oekoplus - Freiburg
Mittwoch, 30. November 2022
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr


 
Meeresschutz / Abfall (zum 5. Mai)
NABU: Ein Jahr ‚ÄěFishing-for-Litter‚Äú ‚Äď Vor allem Schiffsm√ľll landet in den Netzen

‚ÄěGefischte‚Äú Abf√§lle k√∂nnen in drei deutschen Ostseeh√§fen entsorgt werden

Berlin ‚Äď Ein Jahr nach dem Start des ersten ‚ÄěFishing-for-Litter‚Äú-Projektes in Deutschland hat der NABU eine erste Auswertung ‚Äěgefischter Abf√§lle‚Äú aus dem Ostseeraum vorliegen. Metall, aber auch Kunststoffe, Textilien, Holz und Glas landen immer wieder in den Netzen der Fischer. Unterst√ľtzt von zahlreichen Partnern, stellt der NABU sicher, dass auf See gefischte Abf√§lle an Land gebracht und dort entsorgt und nicht zur√ľck ins Meer geworfen werden. Inzwischen beteiligen sich in drei Ostseeh√§fen mehr als 30 Fischer. ‚ÄěWir freuen uns √ľber die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Fischern, Abfallentsorgern und Kommunen. Die positiven Erfahrungen des ersten Jahres wollen wir nutzen und das Projekt weiter ausbauen‚Äú, so NABU-Pr√§sident Olaf Tschimpke.

Startschuss in Burgstaaken und Heiligenhafen war am 5. Mai 2011, am 19. April dieses Jahres kam mit Sassnitz der dritte Ostseehafen hinzu. Die Idee hinter dem Projekt ist dabei so einfach wie effektiv. Den Fischern wird eine kostenlose Logistik zur Verf√ľgung gestellt. Gro√üe Industries√§cke dienen der M√ľllsammlung an Bord, in den H√§fen stehen Container bereit, die regelm√§√üig ausgetauscht werden. Die ‚Äěgefischten‚Äú Abf√§lle aber werden nicht einfach entsorgt, sondern in einer speziellen Sortieranlage auf ihre Zusammensetzung untersucht. So wollen die Projektpartner mehr √ľber den M√ľll in der Ostsee erfahren. Denn Daten zur Belastung der Ostsee durch Abf√§lle sind bisher rar.

Anfang 2012 wurde der erste M√ľll untersucht. Die Ergebnisse best√§tigen die vermutete heterogene Zusammensetzung der Abf√§lle. Viele der Fundst√ľcke geben auch Hinweise auf ihre Herkunft. W√§hrend bei NABU-eigenen Untersuchungen im Bereich des Sp√ľlsaums √ľberwiegend Abf√§lle von Touristen und Wassersportlern gefunden werden, handelt es sich bei den ‚Äěgefischten‚Äú Abf√§llen in erster Linie um industrielle Abf√§lle aus der Berufs- oder auch der Sportschifffahrt. ‚ÄěEs scheint immer noch g√§ngige Praxis zu sein, alte, teilweise noch gef√ľllte F√§sser, Dosen mit Farb- und Lackresten, Tauwerk oder ausgedientes √Ėlzeug von den Schiffen einfach √ľber Bord zu werfen. Nur so erkl√§rt sich deren hoher Anteil in unseren Containern. Das ist zwar verboten, aber Kontrollen und Strafen scheinen nicht ausreichend‚Äú, so NABU-Meeresschutzexperte und Projektleiter Kim Detloff.

Noch reicht die Stichprobe nicht, um abschlie√üende Aussagen zum M√ľll am Grund der Ostsee treffen zu k√∂nnen. Daher verst√§ndigten sich die Projektpartner darauf, die Abf√§lle auch zuk√ľnftig auf ihre Zusammensetzung zu untersuchen. Dar√ľber hinaus soll eine Studie Auskunft dar√ľber geben, ob die Kunststoffabf√§lle noch wiederverwertbar sind.

Die Allianz gegen die M√ľllkippe Meer wird durch das Engagement des NABU-Projekts immer gr√∂√üer. Partner in Schleswig-Holstein sind die Fischergenossenschaften Fehmarn und Heiligenhafen, der Landesfischereiverband Schleswig-Holstein, die ZVO Entsorgung sowie die St√§dte Fehmarn und Heiligenhafen. Auf R√ľgen unterst√ľtzen die Kutter- und K√ľstenfisch R√ľgen GmbH, die Nehlsen GmbH & Co. KG sowie der Stadthafen Sassnitz. √úberregionaler Projektpartner ist Der Gr√ľne Punkt Duales System Deutschland GmbH.

Im Sommer 2010 startete das NABU-Projekt ‚ÄěMeere ohne Plastik‚Äú. Neben dem ‚ÄěFishing for Litter‚Äú initiierte der NABU seit dem Sammelaktionen an Str√§nden, beteiligt sich am wissenschaftlichen Umwelt-Monitoring, erarbeitet verschiedene Informationsmaterialien und f√ľhrte Informations- und Bildungsveranstaltungen zum Thema durch.
 
Eintrag vom: 04.05.2012  




zurück
Oekostation_Haus_3026_2a.JPG

Copyright 2010 - 2022 Benjamin Jäger