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Verschiedenes

Hurra, hurra, die ErdmÀnnchen sind wieder da
Mundenhof Freiburg (c) Daniel JĂ€ger
 
Hurra, hurra, die ErdmÀnnchen sind wieder da
Freiburg, 25. Mai 2023. Der Neubau des ErdmĂ€nnchen-Geheges auf dem Mundenhof wurde heute eröffnet. Auch die Strauße haben einen neuen Stall

Raufen, schnaufen, laufen, linsen: ErdmĂ€nnchen haben immer zu den Publikumslieblingen auf dem Mundenhof gezĂ€hlt. Nachdem das letzte seiner Art im Dezember 2020 an einen anderen Zoo abgegeben worden war, konnte der Mundenhof mit dem ambitionierten Neubau des ErdmĂ€nnchen-Geheges und dem Umbau des benachbarten Straußenstalls beginnen. Beides ist nun fertig und wurde heute feierlich eröffnet.

Fragt man die Besucherinnen und Besucher des Mundenhofs nach ihren Wunschtieren fĂŒr den Tierpark, stehen die ErdmĂ€nnchen auf Platz 1 (Quelle: Publikumsbefragung 2023). Seit 1999 war eine Gruppe der geselligen Tiere auf dem Hof heimisch. Da es aber in die Jahre gekommen war und umgestaltet werden sollte, blieb das Gehege der Suricata suricatta mit der Abgabe des letzten Erdmanns ab Dezember 2020 vorerst leer. Zeitgleich verstarb der letzte, uralte Uhu – und plötzlich war auch das Nachbar-Gehege verwaist. Von der Haltung neuer Uhus nahm der Mundenhof schnell Abstand. Volieren auf dem begrenzten Raum im Innenbereich sind mit den hohen Standards, die der Tierpark sich im Rahmen der artgerechten Tierhaltung selber setzt, kaum zu vereinbaren.

Stattdessen erkannte das Team des Mundenhof die Gelegenheit, den ErdmĂ€nnchen ein ganz neues Gehege zu gestalten – tiergerechter, tierpflegerfreundlicher und auch fĂŒr das Publikum ansprechender. Auch der gut 50 Jahre alte Straußenstall, deutlich zu zugig, viel zu klein, entsprach nicht mehr den neuesten Standards. So fiel die Entscheidung, einen neuen „Stall“ fĂŒr gleich zwei Tierarten zu bauen. Strauße und ErdmĂ€nnchen kennen sich ja aus ihrem natĂŒrlichen Lebensraum, z.B. der Kalahari im sĂŒdlichen Afrika, wo sie passabel miteinander auskommen. Eine Unterbringung im gleichen GebĂ€ude, natĂŒrlich getrennt voneinander, lag daher nahe. Der Vorschlag, aus dem alten Uhu-GebĂ€ude einen neuen Stall fĂŒr zwei Tierarten zu errichten, kam dabei aus dem Team der TierpflegekrĂ€fte. Damit konnten die damaligen Azubis, mittlerweile Teil des festangestellten Teams, die komplette Mannschaft ĂŒberzeugen. Die ersten EntwĂŒrfe entstanden bereits Ende 2020.

Spannend wurde das Erstellen zweier Anforderungslisten. ErdmĂ€nnchen brauchen ein Außengehege mit RĂŒckzugsflĂ€chen und vielen Grabmöglichkeiten, aber auch ein großes, beheiztes Innengehege fĂŒr schlechtes Wetter und kalte Monate. In ihrem getrennten Arbeitsbereich mĂŒssen TierpflegerInnen in der Lage sein, die Tiere mit wenig Aufwand einzufangen und zurĂŒckzusperren.

Ganz anders sieht der Wunschzettel der Strauße aus. Ihr Stall muss großrĂ€umig sein, denn als Laufvögel brauchen sie viel Auslauf und lassen sich ungern einsperren. Zudem muss der Stall ein flexibles Torsystem und Abteile haben (falls Tiere separiert werden mĂŒssen). Auch der Rundlauf sollte möglich sein. Was ein Strauß dagegen fĂŒrchtet, sind enge Winkel; wenn er sich in die Enge getrieben fĂŒhlt, reagiert er panisch und kann Menschen schwer verletzen.

Vieles musste also bedacht werden. Da die Anforderungen an eine artgerechte Haltung im gemeinsamen Stall bzw. Gehege so komplex waren, nahm der Mundenhof Kontakt auf mit Zoos, die ErdmĂ€nnchen halten und in letzter Zeit das Gehege umgebaut haben (Karlsruhe, Heidelberg, Basel, Zoo Leipzig, Zoo ZĂŒrich). Der Leiter des Tiergeheges besuchte einen ErdmĂ€nnchen-Kongress und pflegte engen Austausch mit der ErdmĂ€nnchen-Forschung der ETH ZĂŒrich.

Das Corona-Jahr 2021 war der Planung vorbehalten. Mit einem Entwurf der Zimmerei samt KostenschĂ€tzung begann die Suche nach Sponsoren. Nebenher begannen der Mundenhof und sein Förderverein mit dem Einwerben gezielter Spenden. Die Bauzeit war dann kompakt. Im Juli 2022 wurde das Fundament gelegt, im Oktober begann der Hochbau, im November folgte das Rolltor. Anfang dieses Jahres konnte das GerĂŒst schon abgebaut werden. Letzte Gewerke wurden am Vortag der Eröffnung abgeschlossen.

Besonders stolz ist man nun auf dem Mundenhof darĂŒber, dass die GĂ€rtnerInnen des Mundenhofes Vieles selbst geplant und gebaut haben, vom Rohrsystem mit Wurfhöhlen bis zum DrĂ€nbeton als Ausbruchsschutz. Das Mundenhof-Team hat grabfĂ€hige Spezialerde besorgt, das Gehege innen und außen eingerichtet und die Bepflanzung an das Thema Savanne angepasst. Die großzĂŒgigen Außenanlagen krönt nun eine Aussichtsplattform, die in verschiedene Richtungen Blicke auf die Straußenkoppel erlaubt. Ein bisschen an die Kalahari erinnert auch der großzĂŒgige Platz vor dem Gehege, mit BĂ€nken, die in TermitenhĂŒgel eingebettet sind.

Auch in ihrem Bau finden die ErdmĂ€nnchen ideale Bedingungen vor. Das großzĂŒgige, mit LĂ¶ĂŸ-Sand-Gemisch aufgefĂŒllte Innengehege ist beheizbar und geht bis zu 1,50 m in die Tiefe – ideal zum Graben. Dank einer großen Glasscheibe können Besucherinnen und Besucher das komplette Innengehege einsehen. Der ehemalige Uhustall ist indes den Tierpflegern vorbehalten. Durch bauliche Abtrennungen können hier einzelne Tiere relativ stressfrei gefangen werden. Hier gibt es Möglichkeiten zum Untersuchen und Verarzten der Tiere, genau so wie die Steuerungs- und Video-Anlagen.

Das Außengehege ist reich strukturiert. Unter einem großen Glasdach können die ErdmĂ€nnchen im Winter und Regen im Trockenen sitzen. Ein Tunnelsystem erstreckt sich ĂŒber die gesamte Anlage und umfasst auch den Übergang von innen nach außen (weil die Öffnungen klein gehalten sind, geht hier wenig Energie verloren). So stehen die ErdmĂ€nnchen tĂ€glich vor der schweren Entscheidung: eigene Röhren graben oder die vorgefertigten Röhren nutzen?

Im Straußenstall gibt es keine Ecken und keine engen Winkel, die den Vögeln Stress bereiten könnten. Der Stall kann als Ganzes genutzt oder (dank flexibler Torsysteme) in Abteile getrennt werden. Die Tore sind Sonderanfertigungen und von einem sicheren Raum aus zu bedienen; das schĂŒtzt die Tierpflegerinnen und Tierpfleger nicht nur wĂ€hrend der Brunft, wenn die Tiere gefĂ€hrlich werden können. Alle DurchlĂ€sse sind 3 m hoch, damit die Vögel gefahrlos hindurchschreiten können. (Bei Vogelgrippe gilt auch fĂŒr Strauße Einstallpflicht, sobald die behördliche Anordnung erfolgt). Noch ein schönes Detail: Dank des Umbaus können die Strauße nun auch in ihrem Stall brĂŒten. Damit die Energiekosten im Rahmen bleiben, wurde sein Dach gedĂ€mmt.

In den vergangenen Wochen ist bereits junges Leben in die neue Bude eingekehrt. Aus anderen Zoos kamen drei ErdmĂ€nnchen – ein Weibchen und zwei MĂ€nnchen, die BrĂŒder sind. Malkia (was auf Swahili „Königin“ heißt) wurde im April 2022 geboren, die BrĂŒder Mlezi („WĂ€chter“) und Panzi („Heuschrecke“) feiern im Juni bereits ihren zweiten Geburtstag. Noch ist diese Gruppe also klein; auf dem Mundenhof soll daraus aber mal eine große Sippe werden. Der Anfang ist geglĂŒckt, die FamilienzusammenfĂŒhrung verlĂ€uft bisher gut. Schon die erste Nacht haben die ErdmĂ€nnchen gemeinsam in einer Schlafkiste verbracht. Malkia ist neugierig und zutraulich, sie klettert wĂ€hrend der Stallreinigung manchmal sogar auf die Tierpflegerinnen. Ihre mĂ€nnlichen Artgenossen haben sich wĂ€hrend der Eingewöhnung bereits als agile AusbruchskĂŒnstler erwiesen; in den ersten Tagen in der QuarantĂ€nestation hinter den Kulissen begrĂŒĂŸte eines der MĂ€nnchen seine Pflegerinnen schon mal im Gang der QuarantĂ€nestation, vor der InnenstalltĂŒre.

Bei Familie Strauß sieht es etwas anders aus. Inzwischen leben fĂŒnf Strauße auf der Anlage: der Hahn Kito mit vier Hennen. Die Alt-Hennen heißen Trudy und Ruby. Neu hinzu kamen nun Kya („Diamant am Himmel“) und Themba („Hoffnung“); beide sind 2008 geschlĂŒpft. Die neuen Hennen sind noch schĂŒchtern und verunsichert. Die bestehende Gruppe hat sie bisher nicht mit offenen FlĂŒgeln empfangen – aber das Team der Tierpflege gibt sein Bestes, um die multilaterale Kontaktaufnahme nachhaltig zu fördern.

Bei der heutigen Eröffnung des neuen Stalls kamen auch die Kosten zur Sprache. Dabei betonten Susanne Eckert und Birte Boxler, die Leiterinnen des Mundenhofs, unisono: „Ohne die Bereitschaft des Fördervereins, die Hauptlast der Kosten zu ĂŒbernehmen, wĂ€re diese Anlage nie entstanden.“ Von den Gesamtkosten in Höhe von 580.000 Euro kamen zwei Drittel (ĂŒber 380.000 €) vom Förderverein und ein Drittel (knapp 200.000 €) von der Stadt. Dabei haben die GebĂ€ude mit Stallanlagen und Innengehege 480.000 Euro gekostet und das Außengehege der ErdmĂ€nnchen 100.000 Euro, inklusive Ausbruchschutz am Boden, vorgefertigtem Rohrsystem mit Wurfhöhle, TermitenhĂŒgel, begehbarem TermitenhĂŒgel fĂŒr Kinder, Betonmauern mit großem Glasfenster, SitzbĂ€nken und Infotafeln.

Die Baufirma Gisinger spendete 50.000 Euro an den Förderverein und vermittelte den Kontakt zum StatikbĂŒro Kienzler, das seine Arbeit unentgeltlich machte; in der Summe kamen somit, passend zu Gisingers 70-jĂ€hrigen FirmenjubilĂ€um, 70.000 Euro zusammen. Die Volksbank und die Sparkasse gaben jeweils 5.000 Euro. Zudem gingen beim Förderverein viele KleinbetrĂ€ge aus dem SpendenwĂŒrfel ein (wĂ€hrend Corona war das Spendenaufkommen sehr hoch).

Seit ĂŒber 50 Jahren unterstĂŒtzt der Förderverein den Mundenhof. Anfangs wurden vor allem TierkĂ€ufe und TierstĂ€lle finanziert, unter anderem auch schon der alte „Straußenstall“, den damals Mufflons und spĂ€ter Damwild bewohnten. Heute investiert der Förderverein nicht nur in den Bau und den Unterhalt von GebĂ€uden. Er fördert auch die pĂ€dagogische Arbeit im KonTiKi und ĂŒbernimmt höhere Tierarztkosten. Ermöglicht wird dies durch großzĂŒgige Hilfen aus der Wirtschaft, aber auch weil viele Besucherinnen und Besucher die Spendenboxen auf dem MundenhofgelĂ€nde fĂŒr einen kleines „Dankeschön“ nutzen. Konstanten Anstieg verzeichnet der Förderverein auch bei den Tierpatenschaften, die immer wieder gerne verschenkt werden, und bei seiner Mitgliederzahl.

Wer die Tiere des Mundenhofs unterstĂŒtzen möchte, kann dies mit dem Abschluss einer Tierpatenschaft tun, zum Beispiel fĂŒr die neuen ErdmĂ€nnchen und die Strauße. Das geht ganz einfach ĂŒber die Homepage foerderverein-mundenhof.de.
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Ausbau der Radvorrangroute FR3
Ein Gewinn fĂŒr alle: barrierefreie Haltestelle, breitere Gehwege und leisere Fahrbahn
Umbau im Zeit- und Kostenplan gelungen

StĂŒck fĂŒr StĂŒck zur dritten Radvorrangroute: Nach 14 Monaten Bauzeit ist der Ausbau des FR3 von der Hohenzollernstraße bis zur Friedhofstraße abgeschlossen. In einem rund 900 Meter langen Abschnitt wurde der Radweg vom Fußweg getrennt und auf eine Breite von ĂŒberwiegend zwei Metern ausgebaut. Von der Umgestaltung profitieren auch die Menschen, die im Viertel zu Fuß unterwegs sind. Zudem ist die Stadtbahnhaltestelle „Hauptfriedhof“ jetzt barrierefrei und die Fahrbahn wurde erneuert.

BaubĂŒrgermeister Martin Haag freut sich ĂŒber den wichtigen LĂŒckenschluss auf der Nord-SĂŒd-Achse: „Das ist eine große Verbesserung fĂŒr alle Freiburgerinnen und Freiburger, die mit dem Rad unterwegs sind. Gleichzeitig profitieren auch die FußgĂ€ngerinnen und FußgĂ€nger von den breiteren und sicheren Gehwegen. Die gelungene Umgestaltung des FR3 ist ein Gewinn fĂŒr alle.“

In einem ersten Bauabschnitt sind ab April 2022 in der Hohenzollern- und der sĂŒdlichen Heiliggeiststraße beidseitig Radfahrstreifen
entstanden. Ab Juli folgten dann die Bauarbeiten zwischen dem nördlichen Ende der Heiliggeiststraße und der Friedhofstraße. Dort, wo neu gebaut wurde, stehen dem Radverkehr jetzt fast durchgĂ€ngig mindestens zwei Meter breite Radwege zur VerfĂŒgung, die baulich von den Fußwegen getrennt sind. Im zentralen Bereich am Hauptfriedhof wurde der Radweg auf der Ostseite auf die Fahrbahn verlegt. Das schafft mehr Platz fĂŒr alle, die zu Fuß unterwegs sind. Der Gehweg verlĂ€uft nun getrennt vom Radweg und ist nun mindestens zwei Meter breit. Auf der Westseite entlang der Friedhofsmauer verlaufen Fuß- und Radweg weiterhin parallel, sind jetzt aber durch ein taktiles Element fĂŒr Menschen mit Sehbehinderung und unterschiedliche BelĂ€ge voneinander getrennt: Der Fußweg ist mit Betonpflaster befestigt, Radfahrende fahren von nun an ĂŒber eine AsphaltflĂ€che.

Im Zuge der Neugestaltung wurde außerdem die komplette Fahrbahn saniert, sodass der Verkehr jetzt viel ruhiger lĂ€uft. Ein weiterer großer Fortschritt ist der neue signalisierte FußgĂ€ngerĂŒberweg auf Höhe der Kinderklinik in der Heiliggeiststraße. Nicht zuletzt wurden alle bestehenden Kreuzungen, Überwege und Ampelanlagen erneuert und barrierefrei umgebaut. Außerdem wurde nördlich der EinmĂŒndung Tennenbacher Straße die Stadtbahnhaltestelle „Hauptfriedhof“ in der Friedhofstraße barrierefrei ausgebaut.

Alle noch bestehenden VerkehrseinschrĂ€nkungen sind ab Ende Mai aufgehoben. Die Friedhofstraße ist dann stadteinwĂ€rts wieder auf voller LĂ€nge befahrbar. Und wenn die VAG den regulĂ€ren Stadtbahnbetrieb am 14. Juni wieder aufnimmt, entfĂ€llt auch der Schienenersatzverkehr fĂŒr die Stadtbahnlinie 2.

Die Arbeiten im gesamten Abschnitt zwischen Hohenzollernstraße und Friedhofstraße haben rund 5,6 Millionen Euro gekostet und werden mit rund 3,6 Millionen Euro vom Land bezuschusst.

Das Garten- und Tiefbauamt bedankt sich bei allen Anwohnerinnen, Anwohnern und Verkehrsteilnehmenden fĂŒr ihr VerstĂ€ndnis fĂŒr die mit den Bauarbeiten verbundenen BeeintrĂ€chtigungen.

Hintergrund:
Die Radvorrangroute ist eine der drei Pilotrouten des Radvorrangnetzes. Sie fĂŒhrt zentral durch die dicht besiedelten Stadtteile BrĂŒhl/Beurbarung, StĂŒhlinger und Haslach. Im Norden bindet sie Herdern und ZĂ€hringen, im SĂŒden St. Georgen und Vauban an. Sie erschließt wichtige Ziele, etwa die Uni-Klinik, das Behörden-Areal mit RegierungsprĂ€sidium, das Arbeitsamt, das Rathaus im StĂŒhlinger sowie Gewerbeschulen und das Gewerbegebiet SĂŒd. In Zukunft wird der FR3 an den vom Land geplanten Radschnellweg RS6 (ĂŒber Emmendingen - Waldkirch, Gundelfingen, Denzlingen) anschließen und hat so auch ĂŒberregional eine wichtige Funktion.
 
 

Dr. Hans Erich Schött und das verhinderte AKW in Wyhl
Quelle: Archiv Axel Mayer / Bild Meinrad Schwörer
 
Dr. Hans Erich Schött und das verhinderte AKW in Wyhl
Unser Freund und Mitstreiter Dr. Hans Erich Schött ist tot. Der 83-JÀhrige starb laut Medienberichten am Montag, dem 8.5.2023 bei einem Unfall in Weisweil.

"In Endingen ist die Rebumlegung endlich geschafft,
aber nicht dafĂŒr, dass Rosenthal seinen Bleistaub rĂŒberpafft.
Drum hört den Apotheker, der laut und deutlich spricht:
Es gibt fĂŒr vieles Medizin, doch fĂŒr Bleivergiftung nicht ..."
Die andere Wacht am Rhein / Walter Mossmann, Anfang Okt. 1974

"Der Apotheker" im Walters bekanntem Lied, das war natĂŒrlich Dr. Hans Erich Schött, der Endinger Apotheker, Lebensmittelchemiker und Landwirt, der sich viele Jahre lang gegen das geplante, extrem umweltvergiftende Bleichemiewerk in Marckolsheim und gegen das Atomkraftwerk in Wyhl engagierte. Er war eine der vielen wichtigen, großen Persönlichkeiten in diesen frĂŒhen KĂ€mpfen fĂŒr Mensch, Natur und Umwelt ...

Er engagierte sich schon seit 1963 als GrĂŒndungsmitglied der kommunalen Liste „Endinger BĂŒrgergemeinschaft“ und war mehrere Jahre Landtagsabgeordneter, Gemeinderat in Endingen und Kreisrat im Landkreis Emmendingen. Hans Erich Schött war langjĂ€hriges Kuratoriumsmitglied im Öko-Institut Freiburg, ein Freiheitsliberaler und in der Atompartei FDP stets ein Kritiker dieser Gefahr-Technologie ... Im Jahre 2011 erklĂ€rte er seinen Austritt aus der Partei, weil er ihren unkritischen Atom-Kurs nicht mittragen konnte.

Von ungewollten GRÜNEN Vaterschaften ...
Im Konflikt um das geplante AKW gab es bei uns BĂŒrgerinitiativlern auch die Überlegung, einen Menschen als Vertreter in den Landtag zu bringen. Die "Schwarzen" kamen nicht infrage, denn sie waren fĂŒrs AKW und die "Roten" kamen am schwarzen Kaiserstuhl nicht so richtig infrage. Herr Dr. Schött, Endinger Apotheker und ein wichtiger Vertreter der BĂŒrgerinitiativen, war bereit, den Weg ins Parlament ĂŒber die FDP zu machen. Auf seinen Wahl-Plakaten stand aber kein Partei-Logo, sondern nur „Dr. Hans Erich Schött – BĂŒrgerinitiative“. Und er wurde tatsĂ€chlich gewĂ€hlt, auch ohne Partei-Logo. Staunend stellten wir damals fest, dass es möglich war, als UmweltschĂŒtzer in den Landtag zu kommen und dieser ungewöhnliche FDP-Umweg war auch ein Impuls, eine Umweltpartei zu grĂŒnden. Die Geschichte kennt erfreulicherweise nicht nur gerade Wege. 1976 wurde Herr Dr. Schött in den Landtag gewĂ€hlt und 1980 wurden die GRÜNEN gegrĂŒndet.

Am Tag an dem sein Tod bekannt wurde, wurde an einem Nebentisch im Endinger Gasthaus Sonne sehr respektvoll ĂŒber ihn gesprochen. "Er war ein feiner Mensch" wurde da gesagt. Dem ist nichts hinzuzufĂŒgen.

Axel Mayer, Endingen, (alt)Bauplatzbesetzer und Kreisrat
(Ich kannte und schĂ€tze Herrn Schött seit der Wyhler Zeit, aber auch als freundlichen, gradlinigen, engagierten Kreisrat und Endinger MitbĂŒrger mit dem ich in den letzten Jahren viele GesprĂ€che gefĂŒhrt habe)

Nachtrag: Das ist kein "umfassender Nachruf" sondern nur ein winziges Fragment aus dem langen engagierten Leben eines Idealisten.
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Gemeinderat beschließt Revitalisierung der Dreisam
Visualisierung der Dreisamrevitalisierung / Quelle: LINK 3 D
 
Gemeinderat beschließt Revitalisierung der Dreisam
Im Bereich Betzenhausen, Dietenbach und Lehen soll ein Besucherlenkungskonzept das Freizeitverhalten gezielt steuern

Da sich der neue Stadtteil Dietenbach in unmittelbarer Nachbarschaft zu den europarechtlich geschĂŒtzten Natura 2000-FlĂ€chen im Rieselfeld und Frohnholz befindet, sollen die schĂŒtzenswerten FlĂ€chen so wenig wie möglich beeintrĂ€chtigt werden. Die Stadtverwaltung möchte deshalb mit Hilfe eines Besucherlenkungskonzeptes das Freizeitverhalten gezielt steuern.

Durch die Aufwertung von NaherholungsflĂ€chen im Bereich der Dreisam sollen die nördlich und sĂŒdwestlich des neuen Stadtteils Dietenbach liegenden Natura 2000-Gebiete, einschließlich des Naturschutzgebietes „Freiburger Rieselfeld“, von einer zu starken Beanspruchung von Besucherinnen und Besuchern geschĂŒtzt werden. Das entspricht auch dem bewĂ€hrten Vorgehen beim Stadtteil Rieselfeld, wo zum ökologischen Ausgleich das Naturschutzgebiet mit einem Besucherlenkungskonzept geplant und realisiert wurde.

Um den Freiraum rund um die Dreisam attraktiver zu gestalten, sind Revitalisierungsmaßnahmen im GewĂ€sserbett sowie den benachbarten FlĂ€chen zwischen Betzenhausen und der Gemarkungsgrenze Umkirch geplant. Somit wird auf diesen FlĂ€chen auch die stĂ€dtebauliche und freiraumplanerische Vision des Perspektivplans, die Stadt wieder nĂ€her an den Fluss zu holen, umgesetzt. Von den geplanten Maßnahmen profitieren neben dem neuen Stadtteil Dietenbach auch das Baugebiet „Im Zinklern“ sowie die Stadtteile Lehen, Betzenhausen und Weingarten. Insbesondere Jugendliche erhalten so einen lĂ€rmunempfindlichen Freiraum. „Von der Revitalisierung der Dreisam profitieren in Zukunft nicht nur die Bewohnerinnen und Bewohner des neuen Stadtteils, sondern die gesamte Stadt. Der Bereich an der Dreisam wird nicht nur schöner, sondern bietet auch einen ökologischen Mehrwert“, betont BaubĂŒrgermeister Martin Haag.

Da die Dreisam ein GewĂ€sser erster Ordnung ist und der Ausbau-und Unterhaltslast des Landes Baden-WĂŒrttemberg unterliegt, werden gewĂ€sserbauliche Maßnahmen auf Grundlage der Landesstudie GewĂ€sserökologie, die im Herbst vorliegen soll, entwickelt.

In der Regie der Stadt können auf den stĂ€dtischen GrĂŒnflĂ€chen und den fĂŒr die Anbindung des Radweges an den FR 1 noch zu erwerbenden KleingartenflĂ€chen attraktive FreirĂ€ume am GewĂ€sser entstehen.

Alle geplanten Maßnahmen zur Lenkung des Freizeitverhaltens sowie die Aufwertung des Dreisam-Umfeldes sollten bis spĂ€testens zur Besiedlung des dritten Bauabschnitts in rund zehn Jahren durchgefĂŒhrt werden. FĂŒr die Entwicklungsmaßnahme Dietenbach können dabei zusĂ€tzlich Ökopunkte entstehen, die vor allem fĂŒr die spĂ€teren Bauabschnitte des neuen Stadtteils nutzbar sind. Die Planungs- und Baukosten belaufen sich auf ca. 8 Millionen Euro. Dieser Betrag ist in der Kosten- und Finanzierungsrechnung eingestellt und wird den stĂ€dtischen Haushalt somit nicht belasten.
 
 

 
Auf der Jagd nach unbeliebten Bewohnern des Stadtwaldes
Forstamt startet seine MĂŒllsammelkampagne 2023

Kennen Sie das „pappige Becherlein“, den „blauen Dunstling“ oder den „gemeinen Beutler“? Diesen unbeliebten Naturbewohnern kann man im Stadtwald hĂ€ufig begegnen. Mit ihren Verrottungszeiten von 2 bis 120 Jahren sind Begegnungen mit diesen „Naturbewohnern“ leider keine Seltenheit.

Deswegen hat das Forstamt eine MĂŒllsammelkampagne ins Leben gerufen. Sie lĂ€uft ab sofort bis Ende September 2023. Kleine und große Freiwillige sind eingeladen, sich im nĂ€chstgelegenen Forstrevier zu melden (Adressen stehen auf www.freiburg.de). Dort bekommen sie MĂŒllzangen und MĂŒllbeutel ausgehĂ€ndigt und können selbstĂ€ndig auf die Jagd gehen. Die Entsorgung der hoffentlich reichen Beute ĂŒbernimmt ebenfalls das Forstrevier: Einfach die MĂŒllbeutel mit der Zange dort abgeben.

Und nicht vergessen: Wer den kuriosesten „Fang des Tages“ fotografiert und per E-Mail an forstamt@stadt.freiburg.de sendet, kann nicht nur an Erfahrung gewinnen. Unter den originellsten Funden verlost das Forstamt einen Gutschein fĂŒr einen Sack Grillkohle aus dem stĂ€dtischen Kohlenmeiler, einen Weihnachtsbaum aus dem Stadtwald und eine Übernachtung im Trekking-Camp am Schauinsland (nach VerfĂŒgbarkeit).
 
 

 
Kontrollen: Schwerpunktwoche an der Dreisam
Von Montag, 22. Mai, bis Samstag, 27. Mai, kontrolliert und sensibilisiert der Vollzugsdienst die Nutzerinnen und Nutzer

In den Sommermonaten treffen sich, entspannen, grillen und baden viele Menschen am Ufer der Dreisam. Freiburgerinnen und Freiburger, aber auch Besucherinnen und Besucher erfreuen sich von Lehen bis nach Ebnet an dem kĂŒhlen Erholungsort in der Natur. Doch leider erhĂ€lt das Amt fĂŒr öffentliche Ordnung immer wieder Beschwerden ĂŒber beispielsweise viele Glasscherben oder zurĂŒckgelassenen Abfall. Gerade Kinder können sich durch Glasscherben, die man sogar im Wasser findet, verletzen.

Deshalb und auf vielfachen Wunsch von BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern kontrolliert der stĂ€dtische Vollzugsdienst (VD) verstĂ€rkt das gesamte Ufer entlang der Dreisam. Die Kontrollen finden von Montag, 22. Mai, bis Samstag, 27. Mai, in einer Schwerpunktwoche statt. „Mit dieser gezielten Aktion wollen wir mit Beginn der warmen Jahreszeit fĂŒr ein rĂŒcksichtsvolles Miteinander an der Dreisam sorgen und mit der AnkĂŒndigung bereits im Vorfeld dazu sensibilisieren“, so BĂŒrgermeister Stefan Breiter.

Trotz der Anleinpflicht entlang der Dreisam melden BĂŒrgerinnen und BĂŒrger auch vermehrt gefĂ€hrliche Begegnungen mit freilaufenden Hunden. Diese sprangen bereits Personen an und verunsicherten dadurch Besuchende. Deshalb wird der VD auch Hundehalterinnen und -halter auf die Anleinpflicht hinweisen. Diese verhindert nicht nur Angriffe, sondern bewirkt auch, dass keine ungesehenen Hinterlassenschaften der Vierbeiner zurĂŒckbleiben.

BĂŒrgerinnen und BĂŒrger können Hinweise an den VD telefonisch unter 0761/201-4923 melden.
 
 

 
25. Waldjugendspiele am Waldhaus
210 DrittklÀssler wetteiferten um schöne Preise

Zapfenwerfen – Holzstapel umsetzen – Waldmemory – Baumscheibenwettlauf – Tierweitsprung – Turmbau – MĂŒll entdecken – Kubb kegeln – WettsĂ€gen – auf einem Pirschpfad Attrappen einheimischer Wildtiere entdecken: Zehn Klassen mit 210 DrittklĂ€sslern aus neun Grundschulen aus Freiburg und der Umgebung trotzten gestern, 16. Mai, dem Dauerregen und absolvierten alle Aufgaben mit Bravour.

Die Stiftung Waldhaus veranstaltet jĂ€hrlich das fröhliche, lehrreiche und sportliche Ereignis mit UnterstĂŒtzung der Stiftung zur Förderung der Jugend der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau. Vor 25 Jahren wurden in Freiburg erstmals Waldjugendspiele durchgefĂŒhrt. Seinerzeit vom Forstamt initiiert, fanden diese meist im Wald am Rieselfeld statt, seit der GrĂŒndung des Waldhauses im dortigen Waldgebiet. Die Stationen werden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Waldhauses und des Forstamtes besetzt und bieten Wissensvermittlung und Sinneserfahrung rund um das Thema Wald. Dabei ging es um Geschick (Zapfenweitwurf), um Kraft und Schnelligkeit (Holzstapeln), ums GedĂ€chtnis (Waldmemory), um Teamarbeit, Pfiffigkeit und natĂŒrlich um Lernen mit viel Spaß.

Am Schluss waren alle Schulklassen Gewinner und lagen im Punktestand dicht beieinander. Vor der Preisverleihung am Waldhaus wurden alle mit einer krĂ€ftigen Vesper gestĂ€rkt. Der erste Preis, die Nutzung einer HĂŒtte vom stĂ€dtischen Forstamt fĂŒr einen Tag, ging an eine dritte Klasse der Hexentalschule Merzhausen. Der zweite Platz wurde gleich von zwei Klassen erkĂ€mpft. Die zweite Klasse der Hexentalschule und die Franz-Xaver-Klingeler-Schule aus Wittnau dĂŒrfen sich auf einen Schulvormittag am Waldhaus freuen. Der dritte Platz und damit lehrreiches Unterrichtsmaterial ging an die Klasse der Grundschule Umkirch.
 
 

 
Freiburg: LastenFrelos wieder ausleihbar
Die 20 ĂŒber das Stadtgebiet verteilten Freiburger LastenFrelos sind zurĂŒck und stehen ab sofort wieder zur VerfĂŒgung. Nach einer sorgfĂ€ltigen Revision können die LastenrĂ€der jetzt wieder wie gewohnt ausgeliehen werden.

Bis zur ihrer zeitweisen Stilllegung Mitte Oktober vergangenen Jahres wurden die praktischen GefÀhrte pro Monat im Schnitt zwischen 500 bis 700 Mal ausgeliehen.
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