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Dienstag, 19. Februar 2019
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Verschiedenes

 
Von Schiffsabgasen geht große Gesundheitsgefahr aus
Wissenschaftler bestĂ€tigen: Abgasfilter fĂŒr Schiffe dringend erforderlich

Wissenschaftler der UniversitĂ€t Rostock haben jetzt in einer internationalen Studie nachweisen können, wie gefĂ€hrlich ungefilterte Schiffsabgase fĂŒr die Gesundheit sind. Dabei fanden sie heraus, dass nicht nur bei Verwendung von giftigem Schweröl sondern auch von Schiffsdiesel die Feinstaubemissionen extrem gesundheitsschĂ€dlich sind. „Die Ergebnisse sind erschreckend und bestĂ€tigen unsere schlimmsten BefĂŒrchtungen: Schiffsemissionen verursachen schwerwiegende Erkrankungen der Lungen und des Herzens“, so NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Bemerkenswert ist auch, dass die Wissenschaftler als Lösung eine Kombination aus schwefelĂ€rmerem Treibstoff plus Rußpartikelfilter vorschlagen. „Der NABU fordert schon seit Jahren die AusrĂŒstung von Schiffen mit Partikelfiltern. An Land ist die Technik lĂ€ngst Standard. Die Gesundheitsbelastung hat sich dadurch erheblich verringert. Halbherzige Lösungen wie die Scrubber-Technologie oder Effizienzmaßnahmen allein reichen zum Schutz von Mensch und Umwelt lĂ€ngst nicht aus“, so Miller. Trotzdem werden weiterhin Schiffe ohne Rußpartikelfilter gebaut, wie etwa TUI Cruises jĂŒngster Flottenzugang „Mein Schiff 4“, das heute in Kiel getauft wird.

Insbesondere die Bewohner von KĂŒstenregionen und HafenstĂ€dten sind von den Emissionen aus Schiffsmotoren stark betroffen. „Die Studie zeigt, dass gerade Schweröl fĂŒr hohe Konzentrationen an bekannten toxischen Substanzen wie Schwermetallen und Kohlenwasserstoffen in der Luft verantwortlich ist. Wir können die Empfehlung der Wissenschaftler, dringend saubere Kraftstoffe und wirksame Abgastechnik zu verwenden, nur unterstreichen“, so Dietmar Oeliger, NABU-Verkehrsexperte.

Bereits im Jahr 2013 hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Dieselrußemissionen als Ă€hnlich krebserregend eingestuft wie Asbest. Rußpartikel sind darĂŒber hinaus – nach Kohlendioxid – der zweitstĂ€rkste Klimatreiber. Eine wirksame Abgastechnik bei Schiffen kann daher gleich zwei entscheidende BeitrĂ€ge leisten: zum Klima- und zum Gesundheitsschutz.
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Freiburger GEO-Tag der Artenvielfalt am 13. und 14. Juni 2015 im Rieselfeld
Beim diesjĂ€hrigen GEO-Tag, den das Freiburger Netzwerk Artenvielfalt im Rieselfeld veranstaltet, sind alle Naturfreunde und Naturbegeisterte herzlich willkommen. Die Besucherinnen und Besucher können an naturkundlichen Exkursionen teilnehmen und Tier- und Pflanzenarten erforschen, bestimmen und kartieren. UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik spricht um 12.00 Uhr das Grußwort seitens der Stadt Freiburg.

17 gefĂŒhrte Exkursionen und Angebote durch Biologen, Förster und andere Naturkundige sind ĂŒber die beiden Tage verteilt. Am Samstagabend ab 21.00 Uhr stehen die FledermĂ€use und Nachtfalter im Mittelpunkt des Interesses und am Sonntagmorgen geht es mit der ersten Vogelexkursion bereits um 7.00 Uhr los.

Einsatzort fĂŒr die Feldforschung ist in diesem Jahr das Naturschutzgebiet Rieselfeld im gleichnamigen Freiburger Stadtteil. In der Zeit von 1891 – 1985 wurden im Rieselfeld die stĂ€dtischen AbwĂ€sser verrieselt und dadurch gereinigt. Das Gebiet hat eine FlĂ€che von rund 257 ha und wurde 1995 als Ausgleich fĂŒr die Teilbebauung des Rieselfeldes als 200. Naturschutzgebiet unter Naturschutz gestellt. Die Wiesen und Weiden des Rieselfeldes sind heute nur deshalb waldfrei, weil sie gemĂ€ht oder beweidet werden. Viele Tier- und Pflanzenarten, die offene und sonnige LebensrĂ€ume bevorzugen, profitierten ĂŒber Jahrhunderte von der Mahd und der Beweidung. Diese Art der Landbewirtschaftung und die hiermit verbundene Schaffung unterschiedlicher LebensrĂ€ume fĂŒhrten zu einer Erhöhung der Artenvielfalt. Die Erhaltung der artenreicher Wiesen und Weiden z.B. fĂŒr Weißstörche, Schwarzkehlchen, Neuntöter, Schmetterlinge wie der KurzschwĂ€nzige BlĂ€uling oder auch die Wiesen-Flockenblume ist eines der wichtigsten Entwicklungsziele im Naturschutzgebiet.

Am Freiburger Tag der Artenvielfalt sind nicht nur Experten gefragt: Jeder, der sich fĂŒr die Natur und fĂŒr ihren Schutz interessiert, kann mitmachen, insbesondere auch Familien mit Kindern. Unter Anleitung von Fachleuten können Hobbybiologen die dort vorhandenen LebensrĂ€ume erforschen, Tier- und Pflanzenarten bestimmen und erfassen. Bundesweit werden dann sĂ€mtliche Ergebnisse dieses Tages zusammengetragen.

Treffpunkt am Sonntag fĂŒr alle Exkursionen ist immer am Ökomobil, dem fahrenden Naturlabor des RegierungsprĂ€sidiums am Besucherparkplatz beim Eingang in den Mundenhof. Treffpunkt fĂŒr die Abendexkursionen am Vortag ist ebenfalls am Besucherparkplatz.

Veranstalter ist das Freiburger Netzwerk Artenvielfalt zu dem sich 20 verschiedene Regionale NaturschutzverbĂ€nde und -Gruppen, Ämter der Stadt Freiburg und weitere Einrichtungen zusammengeschlossen haben. Mehrere Partner aus dem Freiburger Netzwerk Artenvielfalt sind am Sonntag auch mit InfostĂ€nden am Besucherparkplatz vertreten.
Am Treffpunkt stehen Fachleute aus den verschiedenen Bereichen bereit, um die Interessierten zu begleiten und die gefundenen Insekten, Vögel und SÀugetiere sowie Pflanzen bestimmen zu helfen. SÀmtliche Exkursionen werden von Fachleuten begleitet und sind kostenlos.

Weitere Informationen und den Veranstaltungsflyer gibt es zentral bei der Ökostation im Seepark, Falkenbergerstr. 21 B, 79110 Freiburg. Alle Infos und Exkursionen stehen auch online unter www.oekostation.de/de/projekte/freiburger_geo_tag_artenvielfalt.htm
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Starkes Signal der G7 zu internationalem Klimaschutz
International ist die Klimakanzlerin zurĂŒck, national fehlt das Bekenntnis zu den Klimazielen

Zum Bekenntnis der G7-Staaten zur Dekarbonisierung der Weltwirtschaft in diesem Jahrhundert und zum Einhalten des Zwei-Grad-Ziels erklĂ€rt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: „Es ist ein wichtiges Signal fĂŒr den internationalen Klimaschutz, dass die G7-LĂ€nder vor Ablauf des Jahrhunderts den Ausstoß von Treibhausgasen auf Null reduzieren wollen. Angela Merkel hat auf internationaler BĂŒhne ihre Rolle als Klimakanzlerin wieder angenommen und sich gegen den Widerstand ihrer Kollegen mit einem klaren Statement fĂŒr den Klimaschutz durchgesetzt. Diese Rolle muss Kanzlerin Merkel nun national mit GlaubwĂŒrdigkeit fĂŒllen: Die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft geht nur mit der naturvertrĂ€glichen Energiewende und wenn die fossilen EnergietrĂ€ger im Boden bleiben. Deshalb wird es Zeit, dass sich Merkel in der Debatte um den Klimabeitrag hinter ihren Wirtschaftsminister stellt. Er hat ein kluges und effektives Instrument fĂŒr den Klimaschutz auf den Tisch gelegt: Durch die zusĂ€tzliche Abgabe fĂŒr die Ă€ltesten und dreckigsten Kohlemeiler kann Deutschland seine Klimaschutzziele erreichen und vermeidet einen Strukturbruch.“
 
 

 
Tegeler Fließtal profitiert von EU-Naturschutzrichtlinien
EU-Fitness-Check darf nicht zum Naturschutz-Abbau fĂŒhren

Die Naturschutzgesetzgebung der EU soll auf den PrĂŒfstand. Bis zum 24. Juli haben alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger in den Mitgliedstaaten die Gelegenheit, sich zur Bedeutung und zu einer möglichen „Modernisierung“ der zwei wichtigsten EU-Gesetze fĂŒr den Natur- und Artenschutz zu Ă€ußern. Es gilt die Erfolgsgeschichte der EU-Vogelschutz- und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie fortzuschreiben und die geplanten Lockerungen zu verhindern. Mit der Aktion „NaturschĂ€tze retten“ stellt der NABU unter www.NABU.de/naturschaetze jede Woche ein Gebiet, eine Art oder einen Lebensraum vor, die vom Schutz der EU profitieren. Diese Woche: das Tegeler Fließtal in Berlin.

Unter dem Schutz der EU hat sich das Tegeler Fließtal in Berlin zum „Naturschatz“ entwickelt. Das Natura-2000-Gebiet umfasst das Landschaftsschutzgebiet Tegeler Fließ, das Naturschutzgebiet KalktuffgelĂ€nde und das Naturschutzgebiet Niedermoorwiesen. Das Fließ mĂŒndet in den Tegeler See mit direktem Anschluss zur Havel. Seine Ufer sind in weiten Teilen durch eine vielfĂ€ltige Bachauenlandschaft geprĂ€gt, die sich mit ausgedehnten Wiesen, Erlenbruch und GrauweidengebĂŒschen abwechselt. Das Fließtal bietet somit auf seiner LĂ€nge von fast 15 Kilometern Pracht-Nelke und Fieberklee genauso wie SperbergrasmĂŒcke und Fischotter Lebensraum. Es kommen elf von den 13 fĂŒr Berlin nachgewiesenen Amphibien- und Reptilienarten hier vor.

Der Zustand des Gebietes wird dank verschiedener Maßnahmen kontinuierlich verbessert beziehungsweise auf seinem hohen Standard gehalten. Zurzeit wird an der DurchgĂ€ngigkeit des Fließes mittels Fischtreppen und dem RĂŒckbau von Sohlschwellen gearbeitet. Die aus Holz oder Beton bestehenden Schwellen wurden quer zum Wasserverlauf in den Fluss gebaut, um die Fließgeschwindigkeit zu verringern. Auch die verschiedenen Feuchtwiesentypen benötigen viel Pflege durch extensive Mahd und Beweidung. Die NABU-Bezirksgruppe Reinickendorf macht seit vielen Jahren Werbung fĂŒr die Natur vor Ort und engagiert sich im Einsatz gegen Neophyten (gebietsfremde Pflanzenarten) wie Springkraut oder Kamtschatka-Knöterich.

„Es ist fraglich, ob ohne die Richtlinien aus BrĂŒssel Deutschland bzw. das Land Berlin seit 1992 so große Anstrengungen unternommen hĂ€tte, um alleine in Berlin 16 Schutzgebiete dieser QualitĂ€t auszuweisen“, sagt Anja Sorges, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des NABU Berlin. „Dabei haben sich die MĂŒhen gelohnt: die Berliner BĂŒrger wissen Gebiete, wie das Tegeler Fließtal als Natur- und NaherholungsrĂ€ume direkt vor ihrer HaustĂŒre genauso zu schĂ€tzen, wie Kranich, Biber und Wachtelkönig.

Mit Blick auf die EU-BĂŒrgerbefragung zum „Fitness-Check“ möchte der NABU zahlreiche Menschen dazu bewegen, sich fĂŒr starke Naturschutzgesetze in der EuropĂ€ischen Union auszusprechen. Einige Regierungen und Wirtschaftslobbyisten verlangen bereits die AbschwĂ€chung der FFH- und Vogelschutzrichtlinie. Der Schutz von alleine in Deutschland ĂŒber 5.000 Natura-2000-Gebieten könnte damit geschwĂ€cht werden. Die Jagd auf Zugvögel und Wölfe, der Schutz von FledermĂ€usen, Bibern und BuchenwĂ€ldern stĂŒnde wieder zur Debatte.
Der NABU fordert nicht nur den Erhalt der genannten Richtlinien, sondern auch eine konsequente Durchsetzung und Finanzierung der geltenden Naturschutzstandards.
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Gefeilsche ums Fracking beenden
Grundwasserschutz ist nicht verhandelbar - Fracking-Gesetzesentwurf nachbessern

Mit Blick auf die heutige Expertenanhörung im Umweltausschuss des Bundestags zum Fracking-Gesetzesentwurf warnt der NABU erneut vor den Folgen der Risikotechnologie. „Der Schutz unseres Grundwassers ist nicht verhandelbar“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. Die Bundesregierung habe es bisher versĂ€umt klarzustellen, dass der Grundwasserschutz uneingeschrĂ€nkt in Deutschland gilt. Nach dem aktuellen Stand sei zu befĂŒrchten, dass in der Praxis fĂŒr Fracking nur ein geringeres Schutzniveau fĂŒr das Grundwasser gelte. Die BundeslĂ€nder hĂ€tten sich daher zu Recht Anfang Mai fĂŒr eine Nachbesserung des Fracking-Gesetzes ausgesprochen.

„Das Parlament muss dem Votum des Bundesrats folgen und alles dafĂŒr tun, dass SchĂ€den an Mensch und Natur verhindert werden“, so Tschimpke. Mit der vom NABU geforderten Klarstellung zum Grundwasserschutz wĂŒrde sichergestellt, dass von vornherein Schutzvorkehrungen fĂŒr jedes Einleiten und Einbringen sowie die Lagerung und Ablagerung von Stoffen einschließlich der Ablagerung von LagerstĂ€ttenwasser in das Grundwasser getroffen wĂŒrden – und nicht erst, wenn tatsĂ€chlich mit SchĂ€den zu rechnen sei.

Der NABU lehnt zudem die auf Betreiben der Unionsparteien vorgeschlagene Expertenkommission ab. „Statt die Entscheidung, ob es Fracking gibt oder nicht, einer Expertenkommission zu ĂŒberlassen, muss der Bundestag seiner Verantwortung gerecht werden und selbst regeln, ob und unter welchen Voraussetzungen Fracking hingenommen wird“, so Tschimpke. Es dĂŒrften weder Erprobungsvorhaben noch kommerzielle Vorhaben zugelassen werden, solange nicht demokratisch legitimierte Organe unter Anhörung der beteiligten Kreise und der Öffentlichkeit die Risiken des Frackings beurteilt und die zu beachtenden Anforderungen festgelegt hĂ€tten.

Aus NABU-Sicht muss zudem nach Inkrafttreten des Gesetzes mit bundesweit neuen AufsuchungsantrĂ€gen zum „Fracken“ gerechnet werden. Grund sei die ZulĂ€ssigkeit von Erprobungsvorhaben. „Erprobungsvorhaben sind das Einfallstor fĂŒr Frackingvorhaben im großen Stil. ErklĂ€rt die Expertenkommission das Fracking fĂŒr eine geologische Formation fĂŒr unbedenklich, wird der Anwendung der Hochrisikotechnologie TĂŒr und Tor geöffnet“, warnte NABU-Energieexperte Ulf Sieberg. Da die Voraussetzungen fĂŒr Fracking-Erprobungsvorhaben im Kabinettsbeschluss nicht definiert wĂŒrden, könne jede gewöhnliche Aufsuchung zu einer Erprobung durch die Unternehmen deklariert werden. Der NABU fordert die Mitglieder des Umweltausschusses auf, dem Beschluss des Bundesrats zu folgen, um Erprobungsvorhaben rechtssicher zu verbieten. Mindestens mĂŒssten aber die BundeslĂ€nder die Möglichkeit erhalten, Erprobungsvorhaben zu untersagen.

„Wenn die schwarz-rote Bundesregierung ihre eigene Energiewende untergrĂ€bt und Fracking aus klima- und energiepolitischen GrĂŒnden nicht ablehnen will, sollte sie es wenigstens zum Schutz des Grundwassers und von Mensch und Natur tun“, so Sieberg.
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NABU-Protestaktion gegen Glyphosat-Verkauf zeigt erste Erfolge
NABU-Protestaktion gegen Glyphosat / Foto: NABU /Diana Neumerkel
 
NABU-Protestaktion gegen Glyphosat-Verkauf zeigt erste Erfolge
Gesamte Baumarkt-Branche muss umstrittenes Pestizid endlich auslisten

Mit einer Online-Protestaktion hat der NABU an die fĂŒhrenden BaumĂ€rkte und Gartencenter appelliert, sĂ€mtliche Produkte mit dem umstrittenen Pestizidwirkstoff Glyphosat aus dem Sortiment zu nehmen. „Innerhalb weniger Tage haben sich an der Aktion bereits fast 1.500 Personen beteiligt und dazu beigetragen, dass die ersten Unternehmen einen Ausstieg aus dem Verkauf des Pflanzengifts verbindlich zugesagt haben“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Neben Toom Baumarkt hĂ€tten mittlerweile auch die Unternehmen Pflanzen-Kölle, Knauber, Gartencenter Holland, Gartencenter Augsburg und Globus Baumarkt schriftlich erklĂ€rt, kĂŒnftig auf jeglichen Verkauf von Glyphosat-Produkten zu verzichten. Die große UnterstĂŒtzung der NABU-Protestaktion mache deutlich, dass die Umweltrisiken von Glyphosat in der Öffentlichkeit zunehmend diskutiert wĂŒrden und ein Verkauf des Mittels an Privatpersonen fĂŒr Haus- und KleingĂ€rten nicht mehr zu verantworten sei.

Glyphosat ist das weltweit am meisten eingesetzte Herbizid, von dem in Deutschland weiterhin 51 verschiedene Anwendungen fĂŒr den Haus- und Kleingartenbereich zulĂ€ssig sind. Bedenkenlos wird es unter Handelsnamen wie „Roundup“ versprĂŒht, in der Hoffnung auf unkrautfreie Blumenbeete und Gartenwege. Dabei schadet es Mensch und Natur erheblich. So gilt das Mittel laut Weltgesundheitsorganisation als wahrscheinlich krebserregend. Wissenschaftliche Studien bringen verminderte Fruchtbarkeit und Störungen der Embryonalentwicklung mit Glyphosat-Einsatz in Verbindung. Mehrere wissenschaftliche Studien belegen deutliche Auswirkungen auf die ReproduktionsfĂ€higkeit von Amphibien und Fischen. Neben den direkten toxischen Effekten gefĂ€hrdet die Wirkung als Breitbandherbizid auch zahlreiche andere Organismen, denn durch die Vernichtung der Wildkrautflora gehen Nahrungsquellen und LebensrĂ€ume verloren.

Aus Sicht des NABU ist eine umfassende Neubewertung der Risiken ĂŒberfĂ€llig. Erst kĂŒrzlich hatte auch die Verbraucherschutzministerkonferenz der LĂ€nder den Bund aufgefordert, die Abgabe von Glyphosat an Privatpersonen fĂŒr Haus- und KleingĂ€rten zu verbieten. Der NABU fordert eine Aussetzung der Zulassung fĂŒr Glyphosat und eine umfangreiche RisikoprĂŒfung des Wirkstoffs. „Wir hoffen, dass jetzt endlich auch die anderen BaumĂ€rkte wie Bauhaus, Hornbach oder Obi ihrer Verantwortung gerecht werden und Glyphosat möglichst rasch aus den Regalen entfernen“, so Miller weiter.
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Klimaverhandlungen verlaufen noch immer im Schneckentempo
FĂŒnf vor zwölf ist schon lĂ€ngst vorbei, die Verhandlungen zum Klimaschutzabkommen mĂŒssen Fahrt aufnehmen

In Bonn ist am Donnerstag, die internationale Klimakonferenz zur Vorbereitung des Weltklimagipfels im Dezember in Paris ohne die erhofften Fortschritte zu Ende gegangen. NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Der Staatengemeinschaft ist der Ernst der Lage offensichtlich noch immer nicht klar. Stattdessen verhaken sich die Verhandler weiter in Details, wĂ€hrend die Zeit verrinnt.“ Im Laufe der Verhandlungen konnte der vorliegende Entwurf nur um wenige Optionen gekĂŒrzt werden. „Die klaren Signale der G7-Staaten zur Dekarbonisierung der Weltwirtschaft und fĂŒr ein starkes Klimaschutzabkommen, haben nicht gefruchtet. Das Bekenntnis zum Klimaschutz alleine reicht nicht aus, die bisher zugesagten Klimaschutzmaßnahmen lassen in Summe das Zwei-Grad-Ziel in weite Ferne rĂŒcken.“ Bis Paris bleibt aus NABU-Sicht noch viel Arbeit zu erledigen: Im Juli werden die VerhandlungsfĂŒhrer einen neuen Entwurf fĂŒr das Klimaschutzabkommen und eine neue Struktur vorlegen. Dabei besteht die Gefahr, dass wesentliche Bestandteile aus dem eigentlichen Vertrag in den Anhang geschoben werden und damit deutlich an Verbindlichkeit verlieren. Im August wird die Staatengemeinschaft erneut in Bonn zusammenkommen, um das Pariser Klimaschutzabkommen weiter vorzubereiten; dann mĂŒssen endlich die Inhalte wieder auf den Tisch kommen. Der NABU fordert:

· Das Signal der G7 zur Dekarbonisierung der Weltwirtschaft muss sich in dem Ziel fĂŒr 100 Prozent naturvertrĂ€gliche erneuerbare Energien widerspiegeln.
· Es muss eine regelmĂ€ĂŸige Bewertung der KlimaschutzbeitrĂ€ge hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Fairness stattfinden.
· Es muss ein Mechanismus im Abkommen etabliert werden, der die nationalen Klimaschutzambitionen stetig steigert.
· Die Ausfinanzierung des Green Climate Funds muss sichergestellt werden, die G7 sind hier weiter in der Pflicht einen Weg aufzuzeigen, wie die versprochenen 100 Milliarden US-Dollar zusammen kommen sollen.


Der NABU fordert fĂŒr ein glaubwĂŒrdiges Engagement im Klimaschutz vor allem auch eindeutige Signale auf nationaler Ebene. „Wenn die Bundesregierung die G7-Bekenntnisse ernst nimmt und ein starkes Klimaschutzabkommen in Paris will, dann muss sie jetzt Fracking stoppen und sich fĂŒr den Vorschlag des Wirtschaftsministeriums eines Klimabeitrags fĂŒr die Ă€ltesten und dreckigsten Kohlekraftwerke einsetzen“, so NABU-Klimaschutzexperte Sebastian Scholz.
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Karlsruhe ist erneut Deutschlands Car-Sharing-Hauptstadt
Logo: Bundesverband CarSharing e.V. (bcs)
 
Karlsruhe ist erneut Deutschlands Car-Sharing-Hauptstadt
OB Mentrup: Erfolg geht auf Stadtmobil zurĂŒck/Wichtiges Kettenglied fĂŒr die reibungslose Verbindung mehrerer VerkehrstrĂ€ger

Karlsruhe hat seinen Spitzenplatz im Car-Sharing-StĂ€dteranking erfolgreich verteidigt. Mit 2,15 Car-Sharing-Fahrzeuge auf 1.000 Einwohner ist Karlsruhe erneut Deutschlands Car-Sharing- Hauptstadt. Es folgen auf den PlĂ€tzen zwei und drei Stuttgart mit 1,44 Fahrzeugen und Frankfurt am Main mit 1,21. Schon beim letzten Ranking des Bundesverbands CarSharing (bcs) lag Karlsruhe unangefochten - mit damals knapp zwei Fahrzeuge pro 1.000 Einwohner - auf dem ersten Platz. „Das erfolgreiche Karlsruher Car-Sharing-Angebot geht auf die agile, privatrechtlich organisierte Gesellschaft „Stadtmobil“ zurĂŒck“, freut sich OberbĂŒrgermeister Dr. Frank Mentrup ĂŒber die heutige Nachricht aus Berlin. „Die schiere Menge an festen, im gesamten Stadtgebiet verteilten Standorten knĂŒpft ein dichtes Netz fĂŒr eine flexible Nutzung“, so Mentrup. Dem knappen Verkehrsraum setze die Stadt ein Verkehrsmanagement mit intelligenter MobilitĂ€t entgegen. Car-Sharing sei hier ein wichtiges Kettenglied fĂŒr die reibungslose Verbindung mehrerer VerkehrstrĂ€ger.
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