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Verschiedenes

Bauernregeln & die Macht der Agrarlobby
Quelle: BUND SĂŒdlicher-Oberrhein
 
Bauernregeln & die Macht der Agrarlobby
"Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat nach der massiven Kritik an den vom Umweltministerium veröffentlichten „Bauernregeln“ eingelenkt und öffentlich um Entschuldigung gebeten." meldeten die Medien. Das Bundesumweltministerium konnte dem gut organisierten Druck und der Macht der Agrarlobby, von BauernverbĂ€nden, Gift und DĂŒnger produzierenden Chemiekonzernen und deren Paten in der Politik nicht lĂ€nger standhalten. Die gut organisierte Kampagne in den Medien und der Shitstorm in den "sozialen" Netzwerken zeigten wieder einmal, wer in diesem Land die Macht hat. Die populistische RĂŒcktrittsforderung gegen die Ministerin von Agrarminister Hauk im "GRÜN-Schwarzen" Baden-WĂŒrttemberg ist ein politischer Skandal, den sich Herr Kretschmann nicht bieten lassen dĂŒrfte. In den Bauernregeln wurde niemand beleidigt, sondern es wurden real existierende Probleme auf den Punkt gebracht.

Hier drei Beispiele:

- In einer Zeit, in der die Nitratbelastung der Böden und des Grundwassers zunimmt und in der die EU Deutschland wegen mangelnden Grundwasserschutzes verklagt, kann der Satz "Zu viel DĂŒnger auf dem Feld geht erst ins Wasser, dann ins Geld" nicht ganz falsch sein...

- In einer Zeit, in der das globale und bundesweite Artensterben zunimmt, in der Neonicotinoide Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten dezimieren, ist die Bauernregel "Haut Ackergift die Pflanzen um, bleiben auch die Vögel stumm" keine Bosheit, sondern eine pointierte Zuspitzung der RealitÀt.

- Und die UmstÀnde der Massentierhaltung werden mit der Bauernregel 1 "Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein." doch recht freundlich beschrieben.

Die RĂŒcknahme der Kampagne und die Entschuldigung von Frau Hendricks ist nicht nur eine Niederlage fĂŒr das Umweltministerium.
Es ist auch eine Niederlage fĂŒr die Umwelt und zeigt wieder einmal deutlich, dass die Lobby der Umwelt, der Natur und der Trinkwassertrinker wenig Chancen gegen die mĂ€chtige Agrarlobby hat.

Ärgerlich ist nicht nur der Erfolg von BauernverbĂ€nden, Gift und DĂŒnger produzierenden Chemiekonzernen und deren Paten in der Politik, sondern die erschreckende Wehrlosigkeit der Umweltbewegung, die solche Angriffe nicht angemessen pariert, teilweise nicht einmal als Angriff erkennt.

Axel Mayer, BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer

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ZurĂŒckgezogene, richtige & nicht beleidigende, neue Bauernregeln

"1. Bauernregel: Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein."
"2. Bauernregel: Gibt's nur Mais auf weiter Flur, fehlt vom Hamster jede Spur."
"3. Bauernregel: Zu viel DĂŒnger auf dem Feld geht erst ins Wasser, dann ins Geld."
"4. Bauernregel: Haut Ackergift die Pflanzen um, bleiben auch die Vögel stumm."
"5. Bauernregel: Zu viel DĂŒnger, das ist Fakt, ist fĂŒrs Grundwasser beknackt."
"6. Bauernregel: Ohne Blumen auf der Wiese geht's der Biene richtig miese."
"7. Bauernregel: Steh'n im Stall zu viele KĂŒhe, macht die GĂŒlle mĂ€chtig MĂŒhe."
"8. Bauernregel: Gibt's nur eine Pflanzenart, wird's fĂŒrs Rebhuhn richtig hart."
"9. Bauernregel: Wenn alles bleibt, so wie es ist, krÀht bald kein Hahn mehr auf dem Mist."
"10. Bauernregel: Strotzt der Boden vor Nitraten, kann das Wasser arg missraten."
"11. Bauernregel: Bleibt Ackergift den Feldern fern, sieht der Artenschutz das gern."

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zum Bild oben: Bauernregel Vogelsterben

In einer Zeit, in der das globale und bundesweite Artensterben zunimmt, in der Neonicotinoide Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten dezimieren und so den Vögeln die Nahrung nehmen, ist die Bauernregel "Haut Ackergift die Pflanzen um, bleiben auch die Vögel stumm" keine Bosheit, sondern eine pointierte Zuspitzung der RealitÀt.
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Geplanter Neubaustadtteil Dietenbach
Nach Termin der Stadt mit Landwirten ist klar: ErsatzflÀchenangebot unverÀndert viel zu klein.

Freiburger FlĂ€chenfraß lĂ€sst Ackerlandpreise im Umland spekulativ steigen

Sehr enttĂ€uschend fĂŒr die Landwirte verlief ein GesprĂ€ch zwischen der Planungsgruppe Dietenbach und betroffenen Landwirten, die zum grĂ¶ĂŸten Teil bereits in der BĂŒrgerinitiative (BI) pro Landwirtschaft und Wald in Freiburg-Dietenbach & Regio (BI) organisiert sind. Die betroffenen und zum Teil in ihrer betrieblichen Existenz gefĂ€hrdeten Landwirte erfuhren dabei kĂŒrzlich, dass es unverĂ€ndert seit Mai 2016 nur ca. 29 Hektar (ha) ErsatzflĂ€chen fĂŒr die FlĂ€chenverluste der Dietenbach-Landwirte gibt (*)- DRUCKSACHE G-16/136. Diese 29 ha wĂŒrden aber wiederum dann anderen PĂ€chtern bzw. anderen Landwirten fehlen. Insgesamt wĂŒrden fĂŒr den neuen Stadtteil ca. 130 ha Landwirtschaft wegfallen. Als AusgleichsflĂ€chen fĂŒr die Bebauung habe die Stadt noch keine FlĂ€chen, man denke an Gebiete beim Mundenhof. Damit wĂŒrden jedoch weitere FlĂ€chen als Ackerland wegfallen, so die BI.

Wie die BI dem Gemeinderat jetzt mitteilte, ist es offensichtlich unmöglich, den Dietenbach-Landwirten gerecht und fair Ersatzland anzubieten: denn es gibt dafĂŒr so gut wie keine nahen FlĂ€chen mehr, die nicht von Landwirten bearbeitet werden. In dem die Stadt stĂ€dtische PachtflĂ€chen anderswo kĂŒndigt, nimmt sie diesen Landwirten auch wichtige Teile der Existenzgrundlage weg. Der BI sind sogar KĂŒndigungs-AnkĂŒndigungen der Stadt an junge Landwirte bekannt. Es sei höchste Zeit, so die BI, die ausreichenden Alternativen bei der Stadtentwicklung auf den Tisch zu bringen und vom Neubau auf der grĂŒnen Wiese Abstand zu nehmen.

Der weiter um sich greifende AckerflĂ€chenfraß der Stadt Freiburg fĂŒr Neubaugebiete mit Höhepunkt Dietenbach samt fehlenden Möglichkeiten fĂŒr ausreichend AusgleichsflĂ€chen hat zudem die Ackerland-Preise rund um Freiburg stark erhöht. FĂŒr Landwirte ist es so gut wie unmöglich, bei solchen Preisen mitzuhalten. Private Nichtlandwirte kaufen spekulativ AckerflĂ€chen auf, dem Vernehmen nach zu 7,00 € pro qm plus "Schwarzzahlung".

Es werde an der Zeit, zu begreifen, dass auch Freiburg die Grenzen des Wachstums erreicht hat, so die BI. So wie in den letzten Jahrzehnten FlĂ€chen fĂŒr Baugebiete versiegelt wurden, darf es nicht weitergehen. Mit der Vernichtung von AckerflĂ€chen fĂŒrs Bauen aller Art verlieren alle in Freiburg, mahnt die BI: Es gehen große FlĂ€chen fĂŒr die ErnĂ€hrung, Naherholung und Klima verloren. Die BI kĂ€mpfe deshalb nicht nur fĂŒr die landwirtschaftlichen FlĂ€chen und Existenzen, sondern auch fĂŒrs Allgemeinwohl der Einwohnerschaft.

*FĂŒr die Anlage bei TOP 13 klicke auf "mehr" ...
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Photovoltaikversicherungen: Oft ist der Schutz löchrig
Feuer, Sturm, Überspannung, Marderbiss – auch die eigene Photovoltaik-Anlage ist diesen Risiken ausgesetzt. Sie zu versichern ist sinnvoll, VertrĂ€ge gibt es schon fĂŒr unter 100 Euro im Jahr. Doch oft ist der Schutz löchrig, wie ein Test von Photovoltaikversicherungen der Stiftung Warentest zeigt. Rundum empfehlenswert sind nur 9 der 42 Tarife, so die MĂ€rz-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest.

Zwei Arten von Photovoltaikversicherungen gibt es. Kunden können sie als Zusatzbaustein ihrer WohngebĂ€udeversicherung abschließen oder als separate Police bei einem anderen Anbieter.

Die untersuchten Zusatzbausteine zur GebĂ€udeversicherung kosten zwischen 28 und 132 Euro pro Jahr. Es gibt zwar auch WohngebĂ€udetarife, die kleine Anlagen bis zehn Kilowatt mitversichern. Der Schutz bezieht sich dann aber oft nur auf Risiken, fĂŒr die die GebĂ€udepolice greift, zum Beispiel Feuer, Sturm oder Hagel. Nicht dazu gehören u. a. MarderschĂ€den, Diebstahl oder Kurzschluss. Finanztest hat insgesamt sieben Versicherungen gefunden, bei denen sowohl die zugrunde liegende WohngebĂ€udeversicherung empfehlenswert ist als auch der von Finanztest definierte Mindestschutz fĂŒr die Solaranlage gilt.

Separate Photovoltaikversicherungen sind teilweise teurer, hĂ€ufig ist ein Mindestbeitrag fĂ€llig. Die untersuchten Tarife kosten zwischen 60 und 250 Euro. Nur zwei Tarife erfĂŒllen den Finanztest-Mindestschutz. Zahlreiche Policen zahlen hier nicht, wenn ein Schaden grob fahrlĂ€ssig verursacht wurde.

Der ausfĂŒhrliche Test erscheint in der MĂ€rz-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (seit 15.02.2017 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/photovoltaikversicherung abrufbar.
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FlĂ€chenfraß in der Ortenau
Quelle: BUND SĂŒdlicher Oberrhein
 
FlĂ€chenfraß in der Ortenau
Mosolf wuchert jetzt doch in Richtung SĂŒden
Die Firma Mosolf erweitert ihre 90 Hektar große FlĂ€che jetzt doch um weitere vier Hektar. Der Kippenheimer Gemeinderat hat den Mosolf-PlĂ€nen zugestimmt, auf der bisher landwirtschaftlich genutzten FlĂ€che zusĂ€tzlich Platz fĂŒr rund 2.000 Fahrzeuge zu schaffen.
Der Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz hatte sich gegen die ursprĂŒnglichen PlĂ€ne einer noch massiveren Erweiterung um 18 Hektar ausgesprochen und zumindest einen Teilerfolg errungen. Die damals vorgebrachten Argumente gelten auch heute noch.
Das Mosolf-GelĂ€nde ist schon jetzt ein gigantischer Abstellplatz fĂŒr KFZ aller Art, das in unserer Landschaft geradezu absurd und skurril wirkt. Es ist ein eindrucksvolles Beispiel dafĂŒr, welches Ausmaß FlĂ€chenfraß und Versiegelung in unserem Land annehmen können, ohne dass jemand Einhalt gebietet.
Die Entscheidung des Kippenheimer Gemeinderats bei nur einer Enthaltung zeigt mehr als deutlich den Widerspruch zwischen der FlĂ€chenspar-Rhetorik der Politiker und der FlĂ€chenfraß-RealitĂ€t. Hier wurde wieder einmal ein massiver Beitrag zur Verscheußlichung unserer Heimat geleistet.

Das Thema „FlĂ€chensparen“ und damit der Erhalt von Landschaft hat leider auch im Ortenaukreis keine Konjunktur. Zu schnell wird bei Planungen scheinbar alternativlos auf FlĂ€chenverbrauch gesetzt und der Vorgang pauschal mit der Notwendigkeit zum Wachstum begrĂŒndet. Der BUND sieht seine Aufgabe darin, im Rahmen seiner Möglichkeiten gegenzusteuern, auf gravierende Fehlentwicklungen hinzuweisen.

Beim Mosolf-Logistikzentrum in Kippenheim mĂŒsste das Wuchern von großflĂ€chigen, ebenerdigen ParkplĂ€tzen unbedingt verhindert werden. Wenn es im Zeitalter der absehbaren Endlichkeit von Erdöl tatsĂ€chlich noch zusĂ€tzliche AuslieferungsplĂ€tze fĂŒr Fahrzeuge braucht, dann sollten diese kĂŒnftig in den Himmel, aber nicht wahllos ins GelĂ€nde wachsen.
Eine kleineres, mehrstöckiges PKW-Lager, hagelgeschĂŒtzt mit Dach und Solaranlage wĂ€re auch fĂŒr den BUND akzeptabel.
Die jetzige Entscheidung passt nach Ansicht von BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Axel Mayer allerdings gut in unser Zeitalter des AntropozĂ€n und der wachsenden Umweltzerstörung. „Fahren sie einmal mit offenen Augen auf der B3 von Offenburg nach Freiburg: Es entsteht ein durchgĂ€ngiger, gesichtsloser Siedlungsbrei, (auf der Gesamtstrecke von 68 km bleiben zwischen 50,3 km SiedlungsflĂ€chen nur noch 17,7 km Freiraum) LĂ€den stehen leer, die alten Restaurants schließen, Naturreste werden zurĂŒck gedrĂ€ngt. Die wenigen, erhalten gebliebenen, historischen AltstĂ€dte und die restlichen Naturschutzgebiete im Ortenaukreis verbindet eines: Sie sind zunehmend Inseln in einem Meer von Scheußlichkeit.“
 
 

 
BWE fordert Ausbau der Windenergienutzung in Baden-WĂŒrttemberg
Die außergewöhnliche Trockenheit der letzten Monate ist Zeichen eines schnell fortschreitenden Klimawandels. Der Ausbau Erneuerbarer Energien ist deshalb das Gebot der Stunde – auch und gerade in Baden-WĂŒrttemberg kann Windenergienutzung einen entscheidenden Beitrag leisten.

Freiburg, 13.02.2017 / MatthĂ€us Weber blickt besorgt auf sein Vieh. Seit 28 Jahren betreibt er mit der Familie den Gschwinghof, einen Bio-Bauernhof in St. Peter im Schwarzwald. Es gab gute und weniger gute Zeiten. Aber zu trinken hatten die Tiere genug. Wasserknappheit im Winter? So anhaltend kennt er das nicht. Der ehemalige Hofbrunnen und andere Brunnen sind seit dem Sommer trocken. „Die Situation ist angespannt. Wasser fehlt im Boden und im Wald." Die Lösung? „Gute Frage", so Weber, „fĂŒr Wasser gibt es keine Alternative!" 100 Liter braucht die Kuh am Tag.

Woher kommt die ungewöhnliche Wasserknappheit, die neben dem Gschwinghof viele Gemeinden und Höfe im Schwarzwald betrifft? „Das ist der Klimawandel. Die Auswirkungen hat man schon vor 30 Jahren vorhergesagt.", so Weber. Heiße Sommer, trockene Winter. Der gefrorene Boden kann den wenigen Regen, der noch kommt, nicht aufnehmen. TatsĂ€chlich waren die letzten Monate extrem trocken; die Grundwasserspiegel im Land sind auf historische TiefstĂ€nde gefallen, statt wie sonst im Winter zu steigen. So schlimm sei es seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1913 nicht gewesen, bestĂ€tigte Wasser-Experte Michel Wingering von der Landesanstalt fĂŒr Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) gerade in der SĂŒdwest-Presse. „Diese Entwicklungen sind alarmierend und mahnen zur Eile im Kampf gegen den Klimawandel", betont der Vorsitzende des baden-wĂŒrttembergischen Landesverbandes des Bundesverbands Windenergie, Christian Oberbeck. Er fordert daher: „Die Windenergienutzung in Baden-WĂŒrttemberg muss engagiert ausgebaut und die klimaschĂ€dliche Kohleverstromung endlich gestoppt werden." Aber die Windpark-Projektierer im Schwarzwald und Oberschwaben treffen oft auf Widerstand. „Es heißt, man brauche Zeit, um ĂŒber die Energiewende nachzudenken. Die haben wir nicht", so Oberbeck.

Davon ist auch der Landwirt vom Gschwinghof ĂŒberzeugt. Mit seiner eigenen Windenergieanlage unweit des Hofes produziert er ein Vielfaches des benötigten Stroms. „Windkraft leistet einen entscheidenden Beitrag im regenerativen Energiemix zur CO2-Reduzierung", betont Weber. Hoffentlich macht sein Modell Schule. Damit die Tiere im Schwarzwald keinen Durst leiden mĂŒssen.
 
 

 
Netzwerk der WIN-Charta wÀchst weiter
Knapp 120 Unternehmen im Land bekennen sich öffentlich zum nachhaltigen Wirtschaften

Umweltminister Franz Untersteller: „Unternehmen, die werte- und zukunftsorientiert arbeiten, haben erwiesenermaßen klare Vorteile im Markt.“

Mehr als 400 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung sind heute (15.02.) der Einladung des Ministeriums fĂŒr Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und der Landeshauptstadt Stuttgart zum Forum „Der WIN’er sind Sie“ nach Stuttgart gefolgt, um sich ĂŒber die Bedeutung nachhaltigen Wirtschaftens auszutauschen. Umweltminister Franz Untersteller bestĂ€rkte die Unternehmen in ihrem Engagement: „Nachhaltigkeit ist definitiv ein Wettbewerbsfaktor.“ Europaweiten Umfragen zufolge legten Kunden und Gesellschaft zunehmend Wert darauf, das Waren und Dienstleistungen nachhaltig produziert werden“, so der Minister. „Auch belegen Studien, dass Unternehmen klare Vorteile im Markt haben, wenn sie werte- und zukunftsorientiert arbeiten.“

„Zahlreiche baden-wĂŒrttembergische Unternehmen haben die VorzĂŒge nachhaltigen Wirtschaftens bereits fĂŒr sich entdeckt,“ sagte Untersteller mit Blick auf das Netzwerk der sogenannten WIN-Charta. Bisher haben sich 99 Unternehmen diesem System fĂŒr ein gut umsetzbares und transparentes Nachhaltigkeitsmanagement angeschlossen. „Heute Abend unterzeichnen nun 17 weitere Unternehmen die WIN-Charta“, gab der Minister bekannt und ergĂ€nzte: „Ich bin ĂŒberzeugt, dass wir das Niveau des nachhaltigen Wirtschaftens mit der WIN-Charta kontinuierlich werden weiterentwickeln können. Dies ist fĂŒr eine zukunftsfĂ€hige Wirtschaft in unserem rohstoffarmen und exportorientierten Land von hoher Bedeutung.“

Fritz Kuhn, OberbĂŒrgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart, sagte: „Im Sinne der Nachhaltigkeit gilt der Satz: Mit grĂŒnen Ideen schwarze Zahlen schreiben. Und die Bedingungen fĂŒr nachhaltiges Wirtschaften sind heute besser denn je. Die Nachhaltigkeit spielt fĂŒr die Konsumenten eine immer grĂ¶ĂŸere Rolle. Sie achten darauf, ob Produkte auf akzeptable Art und Weise entstanden sind. Auch die Kommunen können viel fĂŒr nachhaltiges Wirtschaften tun. Der weitere Ausbau des ÖPNV ist wie die Einsparung von Energie und die Schonung von natĂŒrlichen FlĂ€chen im Sinne des Gedankens der Nachhaltigkeit.“


Die WIN-Charta geht zurĂŒck auf eine Anregung des Initiativkreises der Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit des Landes Baden-WĂŒrttemberg (WIN).

Mit der Unterzeichnung der WIN-Charta bekennen sich die Unternehmen zu insgesamt zwölf LeitsĂ€tzen und Zielen nachhaltigen Wirtschaftens, zum Beispiel zu den Themen Menschen und Arbeitnehmerrechte, Mitarbeiterwohlbefinden, Anti-Korruption, Umgang mit Ressourcen und Energie, Produktverantwortung oder regionaler Mehrwert. Außerdem benennen sie ein Nachhaltigkeitsprojekt aus ihrer Region, das sie unterstĂŒtzen wollen und sie verpflichten sich zu einem regelmĂ€ĂŸigen schriftlichen Rechenschaftsbericht.
 
 

 
Warmwasser mit Solarthermie auf MehrfamilienhÀusern lohnt sich
Pilotprojekt von Stadt Freiburg, Badenova und Bauverein Breisgau zeigt gute Erfolge

Seminar mit weiteren Infos dazu auf der GETEC

Aus Sonne WĂ€rme gewinnen, das lohnt sich auch fĂŒr grĂ¶ĂŸere
HĂ€user mit mehreren Wohnungen. Das ist das Ergebnis eines
Pilotprojekts, das von der Stadt Freiburg initiiert, vom Badenova
Innovationsfonds gefördert und vom Bauverein Breisgau
umgesetzt wurde. Der Bauverein hatte vor gut einem Jahr
insgesamt zehn zusammenliegende HĂ€user in der
Emmendinger Straße mit ĂŒber 90 Wohnungen mit einer großen
Solarthermieanlage, die Warmwasser erzeugt, ausstatten
lassen. Jetzt wertete das Fraunhofer ISE die Betriebsdaten
eines Jahres aus und es zeigt, dass ein solches Projekt
Nachahmer finden sollte, weil es einen wichtigen Beitrag leisten
kann, die Freiburger Klimaschutzziele zu erreichen. Die
zustĂ€ndige BĂŒrgermeisterin Gerda Stuchlik freut sich:
„Solarthermieanlagen haben auch im
Mehrgeschosswohnungsbau ihre Berechtigung und können dort
einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten.“
Besonderheit des Projekts war außerdem, dass die neue
Solarthermieanlage in ein neu geschaffenes Klein-Netz fĂŒr die
WĂ€rmeversorgung eingebunden wurde.

Wissenschaftlich begleitet hat das Projekt das FraunhoferInstitut
fĂŒr Solare Energiesystem ISE. Das Ergebnis nach einem
Jahr: Die Anlage auf dem denkmalgeschĂŒtzten Ensemble in der
Emmendinger Straße hat der AtmosphĂ€re mehr als zwölf
Tonnen Kohlendioxid erspart. In den Sommermonaten lieferten
die Kollektoren mehr als 60 Prozent der von den 92 Wohnungen
benötigten WĂ€rmemenge. Über das gesamte Jahr 2016
gesehen, konnte die Solarthermie rund zehn Prozent der
WĂ€rmeenergie bereitstellen.

Das neue WĂ€rmesystem besteht neben der 191 Quadratmeter
großen Solaranlage aus einem Blockheizkraftwerk (BHKW)
sowie einem gasbetriebenen Spitzenlastkessel und zehn
Pufferspeichern mit einem Volumen zwischen 1.200 und 1.700
Litern. Da das BHKW vergleichsweise klein ausgelegt ist, kann
es fast ganzjÀhrig unter Volllast laufen und damit sehr effizient
WĂ€rme und Strom produzieren. Der selbst produzierte Strom
wird ĂŒber eine Tochtergesellschaft des Bauvereins an die
Mieterinnen und Mieter zum Eigenverbrauch verkauft. Die
Kosten fĂŒr das ganze WĂ€rmesystem lagen bei rund 1,26
Millionen Euro.

Wir sind sehr zufrieden mit der neuen, innovativen
WÀrmeversorgung in unserem GebÀudeensemble in der
Emmendinger Straße“, resĂŒmiert Michael Simon, Leiter der
Bauabteilung beim Bauverein Breisgau. Auch der Verkauf des
BHKW-Stroms an die Mieterinnen und Mieter hat sich
ausgesprochen positiv entwickelt: „Bereits drei Viertel aller
Mietenden beziehen den preisgĂŒnstigen Strom aus eigener
Herstellung“, erzĂ€hlt Simon. „Ich wĂŒrde mich freuen, wenn
andere Wohnungsgesellschaften, Baugenossenschaften oder
sonstige EigentĂŒmer von MehrfamilienhĂ€usern unser
Pilotprojekt zum Anlass nÀhmen und bei der Erneuerung ihrer
WĂ€rmeversorgung die Solarthermie und die Einbindung eines
BHKW in Betracht zögen.“

Die Stadt Freiburg möchte mit diesem Beispiel vor allem
Besitzerinnen und Besitzer von MehrfamilienhÀusern dazu
anregen, ĂŒber die Nutzung solarthermischer Anlagen
nachzudenken. Das unter Denkmalschutz stehende
GebĂ€udeensemble des Bauvereins zeigt außerdem, dass auch
der Denkmalschutz kein Hindernis sein muss. Gerade bei
MehrfamilienhÀusern im Bestand gibt es noch erhebliches
Potential hinsichtlich der Solarthermie. Nur ein Bruchteil der
MehrfamilienhÀuser ist mit solarthermischen Anlagen
ausgestattet. „Das ist bedauerlich“, meint Stuchlik, „Achtzig
Prozent aller Mietwohnungen liegen in WohnhÀusern mit drei
bis zwölf Wohneinheiten. Unser Ziel ist es, dass dieses
Potential zukĂŒnftig stĂ€rker erschlossen wird. Denn nur, wenn die
Solarthermie ihren Platz auch in der WĂ€rmeversorgung von
grĂ¶ĂŸeren WohnhĂ€usern findet, wird mittelfristig die
WĂ€rmewende gelingen können“, ist Stuchlik ĂŒberzeugt.
 
 

 
Karlsruhe: Vegan - ein ErnÀhrungstrend?
HintergrĂŒnde und Praxistipps im SonntagscafĂ©

Vegan scheint in aller Munde zu sein. Warum Veganer keine tierischen Produkte essen und ob die ErnĂ€hrungsweise gesund ist, darĂŒber referiert die Chefredakteurin des VEBU-Magazins Silke Bott am 19. Februar um 11 Uhr beim SonntagscafĂ© im Internationalen Begegnungszentrum (Kaiserallee 12 d, Großer Saal). Dabei geht Bott der Frage nach, was dabei herauskommt wenn man Ethik mit ErnĂ€hrung verknĂŒpft und gibt praktische Tipps, wo die Zuhörerinnen und Zuhörer in Karlsruhe vegan essen können und wie sie vegane Produkte im Supermarkt erkennen. Zudem gibt es neben Rezepten auch vegane HĂ€ppchen zum Probieren.

Einlass ist ab 10.30 Uhr. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, der Mittagsimbiss kostet drei Euro.
 
 



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