oekoplus - Freiburg
Sonntag, 23. Februar 2020
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Verschiedenes

 
Schluss mit Fessenheim!
Freiburg. Mit gro√üer Erleichterung nimmt die CDU-Stadtratsfraktion die heutige Ank√ľndigung des franz√∂sischen Pr√§sidenten Emmanuel Macron auf: Das Atomkraftwerk Fessenheim soll 2020 stillgelegt werden. Bernhard Sch√§tzle (umweltpolitischer Sprecher): ‚ÄěWir vertrauen darauf, dass nach dem jahrelangen Hin und Her dieses Versprechen nun endg√ľltig rechtskr√§ftige G√ľltigkeit erh√§lt.‚Äú

Das klare politische Bekenntnis ist, so hoffen die Mitglieder der Fraktion, endlich der lang ersehnte Schritt in eine Zukunft ohne den st√∂ranf√§lligen Reaktor. Sie setzen darauf, dass es nicht bei politischen Lippenbekenntnissen bleibt, sondern die Ank√ľndigungen auch tats√§chlich umgesetzt werden.

‚ÄěSchluss mit dem Hin- und Her, Schluss mit der Angst vor Pannen oder einem gro√üen St√∂rfall‚Äú, freut sich Sch√§tzle. Stattdessen w√ľrde die finale Schlie√üung des √§ltesten Kernkraftwerk Frankreichs ganz neue Entwicklungen erm√∂glichen. ‚ÄěDann beginnt die ‚ÄěNach-Fessenheim-Zeit‚Äú: Und was hier dann entstehen wird, wird weit √ľber den Standort hinaus gro√üe Wirkung haben‚Äú, erkl√§rt der Sprecher. Als Landtagsabgeordneter hatte er sich bereits vor √ľber einem Jahrzehnt nachdr√ľcklich f√ľr die Schlie√üung und eine zukunftsgewandte Nutzung des Standorts eingesetzt. An den entsprechenden Pl√§nen wird lange schon gearbeitet, auch √ľber die staatlichen Grenzen hinweg. ‚ÄěWir sind √ľberzeugt: F√ľr die Deutsch-Franz√∂sische Zusammenarbeit w√ľrde an dieser Stelle diese Entwicklung ganz neue Impulse bedeuten‚Äú, so Sch√§tzle.
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Neue Internetseite ¬ĽVielfalt schmeckt¬ę
Freiburg: Alte Kultursorten digital kennen lernen! Auf der neuen Internetseite ¬ĽVielfalt schmeckt¬ę (www.vielfaltschmeckt.de) sind ab sofort umfassende Informationen zu traditionellen, bedrohten Sorten, den √Ėko-Landwirtinnen und √Ėko-Landwirten hinter dem Gem√ľse, Rezeptideen und vieles mehr zu finden. ¬ĽVielfalt schmeckt¬ę ist ein gemeinsames Projekt von ProSpecieRara und Rinklin Naturkost.

ProSpecieRara und Rinklin Naturkost m√∂chten mit dem Projekt ¬ĽVielfalt schmeckt¬ę traditionelle, bedrohte Gem√ľsesorten erhalten, indem diese in √∂kologischem Landbau angebaut und im Bioladen verkauft werden. Kunden soll die gro√üe Vielfalt an Sorten n√§hergebracht werden und sie sollen durch den Kauf und Genuss dieser Sorten zum Erhalt beitragen k√∂nnen.

Alte Sorten auf neuer Seite

Auf der Internetseite zu ¬ĽVielfalt schmeckt¬ę dreht sich dabei alles um bedrohte und traditionelle Gem√ľsesorten. Sortenportr√§ts geben Auskunft √ľber die einzelnen Sorten, die im Rahmen des Projekts angebaut werden. Die Bio-Erzeugerinnen und Bio-Erzeuger stellen sich vor und die L√§den, in denen die Gem√ľsesorten verkauft werden, k√∂nnen √ľber eine einfache Postleitzahlensuche gefunden werden.

Einblicke & Ausblicke

Auf der Seite k√∂nnen Einblicke in die verschiedenen Facetten des Projekts und in die Welt der seltenen Kulturpflanzen gewonnen werden. Zur Verwendung der Sorten werden Rezepte angeboten und gastronomische Partner vorgestellt, die immer wieder Men√ľs oder Mittagstische mit den Gem√ľsesorten aus dem Projekt anbieten. Termine und Informationen zu Veranstaltung und Aktionen kann man hier jeweils aktuell finden.

Kommunizieren & Mitmachen

Die Internetseite ist bewusst so aufgebaut, dass Interessierte die M√∂glichkeit haben, in Kontakt mit den Initiatoren zu treten. Alle k√∂nnen ganz einfach zu der Seite beitragen, in dem sie Rezepte mit den seltenen Sorten zur Verf√ľgung stellen oder Bilder dazu einschicken. Gemeinsam m√∂chten wir Vielfalt wieder erlebbar machen!

Das Projekt wird gef√∂rdert durch das Bundesministerium f√ľr Ern√§hrung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags im Rahmen des Bundesprogramms √Ėkologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (B√ĖLN). Ein weiterer F√∂rderer ist die Heidehof Stiftung.
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"Arche des Geschmacks" erneut als Projekt der UN-Dekade f√ľr Biologische Vielfalt
Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2011 bis 2020 zur UN-Dekade f√ľr die biologische Vielfalt erkl√§rt. Sie rufen die Welt√∂ffentlichkeit damit auf, die Bedeutung und den Wert biologischer Vielfalt f√ľr unser Leben, unsere Ern√§hrung und Gesundheit sowie unser Wirtschaften anzuerkennen und sich f√ľr ihren Erhalt einsetzen. Die "Arche des Geschmacks" von Slow Food Deutschland ist von der Fachjury zum dritten Mal als eines der Leuchtturmprojekte f√ľr Deutschland ausgew√§hlt. Der Verein bewahrt aktuell 73 Lebensmittel, Nutztierrassen, Gem√ľse- und Obstsorten vor dem Vergessen.

Durch unser menschliches Handeln und insbesondere unsere intensive, industrialisierte Landwirtschaft nimmt die biologische Vielfalt weltweit stark ab. Massentierhaltung, Monokulturen und industrielle Verarbeitung haben √∂kologisch nachhaltig bewirtschaftete Fl√§chen, traditionelle Nahrungsmittel sowie Lebensmittelhandwerk zunehmend verdr√§ngt. Das f√ľhrt zum Verlust von fruchtbaren B√∂den und Weiden, regional verankerten Verarbeitungsst√§tten, Infrastrukturen, Lebensmitteln und Wissen klein- bis mittelst√§ndischer Erzeuger und Lebensmittelhandwerker. Es kommt zum Ungleichgewicht in unserer Natur, unserer Ern√§hrung und unseren Kulturlandschaften.

Vielfalt ist nicht nur biologisch, sondern auch kulturell: Aus lokaler Artenvielfalt, Klima und Boden entwickeln sich spezifische landwirtschaftliche Praktiken, K√ľchen und Traditionen. Sie zeigen sich in Geschmack, Aroma, Farbe und Form von Lebensmitteln und Rezepten. F√ľr den Erhalt dieses kulinarischen Erbes macht sich Slow Food stark und sch√ľtzt seit 1996 mit der Arche des Geschmacks einheimische Tierrassen, regional wertvolle und traditionelle Lebensmittel und Kulturpflanzen vor dem Verschwinden. Viele von ihnen sind nicht nur ein echter Blickfang, sondern eine n√§hrstoffreiche Zutat. "Was unseren Passagieren das √úberleben schwer macht, ist einerseits ihre langsame, vergleichsweise aufwendige Herstellung oder Aufzucht. In unserem System des ,immer mehr, schneller und billiger' gelten sie als unrentabel. Andererseits sind sie oft schlichtweg nicht mehr bekannt. Das wollen wir √§ndern, sie wieder bekannt machen, damit sie nachgefragt, entsprechend hergestellt und verkauft werden, getreu des Mottos der Arche ,Essen was man retten will!'. Wir brauchen die Arche heute mehr denn je. Wir erhalten damit Vielfalt sowie Universen an Geschm√§ckern und Geschichten," erkl√§rt Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland e.V.

Dank des wachsenden Interesses f√ľr alte Sorten und regionale K√ľche erfreut sich das Projekt immer mehr Beliebtheit. Um das Repertoire an Passagieren zu erweitern, ist Slow Food auf Hinweise von Verbraucherinnen und Verbraucher angewiesen. Sie machen den Verein auf Lebensmittel aufmerksam, die sie aus ihrer Kindheit kennen, heute aber kaum noch finden. Eine Slow-Food-Kommission aus ehrenamtlichen Mitarbeitern setzt die Aufnahme in die Arche um. Gerhard Schneider-Rose leitet diese: "Ich gehe schon immer mit offenen Augen durch die Natur, wobei mich monotone, ausger√§umte Landschaften traurig stimmen. Wenn wir weiter auf einige Hochleistungssorten statt die langbew√§hrten und standortangepassten Spezies setzen, riskieren wir nicht zuletzt die Sicherung der Weltern√§hrung. Die Arche des Geschmacks ist ein sehr starkes Symbol daf√ľr, die genetische Vielfalt auf √Ąckern und in G√§rten lebendig zu halten".
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BUND-Umwelttipp: Nistkästen bauen - Ein ökologisches Weihnachtsgeschenk
Quelle: BUND S√ľdlicher Oberrhein
 
BUND-Umwelttipp: Nistkästen bauen - Ein ökologisches Weihnachtsgeschenk
Amsel, Drossel, Fink und Star... Wer kennt nicht zumindest diese eine Zeile des alten Liedes. V√∂gel erfreuen uns mit ihrem Gesang, sie vertilgen gro√üe Mengen Sch√§dlinge und sind beliebt. Dennoch herrscht nicht nur bei "Amsel, Drossel, Fink und Star" Wohnungsnot. Die Landschaft ist ausger√§umt, der Wald ist h√§ufig "aufger√§umt", Hecken verschwinden und in den St√§dten und D√∂rfern finden sich immer weniger Nischen f√ľr die ganze bunte Vogel- und Tierwelt. Mit dem Bau von Nistk√§sten und Nisthilfen k√∂nnen insbesondere Kinder und Jugendliche f√ľr die Tierwelt, die Natur und auch f√ľr den Umweltschutz begeistert werden.
Auf der BUND-Homepage www.bund-freiburg.de finden Sie eine Vielzahl von Bauanleitungen f√ľr Nistk√§sten. Ein selbst gebauter Nistkasten ist ein sch√∂nes Weihnachtsgeschenk. Und f√ľr die handwerklich weniger begabten Menschen gibt es beim BUND in der Freiburger Wilhelmstrasse 24a (Hinterhaus), und im BUND-Shop unter www.bund-freiburg.de auch einen Nistkastenbausatz, gefertigt in einer regionalen Werkstatt f√ľr Menschen mit Behinderung.
Ein Nistkasten ist ein √∂kologisches, umweltfreundliches Geschenk. Wer einmal einen Nistkasten gebaut hat, wer V√∂gel und Natur beobachtet, wird auch sehen, dass der Bau von Nisthilfen nur ein erster, wichtiger, (kleiner) Schritt ist. Denn die Bedrohung von V√∂geln, Natur und Umwelt erfordert weitergehende Schritte. Auf diesem Wege lernt man, dass Natur in G√§rten, W√§lder, St√§dte und D√∂rfer zur√ľckgebracht werden muss und dass Vogel-, Natur- und Umweltschutz langfristig auch dem Menschen dient und nutzt.
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10 Jahre Stromsparcheck
Genau 2.626 Stromsparchecks in einkommensschwachen Haushalten durchgef√ľhrt - Rund 800 alte, ineffiziente K√ľhlschr√§nke ausgetauscht

Projekt verbindet soziale und √∂kologische Aspekte ‚Äď Vermittlung von Langzeitarbeitslosen

Der Stromsparcheck feiert jetzt sein 10j√§hriges Bestehen. Er startete als einer der ersten Pilotstandorte des inzwischen bundesweit erfolgreichen Klimaschutzschutzprojektes f√ľr einkommensschwache Freiburger Haushalte. Der Caritasverband Freiburg-Stadt, die gemeinn√ľtzige Freiburger Qualifizierungs- und Besch√§ftigungsgesellschaft f.q.b. organisieren dieses Projekt gemeinsam, die Stadt Freiburg begleitet das Projekt seit Beginn fachlich und finanziell.

Genau 2626 Stromsparchecks wurden in den letzten 10 Jahren durchgef√ľhrt - eine eindrucksvolle Bilanz. Seit Projektbeginn vermittelt das Jobcenter Freiburg langzeitarbeitslose Menschen, die im Stromsparcheck zu Stromsparhelferinnen und -helfern qualifiziert werden. Diese geschulten ALG-II-Empf√§ngerinnen und -Empf√§nger gehen dann in die Haushalte und helfen anhand eines Stromsparchecks die Ausgaben f√ľr Strom und Wasser zu reduzieren. Durch diese Qualifizierung soll ihnen einen Wiedereinstieg in das Berufsleben erleichtert werden. Die Stadt Freiburg unterst√ľtzt den Stromsparcheck mit 52.000 Euro pro Jahr.

‚ÄěBei diesem Projekt profitieren viele: Einkommensschwache Haushalte, in dem sie bares Geld sparen, das Klima mit deutlichen CO2-Einsparungen und die Stadt Freiburg, da wir unserem ambitionierten Klimaschutzziel eines klimaneutralen
Freiburgs bis 2050 ein weiteres St√ľck n√§her kommen‚Äú, so Umweltb√ľrgermeisterin Gerda Stuchlik anl√§sslich des 10j√§hrigen Jubil√§ums des Stromsparchecks.

Und Christiane Bl√ľmle, Gesch√§ftsf√ľhrerin der f.q.b.: ‚ÄěDie erfolgreiche Entwicklung des Stromsparchecks in den letzten 10 Jahren ist auch das Ergebnis der ausgezeichneten Kooperation mit der Stadt Freiburg, der Badenova und der Energieagentur Regio Freiburg. Das Bundesministerium f√ľr Umweltschutz, Natur und Reaktorsicherheit, das Jobcenter Freiburg und die Stadt Freiburg finanzieren das Projekt gemeinsam ma√ügeblich und unterst√ľtzen es auch ideell.‚Äú Insgesamt waren bisher 97 Menschen in diesem Projekt t√§tig, davon 89 M√§nner und 8 Frauen. Der Altersdurchschnitt lag bei rund 45 Jahren. Das Projekt bietet den Teilnehmenden relativ gute Vermittlungschancen in den Arbeitsmarkt, da es in einem zukunftstr√§chtigen Segment arbeitet und M√∂glichkeiten zur Besch√§ftigung sowohl im Energiebereich, in anderen Servicebereichen als auch in angrenzenden Handwerksbereiche, wie beispielsweise Heizung und Sanit√§r, bietet.

Zu den Zahlen: In den letzten 10 Jahren hat der Stromsparcheck √ľber 3.500 Haushalte erreicht und genau 2.626 Stromsparchecks (Stand: 30. September 2018) in den Haushalten durchgef√ľhrt. Es wurden 16.726 Energiesparlampen, 1.526 Steckerleisten, 3.440 Wassersparperlatoren und 1.982 Duschk√∂pfe eingebaut. Das prognostizierte j√§hrliche Einsparpotenzial f√ľr Strom liegt momentan bei rund 210.000 Euro beziehungsweise rund 80 Euro pro Haushalt und Jahr. Die eingesparte Menge CO2 betr√§gt durch bisher eingebaute Energiesparartikel rund 693.000 Kilogramm j√§hrlich, ein √§u√üerst erfreulicher Beitrag zum Umweltschutz. Auch beim Wasserverbrauch gab es Einsparungen. Bei den bisher beratenen Haushalten geht die f.q.b. von einer Einsparung in den n√§chsten sieben Jahren von rund 477.000 Euro aus. Diese Zahlen zeigen eindr√ľcklich, wie in den eigenen vier W√§nden Energie gespart werden kann.

Zus√§tzlich finanziert die Stadt Freiburg seit 2012 den Austausch alter, ineffizienter K√ľhlschr√§nke in einkommensschwachen Haushalten gegen Ger√§te mit einer Energieeffizienzklasse A+++ mit j√§hrlich 50.000 Euro. Voraussetzung daf√ľr ist ein Stromspar-Check. Rund 800 Ger√§te wurden seitdem ausgetauscht, etwa 95 Euro lassen sich zus√§tzlich pro Haushalt j√§hrlich an Stromkosten einsparen: Die neuen stromsparenden K√ľhlger√§te leisten dadurch ebenfalls einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Von den Einsparungen profitiert indirekt auch die Stadt, denn sie tr√§gt entsprechend der gesetzlichen Grundlagen die Unterkunftskosten f√ľr die Bezieherinnen und Bezieher von Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe.

Die Energieagentur Regio Freiburg, Mitinitiator des Stromsparchecks, begleitet in fachlichen Fragen und bei der Ausbildung der Stromsparhelferinnen und Stromsparhelfer. Damit verbindet das Projekt soziale und √∂kologische Aspekte. Die Badenova hat das Projekt als Starthilfe in der Startphase √ľber ihren Innovationsfonds gef√∂rdert.
 
 

 
Bachpaten kontrollieren die Nistkästen an Freiburgs Gewässern
J√§hrlich √ľber 350 Nistk√§sten werden gereinigt - Interessierte k√∂nnen gerne mithelfen

Was haben V√∂gel und Nistk√§sten mit dem Lebensraum Gew√§sser zu tun? Gew√§sser haben √ľblicherweise auch angrenzende Ufer mit ihren Geh√∂lzen. Aus diesem Grund haben die Freiburger Bachpaten √ľber die Jahre etwa 350 Nistk√§sten an B√§umen nahe am Wasser angebracht. Sie kontrollieren und reinigen diese K√§sten einmal im Jahr, da diese Vogelarten jedes Jahr ein neues Nest bauen.

Die Nisthilfen am Wasser werden haupts√§chlich von Meisen und Sperlingen, aber auch von Rotschw√§nzen, Zaunk√∂nigen und Kleibern bezogen. Diese V√∂gel finden kaum noch Bruth√∂hlen in alten B√§umen mit nat√ľrlichen H√∂hlen. Aber nicht nur f√ľr V√∂gel gibt es k√ľnstliche H√∂hlen, auch f√ľr Flederm√§use stehen Wohnungen bereit. Diese werden in der warmen Jahreszeit von den nachtaktiven Tieren tags√ľber als Schlafplatz genutzt.

An den beim Nestbau verwendeten Materialien k√∂nnen die Bachpaten R√ľckschl√ľsse auf die Bewohner ziehen. Besteht das Nest haupts√§chlich aus Moos, waren hier Meisen zu Gast. Sperlinge verwenden fast nur trockene Halme, bauen aber auch Zivilisationsm√ľll wie Plastik mit ein. Man kann sich fragen, ob diese Vogelart nicht auch deshalb den Spitznamen ‚ÄěDreckspatz‚Äú erhalten hat. Das erstaunlichste Nest ist eigentlich gar kein zusammenh√§ngendes Gebilde: Der Kleiber f√ľllt seinen Nistkasten schlicht bis obenhin mit feinen Rindenst√ľcken auf.

Bei den Kontrollgängen der Bachpaten zeigt sich die Wohnungsnot der Vögel ganz deutlich, fast in jedem Nistkasten ist ein Nest zu finden. Die Kästen werden bis Mitte Februar gereinigt, da dann bereits die ersten Vögel wieder mit dem Nestbau beginnen.

Neben Vögeln oder Fledermäusen nutzen auch andere Tiere die aufgehängten Bruthöhlen. Oft befinden sich Wespen- oder Hornissennester darin. Diese Nester sind im Winter jedoch verwaist und können ebenfalls problemlos entfernt werden. Die größte Freude macht den Freiburger Bachpaten jedoch, wenn Mäuse mit von der Partie sind. Vor allem die Gelbhalsmaus baut gerne ihr Winternest auf leere Vogelnester und bringt zusätzlich trockene Blätter und Futter ein.

An fast allen naturnahen B√§chen, die ein begleitendes Gr√ľn besitzen und in denen eine vielf√§ltige Tierwelt vorhanden ist, sind die Bachpaten Freiburg im Einsatz. Es sind 64 Gruppen mit √ľber 1.300 Menschen vom Kinder- bis zum Rentenalter, die tatkr√§ftig und ehrenamtlich die Stadt in deren Auftrag zur Gew√§sserpflege unterst√ľtzen.

Gerne k√∂nnen sich interessierte B√ľrgerinnen und B√ľrgern bei Ann Zirker vom Garten- und Tiefbauamt unter der Telefonnummer: 201-4656 oder per E-Mail: ann.zirker@stadt.freiburg.de melden, wenn sie die Bachpaten Freiburg unterst√ľtzen m√∂chten.
 
 

 
Am Black Friday von ‚ÄúKauf nix‚ÄĚ zu ‚ÄúSchraub‚Äô mal‚ÄĚ
Petition zum ‚ÄúRecht auf Reparatur‚ÄĚ schon bei 100.000 Unterschriften

Verden, 22. November 2018. Parallel zu den globalen Kaufr√§uschen des Black Friday und des Cyber Monday findet am 24. November der Kauf-Nix-Tag (Buy-nothing-Day) statt, eine kanadische Erfindung. Von ‚ÄúKauf nix‚ÄĚ zum ‚ÄúSchraub‚Äô mal‚ÄĚ ist die Devise der Petition ‚ÄúRecht auf Reparatur‚ÄĚ, die auf der Petitionsplattform WeAct von Campact schon √ľber 100.000 Unterst√ľtzerinnen und Unterst√ľtzer gefunden hat. Gerade bei technischen Ger√§ten geht der Trend zur K√ľrze: spontan angeschafft, kurz benutzt und schnell weggeworfen.

Drei engagierte Frauen aus Berlin und G√∂ttingen haben den Appell an Umweltministerin Svenja Schulze und Wirtschaftsminister Peter Altmaier gestartet, die sich in der EU f√ľr ein Recht auf Reparatur einsetzen sollen. ‚ÄúDie Herstellung neuer Produkte verbraucht immer mehr Ressourcen und Energie. Es ist ein Wahnsinn, dass wir nicht viel sorgsamer mit den Produkten umgehen, die wir bereits haben‚Äú, sagt Katrin Meyer von der Initiative ‚ÄúSchraube locker‚ÄĚ, die die Petition gestartet hat.

Beim Recht auf Reparatur steckt die T√ľcke im Detail. Es gibt zwar europaweit immer mehr Initiativen und Gruppen, die sich zum gemeinsamen Austauschen von Kleinteilen und Zum-Laufen-Bringen treffen. Doch immer √∂fter sind Geh√§use fest verklebt, die Knopfzelle l√§sst sich nicht ersetzen, den Hebel gibt es nicht als Ersatzteil, er muss m√ľhsam aus Fimo nachgebaut werden. Sollbruchstellen sind von vorneherein eingeplant.

Schon 2014 w√ľnschten sich 77 Prozent der EU-B√ľrgerinnen und B√ľrger in einer Umfrage, ihre Produkte reparieren zu k√∂nnen statt neue kaufen zu m√ľssen. Bisher gibt keine EU-weiten gesetzlichen Regeln. Das Recht auf Reparatur sichert den Zugang zu Ersatzteilen, Reparaturinformationen sowie zu Diagnose-Werkzeugen f√ľr alle Reparateure. ‚ÄúSo k√∂nnen nicht nur Vertragswerkst√§tten, sondern auch freie Initiativen Ger√§te reparieren. Dadurch, dass ein Wahlrecht auf Reparatur w√§hrend Gew√§hrleistung und Garantie gefordert wird, werden zudem die Rechte von Verbraucherinnen und Verbrauchern gesch√ľtzt‚Äú, erg√§nzt Joyce-Anne Syhre, ebenfalls von ‚ÄúSchraube locker‚ÄĚ.

In der EU-√Ėkodesign-Richtlinie k√∂nnten die EU-Mitgliedsstaaten einen leichteren Zugang zu Ersatzteilen und Informationen vorschreiben. Die Bundesregierung stimmt dazu Anfang Dezember in Br√ľssel ab - vertreten durch das SPD-gef√ľhrte Umweltministerium von Svenja Schulze. Wie, das ist bisher nicht bekannt. Doch wenn aus Deutschland das Votum f√ľr ein starkes Recht auf Reparatur kommt, w√§re das ein erster Schritt aus der Wegwerfgesellschaft.
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Tiefsee-Fanggrenzen 2019/2020
EU umschifft eigenen Nachhaltigkeitsstandard

Die Fischereiminister der EU, darunter Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Kl√∂ckner, haben √ľber die Fanggrenzen f√ľr wirtschaftlich bedeutende Best√§nde von Tiefseefischarten f√ľr 2019 und 2020 entschieden - darunter die f√ľr Deutschland relevanten Arten Schwarzer Degenfisch, Rundnasengrenadier und Gabeldorsch. "Herzst√ľck der Gemeinsamen Fischereipolitik ist das rechtlich verbriefte Ziel nachhaltiger Nutzungsgrade f√ľr alle fischereilich genutzten Populationen bis 2020. Dieser sogar global geltende Nachhaltigkeitsstandard wurde nun umschifft, indem zahlreiche Fanggrenzen einfach aufgehoben wurden", so Nina Wolff, Fischerei-Expertin von Slow Food Deutschland.

Die Tiefsee z√§hlt zu den empfindlichsten Bereichen der Meere. Sie birgt eine F√ľlle von Lebewesen und Lebensr√§umen. Vieles davon ist uns Menschen noch unbekannt. Trotzdem fischen industrielle Fischereiflotten, auch aus EU-L√§ndern, in diesen Gefilden, weil sie in einigen K√ľstengew√§ssern Europas nicht mehr ausreichend Fang und Gewinne erzielen. Viele Tiefseefische jedoch reproduzieren sich langsamer als andere Fischarten. Sie sind entsprechend anf√§llig f√ľr √úberfischung. Einige dieser Arten sind bereits stark dezimiert, darunter der Granatbarsch sowie mehrere Haiarten. Der Internationale Rat f√ľr Meeresforschung (ICES) hat im Vorfeld der gestrigen Entscheidung empfohlen, bei vielen der Tiefseebest√§nde die F√§nge erheblich zu reduzieren oder g√§nzlich zu vermeiden.

Diesen wissenschaftlichen Empfehlungen ist die EU mit ihrer getroffenen Entscheidung nicht ausreichend nachgekommen. "Die EU h√§tte gestern f√ľr 19 Tiefsee-Best√§nde Fanggrenzen festlegen sollen. Stattdessen wurden sechs Best√§nde der Quote entzogen. Der Ministerrat ist kritiklos diesem unverantwortlichen Vorschlag der EU-Kommission gefolgt. Die wissenschaftlichen Kenntnisse √ľber die besonders schutzbed√ľrftigen Tiefseepopulationen sind nach wie vor gering. Eine Bewirtschaftung dieser Best√§nde im Einklang mit dem Vorsorgeprinzip h√§tte deshalb besonders strenge Fanggrenzen bis hin zu Fangverboten erfordert", so Wolff und erkl√§rt entschieden weiter: "Die EU und auch das zust√§ndige Bundesministerium f√ľr Ern√§hrung und Landwirtschaft sind sich der gro√üen Bedeutung der Tiefseefische f√ľr die marinen √Ėkosysteme durchaus bewusst. Dennoch wurden erneut wichtige Erhaltungsma√ünahmen einer schlanken Quotenverwaltung geopfert. Das ist, als h√∂be man Geschwindigkeitsbegrenzungen auf weniger befahrenen Stra√üen auf, um die Verkehrspolitik zu entschlacken".

In ihrer Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) hat die EU rechtsverbindlich beschlossen, bis 2020 alle EU-Fischbest√§nde auf einem √∂kologisch vertretbaren Niveau zu bewirtschaften. Mit der j√ľngst getroffenen Entscheidung hat sie sich davon erneut einen Schritt entfernt und das wirtschaftliche Interesse einiger weniger Mitgliedstaaten √ľber wissenschaftliche Expertise und geltendes Recht gestellt. "Ich bin sprachlos dar√ľber, dass der Ministerrat nicht st√§rker agiert hat, um die f√ľr uns √ľberlebenswichtigen marinen √Ėkosysteme zu erhalten. Da die EU weiterhin nicht die Grundlagen f√ľr einen verantwortungsvollen Fischverzehr schafft, kann ich nur an die Verbraucherinnen und Verbraucher appellieren, sensible und kluge Entscheidungen zu treffen. Wenn eine der biologischen Empfindlichkeit entsprechende vorsichtige Bewirtschaftung nicht gew√§hrleistet ist, gibt es nur eine Konsequenz. Die Tiefsee geh√∂rt nicht auf den Teller, und wir sollten auch auf Reisen einen kulinarischen Bogen um Tiefseefischarten schlagen und stattdessen zu regionalem Fisch greifen, dessen √∂kologisch unbedenklicher Herkunft wir uns vergewissert haben", sagt Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland.
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