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Dienstag, 24. Oktober 2017
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Verschiedenes

 
Kalorienbombe oder Schlankmacher?
Weihnachten lassen es sich die meisten kulinarisch gut gehen. Doch wenn man nicht aufpasst, wachsen schnell ein paar Fettpölsterchen an Taille und Hüfte. Wer seine schlanke Linie behalten will, sollte wissen, welche Lebensmittel besonders viele Kalorien haben. Denn dann kann man leichtere Alternativen wählen. ÖKO-TEST erklärt, wo Figurfallen lauern und wie man sie am besten umgeht.

Was wir essen, entscheiden wir täglich aufs Neue. Gut schmecken soll es, andererseits aber nicht allzu heftig das Kalorienkonto belasten. Jedem ist klar, dass Tiramisu und Spaghetti carbonara Kalorienbomben sind. Aber kommt man leichter weg, wenn man sich stattdessen für Schokoladenpudding und Pizza entscheidet? Und wie schlagen die ganzen Kleinigkeiten zu Bauche, die man zwischendurch so vertilgt? Das Brötchen unterwegs, die Hand voll Gummibärchen, die Nussecke zum Kaffee? So mancher kleine Happen hat es echt in sich. Ganz verzichten muss man trotzdem nicht, denn oft gibt es leckere und leichtere Alternativen. Wohlgemerkt: Ständig Kalorien zählen macht keinen Spaß und wenig Sinn. Trotzdem ist es gut zu wissen, wo die Figurfallen lauern. Wer dann immer noch lieber zum Croissant als zu Pumpernickel greift, fällt diese Entscheidung wenigstens bewusst.

So viele Kalorien enthalten:

30 g Salami, 80 kcal
30 g Kochschinken, 40 kcal
Ă–KO-TEST-Empfehlung: Salami hat viel Fett. Mit Schinken kommt man leichter weg.

125 g vollfetter Naturjoghurt + 125 g frisches Obst, 190 kcal
250 g Fruchtjoghurt, 235 kcal
Ă–KO-TEST-Empfehlung: Wer seinen Fruchtjoghurt selbst kreiert, spart Kalorien. Es muss noch nicht mal die fettarme Variante sein.

Tagliatelle mit Sahne, Pilzen und Schinken (400 g), 600 kcal
Penne mit Tomaten und Oliven (400 g), 400 kcal
ÖKO-TEST-Empfehlung: Pasta gönnt man sich besser mit einer leichten Tomatensoße.

Eine Scheibe Baguette (2,5 cm dick), 50 kcal
Ein mittelgroĂźer Bagel (90 g), 250 kcal
Ă–KO-TEST-Empfehlung: Auch ohne Belag hat der Bagel schon reichlich Kalorien.

60 g Gummibärchen, 206 kcal
Drei Riegel Schokolade, 209 kcal
ÖKO-TEST-Empfehlung: Süßigkeiten sind immer kalorienreich, egal ob Schokolade oder Gummibärchen.

Ein halbes Brathähnchen mit Haut, 400 kcal
Eine Scheibe Leberkäse, 540 kcal
ÖKO-TEST-Empfehlung: Beim Brathähnchen steckt viel Fett in der knusprigen Haut. Trotzdem ist der halbe Vogel noch leichter als eine Scheibe Leberkäse.

Eine TĂĽte gebrannte Mandeln (100 g), 500 kcal
Ein kandierter Apfel, 160 kcal
Ă–KO-TEST-Empfehlung: SĂĽĂźen Verlockungen darf man ab und zu ruhig nachgeben. Aber man sollte wissen, dass die TĂĽte gebrannte Mandeln kalorientechnisch locker ein Hauptgericht ersetzt.

250 ml Apfelschorle, 55 kcal
250 ml Orangenlimonade, 100 kcal
Ă–KO-TEST-Empfehlung: Heimlich, still und leise belasten Fanta und Co. das Kalorienkonto ganz erheblich.

Vegetarische Pizza mit Käse (200-g-Stück), 250 kcal
Pizza mit Salami und Mozzarella (200-g-StĂĽck), 650 kcal
Ă–KO-TEST-Empfehlung: Der Belag macht den Unterschied: Salami-Pizza hat besonders viele Kalorien.

200 g Panna cotta, 580 kcal
200 g Zabaglione, 350 kcal
ÖKO-TEST-Empfehlung: Soll’s ein Nachtisch sein? Das schwere Sahnedessert Panna cotta teilt man besser.

0,25 l Bier, 110 kcal
0,25 l alkoholfreies Bier, 65 kcal
Ă–KO-TEST-Empfehlung: Auch in puncto Kalorien ist alkoholfreies Bier eine gute Alternative zum Original.

20 g Leberpastete, 90 kcal
20 g Kaviar, 60 kcal
Ă–KO-TEST-Empfehlung: Luxus hat seinen Preis - auch in Kalorien berechnet.

Ein MĂĽsliriegel mit Schokolade, 96 kcal
Eine Haselnuss-Schokowaffel, 130 kcal
Ă–KO-TEST-Empfehlung: Wenig dran, aber viel drin: Die Haselnuss-Waffel ist nicht so harmlos, wie sie aussieht.

100 g Sandkuchen, 380 kcal
100 g Hefekuchen mit Obstbelag, 175 kcal
ÖKO-TEST-Empfehlung: Trockener Sandkuchen oder saftiger Obstkuchen? Angesichts der Kalorienbilanz fällt die Wahl leicht.

Zwei WeiĂźbrotscheiben mit Nugatcreme, 363 kcal
Eine Portion SchokomĂĽsli mit Milch, 345 kcal
Ă–KO-TEST-Empfehlung: Ein sĂĽĂźes FrĂĽhstĂĽck bringt es schon auf beachtliche Kalorienmengen.

250 g Lasagne mit BolognesesoĂźe, 370 kcal
250 g Spaghetti carbonara, 650 kcal
Ă–KO-TEST-Empfehlung: Die Carbonara-Spaghetti setzen eindeutig mehr HĂĽftgold an als Lasagne.

Zwei WeiĂźwĂĽrste, 720 kcal
Eine Brezel, 270 kcal
Ă–KO-TEST-Empfehlung: WeiĂźwurst oder Brezel? Beides zusammen besser nicht, angesichts der Kalorienbilanz.

Ein Hotdog mit Senf, 360 kcal
Drei Falafelbällchen, 180 kcal
Ă–KO-TEST-Empfehlung: Der vegetarische Snack hat nur halb so viele Kalorien wie der Hotdog.

Ein groĂźer Hamburger, 520 kcal
Sechs Chicken-Nuggets, 250 kcal
Ă–KO-TEST-Empfehlung: Klar, manchmal muss es ein Hamburger sein. Aber bitte nicht zu oft.

150 g Salzkartoffeln, 110 kcal
150 g Bratkartoffeln, 220 kcal
ÖKO-TEST-Empfehlung: Ob Kartoffeln dick machen, hängt von der Art der Zubereitung ab.

Ein Rosinenbrötchen, 115 kcal
Ein Croissant, 175 kcal
ÖKO-TEST-Empfehlung: Das fettreiche Croissant hat’s in sich.

Ein paniertes Schweineschnitzel, 415 kcal
Ein Putenschnitzel natur, 350 kcal
ÖKO-TEST-Empfehlung: Alles Panierte enthält viele Kalorien.

Eine Scheibe Toastbrot, 76 kcal
Eine Scheibe Knäckebrot, 38 kcal
ÖKO-TEST-Empfehlung: Knäcke gilt als schlanke Kost. Zu Recht.

Ein Schokoriegel, 270 kcal
Ein Schokokuss, 90 kcal
Ă–KO-TEST-Empfehlung: In zwei, drei Bissen ist der Schokoriegel vertilgt, und schon hat man seinem Kalorienkonto wieder einiges aufgebĂĽrdet.

100 g Studentenfutter, 483 kcal
100 g getrocknete Aprikosen, 240 kcal
Ă–KO-TEST-Empfehlung: Studentenfutter liefert viel Energie.

Ein Glas WeiĂźwein (125 ml), 100 kcal
Ein groĂźer Wodka (50 ml), 100 kcal
ÖKO-TEST-Empfehlung: Alkohol hat’s in sich. Das gilt auch für die Kalorien.

0,33 l Cola, 138 kcal
0,33 l Eistee, 110 kcal
Ă–KO-TEST-Empfehlung: Fertiger Eistee ist meist stark gesĂĽĂźt und sollte ebenso wie Cola in MaĂźen getrunken werden.

200 ml Caffè Latte, 66 kcal
200 ml Kakaotrunk, 160 kcal
ÖKO-TEST-Empfehlung: Das Modegetränk Caffè Latte hat vergleichsweise wenige Kalorien.

20 g ErdnĂĽsse, 125 kcal
Drei Reiswaffeln, 51 kcal
Ă–KO-TEST-Empfehlung: ErdnĂĽsse sind sehr gehaltvoll. Leichte Reiswaffeln sind die bessere Knabberalternative.

Eine Portion Tiramisu (150 g), 500 kcal
Eine Birne in Rotwein, 100 kcal
ÖKO-TEST-Empfehlung: Fünf Rotwein-Birnen könnte man verputzen, um auf die Kalorienzahl einer Portion Tiramisu zu kommen.

100 g Möhren, 26 kcal
100 g Apfel, 54 kcal
Ă–KO-TEST-Empfehlung: An Rohkost kann man sich ruhig satt essen, da passiert der Figur nichts.

Eine Scheibe Pumpernickel, 70 kcal
Eine Scheibe Graubrot, 95 kcal
ÖKO-TEST-Empfehlung: Pumpernickel sättigt und hat weniger Kalorien als viele andere Brotsorten.

Eine Portion Sushi (175 g), 220 kcal
Drei FrĂĽhlingsrollen Ă  60 g, 500 kcal
Ă–KO-TEST-Empfehlung: Leichte asiatische KĂĽche? Das gilt nicht fĂĽr FrĂĽhlingsrollen.

100 g Kartoffelchips, ca. 600 kcal
100 g Asia-Reiscracker, ca. 370 kcal
Ă–KO-TEST-Empfehlung: Kartoffelchips sind echte Fettbomben und unversehens hat man die ganze TĂĽte leer geknabbert.

Eine Nussecke, 300 kcal
150 g Schokopudding, 120 kcal
ÖKO-TEST-Empfehlung: Lust auf Süßes? Dann lieber den Pudding löffeln, der enthält wesentlich weniger Kalorien.
 
 

 
Stimmt´s oder stimmt´s nicht: alles rund ums Thema Kosmetik
Binsenweisheiten rund um das Thema Kosmetik gibt es viele. Ă–KO-TEST ist der Frage nachgegangen, welche stimmen und welche vollkommen unsinnig sind.

Akupunktur hilft gegen Falten
Stimmt eher nicht. Gezielt gesetzte Akupunkturnadeln regen angeblich die Zellerneuerung an, verbessern das Hautbild und lassen Fältchen verschwinden. Dr. Helmut Rüdinger vom Vorstand der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur hält die Versprechungen für grenzwertig: "Es gibt keine einzige Studie, die belegt, dass Akupunktur Falten verschwinden lässt", sagt er. Nach der Akupunktur sehe man aber ausgeruhter aus.

Schwarzer Kaffee macht schön
Stimmt nicht. Zwar ist Kaffee unbestritten ein Muntermacher, der dank des Koffeins und zahlreicher Röststoffe sehr anregend wirkt. Schöner wird man davon aber nicht. Bei manchen Menschen führt Kaffee sogar zu innerer Unruhe und Rötungen im Gesicht. Die gute Nachricht: Kaffee ist doch nicht so ein Flüssigkeits- und Mineralstoffräuber, wie lange Zeit angenommen wurde. Eine neue Studie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) beweist, dass Kaffee in der Flüssigkeitsbilanz des Körpers wie jedes andere Getränk mitzählt. Und reichlich trinken ist das A und O für eine schöne Haut.

Rauchen macht alt
Stimmt zweifelsohne. Zigaretten sind neben zu viel Sonne der Beauty-Killer schlechthin. Die typische Raucherhaut ist faltig, fahl und grau. Die Durchblutung der Haut wird durch Rauchen gedrosselt und sie altert schneller, weil Nikotin das Kollagen zerstört. Studien zufolge wirken Tabakkondensate auch fototoxisch. Das heißt, Sonnenstrahlen wirken auf der Haut eines Rauchers stärker.

Viele Wirkstoffe sind gut fĂĽr die Haut
Stimmt nicht. Ständig neue Präparate und Pröbchen mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen können die Haut irritieren. Sie reagiert gereizt, rötet oder schuppt sich. Wer viele verschiedene Produkte benutzt, sollte nicht bei jedem eine andere Marke verwenden. Die meisten Hersteller bieten Pflegeserien an, die aufeinander abgestimmt sind. Das verträgt die Haut besser.

Schokolade macht Pickel
Stimmt nicht. Dem Vorurteil wurde in klinischen Studien nachgegangen. Das Ergebnis: Ein hoher Schokoladenkonsum ruft keine Pickelschübe hervor. Die Talgproduktion der Haut, so ein weiteres Resultat der Untersuchungen, ist von der Art der Ernährung unabhängig. Schokolade macht aber glücklich und in diesem Sinne ist sie - in Maßen - auch gut für die Haut.

Grüner Tee beugt Hautschäden vor
Stimmt. In grünem Tee stecken viel Vitamin C und Betacarotin. Außerdem enthält er reichlich Polyphenole. Diese sekundären Pflanzenstoffe sind starke Radikalenfänger. Äußerlich angewendet, in Form von Kompressen, verstärkt grüner Tee den Säureschutzmantel der Haut und wirkt entzündungshemmend und beruhigend. Gerbstoffe des Tees straffen die Haut.

Zitrone bleicht Sommersprossen
Stimmt nicht. Sauer macht nicht lustig und Zitronensaft lässt weder Sommersprossen noch Altersflecken verschwinden. Der Bleicheffekt von Zitronensaft ist minimal. Fruchtsäuren wie Zitronensäure werden zwar in Cremes und Peelings eingesetzt. Dabei geht es aber darum, die Haut zu glätten und zur schnelleren Zellbildung anzuregen. Fruchtsäuren können zudem die Haut reizen.

Piercings gibt es schon seit Jahrtausenden
Stimmt. Schon die alten Ägypter trugen Bauchnabelringe als Zeichen ihrer adligen Abstammung und die Inuit durchstießen aus rituellen Motiven ihre Wangen mit Knochenscheiben von Walen. Die neue Lust auf Körperschmuck lösten vor allem die Punks und die Homosexuellen aus. Während die Punks in den 70er Jahren mit Sicherheitsnadeln in den Wangen vor allem provozieren wollten, standen Piercings in der Schwulen- und Sado-Maso-Szene für eine gewisse Experimentier- und Risikofreude der Träger.

Hautanalyse notwendig fĂĽr optimale Pflege
Stimmt nur teilweise. Viele Kosmetikinstitute bieten sie mit dem Argument an, so die optimale Pflegeserie für den Hauttyp finden zu können. "Wer aber normale, gesunde Haut hat, für den ist solch eine Analyse überflüssig und schröpft nur den Geldbeutel", meint Oberärztin Dr. Mirjana Ziemer von der Klinik für Hautkrankheiten der Universität Jena. Ein Anwender ohne Hautprobleme kann sehr einfach selbst bemerken, ob eine Creme zu fettig oder zu wenig feuchtigkeitsspendend ist. Hautanalysen seien bei belasteten Berufsgruppen wie Friseuren, Bäckern oder Köchen sinnvoll, um für diese Gruppen geeignete Pflegeprodukte und Schutzmaßnahmen zu entwickeln.

Möhren essen macht braun
Stimmt - zumindest bei Babys. Sie bekommen mit ihrer Portion Möhrenbrei eine rotbraun getönte Haut. Verantwortlich dafür ist das Betacarotin, das sich in der Haut ablagert. Erwachsene müssten dafür jeden Tag mehrere Kilo Möhren essen. Mit Betacarotin in Pillenform ließe sich das leichter erreichen, aber auch erst in hohen Dosen. Doch die stehen im Verdacht, bei Rauchern das Krebsrisiko zu erhöhen.

Ab 40 bekommt man vom Abnehmen Falten
Stimmt. Weil die Haut nicht mehr so elastisch ist, haben Diäten unerwünschte Folgen. Schwinden die Fettpolster, bleibt die schlaffe Haut zurück. Besonders extreme Hungerkuren lassen das Gesicht dann viel älter erscheinen. Empfehlenswerter sind eine ausgewogene Ernährung mit wenig Fett und Gelassenheit gegenüber ein paar Pfunden zu viel.

Von Möhren bekommt man glänzende Augen
Stimmt nicht so ganz, aber: Möhren sind wichtig für das Sehvermögen. Sie enthalten Carotinoide, die zu Vitamin A umgewandelt werden. Das ist wichtig für den Aufbau des Sehpigments, schützt die Schleimhaut und fängt freie Radikale ab. Möhren halten also die Augen fit und verhindern angestrengtes Blinzeln. Das wiederum beugt Augenfältchen vor.

Schwangerschaftsstreifen lassen sich vermeiden
Stimmt nicht immer. Wenn der Bauch während der Schwangerschaft langsam größer wird, dehnt sich die Haut nach und nach mit. Doch bei manchen Frauen gibt das Bindegewebe irgendwann nicht mehr nach - und reißt. Sicher vermeiden lässt sich das nicht, denn Ursache ist eine vererbte Bindegewebsschwäche, die mal stärker, mal weniger ausgeprägt ist. Um Schwangerschaftsstreifen vorzubeugen, kann man die Haut regelmäßig massieren und zupfen, damit sie geschmeidiger wird. Rund um den Nabel wird die Haut besonders gedehnt, diese Partie deshalb täglich gut eincremen oder mit einem Pflegeöl versorgen.

Immer mehr Erwachsene leiden unter Pickeln
Stimmt. Experten schätzen, dass etwa 40 Prozent der Erwachsenen zwischen 25 und 40 Jahren an unreiner Haut und ihren Folgeerscheinungen leiden. Schuld daran sei vor allem Stress: Der nämlich löst im Körper den vermehrten Ausstoß von männlichen Hormonen aus. Diese stimulieren die Talgdrüsen und verursachen so die unerwünschten Pickel.
 
 

Die Rückkehr der Weihnachtsschildkröten
Gemeinsamer Start. © WWF
 
Die Rückkehr der Weihnachtsschildkröten
WWF meldet „Auferstehung“ bedrohter Süßwasserschildkröten in Bolivien

Berlin - Im Amazonas im Nordosten Boliviens lässt sich in diesen Tagen ein kleines Naturwunder beobachten. Der WWF schätzt, dass an zwei Uferabschnitten des Flusses Iténez in wenigen Tagen rund 3,4 Millionen Süßwasserschildkröten geschlüpft sind. Es handelt sich um Jungtiere der Arrauschildkröte (Podocnemis expansa) und der Terekay-Schienenschildkröte (Podocnemis unifilis). Beide Arten stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten. „Insbesondere Terekay-Schildkröten gelten als gefährdet und sind sehr selten“, erläutert Dirk Embert, Lateinamerika-Referent beim WWF Deutschland. Die Geburtenwelle sei eine Art vorgezogenes Weihnachtsgeschenk.

Der gepanzerte Babyboom geht auf ein 2007 gestartetes Projekt zum Schutz der beiden Schildkrötenarten zurück. Die Menschen aus den Dörfern der Umgebung wählten mit Unterstützung des WWF mehrere Uferbereiche als Rückzugsgebiete für die gepanzerten Reptilien aus. Diese Eiablageplätze werden von den lokalen Naturschützern von August bis Januar bewacht. Nach dem Schlüpfen wird ein Teil der kleinen Schildkröten eingesammelt und auf andere Flussabschnitte verteilt. Sie erwartet ein harter Überlebenskampf. Denn sowohl die Eier selbst als auch die kleinen Schildkröten selbst sind eine leichte und beliebte Beute für Füchse, Raubvögel und sogar für Jaguare. Selbst wenn die Schildkrötenbabys den Fluss erreichen, sind sie keineswegs sicher: Im Wasser lauern Piranhas und Kaimane, die die frisch geschlüpften Jungtiere auf dem Speisezettel haben. Allerdings waren es nicht die tierischen Jäger, die die Reptilien an den Rand des Aussterbens gebracht haben. „Schildkröten und ihre Eier sind sehr eiweißhaltig und gelten im gesamten Amazonasgebiet als Delikatesse. Insbesondere in der Trockenzeit ist es einfach, die Tiere zu fangen. In den vergangenen Jahrzehnten landeten so Millionen von Tieren im Kochtopf“, berichtet Dirk Embert vom WWF.

Um die Schildkröten zu schützen, war es deshalb wichtig, gemeinsam mit den Menschen vor Ort Pläne zu entwickeln, die den Einheimischen die Nutzung der Tiere erlaubt und gleichzeitig ihr Überleben sichert. „Der geburtenstarke Schildkrötenjahrgang zeigt, dass der Ansatz offenbar richtig ist“, freut sich der WWF. Gesichert sei der Fortbestand der Schildkrötenarten damit jedoch noch nicht. Neben der Jagd gebe es weitere ernste Bedrohungen. Dazu gehören die Ausbreitung von Siedlungen bis an die Ufer, die Abholzung in den Quellgebieten der Flüsse sowie der geplante Bau von Staudämmen.
 
 

Jahresbilanz Ă–kostation: Beitrag zu einem nachhaltigen Freiburg
Ă–kostation Freiburg / Foto: Ă–kostation
 
Jahresbilanz Ă–kostation: Beitrag zu einem nachhaltigen Freiburg
Umweltbildung, Gartenkurse und grüne Events liegen voll im Trend. Das belegt die Bilanz, die die Ökostation Freiburg jetzt für das Jahr 2012 vorlegt: Insgesamt 573 Veranstaltungen, Grüne Klassenzimmer, Mittagsbetreuungen, Kurse, Führungen, Sonntagsöffnungen, runde Tische und Bürgeraktionen stellte das Team der Ökostation, teils aus eigener Kraft, teils in Kooperation mit anderen Partnern auf die Beine.

Wie jedes Jahr waren die Angebote für Schulklassen der Renner. Schon früh im Jahr waren die Themen Naturerleben, Abfall vermeiden, gesunde Ernährung und Energie ausgebucht. Allein 75 Schulklassen hatten das Thema Artenvielfalt gebucht, das von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg gefördert wird. Dieses Angebot, bei dem die Schüler natürliche Lebensräume rund um die Ökostation erkunden, wurde im September als offizielles Projekt der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet. Dazu der baden-württembergische Naturschutzminister Alexander Bonde: “Die Unterstützung der Natur- und Umweltbildungsarbeit der Ökostation ist eine hervorragende Investition in die Zukunft.“

Um die Artenvielfalt ging es auch bei Gartenaktionen in der Adolf-Reichwein-Schule, der Loretto-Schule und in der Kita Rieselfeld. Anlässlich von „Rio plus 20“ gestalteten dort Kinder, Lehrer und Erzieherinnen zusammen mit der Ökostation das Außengelände zum artenreichen Ökogarten um.

Mit ihrem breit gefächerten Programm gelang es der Ökostation, neue Zielgruppen und Partner zu erschließen. „Es ist uns wichtig, auch Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund anzusprechen“ so Ralf Hufnagel vom Leitungsteam. „Dafür haben wir uns am „Green Tech – Projekt“ beteiligt. Dort lernen Jugendliche, überwiegend mit Migrationshintergrund, Berufsfelder rund um die grünen Technologien kennen.“ Das Kooperationsprojekt von Ökostation, Handwerkskammer, drei Jugendzentren und „Lernen erleben in Freiburg, LEIF“ dauert noch bis April 2014 und wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt bezuschusst. Ebenso ermöglichte die Ökostation benachteiligten Jugendlichen und Schülern mit wenig Deutschkenntnissen, mit Natur und Umwelt in Kontakt zu kommen. Die „Umweltfüchse“ mit einer internationalen Klasse der Karlschule sowie die Sommerschule, die die Ökostation zusammen mit dem staatlichen Schulamt nun bereits zum dritten Mal durchführte, sind Beispiele dafür.

„Einen richtigen Boom erlebten wir bei den Gartenveranstaltungen“, so Heide Bergmann vom Leitungsteam. „Der Jahreskurs der Gartenbauschule war so schnell ausgebucht, dass wir einen Parallelkurs einrichten mussten.“ Auch der Gartensonntag zum urbanen Gärtnern im Oktober fand großen Zulauf. Ein weiteres Projekt war die Aktion „Freiburg blüht auf“ in Zusammenarbeit mit dem Garten- und Tiefbauamt. Hierbei unterstützte die Ökostation Bürger bei der Begrünung von Baumscheiben mit Samen, Setzlingen und fachlichem Rat. Das Bürgerengagement im öffentlichen Grün soll auch 2013 unterstützt werden. So wird die Ökostation fertige Wiesenelemente mit heimischen Pflanzen für Interessenten zur Verfügung stellen
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NABU-Umweltbilanz 2012 – Jahr der verpassten Chancen
Impulse fĂĽr eine nachhaltige Agrar-, Energie- und Verkehrspolitik fehlen

Berlin – Mit Blick auf das Jahr 2012 hat der NABU wichtige Impulse für eine umweltfreundlichere Agrar-, Energie- und Verkehrspolitik vermisst und für 2013 mehr ressortübergreifendes Engagement beim Arten- und Klimaschutz gefordert. „Natur- und Umweltschutz sind kein Beiwerk, sondern tragen dazu bei, unsere Lebensqualität zu sichern. Saubere Luft und Wasser, gesunde Böden und Artenvielfalt sichern wir nur, wenn wir Naturschutzinteressen in der Landwirtschaft, beim Ausbau von Stromnetzen, der Verkehrsinfrastruktur und der Rohstoffgewinnung ausreichend berücksichtigen. Hier gilt Sorgfalt vor Schnelligkeit“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Das Projekt Energiewende sei auch nach einem Jahr nicht entscheidend vorangekommen. „Wirtschaftsminister Rösler hat sich im vergangenen Jahr als Bremsklotz beim Klimaschutz erwiesen. In Brüssel blockiert er die EU-Energieeffizienzrichtlinie und verspielt damit Chancen deutscher Unternehmen auf einem Markt für Energieeinspar-Dienstleistungen“, so Tschimpke. Auch blockiere der Bundeswirtschaftsminister jede Maßnahme für mehr Klimaschutz in der EU. „2013 muss das EU-Klimaziel für 2020 endlich auf mindestens 30 Prozent aufgestockt werden und weitere Etappen für die Zeit ab 2030 und 2040 festgelegt werden“, so der NABU-Präsident weiter. Hier sei ein klares Signal von Kanzlerin Angela Merkel nötig. Auf Röslers Betreiben profitiere die deutsche Industrie künftig auch deutlich stärker von den Ausnahmeregeln bei den Stromkosten: die Industrie werde im kommenden Jahr entlastet, während die EEG-Umlage für die Bürger steige.

Auch die Öko-Bilanz seines Kabinettskollegen Bauminister Ramsauer fällt schwach aus. Bei der energetischen Gebäudesanierung wurden weder die entsprechenden EU-Vorgaben umgesetzt, noch der seit 2010 angekündigte Fahrplan für einen klimaneutralen Gebäudebestand vorgelegt. Von den in 2012 von Ramsauer ausgehandelten zusätzlichen 750 Millionen Euro für die Verkehrsinfrastruktur sollen lediglich 40 Millionen Euro und damit gerade mal fünf Prozent für die Schiene reserviert werden. Ärgerlich waren die mehrfachen Versuche beider Minister, den Naturschutz als Hindernis der Energiewende darzustellen, um geltende EU-Umweltauflagen für die Offshore-Windenergie und den Stromnetzausbau auszuhebeln.

Auch im EU-Jahr der Luft 2013 wird der NABU seine Kampagne „Mir stinkts! Kreuzfahrtschiffe sauber machen!“ fortsetzen. Ziel der Kampagne ist es, dass Kreuzfahrtreeder schnellstmöglich die schädlichen Luftschadstoffemissionen der Ozeanriesen reduzieren. Obwohl die Belastung der Bevölkerung durch Krebs erregende Rußpartikel und umweltschädliche Stickoxide seit Jahren zunimmt, wird in absehbarer Zeit gerade mal ein einziges Schiff mit moderner Abgastechnik ausgestattet.

Trotz knapper Kassen traut sich die Bundesregierung bei den derzeitigen Verhandlungen über den EU-Haushalt 2014-2020 nicht an die heiligen Subventions-Kühe heran. Der NABU befürchtet deshalb, dass die EU auch in Zukunft weiter ökologische Schulden anhäufen wird: durch Agrarsubventionen per Gießkanne und Förderung von Projekten, die durch ihre Umweltschäden für die Gesellschaft langfristig sehr teuer werden. „Der derzeit verhandelte EU-Haushalt braucht eine ökologische Schuldenbremse. Gleichzeitig muss die Naturschutzförderung aus ihrem Schattendasein mit einem Viertelprozent des Gesamtbudgets befreit werden“, so Tschimpke. Der NABU wird sich daher im kommenden Jahr weiter für eine ökologische Umschichtung der Brüsseler Milliarden engagieren. Mit seiner Kampagne „Umsteuern jetzt“ setzt sich der NABU für eine Konzentration der Agrarsubventionen auf konkrete gesellschaftliche Leistungen im Natur- und Umweltschutz ein.

Ein Erfolg für den internationalen Naturschutz wurde auf der diesjährigen UN-Naturschutzkonferenz in Indien im Oktober erzielt: Hier sagten die Industriestaaten bis 2015 eine Verdoppelung der Hilfen für die ärmsten Länder zu. Positiv war auch die Anerkennung ökologisch wertvoller Meeresgebiete, viele davon auf der Hohen See. Jetzt ist die UN-Vollversammlung aufgefordert, entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um bis zum Jahr 2020 zehn Prozent der Weltmeere unter Schutz zu stellen.

Angesichts des enttäuschenden Ausgang des Umweltgipfels Rio +20 in Brasilien im Juni und der verpassten Chancen beim Klimagipfel in Doha Anfang Dezember forderte der NABU-Präsident mehr Engagement bei der internationalen Zusammenarbeit bereits im Vorfeld der regelmäßig stattfindenden UN-Großkonferenzen. Ohne strategische Allianzen, wie zum Beispiel die EU und Afrika, aber auch mit Schwellenländern wie Mexiko, Südkorea, Brasilien oder China werde es nicht gelingen, wirkliche Fortschritte für den globalen Umweltschutz zu verwirklichen.

Der NABU wird sich im kommenden Jahr weiter für den Schutz von natürlichen Ressourcen und für nachhaltigen Konsum engagieren. Die von Bundesumweltminister Peter Altmaier geplante Verpflichtung von Lebensmittelhändlern, künftig umweltschädliche Einweg- und umweltfreundliche Mehrwegflaschen zu kennzeichnen, war ein erster Schritt. Doch trotz hoher Recyclingquoten gewinnen umweltschädliche Plastikeinwegflaschen und Getränkedosen seit Jahren kontinuierlich an Marktanteilen. Vor diesem Hintergrund begrüßt der NABU die anvisierte Kennzeichnungspflicht von Getränkeverpackungen, fordert darüber hinaus aber auch eine von der Umweltfreundlichkeit des Materials abhängige Steuer auf Getränkeverpackungen von den Herstellern zu erheben. Ein Armutszeugnis für Bund, Länder und Kommunen ist das drei Jahre hinter den Kulissen verhandelte und offensichtlich gescheiterte Projekt Wertstofftonne. Das Wertstoffgesetz hätte als Nachfolger der Verpackungsverordnung die Mülltrennung für die Verbraucherinnen vereinfacht und die deutsche Recyclingkunststoffproduktion mehr als verdoppeln können.

Mit über 500.000 Mitgliedern und Förderern bleibt der NABU der mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. In den über 2.000 lokalen und regionalen Untergliederungen sowie verschiedenen Fachgruppen sind rund 37.000 Mitglieder ehrenamtlich aktiv und leisten unentgeltlich fast drei Millionen Arbeitsstunden.
 
 

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Fairer Handel: Vorsicht vor unfairen Geschäften
Der faire Handel wächst rasant. Das lockt Geschäftemacher. ÖKO-TEST hat recherchiert und viele „unfaire“ Siegel entlarvt. Es gibt aber auch Siegel, denen Verbraucher vertrauen können.

Fair ist schwer im Kommen. Eine verwirrende Vielfalt von Siegeln pappt auf Lebensmitteln, Kleidung und sogar auf Pflastersteinen. Damit gibt es ganz unterschiedliche Standards und Zertifizierungssysteme, die Fairness belegen sollen. ÖKO-TEST hat bei der Untersuchung vier wichtigsten Kriterien zugrunde gelegt - zwei, die für Produzenten, und zwei, die für Arbeiter unverzichtbar sind. Faire Label und Auslobungen sollten erstens dafür sorgen, dass die Produzenten einen garantierten Mindestpreis für ihre Produkte bekommen. So sind sie nicht abhängig von den Preisschwankungen und der Spekulation auf dem Weltmarkt. Der Mindestpreis soll die Produktions- und die Lebenshaltungskosten decken, sprich: Er liegt in der Regel über dem Weltmarktpreis. Zweitens muss die Vorfinanzierung der Produktion gesichert sein. Die Abnehmer müssen sich also verpflichten, auf Anforderung einen Teil des Kaufpreises vor der Lieferung der Ware zu bezahlen. Das soll verhindern, dass sich Kleinbauern und Kooperativen, die nicht genügend Geld zur Finanzierung der Produktionskosten haben, zu Wucherzinsen Geld leihen müssen. Drittens müssen die Vergabebedingungen eines Siegels verbindlich festlegen, dass die Arbeiter auf Bananenplantagen oder die Näherinnen in Kleiderfabriken zumindest den gesetzlich festgelegten Mindestlohn erhalten. Außerdem muss ein Siegel die Einhaltung aller Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) vorschreiben. Dazu gehört beispielsweise das Verbot von Kinder- und Sklavenarbeit. Auch das scheint selbstverständlich, ist es aber genauso wenig wie die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns.

Ă–KO-TEST hat im Rahmen des Tests 72 Importprodukte sowie sieben Milchsorten eingekauft. Es zeigte sich, dass nur bei 50 der 79 Produkte die Vergabebedingungen der Siegel und Auslobungen alle vier grundlegenden Anforderungen erfĂĽllen. Denn anders als im Bio-Bereich, wo es durch die EU-Ă–ko-Verordnung und das EU-Bio-Siegel Mindeststandards gibt, die alle Bio-Produkte erfĂĽllen mĂĽssen, legt fĂĽr faire Produkte jedes Label die Kriterien nach eigenem Gusto fest.

Von den 34 Kaffeesorten im Test stufte ÖKO-TEST 18 als fair ein. Die höchsten Standards bieten etwa die Labels Fairtrade sowie Gepa. Nicht überzeugen konnten Kaffees mit den Labeln Rainforest Alliance Certified und UTZ Certified. Beide machen zwar Vorgaben für soziale und ökologische Kriterien, die zum Teil über gesetzliche Mindestanforderungen hinausgehen. Sie garantieren aber keine Mindestpreise und die Vorfinanzierung ist nicht Teil der Vergabebedingungen. Der Verhaltenskodex 4C (Common Code of the Coffee Community) ist eher ein Marketinginstrument und bekommt nicht nur von ÖKO-TEST eine schlechte Einstufung. In einer Stellungnahme zur Einführung im Jahr 2007 kritisierten die Fair-Handelshäuser Gepa, dwp und El Puente, 4C werde als "die nachhaltige Lösung für Mainstream-Kaffee gepriesen". Der Standard "auf niedrigem Niveau" diene als "wertvolles Marketinginstrument der Kaffeekonzerne", es bestehe die "Gefahr der Irreführung", weil Kunden den Unterschied zwischen 4C- und wirklich fair gehandeltem Kaffee nur schwer nachvollziehen könnten.

An den Kleidungsstücken baumeln viele selbst gebastelte Label. Die Produkte sind allerdings vor allem deshalb schwer zu beurteilen, weil kein firmenübergreifendes Siegel sowohl die Erzeugung der Rohstoffe wie die Produktion der Kleidung umfasst. Die Fair Wear Foundation steht für die Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken, Cotton made in Africa für den Baumwollanbau. Fairtrade Certified Cotton ist ebenfalls hauptsächlich ein Label für den Baumwollanbau, berücksichtigt aber zusätzlich Aspekte der Verarbeitung in den Textilfabriken. So müssen alle Kernarbeitsnormen beachtet und wenigstens der gesetzliche Mindestlohn bezahlt werden. Die Kontrolle, ob das tatsächlich passiert, überlässt Fairtrade aber anderen. Bei der Kontrolle der Textilfabriken geht die Fair Wear Foundation weiter als andere Label und prüft beispielsweise, ob die Näherinnen von den gezahlten Löhnen tatsächlich leben können. Das ist bei den gesetzlichen Mindestlöhnen nämlich teilweise nicht der Fall. Trotzdem ist das T-Shirt von Hemp Age nur "teilweise fair". Die Firma hat keinen zusätzlichen Nachweis über die faire Rohstofferzeugung geliefert. Der wäre für ein "fair" aber nötig gewesen. Denn die Rohstofferzeugung wird für das Fair-Wear-Foundation-Label nicht geprüft.

Faire Kosmetik - eine Nische in der Nische: Im (Natur-)Kosmetikmarkt spielt der faire Handel bislang kaum eine Rolle. Auch wenn groĂźe Hersteller wie Weleda auf firmeneigene Projekte verweisen, hat Ă–KO-TEST kein einziges Produkt mit dem Fairtradesiegel gefunden.

Die sieben Weine im Test haben von ÖKO-TEST das Gesamturteil "fair". Sie sind mit Fairtrade, Fair for Life, Gepa - Wir handeln grundsätzlich fair gelabelt. Auf dem Etikett des Cuvée du Président steht lediglich Import El Puente GmbH. Für die Firma ist ihr Name Programm (Die Brücke), sie vermeidet konsequent, ein Label auf ihre Verpackungen zu drucken, während die dwp (Dritte Welt Partner) wie die Gepa eigene Label verwendet ("Fair gehandelt" oder "Produkt aus fairem Handeln"). Eingeweihte wissen zwar, dass die drei Firmen ausschließlich faire Produkte handeln. Alle anderen dürfte der Auslobungswirrwarr eher verunsichern.

Während Wein oder Kaffee zumindest bei den seriösen Siegeln zu 100 Prozent aus zertifizierten Rohstoffen bestehen müssen, können verarbeitete Produkte wie Schokolade nicht faire Anteile enthalten. Das soll den Absatz fair gehandelter Rohware erhöhen. Doch im schlechtesten Fall sind nur 20 Prozent eines Produkts Fairtrade-zertifiziert. Das ist nach Ansicht von ÖKO-TEST zu wenig. Für Bio-Produkte beispielsweise gilt, dass 95 Prozent der Zutaten aus ökologischem Anbau stammen müssen. Die einzige zu 100 Prozent faire Schokolade ist die Grand Noir feinherb von Gepa. Denn sie enthält neben fairem Kakao und fairem Zucker auch noch vom Naturland-Verband zertifizierte faire Bio-Milch der Milchwerke Berchtesgadener Land.

Mit Rainforest Alliance Certified sind die Bananen von Chiquita gelabelt. ÖKO-TEST bewertet sie nur mit "überwiegend unfair", denn das Siegel schreibt weder einen Mindestpreis vor noch ist die Vorfinanzierung gesichert. Mit der gleichen Beurteilung kommen die Bio-Bananen von Tegut Fairbindet möglicherweise etwas zu schlecht weg. Aber bei der Auslobung ist die Vorfinanzierung nur "prinzipiell" möglich, und einen garantierten Mindestpreis gibt es "nicht als Prinzip", weil auch "andere Vorteile aus Sicht des Herstellers" in die Kooperationen einfließen. Zwar liegt der Preis, den Tegut nach eigenen Angaben für Bio-Bananen zahlt, über dem garantierten Mindestpreis von Fairtrade. Doch für eine bessere Note fehlt es an der Verbindlichkeit der Vorgaben. Auf den bei Netto gekauften Physalis-Früchten hat ÖKO-TEST die Auslobung First + Fair entdeckt. Um sie zu erhalten, muss nur eine der vier wichtigsten Vergabebedingungen erfüllt sein: die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns.

Das ÖKO-TEST-Fazit: Von den Beteiligten ist keine Einigung auf gemeinsame Mindestanforderungen für faire Auslobungen zu erwarten, besonders wenn die Bedeutung des fairen Handels wie erwartet schnell zunehmen sollte und somit viel Geld zu verdienen ist. Somit ist die Politik gefordert, Mindeststandards festzulegen und ein einheitliches Fair-Label zu schaffen. Wie im Bio-Bereich mit dem EU-Bio-Siegel könnten Organisationen und Unternehmen darüber hinausgehende Anforderungen durch zusätzliche, eigene Label dokumentieren.

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ÖKO-TEST rät
• Die höchsten Standards bieten die Label Fairtrade und Fair for Life sowie Produkte von Gepa, El Puente, Bananafair und DWP.
• Bei Textilien steht das Zeichen der Fair Wear Foundation für starke Bemühungen um bessere Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken. Das Label Fairtrade Certified Cotton bezieht sich sowohl auf die Baumwollernte als auch auf die Weiterverarbeitung.
• Misstrauen ist angebracht. Es mehren sich Zeichen auf den Verpackungen, die wie Label aussehen, aber nur Werbung des Herstellers sind. Denn einheitliche Regelungen, was als fair bezeichnet werden darf, gibt es nicht.
 
 

 
Karlsruhe: Nicht unbedacht Tiere zu Weihnachten schenken
Ordnungs- und Bürgeramt rät zu reiflicher Überlegung bei Tiergeschenken

Tiere gehören mit zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken und stehen häufitg auf der Wunschliste von Kindern. Was die Leiterin des Fachbereiches Veterinärwesens beim Ordnungs- und Bürgeramt (OA), Dr. Alexandra Börner, dazu veranlasst, auf die mit der Anschaffung eines Tieres verbundene große Verantwortung hinzuweisen. Nie sollte man Hunde, Katzen oder auch Meerschweinchen unbedacht "unter den Weihnachtsbaum legen". „Viele Tiere werden nach Weihnachten in die ohnehin schon überfüllten Tierheime abgeschoben, weil oftmals die Tiere den gewohnten Familienalltag stark belasten“, so die Fachbereichsleiterin. Sie rät daher, die Anschaffung eines Tieres gut zu überlegen. Haltungsbedingungen, Zeit- und Kostenaufwand spielen hierbei eine große Rolle. Kinder sind häufig ohne Unterstützung ihrer Eltern nicht in der Lage, die gesamte Verantwortung für die Fütterung und Pflege eines Haustieres zu übernehmen. Eltern müssen voll und ganz hinter dem neuen Hausgenossen stehen und die Betreuung übernehmen, sollte der Nachwuchs das Interesse an dem Tier verlieren.

Hunde benötigen mehrmals täglich Auslauf. Die Käfige kleinerer Heimtiere - wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamster - müssen ausreichend groß und tiergerecht gestaltet sein. Eine regelmäßige und gründliche Reinigung ist für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Tieres sehr wichtig. Die immer beliebter werdenden Reptilien erfordern meist spezielle Kenntnisse über die Haltung, und die artgerechte Ausstattung der Terrarien kann aufwendig und kostenintensiv sein. Auch an die sichere Unterbringung dieser Tiere muss gedacht werden.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, ein Haustier anzuschaffen, sollte sich vor der Anschaffung über die Besonderheiten eines Haustieres ausreichend beraten lassen, sich mit Fachliteratur über die Haltungsbedingungen informieren oder sich im Internet über dier Bedürfnisse des möglichen tierischen Hausgenossen kundig machen. Danach kann auch ein Besuch bei einem Tierheim empfehlenswert sein. Dort warten Hunde und Katzen, aber auch kleine Heimtiere und Exoten auf ein neues zu Hause.
 
 



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