freitag, 17. August 2018
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Verschiedenes

Weißstörche als Vorboten der Jubiläumssaison im Europa-Park
Störche im Europa-Park / Foto: Klaus Schultes
 
Weißstörche als Vorboten der Jubiläumssaison im Europa-Park
Mit gro√üen Fl√ľgelschl√§gen schwingen sich die imposanten Langbeiner hinauf zum Dach des Hotels Bell Rock im Europa-Park. Die Wei√üst√∂rche sind die ersten Vorboten der gro√üen Jubil√§umssaison im Europa-Park. Alle Storchenbetten sind bereits in der Woche vor Saisonstart belegt. Nicht nur auf dem First des neuenglischen 4-Sterne Superior Hotels thronen die gefiederten √úbernachtungsg√§ste, auch das portugiesische Hotel Santa Isabel erfreut sich gro√üer Beliebtheit. In der Welt der Kinder recken hungrige K√ľcken ihre Schn√§bel in die Luft und freuen sich hoch oben auf dem Riesenrutschenturm bereits auf das bunte Treiben und das freudige Kinderlachen, das ab 28. M√§rz im Europa-Park zu h√∂ren ist. Zum beliebtesten Wohnort der Schreitv√∂gel wird Deutschlands gr√∂√üter Freizeitpark mit einem weiteren Nest auf dem Tabakschopf und bietet insgesamt zehn St√∂rchen ein Zuhause. Neben den beliebten fliegenden Fotomotiven gibt es zum 40. Geburtstag des Europa-Park jede Menge weitere Highlights zu bestaunen. Neben einer komplett neuen Parade und dem neuen 4D-Film ‚ÄěDas Zeitkarussell‚Äú gibt es viele zus√§tzliche Neuerungen, die Spa√ü und Genuss f√ľr die ganze Familie versprechen.

 
 

 
Karlsruhe: Waldspaziergang in Stupferich
Revierf√∂rster informiert √ľber Holzernte und weitere Vorhaben

Bei zunehmend w√§rmerem Wetter und gut eine Woche nach Fr√ľhlingsbeginn ist die Gelegenheit g√ľnstig, am Waldspaziergang 2015 in Stupferich mit Revierf√∂rster Bernd Struck teilzunehmen. Zu diesem l√§dt die Ortsverwaltung B√ľrgerinnen und B√ľrger, Besucherinnen und Besucher herzlich ein - f√ľr Sonntag, 29. M√§rz, ab 10 Uhr. Treffpunkt ist vor der Bergleshalle. Ortsvorsteher Alfons Gartner wird auch dabei sein.

Struck informiert beim auch f√ľr Kinder interessanten Beschreiten und Bestaunen des Forsts √ľber die Bilanz der aktuellen Holzernte sowie weitere vorgesehene wirtschaftliche Ma√ünahmen, die stets im Einklang mit nachhaltig √∂kologischen Aspekten vollzogen werden. Nach dem Spaziergang bietet der Kleintier- und Vogelzuchtverein C 186 Stupferich noch einen kleinen Umtrunk mit Vesper an.
 
 

Cornelia Lutz wird neue Abteilungsleiterin der Gr√ľnfl√§chen
Cornelia Lutz / Foto: Heike Pohla
 
Cornelia Lutz wird neue Abteilungsleiterin der Gr√ľnfl√§chen
und stellvertretende Leiterin des Gartenund Tiefbauamts

In seiner heutigen Sitzung hat der Gemeinderat Cornelia Lutz
einstimmig zur neuen Leiterin der Abteilung Gr√ľnfl√§chen und
zur neuen stellvertretenden Leiterin des Garten- und
Tiefbauamts (GuT) gewählt. Sie tritt im Sommer ihre neue
Stelle an. Cornelia Lutz folgt auf Martin Leser, der seit Anfang
des Jahres neuer Leiter des Eigenbetriebs Friedhöfe ist.

Die in Bretten geb√ľrtige Landschaftsarchitektin arbeitete viele
Jahre in der freien Wirtschaft in N√ľrnberg und Freising sowie
als wissenschaftliche Assistentin an der Technischen
Universit√§t M√ľnchen. Seit 2012 ist Cornelia Lutz als
stellvertretende Leiterin des Sachgebiets ‚ÄěPlanung und Bau
Gr√ľn‚Äú bei der Stadtverwaltung N√ľrnberg t√§tig. Des Weiteren
hat sie innerhalb des Sachgebiets die Leitung des Bereichs
Objektplanung inne mit dem Neubau und der Sanierung der
√∂ffentlichen Gr√ľnfl√§chen; zudem arbeitet Cornelia Lutz in der
Projektentwicklung und Gr√ľnkonzeption.
 
 

Urauff√ľhrung des neuen Wyhl-Films im √ľberf√ľllten Gemeindesaal
Blick in den √ľberf√ľllten Evangelischen Gemeindesaal / Foto: Kurt Schmidt
 
Urauff√ľhrung des neuen Wyhl-Films im √ľberf√ľllten Gemeindesaal
Die Badisch-Els√§ssischen B√ľrgerinitiativen veranstalteten am 12. M√§rz 2015 die Urauff√ľhrung des neuen und eindruckvollen Films "Wyhl und die Linken - Geschichten aus dem Wyhler Wald". Der Evangelische Gemeindesaal von Weisweil platzte aus allen N√§hten. Die beiden Freiburger Filmemacher Bodo Kaiser und Siggi Held erhielten in der anschlie√üenden lebhaften Diskussion f√ľr die ehrliche Recherche, die humorvollen Einlagen und die sehr sch√∂nen Landschaftsbilder aus der Heimat sehr viel Lob! Zahlreiche Zeitzeugen waren auch aus Frankreich und gr√∂√üeren Entfernungen angereist und tauschten sich intensiv aus. Die vorhandenen Film-CD`s waren nach der Veranstaltung alle vergriffen. Die Badisch-Els√§ssischen B√ľrgerinitiativen wollen diesen neuen Wyhl-Film auch in Endingen und Breisach zur Auff√ľhrung bringen.
 
 

Karlsruhe: Karlsruher Zoo hält erstmals Pfeilgiftfrösche
Gelbgebänderter Pfeilgiftfrosch / Foto: Stadt Karlsruhe
 
Karlsruhe: Karlsruher Zoo hält erstmals Pfeilgiftfrösche
Ende März ziehen die ersten vier Vogelarten hinter den Kulissen des Exotenhauses ein

Wasser marsch! Langsam steigt am Donnerstagvormittag (12. M√§rz) der Wasserspiegel im Karibik-Becken. Bis zum Mittag ist das erste Gro√üaquarium im Exotenhaus geflutet, am Nachmittag folgt das Schwarzwasser-Becken. Insgesamt sechs Aquarien mit einem Fassungsverm√∂gen zwischen 5.000 und 9.000 Litern Wasser - darunter ein Ostafrika-Becken oder auch ein S√ľdostasien-Becken - sind mit jeweils rund 200 Kilogramm Sand, Mangrovenwurzeln oder auch Felsen ausgestattet und sollen nach und nach mit Wasser bef√ľllt. Das Exotenhaus √∂ffnet im Juni.

Erste Station f√ľr die Baumsteiger ist die Quarant√§nestation

Im Wirtschaftshof des Zoos sind derweil in der Quarant√§nestation die ersten vier Tierarten f√ľr Terrarien der Amphibienstation angekommen - drei Rotkopf-Plattschildkr√∂ten und drei Arten von Pfeilgiftfr√∂schen. ‚ÄěDer Karlsruher Zoo hat noch nie Pfeilgiftfr√∂sche gehalten, jede Ankunft eines neuen Tieres ist da faszinierend‚Äú, freut sich Dr. Clemens Becker, kommissarischer Zooleiter. Anfang Februar sind aus dem Zoo Halle mit den f√ľnf Marańon-Baumsteigern, die mit ihren hellen Punkten auf schokoladenbrauner Haut auch Schokoladenbaumsteiger hei√üen, die ersten Pfeilgiftfr√∂sche eingetroffen. Wie auch die vor wenigen Tagen eingetroffenen drei Para Baumsteiger und die f√ľnf Exemplare des gelbgeb√§nderten Pfeilgiftfroschs sind die Winzlinge in der Natur ziemlich giftig.

‚ÄěUnsere Tiere sind aber harmlos‚Äú, erl√§uterte Michaela Gaum, die Leiterin des Exotenhauses. Ihr Hautgift produzieren die einen bis f√ľnf Zentimeter gro√üen Pfeilgiftfr√∂sche in den Regenw√§ldern Mittel- und S√ľdamerikas aus ihrer Nahrung, aus einem Ameisen- und Termitenstoff. Die hiesigen Futtertiere - Heimchen, Fruchtfliegen oder Springschw√§nze - bieten diesen Ausgangsstoff nicht. Die Becken sind mit Warm- und UV-Licht bestrahlt, Wasserw√∂lkchen sorgen f√ľr die notwendige Luftfeuchtigkeit. Die Ausstattung ist eher karg. ‚ÄěAuf einer Quarant√§nestation sind viel Strukturen, etwa Moos und andere Gehegeausstattungen, eher kontraproduktiv‚Äú, erl√§uterte Gaum. Sp√§ter, im Exotenhaus, wird ihr Heim √ľppiger ‚Äěm√∂bliert‚Äú sein.

Australienlandschaft mit Lungenfisch und Wasserwarane

Mit dem Vivarium des Naturkundemuseums Karlsruhe hat der Zoo die Tierliste abgestimmt, denn beide Einrichtungen sollen jeweils unterschiedliche Arten zeigen. Im gro√üen Karibik-Becken werden bis zu einem Meter lange Knochenhechte und Kahlhechte schwimmen. Nebenan im Schwarzwasserbecken werden unter anderem die aus dem Zoo Leipzig kommenden Diskusfische eingesetzt. Im Ostafrika-Becken sind etwa Kongosalmler zu sehen, im Malawisee-Becken werden die Malawiseebarsche einziehen, die bislang im Elefantenhaus lebten, zudem gelbe Maulbr√ľter. Ihr Aquarium bietet mit einer Felsmauer im Wasser viele R√ľckzugsm√∂glichkeiten, damit sich die revierbildenden Barsche untereinander abgrenzen k√∂nnen.

Bei der Australienlandschaft m√ľssen noch letzte Arbeiten an der Grundstruktur des Geheges erledigt werden. In diesem Terrarium werden Wasserwarane und Wasseragame gezeigt, zudem Schlangenarten, Schildkr√∂ten, Regenbogenfische. Und Lungenfische, freut sich Michaela Gaum √ľber diese selten gezeigten Tiere.

Sonnenralle und Dajaldrossel √ľbernehmen den Erstbezug

Beim Gehege der Riesenschildkr√∂ten soll noch eine leicht wellige Landschaft entstehen. Einziehen werden hier zwei 15 und 18 Jahre alte Tiere, die beschlagnahmt wurden. Die 70 bis 80 Zentimeter gro√üen Tiere leben derzeit im Zoo Z√ľrich. ‚ÄěManchmal muss man jahrelang auf Tiere warten‚Äú, wissen Becker und Gaum um die Schwierigkeit, bestimmte Tiere zu bekommen. Die Erstbewohner des Exotenhauses sind daher nicht selten noch junge Tiere. ‚ÄěUnsere Tiere wachsen ins Exotenhaus hinein. Wie wir auch - von Tag zu Tag ein St√ľckchen mehr‚Äú, lacht Gaum. Die Seychellen-Riesenschildkr√∂ten werden sich das Gehege mit den Strahlenschildkr√∂ten teilen. Im Au√üenbereich haben auch griechische Landschildkr√∂ten ein Heim. Ihr Gehege bekommt ein H√§uschen, das auch √úberwinterungsquartier sein wird.

Die ersten Tiere, die direkt ins Exotenhaus, allerdings hinter den Kulissen, einziehen, sind vier Vogelarten aus dem Zoo Leipzig. Sonnenralle, Dajaldrossel, Rotschopfturako und eine Gruppe Madagaskarweber werden Ende März erwartet.
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 √Ėlunfall in Neuseelands K√ľstengew√§sser bedroht seltene Maui-Delfine
Ein Hektor-Delfin hat sich in einem Netz verfangen. / Foto: S. Dawson, NABU Int.
 
√Ėlunfall in Neuseelands K√ľstengew√§sser bedroht seltene Maui-Delfine
√Ėlkonzern OMV verursacht dritte Havarie in sensiblen Meeresgew√§ssern

Ein von der √∂sterreichischen Mineral√∂lfirma OMV verursachter √Ėlunfall vor der K√ľste Neuseelands bedroht die weltweit letzten Maui-Delfine. Der Unfall ereignete sich am 20. Februar etwa 70 Kilometer vor der Westk√ľste von Neuseelands Nordinsel. Der F√∂rderschlauch eines von OMV betriebenen schwimmenden √Ėllagers begann bei der √Ėlf√∂rderung zu lecken. Dabei wurden nach Aussagen von OMV etwa 300 Liter Roh√∂l freigesetzt, die sich innerhalb von drei Tagen auf eine Gr√∂√üe von zehn Kilometern ausbreiteten. In nur 30 Kilometern Entfernung leben die seltensten Meeresdelfine der Welt, die Maui-Delfine, von denen es nur noch 50 Tiere gibt. Das Gebiet vor Neuseelands K√ľste ist ihre letzte Bastion. Zudem gef√§hrdet das √Ėl vom Aussterben bedrohte Blauwale sowie seltene endemische Albatrosse und Sturmv√∂gel.

‚ÄěEs ist bereits der dritte von OMV verursachte √Ėlunfall in diesem Gebiet in nur f√ľnf Jahren. Die Vorf√§lle zeigen die Gefahren auf, die von der √Ėlsuche und √Ėlf√∂rderung ausgehen‚Äú, sagte Thomas Tennhardt, Vorsitzender der NABU International Naturschutzstiftung. W√ľrde es zu einem gr√∂√üeren √Ėlunfall kommen, k√∂nnte sich das Roh√∂l innerhalb weniger Tage bis zum Lebensraum der Maui-Delfine ausbreiten. ‚ÄěWir fordern daher, die √Ėlf√∂rderung in sensiblen Meeresgew√§ssern konsequent zu verbieten‚Äú, so Tennhardt. Der √Ėlkonzern OMV, der auch Tankstellen in Deutschland betreibt, erhielt vor kurzem die Genehmigung f√ľr sieben weitere Bohrl√∂cher in dem Gebiet.

‚ÄěDie Genehmigungen f√ľr die √Ėlbohrungen wurden erteilt, ohne dass es zuvor zuverl√§ssige wissenschaftliche Untersuchungen zu den Auswirkungen auf die maritime Umwelt gegeben hat‚Äú, kritisierte Barbara Maas, Leiterin Internationaler Artenschutz der NABU International Naturschutzstiftung. ‚ÄěEs ist ein Armutszeugnis der neuseel√§ndischen Regierung, dass sie die Bohrungen gegen den Rat von Wissenschaftlern und den Willen der Bev√∂lkerung erlaubt und aus Profitgier die Vernichtung der in Neuseeland endemischen Maui-Delfine riskiert‚Äú, so Maas.

√Ėlverschmutzungen sch√§digen Meeress√§uger massiv. Die Tiere verschlucken das √Ėl, nehmen es √ľber die Haut und die Augen auf und atmen die giftigen Gase ein. Dies f√ľhrt zu einer ganzen Reihe von Gesundheitsproblemen wie Lungenerkrankungen und Gewichtsverlust bis hin zum Tod.

Akute Todesf√§lle durch √Ėlverschmutzung sind nicht die einzige Bedrohung f√ľr die Maui-Delfine. Auf der Suche nach verborgenen √Ėl- oder Gasfeldern werden seismische Untersuchungen durchgef√ľhrt. Dazu geben Schallkanonen wochen- oder monatelang rund um die Uhr im Sekundentakt starke Schallwellen ab, die mit einer Lautst√§rke von bis zu 256 Dezibel Richtung Meeresboden geschickt werden, um deren Echo auszuwerten. Der ohrenbet√§ubende L√§rm verletzt besonders die ger√§uschempfindlichen Wale und Delfine und vertreibt sie mitunter aus f√ľr sie lebenswichtigen Lebensr√§umen. ‚ÄěSelbst in der Zeit der Paarung und Jungenaufzucht f√ľhren die internationalen Konzerne derartige Untersuchungen in den einzigartigen Gew√§ssern Neuseelands durch‚Äú, kritisierte Maas.

NABU International hat Kontakt mit OMV aufgenommen und den Konzern vor den gef√§hrlichen Folgen ihrer Handlungen gewarnt. Die Stiftung fordert ein Verbot von seismischen Untersuchungen und √Ėlgewinnung im Lebensraum der Maui-Delfine sowie in angrenzenden Gebieten, um das Aussterben der extrem seltenen Tiere zu verhindern. Zudem ruft NABU International zu einer Petition auf, um Natursch√ľtzer aus aller Welt f√ľr den Schutz der Delfine zu mobilisieren. Der Verband unterst√ľtzt au√üerdem Umweltsch√ľtzer vor Ort.
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NABU: Gelungenes Comeback - Dem Wolf eine Chance geben
Kompetenzzentrum Wolf einrichten

Der Wolf ist zur√ľck in Deutschland. Vor 15 Jahren kamen in Sachsen die ersten Wolfswelpen zur Welt, deren Eltern aus Osteuropa eingewandert waren. Aktuell gibt es bundesweit 35 Wolfsfamilien (31 Rudel und vier Paare) in den L√§ndern Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. √úber 150 Jahre nach seiner Ausrottung hat der Wolf in Deutschland selbstst√§ndig wieder eine Heimat gefunden.

‚ÄěWir sprechen beim Wolf √ľber eine gelungene R√ľckkehr aus eigenem Antrieb. Er ist wieder da und es werden mehr Tiere. Ein Beleg daf√ľr, was Schutzma√ünahmen wie das Jagdverbot und eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz erreichen k√∂nnen. Im Jahr 15 der R√ľckkehr des Wolfes geht es nun darum, das Zusammenleben von Mensch und Wolf so zu gestalten, dass eine Nachbarschaft auf Dauer m√∂glich wird. Der NABU nimmt die berechtigten Sorgen der Menschen in den Wolfsgebieten seit Langem sehr ernst, indem er sachlich informiert und mit allen Betroffenen Gespr√§che f√ľhrt. F√ľr Panikmache und Hysterie gibt es aber keinen Anlass, denn die auftretenden Konflikte sind l√∂sbar. Wir m√ľssen dem Wolf eine Chance geben und gleichzeitig den Umgang mit Wildtieren wieder lernen‚Äú, sagte NABU-Pr√§sident Olaf Tschimpke. Der Wolf genie√üt in Deutschland seit der Wiedervereinigung und in Europa seit 1992 den h√∂chsten Schutzstatus.

Der NABU spricht sich f√ľr die Einrichtung eines bundesweiten Kompetenzzentrums Wolf aus. ‚ÄěWir brauchen eine Koordinierungsstelle, in der Erfahrungen und Daten, die bundesweit im Wolfsmanagement gemacht oder erhoben werden, geb√ľndelt, analysiert und zentral zur Verf√ľgung gestellt werden. Dazu geh√∂ren die Bereiche Monitoring, √Ėffentlichkeitsarbeit, Herdenschutz und Grundlagen- sowie Ursachenforschung f√ľr nicht nat√ľrliche Todesf√§lle bei W√∂lfen‚Äú, so Tschimpke weiter. Solch eine Stelle erm√∂gliche den √úberblick √ľber die aktuelle Situation sowie den Erfahrungsaustausch zwischen Bundesl√§ndern √ľber den Umgang mit dem Wildtier. Vorreiter eines vorbildlichen Wolfsmanagements sei derzeit Sachsen.

Illegale Wolfst√∂tungen stellen nach wie vor eine der h√§ufigsten Todesursachen f√ľr W√∂lfe dar. Solche Straftaten m√ľssen von spezialisierten Kriminalisten verfolgt werden. Nach dem Vorbild Sachsens und Brandenburgs oder verschiedener europ√§ischer L√§nder sollte in jedem Bundesland eine Stabsstelle f√ľr Artenschutzkriminalit√§t existieren. Auch m√ľssten Schutzma√ünahmen f√ľr Nutztiere gef√∂rdert werden, damit Konflikte zwischen W√∂lfen und Nutztierhaltern auf ein Minimum reduziert werden. Unter diesen Voraussetzungen und einhergehend mit einer intensiven √Ėffentlichkeitsarbeit, wie sie durch den NABU bundesweit betrieben wird, stehen die Chancen f√ľr ein konflitkarmes Miteinander von Mensch und Wolf im Jahr 2030 g√ľnstig.

Zu den Berichten √ľber Wolfssichtungen in der N√§he von Wohngebieten erl√§utert NABU-Wolfsexperte Markus Bathen: ‚ÄěW√∂lfe brauchen keine Wildnis und leben mit uns in der Kulturlandschaft. Daher ist eine Wolfs-Sichtung in der N√§he von Siedlungen an sich nichts Ungew√∂hnliches. Insbesondere Jungtiere sind h√§ufig neugieriger und unbedarfter als die erwachsenen W√∂lfe. Hierbei gilt: Von gesunden W√∂lfen geht in der Regel keine Gefahr aus. Jedoch kann es durch √§u√üere Einfl√ľsse vorkommen, dass sich das Verhalten eines Wolfes so ver√§ndert, dass es notwendig wird, seine Scheu zu reaktivieren.‚Äú Schon seit 2007 liegt ein Leitfaden des Bundesamtes f√ľr Naturschutz f√ľr den Umgang mit auff√§lligen W√∂lfen vor. Bathen: ‚ÄěEntscheidend ist, im Einzelfall die angemessene Ma√ünahme auszuw√§hlen.‚Äú

Mit Blick auf seine vor zehn Jahren gestartete Kampagne ‚ÄěWillkommen Wolf!‚Äú zog der NABU eine positive Bilanz seiner Arbeit: Inzwischen ist ein Netzwerk von √ľber 500 NABU-Wolfsbotschaftern etabliert, die lokal √ľber das Wildtier Wolf informieren. Mehr als 85.000 Wolfsfans erreicht der NABU √ľber soziale Netzwerke, √ľber 2.000 Wolfspaten f√∂rdern die Wolfsprojekte des NABU. Die Forschung zu frei lebenden W√∂lfen hat in den vergangenen 30 Jahren viele neue Erkenntnisse zu Tage gebracht, die der NABU nun weitergibt. So wei√ü man heute beispielsweise, dass es in europ√§ischen frei lebenden Wolfsrudeln keine Alpha- und Omega-Tiere gibt. Dieses Ph√§nomen tritt nur in Tiergehegen auf, in denen die W√∂lfe auch nach Erreichen der Geschlechtsreife im Rudel bleiben m√ľssen, statt abzuwandern.

Thomas Steg, Generalbevollm√§chtigter und Leiter Au√üen- und Regierungsbeziehungen Volkswagen: ‚ÄěAls Wolfsburger haben wir nat√ľrlich ein Herz f√ľr W√∂lfe, aber auch genug Verstand, unser Engagement f√ľr den Artenschutz nicht mit purer Wolfsromantik zu verwechseln. Die R√ľckkehr der W√∂lfe in unser dicht besiedeltes Land erfordert ein umfassendes Wolfsmanagement, das die berechtigten Schutz- und Sicherheitsbed√ľrfnisse aller ‚Äď vor allem auch der Nutztierhalter ‚Äď ber√ľcksichtigt.‚Äú

Die Volkswagen AG unterst√ľtzt das NABU-Projekt ‚ÄěWillkommen Wolf!‚Äú seit 2005. Vom 24. bis 26. September wird in Wolfsburg eine Wolfstagung mit internationalen Experten stattfinden. Die Volkswagen AG ist auch Partner des NABU-Journalisten-Preises ‚ÄěKlartext f√ľr W√∂lfe‚Äú. Pr√§miert werden journalistische Arbeiten, die von Mai 2015 bis April 2016 ver√∂ffentlicht werden.

Ab sofort gibt es jeden Mittwoch unter www.NABU.de interessante Fakten und Geschichten rund um den Wolf, am 30. April ruft der NABU mit vielen regionalen Info-Aktionen zum ‚ÄěTag des Wolfes‚Äú auf.
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NABU-Zahl des Monats: 70.000 Kraniche √ľberwintern in √Ąthiopien
Kraniche im Abendrot / Foto: Tom Dove
 
NABU-Zahl des Monats: 70.000 Kraniche √ľberwintern in √Ąthiopien
Expeditionen zu Überwinterungsplätzen offenbaren: Zerstörung der Natur in Teilen des Landes dramatischer als erwartet

Experten erfassten im Januar dieses Jahres mehr als 70.000 √ľberwinternde Kraniche in √Ąthiopien. Bereits 2007 startete ein Projekt von Kranichschutz Deutschland, der Bundesarbeitsgruppe (BAG) Afrika des NABU und der √§thiopischen Naturschutzorganisation Ethiopian Wildlife and Natural History Society (EWNHS), um die europ√§ischen Kraniche in dem ostafrikanischen Land zu kartieren und ihre Gef√§hrdungen darzustellen.

Während der ersten vier Expeditionen in den Jahren 2007 bis 2013 konnten viele bis dahin nicht bekannte Überwinterungsplätze von Kranichen ausfindig gemacht werden. Dabei stellte sich heraus, dass die Zerstörung der Natur beispielsweise im Bereich des Großen Grabenbruchs (Rift Valley) dramatischer ist als erwartet.

Im Vergleich zu 2013 zeigte sich insbesondere die Intensivierung der Landwirtschaft als ein gro√ües Problem, da in diesem Zusammenhang gro√üfl√§chig Grasl√§nder und Feuchtwiesen verloren gingen. Experten machen daf√ľr auch die Produktion von Blumen in Foliengew√§chsh√§usern verantwortlich, welche weiter zugenommen hat. Die Blumen - haupts√§chlich Rosen - werden sp√§ter in Deutschland und anderen Industriel√§ndern vor allem in Superm√§rkten verkauft. Das gravierende daran ist, dass der Wasserverbrauch f√ľr die Produktion die Feuchtgebiete, Seen und Stauseen augenscheinlich schrumpfen l√§sst. G√ľnter Nowald, Leiter des Kranich-Informationszentrums r√§t daher, Blumen nur aus heimischer Produktion zu erwerben. Entsprechend haben St√∂rreize zugenommen und es fehlt an Brutpl√§tze und Nahrungsfl√§chen f√ľr die Jungenaufzucht.

Im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit der Universität Jimma fanden bereits Gespräche zum Feuchtgebiets- und Kranichschutz statt, unter anderem mit Taye Tolemariam Ejeta, dem Vizepräsidenten der Hochschule. Die Ergebnisse sollen den Entscheidungsträgern der Regionsverwaltung dargestellt werden, um die bedrohten Feuchtgebiete zu sichern.

Am wichtigsten √úberwinterungsgebiet f√ľr Kraniche in √Ąthiopien, dem Tanasee, engagiert sich der NABU bereits seit 2012 im Rahmen eines BMZ gef√∂rderten Projektes f√ľr den Aufbau eines UNESCO-Biosph√§renreservats. Gemeinsam mit den lokalen Beh√∂rden arbeitet der NABU daran, die einzigartige Natur der Region langfristig zu erhalten.
 
 



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