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WWF startet weltweite Online-Aktion gegen neues Waldgesetz in Brasilien
Kahlschlag w√ľrde Klima mit zus√§tzlichen 28 Milliarden Tonnen CO2 aufheizen

Berlin - Mit einer internationalen Online-Notrufaktion will der WWF die Reform des brasilianischen Waldschutzgesetzes und damit die Zerst√∂rung von 76,5 Millionen Hektar Wald verhindern. ‚ÄěW√§hrend die Welt auf dem Klimagipfel in Durban noch √ľber die Reduzierung der Treibhausgasemissionen durch die Abholzung der W√§lder diskutiert, droht in Brasilien ein neuer gewaltiger Kahlschlag, der das Weltklima mit bis zu 28 Milliarden Tonnen CO2 zus√§tzlich aufheizen w√ľrde‚Äú, sagt WWF-Waldreferent Roberto Maldonado. ‚ÄěBrasilien riskiert mit dem geplanten Gesetz Wald- und Klimaschutz.‚Äú Deshalb ruft der WWF dazu auf, unter emergencycallbrasilien.de eine Protest-E-Mail direkt an die brasilianische Pr√§sidentin Dilma Rousseff zu richten. Sie kann mit ihrem Einsatz die Rodung des Regenwaldes noch stoppen. F√ľr den morgigen Dienstag ist eine erste Gesetzes-Abstimmung im Senat angek√ľndigt.

Die Kettens√§gen bedrohen gro√üe Teile der brasilianischen Regenw√§lder. ‚ÄěBetroffen w√§re eine Fl√§che so gro√ü wie Deutschland, √Ėsterreich und Italien zusammen. Dies ist nicht nur ein Alptraum f√ľr die Artenvielfalt, sondern auch die Folgen f√ľr das Weltklima w√§ren immens‚Äú, unterstreicht Carlos Rittl, Klimaschutzkoordinator des WWF Brasiliens. Selbst offizielle Berechnungen der Regierung kommen auf zus√§tzliche Emissionen von bis zu 28 Milliarden Tonnen. Das entspr√§che etwa dem Treibhausgassausto√ü von Deutschland in drei Jahrzehnten.

Wird der Gesetzentwurf umgesetzt, w√ľrde dies laut WWF die Klimaschutzbem√ľhungen in dem gr√∂√üten Lateinamerikanischen Land weit zur√ľckwerfen. ‚ÄěAuch die Verhandlungen √ľber die Reduzierung der Treibhausgasemissionen durch Waldzerst√∂rung und Umwandlung (REDD+) werden durch das Gesetzesvorhaben untergraben‚Äú, warnt WWF Experte Carlos Rittl. Weltweit sind etwa 18 Prozent des globalen Treibhausgasaussto√ües auf die Zerst√∂rung der W√§lder zur√ľckzuf√ľhren. Brasilien hat auf diesem Gebiet in den vergangenen Jahren gro√üe Fortschritte erzielt, die jetzt wieder auf dem Spiel stehen. Das Land strebt an, seinen Treibhausgasaussto√ü bis 2020 um mindestens 36 Prozent im Vergleich zur bisher prognostizierten Emissionsentwicklung zu reduzieren. Eine Reform der Waldgesetzgebung w√ľrde dieses Ziel ernsthaft gef√§hrden.
‚ÄěVon Anfang an haben wir gegen die Novelle des Waldgesetzes gek√§mpft. Wir haben argumentiert und gestritten, Petitionen geschrieben und B√ľndnisse mit √ľber 200 Institutionen der brasilianischen Gesellschaft geschlossen‚Äú, sagt Roberto Maldonado. ‚ÄěJetzt ist die Zeit, sich direkt an die Person zu wenden, die das katastrophale Gesetz noch verhindern kann. Das ist Pr√§sidentin Dilma Rousseff, die in wenigen Monaten Gastgeberin der gro√üen Rio+20 Konferenz zur biologischen Vielfalt sein wird.‚Äú

Die brasilianische Pr√§sidentin Dilma Rousseff hatte im Wahlkampf angek√ľndigt, ‚Äějede Gesetzes√§nderung zu verhindern, die illegale Rodungen gestattet oder eine Amnestie f√ľr Umweltkriminelle vorsieht‚Äú. Mit einem Veto k√§me die Pr√§sidentin auch der vorherrschenden Meinung in der Bev√∂lkerung entgegen. Einer repr√§sentativen Umfrage zufolge lehnen 85 Prozent der Brasilianer die Ausweitung von Nutzfl√§chen auf Kosten des Regenwaldes ab.
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Eintrag vom: 09.12.2011  




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