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Donnerstag, 29. Juni 2017
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Verschiedenes

Karlsruhe: Erstmals Recycling-Beton im Einsatz
Ressourcenschonender Beton fĂŒr die neue Hauptfeuerwache / Foto: Stadt Karlsruhe
 
Karlsruhe: Erstmals Recycling-Beton im Einsatz
Bau der Hauptfeuerwehrwache als stÀdtisches Pilotprojekt

Etwa 75 Prozent des MĂŒlls in Baden-WĂŒrttemberg sind BauabfĂ€lle. JĂ€hrlich 30 Millionen Tonnen dieser Reststoffe belasten die Umwelt, weil sie nur teilweise verwertet werden. FĂŒr Abbruch aus Stahlbeton und Mauerziegel bedeutet dies bisher oft eine dauerhafte Deponierung. Sortenrein erfasster Abbruch kann aber auch wieder als Zuschlag in einem hochwertigen Beton eingesetzt werden kann. WĂ€hrend dies in der Schweiz schon seit rund zehn Jahren verbreitete Praxis ist, haben EinsĂ€tze in Deutschland noch Pilotcharakter. In Karlsruhe wird nun beim Bau der neuen Hauptfeuerwache erstmals durch die Stadt Karlsruhe ressourcenschonender Ortbeton (RC-Beton) eingesetzt.

„In Baden-WĂŒrttemberg haben wir noch kein flĂ€chendeckendes Angebot fĂŒr ressourcenschonenden Beton“, bedauert Anne Sick, die Leiterin des Amtes fĂŒr Hochbau und GebĂ€udewirtschaft. Wegen des geringen Angebots und mangelnder Bekanntheit scheuten sich bislang PlanungsbĂŒros und Bauherren noch vor dem Einsatz und wegen der geringen Nachfrage sei es fĂŒr die Baustoffindustrie derzeit nicht attraktiv, Angebote technisch aufzubauen. Mit dem Einsatz auf der ersten stĂ€dtischen Baustelle soll nun ein Beitrag zu einer gesteigerten Nachfrage geleistet werden.

„Über 3.600 Kubikmeter RC-Beton fließen in die große Bodenplatte der neuen Hauptfeuerwache“, erklĂ€rt der Bauleiter Andreas MĂ€dche vom ArchitekturbĂŒro H III S harder stumpfl schramm. FĂŒr das Projekt mĂŒsse der Baustoff leider noch außerhalb des Stadt- und Landkreises bezogen werden. Dadurch komme der Preisvorteil des Materials noch nicht zum Tragen, die Mehrkosten fĂŒr die gesamte Bodenplatte lĂ€gen bei zwei Prozent. Durch gĂŒnstige Ausschreibungsergebnisse liege der Rohbau aber immer noch unterhalb des berechneten Rahmens. Der Ortbeton fĂŒr die neue Hauptfeuerwache enthalte etwa 5 Prozent Volumenanteil an wiederverwendetem Betonabbruch. Trotzdem entspreche er immer noch zu 100 Prozent den technischen Anforderungen fĂŒr diesen Einsatz.

Um fĂŒr die Zukunft das Angebot fĂŒr RC-Beton zu verbessern, steht die Stadtverwaltung in ersten Kontakten mit Karlsruher Anbietern von Recyclingmaterial und Transportbeton. „In Zukunft soll der in der Stadt anfallende Abbruch direkt auf ganz kurzem Wege wieder in vollwertigem Beton zum Einsatz kommen", wĂŒnscht sich Anne Sick fĂŒr die stĂ€dtischen Baustellen. Nur so könnten lokale Wirtschafts- und StoffkreislĂ€ufe geschlossen und weitere Eingriffe in die Natur reduziert werden.

zum Bild oben:
Stellten die Weichen fĂŒr den ressourcenschonenden Beton (von links nach rechts): Bauleiter Udo Kleiß, Oberpolier Tobias Fritz (beide Lang Bau), Bauleiter Andreas MĂ€dche (ArchitekturbĂŒros H III S), Projektleiterin der Stadt Susanne Reiß, Amtsleiterin Anne Sick, Joachim Diener und Birgit Holzapfel (Ingenieurgruppe Bauen), GeschĂ€ftsfĂŒhrer Thorsten Jung (Lang Bau). / Foto: Stadt Karlsruhe
 
 

 
NABU: NĂ€chste Erörterungsrunde in LĂŒbeck
Schwachstellen am Fehmarnbelt

Miller: Viele offene Fragen beim Planungsverfahren


Am 27. Juni 2017 startet in LĂŒbeck die nĂ€chste Erörterungsrunde zur geplanten festen Fehmarnbeltquerung. Nötig geworden ist der zweite Aufschlag, weil ĂŒber 12.000 teils umfangreiche Einwendungen mit gewichtigen Argumenten gegen das Groß-Projekt die Planfeststellungsbehörde zwangen, erneut wesentliche offene Fragen mit UmweltverbĂ€nden, Betroffenen und VorhabentrĂ€ger zu besprechen. Die große Menge qualifizierter Einwendungen hat aus Sicht des NABU zwei Dinge deutlich gemacht: Zum einen hat der VorhabentrĂ€ger, die staatseigene dĂ€nische Bau- und Betreibergesellschaft Femern A/S, nach wie vor keine schlĂŒssigen Antworten auf Fragen u.a. zur Tunnelsicherheit, zum baubedingten Einfluss auf den streng geschĂŒtzten Ostseeschweinswal und zur erheblichen Sedimentation durch ĂŒber 20 Millionen Kubikmeter Meeresboden, die mitten in einem europĂ€ischen Schutzgebiet ausgebaggert werden. Zum anderen ist der Widerstand in der Region trotz der zuvor diskriminierenden Stellungnahmefrist mitten in den Sommerferien 2016 entgegen des KalkĂŒls von VorhabentrĂ€ger und Landesplanungsbehörde nicht kleiner geworden, sondern extrem gewachsen.

„Nach wie vor sind viele Fragen offen. Die Beteiligung der Öffentlichkeit durch die Behörde ist mehr eine Beteiligungsverhinderung. Leider zeigt sich erneut, wie verschworen VorhabentrĂ€ger und Landesplanungsbehörde entgegen des zur UnabhĂ€ngigkeit verpflichtenden rechtlichen Auftrags zusammenarbeiten. Es fehlt ein unabhĂ€ngiger Sachwalter, der nicht nur Wirtschaftsinteressen angemessen schĂŒtzt, sondern auch Natur und Umwelt“, sagt NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Angesichts des hoch risikobehafteten dĂ€nischen Finanzierungsmodells mit engem Zeitkorsett stĂŒnden deutsche Behördenangestellte bei der Fehmarnbeltquerung unter großem Druck. DĂ€nemarks Politik hat mehrfach Einfluss auf das Verfahren sowohl in Kiel als auch beim Bundesverkehrsminister in Berlin genommen. Dies ist politisch wie fachlich inakzeptabel, hinterlĂ€sst es doch sichtbare Spuren im Genehmigungsprozess. Am Ende steht ein Planfeststellungsbeschluss mit großen Risiken, der zur Rettung des Naturerbes nur durch Klagen zu stoppen ist: traurige Logik eines Systems, bei dem die VorhabentrĂ€ger nur ihnen genehme Gutachter beauftragen und eine abhĂ€ngige Verwaltung allein die Interessen der Planer vertritt.

„Deswegen mĂŒssen wir doppelt so gut arbeiten, doppelt so gut aufpassen und doppelt so hart kĂ€mpfen, um fĂŒr den Schutz von Mensch und Natur erfolgreich tĂ€tig werden zu können“, sagt Malte Siegert, Fehmarnbeltexperte des NABU. Der NABU sei deshalb fĂŒr die zweite Runde des Erörterungstermins und wahrscheinlich unausweichliche juristische Auseinandersetzungen bestens vorbereitet.

Ein ernstzunehmender Umgang mit den berechtigten Erwartungen des NABU ist in der Erwiderung des VorhabentrĂ€gers auf die Stellungnahme des NABU nicht erkennbar. So fehle weiterhin eine europarechtlich vorgeschriebene Strategische UmweltprĂŒfung (SUP), die durch den deutsch-dĂ€nischen Staatsvertrag in rechtlich unzulĂ€ssiger Weise ausgehebelt wurde. Es fehle angesichts des zu erwartenden viel geringeren Verkehrsaufkommens auch der Bedarf, zumal das auf einem Monopol basierende GeschĂ€fts- und Finanzmodell von Femern A/S jetzt schon durch die angekĂŒndigte Aufrechterhaltung der FĂ€hrverbindung durch Scandlines hinfĂ€llig sei.

„Die Art des Umgangs mit so offensichtlichen Schwachstellen wird Politik wie Planern auf die FĂŒĂŸe fallen. Das Vorhaben ist inklusive der Hinterlandanbindungen mit rund vierzehn Milliarden Euro absurd teuer, infrastrukturell ĂŒberflĂŒssig, aus ökologischer Sicht unverantwortlich und verstĂ¶ĂŸt auch noch gegen nationales und europĂ€isches Recht“, so Siegert.
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NABU fordert gesetzliche Regelung zur Reduzierung von PlastiktĂŒten
Freiwillige Vereinbarung des Handels reicht nicht aus

Mit Blick auf ein Jahr freiwillige Vereinbarung zwischen dem Handelsverband Deutschland (HDE) und dem Bundesumweltministerium, PlastiktĂŒten nicht mehr kostenfrei abzugeben, begrĂŒĂŸt der NABU erste Erfolge zur Reduzierung von PlastiktĂŒten und fordert deutliche Nachbesserungen. Nach Angaben des Handelsverbandes ist der Pro-Kopf-Konsum an PlastiktĂŒten in Deutschland gesunken. Laut Branchenverband verringerte sich 2016 der TĂŒtenverbrauch im Vergleich zum Vorjahr um zwei Milliarden StĂŒck auf 3,6 Milliarden TĂŒten. Das entspricht einem Pro-Kopf-Konsum von 45 TĂŒten (2015: 68). Nicht berĂŒcksichtigt sind dabei Hygienebeutel wie fĂŒr Obst und GemĂŒse oder Wurst und KĂ€se an der Frischetheke. Das Bundesumweltministerium und der HDE hatten die Initiative zum 1. Juli 2016 gestartet.

„Es ist erfreulich, aber nicht ĂŒberraschend, dass der Verbrauch zurĂŒckgegangen ist. Das zeigt auch, dass den Kunden vor der Vereinbarung, die eigene PlastiktĂŒte regelrecht aufgedrĂ€ngt wurde. Wie die Entwicklung weitergeht und ob es tatsĂ€chlich gelingt, die Plastikflut in Deutschland deutlich zurĂŒckzudrĂ€ngen, wird sich zeigen“, sagte NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller.

Trotz erster Erfolge geht die getroffene Vereinbarung nicht weit genug: Erstens erfasst die Vereinbarung zur Kostenpflichtigkeit der PlastiktĂŒten noch viel zu wenige TĂŒten, da sich nicht alle Unternehmen der Selbstverpflichtung angeschlossen haben. Zweitens gibt es kein Monitoring, wie sich der Verbrauch an PapiertĂŒten im gleichen Zeitraum entwickelt hat. FĂŒr eine positive Umweltwirkung mĂŒssen EinwegtĂŒten insgesamt reduziert werden, da PapiertĂŒten keine bessere Ökobilanz haben als PlastiktĂŒten.

„Ohne eine staatliche Abgabe fĂŒr alle EinwegtĂŒten ist nicht damit zu rechnen, dass auch die Branchen umdenken, in denen es fast immer noch kostenlose EinwegtĂŒten gibt, wie der Textilhandel oder Apotheken. Auch Imbisse, BĂ€ckereien, Kioske oder WochenmĂ€rkte, deren PlastiktĂŒten hĂ€ufig in der Landschaft und in GewĂ€ssern landen, geben TĂŒten in der Regel noch immer kostenlos ab“, so Miller weiter. Die Folgen zeigen sich auch an Deutschlands KĂŒsten, wo der NABU im Rahmen seines „SpĂŒlsaum-Monitorings“ auf nur 100 Metern KĂŒste regelmĂ€ĂŸig zwischen zwei und fĂŒnf PlastiktĂŒten findet.

Damit kĂŒnftig alle Branchen die PlastiktĂŒtenflut reduzieren, schlĂ€gt der NABU eine einheitliche gesetzliche Abgabe fĂŒr alle EinwegtĂŒten, ob aus Kunststoff oder Papier, vor. Diese wĂ€re von den Kunden an der Kasse zu entrichten. Die Einnahmen mĂŒssen zweckgebunden sein und etwa in Projekte zur Abfallvermeidung fließen.

„Es geht nicht darum, einfach nur die EU-Verordnung umzusetzen, was heißt, den Verbrauch bis Ende 2025 auf 40 TĂŒten pro Kopf und Jahr zu reduzieren. FĂŒr Deutschland, das bei 71 TĂŒten begonnen hat, ist das Ziel nicht sehr ambitioniert“, kritisiert NABU-Expertin fĂŒr nachhaltigen Konsum Katharina Istel. „Ziel muss sein, den Verbrauch an EinwegtĂŒten mindestens auf das Niveau der europĂ€ischen Spitzenreiter, das heißt unter zehn TĂŒten zu bringen, ohne dass dabei einfach auf PapiertĂŒten umgestellt wird“, so Istel weiter.
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UmweltverbÀnde: Angriff auf den Meeresschutz abgewehrt
Bundestag stoppt gefÀhrliches Vetorecht im Bundesnaturschutzgesetz

Nord- und Ostsee können auch in Zukunft durch das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) geschĂŒtzt werden. Mit einem Änderungsantrag der Abgeordneten der Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD stoppte der Bundestag am 22. Juni mit großer Mehrheit den Plan der Bundesministerien fĂŒr Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Forschung per Vetorecht zukĂŒnftig effektive Meeresschutzmaßnahmen verhindern zu können. Die UmweltverbĂ€nde NABU, BUND, DNR, DUH, Greenpeace, Schutzstation Wattenmeer, WWF und Whale & Dolphin Conservation hatten sich intensiv fĂŒr den Antrag eingesetzt und begrĂŒĂŸten die Entscheidung.

„Das Parlament hat den Ausverkauf der Meere noch einmal verhindert. Die Abgeordneten haben verstanden, dass die Änderung einen gefĂ€hrlichen PrĂ€zedenzfall geschaffen hĂ€tte. Der Schutz der Meere und vielleicht sogar der gesamte Naturschutz in Deutschland hĂ€tten dauerhaft geschwĂ€cht werden können“, erklĂ€rten die VerbĂ€nde in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Seit ihrer Veröffentlichung Ende 2016 hatten die VerbĂ€nde die Gesetzesnovelle kritisiert, sprachen mit Bundestagsabgeordneten und schrieben einen Offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Anlass der Kritik: Paragraph 57. Dieser sollte den Bundesministerien – statt wie bisher eine Beteiligung – kĂŒnftig ein sogenanntes Einvernehmen zusichern. Damit hĂ€tte jedes einzelne Ministerium Verordnungen und ĂŒberfĂ€llige Maßnahmen zum Schutz der Meere blockieren können.

Dabei stehen die Meere schon jetzt erheblich unter Druck. „Selbst in den Schutzgebieten in Nord- und Ostsee wird intensiv gefischt, Rohstoffe werden abgebaut und auch die Schifffahrt ist enorm. Ein Vetorecht der Nutzerressorts hĂ€tte den Naturschutz hier endgĂŒltig ausgehöhlt“, so die VerbĂ€nde. Mit der heutigen Entscheidung habe der Naturschutz einen wichtigen Etappensieg erzielt. Doch nun mĂŒsse es weitergehen. Aktuell stehen weitere entscheidende Verhandlungen zu den Schutzgebietsverordnungen und zur Regulierung der Fischerei an. „Deutschland muss endlich den Hebel umlegen und konkrete Schutzmaßnahmen erlassen. Sonst bleiben Schutzgebiete Papiertiger und der Meeresschutz vor der eigenen HaustĂŒr ein trauriges Lippenbekenntnis“, so die VerbĂ€nde weiter.


Hintergrund

Formal sind rund 45 Prozent der deutschen MeeresflĂ€chen durch das Natura-2000-Netzwerk geschĂŒtzt. Darunter sind die Schutzgebiete nach EU-Vogelschutzrichtlinie und FFH-Richtlinie zusammengefasst. Zehn Jahre nach ihrer Anerkennung durch die EU sollen die Natura-2000-Gebiete in der Ausschließlichen Wirtschaftszone endlich den rechtlichen Status von Naturschutzgebieten erhalten. Deutschland hatte bereits 2013 die EU-Frist zur Verankerung von konkreten Maßnahmen zum Schutz der Meere verpasst. Dieses VersĂ€umnis ist Bestandteil eines Vertragsverletzungsverfahrens der EU-Kommission gegen Deutschland.
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NABU: Licht und Schatten im neuen Bundesnaturschutzgesetz
Miller: Nord- und Ostsee als Gewinner, Lösungen zum Stopp des Artenschwunds fehlen

Der NABU begrĂŒĂŸt, dass der Bundestag am gestrigen Donnerstag mit der Verabschiedung des neuen Bundesnaturschutzgesetzes (BNatschG) eine monatelange HĂ€ngepartie fĂŒr den Naturschutz beendet hat. Mit den ersten EntwĂŒrfen hatten teils empfindliche SchwĂ€chungen gedroht, insbesondere fĂŒr den Schutz von Nord- und Ostsee. Diese Gefahr haben die Abgeordneten gestern abgewehrt, nicht zuletzt aufgrund massiver EinwĂ€nde des NABU und weiterer UmweltverbĂ€nde. Gleichzeitig bemĂ€ngelt der NABU aber weiterhin fehlende Regelungen, vor allem hinsichtlich der Landwirtschaft und Lösungen zum Stopp des Artensterbens.

NABU-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Leif Miller: „Die Abgeordneten haben sich gestern klar positioniert: Beim Schutz von Nord- und Ostsee lassen sie sich nicht von Lobbygruppen an die Leine legen. Das ist richtig so. Das Bundesumweltministerium tat gut daran, gemeinsam mit dem Parlament den Angriff mehrerer anderer Ministerien abzuwehren, die sich ein gefĂ€hrliches Vetorecht hatten sichern wollen.“ Nun mĂŒsse die Bundesregierung aber in den kommenden Wochen auch nachweisen, dass diese Entscheidung kein reines Lippenbekenntnis war, wenn entscheidende Verhandlungen zu Schutzgebietsverordnungen und der Regulierung der Fischerei anstehen.

Gleichzeitig bringt das neue Bundesnaturschutzgesetz fĂŒr andere Bereiche keine großen Fortschritte. Vor allem in seinem eigentlichen Kernbereich, dem Schutz der BiodiversitĂ€t, ist das Gesetz nicht stark genug. Mit Blick auf den Artenschwund wĂ€re es zum Beispiel wichtig gewesen, die Vorschriften zur Vernetzung bestehender Biotope zu verbessern und die Liste geschĂŒtzter Biotope deutlich zu erweitern. Doch die Vollendung des Biotopnetzes wurde auf eine unbestimmte Zukunft vertagt. Und auf der Liste fehlen sowohl Wallhecken als auch Streuobstwiesen – und damit wahre Hotspots fĂŒr den Erhalt der Artenvielfalt. Letztere etwa drohen durch kĂŒrzlich beschlossene Änderungen am Baugesetzbuch im großen Stil planiert zu werden. Immerhin wurden aber Höhlen und Stollen ergĂ€nzt.

Außerdem liefert das Gesetz noch immer keine konkreten Vorgaben fĂŒr die „gute fachliche Praxis“ in der Landwirtschaft. Nach wie vor sind zu viele Fragezeichen vorhanden, was die Auslegung, Umsetzung und Anwendung gesetzlicher Regelungen angeht. Dies betrifft auch das Artenschutzrecht. Hier konnten der NABU und weitere UmweltverbĂ€nde in den letzten Monaten zwar ebenfalls verhindern, dass die Schutzstandards zu stark aufgeweicht werden. Doch jetzt finden sich zahlreiche unbestimmte und damit wenig anwenderfreundliche Rechtsbegriffe im neuen Gesetz. So werden etwa bei den Ausnahmeregelungen der EU-Vogelschutzrichtlinie offensichtliche Umsetzungsdefizite in Kauf genommen, die eine Korrektur des EuropĂ€ischen Gerichtshofes erwarten lassen.

Nach Ansicht des NABU ist eine weitere Novelle des Gesetzes unbedingt notwendig. Nur dann kann Deutschland seinen selbst gesteckten Zielen zum Schutz der Artenvielfalt und seinen völker- und EU-rechtlichen Verpflichtungen gerecht werden. Und die Zeit rennt: Deutschland hat sich verpflichtet, bis 2020 das Artensterben hierzulande zu stoppen. Doch bislang sieht es in vielen Bereichen nicht so aus, als wĂŒrde dieses Ziel tatsĂ€chlich erreicht.
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KlimabĂŒndnis Freiburg zur neuen Wohnungsbau-Studie
„Solche „Überflieger-Wohnbaustudien aus Hubschrauberperspektive“ wie die neue bundesweite Vergleichsstudie des Instituts der Deutschen Wirtschaft sind nicht geeignet fĂŒr Freiburg. Das Institut hat sich durch die Auswahl der Jahre 2011 bis 2015 ohne die nötige Korrektur selbst in die Irre gefĂŒhrt", kommentierte Dr. Georg Löser, Sprecher fĂŒrs das KlimabĂŒndnis Freiburg. Denn gerade in diesen Jahren gab es nicht wiederholbare Einmaleffekte bei der Bevölkerung: erstens mit der Zweitwohnungsteuer in 2011, die als statistischer Effekt ohne viel echten Einwohnerzuwachs bis zu 3000 Ummeldungen zu Erstwohnsitzen in Freiburg umfaßte und zweitens die doppelten Abi-JahrgĂ€nge vor allem in 2012 samt Ende des Wehr- und Zivildienstes 2011/2012 mit steilem Anstieg der Studierendenzahlen. Hinzu kam in 2014 und besonders in 2015 der starke Zustrom u.a. von GeflĂŒchteten mit in der Summe bis zu rund 4000 Personen. Diese Einmal-Effekte mit zusammen bis zu 9000 Einwohnern, davon geschĂ€tzt rund 6000 als tatsĂ€chlicher Zuwachs, sind schon fĂŒr 2016 mit einem Plus von rund 2000 Einwohnern aus GeburtenĂŒberschuss und Zuwanderung nicht mehr eingetreten. Die genannten Einmaleffekte, die sich aus der Einwohnerstatistik der Stadt Freiburg ergeben, machen Ergebnisse der obigen Studie fĂŒr Freiburg unbrauchbar.

Insofern liege BaubĂŒrgermeister Professor Haag richtig, dass die Zahlen der Studie fĂŒr Freiburg nicht nachvollziehbar seien. Trotz des andererseits bestehenden Bedarfs an mehr verfĂŒgbaren und bezahlbaren Wohnungen in Freiburg, lehnt das KlimabĂŒndnis Freiburg aber das Bauen auf der „GrĂŒnen Wiese“ wie in Dietenbach beabsichtigt ab. Dagegen begrĂŒĂŸt es den in ZĂ€hringen-Nord westlich der Bahn geplanten kleinen Neubaustadtteil als Innenentwicklung und weitere bei Stadtverwaltung und Gemeinderat im Verfahren befindliche Gebiete zur Innenentwicklung fĂŒr Wohnraum und FreiflĂ€chen. Auch hĂ€lt das BĂŒndnis eine Generalrevision der Einwohnerzahlen fĂŒr angebracht wie zuletzt 2008, als die Statistik den Zuwachs fĂŒr 2008 durch Bereinigung auf rund Null reduzierte.
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Mobilfunk: Nebenwirkungen?
Über „Mobilfunk – Technik mit Nebenwirkungen? Smartphone, Wlan & Co: Wirkungen, Symptome, Gesundheit, Grenzwerte, Kinder. Wie die Belastungen mindern? Mess-Demonstration“ berichten Dr.med. Andrea Lusser, Freiburg i.Br., und Gerrit Lindloff, Baubiologe IBN, Schönau/Schwarzwald, am Samstag, 1. Juli, 10.30 bis 12.45 Uhr in der UniversitĂ€t Freiburg i.Br., KollegiengebĂ€ude 1, Platz der UniversitĂ€t 3, Hörsaal 1015, beim Samstags-Forum Regio Freiburg. Der Eintritt ist frei. Schirmherrin des von ECOtrinova e.V. geleiteten Forums mit ISES Initiative zum Schutz gegen Elektrosmog SĂŒdbaden e.V., Studierendenrat/Umweltreferat an der UniversitĂ€t und weiteren Vereinigungen ist die Freiburger UmweltbĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik.
 
 

 
Karlsruhe: Vom ostasiatischen bis zum viktorianischen Stil
Aktion "Offene Pforte" ermöglicht auch im Juli Zugang zu PrivatgÀrten

Hitze verlangt nach AbkĂŒhlung - und Entspannung im GrĂŒnen. Die bietet auch manch Garten-Kleinod, dank der Aktion "Offene Pforte" besuchbar. Am kommenden Wochenende steht etwas ganz Besonderes auf dem Plan: der begrĂŒnte Hinterhof der Tai-Chi-Chuan-Schule S. Ishu in der oststĂ€dtischen Lachnerstraße 7 - Samstag, 1. Juli, 14 bis 18 und Sonntag, 2. Juli, 11 bis 17 Uhr. Eine wechselvolle Geschichte hat das dazugehörige, 1889 errichtete Anwesen - zunĂ€chst Schlosskellerei, spĂ€ter Druckerei, ehe 1992 die gegenwĂ€rtige Nutzung Einzug hielt und fortan prĂ€gte. Auf dem zirka 200 Quadratmeter großen Hof wachsen nun Bambus, Ginkgo und MammutbĂ€ume, schaffen Felsen, Koiteiche und Brunnen ein kraftvolles Gesamtbild. Auf dem Dach des RĂŒckgebĂ€udes entstand ein Garten mit Nutz- und Zierpflanzen.

Wer am Samstag, 1. Juli, die Chance nutzt, in der SĂŒdstadt zwischen 14 und 18 Uhr das Tor der RĂŒppurrer Straße 8 zu passieren, wird ĂŒberrascht sein, wie ruhig und idyllisch es sich im „Apfelhof“ leben lĂ€sst. Die Autos der Bewohner verschwinden in der Tiefgarage unter dem Hof. Zwischen zwei HĂ€userreihen fĂŒhrt ein gepflasterter Weg, der durch Hainbuchenhecken die privaten Terrassen abgrenzt und die jeweiligen HauseingĂ€nge anbindet. In ĂŒppig bepflanzten Hochbeeten wachsen die namensgebenden ZierapfelbĂ€ume. KĂŒbelpflanzen und BĂ€nke bereichern die Gasse zusĂ€tzlich, und die seitlich angrenzende großzĂŒgige GemeinschaftsflĂ€che bietet weiteren Platz zum Spielen, fĂŒr private Feiern, das Miteinander.

LĂ€ndlicher Charme und Farbnuancen

Hinter einem alten ScheunengebĂ€ude zur GrĂŒnwettersbacher Adresse Zur ZiegelhĂŒtte 6 wurde eine ehemalige landwirtschaftliche BetriebsflĂ€che aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Es ist ein großzĂŒgiger, rund 550 Quadratmeter großer Freiraum entstanden, der sich am Sonntag, 9. Juli, von 11 bis 18 Uhr besichtigen lĂ€sst. Unter anderem tragen die teilweise angrenzenden SandsteingebĂ€ude, aber auch die Einbindung des GemĂŒsegartens mit Blumen und das HĂŒhnerhaus mit AuslaufflĂ€che zum Erhalt des lĂ€ndlichen Charmes bei.

Den Monat Juli beschließen zwei Ausflugsoptionen am Sonntag, 16. Juli: Zwischen 11 und 17 Uhr sowie nach möglicher telefonischer Vereinbarung (0721/555039) erschließen sich vielfĂ€ltige Farbnuancen in Rosatönen ĂŒber den Garten der Siemensallee 59 in MĂŒhlburg. Glanzlicht ist der ĂŒppig blĂŒhende Seidenbaum, der an zentraler Stelle eine schirmförmige Krone entwickelt hat. Dazu Stauden- und KrĂ€uterbeet, PflanzraritĂ€ten, ein Fischteich. Erneut GrĂŒnwettersbach (TĂŒbinger Straße 2) ist zudem von 13 bis 18 Uhr Anlaufstelle fĂŒr ein GrundstĂŒck am Hang, dessen wie in MĂŒhlburg etwa 350 Quadratmeter großer Garten ein Band entlang des Hauses bildet. Ein kleines GewĂ€chshaus im viktorianischen Stil fĂŒgt sich in die von Hortensien, Stauden und Sommerblumen geprĂ€gte Pflanzung ein.
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