oekoplus - Freiburg
Samstag, 24. August 2019
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr
  •  


Verschiedenes

 
Wir brauchen eine schĂŒtzende Arche mehr denn je
Halbzeitbericht zur EU-BiodiversitÀtsstrategie zeigt keine AnnÀherung an Ziele

Der kĂŒrzlich veröffentliche Halbzeitbericht zur EU-BiodiversitĂ€tsstrategie zieht eine erschreckende Bilanz: Seit dem Beschluss der Strategie im Jahre 2011 konnte diese dem fortlaufenden Artenverlust noch keinerlei Einhalt gebieten. Ganz im Gegenteil: "Die Populationen einiger gĂ€ngiger Vogelarten scheinen sich zwar wieder zu stabilisieren, aber andere Arten, die in Verbindung mit landwirtschaftlichen, oder Frisch- und Salzwasser-Ökosystemen stehen, sind weiterhin im Verfall; 70% der europĂ€ischen Arten sind gefĂ€hrdet durch Habitatverlust." (Seite 3, Halbzeitbericht).

Der Bericht der EU bestĂ€tigt die intensive, industrialisierte Landwirtschaft als eine der grĂ¶ĂŸten Ursachen fĂŒr die BeeintrĂ€chtigung der biologischen Vielfalt. Ökologisch nachhaltig bewirtschaftete FlĂ€chen und Produktionsweisen werden zunehmend durch Massentierhaltung, Intensivanbau, und Monokulturen ersetzt. Der daraus resultierende Verlust von fruchtbarem Boden, Streuobstwiesen und Weiden hat extreme ökologische Auswirkungen auf unseren Planeten und die WelternĂ€hrung.

Deswegen setzt sich Slow Food fĂŒr den Erhalt der biologischen Vielfalt ein, denn eine Vielfalt an regional angepassten Tierarten, Kulturpflanzen und traditionellen Lebensmitteln bedeutet vielfĂ€ltige Kulturlandschaften, Ökosysteme, und nicht zuletzt Vielfalt auf unseren Tellern. Die Arche des Geschmacks ist ein Slow-Food-Projekt das weltweit einheimische Tierrassen, regional wertvolle Lebensmittel und Kulturpflanzen, die vor dem Verschwinden bedroht sind, schĂŒtzt.

"Der Halbzeitbericht zur EU-BiodiversitĂ€tsstrategie zeigt, dass der Bewusstseinsbildung verstĂ€rkte Maßnahmen zur Erhaltung und zum Schutz der Arten und Ökosysteme folgen mĂŒssen," so Dr. Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland e. V. "Echten Genuss kann es nur mit Bewusstsein und Verantwortung geben - fĂŒr die Menschen und die Umwelt, die diesen Genuss möglich machen. Wir brauchen die schĂŒtzende Arche mehr denn je."

Biologische Vielfalt garantiert das Gleichgewicht in der Natur und sorgt fĂŒr eine vielfĂ€ltige menschliche ErnĂ€hrung. Sie steht ebenso in engem Zusammenhang mit kultureller IdentitĂ€t: aus der lokalen Artenvielfalt, dem lokalen Klima und der örtlichen Geografie entwickeln sich spezifische landwirtschaftliche Praktiken, KĂŒchen und Traditionen.

Zur internationalen Arche des Geschmacks zĂ€hlen aktuell ĂŒber 2.500 traditionelle Lebensmittel; die deutsche Arche hat bisher 55 Passagiere aufgenommen. Ziel ist es, diese tierischen und pflanzlichen Passagiere bekannter zu machen, um die Nachfrage zu erhöhen, nach dem Motto "Essen, was man retten will!". Slow Food veröffentlicht Informationen zu diesen bedrohten Lebensmitteln und hilft den Erzeugern, die sich durch ihre tĂ€gliche Arbeit fĂŒr den Erhalt der biologischen Vielfalt und ökologisch nachhaltige landwirtschaftliche Systeme einsetzen, sich mit anderen Erzeugern zu vernetzen, und durch Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen in direkten Kontakt mit Kunden zu kommen.

Die große Mehrheit der Arche-Passagiere sind vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen und Nutzpflanzenarten, die unter den gegenwĂ€rtigen ökonomischen Bedingungen bedeutungslos geworden sind. Ihre QualitĂ€ten werden nicht geschĂ€tzt - wie ihr dicker Speckmantel und ihr mit regionalem Futter verbundenes langsames Wachstum (Buntes Bentheimer Schwein), ihre ursprĂŒngliche zĂŒchterische Ausrichtung auf Milch und Fleisch (Murnau-Werdenfelser Rind, HinterwĂ€lder Rind) oder ihre Formenvielfalt: kleine VarietĂ€ten fallen durch den Kartoffelvollernter (Bamberger Hörnla).

Die andere, kleinere Gruppe bilden handwerklich hergestellte Lebensmittel. Ostheimer LeberkĂ€s wird von nur einer Metzgerei in Ostheim (Bayrische Rhön) traditionell hergestellt. Weißlacker ist der einzige nur im AllgĂ€u vorkommende KĂ€se. WĂŒrchwitzer MilbenkĂ€se (Sachsen-Anhalt) hat eine lange Tradition, die fast schon vergessen war, ebenso der Nieheimer KĂ€se. Das Filder-Spitzkraut ist wegen seiner Form mechanisch schwierig verwertbar und doch geschmacklich dem runden Weißkohl ĂŒberlegen. Die Nordhessische Ahle Wurscht schließlich zĂ€hlt zu der Gruppe von traditionellen Produkten, die durch zunehmende Industrialisierung der Fleischverarbeitung an sensorischer QualitĂ€t oftmals verloren hat. Ein durch Slow Food initiierter Förderverein arbeitet gegen diesen Trend.

Die Vielfalt, die sich in Geschmack, Aroma, Farbe und Form von Lebensmitteln sowie in Rezepten und BrÀuchen manifestiert, ist Teil unseres kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Reichtums. Durch Projekte wie die Arche des Geschmacks will Slow Food unser wertvolles kulinarisches Erbe bewahren.
Mehr
 

 
NABU wird offizieller Partner des UN-Abkommens zum Schutz der Saiga-Antilope
Tennhardt: „Um Schutzmaßnahmen fĂŒr die seltene Saiga-Antilope zu beschließen, trafen sich Ende Oktober Vertreter der Saiga-VerbreitungslĂ€nder in Taschkent, Usbekistan. Der NABU unterstĂŒtzte die Veranstaltung, die von der UN-Konvention zum Schutz der Wandernden Wildlebenden Tierarten (CMS) organisiert und von der Usbekischen Regierung ausgerichtet worden war. Die Teilnehmer einigten sich auf eine Reihe von Maßnahmen fĂŒr die nĂ€chsten fĂŒnf Jahre, die die BestĂ€nde der stark bedrohen Saiga-Antilope wiederherstellen und langfristig sichern sollen.

NABU-VizeprĂ€sident Thomas Tennhardt sagte: „Die Situation der Saiga-Antilope ist nach dem Massensterben im Mai dieses Jahres und aufgrund der anhaltenden Wilderei dramatischer denn je. Um die verbliebenen BestĂ€nde zu retten und das Aussterben der besonderen Art zu verhindern, mĂŒssen jetzt alle Verantwortlichen entschlossen an einem Strang ziehen. Mit seiner Unterzeichnung des Saiga-Abkommens bekrĂ€ftigt der NABU sein langjĂ€hriges Engagement fĂŒr den Schutz der Saiga und unterstĂŒtzt die Umsetzung der dringenden Schutzmaßnahmen, die auf dem Treffen verabschiedet wurden.”

Derzeit leben noch fĂŒnf separate Populationen von Saiga-Antilopen in den Steppen und WĂŒsten der zentralasiatischen LĂ€nder Kasachstan, Mongolei, Russland, Turkmenistan und Usbekistan. Mehr als 150.000 adulte Saiga-Antilopen fielen dem Massensterben in Zentralkasachstan zum Opfer, das die globale Population der ohnehin stark bedrohten Art um mehr als die HĂ€lfte reduzierte. Neue Daten belegen zudem, dass die grenzĂŒberschreitende Ustjurd-Population zwischen Kasachstan und Usbekistan, die einst mehrere Hunderttausend Tiere umfasste, aufgrund exzessiver Wilderei und des Ausbaus von Infrastrukturprojekten auf nur noch 1.270 Tiere geschrumpft ist und heute am Rande der Ausrottung steht.

Diese Ergebnisse stellen einen großen RĂŒckschlag fĂŒr die SchutzbemĂŒhungen um die Saiga-Antilope dar, deren BestĂ€nde gerade im Begriff waren, sich von einem historischen Tiefstand zu erholen: Zu Beginn des Jahrhunderts war die Zahl der Saigas aufgrund massiver Wilderei um 95 Prozent auf nur noch 50.000 Tiere zurĂŒckgegangen. Ob sich die Population jemals wieder erholt, ist unsicher, denn neben der anhaltenden Wilderei gefĂ€hrden Lebensraumzerschneidung und illegaler Handel die kleinen Antilopen.

Maßnahmen, die auf dem Treffen in Taschkent beschlossen wurden, und von allen Verbreitungsstaaten sowie den KonsumlĂ€ndern von Saiga-Hörnern umgesetzt werden sollen, sind der Umbau von GrenzzĂ€unen, um sie fĂŒr die Tiere durchlĂ€ssiger zu machen, Anti-Wilderei-EinsĂ€tze sowie ein verbessertes Gesundheitsmanagement fĂŒr die Tiere..

Das Thema Gesundheitsmanagement stand vor allem angesichts des Massensterbens in der Betpak-dala-Population weit oben auf der Agenda. Wissenschaftler bestĂ€tigten, dass Haemorraghic Septicaemia Ursache dieser Katastrophe zu sein scheint, eine manchmal fatale Krankheit, die in domestizierten BĂŒffeln und Rindern sowie in wildlebenden WiederkĂ€uern vorkommt. Zwei opportunistische Bakterien, Pasteurella multocida Serotyp B und Clostridium perfringens, haben zu dem rapiden Massensterben und damit zu dem Verlust der gesamten Saiga-Population in den jeweiligen Kalbungsgebieten beigetragen. Es wird jedoch angenommen, dass die Infektion sich nicht von Tier zu Tier ĂŒbertragen hat, da sie unabhĂ€ngig voneinander in 13 verschiedenen Kalbungsgebieten auf einem Gebiet von ĂŒber 250.000 Kilometer auftrat. Dieses nahezu gleichzeitig stattfindende Sterben soll aufgrund weiterer Umweltfaktoren ausgelöst worden sein, die sich zeitgleich in der ganzen Region ausgewirkt haben sollen. Die genauen Faktoren und Ursachen bleiben jedoch weiterhin unklar. Wahrscheinlich ist, dass plötzliche WetterverĂ€nderungen eine Rolle gespielt haben, die wiederum mit dem Klimawandel zusammenhĂ€ngen. Weitere Untersuchungen zu den genauen Ursachen des Massensterbens dauern an.

Im Anschluss an das Treffen in Taschkent ist ein NABU-Expertenteam in die Ustjurd-Region aufgebrochen, um mögliche Sofortmaßnahmen zu identifizieren und das Potenzial fĂŒr gemeindebasierte SchutzaktivitĂ€ten gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung zu eruieren.Nach Sterben von 150.000 Saigas braucht die Art internationale UnterstĂŒtzung dringender denn je”
Mehr
 

Hochspannungstrassen am Oberrhein bĂŒndeln!
Landschaft am Oberrhein / Foto: Axel Mayer / BUND
 
Hochspannungstrassen am Oberrhein bĂŒndeln!
Energiewende fĂŒr den Landschaftsschutz nutzen / "380-kV-NetzverstĂ€rkung Daxlanden-Eichstetten“

Wer mit offenen Augen durch die Landschaft am Oberrhein oder durch den SĂŒdschwarzwald fĂ€hrt, sieht an vielen Stellen parallel gefĂŒhrte Hochspannungstrassen. Die aktuelle Planung das StromĂŒbertragungsnetz zu verstĂ€rken, die geplante "380-kV-NetzverstĂ€rkung Daxlanden-Eichstetten“ bietet jetzt die einmalige Chance die Energiewende auch einmal fĂŒr den Landschaftsschutz zu nutzen. Dort wo heute zwei bis drei Hochspannungstrassen die Landschaft durchschneiden, sollten nach Ansicht von BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Axel Mayer eine ZusammenfĂŒhrung auf eine einzige Trasse ernsthaft geprĂŒft werden. Es stellt sich auch die Frage, ob nicht an vielen Stellen alle notwendigen "Scheußlichkeiten" der Rheinebene, - Autobahn, Neubautrasse Bahn und Hochspannungstrassen - zusammen laufen könnten um Mensch, Natur und Landschaft der Ebene zu entlasten.

Um die notwendige Debatte zu eröffnen, hat der BUND-Regionalverband am 29. Okt. 2015 die vier folgenden Briefe geschrieben:


Die Energiewende fĂŒr den Landschaftsschutz nutzen
Hochspannungstrassen am Oberrhein bĂŒndeln

Sehr geehrter Herr Landrat Scherer
sehr geehrte Frau RegierungsprÀsidentin SchÀfer,
sehr geehrte Frau LandrÀtin Störr-Ritter,
sehr geehrter Herr Landrat Hurth,

wir wurden jetzt ĂŒber die geplanten Maßnahmen zur VerstĂ€rkung des StromĂŒbertragungsnetzes "380-kV-NetzverstĂ€rkung Daxlanden-Eichstetten“ informiert:

„Die TransnetBW plant hierfĂŒr, die Übertragungsleistung auf der bestehenden 220-kV-Leitung durch eine Umstellung auf 380 kV zu erhöhen. Dies erfordert einen Austausch der Masten, um die Auflage neuer Leiterseile zu ermöglichen, sowie eine Modernisierung der Umspannwerke Daxlanden, Kuppenheim, BĂŒhl, Weier und Eichstetten. Die Maßnahme befindet sich derzeit in Vorplanung. Die TransnetBW strebt an, im Jahr 2017 in das Planfeststellungsverfahren einzutreten. Die Umsetzung soll im Jahr 2019 beginnen.“ (Zitatende)

Diese Planungen bieten die Chance, eine alte BUND-Idee umzusetzen. Wir wĂŒrden die Energiewende gerne fĂŒr den Landschaftsschutz nutzen und bitten Sie zu prĂŒfen, wie die jetzt hĂ€ufig parallel laufenden Hochspannungstrassen am Oberrhein gebĂŒndelt werden könnten.
Bisher haben wir als gemeinwohlorientierter Umweltverband diese alte Idee zum Landschaftsschutz nicht als Forderung nach außen getragen, weil wir auch an die volkswirtschaftlichen Kosten denken mĂŒssen. Durch den jetzt notwendigen Austausch der Masten ergibt sich eine sinnvolle Möglichkeit die alte Idee umzusetzen.

An vielen Stellen im Rheingraben und im SĂŒdschwarzwald laufen zwei, manchmal drei Trassen von Hochspannungsleitungen parallel. Dies hat teilweise mit unterschiedlichen StromstĂ€rken, teilweise auch mit unterschiedlichen EigentĂŒmern der Trassen zu tun.

Wenn jetzt ein Austausch der Masten der 220-kV-Leitung nötig wird um die Auflage neuer Leiterseile zu ermöglichen, dann wĂ€re es gut und sinnvoll, wo immer technisch möglich, die zwei bis drei landschaftszerschneidenden Trassen zu einer einzigen, möglichst ortsfernen und landschaftsschonenden Trasse zusammen zu fĂŒhren.

Wir wollen diesen sinnvollen Wunsch möglichst frĂŒh in die beginnende Debatte einbringen und bitten das RegierungsprĂ€sidium und die LandratsĂ€mter die Umsetzung dieser Idee ernsthaft zu prĂŒfen und den Wunsch des BUND zu unterstĂŒtzen.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
Axel Mayer, GeschĂ€ftsfĂŒhrer
 
 

 
NABU-Statement zu den neuerlichen EnthĂŒllungen im Abgasskandal
AufklÀrungseifer von Verkehrsminister Dobrindt grenzt an Arbeitsverweigerung

Zu den aktuellen Entwicklungen und neuerlichen Erkenntnissen im Abgasskandal erklĂ€rt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller:

„Die neuen Erkenntnisse um manipulierte CO2-Angaben bei Volkswagen sind gleichzeitig erschreckend und ermutigend. Ermutigend, weil der Konzern langsam ernst zu machen scheint mit dem Trockenlegen des Betrugs-Sumpfes. Erschreckend ist jedoch die Art und Weise, wie Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt derzeit im Skandal um gefĂ€lschte Abgaswerte agiert. Sein AufklĂ€rungseifer grenzt an Arbeitsverweigerung, indem er bisher keinerlei aufklĂ€renden Beitrag zu den EnthĂŒllungen geleistet hat. Dabei haben die ihm unterstellten bundesdeutschen Kontrollinstanzen erneut versagt. Es wird höchste Zeit, dass Herr Dobrindt die AufklĂ€rung endlich vorantreibt. Ansonsten macht er sich mitschuldig am wohl grĂ¶ĂŸten Skandal der deutschen Automobilgeschichte.“
Mehr
 

 
NABU: Eindeutige Indizien fĂŒr weitere BetrugsfĂ€lle in der Autoindustrie
Abgas-Nachmessungen bei allen Herstellern mĂŒssen kommen

Angesichts der sich abzeichnenden Ausweitung des Abgas-Skandals auf weitere Autobauer fordert der NABU eine systematische ÜberprĂŒfung aller Fahrzeugmodelle in Deutschland durch die zustĂ€ndigen Behörden. Damit soll die Einhaltung der vorgegebenen Grenzwerte nicht nur auf PrĂŒfstĂ€nden, sondern auch im Realbetrieb auf der Straße garantiert werden.

NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Verkehrsminister Alexander Dobrindt muss seine Salamitaktik beenden, nach der nur scheibchenweise auf neue Hinweise zu möglichen weiteren Abgas-BetrugsfĂ€llen reagiert wird. Die BĂŒrger haben ein Anrecht auf saubere Luft. Die Bundesregierung macht sich mitschuldig an der viel zu hohen Belastung mit Stickoxiden in der Atemluft, wenn sie auf die neuerlichen Hinweise zu GrenzwertĂŒberschreitungen von Auto-Abgasen nicht reagiert.“
Mehr
 

 
NABU: Klimaverhandlungen weiter im Schneckentempo
Unfertiger Vertragsentwurf wĂ€re fatal fĂŒr Klimakonferenz in Paris

Der NABU kritisiert den aktuellen Stand der Vorbereitungen fĂŒr die Weltklimakonferenz im Dezember in Paris. Bis zum heutigen Freitag hatten Vertreter der beteiligten Staaten in Bonn einen Entwurf fĂŒr das Klimaschutzabkommen ausgehandelt.

NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke: „Auch wenn Fortschritte in den Verhandlungen sichtbar sind, wurde viel zu viel Zeit mit Machtspielen vergeudet. FĂŒr ein globales KrĂ€ftemessen ist der Klimaschutz aber zu wichtig und die verbleibende Zeit zu knapp. Keine der Parteien traut sich schon jetzt ihre TrĂŒmpfe auszuspielen. So werden die Verhandlungen in Paris nicht leichter.“

Vor Beginn der Konferenz hatten die VerhandlungsfĂŒhrer einen neuen Vertragsentwurf vorgelegt. Dieser war zunĂ€chst knapp gehalten und gut handhabbar, enthielt allerdings lĂ€ngst noch nicht alle Interessen der Beteiligten. Insbesondere die grĂ¶ĂŸte Gruppe der EntwicklungslĂ€nder (G77) Ă€ußerte Unmut ĂŒber den Textenwurf. Binnen kĂŒrzester Zeit wurden die fehlenden Interessen in den Text aufgenommen.

Bei den folgenden Verhandlungen in Arbeitsgruppen waren die Beobachter – so auch der NABU – ausgeschlossen. „Jetzt, zum Ende der Konferenz, mĂŒssen wir befĂŒrchten, dass die Vorbereitungen nicht ausreichen und bis Paris kein fertiger Vertragsentwurf stehen wird. Schon 2009 war eine Klimakonferenz in Kopenhagen gescheitert, weil der Vertragsentwurf nicht fertig war – das darf nicht noch einmal passieren“, so der NABU-PrĂ€sident.
 
 

 
Maghreb will von Abfallwirtschaft in Baden-WĂŒrttemberg lernen
Marokko und Tunesien wollen bei der EinfĂŒhrung eines Abfallsystems in ihren LĂ€ndern von Baden-WĂŒrttemberg lernen. Politiker, Techniker und Verwaltungsexperten aus dem Maghreb kommen deshalb vom 26. bis 30. Oktober in den SĂŒdwesten und informieren sich vor Ort wie Kommunen AbfĂ€lle einsammeln und verwerten.
Am Freitag, 30. Oktober empfĂ€ngt die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg die Delegation. Die Abfallverwertung in der „ökologischen Stadt“ Freiburg ist dabei zentrales Thema. Weitere Stationen der Studienreise sind kommunale und private Abfallverwertungseinrichtungen in Achern, Ludwigsburg, Böblingen, der Enzkreis und Ringsheim.

UnterstĂŒtzt wird die einwöchige Informationsreise von der Gesellschaft fĂŒr Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die seit 2008 ein Lernnetznetzwerk fĂŒr Stadtentwicklung zwischen Kommunen aus Marokko, Algerien und Tunesien fördert. Das umfangreiche Programm organisiert und fĂŒhrt die Kehler Akademie durch, einer Fortbildungseinrichtung der Verwaltungshochschule Kehl. „Wir sind sehr stolz, dass sich die Vertreter der Maghreb-Staaten zuerst hier bei uns in Baden-WĂŒrttemberg umschauen wollen, um von unseren Erfahrungen zu profitieren“, meint Organisator Professor Kay-Uwe Martens.

Besonderes Augenmerk und Interesse fand bei der GIZ das von Professor Martens geleitete Netzwerk des Kehler Abfalltags. Seit ĂŒber 15 Jahren treffen sich beim Kehler Abfalltag Experten zum Austausch. „Eine solch enge und strukturierte Zusammenarbeit aller Beteiligten in einem Netzwerk könnte auch in den nordafrikanischen Staaten eine erfolgversprechende Strategie fĂŒr ihr kommunales Abfallmanagement sein“, meint Imme Scheit, Programmverantwortliche bei der GIZ. „So kann jeder von jedem lernen und Erfahrungen austauschen“, so Scheit weiter.

Das deutsche föderale System ermöglicht Einblicke in das vielseitige Abfallmanagement und die Kooperationsmodelle der Kommunen und Betriebe. Der fachliche Austausch bietet den Delegationsteilnehmern die Möglichkeit, Handlungsfelder und Bedarfe ihrer Kommunen zu diskutieren. Die Maßnahme unterstĂŒtzt das Programm CoMun der GIZ. Hauptziel ist dabei, Kommunen als Akteure ihrer Entwicklung zu stĂ€rken, um das Leben der Menschen in ihren StĂ€dten zu verbessern. Neben den technischen Aspekten steht die BĂŒrgerbeteiligung an kommunalen Planungsprozessen und Projekten im Vordergrund.

Hochschule und Kehler Akademie beabsichtigen, einen lĂ€ngerfristig wirkenden Erfahrungsaustausch von Verwaltungsfachleuten aus Baden-WĂŒrttemberg und Tunesien/Marokko zu ermöglichen. Deutsche Kommunen können von diesen Staaten und ihren Erfahrungen lernen. „Dieser Erfahrungsaustausch kommt auch den Studierenden der Hochschule ĂŒber die beteiligten Professoren zugute“, so Professor Kay-Uwe Martens. Schulungen und Beratung vor Ort durch die baden-wĂŒrttembergischen Fachleute wĂ€ren weitere mögliche AnsĂ€tze. Viele Ansprechpartner in Kehl sprechen zudem Französisch, was die Zusammenarbeit erleichtert.


 
 

 
NABU begrĂŒĂŸt Allianz der Umweltminister
zum Erhalt der EU-Naturschutzrichtlinien

Tschimpke: Richtlinien sind Erfolgsgaranten fĂŒr Europas Natur

Der NABU begrĂŒĂŸt das am gestrigen Montag von neun LĂ€ndern geschmiedete BĂŒndnis zum Erhalt der EU-Naturschutzrichtlinien. Auf Initiative von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks unterzeichneten in Luxemburg acht weitere Umweltminister einen gemeinsamen Brief an die EU-Kommission, in dem sie sich gegen die Öffnung der beiden wichtigsten EU-Naturschutzrichtlinien aussprechen. Stattdessen fordern sie eine bessere Umsetzung der fĂŒr Europas Natur so wichtigen Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat-(FFH-)Richtlinie.

„Die Initiative von Bumdesumweltministerin Hendricks kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Ihr klares Bekenntnis fĂŒr die Naturschutzrichtlinien ist ein wichtiges Signal an alle anderen EU-LĂ€nder und die Kommission“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Bereits am vergangenen Donnerstag hatte sich Hendricks in BrĂŒssel gegen eine Aufweichung der Richtlinien ausgesprochen. „Die BundeslĂ€nder lehnen, ebenso wie Landwirtschaftsminister Schmidt und ich, jegliche Änderungen an den EU-Naturschutzrichtlinien ab“, sagte Hendricks bei einer Veranstaltung zum sogenannten „Fitness-Check“. Unter diesem Titel ĂŒberprĂŒft die EU-Kommission derzeit die beiden Richtlinien. Der NABU und viele weitere UmweltverbĂ€nde befĂŒrchten, dass damit Naturschutzstandards in allen EU-LĂ€ndern herabgesetzt werden sollen. Barbara Hendricks wies am Donnerstag in BrĂŒssel auf die Tragweite der Entscheidung hin. Eine Öffnung der Richtlinien gefĂ€hrde unter anderem die fĂŒr die Wirtschaft so wichtige Planungs- und Rechtssicherheit, warnte die Ministerin.

Ähnlich hatte sich zuletzt auch ihre luxemburgische Amtskollegin und derzeitige Vorsitzendes des EU-Umweltministerrats, Carole Dieschbourg, geĂ€ußert. Sie unterzeichnete gestern ebenso das Schreiben wie die Umweltminister aus Frankreich, Spanien, Italien, Polen, Slowenien, RumĂ€nien und Kroatien, das im Rahmen des Umweltminsterrates an EU-Umweltkommissar Karmenu Vella ĂŒbergeben wurde.

Im Sommer hatten sich bei einer Online-Konsultation der EU bereits mehr als 520.000 EU-BĂŒrger fĂŒr den Erhalt der Richtlinien ausgesprochen. Es war die mit Abstand erfolgreichste Befragung der Kommission aller Zeiten. „Der lautstarke Wunsch der BĂŒrger ist in BrĂŒssel und den EU-Mitgliedstaaten angekommen. Davon zeugt die Forderung der neun Umweltminister. Es liegt jetzt an der EU-Kommission, diese Signale wahrzunehmen und konkrete VorschlĂ€ge zu machen, wie die Richtlinien besser umgesetzt werden können“, so Tschimpke.

Erst Anfang Oktober hat die EU-Kommission selbst eindrucksvoll nachgewiesen, wie erfolgreich und wirkungsvoll die Richtlinien zum Schutz der Natur sind. In ihrem Halbzeitbericht zur Umsetzung der EU-BiodiversitĂ€tsstrategie kam sie zu dem Ergebnis, dass die beiden Richtlinien von entscheidender Bedeutung zur Erreichung der von den Staats- und Regierungschefs beschlossenen Ziele zum Stopp des Artensterbens bis 2020 sind. „Die Naturschutzrichtlinien der EU haben schon Millionen von Zugvögeln das Leben gerettet und unzĂ€hlige NaturschĂ€tze vor der Zerstörung bewahrt. Jean-Claude Juncker sollte diese funktionierenden Gesetze nicht aufbohren“, so Tschimpke.

Am 20. November will die EU-Kommission erste Ergebnisse des „Fitness Check“ prĂ€sentieren und Anfang 2016 ihre VorschlĂ€ge zum weiteren Vorgehen vorstellen, die dann zwischen Kommission, Rat und EU- Parlament beraten werden mĂŒssen.
Mehr
 



Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 
24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 
47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 
70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 
93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 
116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 
139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 
162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 
185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 
208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 
231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 
254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 
277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 
300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 
323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 
346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 
369 370 371 372 373 


Copyright 2010 - 2019 Benjamin Jäger