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Karlsruhe: Geweih zum Kampf und Festhalten
Hirschkäfer und Lärche, Dohle und Heidenelke im Jahr 2012 hervorgehoben

Der Hirschk√§fer ist Insekt, die Dohle Vogel, die L√§rche Baum und die Heidenelke Blume des Jahres 2012. Der m√§chtige Hirschk√§fer ist im Raum Karlsruhe noch h√§ufiger anzutreffen. Aber insgesamt ist er selten geworden, weil es ihm an Lebensraum fehlt. Er braucht geeignete alte Eichen, die hierzulande aus √∂kologischen Gr√ľnden erhalten wurden, als Nahrungspl√§tze und Totholz als Brutraum. Laut Ulrich Kienzler, Forstchef im Liegenschaftsamt, gibt es die K√§fer in den Rheinauen, im Hardtwald und in den Bergw√§ldern.

Dort ist der Hirschk√§fer w√§hrend der Schw√§rmzeit von Mitte Juni bis Ende Juli vor allem in der D√§mmerung anzutreffen. Kienzler prognostiziert sogar, dass sein Brutraum noch zunehmen wird. Denn nach dem Trockenjahr 2003 sind viele alte B√§ume abgestorben. Vorausgesetzt allerdings, dass noch gen√ľgend lebende Eichen Nahrung bieten. Der m√§nnliche Hirschk√§fer ist etwa acht Zentimeter gro√ü und zeichnet sich durch ein Namen gebendes "Geweih" aus. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch um seine Oberkiefer. Es setzt sie beim Rivalenkampf und bei der Paarung ein. Das M√§nnchen h√§lt mit diesen Zangen das etwa f√ľnf Zentimeter lange Weibchen fest. Nach der Begattung gr√§bt es sich bis zu 50 Zentimeter tief in den Boden ein und legt bis zu 100 Eier an morsche Wurzeln. Dort leben die Larven f√ľnf bis sechs Jahre und werden bis zu zw√∂lf Zentimeter lang.

Die L√§rche ist in den Karlsruher W√§ldern eigentlich nicht heimisch. Sie wurde im 19. Jahrhundert von ihren Mittel- und Hochgebirgsstandorten in Laubw√§lder geholt, um ergiebigere "Brennholzw√§lder" zu bekommen. Und ist der einzige Nadelbaum, der im Herbst sein Kleid fallen l√§sst. Vor dem Abwurf zeigt die L√§rche eine auff√§llige, goldene Herbstf√§rbung. Im Fr√ľhjahr f√§llt sie durch das zarte Gr√ľn der neuen Nadeln auf. Bekannt ist sie durch kleine Zapfen, die √ľber mehrere Jahre ihren Samen abgeben und als Weihnachtsdekoration beliebt sind. In den hiesigen W√§ldern belegt die L√§rche lediglich rund zwei Prozent der Fl√§che. Ihr Holz ist sehr wertvoll, weil es dank seines hohen Harzgehalts f√ľr den Au√üenbereich taugt. Bei Gr√ľnwettersbach stehen rund 150 Jahre alten L√§rchen, die √§ltesten in Karlsruhe.

Die Dohle geh√∂rt zur Familie der Rabenv√∂gel, ist also eng verwandt mit Rabenkr√§he, Saatkr√§he und Kolkrabe, ebenso mit Elster und Eichelh√§her. Sie br√ľtet im April und Mai in H√∂hlen und Nischen von B√§umen wie Geb√§uden und das gerne in Gesellschaft. Ein Dohlenpaar ist lebenslang zusammen. Au√üerhalb der Brutzeit fliegen die geselligen Allesfresser auch in Schw√§rmen mit Kr√§hen. Gef√§hrdet sind sie vor allem durch den Verlust an Brutpl√§tzen durch Abriss und Sanierung alter Geb√§ude.

Die Heidenelke w√§chst auf kalkarmen, trockenen, eher n√§hrstoffarmen B√∂den wie Magerwiesen, Halbtrockenrasen und sandig-lehmigen B√∂schungen in warmen Lagen. Dort wird sie nur zehn bis 40 Zentimeter hoch, lebt aber mehrere Jahre. Die h√∂chstens zwei Zentimeter gro√üen purpurroten Bl√ľten sind mit wei√üen Punkten √ľbers√§t. Sie bl√ľht von Juni bis September. Gef√§hrdet ist sie weil ihre Lebensr√§ume durch Umbruch, √úberbauung oder D√ľngung seltener werden.
 
Eintrag vom: 05.01.2012  




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