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Dienstag, 18. Februar 2020
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Verschiedenes

 
Russland will geplante Erweiterung des Weltnaturerbes Westkaukasus zurĂŒckziehen
Einzigartige UrwĂ€lder des Sotschi-Nationalparks mĂŒssen Teil des UNESCO-Welterbegebietes werden

Im Rahmen der Vorbereitungen zu den olympischen Winterspielen in Sotschi hatte die russische Regierung als Kompensation fĂŒr die Bauarbeiten und Natureingriffe eine Erweiterung des UNESCO-Weltnaturerbegebietes Westkaukasus zugesagt. Diese droht sie jetzt wieder zurĂŒckzuziehen, um weitere Skikurorte in direkter Grenze zum bisherigen Welterbegebiet zu bauen. Der NABU hat in Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen WWF Russland, Greenpeace Russland und Environmental Watch on North Caucasus Einspruch dagegen erhoben und einen Protestbrief an das UNESCO-Komitee gesendet.

„Mit der RĂŒcknahme der Erweiterung und der Entscheidung der russischen Regierung, Bauarbeiten im Nationalpark und Zakaznik Sotschi prinzipiell zuzulassen, werden nicht nur die Versprechungen zur EntschĂ€digung der Naturzerstörung durch die olympischen Spiele gebrochen, der Druck auf die wertvollen NaturrĂ€ume steigt sogar weiter an“, so NABU-VizeprĂ€sident Thomas Tennhardt. Die Natur im Weltnaturerbegebiet sei massiv gefĂ€hrdet und benötige dringend internationalen Schutz.

Im Welterbegebiet Westkaukasus wird aktuell ein Naturraum mit einer FlĂ€che von etwa 300.000 Hektar erhalten, der in seiner UrsprĂŒnglichkeit und Einzigkartigkeit von unschĂ€tzbarem Wert ist. Er ist der einzige, weitestgehend unbeeinflusst gebliebene Hochgebirgskomplex dieser GrĂ¶ĂŸe in Europa und Westasien. Nachdem die russische Regierung im Jahr 2014 die Erweiterung des Welterbegebietes zusagte, wurde vom russischen Umweltministerium eine entsprechende Resolution verabschiedet und eine Nominierung zur Grenzerweiterung an das UNESCO-Welterbe-Komitee ĂŒbermittelt.

Mit der Renominierung sollten vier grundlegende Ziele erreicht werden: Neben der Erweiterung des bestehenden Gebietes um einzigartige UrwĂ€lder des angrenzenden Sotschinskij-Nationalparks sollte der fehlerhafte Grenzverlauf korrigiert und ein Vorschlag fĂŒr die Ausweisung einer wichtigen Pufferzone erarbeitet werden. DarĂŒber hinaus sollte ein Vorschlag fĂŒr den Ausschluss der degradierten und als Weideland genutzten FlĂ€chen des Lagonaki-Plateaus erarbeitet werden.

„Nach 15 Jahren Versprechungen der russischen Regierung wurde damals endlich offiziell die Integration der wertvollen UrwĂ€lder des Nationalparks Sotschinskij nominiert, eine Forderung, die der NABU von Anfang an vertreten hat“, sagte Vitalij Kovalev, Leiter des NABU-Kaukasusprogramms. Doch kurz nach der vom NABU begleiteten IUCN-Mission zur Evaluierung der eingereichten Renominerung des Weltnaturerbegebietes drang die Nachricht durch, dass die russische Regierung die Erweiterung zurĂŒckziehen will. „Die Zerstörung der Natur nach den olympischen Spielen wird so entgegen der ursprĂŒnglichen Zusagen fortgesetzt“, so Kovalev weiter.

Die PlÀne zum Ausbau von Skikurorten in der Region werden von verschiedenen Unternehmen, darunter Gazprom, Roza Khutor und Krasnaya Poliana vorangetrieben. Sollte es zum Ausbau kommen, ist der IntegritÀt des Weltnaturerbegebiets massiv gefÀhrdet.
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NABU: Fehmarnbeltquerung bleibt infrastrukturell ĂŒberflĂŒssig
NABU fordert vor Erörterung zur Fehmarnbeltquerung Neubewertung von Europas grĂ¶ĂŸtem Bauprojekt

Mit Blick auf den Beginn der Erörterungstermine im Planfeststellungsverfahren zur geplanten festen Fehmarnbeltquerung am 9. November fordert der NABU eine Neubewertung des Vorhabens. Besonders wegen der erheblichen Auswirkungen auf das europĂ€isch geschĂŒtzte „Flora-Fauna-Habitat-Gebiet 1332 Fehmarnbelt“ lehnt der NABU eine feste Verbindung zwischen der dĂ€nischen Insel Lolland und der deutschen Insel Fehmarn entschieden ab.

Der NABU sei nicht grundsĂ€tzlich gegen den Ausbau von Verkehrsinfrastruktur, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller. Mammut-Projekte wie dieses mĂŒssten aber neben den ökologischen auch aus ökonomischen GrĂŒnden tabu sein. „Die Verkehrsprognosen fĂŒr das gigantische Tunnelprojekt sind lĂ€cherlich gering. Deswegen ist die Fehmarnbeltquerung auch aus Verkehrssicht ĂŒberflĂŒssig, weil sie eben nicht nur ökologisch höchst riskant ist, sondern gleichzeitig planerisch ĂŒberdimensioniert. Die einzigen, die davon profitieren werden, sind die Baukonzerne“, so Miller.

Der NABU kritisiert zudem, dass fĂŒr das Mammut-Projekt EU-Fördergelder in Milliardenhöhe fließen sollen. Dies sei den BĂŒrgern angesichts der Debatte um Arten- und Lebensraumverluste sowie dem Klimawandel kaum mehr zu vermitteln. Vor allem, wo die bestehenden Straßen und Schienenwege seit Jahren immer maroder werden.

„EU-Fördergelder fĂŒr Projekte des TranseuropĂ€ischen Transportnetzwerks (TEN-T) sind an klare Kosten-Nutzen-VerhĂ€ltnisse gebunden, daher kann die Rechnung allein angesichts der jĂŒngsten gewaltigen Kostensteigerungen von 5,5 auf 7,4 Milliarden Euro (ohne Hinterlandanbindungen) und der marginalen Verkehrsprognosen gar nicht mehr aufgehen. Eine ĂŒbergreifende GesamtĂŒberprĂŒfung der Fehmarnbeltquerung auf deutscher und dĂ€nischer Seite mit Querung und Hinterlandanbindungen ist ĂŒberfĂ€llig“, so Miller weiter. Dass der Staatsvertrag eine angemessene AlternativenprĂŒfung wie die der bestehenden „JĂŒtlandroute“ ĂŒber die StorebeltbrĂŒcke quasi aushebele, sei ungeheuerlich. Auch dass DĂ€nemark alles daran setze, den Tunnel vor allem mit den höheren Mauteinnahmen aus dem StraßengĂŒterverkehr zu refinanzieren, widerspreche völlig dem Ansatz der EU, Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

„Seit der ursprĂŒnglichen Planung haben sich die Rahmenbedingungen des Projektes erheblich verĂ€ndert. So kann die zugrunde gelegte 'Staubsaugerwirkung' der Fehmarnbeltquerung, die auch aus ökologischer Sicht ĂŒberaus kritisch zu sehen ist, gar nicht mehr eintreten, weil sich die Verkehrswege im Ostseeraum gerade im Laufe der letzten Jahre stark ausdifferenziert haben. Zudem wird die FĂ€hrlinie der Reederei Scandlines, die kĂŒrzlich auf umweltfreundlichen Hybridantrieb umgerĂŒstet wurde, entgegen der ursprĂŒnglichen Annahme des VorhabentrĂ€gers, mit dem geplanten Tunnel konkurrieren. Die Fehmarnbeltquerung ist daher heute noch viel ĂŒberflĂŒssiger als vor zehn Jahren“, sagte Malte Siegert, NABU Fehmarnbelt-Experte.

Seit ĂŒber einer Dekade engagiert sich der NABU gegen eine feste Fehmarnbeltquerung und ist fest entschlossen, das Vorhaben mit allen dem Verband zur VerfĂŒgung stehenden Mitteln zu verhindern. Der NABU bewertet die vom VorhabentrĂ€ger vorgelegten Unterlagen, die im Erörterungstermin diskutiert werden sollen, in Teilen als völlig unzulĂ€nglich. Auch der BUND unterstĂŒtzt diese ablehnende Haltung. BUND-Verkehrsexperte Werner Reh: „Die jetzigen Planungen widersprechen völlig den Zielen des ursprĂŒnglich als Eisenbahnprojekt geplanten Vorhabens. Die Hinterlandinvestitionen dĂŒrfen daher nicht gefördert werden, denn sie widersprechen auch den Zielen des Bundesverkehrswegeplans 2015.“
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Altbauten WÀrmedÀmmen - EnergiesparhÀuser
Am Samstag, 14. November, 10.30 Uhr, UniversitÀt Freiburg, Platz der UniversitÀt 3, KollegiengebÀude 1 Hörsaal 1015,
sind „Vom Altbau zum Energiesparhaus. Einsatz ökologischer WĂ€rmedĂ€mmung mit Beispielen“ mit Karl-Peter Möhrle, Architekt, Freiburg, und „WĂ€rmedĂ€mmung und die Medien – was steckt dahinter?“ mit Thomas Bauer, Energieagentur Regio Freiburg, die Vortragsthemen beim Samstags-Forum Regio Freiburg von ECOtrinova e.V., KlimabĂŒndnis Freiburg, Landeszentrale fĂŒr politische Bildung, Agenda 21-BĂŒro Freiburg und Weiteren .
Der Eintritt ist frei. Schirmherrin ist die Freiburger UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik.
Förderer sind das Agenda 21 BĂŒro Freiburg und die ECO-Stiftung.

Fachinstitute, Energieagenturen sowie VerbraucherschutzverbĂ€nde stellen sich den in jĂŒngsten Jahren verbreiteten Auffassungen entgegen, WĂ€rmedĂ€mmung als solche beinhalte diverse MĂ€ngel oder sei zugespitzt gar ein "Wahn". SorgfĂ€ltige Materialwahl und korrekte BauausfĂŒhrung seien erforderlich. WĂ€rmedĂ€mmung der GebĂ€udeaußenhaut sei ein unverzichtbarer Baustein fĂŒr zukunftsfĂ€higes Bauen und Altbausanierung mit Blick auf die Heizperiode und sommerlichen WĂ€rmeschutz, fĂŒr den Schutz des Weltklimas und fĂŒrs Vermindern des Heizenergieverbrauchs. WĂ€rmedĂ€mmung stehe u.a. fĂŒr geringere Heizkosten, höhere Behaglichkeit beim Wohnen und Schimmelvermeidung, Wertsteigerung und lokale Wertschöpfung. - Die aktuelle Periode niedrigerer Ölpreise ist ein gĂŒnstiger Zeitraum, um Heizungen und DĂ€cher usw. zu sanieren. Die Veranstaltung erlĂ€utert beispielhafte Altbausanierungen.
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Michael Succow erhĂ€lt DBU-Ehrenpreis fĂŒr sein Lebenswerk
NABU gratuliert einem NaturschĂŒtzer mit Leib und Seele

Der NABU gratuliert Michael Succow zu dem Ehrenpreis fĂŒr sein Lebenswerk, den die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) dem Ökologen und ehemaligem NABU-VizeprĂ€sidenten am heutigen Sonntag in Essen ĂŒberreicht hat. „Michael Succow ist mit Leib und Seele NaturschĂŒtzer. Zeit seines Lebens hat er sich fĂŒr den Naturschutz eingesetzt und die nationale sowie internationale Arbeit des NABU in Riesenschritten vorangebracht“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. Auch heute noch setzt der NABU in Zusammenarbeit mit Succow und seiner Naturschutzstiftung internationale Projekte durch, so wie aktuell in Äthiopien die Eröffnung des BiospĂ€renreservates am Lake Tana.

Als Vater des ostdeutschen Nationalparkprogramms, das in diesem Jahr 25-jĂ€hriges JubilĂ€um feierte, hat Michael Succow dem Naturschutz mit einem beispiellosen Programm von sechs BiosphĂ€renreservaten und fĂŒnf Nationalparks zwischen RĂŒgen und Elbe ein wertvolles Erbe hinterlassen. „Das in der letzten Sitzung des DDR-Ministerrates abgesegnete und in den Einigungsvertrag aufgenommene Nationalparkprogramm der DDR stellt die wertvollsten ostdeutschen Landschaften unter Schutz – ein Jahrhundertwerk, geschaffen in weniger als einem Jahr", so Tschimpke.

Michael Succow war maßgeblich an der Vereinigung des NABU zu einem gesamtdeutschen Verband beteiligt. In seiner Funktion als NABU-VizeprĂ€sident hat er wichtige Impulse fĂŒr den Aufbau des Naturschutzes in Ostdeutschland gegeben. Auch fĂŒr die internationale TĂ€tigkeit des Verbandes in Osteuropa, der Kaukasusregion und Mittelasien war Michael Succow einer der Wegbereiter. Nach der Wende begann er mit der Betreuung von Nationalpark-Projekten in Kirgistan. Dieses Engagement strahlte auch auf den NABU aus, der heute mit verschiedenen Projekten in Kirgistan aktiv ist, unter anderem mit einem Rehabilitations-Zentrum fĂŒr Schneeleoparden.

Wie kaum ein anderer hat Michael Succow wichtige Aufbauarbeit fĂŒr Naturschutzvorhaben in Osteuropas Mooren, im Kaukasus und in Ostafrika geleistet, die auch heute noch Schwerpunktregionen der internationalen Arbeit des NABU sind, in denen der Verband langjĂ€hrige, sehr erfolgreiche Vorhaben umsetzt. „Es gibt dort kaum ein großes Projekt, das nicht direkt oder indirekt Michael Succows Handschrift trĂ€gt“, so Tschimpke.

Michael Succow war von 1990-2003 VizeprÀsident des NABU. Er ist Vorsitzender des NABU-Kuratoriums.
 
 

 
NABU: O. Tschimpke fĂŒr weitere vier Jahre zum PrĂ€sidenten gewĂ€hlt
Bundesvertreterversammlung in Dresden – ökologische Entwicklung der Elbe voranbringen – StĂ€rkung des EU-Naturschutzes und nachhaltiger Entwicklungsziele – SolidaritĂ€t mit FlĂŒchtlingen

Olaf Tschimpke ist auf der NABU-Bundesvertreterversammlung (BVV) in Dresden einstimmig erneut fĂŒr vier Jahre zum PrĂ€sidenten des NABU gewĂ€hlt worden. Olaf Tschimpke steht seit 2003 an der Spitze von Deutschlands mitgliederstĂ€rkstem Umweltverband. VizeprĂ€sidenten sind Thomas Tennhardt, Christian Unselt und Petra Wassmann. Helmut Opitz hat sein Amt als VizeprĂ€sident nach fast 20 Jahren abgegeben und wurde ins EhrenprĂ€sidium gewĂ€hlt.

Rund 250 Delegierte trafen sich am Samstag und Sonntag in Dresden. Neben den Wahlen und verbandspolitischen Fragen verabschiedeten sie mehrere Resolutionen, unter anderem zur ökologischen Entwicklung der Elbe. Darin werden die Bundes- und Landesregierungen aufgefordert, mehr fĂŒr den natĂŒrlichen Hochwasserschutz zu tun. Der Elbe und ihren NebenflĂŒssen seien, wo immer möglich, ehemalige ÜberflutungsflĂ€chen zurĂŒck zu geben.

„Wir feiern in diesem Jahr das JubilĂ€um zur Deutschen Einheit, was auch fĂŒr NaturschĂŒtzer in Ost und West ein historisches Datum ist. Die Elbe ist der Symbolfluss der Deutschen Einheit und der letzte große, weitgehend frei fließende Strom in Deutschland. Dennoch ist die Elbe, wie andere Wasserstraßen auch, durch wasserbauliche Maßnahmen wie Flussvertiefungen so eingeschrĂ€nkt, dass sich die natĂŒrliche Flussdynamik nicht entfalten kann“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke. Seit mehr als 20 Jahren werde um die Elbe gerungen. Hafenbetreiber und Binnenschiffer wollen eine leistungsfĂ€higere Schifffahrtsstraße, UmweltverbĂ€nde und weite Teile der Bevölkerung dagegen wĂŒnschen sich mehr Nachhaltigkeit im Natur- und Hochwasserschutz.

Rund 80 Prozent der Auen entlang der Elbe sind inzwischen verloren, technische Schutzmaßnahmen stoßen an ihre Grenzen – und die Anrainer spĂŒren bei jedem neuen Hochwasser die Auswirkungen einer verfehlten Flusspolitik aufs Neue. „Wir brauchen bundesweit endlich einen Kurswechsel in der GewĂ€sserpolitik: Hin zu mehr Auen und einer natĂŒrlichen Flussentwicklung. Lebendige FlĂŒsse sind entscheidend, um die Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie und der biologischen Vielfalt umzusetzen“, so Tschimpke weiter. Der NABU macht sich fĂŒr ein Bundesprogramm „Blaues Band“ stark, um ökologische Verbesserungen in den GewĂ€ssern zu erreichen. Dabei kann die laufende Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes – mit reduzierter GewĂ€sserunterhaltung und abgestuften Unterhaltungskategorien – dazu beitragen, den Nutzungsdruck auf FließgewĂ€sser zu reduzieren.

In einer weiteren Resolution fordert der NABU den Erhalt der beiden wichtigsten EU-Naturschutzrichtlinien. Sollten sie – wie von der EU-Kommission geplant – aufgeweicht werden, könnten allein in Deutschland 5.000 Schutzgebiete ihren Status verlieren. Der NABU fordert die EuropĂ€ische Kommission auf, die EU-Vogelschutz- und die EU-Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie in ihrer jetzigen Form zu erhalten. Dies schließt den Erhalt des Schutzstatus fĂŒr Wolf, Biber und andere im Anhang IV der FFH-Richtlinie gelistete Arten ein. Der NABU fordert in den EU-Mitgliedstaaten, inklusive Deutschland und den BundeslĂ€ndern, eine Umsetzungsoffensive der Richtlinien. Damit sollen unter anderem die Natura-2000-Gebiete rechtlich gesichert und das Management der Schutzgebiete verbessert werden.

Angesichts der aktuellen FlĂŒchtlingssituation erklĂ€rten die NABU-Delegierten ihre SolidaritĂ€t mit FlĂŒchtlingen in einer Resolution gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Mit fast 600.000 Mitgliedern und Förderern sowie ĂŒber 2.000 Gruppen ist der NABU breit in der Gesellschaft verankert. GemĂ€ĂŸ dem Motto der aktuellen NABU-Kampagne „Wir sind, was wir tun“ sprechen sich der Bundes- und die LandesverbĂ€nde des NABU entschieden gegen Menschenfeindlichkeit und Rassismus aus. Im NABU sei weder fĂŒr rechtsextremes noch fĂŒr anderes extremistisches Gedankengut Platz. Der NABU stehe fĂŒr eine Politik der Offenheit und des Dialoges. Klimawandel und Umweltkatastrophen seien ein immer bedeutsamerer Auslöser fĂŒr Migrationsbewegungen.

Als Ausdruck ihrer SolidaritĂ€t mit FlĂŒchtlingen setzten die NABU-Delegierten in Dresden auch bildlich ein Zeichen: Alle 250 Delegierte versammelten sich unter dem Motto „#FĂŒr ein grenzenloses Miteinander“ zu einem Gruppenbild. Sie betonten: Der NABU heißt alle Menschen im Verband willkommen, die mit der Natur verbunden sind – unabhĂ€ngig davon, woher sie kommen und welcher Religion sie angehören.
 
 

 
Projekt "Zuhause A+++"
Das Projekt "Zuhause A+++" bietet kostenlose Energiesparberatung fĂŒr alle Freiburger Haushalte

Eine kostenlose Energiesparberatung im eigenen Zuhause –
das bietet das neue Projekt "Zuhause A+++" des
Umweltschutzamtes. Teilnehmen können alle Freiburgerinnen
und Freiburger, die ihre Strom- und Heizkosten senken wollen.
Im Stadtteil Haslach wurde das Projekt erfolgreich getestet,
bis Oktober 2016 lĂ€uft es nun in der Gesamtstadt. DafĂŒr
kooperiert die Stadtverwaltung mit der Verbraucherzentrale
Baden-WĂŒrttemberg.

FĂŒr die Beratung kommen Expertinnen und Experten direkt
nach Hause. Zuerst findet dort der Energiecheck der
Verbraucherzentrale statt. Deren Berater informieren ĂŒber den
Strom- und WÀrmeverbrauch und die GerÀteausstattung des
Haushalts. „Unsere Beratung ist allein den Interessen der
Verbraucher verpflichtet. Unsere FachkrÀfte informieren
unabhĂ€ngig von Anbietern und Marken“, betont Cornelia
Tausch, Vorstand der Verbraucherzentrale BadenWĂŒrttemberg.

Anschließend folgt eine halbstĂŒndige Beratung durch eine
Architektin oder einen Ingenieur der Projektgruppe Energie
des Agenda 21-BĂŒros. Die Projektgruppe hat langjĂ€hrige
Erfahrung in der Energieberatung und bietet professionelles
Know-how in alltagstauglicher Form. Die Ratsuchenden
erhalten individuell zugeschnittene Tipps rund ums
Energiesparen. Wer teilnimmt, bekommt zudem ein LEDLeuchtmittel
geschenkt.

Mit dem Projekt will die Stadt die Energiesparpotenziale in den
Freiburger Haushalten nutzen und ihre Klimaschutzziele
voranbringen. Das Umweltschutzamt hofft, möglichst viele
Haushalte zu erreichen, denn je mehr mitmachen, desto höher
die Einsparung. Auch UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik
ermuntert zur Teilnahme: „Mit Zuhause A+++ finden Sie
unerkannte Energiefresser in Ihrer Wohnung. Sie erfahren,
wie Sie am schnellsten und einfachsten Energie sparen, und
erhalten Tipps fĂŒr Ihre individuellen BedĂŒrfnisse“.

In den Stadtteilen StĂŒhlinger und St. Georgen haben auch
kleinere LĂ€den und Betriebe die Chance auf eine kostenlose
Energieberatung. Im Gegenzug können sie ihre Kundschaft
ĂŒber das Projekt informieren. Im StĂŒhlinger ist die Teilnahme
ab sofort möglich, in St. Georgen ab dem kommenden
FrĂŒhjahr. Engagierte Ladenbetreiber können sich außerdem in
der französischen Partnerstadt Besançon mit den Teilnehmern
des dortigen Projekts "Commerçant Écocitoyen" austauschen.
Die Teilnahme ist auch ohne Französischkenntnisse möglich.
Wie in Freiburg lauten auch in Besançon die Projektziele:
Energieeffizienz und Nachhaltigkeit fördern. Die Stadt
informiert die Ladenbetreiber in den nÀchsten Tagen per Brief
ĂŒber die Aktion.

Um das Projekt bekannt zu machen, sind InfostÀnde auf
WochenmÀrkten und an anderen hoch frequentierten Orten
geplant. Wer sich weiter informieren oder anmelden möchte,
kann dies auf www.freiburg.de/zuhause-a-plus und unter
Tel. 0761 / 201-6147 tun.

Dank der Förderung durch das Bundesministerium fĂŒr
Wirtschaft und Energie kostet eine Beratung nur 10 Euro.
Diese Kosten ĂŒbernimmt die Stadt Freiburg. Insgesamt stellt
die Stadt fĂŒr das Projekt "Zuhause A+++" 80.000 Euro bereit.
 
 

 
Verbesserungen fĂŒr den Radverkehr
GuT legt in der Basler Landstraße Schutzstreifen an

Die Basler Landstraße ist bislang eine LĂŒcke im Freiburger
Radwegenetz. In großen Abschnitten gibt es keine Anlagen fĂŒr den
Radverkehr, und der Radweg, der in einem Abschnitt besteht,
entspricht nicht den heutigen AnsprĂŒchen an die Verkehrssicherheit.

Zusammen mit der Fahrbahnsanierung in der Basler Landstraße
verbessert das Garten- und Tiefbauamt nun die VerkehrsfĂŒhrung fĂŒr
den Radverkehr. Nach AbwÀgung verschiedener Varianten wurde
beschlossen, beidseitig Schutzstreifen anzulegen. Diese sind im
Unterschied zu Radfahrstreifen nicht mit einer durchgezogenen,
sondern einer unterbrochenen Linie markiert. Der vom Schutzstreifen
markierte Bereich steht Radfahrern zur VerfĂŒgung. Autofahrende
dĂŒrfen aber bei Bedarf, etwa wenn sich grĂ¶ĂŸere Fahrzeuge
begegnen, auf den Schutzstreifen ausweichen. Auf Schutzstreifen
darf auch kurz gehalten werden, etwa zum Laden oder Liefern. Dies
bedeutet eine grĂ¶ĂŸtmögliche FlexibilitĂ€t bei beengten VerhĂ€ltnissen.


Forschungsergebnisse zeigen: In beengten StraßenrĂ€umen mit nicht
zu hoher VerkehrsstĂ€rke wie der Basler Landstraße sparen
Schutzstreifen FlÀche und machen den Radverkehr sicherer und
attraktiver. Die Erfahrungen an zwei StraßenzĂŒgen in Freiburg
(Rennweg und ElsĂ€sser Straße) belegen dies.

Mit der jetzigen Fahrbahnsanierung werden Schutzstreifen von der
Schulstraße bis zum Wihlerweg angelegt. Ihre FortfĂŒhrung bis zum
Kreisverkehr an der Uffhauser Straße ist geplant. Dabei werden so
viele LĂ€ngsparkstĂ€nde wie möglich in der Basler Landstraße
erhalten. Die Umsetzung ist fĂŒr nĂ€chstes FrĂŒhjahr vorgesehen.
 
 

 
NABU fordert umfassende Neubewertung von Glyphosat
EFSA-EinschÀtzung folgt nicht dem Vorsorgeprinzip

Die EuropĂ€ische Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit EFSA hat am heutigen Donnerstag einen Bericht veröffentlicht, in dem das umstrittene Totalherbizid Glyphosat fĂŒr „wahrscheinlich nicht krebserregend“ bewertet wird. DemgegenĂŒber hatten die Krebsforscher der Weltgesundheitsorganisation WHO das Mittel im Juli als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Die Zulassung des in Europa weit verbreiteten Mittels lĂ€uft Mitte 2016 aus, die EU-Kommission will auf Basis des Gutachtens ĂŒber eine Neuzulassung entscheiden.

Dazu erklĂ€rt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Solange die Risiken von Glyphosat auf Mensch und Natur nicht einwandfrei widerlegt sind, muss unbedingt das Vorsorgeprinzip gelten. FĂŒr eine Neuzulassung von Glyphosat fehlt nach wie vor die Grundlage, da der vorliegende Bericht des Bundesinstituts fĂŒr Risikoforschung (BfR) zahlreiche Defizite und LĂŒcken aufweist. Bis zur KlĂ€rung der offenen Fragen muss die Zulassung daher auf jeden Fall ausgesetzt werden. Zudem muss die Bundesregierung die Anwendungsbestimmungen fĂŒr Glyphosat möglichst rasch verschĂ€rfen, um die Aufwandmengen deutlich zu reduzieren. Hierzu gehört auch ein Verbot von Glyphosat im Haus- und Kleingartenbereich, da das Risiko von Fehlanwendungen dort besonders groß ist.“

Glyphosat ist das weltweit am hĂ€ufigsten eingesetzte Unkrautvernichtungsmittel – ĂŒber 700.000 Tonnen werden pro Jahr versprĂŒht. In Deutschland werden 6.000 Tonnen ausgebracht, wobei rund 39 Prozent aller AckerflĂ€chen behandelt werden. Auch im Hobbygarten und auf öffentlichen Wegen wird das Gift gerne gespritzt, um sich das Hacken des Unkrauts zu ersparen. Neben den direkten toxischen Effekten gefĂ€hrdet die Wirkung als Breitbandherbizid auch zahlreiche andere Organismen, denn durch die Vernichtung der Wildkrautflora gehen Nahrungsquellen und LebensrĂ€ume verloren.

An einer im Sommer gestarteten NABU-Protestaktion gegen den Verkauf von Glyphosat in BaumÀrkten und Gartencentern beteiligten sich innerhalb von zwei Wochen fast 3.000 Personen. Inzwischen haben zahlreiche MÀrkte einen vollstÀndigen oder weitreichenden Verzicht auf das Totalherbizid zugesagt.
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