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Dienstag, 24. Oktober 2017
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Verschiedenes

Deutsches Zusatzstoffe Museum Hamburg
Korb mit Zusatzstoffen / Foto: Deutsches Zusatzstoffmuseum
 
Deutsches Zusatzstoffe Museum Hamburg
Zusatzstoffe gehören ins Museum. Nicht ins Essen.

Zur Herstellung von Lebensmitteln dürfen in der EU Tausende von Zusätzen wie Aroma- und Farbstoffe, Enzyme und Geschmacksverstärker beigemischt werden. Viele von ihnen müssen nicht einmal deklariert werden. Selbst bei Bioprodukten sind zahlreiche Zusatzstoffe erlaubt.

Das Deutsche Zusatzstoffmuseum erklärt, warum das so ist: es zeigt, wo nicht deklarierte Zusätze enthalten sein können, wie sie manchmal verschleiert werden und welche Möglichkeiten bestehen, auf derartige Zusätze zu verzichten.
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Unser Haus – Fit für die Zukunft
Foto: fesa e.V.
 
Unser Haus – Fit für die Zukunft
Wie Jugendliche zu Klimabotschaftern in ihren Familien werden

Freiburg, 14.11.2016: In den Schuljahren 2014/2015 und 2015/2016 nahmen insgesamt 15 Schulklassen am fesa-Projekt „Unser Haus – Fit für die Zukunft“ erfolgreich teil. Sie untersuchten ihre Elternhäuser auf energetische Schwachstellen und lernten, Sanierungs- und Energiesparvorschläge zu erarbeiten. Ermöglicht wurde das Projekt durch eine Förderung aus dem badenova-Innovationsfonds. Nun ist es an der Zeit, eine Bilanz zu ziehen.

Jugendliche sind die Hausbesitzer und damit die energetischen Sanierer von morgen. Jugendliche sind außerdem wichtige Botschafter für klimabewusstes Verhalten in ihren Familien. Deshalb hat der fesa e.V. das Projekt „Unser Haus – Fit für die Zukunft“ konzipiert, in dem der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen und die finanziellen und ökologischen Vorteile einer nachhaltigen Bauweise vermittelt wurden.

Um was ging es?
Im Projekt lernten Jugendliche der 9. bis 11. Klasse die einzelnen Elemente der energetischen Gebäudesanierung kennen. Zum Einstieg befassten sich die SchülerInnen mit den Themen Klimawandel und Klimaschutz. Im Laufe von mehreren Projektstunden lernten sie dann die Gebäudesanierung als einen wichtigen Baustein zum Klimaschutz kennen. Durch einen tieferen Einstieg in das Thema Gebäudesanierung konnten die Jugendlichen später sogar komplexe Begriffe wie Wärmebrücke und U-Wert erklären. Mit diesem Wissen im Gepäck nahmen die SchülerInnen die eigenen Häuser unter die Lupe. Sie analysierten den Ist-Zustand des Gebäudes und dokumentierten diesen mit Hilfe von Fotos. Unterstützung bekamen sie dabei von Florian Schmid, einem Mitarbeiter der Energieagentur Regio Freiburg. Er ging auf grundsätzliche Fragen der energetischen Gebäudesanierung ein und erklärte anschaulich die Eigenschaften der verschiedenen Bauteile anhand eines Fenstermodells und kleiner Dämmstoffexponate. Zusätzlich gab er den Jugendlichen individuelle Tipps, wie sie den energetischen Zustand ihrer Elternhäuser verbessern können. Die SchülerInnen präsentierten anschließend ihre Ergebnisse vor der Klasse. „Viele Schülergruppen haben richtig gute Arbeiten abgeliefert und sich viele Gedanken zu einem energieeffizienten Gebäude gemacht“, meint Florian Schmid. Je nach Zeitbudget fanden in einigen Klassen zusätzlich Exkursionen zu einer Sanierungsbaustelle oder zu einem Handwerksbetrieb statt. So konnte zum Beispiel eine Emmendinger Klasse gemeinsam mit dem Architekten und dem Quartiersmanager eine aktuelle Sanierungsbaustelle besichtigen.

Wer hat teilgenommen?
Am Projekt haben sowohl Realschulen als auch Gymnasien aus der gesamten Region Südbaden teilgenommen. So beteiligten sich Klassen aus Rheinfelden, Neuenburg, Müllheim, Bad Krozingen, Gundelfingen, Emmendingen, Elzach, Kirchzarten, Ettenheim und Lahr am Projekt. Die Klassenstufen erstreckten sich von der 9. bis zur 11. Klasse. Das Projekt war immer in den Unterricht integriert. In den Realschulen geschah dies im Rahmen der Fächer Naturwissenschaftliches Arbeiten (NwA), Technik oder Physik. In den Gymnasien wurde das Projekt immer in das Fach Naturwissenschaft und Technik (NwT) integriert. Eine Gewerbeschule konnte das Projekt ebenfalls integrieren, hier wurde die 11. Klasse mit dem Profilfach "Umwelttechnik" gewählt.

Wie kam es an?
Für Herrn Schienle, den verantwortlichen Lehrer an der Realschule in Lahr, war das Projekt „ein guter Einstieg in die Themen Klimaschutz, Klimawandel und Gebäudesanierung. Man merkt, dass sich die Schülerinnen und Schüler nun Gedanken über das Thema und damit auch über ihre Zukunft machen. Auch die Präsentationen waren eine gute Übung.“ Auch die Jugendlichen gaben positives Feedback zum Projekt: So fand eine Schülerin: „Es war interessant, vor allem auch für die eigene Zukunft.“ Ein anderer Schüler bemerkte: „Es war mal was Anderes, abwechslungsreich.“ Viele SchülerInnen meinten, das Projekt habe ihnen Spaß gemacht und viele fanden es spannend, das eigene Haus zu untersuchen.

Wie war die Organisation?
Durchgeführt wurde das Projekt von pädagogisch geschulten Energiefachleuten des fesa e.V. Die Umsetzung im durchgeführten Umfang wurde durch einen Zuschuss des badenova Innovationsfonds Klima- und Wasserschutz in Höhe von 20.000 Euro und durch Mittel der Glücksspirale des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft ermöglicht.

Wie geht es weiter?
Aktuell erfolgt eine weitere Aufbereitung der einzelnen Module, so dass sie interessierten Lehrkräften zur Verfügung gestellt werden können. Zwei Schulen, die im ersten Schuljahr am Projekt teilgenommen haben, konnten bereits die Materialien nutzen, um das Projekt in weiteren Klassen durchzuführen. Auf diesem Weg erfolgt auch in den folgenden Schuljahren eine Weiterführung des Projekts. Einzelne Elemente des Projektes können bei Interesse an weiteren Schulen in der Region durchgeführt werden.
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Kiebitze wieder in Freiburg
Umweltschutzamt schĂĽtzt gemeinsam mit Opfinger
Landwirt die stark gefährdete und streng geschützte
Vogelart

Es ist eine kleine Sensation, denn erstmals in diesem Jahr
haben wieder Kiebitze in Freiburg gebrĂĽtet. Seit Mitte der
1990er Jahre sind die Bestände des schwarz-weiß
gefiederten, taubengroĂźen Vogels rapide zurĂĽckgegangen;
von den 1996 noch 2000 Brutpaaren am sĂĽdlichen Oberrhein
sind nur noch wenige Restpopulationen ĂĽbrig geblieben. Mit
seinem „Kiwitt, kiwitt“-Rufen ist der Kiebitz mit seiner auf dem
Kopf sitzenden Federhaube auch fĂĽr Nicht-Ornithologen leicht
zu erkennen.

Der Kiebitz bevorzugt für sein Brutgeschäft feuchtes
GrĂĽnland, das er kaum noch in den immer intensiver
genutzten Kulturlandschaften vorfindet. Dies ist einer der
HauptgrĂĽnde fĂĽr den RĂĽckgang der mittlerweile in der Roten
Liste Baden-Württembergs als stark gefährdet eingestuften
und nach Bundesnaturschutzgesetz streng geschĂĽtzten
Vogelart.

Viele der Kiebitze sind daher auf Ackerflächen ausgewichen.
Durch die Bewirtschaftung der Ă„cker durch die Landwirte und
der damit verbundenen Störung waren diese Flächen für die
Vögel aber keine wirkliche Alternative zum Brüten.

Ein lokaler Ornithologe entdeckte in diesem FrĂĽhjahr mehrere
Kiebitze ĂĽber einem Acker in Opfingen. Aufgrund seines
Hinweises konnten die Experten des Umweltschutzamts
rechtzeitig reagieren, informierten sofort den Landwirt und
lokalisierten schnellstmöglich die Nester vor Ort, und planten
geeignete Schutzmaßnahmen, um den Vögeln eine
erfolgreiche Brut auf den Ackerflächen zu ermöglichen.

„Kiebitze habe ich schon lange nicht mehr auf meinen
Flächen gesehen“, freute sich der betroffene Landwirt Erwin
Wagner und war sofort bereit die Brutvögel zu schützen. So
verzichtete er darauf, auf einer 100 Quadratmeter groĂźen
Fläche um die Kiebitz-Gelege den Boden zu bearbeiten und
Mais einzusäen. So wurden die brütenden Kiebitze nicht
gestört, auch das spätere Überwachsen der Nester durch den
Mais konnte damit vermieden werden. Die Kiebitze und ihre
KĂĽken brauchen eine niedrige Vegetation, in der sie Nahrung
suchen, Deckung finden und ihre Umgebung im Blick haben
können.

Als Ausgleich fĂĽr seine ErtragseinbuĂźen und wirtschaftlichen
Mehraufwand zum Schutz der brĂĽtenden Kiebitze konnte das
Umweltschutzamt dem Landwirt einen LandschaftspflegeVertrag
vermitteln. Das Naturschutzrecht in BadenWĂĽrttemberg
macht es möglich, dass Landwirte für
Aufwendungen und Ertragsausfälle im Zusammenhang mit
Artenschutzmaßnahmen entschädigt werden können.

Die MĂĽhe hat sich gelohnt und es wurden etliche junge
Kiebitze im Sommer ĂĽber den Feldern von Opfingen
gesichtet. „Das zeigt, wie wichtig eine vertrauensvolle
Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlichem Naturschutz,
Landwirtschaft und Verwaltung ist, um Erfolge beim
Artenschutz im Offenland zu erzielen“ stellt Harald Schaich
vom Umweltschutzamt fest. Es ist zu erwarten, dass die
Kiebitze als ortstreue Vögel im nächsten Frühjahr wieder
zurĂĽckkommen werden. Aus diesem Grunde plant das
Umweltschutzamt jetzt gemeinsam mit dem Landwirt, die
Bewirtschaftung seiner Fläche dauerhaft an die Bedürfnisse
des Kiebitzes anzupassen.
 
 

 
Immerhin ein Klimaschutzplan – wenn auch ein zerpflückter
Kohleausstieg und Einsparziele viel zu vage, gute Ziele beim Verkehr


Zur nun doch erfolgten Einigung auf einen Klimaschutzplan 2050 kommentiert NABU-Präsident Olaf Tschimpke: „Immerhin: Frau Hendricks hält jetzt einen Plan in Händen, wenn auch einen ziemlich zerpflückten. Deutschland hat in letzter Minute die Blamage abgewendet, planlos zur Weltklimakonferenz reisen zu müssen. Doch der Plan wirft kein gutes Licht auf den ehemaligen Klimaprimus. Überdeutlich wird die Uneinigkeit der Minister, selten wurde bei einem Thema so gezankt und gezerrt. Dass schon jetzt vereinbart wurde, den Klimaschutzplan in zwei Jahren nochmal nachzuschärfen, spricht Bände.“

Es sei kein gutes Signal, dass sich die Bundesregierung weder dazu durchringen konnte, das Ziel Kohleausstieg klar zu benennen noch die notwendige Senkung der Emissionen um 95 Prozent bis 2050 festzuschreiben. „Der Kohleausstieg ist nur sehr verklausuliert genannt. Mit Blick auf den nahenden Wahlkampf soll wohl vorerst damit beruhigt werden, dass eine Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Regionalentwicklung eingerichtet wird, die erst in zwei Jahren die Arbeit aufnehmen soll. Das ist aber viel zu spät. Bis dahin muss wenigstens gestellt sein, dass diese Kommission den Kohleausstieg in Deutschland innerhalb der nächsten 20 Jahre organisiert. Denn wir müssen heute sicherstellen, dass es in den betroffenen Regionen nicht zu Strukturbrüchen kommt“, so Tschimpke.

Einsparungen seien künftig in allen Bereichen notwendig. Dass im Klimaschutzplan für jeden Wirtschaftssektor Zwischenziele bis zum Jahr 2030 genannt sind, sei daher wichtig und richtig. „Damit hat es endlich ein Ende, dass jeder Sektor auf den anderen zeigt – alle müssen liefern. Die Ziele für den Verkehr beispielsweise begrüßen wir, 40 Prozent sind ein gutes Einsparziel. Dass die Wirtschaft hingegen auf dem letzten Meter noch Rabatte erhalten hat, verlagert das Problem nur – und zwar ausgerechnet auf den Gebäudesektor. Hier fehlen bislang geeignete Konzepte, wie die Sanierungsquote tatsächlich steigen soll.“

Mit Blick auf die kommende Bundestagswahl fordert der NABU ein Klimaschutzgesetz, das dem zähen Ringen um den Klimaschutz in Deutschland ein verbindliches Ende setzt.
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NABU: Klimaziele voranbringen
Bundesvertreterversammlung tagte in Essen


Der NABU hat die Bundesregierung erneut aufgefordert, ein Klimaschutzgesetz auf den Weg zu bringen, um die international vereinbarten Klimaziele konsequent in Deutschland voranzutreiben und den Ausbau erneuerbarer Energien naturverträglich umzusetzen. Aus NABU-Sicht reiche der jetzt vorliegende Klimaschutzplan 2050 nicht aus, um den im Pariser Klimaabkommen formulierten Zielen zur Begrenzung der Erderwärmung gerecht zu werden. Ein verbindliches Gesetz sei nötig, um die Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft und Gesellschaft zielgerichtet zu verfolgen und langfristig Planungs- und Investitionssicherheit zu erreichen.

„Die derzeitige geplante Minderung von 80 bis 95 Prozent bis 2050 steht nicht im Einklang mit dem völkerrechtlich verbindlichen Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad oder besser noch 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Hier muss die Bundesregierung nachbessern und als Zielmarke mindestens 95 Prozent Treibhausgasminderung setzen“, so Tschimpke. Auch wenn sich die Bundesregierung mit der Formulierung des Kohleausstiegs schwer tue, müsse jetzt der geordnete Ausstieg geplant und schrittweise eingeleitet werden. Der NABU fordert einen gesetzlich geregelten Kohleausstiegsplan, um in spätestens 20 Jahren komplett unabhängig von Kohlekraftwerken zu sein.

Die Delegierten befassten sich mit dem naturverträglichen Ausbau der Windenergie an Land und auf See. Bei der Standortwahl von Windenergieanlagen können aus NABU-Sicht viele Konflikte vermieden werden, durch eine sorgfältige Standortwahl sowie Qualitätssicherung bei der Planungspraxis. Naturverträglichkeit müsse integraler Bestandteil der Energiewende werden.

„Dass inzwischen bereits über 26.000 Windkraftanlagen in Deutschland stehen, zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind. Wir gewinnen aber nichts, wenn unsere Artenvielfalt durch schlecht geplante oder alte, wenig leistungsstarke Anlagen beeinträchtigt wird. Für eine erfolgreiche naturverträgliche Energiewende ist es aber notwendig, dass sich zu aller erst unser Ressourcen-und Energieverbrauch reduziert und Effizienzpotentiale gesteigert und genutzt werden“, so Tschimpke.

Der NABU-Landesvorsitzende Josef Tumbrinck verwies auf die zurückliegenden 50 Jahre erfolgreicher Naturschutzarbeit in NRW. Dass es gelungen sei, die Bundesdelegiertenversammlung im Jubiläumsjahr des Landesverbandes an den Gründungsort des NABU NRW nach Essen zu holen, sei eine besondere Auszeichnung, zeige aber auch die Bedeutung des drittgrößten Landesverbandes. So sei NRW mit seinem Landesklimaschutzgesetz und dem Landesklimaschutzplan bundesweit Vorreiter. „Die darin enthaltenen Ziele, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 Prozent und bis 2050 um 80 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken, erfordern allerdings massive Anstrengungen zur Energieeinsparung und Steigerung der Energieeffizienz sowie eine konsequente und vollständige Umstellung unserer Stromversorgung auf erneuerbare Energien. Der NABU erwartet aber genauso deutlich eine naturverträgliche Umsetzung der Energiewende, die den Erhalt der biologischen Vielfalt als wichtiges Kriterium konsequent berücksichtigt“, so Tumbrinck.

Mit Blick auf die Bundestagswahl 2017 legte der NABU in Essen Kernforderungen für eine zukunftsfähige Umweltpolitik in Deutschland vor. Neben der Umsetzung der Klimaziele sieht der NABU dringenden Handlungsbedarf, um den alarmierenden Verlust der biologischen Vielfalt in der EU zu stoppen. „Wenn wir das Artensterben aufhalten und unsere Umwelt- und Lebensgrundlagen besser schützen wollen, brauchen wir eine drastische Reform der EU-Agrarpolitik. Statt Gelder nach dem Prinzip Gießkanne zu verteilen, sollten nachhaltiges Wirtschaften und Naturschutzleistungen durch gezielte Prämien gefördert werden. Das ist auch effizient und fair für den Steuerzahler“, so Tschimpke. Hier hat der NABU bereits in Berlin Vorschläge unterbreitet, wie Fördergelder künftig so verteilt werden können, dass Umwelt und Landwirte gleichermaßen profitieren. Am 16. November wird er diese dann auch in Brüssel vorstellen.

Die intensive Landwirtschaft mit ihrem flächendeckenden, massiven Pestizideinsatz gilt auch als Hauptverursacher des Insektensterbens. Anfang 2015 lieferten Forschungsergebnisse aus Nordrhein-Westfalen alarmierende Zahlen: Danach ist die Biomasse der heimischen Insekten in den letzten 20 Jahren um 80 Prozent zurückgegangen. In einer von der NABU-Bundesvollversammlung verabschiedeten Resolution zum Insektensterben, forderten die Delegierten Bund und Länder mit Nachdruck auf, alle Maßnahmen, die sich schädlich auf die biologische Vielfalt auswirken, rasch zu unterbinden. So müsse, der Wandel zu einer ökologisch verträglichen Forst- und Landwirtschaft eingeleitet, die Agrarförderung an die nachhaltige Bewahrung der Biodiversität gekoppelt sowie die bereits geltenden Gesetze strikter kontrolliert werden.
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Vogelgrippe: NABU bemängelt Ursachenforschung zur Virenverbreitung
Der NABU warnt davor, sich bei der Bekämpfung der Vogelgrippe ausschließlich auf Wildvögel zu konzentrieren. "Die Ursachenforschung zur Ausbreitung der Geflügelpest darf nicht in eine Sackgasse geraten", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Während unbestritten sei, dass bei einem akuten Auftreten der Vogelgrippe unter Wildvögeln die Gefahr bestünde, dass Hausgeflügelhaltungen durch Wildvögel infiziert werden könnten, hieße das noch lange nicht, dass andere Infektionswege nicht möglich seien. "Gerade bei geschlossenen Massentierhaltungen ist ein Vireneintrag über den weltweiten Geflügelhandel und seine Stoffströme wahrscheinlicher als eine Infizierung durch Kontakt mit erkrankten Wildvögeln", so Miller.

Mit Sorge verfolgt der NABU daher die Berichterstattung über die Ursachenforschung bei der betroffenen Großmastanlage in Grumby in Schleswig-Holstein. "Dort werden anscheinend ausschließlich mögliche Kontakte zu Wildvögeln untersucht. Dringend zu untersuchen wäre aber auch, welche Handelsbeziehungen der Betrieb in der letzten Zeit hatte, wann und von wo zuletzt Eier und Geflügel zugekauft wurden, woher Futtermittel stammen, wie Abfallstoffe entsorgt wurden, wo Schlachtungen durchgeführt werden oder mit welchen Orten oder Betrieben Mitarbeiter oder Besucher zuletzt in Kontakt standen", sagte NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Ohne eine mindestens gleichwertige Untersuchung der beiden denkbaren Vireneintragswege ließen sich kaum plausible Schlussfolgerungen ziehen.

Zudem sollten laut NABU alle Anstrengungen unternommen werden, die Quelle des aktuellen mitteleuropäischen Ausbruchsgeschehens ausfindig zu machen. Die zuletzt allgemein verbreitete Ansicht, dass das Virus über sibirische Zugvögel nach Deutschland gekommen ist, halten die Experten für wenig plausibel. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen verschwinden hochpathogene Vogelgrippe-Viren sehr schnell wieder aus Wildvogelpopulationen. Zwischen den Ausbrüchen von 2014 und heute konnten in ganz Europa keine dieser Viren bei Wildvögeln festgestellt werden. Wildvögel werden daher wahrscheinlich immer wieder neu aus der Geflügelwirtschaft angesteckt, wo sich das Virus nachweislich in Asien, aber auch in Ägypten, beständig hält.
Das gleichzeitige Auftreten zahlreicher erkrankter Reiherenten an drei Orten in Mitteleuropa lässt Ornithologen eher vermuten, dass es eine akute Ansteckungsquelle in Osteuropa gab, von der die Enten während der kurzen Inkubationszeit der Krankheit auf dem Weiterzug nach Westen die hiesigen Rastgebiete erreichten.

"Aufgrund der besonderen Betroffenheit der Reiherente, wäre z.B. ein mit Geflügelkot gedüngtes Fischteichgebiet - beliebte Rastgebiete dieser Art - denkbar, auch wenn diese Praxis zumeist verboten ist. Wäre das Virus dagegen bei sibirischen Zugvögeln weit verbreitet, hätte man höchstwahrscheinlich bereits über einen längeren Zeitraum an vielen verschiedenen Orten infizierte Wildvögel unterschiedlicher Arten finden müssen. Der Vogelzug aus dem Osten beginnt nicht erst im November", so Lachmann.

Sowohl zum Schutz der Geflügelwirtschaft als auch für das Wohl der Wildvögel fordert der NABU die zuständigen Behörden daher auf, sich bei der Ursachenforschung für die Verbreitung der Vogelgrippe nicht auf die Verbreitung durch Wildvögel zu beschränken. Für eine effiziente Seuchenbekämpfung müssten alle Optionen vorbehaltlos geprüft werden.
 
 

Freiburg: Preisverleihung beim Greenmotions Filmfestival 2016
Mitglieder im Orgateam / Foto: Veranstalter
 
Freiburg: Preisverleihung beim Greenmotions Filmfestival 2016
Der Film „Beyond the red lines - Systemwandel statt Klimawandel“ des Freiburger Medienkollektivs wurde am Sonntag Abend in der Abschlussveranstaltung des Greenmotions Filmfestivals mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Beyond the red lines ist die Geschichte einer wachsenden Bewegung, die zivilen Ungehorsam leistet und die Transformation hin zu einer klimagerechten Gesellschaft selber in die Hand nimmt. Das Publikum sah den Film am Freitag Abend in einem ausverkauften Kinosaal und hatte im Anschluss die Gelegenheit mit den beiden Filmemachern Luciano Ibarra und Sylvain Darou direkt ins Gespräch zu kommen. Der Preis im Wert von 1.000 EUR wurde von Naturstrom gesponsort und übergeben. Wer den Film noch nicht gesehen hat, hat an den folgenden drei Terminen in Freiburg die Gelegenheit, den nun preisgekrönten Film „Beyond the red lines - Systemwandel statt Klimawandel“ zu erleben: Mo, 14.11. 20:00 Uhr KuCa, PH Littenweiler; Mo, 21.11. 20:30 Uhr, Vaubar; Do, 24.11. 19:30 Uhr, Café Pausenraum.

Der Spot „Geschichte eines Löffels“ von Greenpeace International wurde von einer professionellen Jury als Gewinner des Kurzfilmwettbewerbs ausgelobt. Jurymitglieder waren Nina Bärmann, Sigrid Faltin und Bernward Janzing. David Kellermann von a better Truth und store ABT, der professionelles Kameraequipment verleiht und verkauft, übergab den Sachpreis virtuell an den Gewinner Tom Lowe, der über ein Dankesvideo auf der Leinwand präsent war.

Der Sonderpreis zum Thema Fluchtgrund Klimawandel von der Ökostation ging an den Film „How to let go of the world and love all the things climate can’t change“ von Josh Fox aus den USA. Der Film wurde am Samstag Abend in einer Spätvorstellung im Kommunalen Kino gezeigt. Der Kinosaal war komplett ausgebucht, sodass der Film in einen weiteren Vorführraum übertragen wurde. Im Anschluss an den Film gab es ein Skype-Gespräch mit der Produzentin Deia Schlosberg, die über die aktuellen Entwicklungen in Amerika berichtete.

Das 3. Internationale Greenmotions Filmfestival, das vom 11. bis 13. November 2016 im Kommunalen Kino stattfand, war ein voller Erfolg. Der Veranstalter Greenmotions e.V. verkündete eine Steigerung der Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr und konnte 1.100 Besucher*innen im Rahmen aller Veranstaltungen verzeichnen. Für die nächste Ausgabe im November 2017 sucht der gemeinnützige Verein wieder Partner und Sponsoren und freut sich über neue Fördermitglieder und weitere Engagierte im Organisationsteam.

zum Bild oben:
Mitglieder im Orgateam: Gizem Erdogmus, Michael Lee Buchsbaum, Lodovica Di Deodato, Peter Rinker, Julie Elbert, Lorenzo Gumier, Daniela Schaffart / Foto: Veranstalter
 
 

Klimaschutzkonferenz Marrakesch – Freiburg: CO2 am Schauinsland
Quelle: BUND SĂĽdlicher Oberrhein
 
Klimaschutzkonferenz Marrakesch – Freiburg: CO2 am Schauinsland
Aus aktuellem Anlass veröffentlicht der BUND Südlicher Oberrhein seine aktualisierte CO2 -Grafik mit den neusten Messwerten von der Messstelle Schauinsland des Umweltbundesamtes. Am Schauinsland wurde 2015 erstmals eine CO2-Jahresmittelkonzentration von über 400 ppm gemessen, das ist ein neuer Rekordwert.

Das aktuelle, peinliche politische Gezerre in Berlin um die Einigung auf einen nationalen Klimaschutzplan fĂĽr das Jahr 2050 zeigt, dass die Berliner Politik die Dimension des Problems nicht erfasst hat und es zeigt vor allem die ungeheure Macht der alten Energie- und Wirtschaftslobby in unserem Land.

Doch auch in der „Ökoregion“ Oberrhein werden die Weichen noch nicht in die richtige Richtung gestellt. Wir erleben sogar Rückschritt. Da wird immer noch an vielen Stellen die Energieerzeugung aus alternativen Energiequellen behindert und mit dem geplanten sechsspurigen Autobahnausbau werden unhinterfragt klimafeindliche Strukturen geschaffen. Selbst 13 Hektar des hitzedämpfenden Freiburger Mooswaldes könnten dem Wuchern der „Green“ City Freiburg geopfert werden. Die leider sehr erfolgreiche Lobby-Kampagne der alten Atom- und Kohlekonzerne und ihrer Tarnorganisationen (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft) gegen die Energiewende, hat auch in Südbaden und in der Freiburger Solarbranche eine verheerende Wirkung gezeigt und zum energiepolitischen Rückschritt geführt.
Der jetzt schon heiße Rheingraben wird eine der vom Klimawandel am stärksten betroffenen Regionen Deutschlands werden.
Global sind die Durchschnittstemperaturen seit Beginn des Industriezeitalters um circa ein Grad gestiegen, am Oberrhein sogar schon um zwei Grad!

Wissenschaftler wie Eberhard Pawlow, Klimaexperte der Universität Basel, gehen davon aus, dass in den nächsten 80 Jahren die Jahresdurchschnittstemperatur im Oberrheingraben im Vergleich zu heute noch mal um 3,5 bis 4, in den Städten sogar um bis zu 5 Grad Celsius steigen wird, mit vielen negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.

Das globale Zwei-Grad-Ziel, der verzweifelte Versuch der internationalen Klimapolitik, die globale Erwärmung auf weniger als zwei Grad Celsius gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen, ist am Oberrhein schon erreicht.
Es besteht also durchaus die Möglichkeit, dass aus zukünftigen globalen zwei Grad mehr,vier Grad zusätzlich am Oberrhein werden, mit absehbaren Folgen für Mensch und Natur.

Der Druck der Umweltbewegung in Sachen Klimaschutz und Energiewende darf nicht nachlassen.
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Autor: Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer



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