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Tierische Invasoren profitieren vom milden Winter
Tierische Invasoren sind √∂kologisches und √∂konomisches Problem. / Asiatische Tigerm√ľcke √ľbertr√§gt gef√§hrliche Krankheiten.

Berlin - Die Umweltschutzorganisation WWF warnt davor, dass invasive und vom Menschen eingeschleppte Tierarten von dem ungew√∂hnlich milden Winter profitieren k√∂nnten. ‚ÄěVor allem k√§lteempfindliche, nicht-heimische Tiere haben dank der hohen Temperaturen bessere √úberlebenschancen. Und das hat negative Auswirkungen auf Mensch und Natur‚Äú, warnt Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. Bereits in einem 2009 erschienen Bericht warnte der WWF, dass invasive Tierarten nicht nur ein √∂kologisches sondern auch ein √∂konomisches Problem seien. Allein in Ballastwassertanks von Schiffen reisen demnach jeden Tag rund 7000 Arten rund um den Globus. Dabei verursachen die tierischen Globetrotter Sch√§den von j√§hrlich fast 36 Milliarden Euro. Hinzu kommen ausgesetzte Heimtiere wie die Rotwangen-Schmuckschildkr√∂te oder entflohene Tiere aus Pelzfarmen, wie etwa die Nutria. ‚ÄěVor allem bei Tierarten, die hier keine nat√ľrlichen Feinde haben, kann ein strenger Winter eine wirksame Bestandsregulierung darstellen‚Äú, so Homes.

So h√§tten die k√§lteempfindlichen Eier der Asiatischen Tigerm√ľcke (Aedes albopictus) bessere Chancen, einen milden Winter zu √ľberdauern. Vor allem durch den Transport von Autoaltreifen konnte die Art von S√ľdostasien aus einen weltweiten Eroberungszug antreten. Nur die Vorkommen in Nordeuropa seien aufgrund harter Winter wieder ausgerottet worden. Im Mittelmeerraum habe sich die Tigerm√ľcke, so die Bef√ľrchtung von Experten, dauerhaft festgesetzt. Die Moskitos k√∂nnen f√ľr den Menschen gef√§hrliche Krankheiten wie das West-Nil-Fieber √ľbertragen.

Auch Populationen von invasiven Wirbeltieren, wie das aus S√ľdamerika eingeschleppte Nagetier Nutria (Myocastor coypus), w√ľrden durch strenge Winter zumindest stark dezimiert werden. In England wurde die erfolgreiche Ausrottung der Sch√§dlinge, die in Europa kaum nat√ľrliche Feinde haben, wohl sogar durch mehrere aufeinanderfolgende, kalte Winter beg√ľnstigt.

Von den milden Temperaturen profitieren d√ľrfte auch das vor allem im Rheinland etablierte Vorkommen an Halsbandsittichen (Psittacula krameri). Umso mehr der V√∂gel, die urspr√ľnglich aus Asien und Afrika stammen, einen nordeurop√§ischen Winter √ľberdauern, umso st√§rker sind die anstehende L√§rm- und Kotbel√§stigungen sowie der Baum-Verbiss.

Die Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta), zumeist handelt es sich bei den wildlebenden Exemplaren um ausgesetzte Heimtiere, sterben normalerweise während eines nordeuropäischen Winters. Das kommt vor allem der hier heimischen, bedrohten Europäischen Sumpfschildkröte zu Gute.
 
Eintrag vom: 05.01.2012  




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