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NABU: Waldbesitzer haben zu wenig aus Kyrill-Katastrophe gelernt
Tschimpke: Kurzfristige Profite bestimmen immer noch die Waldbewirtschaftung

Berlin- ‚ÄěDie gro√üe Chance f√ľr eine naturnahe Wiederbewaldung wurde weitgehend vertan‚Äú, lautet die Bilanz von NABU-Pr√§sident Olaf Tschimpke f√ľnf Jahr nach den verheerenden Sch√§den durch den Orkan Kyrill. ‚ÄěStatt risikoarme und naturnahe Mischbest√§nde aufzubauen, wurde wieder nur auf die kurzfristige √∂konomische Leistung des Waldes gesetzt‚Äú, kritisiert Tschimpke die Wiederaufforstungsma√ünahmen in den vom Sturm betroffenen W√§ldern Deutschlands. ‚ÄěWie damals bef√ľrchtet haben die privaten Waldbesitzer aus rein wirtschaftlichen Gr√ľnden erneut auf die Fichte, oder die nicht heimische Douglasie gesetzt‚Äú, erkl√§rt der NABU-Pr√§sident. Dies gelte - trotz offizieller Bekenntnisse zum naturnahen Waldbau - auch im Staats- und Kommunalwald.

Die staatlichen F√∂rderprogramme h√§tten die falschen Anreize f√ľr die Wiederaufforstung gesetzt, kritisiert der NABU. Statt die Aufforstung von Mischw√§ldern mit √ľberwiegend Laubb√§umen attraktiver zu machen, sind derzeit immer noch Bestandsbegr√ľndungen mit einem Nadelholzanteil von bis zu 70 Prozent zugelassen. ‚ÄěIn vielen W√§ldern ist damit die Chance vertan worden, den Grundstock f√ľr eine naturnahe Waldentwicklung zu legen, die auch den k√ľnftigen Problemen des Klimawandels gerecht wird‚Äú, erkl√§rt NABU-Waldexperte Stefan Adler. .

Zudem sei in Nordrhein-Westfalen die dramatische Zunahme der Weihnachtsbaumkulturen auf den vom Orkan verw√ľsteten Waldfl√§chen erschreckend. ‚ÄěNach uns vorliegenden Hinweisen sprechen wir da von einer Gr√∂√üenordnung von mehreren 1000 Hektar, die f√ľr eine naturnahe Waldentwicklung und k√ľnftige Holznutzung verloren sind‚Äú, so Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW. Auf diesen Fl√§chen komme auch noch hinzu, dass problematische Pestizide wie Glyphosat verspr√ľht werden, die bislang im Wald nicht eingesetzt wurden. Das Land m√ľsse die Ausma√üe der entstandenen Weihnachtsbaumkulturen genau beziffern und daf√ľr sorgen, dass dieser faktische Verlust von Waldfl√§chen r√ľckg√§ngig gemacht wird und k√ľnftig eine Umwandlung von Wald in Sonderkulturen nicht mehr m√∂glich sei.

Grunds√§tzlich m√ľssten endlich klare Anreize f√ľr den Umbau der Forstbest√§nde in Dauermischw√§lder geschaffen werden, denn sie sind stabiler, √∂kologisch wertvoller und widerstandsf√§higer gegen St√ľrme und Klimaver√§nderungen, fordert der NABU.
 
Eintrag vom: 27.01.2012  




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