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Verschiedenes

 NABU: Illegale Wolfstötungen hÀufen sich
Wolf in der LĂŒneburger Heide / Foto: JĂŒrgen Borris
 
NABU: Illegale Wolfstötungen hÀufen sich
Sieben tote Wölfe in nur sechs Jahren

NABU begrĂŒĂŸt Ermittlungen durch das Landeskriminalamt in Sachsen

Der NABU verurteilt den illegalen Abschuss eines Wolfes im Landkreis Görlitz. Das tote Tier war in der Nacht auf Sonntag unweit der Autobahn A4 bei Vierkirchen gefunden worden. „Innerhalb von nur sechs Jahren ist es inzwischen der siebte illegal getötete Wolf in Sachsen“, erklĂ€rte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Bis heute konnte in keinem der FĂ€lle ein VerdĂ€chtiger ausfindig gemacht werden. Daher begrĂŒĂŸt der NABU die Aufnahme der Ermittlungen durch das Landeskriminalamt. „Wir hoffen, dass durch den Einsatz des LKA der SchĂŒtze ermittelt werden kann und er oder sie entsprechend verurteilt wird. Ein illegal geschossener Wolf ist keine TrophĂ€e fĂŒr die heimische Wohnzimmerwand – es ist eine Straftat, die bis zu fĂŒnf Jahren Freiheitsstrafe nach sich ziehen kann“, so Miller.

Über den nĂ€heren Fundort machte die Polizei aus ermittlungstaktischen GrĂŒnden zunĂ€chst keine Angaben. Die Tat soll sich dem Vernehmen nach bei Vierkirchen ereignet haben. „Das wĂ€re insofern bemerkenswert, als dass die letzten fĂŒnf Wolfstötungen alle in einem Umkreis von 40 Kilometern stattgefunden hĂ€tten. So wie Luchse in Bayern inzwischen ein als Bermudadreieck bekanntes Gebiet fĂŒrchten mĂŒssen, haben wir es wohl auch in Ostsachsen mit einem Ă€hnlichen Gebiet fĂŒr Wölfe zu tun“, so Miller.

In dem neuerlichen Abschuss sieht der NABU eine zunehmende VerschÀrfung der Diskussion um den Wolf in Sachsen. 2012 wurde das Wildtier auf DrÀngen des Landesjagdverbandes in das sÀchsische Jagdrecht aufgenommen, damit eine bessere Akzeptanz innerhalb der JÀgerschaft erreicht werden kann. Seither sind vier tote Wölfe in Sachsen gefunden worden.

Im Juni dieses Jahres hatte der BundesjĂ€gertag in Dresden ein Positionspapier zum Wolf veröffentlicht. Der NABU bedauert, dass sich der Deutsche Jagdverband (DJV) darin nicht klar zum Wolf als Teil der heimischen Fauna und als bedeutsamen Bestandteil des Naturhaushaltes bekennt. Der NABU appelliert daher an den DJV, das Thema Wolf positiv zu besetzen und – in seiner Rolle als anerkannter Naturschutzverband – den Wolf nicht weiter grundlegend als „Problemart“ darzustellen. „Das Nebeneinander von Wolf und Mensch ist möglich. Genau das sollte der Deutsche Jagdverband auch vermitteln. WĂŒrde der DJV seine Scheuklappen ein wenig öffnen, wĂ€re das fĂŒr die Akzeptanz des Wolfes sehr hilfreich“, so Miller.
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Ausverkauf der Natur abgelehnt
EuropĂ€er stimmen gegen Aufweichung des Naturschutzes / EU-weites NaturschutzbĂŒndnis mobilisiert rund 500.000 BĂŒrger gegen PlĂ€ne von KommissionsprĂ€sident Juncker

Berlin, 24.07.2015: Rund eine halbe Million EuropĂ€erinnen und EuropĂ€er haben sich in einer von der EU-Kommission initiierten Befragung gegen die Aufweichung des Naturschutzes in der EU ausgesprochen. Nie zuvor verzeichnete eine EU-Konsultation eine solche Resonanz. Dies ist vor allem auf die Mobilisierungsaktion von 120 Umweltorganisationen in den 28 Mitgliedstaaten zurĂŒckzufĂŒhren, bei der bislang 469.236 (Stand 23. Juli, 12:00 Uhr) Menschen fĂŒr eine Beibehaltung der bisherigen Naturschutzrichtlinien stimmten. Die Konsultation endet am Freitag, den 24. Juli, um Mitternacht.

Unter dem Motto "NatureAlert.eu“ hatten auch hierzulande der Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Naturschutzbund Deutschland (NABU), WWF Deutschland sowie der Dachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) BĂŒrgerinnen und BĂŒrger aufgerufen, sich an der Konsultation zur Zukunft der EU-Naturschutzrichtlinien zu beteiligen. KommissionsprĂ€sident Jean-Claude Juncker habe mit der Befragung den Weg fĂŒr ein Naturschutzrecht ebnen wollen, das sich stĂ€rker an den Interessen der Wirtschaft orientiert, so der Vorwurf der UmweltschĂŒtzer. Es zeichnet sich jedoch ab, dass eine ĂŒberwĂ€ltigende Mehrheit der teilnehmenden BĂŒrgerinnen und BĂŒrger Junckers PlĂ€nen zur Änderung des Naturschutzrechts eine klare Absage erteilt hat. Anfang 2016 will die EU-Kommission beschließen, ob sie die Rechtsvorschriften Ă€ndern wird oder von den EU-LĂ€ndern eine bessere Durchsetzung der Regeln und mehr Finanzmittel einfordert.

Sollte Junckers Initiative Erfolg haben, befĂŒrchten die Umweltorganisationen eine massive SchwĂ€chung der Vorschriften zum Schutz von Arten, LebensrĂ€umen und Schutzgebieten. Konkret geht es um die EU-Vogelschutzrichtlinie, die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) und das weltgrĂ¶ĂŸte Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000. Die UmweltschĂŒtzer verweisen auf eine Vielzahl von Studien, wonach die Richtlinien bereits zur Rettung bedrohter Tierarten beigetragen haben. Seeadler, Kranich, Wildkatze und Biber gehe es dank ihnen heute wieder deutlich besser. Millionen Zugvögel wĂ€ren ohne sie auf ihrer Route in den SĂŒden zum Abschuss freigegeben. Auch wĂ€ren deutlich mehr Moore und Feuchtgebiete trockengelegt, die letzten unberĂŒhrten KĂŒstenabschnitte bebaut und viele Fledermausquartiere zerstört worden. Dass die Artenvielfalt insgesamt dennoch schwindet, liege vor allem an der naturzerstörerischen EU-Agrarpolitik sowie unzureichender Finanzierung durch EU-Haushalt und die Mitgliedstaaten, Personalmangel und zu laxer Durchsetzung der Richtlinien in den LĂ€ndern, kritisieren die UmweltverbĂ€nde.

Olaf Tschimpke, NABU-PrĂ€sident: "Die Naturschutzrichtlinien der EU haben schon Millionen von Zugvögeln das Leben gerettet und unzĂ€hlige NaturschĂ€tze vor der Zerstörung bewahrt. Jean-Claude Juncker sollte nicht funktionierende Gesetze aufbohren, sondern die Agrarpolitik reformieren, deren Subventionsmilliarden einen maßgeblichen Anteil am Schwund der Artenvielfalt haben."

Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND: "Proteste aus allen EU-LĂ€ndern haben in den vergangenen Wochen eindrucksvoll gezeigt, dass die Menschen von den Politikern in Europa aktive Hilfe beim Schutz des gemeinsamen Naturerbes erwarten. Was sie nicht wollen, ist das Herumzerren an Gesetzestexten, um kurzfristige Profitinteressen zu bedienen. KommissionsprĂ€sident Juncker muss nun dafĂŒr sorgen, dass die bewĂ€hrten Naturschutzrichtlinien der EU besser umgesetzt werden. Die ausreichende Finanzierung, auch in den deutschen BundeslĂ€ndern, ist dabei ein unverzichtbarer Baustein, praktische Hilfe bei der Lösung von Konflikten ein anderer."

Leif Miller, VizeprĂ€sident des DNR: „Die EU-Kommission muss endlich begreifen, dass fast 90 Prozent der Menschen in Europa den Verlust von Tier- und Pflanzenarten fĂŒr ein Problem halten. Dies haben knapp eine halbe Million EuropĂ€erinnen und EuropĂ€er in nur zehn Wochen eindrucksvoll unterstrichen, indem sie sich an der Kampagne beteiligt haben. EuropĂ€ische DeregulierungsbemĂŒhungen im Umwelt- und Naturschutz werden nur den Europaskeptizismus verstĂ€rken.“

Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz des WWF Deutschland: "Schutzgebiete sind eine lohnende Investition. Die Natura-2000-Gebiete der EU erfordern jÀhrlich sechs Milliarden Euro, erbringen aber im gleichen Zeitraum Umweltleistungen im Wert von bis zu 300 Milliarden Euro, zum Beispiel sauberes Wasser, Klimaschutz und ErholungsrÀume. Der Naturschutz ist ökonomisch hocheffizient und das Geld besser investiert als in Subventionen einer naturschÀdlichen Landwirtschaft und Regionalförderung."
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Studie belegt: EU-Vogelschutz wirkt
Große Erfolge bei bedrohten Arten in Deutschland

EU-Vogelschutzrichtlinie muss bleiben

Das Schicksal der bedrohten Vogelarten Europas ist in hohem Maße von den Naturschutzgesetzen der EuropĂ€ischen Union abhĂ€ngig. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die heute im Fachmagazin „Conservation Letters“ veröffentlicht wurde. Darin analysierten Wissenschaftler die Bestandszahlen und Populationstrends aller europĂ€ischen Vogelarten, die im vergangenen Jahr von den Mitgliedstaaten an die EU-Kommission gemeldet werden mussten.

„Ob eine Vogelart zunimmt oder abnimmt, hĂ€ngt immer von mehreren Faktoren ab. Jetzt aber wissen wir endlich, was in Europa den grĂ¶ĂŸten Einfluss hat: NĂ€mlich, ob eine Art dank der EU-Vogelschutzrichtlinie von besonderen Schutzmaßnahmen profitiert – oder eben nicht. Nach den neuesten Erkenntnissen hat dies wesentlich grĂ¶ĂŸeren Einfluss auf die Entwicklung einer Art als beispielsweise der Klimawandel“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Im Jahr 1979 verabschiedeten die Mitgliedstaaten der EuropĂ€ischen Gemeinschaft die Vogelschutzrichtlinie, die seither in der EU den Schutz wildlebender Vogelarten und ihrer LebensrĂ€ume regelt. Sie gilt weltweit als eines der fortschrittlichsten und erfolgreichsten Naturschutzgesetze. Wird eine Vogelart im Anhang 1 der Richtlinie gefĂŒhrt, mĂŒssen die Mitgliedstaaten besondere Maßnahmen ergreifen und die wichtigsten Vorkommensgebiete als Vogelschutzgebiete ausweisen. Derzeit fallen 181 Arten in diese Kategorie. „Durch die Studie wissen wir jetzt: Ist eine Vogelart im Anhang 1 gelistet, hat sie wesentlich bessere Chancen auf einen positiven Bestandstrend als andere Arten“, so Tschimpke. Neben den Schutzgebieten dĂŒrften sich auch EU-finanzierte Hilfsprojekte auszahlen, die dank der EU-Naturschutzrichtlinien umgesetzt werden können.

Eine zweite wichtige Erkenntnis der Studie: Je lĂ€nger die Vogelschutzrichtlinie in einem Land bereits gilt, desto besser fĂ€llt die Entwicklung der Anhang 1-Arten aus. In den neueren EU-Mitgliedstaaten sind die positiven Effekte noch schwĂ€cher ausgeprĂ€gt, doch in Deutschland – wo die Richtlinie seit 1979 greift – sind zum Teil spektakulĂ€re Bestandszunahmen zu verzeichnen.

So hat etwa der Schwarzstorch maßgeblich von der EU-Vogelschutzrichtlinie profitiert (Zunahme in den letzten 25 Jahren um 1655 Prozent), aber auch der Seeadler (393 Prozent), die Wiesenweihe (238 Prozent), der Wanderfalke (215 Prozent) und Kranich (415 Prozent). Ebenso verzeichnet die ehemals fast ausgestorbene Großtrappe inzwischen eine solide Bestandszunahme (119 Prozent in den letzten zwölf Jahren). Auch die BestĂ€nde weniger bekannter Arten wie des Mittelspechts und der gefĂ€hrdeten Singvogelarten Heidelerche, Blaukehlchen und Ortolan konnten sich dank der Schutzmaßnahmen wieder erholen.

Doch den Erfolgen stehen auch enorme Verluste in der Vogelwelt gegenĂŒber. Vor allem bei den ehemals hĂ€ufigen, weit verbreiteten und daher nicht durch Anhang 1 geschĂŒtzten Arten gibt es Verlierer. Dazu zĂ€hlen insbesondere Arten der Agrarlandschaft wie Rebhuhn (Abnahme um 95 Prozent in den letzten 25 Jahren), Kiebitz (minus 75 Prozent) oder Feldlerche (minus 34 Prozent). „Die EU-Agrarpolitik setzt mit ihren Subventionen genau die falschen Anreize. Sie fördert Naturzerstörung und lĂ€sst die Artenvielfalt im lĂ€ndlichen Raum ausbluten“, so Tschimpke. Dagegen könne auch die Vogelschutzrichtlinie nicht ankommen.

Statt die Agrarpolitik zu reformieren, unterzieht die EU-Kommission derzeit die beiden wichtigsten EU-Naturschutzrichtlinien einem so genannten „Fitness-Check“. Dieser soll untersuchen, ob die Regeln gelockert werden könnten. EU-KommissionsprĂ€sident Juncker fordert sogar das Ende einer eigenstĂ€ndigen EU-Vogelschutzrichtlinie. Dagegen haben sich jedoch in den vergangenen Wochen Hunderttausende EuropĂ€erinnen und EuropĂ€er in einer EU-weiten Online-Befragung ausgesprochen, die Sonntag endete. „Genau 520.325 BĂŒrgerinnen und BĂŒrger haben der EU-Kommission ein klares Signal gesendet: Sie wollen keine Aufweichung des Naturschutzes. Die Kommission darf dieses ĂŒberwĂ€ltigende Votum der Öffentlichkeit und die wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht wegen einiger Lobbyisten aus der Agrarindustrie ignorieren. Die Richtlinien wirken, funktionieren und mĂŒssen beibehalten werden“, so Tschimpke. Um die Richtlinien vor Ort umzusetzen, benötige es aber mehr Geld, Personal und den nötigen politischen Willen.
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Karlsruhe: Modisch geschĂŒtzt als Radler unterwegs
Helmkaufaktion / Foto Stadtplanungsamt Karlsruhe
 
Karlsruhe: Modisch geschĂŒtzt als Radler unterwegs
Bis Ende September einen Radhelm kaufen und einen 500-Euro-Einkaufsgutschein gewinnen

Wer bisher keinen Fahrradhelm trĂ€gt, weil diese per se als hĂ€sslich angesehen werden, der tĂ€uscht sich. Seit ein paar Jahren gibt es zahlreiche schicke Modelle, vom Stars-and-Stripes- bis zum Melonenmuster. Und damit keinen modischen Grund mehr, den Helmkauf zu verweigern. Vor allem Eltern sollten beim Radfahren fĂŒr ihre Kinder Vorbild sein. Doch oft sieht man die Kinder mit Fahrradhelm radeln, aber die Eltern "oben ohne". Die Stadt bietet allen, die - aus welchen GrĂŒnden auch immer - bisher ohne Helm geradelt sind, einen Anreiz mehr fĂŒr den Kopfschutz: Wer bis zum 30. September einen Fahrradhelm kauft, kann einen von der AOK zur VerfĂŒgung gestellten 500-Euro-Einkaufsgutschein bei einem Karlsruher FahrradhĂ€ndler gewinnen. Und so funktioniert es: In den nĂ€chsten Wochen werden Teilnahmepostkarten in der Stadt verteilt, die aber auch bei den teilnehmenden RadhĂ€ndlern vorrĂ€tig sind. Einfach einen Fahrradhelm kaufen, sich den Kauf vom RadhĂ€ndler auf der Teilnahmepostkarte bestĂ€tigen lassen und diese in den Briefkasten einwerfen. Folgende RadhĂ€ndler nehmen teil: bicibene (Zur Gießerei), GrunerÂŽs Gute FahrrĂ€der (Pennsylvaniastraße 2), MK Bikes (Bahnhofstraße 9), RAD + TAT (Waldstraße 58), Velorep (Auer Straße 10) und Zweirad Eiker (Durmersheimer Straße 91, Neureuter Straße 61 und Pulverhausstraße 36).

Karlsruhe möchte auf diese Weise im Rahmen der Kampagne "TuÂŽs aus Liebe!" Werbung fĂŒr das freiwillige Tragen von Fahrradhelmen machen. Denn ein Ziel im Radförderprogramm ist, die Zahl der schwer verletzten Radfahrenden bis zum Jahr 2020 um 25 Prozent zu senken. Im Zuge der Kampagne geht es zum einen darum, die Unfallschwere zu reduzieren. Zum anderen wird im Bereich der UnfallprĂ€vention auch an den beim Abbiegen allzu oft vergessenen Schulterblick erinnert.
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Karlsruhe: Leichter Leben dank Lastenrad
Lastenradnutzer Kueckmann (c) Stadtplanungsamt Karlsruhe
 
Karlsruhe: Leichter Leben dank Lastenrad
Zum Großeinkauf ohne Auto: Ein Testfahrer berichtet

„Mein Rekord liegt bei acht GetrĂ€nkekisten!“, berichtet Marc KĂŒckmann aus GrĂŒnwinkel stolz. Der 38-JĂ€hrige testet gerade mit Begeisterung fĂŒr drei Wochen ein Lastenrad – im Rahmen einer bis Herbst laufenden Aktion der Stadt Karlsruhe, die fĂŒr gesunde und umweltfreundliche Alternativen zum Autofahren wirbt

KĂŒckmann wohnt in einer aus zehn Erwachsenen und fĂŒnfundzwanzig Kindern bestehenden Hausgemeinschaft in der Durmesheimer Straße. Bisher kommen nur drei Haushalte ohne eigenes Auto aus. In anderen wird aber durchaus ĂŒber neue Wege der MobilitĂ€t nachgedacht „Schwierig wird das natĂŒrlich vor allem bei GroßeinkĂ€ufen“, sagt der Lastenradtester. Er und seine Mitbewohner können ihre Fahrten zu Supermarkt oder Baumarkt nun probeweise auf drei statt vier RĂ€dern erledigen – ganz ohne Abgase und Parkplatznot.

Mit seiner großzĂŒgigen LadeflĂ€che erweist sich das Lastenrad als wortwörtlich tragfĂ€hige Lösung. Das Fahren mit schwerer Ladung erfordert allerdings auch ein Umdenken beim Lenken und Bremsen. „Auf unebener Strecke, in Kurven und bei GefĂ€lle muss man wachsam bleiben und fĂ€hrt eher nicht schneller als 20 Stundenkilometer“, so KĂŒckmann. Das gilt natĂŒrlich erst recht, wenn die Fracht aus den eigenen Kindern besteht, sagt der dreifache Familienvater. Sein Nachwuchs ist jedenfalls begeistert von der neuen Mitfahrgelegenheit.

Regen Gebrauch von einer Probefahrt machen fast alle erwachsenen Mitglieder der Hausgemeinschaft. Zum Beispiel, um den GrĂŒnschnitt abzufahren, der im hauseigenen Garten anfĂ€llt. Insgesamt, so die Zwischenbilanz, benutzen die Testfahrer ihr neues Transportmittel ĂŒberwiegend fĂŒr Fahrten zu einem bestimmten Ziel. Bei einer Einkaufstour von GeschĂ€ft zu GeschĂ€ft fehle dem einen oder anderen dann doch der vertraute, abschließbare Kofferraum.

Nach Ablauf der dreiwöchigen Probephase wollen die Mitglieder der Hausgemeinschaft darĂŒber beraten, ob sie ein gemeinsames Lastenrad kaufen wollen. Die bisherigen Erfahrungen scheinen jedenfalls dafĂŒr zu sprechen.

Ab 25. Juli ĂŒbernimmt die Schreinerei Kalesse aus der Oststadt die Rolle des Lastenradfahrers auf Zeit. Drei Wochen lang werden die Mitarbeitenden den Schwertransporter auf drei RĂ€dern im Karlsruher Stadtgebiet testen.

Bewerbungen sind noch möglich
Bewerbungen fĂŒr die dreiwöchige kostenlose Testfahrt können noch bis zum 7. August abgegeben werden. Doch auch jene, die nicht ausgewĂ€hlt werden, können auf einen Gewinn hoffen: Unter allen Einsendungen wird am Ende der Aktion das Test-Lastenrad verlost. Alles Weitere unter www.kopf-an.de.

Die Aktion ist Teil der Info- und Werbekampagne „Tu's aus Liebe“ des Stadtplanungsamtes Karlsruhe. Ziel ist es, den Anteil des Radverkehrs in der Stadt von derzeit 25 auf 30 Prozent zu steigern. Das Lastenrad wird dabei als clevere Transportalternative ohne CO2- Emissionen prĂ€sentiert – inspiriert von Boomregionen wie Kopenhagen, wo rund 40.000 LastenrĂ€der das Alltagsbild prĂ€gen.
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Intersolar Nordamerika zum achten Mal erfolgreich in San Francisco
New York State Senator Kevin S. Parker und Tesla-Motors
MitgrĂŒnder Jeffrey B. Straubel eröffnen die Intersolar Konferenz

FWTM mit dem Ergebnis zufrieden

Die Intersolar fĂŒr Nordamerika in San Francisco setzte die erfolgreiche
Entwicklung auch im achten Jahr ihres Bestehens fort. Mit ĂŒber
500 Ausstellern und rund 18.000 Besuchern war die nach MĂŒnchen
zweitgrĂ¶ĂŸte Intersolar Messe ein wichtiger Treffpunkt der weltweiten
Solarexperten.

"Die positive Entwicklung der Solarwirtschaft setzt sich in den USA,
speziell in Kalifornien, fort", urteilt FWTM-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Daniel
Strowitzki. Die FWTM veranstaltet gemeinsam mit der Pforzheimer
Firma Solarpromotion die Intersolar Messen auf vier Kontinenten.
Damit setzt sich auch der Erfolg fĂŒr die Stadt Freiburg, die selbst
mit einem exponierten Green City Stand vertreten war, auf dem 130
Clustermitglieder prÀsentiert wurden, nach dem Umzug aus Freiburg
auch auf internationalem Parkett fort.

FWTM-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Bernd Dallmann hatte die Gelegenheit die
Strategie der Stadt Freiburg auf dem Weg zu einer CO2-freien Stadt
und Region darzustellen. Ein von der FWTM organisierter Workshop
mit 5 internationalen Referenten diente dazu, den Austausch
zwischen den Kommunen zu intensivieren um den Dialog zum stÀndigen
Element der Intersolarkonferenzen zu machen.

Insgesamt nahmen in diesem Jahr 1600 Teilnehmer an der dreitÀ-
tigen Intersolarkonferenz teil, die regelmĂ€ĂŸig parallel zur Intersolar
Messe stattfindet. Insgesamt umfasste das Kongressprogramm mit
72 Veranstaltungen und ĂŒber 200 Referenten ein Rekordangebot.
Chairman der Konferenz ist Eicke Weber, Leiter des Freiburger
Fraunhoferinstituts fĂŒr Solare Energiesysteme ISE.

Mit rund 18.000 Besuchern konnte das Vorjahresergebnis trotz
nicht idealer Rahmenbedingungen sogar leicht ĂŒbertroffen werden.
Waren es im ersten Jahr rund 10.000 Quadratmeter AusstellungsflÀche
mit ca. 200 Ausstellern, so belegten auf der diesjÀhrigen Intersolar
North America 500 Ausstellern aus 16 Nationen rund
25.000 Quadratmeter. Das Wachstum unterstreicht nach Auffassung
der beiden FWTM-GeschĂ€ftsfĂŒhrer die Entscheidung, die Intersolar
Messen zu internationalisieren.

Im Rahmen dieser Strategie wird vom 1. bis 3. September auch die
dritte eigenstÀndige Intersolar South America in Sao Paulo, Brasilien
stattfinden. Die Intersolar India in Mumbai, Indien vom 18. bis
20.November vervollstÀndigt weltumspannende Netz der Intersolar
Messen und Konferenzen.
 
 

 
NABU: Kohlekraftwerke verschmutzen Luft und GewÀsser
Giftige Quecksilber-Emissionen aus Kohlekraftwerken sorgen fĂŒr schlechten Zustand der Seen und FlĂŒsse in Deutschland

Emissionen aus Kohlekraftwerken gefĂ€hrden nicht nur die Klimaschutzziele, sondern belasten auch deutsche FlĂŒsse und Seen erheblich. „Allein die deutschen Braunkohlekraftwerke blasen jedes Jahr geschĂ€tzte dreieinhalb Tonnen des Nervengifts Quecksilber in die Luft. Ein erheblicher Teil davon landet mit dem Regen auch in unseren GewĂ€ssern“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

In allen deutschen FlĂŒssen wird derzeit die festgelegte Höchstkonzentration fĂŒr Quecksilber ĂŒberschritten – und damit die UmweltqualitĂ€tsnorm (UQN) verfehlt. Auch die Umweltziele der europĂ€ischen Wasserrahmenrichtlinie sind durch die giftigen Emissionen aus Kohlekraftwerken in Gefahr. Der NABU fordert daher deutlich strengere Grenzwerte fĂŒr Quecksilber-Emissionen in Europa.

Alarmierend ist auch, dass Quecksilber ĂŒber die Nahrungskette vom Menschen aufgenommen werden kann. Fische aus Rhein, Elbe und Donau sind nach Angaben der Bundesregierung seit mehr als 15 Jahren schwer belastet. „Besonders schĂ€dlich sind organische Verbindungen des Quecksilbers, wie Methylquecksilber, das beispielsweise im Organismus von Fischen gebildet wird. Es kann zu schweren SchĂ€digungen des Nervengewebes fĂŒhren“, so Tschimpke. Vor allem bei Raubfischen wird die Belastung als besonders hoch eingeschĂ€tzt. Das Bundesumweltministerium hatte erst kĂŒrzlich in einer offiziellen Empfehlung Schwangere und Stillende vor dem Verzehr von Aal und Hecht gewarnt.

„Deutschland ist aufgrund seines hohen Anteils an Kohlekraftwerken im Strom-Mix trauriger Spitzenreiter in Sachen Quecksilber-Emissionen in Europa. Die Braunkohle ist dabei die grĂ¶ĂŸte Dreckschleuder“, so Tschimpke. Bei der Verhinderung von Grenzwerten habe die Kohle-Lobby in der Vergangenheit ganze Arbeit geleistet. So sollen europĂ€ische Grenzwerte erst ab 2020 gelten. Dann sollen Braunkohlekraftwerke maximal sieben Mikrogramm Quecksilber je Kubikmeter Luft ausstoßen dĂŒrfen und Steinkohlekraftwerke vier Mikrogramm je Kubikmeter.

„Bis die Quecksilber-Grenzwerte in Kraft treten, gibt es quasi einen Freifahrtschein fĂŒr die Kohleindustrie. Das ist besonders frustrierend, da es lĂ€ngst etablierte und kostengĂŒnstige technische Verfahren gibt, um den Quecksilberausstoß viel deutlicher als von der EU geplant zu reduzieren. Abgesehen davon sind die bald geltenden Grenzwerte ohnehin viel zu lasch“, so der NABU-PrĂ€sident.

Mittelfristig sei aber auch entscheidend, ganz auf fossile EnergietrĂ€ger zu verzichten. „Wenn wir die naturvertrĂ€gliche Energiewende durch mehr Effizienz und erneuerbare Energien voranbringen, kommen wir weg von der Kohle und können Mensch und Natur entlasten“, so NABU-Energieexpertin Tina Mieritz.
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Karlsruhe: Im großen Holzbackofen selbst backen
WaldpÀdagogik mit köstlichem Angebot zum Ausklang des Schuljahres

Nichts ist so frisch wie Selbstgebackenes, und noch leckerer schmeckt, was auf urige Weise und gemeinsam gefertigt wird: Gelegenheit dazu bietet der große Holzbackofen am Waldklassenzimmer, Linkenheimer Allee 10, den das Team der WaldpĂ€dagogik am Mittwoch, 29. Juli, wieder fĂŒr Brot, Brötchen, aber auch Kuchen, Flammkuchen oder Pizza befeuert.

Als köstlicher Übergang vom an diesem Tag endenden Schuljahr in die Sommerferien steht der Ofen von 14 bis etwa 17 Uhr fĂŒr alle Interessierten ohne Anmeldung bereit. Zutaten oder daheim gerĂŒhrte Teige sind mitzubringen. Dann kann jeder an diesem Entdecker-Nachmittag gegen einen Obolus von fĂŒnf Euro fĂŒr Instandhaltung und Brennholz selbst ans Werk gehen. Nach den Sommerferien gibt es am 30. September, ein Mittwoch, und am 24. Oktober, ein Samstag, weitere Chancen auf dieses kulinarische VergnĂŒgen.
 
 



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