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WWF kritisiert katastrophale √Ąnderungen des brasilianischen Waldgesetzes
Berlin - Das brasilianische Unterhaus hat gestern die Reform des brasilianischen Waldgesetzes verabschiedet. ‚ÄěDie Entscheidung ist ein Tiefschlag gegen das gr√∂√üte Tropenwaldgebiet der Erde‚Äú, kritisiert Roberto Maldonado, Lateinamerika Referent beim WWF Deutschland. Insbesondere die Amnestie f√ľr illegale Abholzungen legalisiere Umweltverbrechen der Vergangenheit und sei quasi eine Aufforderung zu weiterem Kahlschlag. Der WWF fordert die brasilianische Pr√§sidentin Dilma Rousseff auf, das Gesetz per Veto zu verhindern und den Albtraum am Amazonas Regenwald zu beenden.

‚ÄěDas neue Gesetz weicht den bisher fortschrittlichen Waldschutz in Brasilien kontinuierlich auf und dient allein der Agrarlobby‚Äú, betont der WWF. Hauptgewinner des Gesetzes sei die Viehwirtschaft. Sie entledige sich der Verpflichtung, Millionen Hektar illegal abgeholzten Wald wieder aufzuforsten. Die Amnestie komme vor allem den Gro√ügrundbesitzern zugute. Zu den Verlierern der Reform z√§hlt der WWF Kleinbauern und die brasilianische Bev√∂lkerung. ‚ÄěW√§hrend sich die Fleisch- und Sojabarone eine goldenen Nase verdienen, werden die entstehenden Kosten, z.B. verursacht durch zunehmende √úberschwemmungen und Erdrutsche, an die Allgemeinheit √ľbertragen‚Äú, unterstreicht Roberto Maldonado.

Insgesamt stehe eine Fl√§che gr√∂√üer als Deutschland auf dem Spiel. Die Lockerung des Gesetzes habe weitreichende Folgen √ľber die Grenzen Brasiliens hinaus: Die absehbare Kahlschlag und der Verzicht auf Wiederaufforstung d√ľrfte das Weltklima mit zus√§tzlich um bis zu 28 Milliarden Tonnen Kohlendioxid belasten.

Der WWF appelliert an die brasilianische Pr√§sidentin, das Gesetz auf keinen Fall zu unterzeichnen. ‚ÄěEs w√§re absurd, die Welt im Juni zur Nachhaltigkeitskonferenz Rio +20 einzuladen und gleichzeitig auf Druck der Agrarlobby die Axt an einen der gr√∂√üten Natursch√§tze der Erde anzulegen.‚Äú
 
Eintrag vom: 26.04.2012  




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