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Dienstag, 21. August 2018
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Verschiedenes

 
NABU und WWF kritisieren Genehmigung des Bergamtes fĂŒr Gaspipeline Nord Stream 2
VerbĂ€nde: „Pipeline gefĂ€hrdet Klimaziele und LebensrĂ€ume in Schutzgebieten“

Am 31. Januar 2018 hat das Bergamt Stralsund per Planfeststellungschluss den Bau der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 in den KĂŒstengewĂ€ssern Mecklenburg-Vorpommerns genehmigt. Die UmweltverbĂ€nde NABU und WWF kritisieren die heutige Genehmigung des Bergamtes. Noch steht zwar die dritte Genehmigung des Bundesamtes fĂŒr Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg aus, doch erste Bauarbeiten könnten jetzt starten.

Nach Ansicht von NABU und WWF gefĂ€hrdet der Bau der Gaspipeline verbindlich vereinbarte Klimaziele und steht im Widerspruch zu geltendem Energie- und Umweltrecht. Außerdem drohe die Zerstörung von LebensrĂ€umen in Schutzgebieten in der Ostsee. Die UmweltverbĂ€nde wiederholen daher ihre Forderung aus einem Offenen Brief an die Spitzen der SPD und der Unionsparteien, das Projekt einer gemeinsamen europĂ€ischen Befassung und Entscheidung zuzufĂŒhren.

„Die Genehmigung fĂŒr Nord Stream 2 kommt nicht ĂŒberraschend. Das gesamte Verfahren war intransparent. Daten zur Beurteilung der Umweltauswirkungen wurden zurĂŒckgehalten und die Erörterung mit den VerbĂ€nden glich einer Farce. Unbequeme Fragen wurden verhindert und Diskussionen abgebrochen, wenn es darum ging, ob eine weitere Gaspipeline in der Ostsee ĂŒberhaupt notwendig ist. Eine echte öffentliche Beteiligung und unabhĂ€ngige VerfahrensfĂŒhrung sieht anders aus", sagt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

"Es ist offensichtlich, dass das Projekt politisch gegen alle WiderstĂ€nde durchgedrĂŒckt werden soll. Der Antrag fĂŒr den Bau der Gasleitung ist als Entscheidungsgrundlage fĂŒr die Genehmigung fachlich untauglich. Bundesregierung und Genehmigungsbehörden haben mit RĂŒcksicht auf das Investment und die ZeitplĂ€ne des Unternehmens Nord Stream auf eine rechtsstaatlich korrekte PrĂŒfung der Unterlagen verzichtet“, so Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz des WWF.

Die geplante Pipeline Nord Stream 2 durchlĂ€uft im deutschen ZustĂ€ndigkeitsbereich fĂŒnf Meeresschutzgebiete, eingerichtet fĂŒr seltene Seevögel und Schweinswale sowie streng geschĂŒtzte Seegraswiesen und Mergelriffe. Sie gefĂ€hrdet die Ziele der europĂ€ischen Fauna-Flora-Habitat Richtlinie sowie der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie, die beide einen guten oder gĂŒnstigen Zustand der Meere einfordern. Davon ist die Ostsee weit entfernt - auch, weil die NĂ€hrstoffbelastung zu groß ist und sich dadurch regelmĂ€ĂŸig sauerstoffarme Todeszonen bilden. Nord Stream 2 wird diese Situation verschĂ€rfen, wenn der Meeresboden auf rund 50 Kilometern LĂ€nge teils 80 Meter breit ausgebaggert wird. In der Pommerschen Bucht und im Greifswalder Bodden werden dabei mindestens 254 Tonnen Phosphor freigesetzt, weiterer DĂŒnger fĂŒr die ohnehin ĂŒberlastete Ostsee, wie NABU und WWF kritisieren. Auch klimapolitisch ist Nord Stream 2 eine Sackgasse. Unter dem Vorwand, "BrĂŒckentechnologie" zu sein, werden weitere 50 Jahre Nutzung fossiler EnergietrĂ€ger zementiert. Erdgas ist dabei durch die Methanfreisetzung bei Transport und Förderung in der Klimabilanz nicht besser als Kohle oder Öl. Methan ist bis zu 85 Mal klimaschĂ€dlicher als CO2. Auch die Auswirkungen im Falle einer Havarie wĂ€ren katastrophal fĂŒr den Klimaschutz. Die Gefahr einer Havarie erkennt auch die Bundeswehr, deren Übungsgebiet von der Pipeline geschnitten wird. Sie forderte deshalb spezielle Tests der Pipeline. Doch auch diese Argumente wurden im Verfahren und den Risikostudien nicht untersucht und ignoriert.

NABU und WWF sehen keinen Bedarf fĂŒr eine weitere Gaspipeline. Die TransportkapazitĂ€t von Nord Stream 2 wird nicht benötigt, um die Erdgasversorgung Deutschlands sicherzustellen, da der Verbrauch seit vielen Jahren kontinuierlich sinkt. Zugleich sind die Gasimport- und SpeicherkapazitĂ€ten Deutschlands schon heute drei Mal so groß wie der Verbrauch und auch die bestehende Nord Stream-Pipeline ist nicht ausgelastet.
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Kongress Energieautonome Kommunen: "Freiburger Appel zum Klimaschutz"
Dokument fordert fĂŒr Koalitionsverhandlungen: „Klimaschutz ist nicht verhandelbar – Klimaziele 2020 umsetzen“ – Kongress mit zahlreichen Beispielen fĂŒr kommunal erfolgreich umgesetzte Energiewende

Mit der Verabschiedung des „Freiburger Appell zum Klimaschutz“ ging heute nach zwei Tagen der 7. Kongress Energieautonome Kommunen (EAK) auf dem Freiburger MessegelĂ€nde zu Ende. Im Hinblick auf die laufenden Koalitionsverhandlungen fordern die Unterzeichner von CDU/CSU und SPD, sich endlich konsequent fĂŒr den Klimaschutz einzusetzen und mit effektiven Maßnahmen dafĂŒr zu sorgen, dass die Klimaziele fĂŒr 2020 und 2030 erreicht werden.

Der EAK zeigte mit ĂŒber 50 vorgestellten Projekten, wie die Energiewende auf kommunaler Ebene bereits erfolgreich umgesetzt wird. „Aber wenn die Kohleverstromung auf nationaler Ebene nicht deutlich reduziert wird, werden alle Klimaschutzerfolge auf lokaler Ebene wieder zunichte gemacht“, resĂŒmiert Dr. Harald SchĂ€ffler, der fachliche Kongressleiter.

Zentrales Anliegen des Kongresses Energieautonome Kommunen war der fachliche Austausch zwischen den Akteuren der lokalen Energiewende mit dem Ziel, die Umsetzung der Energiewende zu beschleunigen. HierfĂŒr stellten ĂŒber 50 Referenten in zwölf Praxisforen ihre Projekte und Lösungen fĂŒr die Bereiche, Strom, Effizienz, WĂ€rme und Verkehr vor. Über 220 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nutzten die Gelegenheit, sich zu vernetzen und Erfahrungen auch ĂŒber LĂ€ndergrenzen hinweg auszutauschen.

Die intensiven Diskussionen des EAK fanden ihren Niederschlag in dem Freiburger Appell. Die Unterzeichner vertreten das ganze Spektrum der kommunalen Energiewende, darunter sind Kommunen, Stadtwerke, BĂŒrgerenergiegenossenschaften, Wohnungswirtschaft, Forschungseinrichtungen, Gewerbe, Handwerk, Dienstleistungsunternehmen, Technologieunternehmen, Vereine, Initiativen und VerbĂ€nde.

In dem Appell stellen die Unterzeichner fest: „Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Energieeffizienz reduzieren dauerhaft Energiekosten, schaffen ArbeitsplĂ€tze und sichern die Zukunft der nachfolgenden Generationen. Das beweisen die Akteure auf kommunaler Ebene im Strom-, WĂ€rme- und Verkehrsbereich in tausenden von Initiativen und Projekten. Die ungebremste weitere Kohleverstromung hingegen konterkariert all diese Initiativen und Projekte auf kommunaler Ebene.“

Verschleppter Klimaschutz koste Milliarden, so der Appell. Kosten, mit denen vor allem die BĂŒrger, Kommunen, Firmen und Organisationen belastet werden, die die Energiewende seit Jahren finanzieren und auf kommunaler Ebene umsetzen. Deshalb fordern die Unterzeichner, dass die Klimaschutzziele fĂŒr 2020 nicht verschleppt werden dĂŒrfen, sondern effektive und nachhaltige Maßnahmen beschlossen werden mĂŒssen, mit denen die Ziele fĂŒr 2020, 2030 und 2050 umgesetzt werden können.

In der Sektorkopplung von Strom, WĂ€rme und MobilitĂ€t sehen die Initiatoren des Freiburger Appells enorme Effizienzpotentiale, insbesondere auf lokaler Ebene. Deshalb fordern die Unterzeichner „die Beendigung der ungleichen steuerlichen Belastung des Stromsektors im Vergleich zum Verkehrs- und WĂ€rmesektor durch die EinfĂŒhrung einer wirkungsvollen CO2-Abgabe auf alle EnergietrĂ€ger. Mit den Einnahmen aus der CO2-Abgabe sollen im Gegenzug bestehende Steuern, Abgaben und Umlagen, wie zum Beispiel die EEG-Umlage, die Stromsteuer und die Energiesteuer auf Heizöl und Heizgas, finanziert und dadurch die Verbraucher entlastet werden.“

In Kreisen, StĂ€dten und Gemeinden stehen Millionen GebĂ€ude fĂŒr die Energiewende zur VerfĂŒgung. Deshalb fordert der Appell, den Ausbau der Erneuerbare Energien auch verbrauchsnah auf kommunaler Ebene zu forcieren, anstatt nur Ausschreibungen fĂŒr Großanlagen auf nationaler Ebene unter Netzeinspeisevorbehalt zu planen. Denn dieser Ausbau könne sofort und ohne zusĂ€tzlich Netzausbaukosten fĂŒr die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger realisiert werden. HierfĂŒr fordern die Unterzeichner die Beseitigung der regulatorischen Hemmnisse insbesondere fĂŒr Mieterstrom und fĂŒr private, kommunale und gewerbliche GebĂ€udeeigentĂŒmer.

Veranstalter des Kongresses Energieautonome Kommunen sind die Solar Promotion GmbH, die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG sowie der fesa e.V. Erstmals als Mitveranstalter fungierte schĂ€ffler sinnogy aus Freiburg. GeschĂ€ftsfĂŒhrer Dr. Harald SchĂ€ffler hat 2018 die fachliche Kongressleitung ĂŒbernommen.

Den Freiburger Appell mit allen unterzeichnenden Institutionen und Personen ist auf der Webseite des Kongresses www.energieautonome-kommunen.de abrufbar.
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ÖKO-TEST-Magazin Februar 2018
 
ÖKO-TEST-Magazin Februar 2018
Die Februar-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins gibt es seit dem 25. Januar 2017 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 4,50 Euro.

Aus dem Inhalt

Test: Quark
Da vergeht einem der Appetit: Zwar sind die getesteten Quarkmarken frei von Problemstoffen, doch die Leidtragenden der möglichst billigen Produktion sind die Tiere. Denn die Haltungsbedingungen der MilchkĂŒhe sind katastrophal – auch in der Bio-Tierhaltung gibt es Luft nach oben. Das wohl grĂ¶ĂŸte Problem ist die Anbindehaltung, durch die KĂŒhe in ihren Ketten nur stehen oder liegen können. Bewegung ist nicht möglich. Den KĂ€lbern brennen die Landwirte die Hornanlagen aus, was sehr schmerzhaft ist, weil die Hornanlagen mit Nerven durchzogen sind. Da die Milch allein den Menschen vorbehalten ist, werden die meisten KĂ€lber ihren MĂŒttern am ersten Tag weggenommen und landen nach wenigen Monaten Mast als Kalbfleisch auf dem Teller.

Test: GemĂŒsesĂ€fte
Die meisten Möhren-, Rote-Bete- und SauerkrautsĂ€fte können ĂŒberzeugen. Alle sind frei von PestizidrĂŒckstĂ€nden. Allerdings sind sie ĂŒberraschend sĂŒĂŸ. Mit bis zu 100 Gramm Zucker pro Liter reichen GemĂŒsesĂ€fte fast an den Zuckergehalt von ObstsĂ€ften heran oder ĂŒbersteigen ihn sogar. ÜberflĂŒssigerweise sĂŒĂŸen manche Hersteller ihre Produkte zudem nach. Sauerkrautsaft ist außerdem teilweise gesalzen. Ein Problem ist auch Nitrat bei Rote-Bete-SĂ€ften.

Test: KinderkarnevalskostĂŒme
Ob Prinzessin, Clown, Jedi-Ritter, Hexe oder Monster – kein einziges getestetes Produkt ist komplett schadstofffrei und damit „sehr gut“. Immerhin gibt es sechs „gute“ KostĂŒme. ÖKO-TEST kritisiert unter anderem optische Aufheller, die die Umwelt belasten und allergische Reaktionen hervorrufen können, aber auch Antimon, halogenorganische Verbindungen, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sowie phosphororganische Verbindungen.

Test: bunte Haarfarben
Derzeit sind Haarfarben wie Blau, TĂŒrkis, Lila, GrĂŒn, Gelb, Orange, Rot und Rosa angesagt. ÖKO-TEST wollte wissen, ob diese Produkte besser abschneiden als die klassischen chemischen Haarfarben, denn die bunten Haarfarben setzen andere FĂ€rbestoffe ein. Doch leider zeigte sich, dass auch diese nicht zu empfehlen sind, weil sie Problemstoffe wie etwa das krebsverdĂ€chtige Anilin einsetzen.

Test: JohanniskrautprÀparate
Johanniskraut kann gegen leichte bis mittelschwere Depressionen helfen. Wenn Extrakt und Dosierung stimmen, gilt seine Wirkung als wissenschaftlich belegt. Doch nur rund die HĂ€lfte der PrĂ€parate im Test ist empfehlenswert. ÖKO-TEST wertet einige PrĂ€parate als „mangelhaft“ und „ungenĂŒgend“ ab, weil es fĂŒr deren Johanniskrautrezeptur keine Wirkungsnachweise gibt.

Test: Heißklebepistolen
ÖKO-TEST wollte unter anderem wissen, ob Heißklebepistolen halten, was sie versprechen, und ob aus den Klebstoffen bei hohen Temperaturen Substanzen ausgasen. Das Testergebnis ist ordentlich, aber nicht ĂŒberragend. Drei GerĂ€te erreichen ein „gutes“ Gesamturteil. Hinsichtlich der Klebefestigkeit zeigten sich im Test große Unterschiede zwischen den Systemen. Einige gasten zudem auch stĂ€rker aus.

Test: Berufliche BerufsunfÀhigkeitsversicherungen
Das Angebot ist klein. Einige Versicherer verlangen zudem, dass jeder Mitarbeiter eine individuelle GesundheitsprĂŒfung macht – genau das fĂŒhrt bei privaten BU-Policen oft zu Ablehnungen, RisikoausschlĂŒssen und PreiszuschlĂ€gen. Nur zwölf Anbieter sind derzeit bereit, innerhalb der bBU eine eingeschrĂ€nkte RisikoprĂŒfung zu machen. Außerdem sind Preisvergleiche wichtig, denn die PrĂ€mienunterschiede sind enorm. FĂŒr handwerklich TĂ€tige sind die PrĂ€mien teilweise doppelt so hoch wie fĂŒr BĂŒroarbeiter. Zudem können Handwerker zumeist höchstens 1.000 Euro Monatsrente versichern, BĂŒroarbeiter dagegen 1.500.

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Dieses Mal im Heft: Schwerpunkt Bauen und Wohnen

GebÀudeenergiestandards: Ja, was gilt denn jetzt?
Wer ein Haus baut oder kauft, will wissen, wie viel Energie es benötigen darf – auch um Fördermittel nutzen zu können. Doch die deutsche Politik drĂŒckt sich, anspruchsvolle Mindeststandards der EU zu ĂŒbernehmen. Hier ein Überblick, an welchen Definitionen man sich einstweilen orientieren kann.

Mieterstrom: Von E.On oder vom Vermieter?
Die noch vom letzten Bundestag beschlossene Mieterstromförderung soll auch Menschen ohne Wohneigentum an der Energiewende beteiligen. Das klingt schön. Doch wie funktioniert das Modell in der Praxis und was mĂŒssen Vermieter und Mieter unternehmen, um davon zu profitieren? ÖKO-TEST hat recherchiert.

Altbau energetisch sanieren: In gute HĂ€nde abzugeben
Ein altes Haus zu sanieren – ist das nicht nur eine Notlösung? Ein Erfahrungsbericht zeigt: Auch so kann man mit ĂŒberschaubaren Kosten hohe Energiesparziele erreichen. Und dabei viel LebensqualitĂ€t gewinnen.

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Und außerdem:

Olympische Winterspiele: Vor der Abfahrt wird abgeholzt
Olympia im Winter steht mehr als jedes andere große Sportspektakel im Konflikt mit der Umwelt – trotz grĂŒnen Anspruchs. Das trifft auch auf Pyeongchang 2018 zu, wie hier bei den Bauarbeiten fĂŒr die Abfahrt am Mount Gariwang, denen 58.000 BĂ€ume zum Opfer fielen. Und wegen des Klimawandels ist ungewiss, ob es kĂŒnftig ĂŒberhaupt noch Winterspiele geben kann.

Tropische FrĂŒchte: Den Preis zahlen andere
Wenn im Herbst und Winter das Angebot an heimischem Obst knapp wird, sind Ananas, Mango, Papaya und Co. beliebte Alternativen. Damit wir gĂŒnstig SĂŒdfrĂŒchte genießen können, leiden Plantagenarbeiter unter miesen Arbeitsbedingungen. DafĂŒr sind auch deutsche Supermarktketten verantwortlich. Aber was können die Verbraucher tun?
 
 

 
ÖKO-TEST Hintergrund: Olympische Winterspiele
KettensÀgen-Massaker

Offiziell beteuert das Internationale Olympische Komitee (IOC) immer wieder, dass man bei olympischen Winterspielen auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit großen Wert lege. Doch die RealitĂ€t sieht anders aus – darauf macht ÖKO-TEST in der aktuellen Februar-Ausgabe aufmerksam: FĂŒr den Bau der SportstĂ€tten werden geschĂŒtzte Landschaften zerstört, wie aktuell in Pyeongchang, wo ein Hunderte Jahre alter Urwald abgeholzt wurde.

Wenn am 9. Februar die olympischen Winterspiele in Pyeongchang eröffnet werden, dann gibt es bereits einen großen Verlierer: die Umwelt. So wurden fĂŒr die Abfahrt am Mount Gariwang 58.000 BĂ€ume gefĂ€llt. Dabei handelte es sich um einen Urwald der besonderen Art: mongolische Eichen mit meterdicken StĂ€mmen, einzigartige Vorkommen großer Wangasre-BĂ€ume, eine lokale Birkenart. Der Wald gehörte zu den heiligsten in SĂŒdkorea; er galt als „ökologische Arche“, nicht wieder herstellbar – und war streng geschĂŒtzt. FĂŒr die Winterspiele hoben die Behörden diesen Schutzstatus jedoch auf.

Die Abholzaktion zeigt deutlich, wie rĂŒcksichtslos Organisationen rund um Olympia vorgehen – vom IOC ĂŒber die Internationale Ski-Föderation bis hin zu den Regierungen. Dabei gibt man sich nach außen gerne umweltbewusst. 1998 in Japan schaffte es der Klimawandel zum ersten Mal in einen offiziellen IOC-Report. Demnach sei es besonders wichtig, Winterspiele im Einklang mit der Natur auszurichten. Doch die Idee von den „grĂŒnen“ Spielen ist nicht glaubwĂŒrdig umgesetzt: Schnee wird oft per Lkw oder Hubschrauber geholt oder mithilfe von Schneekanonen kĂŒnstlich produziert. Weil alpine Disziplinen steile HĂ€nge verlangen, werden die SportstĂ€tten in empfindlichen Gebirgslandschaften und engen BergtĂ€lern errichtet. Dort drĂ€ngen sich dann fĂŒr die Dauer der Spiele Tausende Sportler und ein Vielfaches an Zuschauern, Journalisten und Offiziellen. FĂŒr den schnellen Transport der Menschenmassen werden mehrspurige Straßen gebaut.

ÖKO-TEST warnt, dass sich diese MĂŒhe fĂŒr die GastgeberlĂ€nder in der Regel nicht lohnt. Einige Orte haben sich finanziell ĂŒbernommen und mĂŒssen ĂŒber Jahre Schulden abzahlen. Die Schanzen, Bobbahnen und Hallen werden nach Olympia kaum genutzt. Teilweise ist man mit den Kosten fĂŒr den Unterhalt der Anlagen ĂŒberfordert – die StĂ€tten liegen brach.

Daher ist es umso wichtiger, dass sich die olympische Bewegung Gedanken macht, wie das Bekenntnis zu Umwelt und Nachhaltigkeit glaubwĂŒrdiger umgesetzt werden kann. Welcher Ort den Zuschlag fĂŒr die Spiele erhĂ€lt, das sollte sich auch an ökologischen Aspekten orientieren, fordert ÖKO-TEST. Viele UmweltschĂŒtzer raten, neue Wege zu gehen, wie etwa vorhandene WettkampfstĂ€tten zu nutzen oder einen festen Standort auf jedem Kontinent festzulegen, um die Neubauten zu begrenzen.

Das ÖKO-TEST-Magazin Februar 2018 gibt es seit dem 25. Januar 2018 im Zeitschriftenhandel.
 
 

 
NABU fordert Beibehaltung des Vertragsverletzungsverfahrens
in Sachen Stickstoffdioxid gegen Deutschland

Miller: Umweltministerin Hendricks fĂ€hrt mit leeren HĂ€nden nach BrĂŒssel

Berlin/BrĂŒssel – In einem offenen Brief hat der NABU heute EU-Umweltkommissar Karmenu Vella aufgefordert, das seit 2015 laufende Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen dauerhafter Überschreitung der gesetzlichen Grenzwerte fĂŒr Stickstoffdioxid weiter zu fĂŒhren. Hintergrund ist der Besuch von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks am morgigen Dienstag in BrĂŒssel, bei dem sie Kommissar Vella die Maßnahmen Deutschlands zur Senkung der Stickstoffdioxide prĂ€sentieren soll.

NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Umweltministerin Hendricks fĂ€hrt mit leeren HĂ€nden nach BrĂŒssel. Die Bundesregierung hat leider keinen Plan und keine einheitliche Position, wie die Belastung der BĂŒrger mit gesundheitsgefĂ€hrdendem Stickstoffdioxid wirksam eingegrenzt werden kann. Auch die Arbeiten der Expertengruppen des Nationalen Forums Diesel haben – anders als von Ministerin Hendricks und Verkehrsminister Christian Schmidt in einem Brief an Kommissar Vella dargestellt – bisher keine substanziellen Fortschritte gebracht.

Der NABU kritisiert das „Sofortprogramm Saubere Luft 2017-2020“ der Bundesregierung als unzureichend und mahnt die NachrĂŒstung von Dieselfahrzeugen mit zu hohem Stickoxidausstoß auf Kosten der Autohersteller an. NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger: „Der Verhandlungsstand in den Arbeitsgruppen des Nationalen Forums Diesel ist enttĂ€uschend. In keinem Handlungsfeld können kurzfristig wirksame und messbare Verbesserungen fĂŒr die LuftqualitĂ€t belegt werden. Daher muss die EU-Kommission das Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland beibehalten und so den Druck auf die Bundesregierung aufrecht erhalten.“
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ÖKO-TEST JAHRBUCH KINDER UND FAMILIE FÜR 2018
 
ÖKO-TEST JAHRBUCH KINDER UND FAMILIE FÜR 2018
Das aktuelle ÖKO-TEST Jahrbuch Kinder und Familie fĂŒr 2018 gibt es
seit dem 18. Januar 2018 im Zeitschriftenhandel. Es kostet 9,80 Euro.

Nur das Beste fĂŒrs Kind: ÖKO-TEST zeigt in den verschiedenen Tests immer wieder Probleme auf und erregt damit große Aufmerksamkeit: sei es mit Schadstoffen in Pflegeprodukten, mit krebserregenden Farben in Kinderbekleidung, mit unsicherem und schadstoffbelastetem Spielzeug oder mit ungesunder Babynahrung. Doch mit diesem neuen ÖKO-TEST Jahrbuch Kinder und Familie fĂŒr 2018 kommen Eltern und ihre Kinder "sehr gut" durch das Jahr. Denn in (fast) jedem Test finden sich auch "gute" und "sehr gute" Produkte. In diesem Jahrbuch sind es mehr als 400 Produkte von ĂŒber 800 untersuchten.

Die Tests

Babytees: Zu empfehlen sind die Tees nur dann, wenn sie frei von Schadstoffen sind. ÖKO-TEST hat 15 Produkte testen lassen. Elf "sehr gute" und "gute" Produkte zeigen, dass Babytees grĂ¶ĂŸtenteils sichere Produkte sind.

Chicken Nuggets: Wenn Chicken Nuggets goldgelb gebrĂ€unt auf dem Teller landen, erinnert nichts an die HĂŒhner, die dafĂŒr in Brasilien, Thailand oder Europa in engen StĂ€llen gelitten haben. Die TierquĂ€lerei hat jedoch Konsequenzen: Die Labore fanden in den HĂ€hnchenteilen antibiotikaresistente Keime, Fettschadstoffe und Mineralöl. Grund genug, die Finger von den Nuggets zu lassen.

Fieber- und Schmerzmittel fĂŒr Kinder: Wenn Kinder unter Fieber leiden, helfen ZĂ€pfchen und SĂ€fte mit den Wirkstoffen Paracetamol und Ibuprofen. ÖKO-TEST hat 24 rezeptfreie PrĂ€parate begutachten lassen. Fast alle kann ÖKO-TEST empfehlen.

Babyöle: Die gesunde Babyhaut braucht nur wenig Pflege – und wenn doch, dann mit sanften Mitteln. Babyöle mit Parfum sind nicht die beste Wahl. Immerhin gibt es aber einige Produkte, die von ÖKO-TEST mit "sehr gut" ausgezeichnet wurden.

Babyfone: Die GerĂ€te produzieren zu viel Elektrosmog. Das war schon in frĂŒheren Testberichten ein Ärgernis, und daran hat sich bis heute nichts geĂ€ndert. 14 Produkte hat ÖKO-TEST ins Labor geschickt, zehn davon schneiden mit "mangelhaft" oder "ungenĂŒgend" ab. Lediglich eins ist empfehlenswert.

Silikonschnuller: Von 13 getesteten Schnullern wurden zwölf Produkte mit der Note "sehr gut" von ÖKO-TEST ausgezeichnet. Den Praxistest haben alle ausnahmslos bestanden.

Schulranzen: Sicherheit geht vor. Das sollte auch fĂŒr Ranzen gelten. Allerdings haben zu wenig Modelle genĂŒgend SignalflĂ€che. Eltern, Kinder und Hersteller achten eher auf schickes Design. Eine Änderung der DIN-Norm, die neue Warnfarben zulĂ€sst, könnte weiterhelfen. Zehn Schulranzen hat ÖKO-TEST ĂŒberprĂŒfen lassen.

Bastelkleber: Kinder basteln gern. Im Eifer des Gefechts landet Kleber oft auf den Fingerchen und gelangt von dort an Mund und Nase. ÖKO-TEST hat 21 vorwiegend als "lösungsmittelfrei" ausgelobte Kleber in die Labore geschickt, um zu prĂŒfen, wie problematisch die Produkte sind. Von sieben ist abzuraten.

Pflegezusatzversicherungen: Bei Pflegeversicherungen denkt man an alte Leute. Doch gerade fĂŒr Kinder können sie sehr nĂŒtzlich sein. Besonders flexibel ist die Pflegegeldtageversicherung. Hier können Eltern das Geld nach eigenem GutdĂŒnken einsetzen. ÖKO-TEST hat 28 Tarife von 22 Assekuranzen unter die Lupe genommen.

Weitere Tests
‱ Stilltees ‱ Mineralwasser fĂŒr SĂ€uglingsnahrung geeignet ‱ GemĂŒsebreie ‱ Reiswaffeln ‱ Muttermilchersatz ‱ Beikostöle ‱ Getreidebreie ‱ Kinderpudding ‱ ErkĂ€ltungsbĂ€der ‱ Allergiemittel ‱ Schnupfenmittel fĂŒr Kinder ‱ Mittel gegen BlĂ€hungen ‱ Brustwarzensalben ‱ FolsĂ€ureprĂ€parate ‱ Durchfallmittel ‱ LĂ€usemittel ‱ BabyfeuchttĂŒcher ‱ Duschgel fĂŒr Kinder ‱ Babypflegecremes ‱ Babywindeln ‱ Wundschutzcremes ‱ Pflegeprodukte fĂŒr Schwangere ‱ ReinigungstĂŒcher und feuchte Waschlappen ‱ Kinder- und Juniorzahncremes ‱ Wickelauflagen und -bezĂŒge ‱ Kindermatratzen ‱ Stillkissen und -bezĂŒge ‱ Tragehilfen fĂŒr Kinder ‱ HochstĂŒhle ‱ Babybodys ‱ Jako-O-Produkte ‱ Matschhosen ‱ Kinderjeans ‱ Fingermalfarben ‱ Straßenmalkreide ‱ Spielzeugklassiker ‱ Kugelbahnen ‱ Kinderteppiche
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NABU: Planungsverfahren bei Fehmarnbeltquerung politisch motiviert
Miller: Öffentliche Beteiligung scheint nicht erwĂŒnscht

Berlin – Am 24. Januar endet die Frist fĂŒr öffentliche Stellungnahmen im Rahmen des laufenden Planungsverfahrenes zur Fehmarnbeltquerung. Der NABU reicht seine Stellungnahme pĂŒnktlich ein, kritisiert aber erneut den Umgang mit der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Verbandsbeteiligung. Die Unterlagen um Stellungnahme wurden den klageberechtigten VerbĂ€nden mehrheitlich erst am 8. Januar zugestellt. Damit hĂ€lt die Verwaltung zwar den rechtlichen Rahmen ein, schrĂ€nkt damit aber eine umfassende PrĂŒfung und Beurteilung des Verfahrens von vornherein ein, da Hunderte Änderungen und ErgĂ€nzungen in ĂŒber 100 Dokumenten geprĂŒft, beurteilt und kommentiert werden mĂŒssen. WĂ€hrend sich VorhabentrĂ€ger und Behörden sehr genau beim Zeitmanagement abstimmen, erhalten die VerbĂ€nde vor Versendung der offiziellen Unterlagen kaum konkrete Hinweise, um rechtzeitig Gutachter anfragen und Ressourcen einplanen zu können.

NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Das Vorgehen bei diesem Planungsverfahren ist ein Paradebeispiel fĂŒr die öffentlich wenig transparente Zusammenarbeit zwischen Planfeststellungsbehörde und VorhabentrĂ€ger. Diese Form der einseitigen ‚Beteiligung‘ erweckt den Eindruck, dass es bei dem politisch gewollten Projekt nicht wirklich um Erkenntnis geht, sondern darum, die Verbandsbeteiligung möglichst klein zu halten. Dieses Vorgehen bei einem milliardenschweren Infrastrukturprojekt trĂ€gt nicht unbedingt zu mehr Vertrauen in die QualitĂ€t behördlicher Planfeststellungsverfahren bei.“

Nach EinschĂ€tzung des NABU schwingt beim dĂ€nischen VorhabentrĂ€ger Femern A/S offensichtlich die Angst mit, der NABU könne noch mehr UnzulĂ€nglichkeiten in den Planunterlagen entblĂ¶ĂŸen und dadurch den engen Zeitplan durcheinanderbringen. „Seit dem Regierungswechsel ist das neue Amt fĂŒr Planfeststellung direkt beim schleswig-holsteinischen Verkehrsminister angedockt. Es fĂ€llt mehr als schwer zu glauben, dass Behördenmitarbeiter hier unabhĂ€ngig und vollumfĂ€nglich die tatsĂ€chlichen ökologischen UnzulĂ€nglichkeiten der Planung bewerten und unter UmstĂ€nden selbst den Prozess verzögern. Das ist weder im Interesse des VorhabentrĂ€gers noch der Landesregierung“, sagt NABU-Fehmarnbeltexperte Malte Siegert.

Hintergrund fĂŒr die erneute PlanĂ€nderung sind zahlreiche Schwachstellen der bisherigen Projekt-Planung, die sich im zweiten Erörterungstermin in LĂŒbeck im vergangenen Jahr offenbart haben. Der dĂ€nische VorhabentrĂ€ger steht unter Druck, weil er bereits VertrĂ€ge mit Baukonsortien unterzeichnet hat. Im Sommer soll deswegen der Planfeststellungsbeschluss vorliegen. „Es muss aber Sorgfalt vor Schnelligkeit gehen. Deutschland darf sich bei den zu erwartenden erheblichen ökologischen SchĂ€den fĂŒr das sensible Binnenmeer Ostsee nicht zum ErfĂŒllungsgehilfen DĂ€nemarks machen“, so Siegert.
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NABU: GroKo muss beim Umweltschutz nachschÀrfen
Tschimpke: Politischer Einfluss auf den Wandel in Gesellschaft und Wirtschaft ist notwendig fĂŒr den Schutz unserer Erde

Berlin – Nachdem die Delegierten des SPD-Parteitags grĂŒnes Licht fĂŒr den Start der Koalitionsverhandlungen von Union und SPD erteilt haben, fordert der NABU von der neuen GroKo deutliche Verbesserungen beim Natur- und Umweltschutz.

„Das Wiedererwachen des selbsternannten Vorreiters Deutschland im Umweltschutz wĂ€re ein klares Signal an Europa und die Welt. Die kĂŒnftige Bundesregierung muss mit ihrem Einfluss auf Gesellschaft und Wirtschaft den Umwelt- und Naturschutz stĂ€rken. Zentrale Punkte fĂŒr eine zukunftsfĂ€hige ressourcenschonende Umweltpolitik und damit den Schutz unserer Erde und Lebensgrundlagen sind eine nachhaltige Landwirtschaftspolitik durch eine Agrarreform sowie eine Energie- und Verkehrspolitik, die die Klimaziele endlich ohne Wenn und Aber umsetzt. Der Stopp des Verlustes biologischer Vielfalt und der ErderwĂ€rung dulden keinen Aufschub. Andernfalls droht bei diesen Themen erneuter Stillstand wie bei der letzten GroKo“, sagt NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Die kĂŒnftige Bundesregierung muss sich dem Leitbild der Nachhaltigkeit verpflichten und sich – erneut – klar zu den 2015 weltweit verbindlich beschlossenen UN-Nachhaltigkeitszielen bekennen.

Der NABU nennt die Punkte fĂŒr eine zukunftsfĂ€hige Umwelt- und Naturschutzpolitik:

1) Die Reduktion der Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent ist möglich und machbar. Wichtige Punkte dabei sind der Kohleausstieg bis spĂ€testens 2035 und ein Klimaschutzgesetz, das die international vereinbarten Klimaziele konsequent in Deutschland vorantreibt. Das wird nur im Einklang mit verbindlichen Effizienzzielen im WĂ€rme- und GebĂ€udesektor durch ein Energie-Effizienzgesetz funktionieren. Die Energiewende muss von einem Einstieg in die Verkehrswende flankiert werden. Das fĂŒr 2030 geltende sektorale Klimaschutzziel ist vor allem durch folgende Maßnahmen zu unterlegen: EinfĂŒhrung ambitionierter CO2-Grenzwerte fĂŒr Pkw und Lkw, sowie einer verstĂ€rkten Elektrifizierung des Straßen- und Schienenverkehrs. Zur Erreichung der Luftreinhaltewerte mĂŒssen die Privilegien fĂŒr Dieselfahrzeuge abgebaut, die Voraussetzungen zur EinfĂŒhrung der Blauen Plakette geschaffen, sowie schmutzige Dieselfahrzeuge auf Kosten der Hersteller mit wirksamer Abgastechnik nachgerĂŒstet werden.

2) Eine neue Landwirtschaftspolitik, die strikt am Prinzip „öffentliches Geld fĂŒr öffentliche Leistung“ ausgerichtet ist und ĂŒber geĂ€nderte Förderinstrumente der EU zum Erhalt der biologischen Vielfalt und nachhaltig wirtschaftender Bauernhöfe beitrĂ€gt. Hierzu ist auf EU-Ebene ein Naturschutzfonds von mindestens 15 Milliarden Euro jĂ€hrlich einzurichten. Auch das LIFE-Programm der EuropĂ€ischen Kommission muss auf eine Milliarde Euro jĂ€hrlich aufgestockt werden.

3) In der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und KĂŒstenschutz (GAK) sind ausreichend Mittel zur Kofinanzierung der EU-Naturschutzförderung sowie fĂŒr weitere Aufgaben von ĂŒbergeordneter Bedeutung bereitzustellen. Das Bundeskonzept grĂŒne Infrastruktur und das Bundesprogramm Wiedervernetzung mĂŒssen mit Leben gefĂŒllt und der nationalen Biotopverbund gestĂ€rkt werden, u. a. in dem zukĂŒnftig mindestens ein Prozent der Investitionen in Bundesfernstraßen fĂŒr Maßnahmen zur Wiedervernetzung von LebensrĂ€umen verwendet wird.

4) Der Meeresschutz muss institutionell gestĂ€rkt werden, um Arten und LebensrĂ€ume an unseren KĂŒsten besser zu schĂŒtzen. Um Meeresschutz- und Klimaschutzziele konsequent umzusetzen, muss sich die zukĂŒnftige Bundesregierung von dem fragwĂŒrdigen Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 verabschieden.

5) Deutschland ist ein Land mit produzierender, also rohstoffverbrauchender Industrie und Einwohnerinnen und Einwohnern, die wegen ihres hohen Konsums und Wohlstands viel Natur verbrauchen. Dies global auszuweiten, ist nicht möglich, ohne massive SchĂ€den an unserem Planeten in Kauf zu nehmen. Konsequenterweise ist politisch alles daran zu setzen, dass weniger natĂŒrliche Ressourcen und diese effektiver und effizienter verbraucht werden. Das ist erreichbar durch soziale Innovationen, Ressourcensteuern, eine ökologische Produktpolitik und öffentliche Beschaffung sowie eine bessere Kreislaufwirtschaft.
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