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Verschiedenes

 
Anzahl der Maui-Delfine sinkt erstmals auf unter 50
Experten schlagen Alarm

NABU International : „Neuseeland nimmt Aussterben der Mauis bewusst in Kauf“

Die Zahl der kleinsten und seltensten Meeresdelfine der Welt, der Maui-Delfine, hat einen historischen Tiefstand erreicht: Nach neuesten Berechnungen existieren weltweit nur noch zwischen 43 und 47 der bedrohten Kleinwale, darunter nur noch etwa zehn gebärfähige Weibchen. Naturschützer schlagen darum Alarm. Auf dem derzeit in San Diego tagenden Wissenschaftsausschuss der Internationalen Walfangkommission (IWC) stellen NABU International und die weltweit führende Maui-Delfin-Expertin, Prof. Liz Slooten, die aktuellen Zahlen vor und warnen: Sollte sich nichts an den derzeitigen Schutzmaßnahmen ändern, könnten die extrem seltenen Delfine bereits in 15 Jahren ausgestorben sein.

Maui-Delfine sind eine Unterart der Hector-Delfine und leben ausschließlich in den flachen Küstengewässern Neuseelands in einer Tiefe von 100 Metern. Damit trägt Neuseeland die Verantwortung für die Tiere, der das Land bisher jedoch nicht nachkommt. Thomas Tennhardt, Vorsitzender der NABU International Naturschutzstiftung, sagt: „Die Wissenschaftler der IWC fordern die neuseeländische Regierung seit drei Jahren auf, die Maui-Delfine endlich durch ein lebensraumweites Verbot von Schlepp- und Stellnetzen vor dem endgültigen Aussterben zu bewahren. Doch Neuseeland stellt sich aus rein wirtschaftlichen Gründen bis zum heutigen Tag stur – und nimmt damit bewusst das Aussterben der Delfine in Kauf.“

Seit den 1970er Jahren ist die Zahl der Maui-Delfine infolge von Fischerei um 97 Prozent gesunken. In den Jahren 2010/2011 gab es nur noch etwa 60 Maui-Delfine. Trotz ihrer alarmierend geringen Anzahl sind nur 19 Prozent ihres Lebensraumes gegen Stellnetze und weniger als fünf Prozent gegen Schleppnetzfischerei geschützt. Daher verenden immer wieder Delfine als Beifang. Zusätzlich bedrohen seismische Tests sowie Öl- und Gasförderungen den winzigen Restbestand der Tiere, der bis heute weiter sinkt.

Da Maui-Delfine nur einen menschenverursachten Todesfall in zehn bis zwanzig Jahren verkraften können, ist sofortiges Handeln gefragt. „Die neuen Daten sind eine eindringliche Warnung: Neuseeland muss seine Haltung, die die Interessen der Fischereiindustrie über die des Artenschutzes stellt, endlich ablegen und den gesamten Lebensraum der Maui-Delfine konsequent vor schädlichen Fischfangmethoden, seismischen Tests sowie Öl- und Gasförderungen unter Schutz stellen. Ansonsten ist das Aussterben der Delfine lediglich eine Frage der Zeit“, so Barbara Maas, Artenschutzexpertin der NABU International Naturschutzstiftung. Stattdessen versuche die neuseeländische Regierung eine Schutzgebietserweiterung von drei Prozent als Erfolg für den Artenschutz zu verkaufen und mit einem nutzlosen fünfjährigen Forschungsprogramm Zeit zu schinden.

Würden die Maui-Delfine fortan vor menschenverursachten Todesfällen geschützt, könnte ihre Zahl innerhalb von 87 Jahren auf 500 Tiere anwachsen. Damit gälte die Population nicht mehr als akut vom Aussterben bedroht und könnte sich nach und nach erholen.
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NABU begrĂĽĂźt bundesweites Beratungszentrum zum Wolf
Wolf in der LĂĽneburger Heide / Foto: JĂĽrgen Borris
 
NABU begrĂĽĂźt bundesweites Beratungszentrum zum Wolf
Wichtiger Schritt fĂĽr das Nebeneinander von Mensch und Wolf

Der NABU begrĂĽĂźt die AnkĂĽndigung von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, eine deutschlandweite Beratungs- und Dokumentationsstelle zum Wolf einzurichten. Diese hatte der NABU bereits seit 2013 gefordert.

NABU-Präsident Olaf Tschimpke: „Die neue Stelle ist ein wichtiger Schritt für das erfolgreiche Nebeneinander von Mensch und Wolf. Sie wird die Qualität des Wolfsschutzes in Deutschland entscheidend verbessern. Erfahrungen und Daten, die bundesweit im Wolfsmanagement gemacht werden, können hier gebündelt, analysiert und zentral zur Verfügung gestellt werden. Das Monitoring, die Öffentlichkeitsarbeit und nicht zuletzt die Frage nach dem Umgang mit auffälligen Wölfen können so noch besser koordiniert werden.“ Die Stelle ermögliche auch den wichtigen Erfahrungsaustausch zwischen den Bundesländern.

In Deutschland leben Wölfe seit fünfzehn Jahren in freier Natur. Der NABU begleitet die Rückkehr des Wildtieres mit seinem Projekt "Willkommen Wolf!", das in diesem Jahr zehnjähriges Jubiläum feiert. Derzeit sind 35 Wolfsfamilien (31 Rudel und vier Paare) in Deutschland heimisch.
 
 

 
NABU: Klare Orientierung bei Artenschutz-Konflikten in der Windkraftplanung
Planungspraxis gefährdet weiterhin seltene Arten

Der NABU hat den Beschluss der Umweltminister der Länder zur Freigabe des sogenannten „Neuen Helgoländer Papiers“ begrüßt. Damit erhalten Windkraftplaner von nun an in Deutschland mehr Planungssicherheit bei der Anlage von Windkraftanlagen in der Nähe von sensiblen Vogelvorkommen. Im Papier geregelt sind die empfohlenen Mindestabstände zwischen den Anlagen und seltenen Arten, wie etwa Schreiadlern, Rotmilanen oder Schwarzstörchen.

Die Minister beendeten damit auf der Umweltministerkonferenz im oberfränkischen Kloster Banz einen langjährigen Diskussionsprozess.
„Bislang gab es immer wieder gravierende Versäumnisse bei der Wahl von Standorten und der Umsetzung einzelner Projekte. Wir freuen uns, dass nun endlich Politik, Windkraftplaner und Naturschützer eine vor Gericht belastbare Grundlage haben. So können Konflikte zwischen Windkraft und Vogelschutz künftig gelöst werden – ein wichtiger Schritt auf dem Weg hin zu einer naturverträglichen Energiewende“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Das „Neue Helgoländer Papier“ spiegelt den neuesten Stand der Forschung zur Gefährdung von Vögeln durch Windkraftanlagen wider und stellt damit auch die fachliche Messlatte für die Genehmigungsfähigkeit von Windkraftplanungen dar. Die Empfehlungen waren bereits vor zwei Jahren von der Länderarbeitsgemeinschaft der staatlichen Vogelschutzwarten erarbeitet und seither diskutiert worden. Mit der heutigen Entscheidung endet dieser langwierige Prozess, in dessen Verlauf Naturschützer eine politische Aufweichung der wissenschaftlich begründeten Abstandsempfehlungen befürchtet hatten. „Dieser Weg war ausgesprochen zäh. Doch er hat dazu geführt, dass das Papier nun von höchster politischer Ebene beschlossen wurde. In der Praxis wird ihm das ein besonderes Gewicht verleihen“, so Miller weiter.

Das ursprüngliche „Helgoländer Papier“ war bereits 2007 durch die Länderarbeitsgemeinschaft der staatlichen Vogelschutzwarten veröffentlicht worden. Immer wieder wurde seither in strittigen Fällen seine Gültigkeit als fachliche Messlatte von Gerichten bestätigt. Das aktuelle Papier ist eine aktualisierte Version der Abstandsempfehlungen. Sie enthält bei vielen Arten eine fachlich gut begründete Reduzierung der Abstandsempfehlung, beim Rotmilan hingegen jetzt einen vergrößerten Mindestabstand auf aktuell 1.500 Meter (vorher 1.000 Meter).

Der NABU befürwortet den naturverträglichen Ausbau der Windkraft sowohl an Land wie auf dem Meer, weist jedoch auf gravierende Versäumnisse bei der Standortwahl und der Umsetzung einzelner Projekte hin. Trotz aller Bekenntnisse der Branche ist wiederholt festzustellen, dass Naturschutzbelange nicht in ausreichendem Maße berücksichtigt und auch höchst kritische Projekte realisiert werden. Das neue Papier ermöglicht Windkraftplanern von vornherein kritische Standorte auszuschließen, um spätere Bauverzögerungen oder Fehlinvestitionen zu vermeiden und trägt damit zu einer größeren Planungssicherheit und einer Beschleunigung der Energiewende bei.

Das „Neue Helgoländer Papier“ ab dem 26. Mai zum Download zu finden unter https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/energie/erneuerbare-energien-energiewende/windenergie/06358.html
Es wird in Kürze in der Fachzeitschrift des Deutschen Rats für Vogelschutz „Berichte zum Vogelschutz“ und auf der Webseite der staatlichen Vogelschutzwarten (www.vogelschutzwarten.de) publiziert.
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Klartext für Wölfe
NABU lobt Journalistenpreis aus

15 Jahre frei lebende Wölfe in Deutschland, zehn Jahre „Willkommen Wolf!“-Projekt im NABU und fünf Jahre NABU-Wolfsbotschafter sind ein erfreulicher Anlass für den ersten NABU-Journalistenpreis „Klartext für Wölfe“. Das vielschichtige Thema „Wolf“ soll dem Leser, Zuschauer oder Hörer ausgewogen nahe gebracht werden. Gesucht werden spannende Reportagen, pfiffige Berichte und ausdruckstarke Fotos und Bewegtbilder. Dabei müssen die eingereichten Arbeiten durch ihre Sprache, den Spannungsaufbau, die Perspektive und eine erkennbare eigene Rechercheleistung des/der Autoren und Autorinnen hervorstechen. Zugelassen sind deutschsprachige journalistische Arbeiten in den Sparten Text (Print/Online), Bewegtbild, Hörfunk und Fotografie.

Seit 2005 engagiert sich der NABU für mehr Akzeptanz der nach Deutschland zurückgekehrten Wildtiere. Die Medien sind für die Öffentlichkeit eine oftmals erste und wichtige Informationsquelle, um etwas über ein Thema zu erfahren. Der Wolf ist faszinierend, über ihn sind bereits viele Geschichten geschrieben worden, doch es gibt auch noch vieles zu berichten. Gesucht werden herausragende Arbeiten, die in beispielhafter Weise Fragestellungen und Lösungsansätze im Zusammenhang mit frei lebenden Wölfen in Deutschland und Europa differenziert und verständlich darstellen. Die Preise in den vier Kategorien Text, Bewegtbild, Hörfunk und Fotografie sind mit je 3.000 Euro dotiert.

Die Arbeiten müssen im Zeitraum des Wolfsjahres 2015/2016 – also zwischen dem 1. Mai 2015 und dem 30. April 2016 – veröffentlicht worden sein. Alle Nominierungen, die bis zum 1. Mai 2016 beim NABU eingegangen sind, werden berücksichtigt. Über die Preisvergabe entscheidet eine Jury. Partner des NABU-Journalistenpreises ist die VOLKSWAGEN AG, die das Projekt „Willkommen Wolf!“ von Anfang an unterstützt hat.
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Bis zu 85.000 Saiga-Antilopen in Kasachstan fallen Massensterben zum Opfer
NABU: Ein Drittel des Weltbestandes verendet – dramatischer Rückschlag für Schutzbemühungen

Bis zu 85.000 Saiga-Antilopen sind in Kasachstan binnen weniger Tage gestorben – ein Drittel des gesamten Weltbestandes. Die kasachischen Behörden sowie internationale Experten sind bereits seit Tagen vor Ort, um ein genaues Bild der Lage zu bekommen. „Saiga-Antilopen sind bereits ohne derartige Katastrophen stark bedroht. Ein Massensterben dieses Ausmaßes bedeutet einen dramatischen Rückschlag für die Schutzbemühungenzum Erhalt dieser Art“, sagte NABU-Vizepräsident Thomas Tennhardt. Der NABU engagiert sich bereits seit vielen Jahren für den Saiga-Schutz in Kasachstan und trägt dazu bei, ein stärkeres Bewusstsein für die wichtige Rolle der Art im Steppen-Ökosystem zu schaffen und das illegale Töten dieser besonderen Tiere zu verhindern.

Das derzeit betroffene Gebiet umfasst etwa 16.000 Hektar und liegt in den weiten Steppen Zentralkasachstans in der Koustanay Region, welche mit der Bekpak-Dala-Population die meisten Saigas beherbergt. Hier wurden die ersten toten Tiere Mitte Mai gefunden und die Zahlen seither täglich nach oben korrigiert. Das kasachische Landwirtschaftsministerium geht davon aus, dass das Sterben weitergeht und die Zahl der toten Tiere noch weiter ansteigt. Ein solches Massensterben von Saigas ist nicht neu: 1984 starben etwa 100.000 Tiere, 1988 waren es sogar 634.000. Im Mai 2010 starben 12.000 Tiere, im Jahr darauf 500. Die Gründe dafür sind bisher nicht abschließend geklärt: Krankheitserreger, Vegetation sowie klimatische Faktoren scheinen eine Rolle zu spielen. Die toten Tiere haben Schaum vor dem Mund und Diarrhoea. Vor allem Weibchen und ihre Kälber scheinen betroffen zu sein – Mitte Mai versammeln sie sich in riesigen Herden, um alle zur selben Zeit innerhalb von nur etwa einer Woche ihre Jungen zu bekommen. Veterinäre haben den Erreger Pasteurella festgestellt, der allerdings natürlicherweise in der Saiga-Population präsent ist und dessen Ausbruch als Symptom anderer Stressfaktoren zu interpretieren ist.

„Die Steppe ist im Wandel, da viele Äcker brach liegen und dadurch bestimmte Frühjahrsblüher stellenweise massenhaft auftreten. In Kombination mit starken Regenfällen kann es dann unter anderem zu Vergiftungen kommen“, erklärte Til Dieterich, NABU-Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Eurasien. Er hoffe, dass die beteiligten Wissenschaftler und Organisationen eng zusammenarbeiten und den Gründen für das dramatische Massensterben möglichst schnell auf den Grund gehen.

Laut IUCN gelten Saiga-Antilopen als stark bedroht. In den neunziger Jahren sind die Bestände von mehr als einer Million auf nur knapp 40.000 Tiere eingebrochen. Gründe dafür sind massive Wilderei und die Jagd nach den Hörnern der Saiga-Männchen – einem nachgefragten Rohstoff in der traditionellen chinesischen Medizin. Nur durch gezielte Schutzaktionen, ein striktes Jagd- und Handelsverbot sowie ein internationales Saiga-Abkommen zwischen allen fünf Arealstaaten unter dem Dach der Bonner Konvention konnte sich die Art in den letzten Jahren wieder leicht stabilisieren. Letzte Schätzungen hatten die Saiga-Bestände in Kasachstan auf etwa 200.000 Tiere und im gesamten Verbreitungsgebiet auf 260.000 Tiere beziffert. „Diese Zahlen müssen nun wieder dramatisch nach unten korrigiert werden“, so Dieterich.
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NABU startet bundesweite Fledermaushotline
Experten beraten am Telefon zu Themen rund um die Fledermaus

Der NABU hat das erste bundesweite Infotelefon zum Thema Fledermäuse gestartet. Mit diesem Angebot möchte der NABU Menschen beraten, die Fragen zum Umgang mit Fledermäusen haben. Helfen können die NABU-Experten bei Fragen wie, was beim Fund einer verletzten Fledermaus zu tun ist, wie sich eingenistete Fledermäuse bei Hausrenovierungen schützen lassen oder sich ein Haus fledermausfreundlich gestalten lässt. "Fledermäuse sind für viele noch immer ein unbeschriebenes Blatt. Um Fledermäuse zu schützen, muss man sie kennen und verstehen lernen. Fledermäuse sind keine Schädlinge, sondern als 'biologische Schädlingsbekämpfung' extrem nützlich. So kann ein Tier bis zu 4.000 Mücken pro Nacht vertilgen", sagt NABU-Fledermausexperte Sebastian Kolberg.

In Deutschland sind 25 der 44 in Europa vorkommenden Fledermausarten heimisch, einige sind jedoch vom Aussterben bedroht. Die Tiere sind europaweit gesetzlich streng geschützt. Gründe für den Bestandsrückgang einiger Fledermausarten sind unter anderem der Einsatz von Pestiziden in Land- und Forstwirtschaft, die Intensivierung der Landwirtschaft, die Entnahme von höhlenreichem Altholz aus dem Wald, Quartierszerstörung durch Gebäudesanierung, der Einsatz von Holzschutzmitteln im Dachboden, Höhlentourismus oder nicht naturschutzfachlich geplante Windenergieanlagen. Zwischen Ende Mai und Ende Juni werden die Jungtiere der Fledermäuse geboren. In dieser Zeit ist die Aktivität der Tiere besonders hoch und die Begegnungen zwischen Mensch und Fledermaus nehmen stetig zu.

Seit mehr als 20 Jahren engagiert sich der NABU erfolgreich im Fledermausschutz. Die Hotline wird neben Teamleiterin Petra Gatz vom NABU Hessen noch von den Fledermaus-Expertinnen Britta Wesche vom NABU Schleswig-Holstein und Cosima Lindemann vom NABU Rheinland-Pfalz betreut. Alle verfügen über jahrelange Erfahrung im Fledermausschutz und sind selbst am Wochenende und an Feiertagen zu bestimmten Zeiten erreichbar. "Bis auf den Winterschlaf kennen die Tiere keine Auszeit. Daran haben wir uns inzwischen gewöhnt", so Gatz.

Die NABU-Fledermaushotline (Tel.: 030-284984-5000) ist wochentags von 10 bis 16 Uhr, von Juni bis August zusätzlich von 19 bis 21 Uhr zu erreichen. Am Wochenende und an Feiertagen können Interessierte von 11 bis 13 Uhr und von 17 bis 19 Uhr anrufen.
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Karlsruhe: Karlsruhe ist Sieger beim Deutschen Fahrradpreis
Preisverleihung Deutscher Fahrradpreis / Bild: Dirk Michael Deckbar
 
Karlsruhe: Karlsruhe ist Sieger beim Deutschen Fahrradpreis
PreisĂĽbergabe beim Nationalen Radverkehrskongress/Auszeichnung fĂĽr die beste KommunikationsmaĂźnahme

Karlsruhe hat den "Deutschen Fahrradpreis" in der Kategorie „Die fahrradfreundlichste Entscheidung - Kommunikation“ gewonnen. Bei der Preisübergabe (18. Mai 2015) im Rahmen des Nationalen Radverkehrskongress in Potsdam nahm Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner, Leiterin des Stadtplanungsamts, zusammen mit Katrin Herold, im Planungsamt für Radförderung zuständig, den Preis für "Fahrradfreundliches Karlsruhe: Tu's aus Liebe" entgegen. „Die Kampagne spricht ein ernstes Thema mit Humor an. Sie richtet sich an alle Verkehrsteilnehmer und trifft bei ihnen auf offene Ohren, weil niemand belehrt oder kritisiert wird. Stattdessen wird rücksichtsvolles Verhalten positiv verstärkt“, lobte Katrin Lange, Staatssekretärin im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, die den Preis überreichte. Die Jury überzeugte außerdem das Engagement der Stadt, die mit der Kampagne gezielt an bestehende Maßnahmen anknüpft.

"Wichtig ist, dass die Kampagne langfristig angelegt ist und unsere Infrastrukturmaßnahmen ergänzt“, hebt Karmann-Woessner ein Erfolgsfaktor hervor. „Durch unser langfristiges Engagement können wir die Themen variieren, die Kampagne bleibt lebendig und die Botschaften erreichen dadurch die Verkehrsteilnehmenden leichter. Gleichzeitig ist insbesondere die Unterstützung durch die politischen Vertreter, also die Stadträte und den Baudezernenten und die Verwaltungsspitze wichtig“, die Karmann-Woesner, „sie unterstützen die Kampagne nicht nur in den gemeinderätlichen Gremien, sondern auch vor Ort, etwa durch das Verteilen des Radlerfrühstücks am Draistag oder von Schokoladennikoläusen am Nikolaustag als Belohnung für das Radeln mit Licht."

„Einmal mehr zeigt die Auszeichnung uns, dass wir in Karlsruhe auf der richtigen Spur radeln“, freut sich denn auch Bürgermeister Michael Obert über den neuerlichen Erfolg bei einem bundesweiten Radwettbewerb. Bewusst sei das Radförderprogramm auf mehrere Säulen gebaut. Die Radinfrastruktur zu ertüchtigen sei das eine, das Miteinander im Straßenverkehr zu thematisieren und ohne erhobenem Zeigefinger für einen gutes Klima unter allen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern zu werben, das andere, so Obert.

„Der Deutsche Fahrradpreis“ ist ein bundesweiter Wettbewerb zur Förderung des Radverkehrs in Deutschland. 2015 wurde er vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. (AGFS), dem Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) und dem Verbund Service und Fahrrad g.e.V. (VSF) zum 15. Mal ausgelobt.

Intention ist, als Bestandteil des Nationalen Radverkehrsplans der Bundesregierung beispielhafte Projekte bei Entscheidungsträgern und Fachleuten bekannt zu machen. Ein weiteres Ziel des Wettbewerbs ist es, das Image des Fahrrads in der Öffentlichkeit aufzuwerten und somit mehr Menschen in Deutschland zum Fahrradfahren zu bewegen.

Insgesamt wurden 2015 Preise für vier Kategorien vergeben. Neben Karlsruhe wurden als Good-Practice-Beispiel für die fahrradfreundlichste Entscheidung in der Kategorie Infrastruktur die Nordbahntrasse Wuppertal und in der Kategorie Service das Projekt „Fahrräder für Flüchtlinge“ des ADFC Saarland ausgezeichnet. Boris Palmer wurde als Fahrradfreundlichste Persönlichkeit ausgezeichnet. 113 Bewerber konkurrierten um die mit insgesamt 9.000 Euro dotierte Auszeichnung.

Die Kampagne "Tu's aus Liebe" (www.kopf-an.de) macht auf lockere, unkonventionelle Weise konkrete Handlungsempfehlungen. Mit "Liebe auf den ersten Schulterblick" oder "Mach dich sichtbar" zielt sie auf mehr RĂĽcksichtnahme im Verkehr sowie die Eigenverantwortung der Radfahrerinnen und Radfahrer.

zum Bild oben:
Katrin Lange, Staatssekretärin im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, überreicht Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner (Leiterin Stadtplanungsamt) und Katrin Herold (Radplanung Stadtplanungsamt) die Auszeichnung. / Foto: (c) Dirk Michael Deckbar
 
 

 
Fahrrad auf Reisen: Quer durch Deutschland ab 9 Euro
Fahrradfahrer können ihr Rad günstig mit auf Reisen nehmen. Das zeigt ein Vergleich der Stiftung Warentest. Zahlreiche Fernbus-Anbieter bieten Fahrradtickets für 9 beziehungsweise 10 Euro an. Der Preis gilt für ein Fahrrad in Standardgröße und maximal 25 Kilogramm Gewicht.

Die Deutsche Bahn möchte die Fahrradmitnahme im ICE ab Ende 2017 ermöglichen, im City-Night-Line kommt das Rad schon heute für 10 Euro ans Ziel. Auch IC und EC bieten Fahrradstellplätze, das Ticket kostet 9 Euro bzw. 6 Euro mit Bahncard. Im Regional- und Nahverkehr kostet ein bundesweites Fahrrad-Tagesticket 5 Euro.

Deutlich teurer ist das Fahrrad im Flugzeug, die Kosten variieren jedoch stark je nach Flugzone und Fluglinie. So verlangen Lufthansa und KLM innerhalb Deutschlands und Europas zum Beispiel rund 50 Euro, Turkish Airlines 30 und Iberia 75 Euro.

Egal welches Verkehrsmittel: Die Stiftung Warentest empfiehlt, das Fahrradticket möglichst früh zu buchen, damit sich Radfahrer bei Engpässen um Alternativen kümmern können.

So kann das Rad auch im normalen Versandhandel verschickt werden. Die Transporteure holen das Fahrrad zuhause ab und liefern es zur Wunschadresse. Das dauert innerhalb Deutschlands zwischen zwei und vier Werktage und kostet bei Hermes rund 40 und bei DHL rund 50 Euro. GĂĽnstiger versendet die Deutsche Bahn (ca. 25 Euro).

Der ausfĂĽhrliche Vergleich erscheint unter www.test.de/radreisen und in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (seit 20.05.2015 am Kiosk).
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