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Hunde sollen illegales Holz erschnĂŒffeln
HĂŒndin Jarra und Welpe Willow gehen jetzt in die Hunde-SchnĂŒffelschule. / WWF: Erste Erfolge bei Mahagoni-Tests.

Berlin - AnlĂ€sslich des Weltzolltags am 26. Januar berichtet die Umweltschutzorganisation WWF von einem neuen Ansatz im Kampf gegen den weltweiten Tropenholzschmuggel. ZukĂŒnftig könnten, so die Idee der UmweltschĂŒtzer, SpĂŒrhunde im Frachtbereich an See- und FlughĂ€fen nach illegalen Hölzern schnĂŒffeln. Im Visier hat der WWF hierbei vor allem Schmuggler, die das begehrte und zugleich streng geschĂŒtzte Amerikanische Mahagoni einfĂŒhren wollen. Oftmals stammten die Hölzer ohne Einfuhrgenehmigung nĂ€mlich aus illegalen Waldrodungen und Raubbau in Mittel- und SĂŒdamerika, so der WWF. Derzeit lĂ€uft eine entsprechende Testphase bei dem australischen Hundetrainer Stephen Austin. In Dural (bei Sydney) durchlaufen die zwei Jahre alte HĂŒndin Jarra und der acht Monate alte Welpe Willow (beide English Springer Spaniel) gerade ein ausgeklĂŒgeltes „Schulprogramm“. Erste Erfolge seien bereits zu erkennen, so der WWF.

„Hunde haben eine Ă€ußerst feine Nase. Sie nehmen selbst minimalste Duftnoten wahr“, erklĂ€rt Birgit Braun vom WWF Deutschland. Dabei genĂŒge es jedoch nicht, wenn die Hunde Holz erschnĂŒffeln könnten. Sie mĂŒssten die verschiedenen Holzarten zudem nur mit ihrer Nase differenzieren können. „Den beiden Hunden gelingt es bereits, den Geruch von Mahagoni von dem anderer Holzarten zu unterscheiden“, freut sich Braun. Dies sei wichtig, da die Schmuggler hĂ€ufig zwischen die Paletten des nicht geschĂŒtzten Afrikanischen Mahagonis, einzelne Exemplare des Amerikanischen Mahagonis versteckten. Rein Optisch könnten die beiden Holzarten kaum unterschieden werden.

Hintergrund Artenschutz-SpĂŒrhunde
Der Arten-Schmuggel ist nach Waffen und Drogen weltweit das lukrativste SchmuggelgeschĂ€ft und er bedroht das Überleben vieler gefĂ€hrdeter Arten in freier Wildbahn. Nach Angaben von Interpol werden jĂ€hrlich Tier- und Pflanzenarten im Wert von ĂŒber 13 Milliarden Euro auf dem Schwarzmarkt gehandelt. Auf Initiative des WWF sind daher seit einigen Jahren an deutschen FlughĂ€fen Artenschutz-SpĂŒrhunde im Einsatz. Die tierischen Ermittler konnten bereits mehrere Kilogramm Kaviar, Nashorn, Elfenbein oder Teile von hoch bedrohten Meeresschildkröten erschnĂŒffeln.

Hintergrund Mahagoni
Seit mehr als 450 Jahren ist Amerikanisches Mahagoni begehrt, anfangs vor allem fĂŒr den Schiffsbau. Heute wird das Holz fĂŒr die Ausstattung von Jachten, Booten, Kraftfahrzeugen, fĂŒr Musikinstrumente, Intarsien und TĂ€felungen genutzt. Der internationale Handel mit Amerikanischem Mahagoni und die Übernutzung der Vorkommen haben in weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes dazu gefĂŒhrt, dass die Art heute von der Weltnaturschutzunion IUCN als „gefĂ€hrdet“ eingestuft wird. Allerdings darf Amerikanisches Mahagoni weiterhin unter strengen Auflagen und mit entsprechenden CITES-Papieren gehandelt werden.
 
Eintrag vom: 27.01.2012  




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